Dienstag, den 8. Februar. Mo. 3« L8V6. Meßener "?etgcr Anseige- md Amtsblatt für hm Krris Gießen. &Meint täglich mit Ausnahme des Montags. vierteljährlich 2 Mar, 2» Pf-mit Bringerlohn. Expedition: Schulstraße, 2lt. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen viertcliährlrch 2 Mark 50 Pf. Uoli 1 ischer Hheiü gelangte der Cardinal LedochowSky wieder in Freiheit unb wird derselbe nach allen bisher bekannt gewordenen Mittheilungen bald nach seiner Haftentlassung ebenfalls nach Nom gehen. Kürzlich erst wurde die Nachricht colportirt, daß gleichzeitig mit Ledochowsky ein deutscher Prälat in Rom erwartet werde, um in die Berathung eines modus vivendi mit der deutschen Regierung einzutreten. Der signalisirte Prälat ist also Hohenlohe - Schillingsfürst. Die Cardinale Hohenlohe und Ledochowsky sind mithin die Friedenstauben zum Ende des Cul- turkampfes, Ledochowsky dürfte seinen Antecedentien zufolge mehr die vermeintlichen Rechte des Papstes vertreten, während Hohenlohe als Anwalt der deutschen Regierung gelten kann. Die als verbürgt bezeichnete Nachricht, daß Graf Ledochowsky seinen Aufenthalt dauernd in Rom nehmen wird, spricht dafür, daß er fernere Conflicte mit der preußischen Regierung vermeiden will, wohl auch des Martyriums müde geworden ist. Jmplicite erkennt er aber auch durch Aufgabe des Kampfes die preußischen Staatsgesetze an, auf Grund deren seine Absetzung erfolgt ist. Auch dieses negative Moment darf als ein Symptom des Friedensbedürfnisses Seitens der Ultramontanen gedeutet werden. Wenn Cardinal Hohenlohe eine Mission nach dem Vatican hat, so ist dieselbe unter allen Umständen eine sehr heikele. Fasten wir aber auch nur die Thatsache der Anwesenheit Hohenlohe's in Rom in's Auge, so verdient dieselbe alle Beachtung. Sie berechtigt zu gewissen Erwartungen, große Hoffnungen daran zu knüpfen sind wir jedoch nicht in der Lage. Fürst Hohenlohe. Seit jener Zeit, als der Papst sich weigerte, den Cardinal Hohenlohe als Vertreter des Deutschen Reiches im Vatican zu empfangen, hat der Letztere wohl allen Grund, gegen den heil. Vater nicht eben freundschaftliche Gesinnungen zu hegen; der Cardinal hat sich seitdem als freiwillig Verbannter aus Rom betrachtet und ist wohl nicht wieder in Rom erschienen. Die Geschichte sowohl, als auch die Mythe haben den deutschen Prälaten vielfach in Beschlag genommen. Während derselbe dolce far niente auf seinem Schlosse zu Schillingsfürst verweilte, versetzte ihn die Fama nach Rom. Es war das vor wenigen Monaten, als zuerst das Gerücht von Versöhnungsversuchen zwischen dem Vatican und der deutschen Regierung auftauchte, damals sollte der Cardinal einige Tage im tiefsten Jncognito in der Siebenhügelstadt verweilt haben. Wir erinnern auch an jene Mähr, nach welcher Fürst Bismarck den Cardinal Hohenlohe als Nachfolger Pius IX. ausersehen haben sollte, an die krampfhaften Lautelen und Präventiv -Maßregeln, welche im Vatican angeblich getroffen wurden, um den Einfluß des Antichrists bei Besetzung des heil. Stuhles zu paralvsiren. , Wie gesagt, das ist Alles Mythe, es wurde in Regieruugskrelsen so sehr für Mythe gehalten, daß man derartige Gerüchte nicht einmal eines Dementis werth erachtete. Wir sagten aber auch, daß die zeitgenössische Geschichte sich viel mit dem Prälaten beschäftigte. Wiederholt durchlief die Blätter die Nachricht, Hohenlohe werde seinen Wohnsitz wieder an der Tiber aufschlagen. Die Nachricht konnte nicht lange aufrecht erhalten werden, denn es verlautete ebenso oft, der Papst wünsche seine Gegenwart in Rom nicht, oder aber der Cardinal weigere sich, dem Lockrufe auö dem Vatican Folge zu leisten. Wir coustatireu noch einmal den Unterschied zwischen denjenigen Nachrichten, welche überhaupt nicht dementirt wurden, und denjenigen, welchen die Widerlegung auf dem Fuße folgte. Nach Allem, was über den Cardinal Hohenlohe bekannt geworden ist, gelangte man zu der berechtigten Annahme, daß der deutsche Prälat trotz des wüthenden Culturkamvfes von beiden streitenden Parteien immer als mögliche Mittelsperson in Reserve gehalten worden ist. Die verschiedenen Dementis, „einmal wollte der Papst, das andere Mal der Cardinal nicht", bezeichnen die verschiedenen Phasen des Culturkampfes, je nachdem die eine oder die andere Partei begründete Hoffnung auf einen vorteilhaften und nebensächlich auf einen ehrenvollen Frieden zu haben glaubte. Am 29. vorigen Monats ist Cardinal Fürst Hohenlohe von seinem Stammschlosse Schillingsfürst nach München gereist und hat sich am folgenden Tage mit dem Courierzuge nach Rom begeben. Seine Anwesenheit in der ewigen Stadt ist also kein Mythus mehr, sondern historische Thatsache. Es ist selbstverständlich, daß über den Zweck seiner Reise die mannigfachsten Vermuthungen ausgesprochen werden, doch „was Gewiffes weiß man nicht." Er reist in rein persönlichen Angelegenheiten — so sagen die Einen. Es gehört wohl zu den rein persönlichen Angelegenheiten, wenn der hohe Kirchensurst seinen Frieden mit dem sichtbaren Oberhaupt der christlichen Kirche machen, wenn er dem heil. Vater die Grundlosigkeit des Gerüchtes persönlich versichern will, der Cardinal intendire, Nachfolger Pio Nono's auf dem Stuhle Petri zu werden. Alle diese persönlichen Angelegenheiten können jedoch Angesicht- des Culturkampfes, Angesicht- der erwiesenen Bestrebungen einen modus vivendi zwischen Staat unt Kirche in Deutschland zu schaffen, eine- politischen Beigeschmack- nicht entkleidet Aeutschkand. Darmstadt, 3. Februar. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten fand sich der Bürgermeister veranlaßt, bezüglich des Polytechnikum- eine Auskunft zu enheilen, die im Wesentlichen darin gipfelt: Er habe Veranlassung genommen, osficiell bei dem Präsidenten des Ministeriums des Innern über die deßfallsige Lage der Verhältnisse um Auskunft zu bitten, und Hr. v. Starck habe ihm officiell erklärt und ihn zur Mittheilung an die Stadtverordneten ermächtigt, daß jene Gerüchte unbegründet seien. Bei Gelegenheit der Budget- Berathung in dem Finanz-Ausschuß zweiter Kammer sei ihm (dem Minister) entgegen gehalten worden, daß doch die Universität und das Polytechnikum viel Geld kosten, und Ersparnisse wünschenswerth seien, daß man daher die Absicht habe, insbesondere für das Polytechnikum nicht mehr zu' bewilligen, als im letzten Budget vorgesehen worden sei. Daraufhin habe er erklärt, wenn man der Regierung die Mittel entzieht, die Universität und das Polytechnikum weiter zu entwickeln und in den Stand zu setzen, die Concurrenz mit auswärtigen Anstalten zu bestehen, dann müßte sie daran denken, ob nicht eine Vereinigung mit der Universität besser sei; dann könnte man vielleicht mit geringeren Mitteln auskommen. Diese Erklärung sei eine reine Privat-Ansicht von ihm gewesen und nur mit Rücksicht auf die in Aussicht gestellte Nicht-Mehr- Bewilligung abgegeben worden. Darmstavt, 4. Februar. Die Nr. 5 des Großherzoglichen Regierungs- Nun giebt es aber auch eine Lesart, welche der Reise Hohenlohe's nach Rom mehr oder weniger den Charakter einer Mission beilegt. Wir lassen unentschieden, ob wir den Auftraggeber in Rom oder in Berlin zu suchen haben, so wird «rlculirt. Jedenfalls berechtigt die Thatsache an sich, daß Fürst Hohen- lohe überhaupt vermocht werden konnte, nach Rom zurückzukehren, zu der Vln» nähme daß der Wunsch nach einem modus vivendi in ein weiteres Stadium getreten ist. Die Anwesenheit Hohenlohe's in Rom, die ihm vielleicht große Selbstüberwindung gekostet haben mag, gestattet in Erwägung der übrigen in der letzten Zeit zu Tage getretenen Symptome wohl den Schluß, baS tm 45a tican in bei Thal der Will- rege geworden ist, einen Ausgleich mit der deutschen Regierung herbei,»führen. Sucht man den Grund der angeklllchen Misst,n nach Rom in einem Wunsche des Papstes, dann dürste ,u St. Peter doch die U-berzeuaung von der Nothwendigkeit ,ur Reife gelangt sein, eine Vermittelung mit dem Manne anjubahnen, über den sich Pi° N°n° jüngst bet dem Lmpfange der deutschen Lolonie in Rom so bitterböse ausgelassen hat. Beiläufig sei hier noch erwähnt, daß die Jniti.tive zur „Mission"- in Rom in gewissen durchaus nicht reich-feindlichen Sphären in Berliner Hof- und Regierung-kreis-n gc- sucht wird Wenn wir zwischen diesen beiden Ansichten eine Wahl treffen sollen so neigen wir zu der Ansicht, daß über die vatican.sch.n Kre se d>° Selbsterkennt- niß gekommen ist, im Augenblick sind für die römisch-.katholische Kirche im Culturkampse keine Lorbeeren ein,uheimsen, deshalb: Frisch gewagt ist halb ge Wonnen, suchen wir bis aus bessere Zeiten einen modus vivendi. Am d. d. M. blatts hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, da- Kirchengesetz über die Classification de- Diensteinkommens der evangelischen Geistichen betreffend. Das betr. Kirchengesetz wird darin E öffentlichen Kenntniß gebracht. 2. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1876 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen n den Gemeinden des Kreises Groß-Gerau. 3. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Worms, die Erhebung einer Umlage von den zum Friedhof-Verbände zu Dalsheim gehörigen Israeliten betreffend. 4. Dienstenthebung. _ , v 5. Concurrenzeröffnungen. Erledigt find: die erste Gemeinde-Schulstelle zu Dreieichenhain mit einem Gehalt von 857 Mk. 14 Pfg. Dem V schwer und Gemeinderath zu Dreieichenhain steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die vierte Gemeinde-Schulstelle zu Alzey mit einem Gehalt von 942 Mk. 86 Pfg., welcher sich bis auf den Betrag von 1371 Mk. 71 erhöhen kann; drei Lehrerinnenstellen an der höheren Mädchenschule zu Darmstadt mit einem jährlichen Anfangsgehalt von 1400 Mk., welcher bis zum Betrage von 3400 Mk. ausstetgen kann. Die Stellen sollen mit Lehrerinnen besetzt werden, welche die Prüfung für das höhere Lehrfach bestanden habm; die Gemeinde - Schulstelle zu Schadenbach mit einem Gehalt von 785 Mk. 71 Pfg.; die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende erste Gemeinde- Schulstelle zu Hamm mit einem Gehalt von 857 Mk. 15 Pfg. Darmstadt, 5. Februar. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben alleranädiast geruht: am 28. Januar den ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landes-Universität, Dr. Otto Wendt, auf sein Nachsuchen von feiner Dienststelle mit Wirkung vom 1. April 1876 zu entlassen. Berlin, 4 Februar. (Fortsetzung des Reichstages.) Die Gesetz Vor- läge, betr. die Kaiser Wilhelm-Stiftung, wird in der ersten und zweiten Lesung ohne Debatte genehmigt. Hierauf folgt die zweite Berathung des Gesetzes über den Jnvaliden-Fonds. Staats. Minister Delbrück spricht gegen die von der Commission erweiterte Form des Gesetzes und sagt, daß die Bundes-Regierungen zwar keine principiellen Gründe gegen dieselbe hätten, aber den jetzigen Augenblick zur Durchführung der Commissionsbeschlüsie für nicht günstig gewählt hielten. In dem Verlause der Debatte erklärt der Abg. Rickert im Namen der National-Liberalen, sie würden für jetzt gegen den von der Commission beschlossenen § 1 stimmen, für die dritte Lesung aber die Interessen Aller wah rende Schritte vorbereiten. Bei der hieraus folgenden Abstimmung wird § 1 abgelehnt. Bei der Debatte über § 2 erklärte Delbrück zu der vom Abg. v. Schorlemer hierzu beantragten Resolution, dieselbe involviere ein Tadels- Votum gegen das Reichskanzler-Amt; ven Reichskanzler könne keine Verantwortung für die Anlage des Jnvaliden-Fonds treffen, da er selbst (Delbrück) solche allein übernehme. Diese moralische Verantwortlichkeit wiege schwerer, als die formelle politische. Delbrück beleuchtet hierauf das Verfahren bei Belegung des Fonds und weist nach, daß dabei correct zu Werke gegangen und das Jntereffe des Jnvaliden-Fonds in vollem Umfange wahrgenommen sei. Jede Willkür sei bei Anlegung der Gelder vermieden; weder Gunst noch Ungunst habe nach dieser oder jener Seite hin vorgewaltet; man habe zur Anlage Papiere gewählt, zu denen man volles Vertrauen halte. Delbrück schließt seine Rede mit den Worten: Ich wiederhole die Erklärung, daß ich die Resolution als Tadels- Votum auffaffe, und überlaste dem Hause die Entscheidung. (Beifall.) Hierauf wird die Resolution Schorlemer gegen die Stimmen des Centrums und der Social-Demokraten abgelehnt und demnächst § 2 und der ganze übrige Gesetz- Entwurf angenommen. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 4. Februar. Der „Reichs-Anz." publicirt die Aufhebung des Pferde-Ausfuhr-Verbotes und schreibt bezüglich der gestrigen Zeitungs-Nachricht, welche besagt, daß der Reichskanzler bei dem Kaiser Vortrag gehalten habe, daß dieselbe unrichtig sei. Fürst Bismarck ist noch unwohl und der Kaiser beehrte denselben zur Entgegennahme des Vortrages mit seinem Besuche. Berlin, 4. Februar. Die elsaß-lothringischen Abgeordneten haben im Reichstage eine Interpellation eingebracht, ob die Reichs-Regierung beabsichtige, die städtische Vertretung von Straßburg wieder zu constituiren. Berlin, 4. Februar. Die „Post" schreibt: „Graf Eulenburg hat in Folge seiner neulichen Rede eine Mitgliedskarte des hiesigen social-demokratischen Vereins erhalten nebst Quittung über einen Monatsbeitrag. Berlin, 5. Februar. Reichstag. Der Vice-Präsident Hänel zeigt dem Hause an, daß der Präsident Forckenbeck in Folge des Ablebens seiner Ehegattin noch den übrigen Sitzungen ferngehalten sein werde. Das Haus drückt seine Teilnahme für Forckenbeck durch Erheben von den Sitzen aus und ermächtigt den Vice-Präsidenten Hänel, dies Forckenbeck telegraphisch mitzutheilen Das Haus nahm sodann in dritter Lesung die drei in der vorgestrigen Sitzung iu zweiter Lesung erledigten finanziellen Gesetzes-Vorlagen und in zweiter Lesung die Uebersicht der außeretatsmäßigen und außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben des Jahres 1874, die durch den deutsch-französischen Krieg veranlaßt sind, an. Zu dem Berichte der Reichs-Schu!den>Commisfion über den unter ihrer Aufsicht stehenden Jnvaliden-Fonds wird Decharge ertheilt. Bei der darauf bezüglichen Debatte beschuldigt der klerikale Abgeordnete Ludwig den Abgeordneten Miquel der Bereicherung bei Belegung der Jnvalidenfonds-Gelder; er bleibt jedoch jeden Beweis schuldig und wird zweimal zur Ordnung gerufen. Windthorst erklärt, daß der Abg. Ludwig ohne die Zustimmung des Centrums handelte. Abg. Miquel spricht sich über seine Thätigkeit als Director der Disconto-Gesellschaft aus und fordert Jeden, der ihn einer uncorrecten oder unredlichen Handlung zeihen könne, auf, hervorzutreten. Berlin, 5. Februar. Im weiteren Verlaufe der heutigen Reichstags- Sitzung wurde die Vorlage, betreffend die Verlängerung des Mandats der Eoneurs-Ordnungs-Commission bis zur nächsten Session in erster und zweiter Lesung genehmigt. Hierauf wurde ein von Lasker und den Mitgliedern des Vorstandes sämmtlicher Fractionen eingebrachter dringlicher Antrag, zur Unterstützung des Vice-Präsidenten Hänel, den früheren Präsidenten Stmson in das Präsidium zu wählen, einstimmig angenommen. Simson erklärte sich dankend bereit, der Aufforderung zu entsprechen. Bei der alsdann erfolgten Berathung der Gesetzvorlage über Verlegung des Etats-Jahres auf den 1. April wurde der diese Verlegung aussprechende erste Paragraph genehmigt, dagegen die übrigen Paragraphen, darunter auch der auf die Bewilligung eines Pauschal- quantums für die Finanz-Verwaltung vom 1. Januar bis 1 April 1877 bezügliche, abgelchnt. Bei Berathung der Vorlage betreffs Errichtung des Reichstags-Gebäudes traten die Handels-Minister Achenbach, die Abgeordneten v. Unruh und Duncker für die Vorlage, dagegen Berger für den Platz hinter dem jetzigen Reichstags-Gebäude ein. Um 53/4 Uhr vertagt das Haus die weitere Berathung bis Montag. Oesterreich. Wien, 5. Februar. Die «Wiener Abendpost" erfährt von competenter Seite, daß beabsichtigt gewesen sei, mit der Publication der Note des Grafen Andraffy zurückzuhalten, bis die Antwort der Pforte vorliege. Auf bisher vollständig unaufgeklärte Weise sei die „Kölnische Zeitung" in die Lage versetzt worden, die Depesche zu veröffentlichen. Da aber diese Publication sowohl in dem französischen Texte, als auch in der Uebersetzung wesentliche Unrichtigkeiten enthalte, ss veröffentlicht die „Wiener Abendpost" nunmehr den authentischen Text. Irankreich. Pari4, 4. Februar. In einer Grube bei Saint-Etienne hat eine große Gas-Explosion stattgefunden. Von 230 Arbeitern sind erst 26 hervorgezogen; davon sind zwei todt. Die Explosion hat starke Einstürze in der Grube verursacht. St. Etienne, 5. Februar. Durch die gestern hier stattgehabte Gruben- Explofion sind 216 Arbeiter verschüttet worden. Davon sind bis heute Morgen 24 lebend und 26 todt herausgezogen. Die übrigen werden für verloren gehalten. Italien. Rom, 4. Februar. Die „Agencia Stefan!" versichert: Der Cardinal Hohenlohe-Schilling-fürst bezwecke außer der Beilegung der Differenzen, die ihn von Rom fern hielten, auch die Einleitung von Unterhandlungen, um die Feindseligkeiten der deutschen Regierung mit dem deutschen Episcopate zu beendigen. Hohenlohe besuchte gestern die Cardinäle und begab sich sodann nach Tivoli, wo er feinen Wohnsitz nehmen wird; doch ist sein Aufenthalt in Italien noch kein definitiver. — Der spanische Botschafter bei dem päpstlichen Stuhle, Car- denas, trifft morgen hier ein. Rom, 5. Februar. Nach einer Meldung der „Opinione" hat der Staatsrath dem Ersuchen der preußischen Regierung um gerichtliche Insinuation des Strafnrtheils gegen den in Florenz sich anfhaltenden Grafen Arnim gestern stattgegeben. England. London, 4. Februar. In Dorsethire ist der Conservative, Digby. mit 3060 Stimmen in das Unterhaus gewählt worden. Fowler erhielt 1866 Stimmen. London, 4. Februar. Lord Rüssel erklärt in einem Briefe an Farley seinen Beitritt zu der Schutzliga für die Christen in der Türkei, indem er sagt: es sei^ unmöglich, die Hoffnung eines ersprießlichen Resultats auf die Decrete des Sultans zu setzen, da die Türken den Christen niemals gleiche Rechte zu- gesteheu würden. Lord Rüssel räch den Insurgenten, die Waffen nicht niedeizul^gen. London, 5. Februar. Einer Meldung des „Globe" aus Jamaica zufolg' begibt sich ein französisches Geschwader nach Santiago de Cuba behufs Einleitung einer Untersuchung über die daselbst verübte ' Ermordung eines französij. en Ui'terrhanen. Türkei. Konstantinopel, 4. Februar. Eine Amts-Depesche des türkischen Consuls in Ragusa vom 2. d. Mts. meldet, daß Muktar Pascha vergangenen Sonlitag cie Positionen bei Polizza ohne Schwertstreich besetzt habe. Die Insurgenten zerstreuten sich bei der Annäherung des Paschas. AmeriLa. Washington, 5. Februar. Die Commission des Repräseutanteu- Haus s für auswärtige Angelegenheiten berichtet nunmehr über den Antrag auf Kündigung ded Naiuralifations.Vertrages vom Jahre 1869 mit der deutschen Regierung und erklärt einstimmig, daß eine Kündigung nicht rarhsam sei, da die deutsche Regierung de» Vertrag gewissenhaft durchgeführk habe. Viel- Deutsche ließen sich in Amerika naturalisiren und kehren dann nach Deutschland zurück, aber trotzdem, daß beinahe 11,000 dieser naturalisirten Amerikaner iu Deutschland ihren Wohnsitz hätten, seien wegen ihrer Militärpflicht nur 35 streitige Fälle vorgekommen, von denen nur drei Fälle von den deutschen Behörden zu Ungiinsten der Belangten entschieden worden seien. Deutschland habe den Vertrag stets liberal ausgelegt und werde unzweifelhaft für die Folge dasselbe thun. Lokal-Rotiz. Gießen, 7. gebt. In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag, den 10. Februar 1870, Nachmittags lk Uhr, im Rathhaussaale folgen : 1. Die Vergebung einer Pfründe aus der Stiftung des Andreas Löber. 2. Die Vereinigung der confessionell getrennten Schulen in gemeinsame Schulen. 3. Die katholische Confessionsschule betr. 4. Capitalaufnahme betr. 5. Die Aufnahme des HammS in den städtischen Bauplan. 6. Gesuch des Karl Schneider und K a r l Ste inmü ll er von Heuchelheim um Bau Zahie lc der in angtst Abwechselung Wittwe oerbo Tochter Ludni den bürgerlich eine innige A täglich eine W nicht; denn in als sreundschis Erklärunz gekl 21. October b nung der Fra wohnlich breni erleuchtet, wett den kleineren 5 kleine Wachsln vor dem Küche Dienstmädchen chen, die Mac! Ueberüehers i in die Hände Vom i Whr SM kl'chen StaOtpc vom 1. April dieselben bei t und Strauh'ß S fordert ihre 1875 noch gleichzeitig b fü fü Gesetz, h, Gießen 4ör 8lt’5na? »cn Wer J bfn Ön8'9«6 Äagb-H Dienst« ime*a •K'» -S'L "ive, c , ler lNlt *lt 1866 ' "'bem « tat • .,aui d'° betrete lt 'Nen „ijt ! *'* «* JWM» « &uba behufs ! SrmoTbung e,lle8 । des turfijtjen * vergangenen habe. Die Jn- Repräsentanten» ,T den Antrag auf mit der deutschen rathsanr sei, da ibn habe. Viele inn nach Deutsch- tiinten Ämnttaner litärpflichr nur 35 den deutschen Be- Teutschland habe rast für die Folge geSordnung für uar 1876, Stach- Andreas Löber. ilen in gelnetnsame ütter von Heuchel- i- uerleubniß. »chenschult. n Leid-, und Burg- । der Neumühle betr. r«nftaltd «ul A"I«ß i, 15. October M- schcn mdbMWrmtn W nn dal Wa* stj (tas' — »•“SS sirft- ■Ä » i» J<7iu i« r°«'n fiV Arbeiter,»«? * b ®n‘ - ntn ■ . TlUf^ D°rn k viele Hirse ,nb,I*.htfi>*,,6auaPn ,ber n,®I .< und 1° , ( j«‘nf % alt«1 «'Si*!**!; „r.*t nl® fht StgtN Vv <*! UM«1 5 >liub|3fr L sie *ünb ötf m. antwortete: „WaS Sic hier srhen, ist mein ganzes Besitzthum." — „Davon darf ich Ihnen freilich nichts nehmcn", sagte ruhig der Executor. Jetzt wendete sich die Frau zu dem Psändungsbeflissenen und fragte spitz: „Das thut Ihnen wohl recht leid?" Der Hohn, der in dieser Frage lag, ärgerte den Executor. Er hielt noch einmal mit verschärfter Sehkraft Umschau und erblickte nun auf dem Tischchen, vor dem die Frau saß, eine schöne blonde Haarflechte, die soeben dem Haupte der Mitschuldnerin einen erhöhten Reiz verleihen tollte Rasch ergriff der Executor nach dem breiten Ende der Flechte, ebenso schnell hatte aber die Frau daS andere erfaßt. Beide Parteien zerrten eine Weile an dem Haarzops; da rief der Executor: „Sie sind durch Ihre Unterschrift an dem Wechsel mit verpflichtet Lassen Sie los, im Namen des Gesetzes!" Dagegen kreischte die Frau: „Nimmermehr! Der Haarzopf ist ein Brautgeschenk meines Gatten." Da kam dem erzürnten Executor plötzlich eine Idee. Er hielt mit der linken Hand die Haarflechte fest, feuchtete das noch in der rechten Hand habende Gerichts-Siegel aus der Zunge nn und befestigte eG am unteren Ende des Streitobjektes. „So", sagte er nun mit triumphirender Miene loslassend, „die Haarflechte ist jetzt Eigenthum des Gerichts; wehe Ihnen, wenn ich bei der Abholung das Siegel daran nicht vorfinde!" Nachdem er den Vorfall in den Acten notirt hatte, empfahl er sich. Die Frau wollte jetzt ebne Weiteres daS Siegel wieder abreißen; doch ihr gesetzeskundiger Mann sprang schnell b'nzu und rief: „Halt, Ida! Willst Du Dich in Strafe bringen?" Die Gapriciöse tetzte sich wieder vor den kleinen Spiegel und sagte schnippisch: „Ich will aber doch, und wenn das ganze Stadtgericht in den Zopf mit eingeflochten wäre, meinen Willen haben! Sie befestigte nun die Flechte auf ihrem Haupte; doch wie sie es auch anstellen mochte, das fatale Siegel kam immer wieder zum Vorschein. Endlich •fiegte das Genie: Madame nahm eine dunkle Rose von ihrem Hute und verdeckte damit das Gerichtssiegel. Mit diesem Hauptschmuck geht die couragirte Frau täglich spazieren. Hoffen wir, daß e5 dem Gatten gelingen wird, zur Erhaltung der edlen Weiblichkeit den Gläubiger vor der Abholung deS haarigen PfanoftückeS zu befriedigen. — (Er hat Wort gehalten) Folgende sehr interessante Geschichte auS der Jugendzeit eines allbekannten Staatsmannes entnehmen wir der „Slaattzbürger-Ztg.": Im Jahie 1838 lebte in Magdeburg ein junger 26jähriger Regierungs-Assessor C-, der in angestrengtester Thätigkeit ein wahres Einsiedlerleben sührte und dessen einzige Abwechselung darin bestand, daß er allabendlich einige Stunden in dem Hause einer Wittwe verbrachte. Das HauS der Frau v. Sch . - ., welche mit ihrer 18jährigen Tochter Ludmilla eigentlich kein Haus machte und nur selten Gesellschaften sah, schien den bürgerlichen Regierungs-Assessor so ganz gefesselt zu haben, daß man schließlich eine innige Zuneigung zwischen diesem und dem Fräulein 6. v. Sch • • • annahm und täglich eine Verlobungsanzeige erwartete. Ganz ab vom Wege waren diese Annahmen nicht; denn in der That, es hatte sich zwischen den beiden jungen Leuten ein fast mehr als freundschaftliches Verhältnitz gebildet, in dem es nur noch nicht zu einer offenen Erklärung gekommen war. Dies sollte denn auch geschehen. Es war am Abend des 21. October des oben gedachten Jahres, als es in der zwar stets freundlichen Wohnung der Frau v- Sch. ausnahmsweise noch freundlicher auSsah. An Stelle der ge- rvöhnlich brennenden Oellampen war das Wohn- und Empfangszimmer durch Kerzen erleuchtet, welche ein behagliches Licht verbreiteten. Auf einem neben dem Sopha stehen- den kleineren Tische sah man einen großen Napfkuchen, in welchem in Glashülsen 26 kleine Wachslichter staken, die de- Augenblickes warteten, um angezündet zu werden; vor dem Kuchen lag ein reich gesticktes Notizbuch. Endlich ertönte die Klingel, das Dienstmädchen öffnete mit dem laut gesprochenen: „Ah, der Herr Assessor!" ein Zeichen, die Wachslichte avzuzünden, während sich der Angekommene im Corridor seines UeberfieherS und der Ueberfcbube entledigte, — dann öffnete sich die Thür und jubelnd in die Hände klatschend wurde der Erwartete von Fräulein Ludmilla in das Zimmer und an den Tisch mit den Geschenken gezogen und hier von Mutter und Tochter auf das herzlichste zu seinem 26. Geburtstage beglückwünscht. ES war die- um so mehr eine Ueberraschung, als daS Geburtstagskind selbst nicht an seinen Geburtstag gedacht hatte. Genug, dieser Abend gestaltete sich für die Drei — namentlich für die beiden, jungen Leute — zu einem wahren Freudenfeste; es kam zu einem Herzensaustausch- und einer Liebeserklärung, der die Mutter ihren besten Segen gab. ES war um Mitternacht, altz die Glücklichen sich „Dein auf Ewig" und „nie einem (einer) Andern gehören" von einander trennten — es war bestimmt „für ewig". — Am andern Morgen um 6 Uhr war Ludmilla infolge eine§ Bräune-Anfalls verschieden. Er trug seinen Schmerz mit echtem ManneSmuth. Zwei Jahre später folgte die Mutter der Tochter, und nun duldete eS ihn auch nickt länger mehr in Magdeburg, er wurde nach Berlin versetzt. AlS er von dem einfachen Grabhügel Ludmilla's schied, wiederholte er „für ewig Dein." — Und er hat Wort gehalten. Der heute 64jähriqe Mann, der eine der höchsten Stellungen im Staat errungen, hat sich diesem mit seinen geistigen und kör- Perlichen Kräften vermählt, aber sein Herz ist „ihr" treu geblieben- Florenz, 28. Jan. (Ein Käfig für hundert Angeklagte.) Am 1. Februar beginnt in Ferrara vor dem dortigen Schwurgerichte ein Prozeß gegen eine Bande von ungefähr 100 Dieben und Räubern Um nun sämmtliche Angeklagte im Gerichtssaale gehörig zusammenhalten zu können, wird für sie daselbst eigen? ein Käfig (?) hergerichtet, in dem sie alle untergebracht werden- Der Käfig wird zwei Abtheilungen haben, und zwar eine gänzlich aus Eisen fabricirte, für die Gefährlichsten dieser Bande, und die andere aus Holz für die Friedfertigeren derselben. — (Ein classiscker Steckbrief.) Der hochachtbare württembergische „Staatsanzeiger" bringt unter seinen gerichtlichen Anzeigen einen Steckbrief, den wir als köstliche Probe schwäbischen Amtsstyls nachstehend in seinem Wortlaute folgen lassen: „Balingen. Diebstahls-Anzeige. In der Nacht zwischen Dienstag den 18. und Mittwoch den 19. Januar d. I. wurde in das Haus und den Kramladen der Wittwe Anna Ammann von Erzinqen unter Anwendung eines scharfkantigen Werkzeugs eingebrochen und der Inhalt ihrer Ladenkasse, bestehend in Nikel- und Kupfermünze und Zwanzigpfennigstücken im Betrag von 34—41 Mark gestohlen. Der Dieb hat, wie zurückgelassene Spuren beweisen, am 16. oder 17. Januar Sauerkraut und Fleisch gegessen. Dies wird zu bekannten Zwecken veröffentlicht. Den 22. Januar 1876. K. Oberamtsgericht. Scholl." Es würde uns nun sehr interessiren, zu vernehmen, ob und wo besagte „zurückgelassene Spuren" als corpus delicti aufbewahrt worden sind. — Bader Mück in Kirchfittenbach bei Nürnberg kurirte ein paar Beinbrüche so wunderbar, daß ein ftubirter Doktor hintennach die Beine abschneiden mußte, um die Bauern zu retten. Als eS zur Klage kam, machte das Nürnberger Gericht au- der Mücke einen Elephanten, wie der Bader versickert; es verurtheilte ihn nämlich nicht nur zu 6 Monat Gefängniß, sondern auch zu 3000 Mark Entschädigung an jeden der beiden einbeinigen Bauern. — Von Anspach-Gunzenhausener 7 fl.-Loosen sind biS jetzt ca. 4000 Stück mit Gesarnmt-Gewinnen von ca. 50,000 fl. verloost, zum Theil schon sehr lange, und nicht erhoben. Unter den größeren Gewinnen finden wir: Serie 361 Nr. 37 mit 500 fl., Serie 3425 Nr 25 mit 100 fl., Serie 3844 Nr. 35 mit 200 fl. Gewinn — (Ende des Prozesses um die Singcr'sche Hinterlassenschaft.) Die „New-Aork. Handels-Ztg." berichtet: Der Nachlaßrichter hat entschieden, daß Frau Isabella Eugenia ennger, die fünfte Gattin von Jsak Merrit Singer, der Erfinder der nach ihm benannten Nähmaschine, als dessen legitime Wittwe zu betrachten sei. Der Einspruch seiner dritten Gattin, von welcher sich der Verstorbene 1862 nach zweijähriger Ehe hatte scheiden lassen und welcher er von seinem sich auf Lstr. 14,000,000 belaufenden Vermögen Nichts hinterlassen, ist demnach abgewiesen worden. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. Vom 1. Februar er. ab werden in der Zeit von 8 Uhr Vormittags bis BFUhr Abends die Telegraphischen Depeschen am Fahrpostschalter der Kaiser- lichen Stadtpost-Expedition angenommen. Von 8 Uhr bis 9 Uhr Abends, sowie vom 1. April bis ultimo September auch von 7 bis 8 Uhr Vormittags sind dieselben bei dem Telegraphen-Amte selbst im ersten Stockwerk des Löwenstein und Strauß'schen Hauses in der Wallthorstraße abzugeben. Kaiserliches Telegraphen-Amt. de Ahna. Die Gewerbebank Gietzen, (eingetragene Genostenschast) fordert ihre Gläubiger hiermit zur baldigen Empfangnahme der pro 1875 noch nicht erhobenen Zinsen von Darlehen auf und macht gleichzeitig bekannt, daß sie ihre Geschäftsstunden vorerst für Dienstag und Samstag, Vormittags von 9 bis 12 Uhr, Nachmittags von 2 bis !k Uhr, für die übrigen Wochentage aber Vormittags von 9 bis 12 Uhr festgesetzt hat. (660 Gießen, den 5. Februar 1876. Namens des Ausschusses: I Honstein, Vorsitzender. Jagd-Verpachtung Dienstag den 15. b. Mts., Nachmittaas 1 Uhr, soll die der Gemeinde Södel zustehende Jagd von 450 Hectaren Feld und 150 Hektaren Wald = 2400 Hessische Morgen am derweit auf 6 Jahre im Gemeindehause verpachtet werden. (627 K Södel, am 3 Februar 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Södel. Reitz. Versteigerungen. Holzversteigerungen. Die auf Freitag den 11. b. M-, Vormittags 9 Uhr, im Geiveindewald Reiskirchen und Nachmittags 2 Uhr im Gerneinbewald Niederwetz anberaumt gewesenen Holzner- steigerungen werden am Samstag den 12 d. M, -u den angegebenen Stunden abgehalten werden. (654 Groß-Rechtenbach, den 5. Februar 1876. Bürgermeisteramt. Hardt. Hannover - Bayerisch - Bestrr- reicher Eisenbahn-Verband. Zu dem Tarif für rubr. Verkehr ist der 28. Nachtrag erschienen, welcher am 16. er. in Kraft tritt. Durch denselben wirb die Station Sachsen der Bayerischen Staatsbahn in den Verbands-Güterverkehr aus genommen. (664 Gießen, den 3. Februar 1876. Die Direktion der Oberhessischen Eisenbahnen. Versteigerung. Auf freiwilligen Antrag des Georg Dietrich von Langd und Philipp Becker von Hungen sollen Freitag den 11. Februar, Morgens 11 Uhr, die denselben gehörige Ziegelei nebst Inventar und den dazu gehörigen Lehmgruben auf unserem Büreau meistbietend versteigert werden- (602 Die Versteigerungsbedingungen können bei uns jeden Tag eingesehen werden. Hungen, den 3. Februar 1876. Großherzoglichcs Ortsgericht Hungen. Bender. Holzversteigeruug in der Fürstl. Oberförsterei Lich. Im District „Meilbach" soll nachverzeichnetes Holz versteigert werden 1. Montag den 14. Februar r Schth. Plh. Stckh Nsh. Raummeter Wellen Centi- 27 28 341 78 114 116 4210 2570 1070 100 10 22 2 Buchen Eichen Nadelholz Aspen Weickholz Hainbuchen Kirschbaum (Rundscheitholz) besgl. 2 27'/, 27 — 2. Dienstag den IS. Februar r 189 Eichenstämme von 15—73 ~ meter Durchmesser und 3—13 Meter Länge, mit 112 Kub -Meter, 118 Fichtenstämme von 15—30 Eenti- meter Durchmesser und 9—22 Meter Länge, mit 59 Kub.-Meter, 6 Elsbeer- und 2 Lindenstämme mit zusammen 2 Kub.-Meter Inhalt, 45 Eichen-, 25 Buchen- und 336 Fichtenstangen. (650 Zusammenkunft jedesmal Morgen- 10 Uhr auf der Hattenröder Chaussee, I Stunde von hiesiger Eisenbahnstation. Lich, den 4. Februar 1876. Wimmenauer, Forstrath Aeilgeöotenes. Für Jura Studirende. Mejer, Kirchenrecht, Meyer, Kirchenrecht, Richter K Doue, Kirchenrecht, billig zu verkaufen. (644 _______________I. Rothenberger. 629) Eine Wiese von ca 1000 OÄlftr. in der Nähe des Schiffenberger Wegs ist zu verkaufen. Näheres bei I. B l i h. Frischr CaiiUankii treffen heute ein (663 I. A. Busch Söhne. 661) Eine Parthie Ferkel ist auf der Pulvermühle zum Verkauf gestellt. Jacob Hermes, ___________________Altenkirchen. Gut gemästetes Ochsen- steifch, I. Qualität, per Pfund 58 Pfg. (655 Gg. Dörner, Neustadt. Töpferwaaren-Lager von Balser Pfeiffer, Asterweg. Da ich nur von den größten und berühmtesten Fabriken beziehe, darum bin ich in der Lage, auch nur gute und billige Waarc zu liefern. (653 Gin Gut in Kurhessen c. 230 Acker feparirt V: St. und 1 St. vom Bahnhof ist zu verkaufen. Gefl. Offerten unter L. 6512 an die Annoncen - Expedition Th. Dietrich Sf Co. Cassel erbeten.(651 Hyazinthen, Tnlpen, Maiblumen und andere blühende Töpfe zu billigen Preisen, Ball-Bouquets in jeder Größe bei O- Garn, 359)_______________________Lindenplatz. Trockenes Brandholz, klein gehauen zu 1 Mark 50 Pf. pro Centner in Säcken verpackt, franco Waggon Gießen, empfiehlt 626) 91. Kiegel in Lich. 624) Eine Partie Gummischuhe für Herren, prima Qualität, verkaufe um damit zu räumen bedeutend unterm Einkauf. A Fangmann, Kirchenplatz. Feinster Prima Emmrnlhaler Käst in der früher geführten bekannten Qualität ist wieder eingetroffen und empfiehlt solchen 612) Ehr. Wallenfels- Monogramms 1362 auf Briefbogen und Couverts, per 100 1 Mk. 50 Pfg-, Schablonen stets vorräthig. Bestellungen Lindenplatz im Blumengeschäft. Alstn, rrincii Gklrridk-Kiimmrl, per Liter 69 Pfennige, empfehlen (600 I. A Bufch Söhne. «mit» NMUiHW I Hl« HVM U'.'itv l TI AM IflllMI« 11 u> JMIIIUUHI ll flMIH Hl B’UWi .1 t Ä Wht Iwifls! I Illi PA Hl AUliU > ÜHlKIftMll MUttllU il' gebenst ein 662) pr. Liter ohne Glas. Sttrtf Da b dienung zu. I jentgen für $ Der Di miethen. Man ck. an, Wenn noch zu erheben sind Der Vorstand Verantwortliche Redaction: A- S ch e y d a — Druck und Verlag der Brüh l'schen Untv.-Druckeret in Gießen. 401 20 70 Deidesheimer Laubenheimer Niersteiner 1 Rüdesheimer • zu • zu • zu • zu Mk. 1 Mk. 70 80 80 M 1. boten ist ich \m übet Mühm »b hmschch hu Mi Bilbungsgri In fd M bit Reä in den folge Alt. b 1870r 1875r 1874t Aermischle Anzeigen. 631) Eine gesunde Amme wird sofort gesucht von Frau Professor Weidner. Gartenstraße. 1 oder 2 Ziele: . . 3 Ziele: . . 4 Ziele: . . 5 Ziele: . . . 6 Ziele: . . . Außerdem werden bei jedem Dan Hoheit des l Ordnung bei veröffentlich« 8 u bi Wir h ordnen hlenr Der 8 M°ffen mii Einfeld Dienstboten i Art. L Wh Zeit «'M stinln Ichlosten h«r fmpfangtner b'Z». den l T In 8 »flenb, d< Deenstherrfi f'n oder ve ich-ften }uir bit j W»ft v Art. § Rauer'scher Zesangoerin Abendunterhaltung im Leib'schen Saale am 13. Februar. gebühren berechnet. Interessenten wollen sich gefälligst an den Rechner der Sparund Leihkaffe, Herrn Müller zu Gladenbach oder an den Unterzeichneten wenden. (585 Gladenbach, den 1. Februar 1876. Der provisorische Direktor: H unsinger. 657) Anfang 7 Uhr 524) Von einem der bedeutendsten Weinproducenten der Rheinpfalz wurde mir der commissionsweise Verkauf dessen reiner Weine eigene r Gewächses in verschiedenen Sorten. 1873t, 74r, 75 r Erndte zu außerordentlich • billigen Preisen übergeben. Ich verfehle nicht verehrt. Publikum hierauf erge^ J benst aufmerksam zu machen. Proben stehen jederzeit gerne zu Diensten. . Achtungsvoll F. Schirmer, Wilhelmsstraße. Ad. Dresse! Costümverleihanstalt. in 81e \" Dienst,, " $»abr Preisen abzugeben: Gaubickelheimer 2 Procent Kapitalabzug, 2V2 Procent Kapitalabzug, 3 Procent Kapitalabzug, 3y2 Procent Kapitalabzug, 4 Procent Kapitalabzug. Die Spar- und Leihkaffe ru Gladenbach übernimmt die Erhebung und sofortige Auszahlung (Vorauszahlung) von Güterverkaufgeldern zu festen Taren. Annonce. Zu dem Dienstag Den 15. d. M. in Gießen stattfindenden Vieh- markt treffen schon Montag den 14. d. M. mit einem großen Transport frischmilchender Friesen- und Harz-Kühe, sowie auch hochtragender Rinder beim Gastwirth Reinhart im Russischen Hof ein, wozu Käufer freundlichst einladen (658 Gebr. Meninger aus Göttingen. Affenthaler Roth 1 „ Oberingelheimer 1 „ Die Möbel-Fabrik nebst Magazin und Äusflallungs - Mchäfl habe ich von heute an in das von mir erkaufte vormalig G. D. Brühl'sche Haus (Brühl'sche Universitäts-Druckerei) Schloßgasse, Ecke des Brandplatzes, Hochstätter'sche Tapeten-Handlung gegenüber, verlegt. Große Räume setzen mich in die Lage, dem geehrten Publikum meine Möbel und Spiegel übersichtlicher vorzustellen, und werde ich wie seither, in derselben anerkannt soliden und reellen Weise bemüht sein, dasselbe in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. (573 Gießen, 1. Februar 1876. Hochachtungsvoll Tli. Brück. . zu . i Geschäftsabschluß neun Mark Schreib- *r-M. Heute Abend keine Uebungs- stunde, dagegen Donnerstag Abend. Heinrich Beloff, Küfer. Meine Wohnung befindet sich in brr Mühlgasse im Hause der Ph. Schmal!, Wittwe. (634 Toilettgegenständen, wie: Kleider-, Haar-, Zahn- und Nagelbürsten, Toiletl- und Rastrspiegel, Reiserollen, ReiseneceffairS, Arifir-, Staub-, Taschen- und Kinderkopfkämme, Lockenwickeln rc. rc. (533 Der Transport in Vas Haus erfolgt von der Gasanstalt aus iei Abnahme von mindestens 5 Gentner, von Herrn Emil Prstor auch in kleineren Quantitäten._____________________L___ Gasthaus zum Löwen. Turnverein. Die statutenmäßige Generalversammlung findet nächsten Dienstag den 8. Februar, Abends ^9 Uhr, bei Carl Fuhr im Stern statt. Tagesordnung: 1) Vorlage der Rechnung pr. 1875. 2) Berichterstattung der laufenden Geschäfte. 3) Berichterstattung über den Friedberger Turntag. 4) Allgemeine Vereinsangelegenheiten. 5) Voranschlag pro 1876. Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. (609 Der Dorstand. Wie: Coeosseifen von 60 Psg. pr. Dtzd. an. Mandelseifen pr. Pfund 70 Pfg., pr. Dtzd. von 80 Pfg. Glycerinseifen von 65 Pfg. pr. Dutzend an, sowie bessere Fettseifen in allen Parfüms, Haaröle in Flacons von den billigsten bis zu den fernsten, Pomade, ExtraiS, Brillantine, Mundwasser, Zahnpulver, Zahnpasta, Gau de Cologne. Ebenso empfehlen unser reichhaltiges Lager in allen A fliirberoöe Die Costüme sind zur gefl. Ansicht im Laufe dieser Woche im Gasthaus zum Lindenhofe ausgestellt unv ladet zum Besuche er- Dermielyungen. 616) Eine Wohnung von 3 Zimmern ist an eine ruhige Familie zu vermiethen __________________Louis Trekf. 610) Das »on Herrn Zimmer bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen. C b r. Wallenfels am Markt 426) Zwei ineinändergehende möblirte Mansarden-Stübchen sind zu vermiethen und gleich zu beziehen. Das Nähere bei der Exped. d. Bltts. ____________ 587) Der zweite Stock ist zu vermiethen. Grünberger Straße neben Steinhauer Kalbfleisch. Belloff's Wittwe. 659 DaS von Herrn Rat mund bewohnte Logis ist durch Versetzung anderweit zu vermiethen und bald zu beziehen. G. Faß, Schlosser, Flügelsgasse 95. MchäM-Emjchhlung. Unterzeichneter empfiehlt sich in allen in daS Küfergeschäft gehörenden Arbeiten und sichert den verehrten Auftraggebern bei solider Arbeit billige Be- 416) Durch günstigen Einkauf bin ich in der Lage, unten verzeichnete reingehaUene W-ine zu den beigefügten äußersten Bordeaux 2 „ 3/4 Liter mit Glas. Auf Wunsch liefere die Weine frei in's Haus. Bei Abnahme von 6 Flaschen und mehr entsprechender Rabatt. Achtungsvoll W. Hofmann. 656) Em Familienlogis per 1. März zu vermiethen Näheres WetzsteinSgasse Lit. A. Nr. 3>.______________________________ 368) Eine Mansardenwohnung, enthaltend 6 Zimmer, worunter 3 große grade, in schöner Lage vor der Stadt ist zu ver- miethen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 333) Zu vermiethen vom 15. März an der untere Stock und Zubehör des HauseS Marburger Straße A. 166 nebst Garten- antheil.__ 555) Ein unmöblirtes Zimmer ist zu vermiethen und den 15. Februar zu beziehen. Heinrich Noll Ww., _______________am Nahrungsberg. 578) Der zweite Stock meines HauseS, in der Nähe des Bahnhofs, ist zu ver- Den Verkauf unserer Seilerwaaren haben wir für Gießen und Umgegend dem Herrn E. Eichenberg in Gießen übergeben. Die Leinen-Spinnerei-. Weberei- und Dindfadenfabrik Schretzheinr. (594 Auf Obiges bezugnehmend, bitte ich um geneigte Aufträge. ___________________E. Eichenberg. -Moritz Zregori & 8ohn, empfehlen ihr wohlsortirtes Lager in allen Sorten Parfümerien aus den ersten Fabriken zu den billigsten Preisen. 507) Der dritte Stock meines Hauses in der Alicenstraße ist zu vermiethen. Ch. Petri, Retchensand C. 224. 652) Es wird für Anfang März für nach Auswärts ein gebildetes, evangelisches Mädchen zur Pflege und Erziehung dreier Kinder im Alter von 5—8 Jahren gesucht, welches befähigt ift denselben bei den Schularbeiten nachzuhelfen, auch Erfahrung im HauSwesen und besonders gründliche Kenntnisse im Nähen und Bügeln besitzt. Schriftliche Offerten unter L. D. 120 be- sorgt die Expedition d. Blattes.__________ 613) Ich suche ein braves Dienstmädchen, welches sofort oder in 14 Tagen eintreten kann. ! Advocat Kraft.