1876. Vt Ut ui |Oe 1OS‘ S‘-»etfai ftS w piOe 9)?ithvod)f bcn 10. Mül £o*v4 (Siebener Mnreiger ädt ,,L »• , r?a«n, \h*.; gtthh ung. tont. Imtigt-- Mi AmtsM für in Kreis GreßsN. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18; Pi«ris vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. politischer H 6 e i l. Dcutscklcrnd. agel. 11. i mW- tu- 5 5 4 5 5 3 5 3.- 3.- 6.70 7.- 5.-ir 3.50,, 3.- Darmstadt, 6. Mai. Die Nr. 23 des Gcoßherzoglichen NeqierungS- iatts hat folgenden Inhalt * 1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 1. Februar l. I. >lach Albertine Hartmann aus Frankfurt a. M-, wohnhaft zu Mainz, beim Schlittschuhlaufen auf dem Rhein in der Nähe der Gustavsburg ein und würde wahrscheinlich ertrunken sein, wenn sich nicht der Großh. Gymnasiallehrer Pro-- jesjor Dr. Stigell zu Mainz muthvoll und entschlossen auf die dünne Eisdecke zmagt und dieselbe glücklich gerettet hätte. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Professor Dr. Stigell für tiefe muthoolle, mit eigener Lebensgefahr verbundene That das Allgemeine Ehrens pichen mit der Inschrift „Für Rettung von Menschenleben" allergnädigst zu verleihen geruht. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die kirchliche Verordnung über die Taggebühren der Mitglieder der Dekanats-Synode und der Dekanats-Ausschüsse betreffend. 3. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1876 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Heppenheim. 4. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gießen, die für das Jahr 1876 zur Bestreitung Der Commnnal - Bedürfnisse der Gemeinde Londorf zu trhebenden Umlagen betreffend. 5. Ordensverleihung. 6. Namensveränderungen. 7. Militärdienstnachricht. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben sllergnädigst geruht: am 21. April den Direktor des Landeszuchthaujes Marien- schloß charakleriflrten Major Scriba zum wirklichen Major zu ernennen. 8. Coucurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Stadecken mit einem Gehalt von 771 Mk. 43 Psg.; die erste evang. Psarr- ßelle zu Gießen, dotationsmäßiger Gehalt 4381 Mk. Dem Stadtvorstande in Gießen steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu. Berlin, 6. Mai. Das Reichskanzler-Amt hat die Absicht, ein gleichmäßiges Format des Papiers von 32 Centimeter, 1 Millimeter Höhe und 2U Zentimeter Breite für den Gebrauch bei sämmtlichen deutschen Reichs- und Staatsbehörden einznführen. — Das spurlose Verschwinden eines Frachtgutes, welches der Eisenbahn zm Transport übergeben ist, verpflichtet die Eisenbahn Gesellschaft nur zu einer, nach dem reglementsmäßigen Normalsatz zu berechnenden Entschädigung Nur in dem Falle, daß der Beschädigte durch Thatsachen nachweisen kann, daß las spurlose Verschwinden die Folge einer böswilligen Handlungsweise der Nahnbediensteten sei, ist die Eisenbahn-Gesellschaft zum vollen Schadenersatz verpflichtet. Erkenntniß des Reichsoberhandels - Gerichts , 2. Senats , vom 29. März d. I. Berlin, 7. Mai. Ein höchst eigenthümliches Gerücht macht in diesem Äugenblicke die Runde in der Türkei, nämlich das plötzliche Verschwinden des ilteflen Sohnes des Sultans Abdul-Madschid, welcher nach dem ottomanischen Gesetz der Erbe des Thrones sein würde. Man schreibt dasselbe einer Flucht zu, welche durch die schlechte Behandlung Seitens des Sultans unt> durch du Furcht vor Vergiftung veranlaßt wurde. — Durch den Special-Berichterstatter der „Jndöp. beige" soll angeblich vährend der Schlacht im Duga-Paß constatirt worden sein, daß die Türken He völkerrechtlich verpönten explosiven Gewehrkugeln schossen. Der Special- Aerichterstatter der „Jnd6p. beige" überbringt angeblich vom Schlachtfelde Ge- ihosse als corpus delicti an den Präsidenten der Gesellschaft des rothen Kreuzes '.m Genf. München, 8. Mai. Graf Pocci, königlicher Oberst-Kämmerer, ist Hern Abend in Folge eines Gehirnschlages plötzlich gestorben. München, 8. Mai. Die sechste Abtheilung der Kammer hat einstimmig beschlossen, zu beantragen, daß der Reclamation gegen die Wahl in Kandel Walz) nicht Folge zu geben fei. Wien, 6. Mai. Die „Polit. Corresp." theilt die wesentlichsten Punkte H8 Ausgleichs mit Ungarn mit: Das Zollbündniß wird auf zehn Jahre, wesentlich in der gegenwärtigen Fassung, erneuert. Kündigung vor dem neun- •tn Jahre ist ausgeschlossen. Bezüglich des allgemeinen Zolltarifes wurde verwart, für einige Industrie-Artikel, insbesondere zum Schule der Tcxtil- teuftrie, die Zollsätze den wirklichen Bedürfnissen entsprechend zri erhöhen; hi einigen landwirthschaftl'chen Erzeugnissen die Zollsätze theilweise zu erhöhen W auf eine Reihe von Eonsumtions Artikeln höhere Zollsätze einzuführen. In Oktreff der Verzehrungs-Steuern ist vereinbart, die Verhandlungen über Reform Hs Gesetzes betreffs der Zucker- und Branntwein-Steuer ehestens abzuschließen ’M den landwirthschaftlichen Brennereien Begünstigungen zuzuivenden. Das bisherige Quoten - Verbältniß, sowie der Abzug der Steuer-Restitutionen von dem gemeinsamen Zollirträgnisie, werden beibehalten mit der Modifikation, daß beide Reichshälften an der Restitution für exportirten Zucker, Branntwein und Bier in dem Verhältnisse der jährlichen Brutto-Erträgnisse der resp. Steuern participiren. Die Regierungen erkannten sich gegenseitig das Recht auf Errichtung einer selbstständigen Zettelbank während der nächsten zehn Jahre zu, jedoch soll unter principieller Anerkennung der Einheit der Noten und der Bedeckung in beiden Länder-Gebieten zur ausschließlichen Noten-Ausgabe nur eine Bank- Gesellschaft mit zwei coordinirten Bank-Anstalten in Wien und Pesth und mit einem paritätisch zusammengesetzten Central - Organ ermächtigt werden. Die Bank-Anstalt in Wien erhält 70, die in Pesth 30 pCt. der emittirten Noten zur ausschließlichen Verwendung im Bank-Geschäfte. Die Regierungen formu- lirten ein Programm zur Ausführung dieser principiellen Abmachungen, welches sie in den Verhandlungen mit der betr. Bank-Gesellschaft zur Geltung zu bringen bemüht sein werden. Das Programm enthält Punktationen über die Organisation beider Bank-Directionen, sowie einer Central-Organisation über die örtliche Aufbewahrung des einheitlichen Metallschatzes, über welchen nur das Central-Organ verfügt, sowie über die Bildung eines außerhalb der Bank stehenden Control-Organs zur Ueberwachung des Bestandes des Deckungs- Schatzes. Wien, 8. Mai. Ueber die Ereignisse in Salonichi (siehe unten) wird dem hiesigen „Telegr. Corresp.-Bureau" aus Salonichi berichtet: Ein bulgarisches Mädchen, welches zum Islam übertreten wollte, sollte auf Anftif- ten des nordamerikanischen Consuls von einigen Christen mit Gewalt entführt werden. Der französische und der deutsche Consul wurden, als sie auf dem Wege nach der Moschee waren, von dem fanatisirten türkischen Pöbel trotz der schützenden Anstrengungen des Gouverneurs getödtet. Von Konstantinopel ist eine Fregatte mit dem neuernannten Gouverneur Echref Pascha, dem Commiffar Vaha Effendi, dem zweiten Dr.-goman der französischen Botschaft und dem dortigen deutschen Consul nach Salonichi abgesegelt. Es wird versichert, daß die Schuldigen exemplarisch bestraft werden sollen. Wien, 8. Mai. In Folge einer Erkrankung des Grafen Andraffy ist dessen Abreise bis morgen verschoben worden. Begleiten werden den Minister Freiherr Depondt, Hofrath Teschenberg und Legationsrath Hübner. Pesth, 8. Mai. Eine im „Hon" veröffentlichte Erklärung Jokay's fordert die Abgeordneten der liberalen Partei auf, bei der Entscheidung Über den neu abgeschlossenen Ausgleich sich offen und unzweideutig pro oder contra zu erklären, da weder die Regierung noch die liberale Partei sich bei der Abstimmung mit einer kleinen Majorität unter Fernhaltung der eigenen Partei- Genossen genügen lassen dürften; er selbst acceptire den Ausgleich, da Niemand etwas Besseres erzielen könnte. Arankreich. Paris, 7. Mai. Nach einer Meldung der „Agence Havas" aus Salonichi vom 6. d. Mts. wären der dortige französische und der deutsche Consul von Türken ermordet worden; veranlaßt sei das Verbrechen dadurch, daß eine junge Christin, welche zum Islam überzutreten gedachte, durch Griechen gewaltsam den Türken entrissen wurde. Es werden weitere Unruhen befürchtet ; die Behörden haben noch keinerlei Maßregeln ergriffen und keinen Schuldigen verhaftet. Paris, 7. Mai. Nach der „Agence Havas" hat eine Division der Flotte Befehl erhalten, nach dem Meerbusen von Salonichi abzusegeln. Paris, 8. Mai. Der „Agence Havas" wird aus Konstantinopel telegraphisch gemeldet: Sofort nach Bekanntwerden der in Salonichi begangenen Verbrechen haben der französische und der deutsche Botschafter gemeinsam voii der Pforte Genngthuung gefordert, welche auch im weitesten Umfange znge- sichert wurde. Staften. Rom, 7. Mai. Die vierte und die achtelAbtheilung der Deputirten- Kammer haben die Berathung über die Baseler Convention bereits beendigt; erstere wählte Panini zum Eommiffär mit dem Auftrage, sich für die Ablehnung der Convention anszusprechen, letztere beauftragte Sella, sich für die Annahme zu erklären. Die übrigen Abtheilungen haben ihre Berathung noch nicht ab- geschloffen. Rom, 7. Mai. Die parlamentarische Rechte (140 Mitglieder) wählte Sella zum Partei-Führer; die parlamentarische Majorität (außer den Ministern 140 Depntirte) überließ dem Munster-Präsidenten Depretis die Ernennung ihres Führers. Hngsand. London, 6. Mai. Die Kosten der indischen Reise des Prinzen von Wales belaufen sich, laut „Vanith Fair", nicht höher als 60,000 Pfund; eine neue Geldbewilligung wird daher nicht nötbig sein. Serbien. Belgrad, 7. Mai. Durch einen im Amtsblatt veröffentlichten Ukas des Fürsten wird das neue Ministerium Stewcza-Ristic ernannt. Türkei. Konstantinopel. Edhem Pascha, der zum Botschafter in Berlin ernannt wurde', ist von Gebürt ein Lhiote griechischer Nationalität (seine noch lebende Mutter gehört der griechischen Kirche an) und kam als Kind nach Konstantinopel, wo er von einem vornehmen Türken im mohamedanischen Glauben erzogen und später zu seiner Ausbildung nach Paris geschickt wurde. Nach seiner Rückkehr von Paris machte Sultan Abdul Medjid ihn zum Lhef seiner militärischen Suite und übertrug ihm die Erziehung seines ältesten Sohnes, des Prinzen Murad Effendi. Während und nach dem Krimkriege zählte Edhem zu den Gegnern Rußlands. Seit den Jahren 1868 und 1869 jedoch, wo er vom Sultan wiederholt zur Begrüßung des Kaisers Alexander nach Livadia geschickt wurde und Gelegenheit fand, die Ansichten des Czaren über die orientalischen Angelegenheiten kennen zu lernen, wurde er freundlicher für Rußland gestimmt. (Polit. Corresp.) Konstantinopel, 7. Mai. Derwisch Pascha ist zum Gouverneur von Diarbekir, Kuifferli Pascha zum Marine-Minister, Adil Pascha zum Ober- Commandanten des Vilajets Adrianopel, Chevket Pascha an des Letzteren Stelle zum Commandanten der Truppen in Konstantinopel ernannt. Ragusa, 6. Mai. Hiesige Correspondenten panslawistischer Organe haben die Nachricht verbreitet, in Montenegro sei das allgemeine Aufgebot angeordnet worden. Diese Nachricht ist falsch und dadurch entstanden, daß Montenegro zur Zeit der Kämpfe bei Niksic drei Bataillone zum Schutze der Grenze einberufen und bei Grahowo concentrirt hatte. Nach den Niederlagen, welche die Aufständischen im Duga-Paffe erlitten, haben sich mehrere Banden derselben nach Korito gewendet, wo sie eine türkische Colonne, welche von Gaczko nach Bileck marschiren soll, aus dem Hinterhalte überfallen wollen. Der Einzug Mukhtar Pascha's in Niksic und die vollständige Verproviantirung dieses OrteS bestätigt sich. Kriechcnland. Athen, 8. Mai. Nach Berichten aus Salonichi von gestern Morgen war die Ruhe neuerdings nicht gestört worden; außer der griechischen Fregatte „Salamina" waren auch englische Schiffe dorthin abgesegelt, um nöthigen- falls den christlichen Bewohnern Hülse zu leisten. Athen, 8. Mai. Auf Ersuchen des griechischen Konsuls in Salonichi ist das Kanonenboot „Salamina" dorthin abgesegelt. Afrika. Kairo, 7. Mai. Die Decrete, deren Publication bevorsteht, sind bereits festgestellt gemäß den Berechnungen Cave's mit den Modificationen, die die Delegirten Scialoja, Villet und Wilson veranlaßt h -ben. Letztere erklären, über alle Fragen der Controle Aufschluß erhalten zu haben. Diese Maßregeln haben in Kairo und Alexandrien einen günstigen Eindruck hervorgebracht. Die Hälfte der Grüuder-Antheile vom Suez-Canal, welche dem Khedive gehört, ist in Folge eines gütlichen Uebereinkommens zwischen den Vertretern Frankreichs und Englands der englischen Regierung zur Verfügung gestellt worden. Die ersten Häuser von Alexandrien haben dem Syndikate, welches sich behufs Unterstützung der ägyptischen Regierung in der Conversion und Unification der ägyptischen Staatsschuld unter der Ueberwachuug der europäischen Commiffäre gebildet hat, telegraphisch ihren Beitritt erklärt. Verwischte-. Berlin. (Aus dem Backofen.) Zur Zeit der frtenerifdien ^rnnnfnT franjofträe Weltstadt mit deutschen Kanonen gewissermaßen garmrt war ^aalt beiden kulmarisch-verwöhnt-n Paiisern eine gebratene Ratte soviel wie bei d"n Bert .ern ;ute gebratene Jantz". Da» ist eine Tatsache,^.die „in der Zeiten Alummttt . Jetzt kommt mit ähnlichen Leckerbissen, an. uns Deutsche die Reihe § Da« Verdienst- die erste Maas regelrecht im Ofen gebacken zu haben, hat sich e n hiesiL Bäckermeister erworben. Die Frau detz Restaurateurs H in der Mstraße «ar beim Schneiden von „Stullen", die „belegt" ihren Gärten vorgesetzt werden sollten «2 einem dieser Schnitte fand das Messr einen Widerstand; nach einer serinien Kraft- Anstrengung des runden Armes der Frau Wirtbin «ar indetz der Widerstand bekä-nvf'l “nb ba8 dwd getrennt. Nun trat die weibliche Neugierde in ihre Rechte Ni, ®r* das Innere von Afrika, so durchforschte Frau H den schwam-ma^ Bauch des Brodas und siehe da - ein Mäutzlein entwickelte sich autz dem gut ae backenen Zeige, leider war das Thierchen buch den vehementen Schnitt auiHotinirt morden und batte den Kopf verloren. Frau H rief ihren Mann; dieser feine Gäste unb nach verschiedenen schlechten und guten Eitzen über die wahrscheinlich lebendia Gebackene, wurde beschlossen, den Nachbar-Bäcker auf eine Portion Wildbraten eimip laben. Der Meister Backer, ein steter Bormittagsgast bei H., ließ sich nicht zweimal rufen. Bei seinem Einlr-tt that keiner von den Gästen, altz ob er ihn kenne Der Bäcker wandte sich an den Wirth und sagte: „Na, gibt« noch Wildbraten?' Id« Portion ist warm gestellt", repl.cirte der Wirth; „der K llner holt sie schon aus der *7«e. In der Mitte deS Zimmers war ein Tisch besonders gedeckt, der Bäckermeister setzte sich daran und schärfte das Messer; als nun der Kellner eines v-rd-ckten Teller oor ihm auf den Tisch setzte, sprangen alle Gäste auf, umringten den mehligen Gast und riefen scheinbar ärgerlich durchetnander: „Der Bäcker muß immer was Besondere- haben; ber ist liebes Kind bei der Wirthin!" Schmunzelnd hob der Beneidete den oberen Teller ab, ließ ihn aber beim Erblicken des „Wildbratens" vor Ueberraschuna gleich wieder aus der Hand fallen. „Daß dich da- Mänslein beißt!" spotttte der Wirth; unb nun erschallte von sämmtlichen anwesenden Gästen ein olympisches Ge luchter. Es wurde dem Verdutzten nun auch das Brod vorgelegt, in dem die Form der Maus noch deutlich zu erkennen war. Nachdem der Bäcker erfahren hatte, daß in feinem Ofen die Kotzen.Pastete gebacken fei, bat er um Verschwiegenheit seines Namens bie 'hm. gegen Opferung von zwölf „Weißen" und den dazu gehörenden „Strippen' auch fcierlichst zugesagt wurde. " . ®c P d ei m, 1. Mai. (Blutvergiftung.) Ende verflossener Woche wurde dahier die Leiche eines Tünchers beerdigt, welcher einer Blutvergiftung erlegen. Derselbe bereitete kurz vor seinem Tode Farben zum Anstreichen. Da er zufällig eine leine Wunde an der Hand batte, so gelangten bei der Farbenbereitu»g giftige Farbe. 11 ? u*' welche das schnelle Ende des Hingeschiedenen zur Folge hatte. Nach einem dreitägigen Leiden verschied der Unglückliche unter den heftigsten Schmerlen. Wirthschaftliches. Schweinefütterung. Die Mastfähigkeit englischer Schweine und die Ver- wertbung saurer Milch durch dieselben ward in der Romaine Wasserthalleben vrrglel- Jenben Versuchen unterworfen. Wad) dieser sind die verwendeten Futtermittel durch die reinen englischen Racen um 10-12 pCt. höher ju verwerthen al? bei der halbena- lischen Race ober mit anberen Worten: Die Ausbildung des Körpers oder die Gewichtszunahme war bei gleichem Futter bei rein englischen Racen um 10—12 pCt großer al§ bei ber halbenglischen Race. Jrn Durchschnitt ist bte in einem Tage von einem Ferkel gefressene saure Milch ungefähr 1'/r-2 Quart zu 1 Sgr. 58/10 Pfennige verwerthet. ' v Landwirthschaftliches. Schutz des Weißkrautes oor Kohlraupen. Da die Weißkrautpflanzen n manchen Jahrgängen unb m manchen Gegenben von ben Kohlraupen total zer- freffen werben so wirb es wohl von Interesse sein, ein Mittel kennen zu lernen da, geeignet ist, die Raupen von den Kohlfeldern ferne zu halte«:. Dasselbe besteht darin, daß man auf die Krauifelber in Entfernungen von 3—4 Fuß Hanfpflanzen setzt. Erfolgt das Setzen des Kraut s spät, so empfiehlt es sich, die Hanfpflanzen vorher iu Uehen und sie bann mit dem Kraute zu setzen, damit, wenn Anfangs Juli die Schmetterlinge der Kohlraupe kommen, um ihre Eier an die Krautpflanzen zu legen, der Hanf den der Schmetterling meidet, genüsend erstarkt ist. Stadt-Theater in Gießen. Heute Nachmittag findet eine Kindervorstellung „Das kalte Herz" ober: „Die Zaubergeister des Schwarzwald" von Fr Büchner, KreiSschulinspector hiersetbst, statt. Wir halten es für angemessen an dieser Stell' daraus aufmerksam zu machen, und wäre eine recht lebhafte Betheiligung schon im Interesse des Stückes wünschensw-rty. Werstrigerungev. Hoftaithe-Verfteigerung. Montag den 15. Mai, Nachmittags 1 Uhr, soll die Hofraithe der Konrad Vogt V. Erben, bestehend in einem dreistöckigen, geräumigen Wohnhaus mit Durchfahrt, einer neuen Scheuer mit Stall für ca. 16 Pferde von Lungsteinen erbaut und Hausgärtchen daran, Gypsmagazin mit großem Heuboden neu erbaut, Waschküche, Schweinestall mit Holzschoppen, großer geschlossener Hosraum mit Schichtsteinen gepflastert, öffentlich erb: theilungshalber an den Meistbietenden auf hiesigem Rcthhaus noch den daselbst bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Kaufliebhaber können jeden Tag Einsicht der Hofraithe nehmen. Lich, den 29. April 1876. (2293 Der Vorsteher Großh. OrtSgerichts Lich. I h r i n g. Schafweide-Lerpachtunq. Montag den 22. I. M-, Nachmittags 2 Uhr, soll die mit 300 Stück zu betreibende Sommerschafweibe hiesiger Gemarkung bet Gastwirth Scheurich verpachtet werden- Kloppenheim b. Großkarden, d. 8. Mai 1876. Die Schäfereiberechtigten. (2468 Holzversteigerung in den Waldungen der Stadt Lich. 2471) In den Districten Rotherbusch, Ettingshäuserkopf und Kronau kommt Mittwoch den 17. und Donnerstag den 18. d. M folgendes Holz zur Versteigerung. I. Ban« und Werkholr. Mittwoch den 17. b M-: 20 Eickenstämme von 18—47 (Zentimeter Durchm. — 24,68 Cub.-Mir., 2 Buchenstämme von 3,47 Cub -Mtr., Holz-Versteigerung. Montag ben 15. Mai l. I., Vormittags 8 Uhr anfangenb, soll im Nüddingshäuser Gemeindewald, in verschiedenen Districten, nachverzeichnetes Holzt 150 Rmtr. Buchen-Scheidholz, 18 „ Nadel- 16 „ Buchen-Prügelholz, 54 „ Nadel- 60 „ Buchen-Stockholz, 44 „ Nadel 374 „ Buchen Reisholz, 480 „ Nadel- „ 5 Eichen Stämmeund 1 Buchen-Stamm, 171 Nadel-Stämme von 15—27 Centimtr. Durchmesser unb bis 14 Mir. Länge, 140 Fichten-Stangen zu Sparren, Latten unb Leiterbäumen brauchbar, an den Meistbietenden versteigert werden. Zusammenkunft im District Bergereichen am Weg nach Deckenbach, wo das Stammholz lagert. (2434 Rüddingshausen, am 5. Mai 1876. Großh. Bürgermeisterei Rüddingshausen. Loth. Allgemeiner Anzeiger. 420 Fichtenstämme von 16—35 Zentimeter Durchm. unb 10—24 Mtr. Länge (sehr schöne Stämme), 230 Fichten-Stangen von 10—14 Centimtr. Durckn». unb 10—20 Mtr. Länge (besonders zu Sparren geeignet), 4 Mtr. Eichen-Werkscheidholz, II. Brennholz. Donnerstag ben 18. d. M : 240 Raummtr. Buchen-, Eichen und Nadel- Scheid-, Prügel- unb Stockholz, 5600 Wellen besgl. Reisholz, Der Anfang ist jebesmal im Rotherbusch am EttingShäuser Fußpfad Morgens S Uhr. Bei genügender Bürgschaft wirb Zahlung bis Martini 1877 gestattet. Lick, den 8. Mai 1876 Grotzherzogliche Bürgermeisterei Lich. Jhring. KeUgebotenes. Wegen Ungng )u verksuftn. 6 Nußbaumstühle, 1 Klappentisch, 2 kl. Commoden, 2 Pfeilerspiegel, 1 großer Spiegel mit Goldrahmen, 4 Sctnllereicn, 1 ovale Wanduhr, 1 Reisekoffer mit 2 Einsetzen, 1 Guitarre Wilhelmftraße, Parterre, 2464)___________bet Hrn. Neuling. 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Zum ersten Male: Derlleischensresier Original-Lustspiel in 4 Acten von Daheim Die soebm erschienene Nr. 32 f | enthält: ff {n er3eiIf bl.e »ifeetion des Norddeutschen Lloyd in Bremen, forote beren General-Agent für das Großberzogthum Hessen Eduard iiäumann tn Mainz und dessen Agent O. W. Dietz in Gießen. (345 1430)____________________________ Wermietyungen. 2416) Seltersw.g Nr. 102 >m 3. Stock ein möblirtes Zimmer an einen ruhigen Herrn zu vermiethen T- D i t t m a r. 2403) Mödlirte Zunmer sind zu Der; miethen Neusfa^ t Lit D- Nr. 57.________ 2397) Eine Wohnung, 5 Zimmer ent- baltend, ist in meinem Hause an der Sckoor zu vermiet! en.____________E h r. Weiß. 2372) Möblirtes Zimmer zu oe m'etven __Neuenweg Nr. 117. 2168) Em möblirtes Zimmer ver- miethet Eugen K a u f f m a n n , Alic" nstr. 2165) Schön möblirtc 3'mmcr zu vermiethen, Wenzels Garten. 2476) Ein Schuhmachergeselle gesucht von Friedrich Balser in Wieseck. 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