* Mittwoch, den 4. Oktober 1*96. Uv. 931 chießeM WWget u .«'1 »Hl t: AWSk' uttü Amtsblatt für den Knis Gieße« L'^A PveiS vierteLjLhrlich 1 Mart 20 Pf. mit Brinarrlohn. Durch die Po- t«zo-en vierteljährlich 3 Mart W Pf. rflund bittet t 1(1* lich für zur wort gehalten. ehmnttn hiermit chwiezerdLier und röoföcr. als Pf,,. — Heute ist eine sehr wichtige Entscheidung zu erwarten. Der Kaiser wird den Grafen Andrasty empfangen, um -ber den Antrag Rußlands betreffs einer Occupation Bosniens durch Oesterreich und Bulgariens durch Rußland Ziegler gestorben. Kassel, 1. October. Die General-Versammlung der Münster-Knscheder Eisenbahn-Gesellschaft nahm den Antrag, die Bahn dem Staat zum Kauf an- zubieten, an. chlüssig zu werden. Wien, 1. October. Das „Telegr.-Corresp.-Bureau" meldet als authen- .isch: Alle Nachrichten über die Reise des General-Adjutanten Sumarakow reruhen auf einer Combination. — Die „Presse" meldet: Tisza erhielt aus Wien amtliche Aufklärungen, wonach volles Eiuverständniß unter den Tractat- mächten besteht. Tisza beantwortet morgen die Interpellation in diesem Sinne. Wien, 2. October. Nachrichten aus Konstantinopel zufolge hätte sich der Sultan geweigert, die vom Mimsterrathe beschloßene Abänderung der Frie- densiwrschläge, welche Seitens der Großmächte formulirt sind, zu unterzeichnen. Der britische und der österreichische Botschafter wären fortwährend für die unveränderte Annahme jener Vorschläge bemüht. Hiesige Blätter bestätigen übereinstimmend die schwere Niederlage, welche die Serben am 28. Septbr. an der Morawa erlitten. Letztere verloren dabei über 2000 Mann. Prag, 29. Septbr. Die Polizei entdeckte hier einen Zweigverein des internationalen Arbeitervereins. Gestern und heute wurden 19 Arbeiter, darun- itnblickm. utt tntttuj ltt. htkei, >• C. Nr. 184. Darmstadt, 30. Septbr. Der Zusammentritt der zweiten Kammer wird voraussichtlich um den 16. nächsten Monats stattstnden, vorausgesetzt, daß die Regierung von einer Berathung der neuen Steuergesetze in dieser Periode abzusehen sich entschließt, andernfalls dürfte die Zusamnwnberufung schon früher zu gewärtigen sein. — Ausweislich der neuesten Druck-Sachen der ersten Kammer empfiehlt der Ausschuß bezüglich des Antrags des Abg. Heiuzerling auf veränderte Einrichtung des „Regierungs-Blattes" (Trennung in einen legislativen und einen administrativen Theil) dem Plenum Beitritt zu dem auf Annahme jenes Antrags gerichteten Beschlüsse zweiter Kammer. Anders bezüglich des Antrags des genannten Abgeordneten auf Einführung eines generellen, nur einmal abzuleistenden Beamten-Eides. Indessen beruht die hier befürwortete Ablehnung des genehmigenden Beschlußes der zweiten Kammer nicht darauf, daß die dafür angeführten Gründe nicht stichhaltig seien, vielmehr werden dieselben als richtig anerkannt; die Ablehnung sei aber deshalb gerechtfertigt, weil cs lediglich Sache der Rkgierung sei, welche Garantieen sie für die Wirksamkeit ihrer Beamten zu fordern für gut befinde. Darmstadt, 1. Oktober. Bekanntlich hat die Regierung schon vor längerer Zeit einen Gesetz-Entwurf wegen Abänderung des Gewerbsteuer-Tarifs an die Stände gelangen laßen. Wir wir aus dem vom Abg. Möllinger erstatteten Bericht des Finanz-Ausschußes der zweiten Kammer entnehmen, empfiehlt dieser Ausschuß unveränderte Annahme des Entwurfs, indem er auf die dem letzteren beigefügten Motive verweist. Berlin, 30. Septbr. Das General-Postamt hat einen ihm zugegangenen Antrag auf frühere Schließung des Schalterdienstes abschläglich beschie- den, weil dadurch vielfache Interessen des Publikums geschädigt würden. Den Hinweis auf den Vorgang in England hat die Behörde dabei für hinfällig erklärt, weil die englische Postverwaltung mit dem Fahrpostverkehr in keiner Weise befaßt ist und dieser eine größere Beschränkung der Amtsstunden nicht möglich macht. Hier in Berlin ist übrigens seit einiger Zeit die Schlußzeit für die Annahme von Päckereien von 8 Uhr Abends auf 7 Uhr bei den Postannahmestellen, mit Ausschluß derer auf den Eisenbahnhöfen, gesetzt worden. Letztere können jedoch nur für ihren Curs auch bis zu der festgesetzten Zeit vor Abgang der betr. Züge Päckereien annehmen. Die Briefannahmen der Post- anstalten, mit Ausschluß der auf den Bahnhöfen befindlichen, schließen ihre Amtsstellen um 8 Uhr Abends, sie eröffnen sie um 7 Uhr früh und halten sie bis zum Schluffe ununterbrochen geöffnet. Berlin, 2. Oktober. Nach längerem Leiden ist gestern Morgen Abg. Velgiev. Brüssel, 1. Oktober. Das „Journal de BruxelleS" dementirt die Meldung des „Etoile belge" von der bevorstehenden Demission des Ministers des Aeußern, Grafen d'Aspremont-Lynden, sowie deffen Ersetzung durch Fürst Caraman-Chimay. ter mehrere Ausländer, verhaftet. Buda-Pesth, 30. Septbr. Im Interpellations-Buche des Abgeordnetenhauses sind zwei Interpellationen angemeldet, eine über die Achtzig-Millionen- Schuld und eine über die orientalische Frage. Ragusa, 2. Oktober. Der hiesige britische Consul hat sich im Auftrage seiner Regierung nach Cettinje begeben, um Montenegro zur Annahme der von den Mächten vorgeschlagenen Friedens-Bedingungen zu bestimmen; man nimmt hier an, daß Montenegro zum Friedensschluß geneigt sei. KranLreich. Paris, 30. Septbr. Die Meldung der „Estafette", Don Carlos werde nicht in Frankreich bleiben, ist falsch. Ihr Berichterstatter hat Don Carlos gar nicht zn Gesicht bekommen, sondern uur in deffen Hotel vorgesprochen, um zu hören, daß der Gesuchte ausgegangen sei. Wahr ist, daß Don Carlos gesagt, er wolle keinen neuen Bürgerkrieg entzünden; aber Niemand glaubt ihm das. Augenblicklich plant er die Bildung einer katholischen Partei, an deren Spitze er sich stellen will. Die Partei der Actions-Carlisten foOJiir jetzt verschwinden, um einer allgemeinen katholischen Partei unter seiner Führung Platz zu machen. Am 15. Oktober soll hier eine große Versammlung der Carlisten stattfinden. Velasco ist gestern nach Biarritz gereist, um dir dort wohnenden Carlisten dafür zu gewinnen. Don Carlos hat sich in Philadelphia mit seinem Bruder Alphonso ausgesöhnt, der mit seiner Frau dorthin gekommen war; man hält aber die Aussöhnung nicht für aufrichtig. Don Carlos wird dem Congreß in Brombach wahrscheinlich beiwohnen, obschon seine Rathgeber ihm die Einberufung der Kammer bestimmen. Paris, 2. Oktober. Die gestern stattgefundenen Ergänzungs-Wahlen Deputirten-Kammcr fielen auf zwei Bonapartisten und vier Republikaner. In Konstantinopel wird heute, der „Agence Havas" zufolge, abermals Ministerrath wegen der auf die Friedens-Vorschläge der Mächte zu ertheilenden Ant- davon abrathen. — Man betrachtet hier die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten durch die Serben nur als ein Manöver, um eiuen Druck auf die Friedensverhandlungen ausznüben. In maßgebenden Kreisen glaubt man, daß Rußland ernst» den Frieden wolle und hält die Sachlage für ungefährlich. Paris, 1. Oktober. Der Ministerrath wird am Dienstag den Termin Erscheint ILgttch «U Nulnahin« M Montag». Expedition, vchulstra-e, Rt. B. Nr. 18. chekerrrlch Wien, 30. Septbr. Die „Neue Fr. Pr." erfährt, der Brief des Czaren an den Kaiser Franz Joseph sei der äußerste Versuch zur Erhaltung des europäischen Friedens. Rußland lade darin Oesterreich ein zur gemeinsamen Verständigung über Aufstellung von Garantieen zur Durchführung von Friedensbedingungen. Diese Garantieen sollen (nach dem Vorschläge des Czaren) in einem Pfandobjekte bestehen und dieses Pfandobjekt sei die militärische Besetzung Bosniens und der Herzegowina durch Oesterreich, und Bulgariens durch Rußland. General v. Sumarakow wartet hier auf btc Antwort des Kaisers. - Kaiser Franz Joseph ist Nachts hier eingetroffen; heute findet eine Berathung mit dem Grafen Andraßy statt. Den fremden Cabinetten ist wahrscheinlich Mittheilung von dem Projekt gemacht. Die hier anwesenden Botschafter conferirten gestern bet dem englischen Botschafter Buchanan. General v Sumarakow begiebt sich nach erhaltener Antwort direkt zum Kaiser nach Livadia; nach Belgrad sandte e; ,'sinen russischen Officier aus seiner Begleitung. Letzterer wird morgen zurüa^.wartet. $ beS erm Gastwirts, wozu ergelch tu as Comlfe. jtnö gesorgt H daß ich oem 1. d. 1 bnr. §svoü i. | "b _ ,8m ®"'' K» ** Ittnber .-"ttkam flut „ ' * i«5! -JS ssllllltz Gießen, am 2. Oktober 1876. Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden deS Kreises Gießen für 1877. _ , ~ Das Großherzogliche Kmsamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lumda, Allertshausen, Annerod, Beltershain, Balern, Birklar Burkhardsfelden, Ettingshausen, Garbenteich, Geilshausen, Grünberg, Grünmgen, Hattenrod, Heuchelheim, Hungen, Klern- Linden ' Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Lick, Mainzlar, Münster, Muschenheim, Niever-Bessingen, Ober-Beffingen, Odenhausen, Rers- kirchen' Rodheim, Ruttershausen, Saasen, Steinbach, Treis a. d. Lda., Utphe, Watzenborn, Weitersharn und Wreseck. ' Wir erinnern Sie wiederholt an die Erledigung der Verfügung vom 22. Mai l. I. - Nr. 122 des Anzeigers - binnen 8 Tagen bet 3 Mark Strafe. v. Röder._________ Oxglarrd. Lokal'Stotiz. Miethvertrag mit dem Turnverein Abgabe von städtischen Triebvicrteln au§ der Hand. Die Verpachtung städtischer Wiesenviertel hinter den Eichen Die Taubentränkc betr. Die städtischen Bleichen betr. Die Straßenbeleuchtung betr. Den Neubau einer Realschule betr. Die Wiederbesetzung einer Lehrerstelle an der Vorschule iur Realschule Verkauf von Hospitalgeländc. Gesuch des Ludwig Klinke! um Bauerlaubniß. Gestern Nachmittag brach in Groß-Buseck Feuer aus, über dessen Umfang und Entstehung wir noch nichts Zuverlässiges erfahren konnten. Ein umlaufendes Gerücht behauptete, daß dasselbe von einem Lumpensammler angesteckt worden sei, welcher sich darauf erhängt haben soll. w Gießen, 3. October. In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für . S. 187«, R.chmlk,-,. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. Konstantinopel, 30. Septbr. Der Ober-Befehlshaber vor Alexinatz meldet: Die Gerben griffen uns auf der ganzen Linie vor Alexinatz an. Der Kampf, der 12 Stunden währte, endete mit der Niederlage der Serben, welche die Flucht ergriffen und eine große Anzahl Todter und Verwundeter zurückließen. — Die Pforte machte ihren Vertretern im Auslande folgende Mittheilung: Die serbische Regierung zeigte den diplomatischen Agenten der Mächte in Belgrad an, daß die Türken am 17. Septbr. bei Alexinatz und Jankowa Klissura, am 19. bei Javor, am 21. bei Javor und an der Drin« die Waffenruhe ver- letzt hätten. Hiermit wollte Ristic die Thatsache umdrehen und die Verantwortlichkeit auf die Pforte wälzen. Wie bekannt, nahmen gerade die Serben eine aggressive Haltung an und griffen die Türken auf der ganzen Linie an. Die Pforte kann nicht umhin, gegen jene Mittheilung formell zu protestiren. Konstantinopel, 1. October. Der zur endgültigen Entscheidung über die Friedens-Vorschläge auf Samstag anberaumte große Ministerrath ist auf Sonntag vertagt worden. Der russische Botschafter General Jznatieff kehrt am Montag hierher zurück. Konstantinopel, 2. October. Riza Pascha ist zum Handels-Minister und Mahmud Damat Pascha zum Großmeister der Artillerie ernannt worden. Aus Risch wurde amtlich vom 30. September gemeldet, daß ein neuerlicher Angriff ber Serben auf die Türken bei Alexinatz zurückgewiesen ist. Widdin, 30. Septbr. Die den hiesigen Consuln zugehenden Nachrichten bestätigen, daß die Türken den Angriff Tschernajeff's mit Erfolg zurückgewiesen haben. London, 1. October. „Reuters Bureau" wird aus Belgrad telegra- phirt: England und Italien sind gegen Serbien sehr aufgebracht wegen der Ablehnung der ferneren Waffenruhe. Der englische Consul soll im Namen des Lord Derby dem Minister-Präsidenten Ristic erklärt haben, daß England sehr unzufrieden mit Serbien sei, weil es die Waffenruhe, die es selber nachgesucht, abgelehnt habe. Serbien dürfe in Zukunft weder auf die Unterstützung, noch auf die Sympathieen Englands, welche es nicht verdiene, rechnen. Nvßlaud. Petersburg, 1. October. In unterrichteten Kreisen verlautet, daß über das vom General-Adjutanten Sumarakow an den Kaiser Franz Joseph überbrachte Handschreiben des Kaisers Alexander an das bieffeitige Ministerium keine Mittheilung erfolgt ist. Die Gerüchte über besondere Aufforderungen zu einem (Songreffe, wie zu militärischem Einschreiten werben für Vermuthungen gehalten, die sich in bas Gewanb des Wiffens kleiden. Gewiß ist, daß jede Sendung, die von dem Kaiser Alexander d rect ausgeht, nur einen eminent die Herbeiführung des Friedens begünstigenden Charakter haben kann. — Die „Intern. Telegr.-Ägentur" meldet aus Semlin: Gestern wurden die Serben durch eine von Risch aus erfolgte Verstärkung der Türken genöchigt, die am Morgen von Horvatovic eroberten Positionen wieder aufzugeben. Beide Theile haben ihre früheren Positionen wieder eingenommen. Gestern ist der Kampf von Neuem entbrannt. Bisher sind 22 Officiere russischer Nationalität gefallen. Griechenland. Athen, 1. October. In einer heute hier abgehaltenen Volksversammlung, bei welcher an 8000 Personen zugegen waren, legten die Redner, darunter die Prosefforen Papazofiropulos, Cocino und Damela, die unerträgliche Lage der griechischen Provinzen in der Türkei dar, und geben ihrem Bedauern Ausdruck, daß die Mächte in ihrem Pacifications - Programm die berechtigten Interessen und Forderungen dieser Provinzen unbeachtet gelassen und dadurch eine Ungleichheit zwischen den griechischen und slavischen Provinzen geschaffen hätten. Griechenland sei für seine, dem Wunsche der Mächte gemäß dem Frieden geleisteten Dienste durch Vergessen belohnt worden. Es müsse seine Vorbereitungen vervollständigen und sich für alle Ereignisse bereit halten. Diese Reden wurden mit allseitigem Beifall ausgenommen. Athen, 1. October. Ueber die heute stattgehabte Versammlung, welche von vielen angesehenen Persönlichkeiten besucht war, wird noch gemeldet, daß dieselbe den Mächten für die den türkischen Christen bewiesenen Sympathieen Dank votirte und an die Regierung das Ersuchen richtete, Landmacht und Marine in den Stand zu setzen, um allen Eventualitäten begegnen zu können. Spanien. Bilbao, 30. Septbr. Die hiesige Junta hat die Errichtung einer Universität, einer baskischen Bank und einer Hochschule des Rechts beantragt. Iörket. Konstantinopel, 29. Septbr. Die Kaiserin von Brasilien ist hier eingetroffen. Keröierr. Belgrad, 30. Septbr. Gestern Vormittag griffen die Türken von Gorny, Adropatz und Grcdelin aus den General Horvatovic zwischen Schibo- watz und Kaon an. Das Resultat ist noch unbekannt. Gleichzeitig griffen drei serbische Brigaden unter Dochtoroff die Türken bei Teschitza an. Ein Versuch der Türken, Munition nach Nisch zu bringen, ist von den Serben vereitelt worden. (Petroleum in Deutschland ) Angesichts der Verschwörung der amerikanischen Barone, von deren Willkür augenblicklich die cioiltsirte Welt abhängt, kann es tröstlich sein, daß wir »n nordwestlichen Deutschland Petroleumlager von anscheinend unerschöpflichem Reichthum besitzen, die indessen der Ausbeutung erschlossen werden müssen. Wir hören hierüber aus einem Vortrage des Hrn. Dr. Meyn aus Unterfen, gepalten in der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Hamburg. „Das Petroleum , sagt Dr. Meyn, „hat nicht nur Licht, sondern auch Bildung und Auf- klarung getragen in viele Hütten. Hier in der Umgebung von Hamburg kann Petro- l" eichen Quellen erschlossen werden. Die Petroleumspuren sind größer als m Amerika. Professor Harkort, einer der bedeutendsten Petroleumkenner, sagte: The letroleum 13 in Germany more decidelly indicated ag in the United States (das Petro- Tvin^V^r m entschiedener zu Tage als in den Vereinigten Staaten). Die Petroleumquellen liegen theils «uf der Linie zwischen Braunschweig und Hannover, sowie in polstern, die Orte größtentheils im Allerthale Zu Verden ist im Jahre 1839 von Lampadius gemacht worden, welcher Erdpech dort gefunben hat. 3n ^tefje bei Eelle, 1 /z Meilen westlich an der Aller, stndet man im alluvialen Lande Gruben, wo das Petroleum gefunden wird Dort wird aus dem Sande der Beratheer herausgewaschen und zwar jährlich 12 bis 15,000 Pfund. Das Quantum welches dort bereits in der Oberfläche verbreitet ist, beträgt circa WO Millionen Eentner. Sei toteinforbe befindet sich ebenfalls ein alter Petroleumbetrieb, neben der Chaussee. Wetter nach Südosten gegen Burgdorf ist ein Dorf Heuigsen, woselbst schon vor 300 roleutnqueIIen aufgegraben wurden. Daselbst liegen 10—12 Brunnen auf einer Wiese, wo das Petroleum mit Binsen vom Wasser abgeschöpft wurde. Weiter gegen Osten bei Kleinedissen quillt das Petroleum aus den Wiesen heraus, daneben ist ein tiefer Graben in dem sich das Petroleum sammelt. Weiter in Edemissen staden sich solche „L,heerkulen"; bei Braunschweig ist die ganze Oberfläche mit Petroleum ge- ttankt, wo das Petroleum direct aus dem Boden quillt. Ja Oberg bei Braunschweig bat Jogar bet 250 Fuß Bohrung ein Gasausbruch stattgefunden, der das ganze Bahn- gebaude m die Luft sprengte. In der nächsten Nähe von Hannover, bei der Vorstadt Linden, smd ebenfalls sehr bedeutende Oelquellen. Das Oel in diesen Gegenden scheint aus benachbarten größeren Quellen dorthin gelangt zu fein, während die Hauptpetroleummassen immer noch verdeckt sind. Werden diese erschlossen, so wird der Gegend von Hamburg bis Hannover eine ungeheure Erwerbsquelle erstehen." In Holstein .'ctt bre,&(9 Jahren das Petroleum erbohrt und verkauft, jetzt aber durch bie Billigkeit des amerikanischen Productes verdrängt. Es liegen hier große Werthe ~rauben, und hofft der Vortragende, daß sich Männer finden werden, die betreffenden Schatze zu heben. Hoffen wir dasselbe! ,, Brückenau. Einem düstern Bericht entnehmen wir folgende herzergreifende Stellen: Wer letzt fast 5 Wochen nach Ausbruch des Brandes die Unglücksstätte betritt "greift ein grauses Bangen. Die ganze Altstadt bietet ein Trümmerfeld, es ertönt keine Glocke, es schlagt keine Uhr, nur von dem auf dem höchsten Punkte der §ta»t gelegenen Friedhöfe hallt täglich mehrmals zur Angabe der Tageszeit das Todtenglock ein herab. Fürwahr, ganz Brückenau ist eine Begräbnißstätte; begraben ftnb die Früchte jahrelangen mühevollen Strebens, begraben sind die Hoffnungen vieler emsiger Familienväter und Gewerbetreibender; wir stehen vor dem leeren Nichts — ftLt.tlcaurl^r ^c?ail^t' *>er fich auf den sorgenvollen Mienen der trostlosen Abgebrannten lebhaft abspiegelt. Der Bericht schließt mit der Appellation an die Milbthätchkeit unferer „deutschen Brüder" für das unglückliche Städtlein. 9 0 ,,,, kÄaJLf,tl;, 27v6ep4; ,Wie wir aus guter Quelle erfahren, liegt es in der Ab- ?reCton ber Main-Weser-Bahn, vom 15. f. M. feie beiden durchgehenden - ch^rsonen-Züge (ab Frankfurt 11 Uhr und ab Kassel 10 Uhr 30 Min. Abends) aänrlich einzustellen E n definitiver Beschluß ist hierüber bis zur Stunde noch nicht gefaßt, uideffen ist die Ausführung des Planes kaum zweifelhaft. Wenn auch zugegeben werden muß, daß die Personen-Frequenz bisher immer eine geringe war, so würde doch der Post-Verkehr (namentlich zwischen Hamburg, Hannover rc. einerseits und durch diese Maßregel sehr geschädigt werden, weshalb denn Ao^^horde Einstellung der betreffenden Züge zu verhindern bemüht ist. Möglich ist, daß im Falle des thatsächlichen Ausfalles der beiden Nachtzüge wenigstens der letzt 11 Uhr 40 Minuten Abends in Gießen eintreffende Kasseler Zug bis Frankfurt durchgesuhrt wird. " — (Rührende Pflichttreue.) Unter den verschiedenen Preisrichtergruoven der Philadelphiaer Ausstellung, soll, nach Mittheilung des New-York Belletr. Journals, keine eine größere Ausdauer entwickelt haben, als diejenige, welcher die Prüfung der rM sämmtlichen Sitzungen hat nie ein Mitglied gefehlt. Ihre Arbeiten haben sich über 800 verschiedene Wemproben ausgedehnt- Solcher Pflichteifer, solche Ausdauer ist gewiß aller Ehren werth. w Rheinhessen, 29. Sept. Was wird eS dieses Jahr für Wein geben? Das «st Jeden, der ein gutes reineS Stühlchen liebt. „Schlechte Aussichten I heißt allgemein die Antwort. Trotz Sommerhitze sind die Trauben noch sehr zuruck und in den Weinbergen noch nicht genießbar. Wenn der October sich nicht besser anlaßt wie der September, so wird leider die traurige Kunst der „Weinoered- tung wieder um sich greifen. Die feinen 74er und guten 75er sind meist in den Häiiden der Welnhandler. Daher find auch manche Wirthe mit dem annehmbaren Schoppen von 50 Pst auf 70 gestiegen. D, fast aller Handel stockt, so lagern in der ^r°vmz noch große Keller mit mehr oder minder harten 75er Landweinen Die Preise chwanken zwischen 450 bis 700 Mark per Stück (1200 Liter), werden sich aber in kurzer Sntt erhöhen. Während tm vorigen Jahre um diese Zett die Fässernoth Tagesgespräch blC: ^K-Cr Un^ Händler nicht genug alte und neue liefern konnten, so schweigt hierüber in diesem Jahre alle?- Jeder Producent will erst abwarten, was aus dem Kindlein werden wird. Spelz M P. M P. MiP. M P. <3 CD p M- M- 1 90 Normalgewicht per Malter Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Kruchtmärkten. Erbsen. Linsen Kartoffeln Waizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und 2 4 5 Auf dem Markt 90 20 18 9 20 Mist- preis Mist- preis Mit.- preis Mit.- preis 1 20 13,50 5 35,60 M. M- ■ ----- Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund KSss’ Die Mainzer und Lauterbacher Preise verstehen sich zu 200 Pfd., die von Grün berg zu 50 Klgr. Hafer. Auf dem Mist- Markt preis auf; gef. verk. M P. M. M. 71 48 15 — 200 5 7 f — 73,59| 14 23 — 11 10 1 Fruchtrnärkte Scpt. Waizen. «orn. Gerste. Auf demIMit.- Markt !preis Auf dem Markt Ipreis Auf dem Markt Mit.- preis auf- gcf- verk. M P- auf- gef. verk. M P- UK u4 CL» D M Gießen — M. M. M. M. M. M. «lsfeld 30. 41j 35 23 70 62 62 21 50 15 10 16 Grünberg 30. 805» 12 4 —— 100 11 8 — 74,5 8 801 Lauterbach 30. —■ ^3,75 22 17 — 35,45 20 77 — 4,4ß| 15 801 Mainz — — — — — — 10 16)52 — 4 1 14 861 Wicken. Auf dem Markt Mit.- preis auf- gest! verk. M P. M. M- — — — — — — — — — — — — — — -1 Auf dem Markt U-# a «2 *x> M. M. — Auf dem Markt vx . -4--L*— »4 73 cu M. M. — — — — — — — — — — - Auf dem Markt ti cs P i" 1 l. 7.13. «*. 67. "i I. «mW’1 eingetrazen. j VIU.196.2O1- L Aus den N-mk» XIV. 177.782- IV. 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Es werden daher Alle, welche Ansprüche an die eine oder die andere dieser beiden Vermögensmassen zu bilden haben, hiermit ausgefordert, solche in dem Termin Montag den 16. Oetober d. I., Vormittags 9>/r Uhr, bei Meidung des stillschweigend? erfolgenden Ausschlusses von der Masse dahier anzumelden und etwaige Vorzugsrechte bei Meldung der Annahme des Verzichts auf dieselben zu begründen. Gleichzeitig soll in diesem Termine die Güte versucht, und eventuell über Wahl eine? definitiv zu bestellenden Massecurators, sowie über die eine? Gläubigerausschusses, und über Feststellung von dessen Befugnissen verhandel werden. Die nicht erscheinenden Gläubiger werden in diesen Punkten al? den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen beitretend angesehen. Gießen, am 12. August 1876. (4394 Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Bötticher, Stammler, Stadtrichter. Stadtg.-Assessor. 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V» abtti jen hier große Wer Serben, bi- betreffende« oljettbe herzergreisend, e Un«UW«ftä»e betritt, ,.n irümmerfelb, » höchsten Pank,- -r ibe dei.raseSze't d ridnihM! 5 ------ finge ö4X, Lm iirt ort * w.-rb«;’j^tifi; n täffp,frank- isielrr y* Oeffeutliche Aufforderung. I 5126) Johannes Krämer und Ehefrau, geb. Simon, in Trohe beabsichtigen die nachverzeichneten Parcellen, welche sie schon lange Jahre im Besitz haben, ju veräußern ^rt an diese Parcellen sind binnen sechs Wochen vom Erscheinen deser Bekanntmachung an, bei dem unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, als sonst, dem Anträge der Veräußerer entsprechend deren Etgenthum in den Grundbüchern gewahrt und demnächst der Uebergang auf die neuen Erwerber vollzogen wird. I Auf den Namen Konrad Simon zu Trohe eingetragen: 1) Gemarkung Alten-Buseck r VIII. 55. 66. 70 87. Io7. 190. 229 23L 256. 34& XL 61.127. XII. 74. VI. 392 322 VII 267. VIII. 82. 219. 221. 225. 274. IX. 23b. XI. 1. 2) Gemarkung Rödgen r X 170. 181. 346. 359. 373. 391. 404. IX. 393. X. 372. IX. 321. 334. 359. 362. 381. 384. 390. 397. X^83. 114. 8) Gemarkung Trohe: I. 7. 13. 44. 67. 75. 85. 86. HO. 123. 143. 188. 191. Auf den Namen Konrad Simon und Ehefrau, geb. Loth zu Trohe Aeilgebotenes. D 5121) Ein getragener, aber noch in M gutem Zustande befindlicher Mtlttärrock, ist M billig zu verkaufen. Wo? sagt die d. Bltts. ________________ M $ $ ' 1) Gemarkung Alten-Buseck r VIII. 196. 201. IX. 233- Auf den Namen Heinrich Simon II. in Trohe eingetragen: 1) Gemarkung Großen-Buseck r XIV. 177. 782. XV. 38. 42. 77. XVII. 292. Auf den Namen Georg Eberhard Loth zu Trohe eingetragen: 1) Gemarkung Großen-Buseck: Saure durften empfiehlt (5077 Emil Fischbach. 5123) Ein gutes Zugpferd verkauft Carl V o g t, Metzger. 485'1) Eine Partie gut erhaltener Fenster, sowie zwei Oefen für Steinkohlen- brand, werden billig abgegeben bei ________Zintzer & Schmidt- Neue l)iiII. Vollhäringe empfiehlt (3918 Emil Fischbach. 5132) Gut gemästetes Fchhiltk, Lmonsafons, Odern, Blumen, Bän- haben bei der, Sammet, Hahschnchereien u. Stlckerelen sind «x. Dörner, kn großer Auswahl angekommen und werden zu -»»> «« «^7— -in.n den billigsten Preisen abgegeben von Garten am Riegelpfad, zu verkaufen oder W. Pauly und O. Schmidt, zu verpachten bei l4yö3' * * PH. M. Krailing- Marinirte Häringe empfiehlt (4658 Emil Fischbach. 2354) Hemden-Einsätze empfiehlt in reicher Auswahl H. Riibsamen. empfehlen wir zu den billigsten Preisen: Buckskin-Anzüge (Rock,,Hose und Weste) von M. 24 an, Rating Winterüberzieher, durchaus mit Giessen. JF 1 Marktstrasse October 1876. ®jy Wettergasse 25. empfiehlt sein bestsortirtes Tuch- und Buckskin-Lager in neu angekommenen Winterstoffen. In alteren Waaren bet Partieen zu außergewöhnlich billigen Preisen. (4455 Finnländer Serien-Loose, welche sicher in der Ziehung am 1. November d. I. 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