Samstag, den 10. Juni 1876 Io. 139 Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringevlohn. Durch die Pvst bezogen vierteljährlich 3 Mark W Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des MorrtagS Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Gießen, am 30. Mai 1876. ns 9 Uhr: Gießen, am 7. Juni 1876. an ES wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das Bureau des Großherzoglichen Rentamts Gießen sich nunmehr wieder'in dem fiScalischen Rentamts- 16 S 16 16 20 16 ettt ' . 'N. ’te .. aebäude auf dem Brande befindet. Gießen, den 8. Juni 1876. ‘W« Mto1 ||I en. '': ridlrf ‘ punkt angelangt sind, steht wohl außer Frage. Das russische Memorandum wird vorläufig nicht in Konstantinopel übergeben werden, da der englische Ein- fiuß dessen Zurückweisung wahrscheinlich macht. Es gilt für Rußland und Deutschland zu der neuen Wendung der Dinge eine feste Stellung zu nehmen und es ist die soeben gemeldete Vertagung der Reise unseres Kaisers nach Ems wohl auf diesen Umstand zurückzuführen. Es wäre grundfalsch, der Verschiebung dieser Reise eine etwaige Erkältung der gegenseitigen Beziehungen zwischen dem hiesigen und dem St. Petersburger Cabinet zuzuschreiben. Uns will es vielmehr scheinen, als ob erst die Entscheidung unter den leitenden Staatsmännern verbreitet werden sollte, als ob man vor der Hand erst eine der neuen Wendung der Dinge entsprechende Stellung gewinnen wolle, ehe die neue Zusammenkunft der Monarchen stattfindet. So viel steht fest, daß auch diesmal der freundliche Curort an der Lahn dazu ausersehen ist, ein historisches Ereigniß zur Reise zu bringen, das an politischer Tragweite kaum jenem nachsteht, das sich vor nunmehr seckS Jahren an derselben Stelle vollzog. Wenn man sich die Situation vergegenwärtigt, so wird man leicht erkennen, daß die Frage, ob Krieg ob Frieden, kaum von dem Belieben oder den Bestrebungen einzelner Staatsmänner abhängt. Seitdem England in einer jeder Voraussicht spottenden Weise in die politische Action getreten ist, gilt es nicht mehr, mit starker Hand ein schwaches Reich zu seiner Pflicht anzuhalten, oder aufrührerische Provinzen zum Niederlegen der Waffen zu zwingen, — es gilt den großen Kampf zu Ende zu führen, der nun auf der politischen Tagesordnung Europas steht und schwerlich mit friedlichen Mitteln von derselben zu verdrängen ist. Rußland mag insgeheim den stammverwandten Provinzen des osmanischen Reiches mancherlei Vorschub geleistet, seine Agenten mögen den Aufstand in jeder Weise unterstützt haben, aber soviel ließ sich unschwer erklären, daß das Petersburger Eabinet es jetzt noch keineswegs auf eine endgültige Entscheidung, auf einen Vernichtungskampf abgesehen hatte, denn — Rußland hat Zeit zu warten, bis ihm die Früchte seiner Orientpolitik reif in den Schooß fallen. Englands Provocation hat die Situation mit einem Schlage gründlich geändert und es ist leicht möglich, daß dasjenige Land, das bisher am eifrigsten für die Erhaltung des Friedens in Europa bemüht schien, diesmal He Initiative ergriffen hat, durch welche eine friedliche Lösung nicht nur erschwert, sondern geradezu unmöglich gemacht wird. (Berl. B.-C.) Darmstadt, 7. Juni. Seitens deS Abg. Wolz ist der Antrag bei der zweiten hessischen Kammer eingebracht worden, die Regierung zu ersuchen, mit der bayerischen und preußischen Regierung in Verhandlung über die Erbauung der Bahn Gelnhausen-Aschaffenburg zu treten. In demselben wird hervorgehoben, daß die Linie von Aschaffenburg bis Osterburken in Baden demnächst vollendet sein werde, und daß in Bayern die bestimmte Absicht bestehe, die Bahn von Aschaffenburg in der Richtung nach Gelnhausen bis zur bayerischpreußischen Grenze fortzuführen, wenn von Seiten Hessens oder Preußens die GroßherroglicheS Rentamt Gießen. I. E. d. R.: Schmitt, ^inanz-Accessist. haben. trstand. Die neueste Phase der orientalischen Angelegenheiten. Die Entwickelung der orientalischen Frage zeigt jenen Farbenreichthum, den man von jeher im Orient kennt und liebt. Jeder Tag bringt überraschende Neuigkeiten, die bald in der, bald in jener Farbe schillern; nur die Uebergangs- Nuancen sind nicht häufig vertreten; alles folgt grell, unvermittelt aufeinander. Das Gerücht, Abdul Aziz sei in der Nacht nach seiner Entthronung erdrosselt worden, ist nur der Thatsache vorangeeilt; heute ist der entthronte Sultan in Wirklichkeit ein stiller Mann. „Die außerordentliche Ehrfurcht", mit der die Covstantinopolitanischen Officiösen den Sultan Murad V. seinen Oheim behandeln ließen, hat diesen nicht abhalten können, sich mit einer „unglücklicherweise" in seinem Besitz befindlichen Scheere (die Ehrfurcht scheint also nicht soweit genieben worden zu sein, den entthronten Monarchen vor einer Visitation zu schützen, sonst würde der Besitz einer Scheere nicht eben erstaunlich sein) die Pulsadern zu öffnen. Oder sollte das wieder ebenso eine Flunkerei sein, jo gut oder so schlecht, wie die plötzlich „schon seit einiger Zeit bemerkbare Geistesstörung" des Ex-SultanS, sollte die Erdrosselung nur den Namen gewechselt haben ? Gleichviel, der Sultan Abdul Äziz ist todt und Murad V., der „rechtmäßige" Thronfolger nimmt seine Stelle ein. ES sieht nicht aus, als ob er viel Freude von dieser plötzlich angetretenen Herrschaft haben werde; mehr und mehr ballen sich die Wolken zusammen, die eine Katastrophe befürchten laffeu. Bis vor Kurzem lagen die Dinge verhältnißmäßig einfach. Die drei Nordmächte waren einig, dem Aufstand ebensowohl, wie der türkischen Mißwirth- jchaft ein Ende zu machen und es ließ sich annehmen, daß, wenn dies auch nicht ganz auf friedlichem Wege möglich sei, doch nur eine gemeinsame Action stattfinden und der Friede unter den Mächten nicht gestört werden würde. Englands Weigerung, die Beschlüffe der Conferenz von Berlin anzuerkenuen, hat die Situation gründlich verändert und eS steht zu fürchten, daß die Haltung des britischen Eabinets Oesterreich wieder zu einer Politik der Zweideutigkeit Deranlaffung geben wird, die schon so oft sich als verhängnißvoll für den Frieden Europas, für die Jntereffen der österreichischen Monarchie erwiesen hat. Es ist ein eigen Ding um österreichische Politik. Sie war von jeher mehr schlau als klug und zuverlässig und gerade diese Schlauheit ist seit langer Zeit ihr Verderben gewesen, seit jener Zeit, wo die CabinetSpolitik aushörte, einen ausschließlich maßgebenden Einfluß auszuüben, wo die nationalen Ideen mfingen, gestaltende Factoren der Geschichte zu werden, wo das alte divide let impera dieser Grundsatz eines abgethanen Zeitalters seinen Credit verlor und an die Stelle des „Theile und herrsche", die Lehre einer neuen Zeit trat I.,faste zusammen und herrsche!" Die geschichtliche Idee, mit der und durch die Oesterreich groß geworden, hat sich überlebt und nun schwankt die Politik des Kaiserstaates gleich einem W im Winde und versucht aus den jeweiligen Umständen Nutzen zu ziehen. Aber solch eine Politik ist in kritischen Zeiten sehr gefährlich und sie dürste 'm gegenwärtigen Augenblick geradezu verhängnißvoll sein. Daß die orientalischen Angelegenheiten an einem entscheidenden Wende- Betreffend: Verzeichniß der Dampfkesselbesitzer des Kreises Gießen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen die Großhcrzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Beltershain, Bettenhausen, Birklar, Burkhardsfelden, Ettingshausen, Grauingen, Harbach, Hungen, Klein-Linden, Mainzlar, Münster, Obbornhofen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Oppenrod, Rabertshausen, Rodheim, RöthgeS, Saasen und Weickartshain. Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Verfügung oom 18. Mat L I. — Nr. 118 des Anzeigers — binnen 8 Tagen. v. Röder. der hjchgA, J nmjolk fili8""9 m Zug, e, ouii6t»k H°, M. rstand. r'". riltct 3tter, ti» — eonS™"' J Betreffend: Die Verwaltung der Schulkapitalien. f Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Kirchenvorstände des Kreises, mit Ausnahme von Annerod, Bersrod, Beuern, Climbach, Großen-Buseck, Grünberg, Langd, Oppenrod, Rödgen, Stangenrod und Winnerod. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung — Amtsblatt ohne Nr. — vom 27. März 1876 binnen 8 Tagen. v. Röder. ____ chicßcncr TXmeiger AuM- uiib Amtsblatt fit Öen Kreis Gießen. oon Fr. Ackermann m ist soeben erschienen Mdlungen zu beziehen: ihrer durch die t 4? den Odennd sowie il., Taunus & Rheingri »vographisch bearbeit le und vermehrte arten unb 5 StädLBrcu. itintob. gib. mit VerMj ;5 M 3. 20. >ich cufyeHattete Mw nt Beigabe einet iS 4 Rüemgau unb d ,e durch Bearbeitung tiül 5, in welchem btioM mteressanlen W* iM Ab, bnnchw ; . M HS WH n den Wenden als tm’ nN'Lortheil benutzt»^ ^olb derselbe austz W |U, erfahrene, sclbstfm Erpebition von inkfurL^-5^ SM- .osten und^fran i-ev M 11, ' ' n $ 2. U, flö®cfenben Kind Ä 'en i — (Auch ein Majestätsgesuch.) Ein gewisser Ignaz KooacS aus Szent-Peter hat beim ungarischen Minister des Innern ein Majestätsgesuch eingereicht, welches zwar mit Goldfarbe und zollhohen Buchstaben, aber auf die Rückseite eines Theaterzettels vom National-Theater, und zwar von der Aufführung der „Königin von Saba4 am 28. März geschrieben ist. Der Gesuchfteller sieht zunächst den Segen auf ben Kaiser und die kaiserliche Familie vom Himmel hernieder, dann ersucht er mit lufonb cher Kürze den Kaiser um ein Darlehen, damit er in seinem Orte ein HauS bauen und eine Suppenr und Thee-Anstalt errichten könne. Er verspricht dem Kaiser für je 100 fl. an Interessen 5 fl. und erklärt sich bereit, das Darlehen auch in Papiergeld annehmen zu wollen. Dieses Gesuch wurde der Peffer Stadtbehörde übersendet, um den originellen Gesuchsteller «öthigenfalls zu unterstützen, was jedoch aus dem Armen- onds nicht möglich ist, da der Gesuchsteller nicht dort zuständig ist. Seine Eingabe wurde in seine Heimath gesendet, da Kovacs in P.st nicht mehr aufgefunden wurde. W a a r e n: im Zollverein . in Frankreich „ England . . „ Nordamerika , Oesterreich iS"«*,.' H«klerrei<ü. Wien, 7. Juni. Wie man jetzt authentisch erfährt, war der Sultan, wie f. Z. gemeldet, bereits am 30. Mai tobt, es wurde dies aber osficiell noch verheimlicht, bis die Anerkennung Murad's durch die Mächte erfolgte. Die heutigen Wiener Blätter sprechen die Ueberzeugung aus, daß der Sultan Abdul Ajiz nicht durch Selbstmord, sondern durch Mord geendigt. Wien, 8. Juni. Die „Presse" und die „Deutsche Ztg." melden von Zara au« südslavischer Quelle: Der Fürst von Montenegro weigert sich, die Regierung Murad's V. anzuerkenneu und hat seinen diplomatischen Agenten aus Konstantinopel zurückberufen. Es wird ferner behauptet, daß Mukhtar Pascha, bekanntlich ein natürlicher Sohn des verstorbenen Abdul Aziz, sich weigere, die militärischen Bewegungen nach Niksic fortzusetzen. Bestätigung dieser Nachricht ist abzuwarten. kleine Strecke von besagter Grenze bi« Gelnhausen übernommen würde. Da bei Vollendung des fraglichen Mittelglied« eine durchgehende Linie Köln-Gießen- Gelnhausen-Aschaffenburg-Miltenbcrz-Osterburken, welch- sich in letzterem Otte an das badische und württembergische Bahn-Netz anschlösse, geschaffen würd., so wäre die Rentabilität der hessischen Strecke Äießen-Gelnhausen sehr wesent- ltch 9 jjetli», 7. Juni. In einem der Wiener „Preffe" mitgetheilten Privatbriefe eines Diplomaten in Konstantinopel, der aus den Tagen vor der Entthronung datirt, heißt es, daß England, so weit man in den Legationen in Pera unterrichtet sei, in der Besika-Bay eine Flotte ansammeln wolle, welche ein erdrückendes Uebergewicht über die drei vereinigten Flotten der Kaisermächte auszuüben und den vereinigten Kriegsflotten aller übrigen Mächte entgcgenzu- treten im Stande wäre- Es handle sich um eine maritime Machtentfaltung, wie man sie bisher noch nicht erlebt habe. Der bereits erwähnte Anschluß der spanischen Flotte zeigt zum Mindesten, daß England mit diesem Plane wirklich Ernst macht und seine diplomatischen Schachzüge materiell auf da« Nachdrück- lichste zu unterstützen entschloffen ist. Das englische Geschwader besteht aus neun Panzerschiffen ersten Ranges und anderen Kriegsschiffen. Diese Seemacht wirb von Admiral Drumond befehligt, der, wie der „Neuen fr. Pr." am 30. » Mts. aus Pera geschrieben wird, an jenem Tage (vielleicht auch schon kurz vorher) in Konstantinopel ist und Befehl hat, zu Besika zu verharren. Er soll versiegelte Befehle erhalten haben und wird diese Befehle nur auf specielle Ordre öffnen. Berlin, 7. Juni. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht die Erkennung des Sta.tts-Secretärs des Aeußern, v. Bülow, und des Präsidenten des Reichskanzler-Amtes, Hofmann, zu Staats-Ministern und Mitgliedern des Staats- Ministeriums. , Berlin, 7. Juni. Die preußische Regierung ist. tote Die „Post aus angeblich zuverlässiger Quelle erfährt, mit der Verwaltung der thüringischen Eisenbahn in definitive Verhandlungen wegen Erwerbes dieser Bahn eingetreten. Wirtschaftliches. Ein neuer amerikanischer Gerbstoff. Der „Western Tannin-Plant4 (Polygonium Amphibium), von dem wir natürlich nicht wissen können, wie viel Humbug daran ist, scheint dazu bestimmt zu sein, die Eichenrinde und andere Gerbmaterialim in der Leder Fabrikation zu ersetzen. Der „Deutsch-Amerik. Gew.-Ztg." zufolge wächst die Pflanze im Ueberflutz im Missourithale und in den Thälern der kleineren Nebenflüsse und könnte in ausgedehntestem Maße angebaut werden und zwar so, daß die ganze Welt mit Material zur Lederfabrikation wird versorgt werden können. Sie enthält 18 pCt. Tannin resp. Gerbsäure, während die beste Eichenrinde deren nur 12 plfl. enthält. Sie ist einjährig und kann gemäht, getrocknet und aufgestappelt werden, wir Heu Die Methode des Gerbens vermittelst dieser Pflanze ist genau dieselbe, wir wenn Rinde angewendet wird. Sie liefert jedoch ein zäheres, feineres Leder, als Rinde; auch nimmt das Leder eine bessere Politur an und gewinnt an Dauerhaftigkeit. In Lincoln, im Staate Nebraska, besteht seit einiger Zeit eine Fabrik, welche diese Pflanz« mit Erfolg benützt und es sind von dort große Ladungen derselben nach Chicago geschickt worden, wo bedeutende Firmen gefunden haben, daß eine gewisse Menge dieser Pflanze ein Drittel mehr Leder liefert, als eine gleiche Quantität Rinde. Für den Westen Amerikas ist die Entdeckung der „Tannin-Plant" jedenfalls von außerordent- ltcher Bedeutung. Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zn Gießen. Gottesdienst. Sonntag, den 11. Juni. Morgens: Konfirmation der Mädchen: Pfarrverwalter Schlosser. (Feier des heil. Abendmahl?.) Nachmittags: Mitprediger Dr. Buchhold. (Collecte für die Stadtarmen.) (Die Gemeinde wird gebeten, bei der Konfirmation die zehn vordersten Bankreihen vor dem Altäre für die Eltern und Angehörigen der Confirmanden frei zu lassens (Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarroerwaller Schlosser.) Vermischtes. Frankfurts 8. Juni. Das heute im Palmengarten stattaefundene Concert der Musik des 4. Bayerischen Infanterie-Regiments war von ca. 3000 Personen besucht und erntete die Musik für ihrevorzüglichen Leistungen den rauschendften Beifall. Darmstadt, 7. Juni. .Das Finanzministerium und die Hauptstaatskasse sind heute in ihr neues Local (ehemaliges Bankgebäude in der Neckarstraße) übergesiedelt. Die sehr bedeutenden Baarbestände der Hauptstaatskasse werden per Rollwagen in das neue Local verbracht Mainz, 6 Juni. Der verantwortliche Redakteur deS „M. Tagbl." war gesterit vor das Polizeigericht geladen, um sich wegen Aufnahme von Lotterie-Anzeigen vernehmen zu lassen. Der Expedient des Blattes erschien gleichfalls zur Verhandlung. Beide führten den Nachweis, daß allerdings nach dem früheren hessischen Preß- gesetz solche Anzeigen nicht veröffentlicht werden durften, daß jedoch seit dem Inkrafttreten des Reichsgesetzes diese Beschränkungen aufgehoben seien. Sie wiesen ferner darauf hin, daß andere Blätter, selbst die amtliche „Darmstädter Zeitung", solche Anzeigen unbeanstandet brachten- Das Urtheil wird in 14 Tagen verkündet. — Es ist bekannt, daß die deutsche Reichspost in der Beförderung der ihr anoertrauten Sendungen mit sebr lodenswerther Gewissenhaftigkeit zu Werke geht. Daß es ihr aber manchmal unmöglich ist, einzelne Briefe an den Mann zu bringen", beweist nachstehendes Schreiben eines achtjährigen Mädchens in Coblenz: „An Herrn Klapperstorch in Frankfurt am Milchdrunnen. — Herr Klapperstorch: Sie haben meiner Tante ein Kindchen geschickt, sind Sie so gut und schicken mir auch eins, Papa unb Mama sind damit einverstanden. In der Erwartung, daß Sie meinen Wunsch erfüllen werden, grüßt recht freundlich R- K." — Dieser Brief, der Post übergeben, wanderte zunächst nach Frankfurt an der Oder und da dort selbst die Polizei keine Auskunft über den Klapperstorck geben konnte, wurde der Adressat in Frankfurt am Marn aufgesucht; aber wiederum vergebens, weshalb das Schreiben wieder hierher zurückkam, wo es amtlich eröffnet und der kleinen Schreiberin als unbestellbar einge- händigt wurde. Deffeiitliche $ Gegen den Buchbin non Gießen ist der fön «könnt worden. Es Mlche Ansprüche an 3 abm, hiermit ausgefc Mn Donnerstag bi Vormittags sei Meldung stillschn Ausschlusses von der ü neiden und etwaige Mibung Verzichts auf Biden- )n obigem Termine sc wacht, und eventuell MMubitzerausschutzn sestgMt lvn wmenben MMgn Halten als den BW erschienenen beürete Gießen, den 13. Apo Grohherzogliches St I- V. d Oppermann, Ttadtg.-Assessgr. • öbieopf tw k unb be. Literarisches. H übner's statistische Tafel aller Länder. (Verlag von Wilhelm Rommel in Frankfurt a. M.) 25. Auflage. 1876. Jubiläums-Ausgabe Preis 50 M Seit 25 Jahren führt uns dieses Blatt alljährlich alle Länder der Erde vor unb berichtet über deren augenblickliche Lage, wie sie sich in den Zahlen spiegelt, die in den Staaten der Civilisation über Bevölkerung, Industrie, Handel u. s. w amtlich erhoben, Wie muß die Productionskraft der Volker und der Preis der Maaren geftüges K .. sein, um solche Veränderungen der Zahlen hervorzurufen! | -Landrichter/ ufolge sind die Panzerschiffe „Hercules", Devastation", „Pallas" und In. vincible" von dem englischen Mittelmeer - Geschwader am 26. Mai in" der Besika-Bay, wo auch der „Triumph" und „Bescarch", letzterer von Salonichi, ar.- 27. Mai erwartet wurden, eingetroffen. Das Panzerschiff „Swistsure" bleibt u-r Frischbäckrr ?u Gießrn. Sonntag, den 11. Juni 1876. Daniel Rühl, Marktplatz, K. Sieb' derger in der Löwengasse, K. Haas in der Wallthorstraße. sSÄ:: ES®» ; ^herzogliches La L^rhnann, Schweiz. Basel, 7. Juni. Die altkatholische National-Synode der Schweiz wählte heute mit <17 von 158 Stimmen den Pfarrer und Professor Herzog in Bern zum Bischof. Pfarrer Schruter in Rheinfelden erhielt 34 Stimmen. Basel, 8. Juni. Den „Baseler Nachr." wird aus Olten vom 8. Juni gemeldet, Pfarrer Herzog habe die Wahl zum christ-katholischen Bischos angenommen. Olten, 8. Juni. Heute Mittag erfolgte die feierliche Proclamation des Professors Herzog zum Bischos, worauf ein Tedeum laudamus gesungen wurde. Die Reform-Anträge Basels, die Aufhebung des Cölibats und des Beicht-Zwanges betr-, sind principiell unverändert, nur in theilweise neuer Fassung angenommen worden. Krankreich. Paris, 7. Juni. Die Familie Orleans stand dieser Tage wieder einmal vor dem Pariser Civiltribunal. Die Kläger waren die Erben von Jean Francois Fangoray de Launay, der 1788 Philippe Egalits, dem Urgroßvater des Grafen von Paris, 120,000 Frcs. geliehen hatte. Die Schuld wurde genügend nachgewiesen; das Gericht mußte aber die Klage zurückweisen, weil die Prinzen von Orleans die Verjährung in Anspruch nahmen. Paris, 7. Juni. Es bestätigt sich, daß die Pforte mit den Aufstäm dischen in birecte Unterhandlungen getreten ist und mit denselben zwar keinen Waffenstillstand, da sie dieselben ja dadurch als kriegführende Macht anerkennen würde, wohl aber einen Vertrag abgeschloffen hat, wonach die Feindselige keilen sechs Wochen lang eingestellt werden sollen und den Ausständischen die Möglichkeit gegeben wird, durch Abgesandte, die sie selbst zu erwählen haben, ihre Beschwerden und ihre Forderungen kundzugeben. Die Nachricht der „Times", daß englische Kriegsschiffe für die türkische Armee in Albanien Waffen ausgeschifft hätten, wird in Abrede gestellt, ebenso die Meldung der „Neuen fr. Pr.", daß Rußland mit Oesterreich über eine demnächstige Theilung der Türkei in Unterhandlung getreten sei. Versailles, 7. Juni. Die Deputirten-Kammer hat mit 388 gegen 128 Stimmen den Gesetz-Entwurf, betr. die Abänderung des Gesetzes über den höheren Unterricht, angenommen. — Der Senat hat für die Wahl eines unabietzbaren Senators an Stelle des verstorbenen Ricard den 16. Juni angesetzt. Der Senat hat ferner mit 138 gegen 132 Stimmen einen Antrag angenommen , dahin gehend, daß die Bureaus und die Commissionen des Senats jederzeit in Versailles ihre Sitzungen zu halten haben. Dieser Antrag richtet sich gegen die Budget-Commission der Deputirten-Kammer, die unter dem Vorsitze Gambetta's seit einiger Zeit sich in Paris versammelte. — Der Graf von Paris hat sich nach England begeben und wird von dort morgen die sterblichen Ueberreste Louis Philippe^ herüberholen. Die Obsequien werden am Freitag in Dreux stattfinden. — Das Gerücht von einem diplomatischen Rundschreiben des Herzogs v. Decazes in Bezug auf die orientalische Frage wird dementirt. England. London, 8. Juni. Einer Meldung der „Times" zufolge wäre allen Pensionären der Marine, welche weniger als 55 Jahre alt sind, der Beseh ertheilt, sich zum activen Dienst bereit zu halten, und denjenigen unter 45 Jahren die Erlaubniß ertheilt, in der Reserve zu dienen. London, 8. Juni. Den bet der Admiralität eingelaufenen Nachrichten Zu ditßni 3rc‘ *-Ä. 111 - Ast-"« d» ! ‘ W-M btn Der A Aesokdcre Ma« MMN" Sifr: w RMMtionen gegen l HbMM btr Nur-u i* ta ^n und «M bthtfitMWbi »Tagen bei der uirttiR »ubringen. , Gießen, am T > Großherzogliche W A. Bra in anderen Gebieten von Reisenden unb berg! geschätzt sinb. AuS einer großen Lüe- , ratur, welche zu ftubiren nur bem Fachmanne die Zeit unb Gelegenheit gegönnt i|t »J?,J?inb sinb in der Tafel Notizen vereinigt über die schwarzen Stämme Asrika's neben ho 1 J*eor9 «Mroe non exacten Angaben über die modernen Staaten! Die 25 Auflagen, jede verändert uni " Lazarus und L verbessert, die letzte doppelt so reich an Inhalt wie die erste, bieten natürlich reidti i Oen aufotjot Material zu Vergleichen. Die Veränderung der Größe mancher Staaten erklärt Hfl i* '.„'l,. Vi-! Kriegsgeschichte der Neuzeit, während z. B. die Verminderung der Verschiedenheit Geld. Maaß und Gewicht und die Zunahme des Handelsverkehres als Zeichen bn i mä2;! •'I friedlichen Annäherung der Volker aufgefaßt werden dürfen. ' ‘ n’’ betrug z. B- in Millionen Mark Einfuhr. Ausfuhr. 18511874 18511874 810 3756 525 2303 925 2524 1303 2377 2010 7425 3800 6220 712 2661 608 2050 318 1170 208 948 w ■»>«** UlttdfQn« ,,, ^Eigei MSertn hilsM,"^ । IM fei™ den. gi, “ “ A!itz “Mbta jÄ «’s ««=" »trÖrt8' ,1'4 •frftl •as'ÄT lapperftorchi iSfc bdfi*tin3' toi ■irf k6le Fuhr, Sonnenstraße 104. G. Pb. Fiihunnn Neustadt. Neue Prima-Matjes-Häringe empfehlen (3056 I. A Bufch Söhne. Ein Handwagen und eine Bettlade zu verkaufen. 183 Fichten- u. 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Bern Ml Ü vier- t 8lei4, t Vermischte Anzeigen. 3045) Zwei gute Arbeiter auf dauernde Beschäftigung sucht Carl Haas. 3047) Für ein junges Mädchen von AuSwärtS, welche« im Nähen und Bügeln gut bewandert ist, wird bis 1. Juli oder später eine Stelle gesucht, sei eS in einem Modcwaarengeschäfte oder alS Stütze de> Hausfrau. Näheres ist in der Expedition d. BlttS. zu erfahren. 3031) Einen durchaus erfahrenen Schmied für dauernde und lohnende Beschäftigung sucht die Maschinenbau- Infinit »on H. Rose in Wetzlar. 3046) Ein braveS HauSmädchen wird bis zum 25. Juni gesucht. Näheres in der Expedition dieses Blattes._________________ 3033) Ein Kellnerlehrling gesucht. ____________________Hätel „Prinz Carl."^, 3026) Ein tüchtiger Fuhrknecht, sowie zwei Steinhauer auf sofort gesucht von Aug. Nauheimer Wittwe. 3027) Ein tüchtiger Bäckergeselle kann gegen guten Lohn in Arbeit treten. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Heute Abend 9 Uhr: Generalversammlung 3040)__Der Vorstand. Bekanntmachung 3055) Da ich nun schon zweim von der Stadt wegen Beeinträchtig dieses Blatte«. ________________ r 3011) Einen guten Arbeiter und Lehrling sucht Karl Gutb^ _______ SchuhmachermciM- 3028) Am 3. Feiertage, Nachmittag! auf dem Wege über die Promenade bi^ Bahnhofe eine schwarze Damen-^ verloren gegangen. Der Finder erhall gute Belohnung. Nähere« in der Exp,^. 3038) Ein tüchtiger Bursche zumMs^ schwenken gesucht von _ 3037) Ein möblirtcs Zimmer zu mictben bei H- Keck. KaplanWlL- 3043) Ein paar Ktnderhosen und M« sind gefunden worden. Abzubolen ve! Eberhardt Schäfer, Wius in Wieseck- Gesucht werden ordentliche Mädchen, die im Kochen und im sonstigen HauSwesen bewandert sind, und können solche sofort oder auch später Stellen erhalten. Guter Lohn wird zuaesichert. Nähere« auf demVermiethungs- Büreau von Frau Müller, Löwengasse Nr. 106. _______________ (3048 Gesucht wird ein solide«, bejahrte« Frauenzimmer zu zwei Personen gegen hohen Lohn. Nähe- re« bei der Exped. d. Bltt«.__________(3052 Tüchtige Schneider können Arbeit erhalten bei