Freitag, den 4 August 16: * Ihr; PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich L Marr LV Pf. vormittags präcis 9 Uhr, und Dienstag den 22. 'August, auf dem Rathhause zu Lich, der 49. Infanterie-Brigade zu stellen: Vezirk in Gießen und Grünberg, merkenden Militärflichtigen früherer Jahrgänge, in £td) n |r.n und Dr. Hoffmann, Reg.-Rath. 1 2. Uebersicht der von tS)rotzyerzogull)em Zchr 1876 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Kommunal-Bedürfnissen ' l» den Gemeinden des Kreises Erbach. , . 3 Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Mamz den Supplenten- !iw°ranschlag für die israelitische Religions-Gemeinde zu Essenheim nnt Ober- Olm für 1876 betreffend. A WAmöndMurÄribpTlttinPn. V V t Dlitttion chneider. if für • & Müller Item, PraMlißmH ilstri cm 1. Novkiii- • i! »'f lo$ • • » ’• IhttS hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung Großherzoglicher Provinzial - Direktion Starkenburg, Jen Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landjudenschafts-Kasse » Darmstadt für 1876 betreffend. 2. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das ... ' 1 » < . .. CYA _ n t r..... l'C m unnl. öS 11 rf tl 111 Pt, Erscheint täglich mit Ausnahme deS Msnb Expedition: Schulstraße, At. B. Nr. Freinsheimer zu Worms. Darmstadt, 2. August. Se. Excellenz der Präsident des Großherzog- lichen Gesammt-Ministerinms, Minister Frhr. v. Starck, haben beute eine vier- wöchige Urlaubsreise angetreten. Mainz, 1. August. Ter zweite Festtag verlief bei einer tropischen Hitze in der herrlichsten Weise. Don Nachmittags 4 Uhr ab wogte eine unabsehbare Menschenmasie auf dem Festplatz und in die umliegenden zahlreichen Wirthschaften. Bis nach Mitternacht war die Festhalle bis zum letzten Winkel besetzt. Beim Banket toastirte Schützentneister Römhild von Karlsruhe auf das Centralcomit6, der Schützenmeister von Speyer auf die Frauen und Jungfrauen, Hecht von Mainz dankte Namens der Frauen in gelungener Weise. Der von P. I. Burg in Mainz gelieferte Schützenwein mundete so sehr, daß von den angekansten 7 Stück gestern am zweiten Tage bereits 5 Stück getrunken waren. Weitere Feldbecher schossen Langenbach (Offenbach), Mahr (Bamberg), Gohl und Föhr (Stuttgart), Juug, Bayerle, Elsaß, Lang, Fuchs, Best, Fabricius (Frankfurt), Raabe (Wolssanger), Keßler (Lohr), Förste (Berlins Standbecher : de Bary (Offenbach), Eder (Mannheim), Merses (St. Johann), Sick (Stutt- Hafer M. 21,38, Heu M. 6,69 und Gießen, am 2. August 1876. Betreffend: Das Ober-Ersatz-Geschäft für 187«. Das Ober-Ersatz-Geschäft für 1876 wird im Kreise Gießen Freitaq den li. und Samstag den 12. August, auf dem Rathhause zu Gießen, Montag den 14. August, im Flick'schen Saale (Gasthaus z»m Rappens zu Grunberg, Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berichtlich mitzutheilen und ist, wenn ein Militärpflichtiger von seinem llsheriaen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. . Die Großherzoglichen Bürgermeister haben an dem Tage, an welchem Militärpflichtige ihrer Gemeinde zur Vorstellung kommen, selbst anwesend zu sich darum zu bemühen, daß die Letzteren rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, den 26. Juli 1876. Durchschnittspreise im Monat Juli 1876. Stroh M. 7,20 per 100 Kilogramm. Grotzherzogliches KreiSamt Gießen. I. V.: ________ Dr. Hoffmann, Reaierungsrath. Der Civilvorsitzende der Ersatzcommission Gießen. I- V.: freve-coeur ,10" E.10!; Heu. br: i IÜZ- Zormittags präcis IO1/, Uhr, stattfinden. r,, ~ ,,r , Es haben sich nach Maßgabe der besonders ergehenden Vorladungen an den genannten Tagen vor der Großherzoglichen Ober-Ersatz-Commission im . Ubr om tzviMl Bnit zur Stelle zu bringen. Ha. M C s"; । ■ 10 4. Namensveränderungen. , , 5. Dienstentlassung. Se. König!. Höhnt der Großherzvz haben allergnä- V[t g„uht • am 15. Juni den evang. Pfarrer Otto Palmer zu Gemshetm ch sein Nachsuchen aus dem Dienste der evang. Kircke des Grvßherzvgthums a. die von der Ersatz-Commission als dauernd unbrauchbar erkannten Militärpflichtigen; b. die zur Ersatz-Reserve II. Klasse und zur Ersatz-Reserve I. Klasse designirten Militärpflichtigen; c. die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlaßenen Soldaten; d. die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen; , e. die von der Ersatzcommision als brauchbar und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, emschlteßltch der vorweg emzustellenden und vorzu- die vorstehend unter b bis e bezeichneten Militärpflichtigen. (Die unter a bezeichneten brauchen nicht zu erscheinen). Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden besondere Ladungen für die. Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den Betreffenden unvcrzug Ilksur! a. M., lieb zuzustcllen siud. Der Vollzug'der Ladungen ist innerhalb 8 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen sind außerdem anzuweisen, ihre Loosungsscheine 7. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Groß-Linden mit einem Gehalt von 771 Mk. 43 Pfg.; die zweite Gemeinde- Darmttadt- 1. August. Die Nr. 37 des Großherzoglichen Rgierungs- Schulstelle zu Ilbenstadt mit einem Gehalt von 771 Mk. 43 Pfg. t 8. Sterbefälle. Gestorben sind: am 1. Juni der Bauaufseher i. P. Andreas Euler zu Ensheim; am 17. Juni der evang. Pfarrer Heinrich Wilhelm Staudinger zu Wersau; am 20. Juni der Hofkapellmeister Joseph Nesvadba zu Darmstadt; am 21. Juni die Lehrerin Sophie Strackbein zu Mainz; am 23. Juni der Gensd'arm i. P. Ost zu Wimpfen; an dems. Tage des Kreisarzt i. P. Dr. Noskops zu Heppenheim; am 2. Juli der Steueraufseher i. P. Johann Heinrich Eckhardt zu Mainz; am 5. Juli der Realschuldirector i. P. Dr. Joseph Winterstein zu Mainz; am 15. Juli der Gerichtsvollzieher Johann kiiener Wyeiger Jgjtijf. imd AiMM für de« Kreis Gießen. “ en,Ä'erfei$ungen in den Ruhestand. Se. Konigl. Hoheit der Gr°ßh-rz°g |«btn ollergnädigst geruht: am 8. Juni den Steuercommtffar des Steuer, »mmiffariats Fürth, Theodor Jungk, auf sein Nachsnchen und uuler Anerken- miä seiner langjährigen trcugeleisteken Dienste , am 13. Juni den L° oniotw- Ührer bet der Main-Neckar-Eisenbahn Carl Haman» am 2T Jum den «erzkassier bei dem Bergamt Dorheim Philipp F".k auf se.n 2«. Juni den Steueren,sseher Johann Jacob D't'mar wegen geschwächter G - Jintbeit. °m 10. Juli den Kreisarzt des Kre,smedic,nalamtcs Gießen II, Med,. ILkatb Dr. Friedrich Kehrer, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung ferner langjährigen treugeleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen. '*r« Mlchn«^ f,wi- °> Sarn ft. xx>irf l|f,rm 8h* J feg fo. 199 ter Wl 5. t zu tragen- •rtor'.um M Jenn-Vera Ttl :—Vtr' Italien. v«p ' - juyvu uityiticn on|iunu uhu ^pracye venoren gabt Mau behauptet, es sei einer der früheren Gemahlinnen des Sultans Abdi ')! 111 fipl HHAPI1 SHOltTflh V PI rt wirtn.ilSn/? /.ff* «I flZ ™ Cf !<• . » [D. No«, 3t. Juli. Diplomatische Berichte melden aus Konstantinopel daß Murad V. schon seit mehreren Tagen Verstand und Sprache verloren Habs Aziz gelungen, Murad V. ein allmälig wirkendes, alle geistigen Fähigkeßei lähmendes, langsam aber sicher den Tod herbeiführendes Gift beizubringeii Die formelle Abdankung sei in Wahrheit unmöglich; so daß, wenn der U nicht bald eintritt, die Absetzung unvermeidlich sei, wenn man auch viellM abermals die Comödie des freiwilligen Verzichts aufführen werde (Berl. Tagebl? Kamengrad an. Nach dreistündigem Kampfe unterlagen die Insurgenten. Die Türken zündeten das Dorf Trubar an. Die Einwohner flüchteten auf öftr. reichisches Geb.et- gart), Blochius (Düffeldors), Biebel (Forst), Raabe (Wolfsanger), Mahr l (Bamberg), Mayer (Lohr), Niederhofer (Edenkoben.) Mainz, 1. August- Der beste Schütze auf der Festscheibe „Neustadt" ist bis iekt Teichmeyer (Kaiserslautern) 35 Punkte; auf der Festscheibe „Mainz" Deckte! (Hanau) 35 Punkte; auf der Festscheibe „Rhein' Förster (Berlin) 38 Punkte; auf der Festscheibe „Main" Höfler (Leipzig) 36 Punkte. Berlin, L August. Von der russisch-polnischen Grenze kommen fortwährend noch Klagen über Plackereien, welche preußische Staatsangehörige, sobald sie es versäumen, sich mit einem Legitimationsscheine zu versehen, der oft bei der Kürze des Aufenthaltes gar nicht einmal schnell zu beschaffen ist. ru erdulden haben. Diese Plackereien werden jedoch nicht nur gegen gewöhnliche Reisende, sondern auch gegen dieffeitige Militärpersonen geübt, selbst wenn sie in Uniform erscheinen und schon dadurch eine gewisse Gewähr bieten. Alle bisher ergriffenen Maßregeln zur Abwendung dieser unnützen Quälereien haben bis jetzt noch nicht den geringsten Erfolg gehabt. — Nach den Bestimmungen der Post-Ordnung genießen im deutschen Reiche Waarenproben und Muster ohne Werth nur bis zu einem bestimmten Gewichte der Ermäßigung der Portotaxe, weshalb es gerathen ist, derartige Sendungen, welche das erlaubte Gewicht überschreiten, nicht ohne Weiteres in den Briefkasten zu stecken, da die also vorgefundenen Sendungen, wenngleich sie mit Marke beklebt sind, nicht zur Absendung gelangen, wenn sie das zuqelassene Gewicht überschreiten. Wiesbaden, 1. August. Nach Constituirung des hiesigen katholischen Kirchen-Vorstandes fand gestern die erste Sitzung statt, in welcher u. A. nach längerer Debatte beschlossen wurde, die in Anregung gebrachte Heranziehung der Altkatholiken zu der Kirchensteuer, bezw. die nachträgliche Einziehung der aus den Vorjahren rückständigen Steuern nicht einrreten zu lassen, um damit jeder Gemeinschaft und der dadurch etwa möglichen Inanspruchnahme der Kirchenkasse sür die Bedürfnisse der Altkatholiken überhoben zu sein. Dieser Beschluß ist, wie wir hören, hauptsächlich auf das Drängen des Geistlichen gefaßt worden; ob er aber nicht demnächst auch von der Kirchen - Gemeinde - Vertretung gefaßt werden wird, ist nach der unter dieser Körperschaft herrschenden Stimmung wenig zweifelhaft. Auch wurde noch beschlossen, für die Wieder-Erlangung der Kirche, bezw. die Ausweisung der Altkatholiken aus derselben, alle gesetzlich zulässigen Hebel in Bewegung zu setzen. Karlsruhe, 30. Juli. Nach Verordnung des Ministeriums des Innern vom 19. d. ist der Turn-Unterricht in den Volksschulen obligatorisch geworden. Die Theilnahme daran beginnt mit dem vierten Schuljahre; die nöthigen Turnplätze und Einrichtungen beschaffen die Gemeinden, und sind zu diesem Zweck nach ihren ökonomischen Verhältnisse» in fünf Classen eingekeilt, nach welchen sich die Anzahl der zu beschaffenden Turngeräthe richtet. Aus Bayern. Gleich wie im Vorjahr hat es auch Heuer wieder das Ordinariat des Erzbisthums München wegen der bischöflichen Amtshandlungen des Joseph Hubert Reinkens in der Erzdiöcese eine Vorstellung an das Cultus- Ministerium eingereicht. Dieselbe enthält Eingangs die Bitte, „diese in sich sakrilegischen, das gläubige Volk ärgernden, die öffentliche Ordnung verwirrenden Culthandlungen des sog. Bischofs zu inhibiren", weiter heißt es: die Wahl des Reinkens zum Bischof ist unkanonisch, unerlaubt, eitel und gänzlich nichtig, seine Consekration zum Bischof sakrilegisch, Reinkens selbst namentlich und öffentlich aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Bischöfliche Handlungen, deren dieser Reinkens sich anmaßt, können also nichts als Sakrilegien, öffentliche Aergernisse und Kränkungen der höchsten kirchlichen Autorität sein. Aus diesen Gründen wird gegen die Pontifikalhandlungen Reinkens' neuerdings feierlicher Protest eingelegt zur Wahrung der Rechte des Münchener Erzbischofs und seiner Nachfolger." Wie früher ist auch aus diese Eingabe eine Antwort nicht erfolgt und den Firmungsreisen des altkatholischen Bischofs nichts in den Weg Nußlaud. Petersburg, 31. Juli. Jgnatieff hatte gestern eine Audienz bm Kaiser und sodann eine mehrstündige Conferenz «mit dem Fürsten Gortschakow Die Wiederaufnahme der diplomatischen Intervention der drei Mächte ist auf Basis des Berliner Memorandums zu erwarten, welches allein die Lage da christlichen Untertanen der Pforte in Bulgarien, Bosnien und der Herzegowm berücksichtigt. Die Idee eines europäischen Congresses ist sowohl hier wie io Berlin und Wien zurückgewiesen worden, die Verleihung der Autonomie a Bulgarien, Bosnien und die Herzegowina ist wahrscheinlich. — Die Kaiserin, die sich an die Spitze der für die Kriegsverwundeten Sammelnden stellte,^ stattet, daß Listen von Haus zu Haus geschickt werden. Russische altgläubig Gemeinden haben große Lummen gezeichnet und einen Sanitätszug mit sejj Aerzten und Geldmittel für ein halbes Jahr abgeschickt. Amerika. Washington, 1 August. Der ehemalige Kriegs-Minister Belkn« ist freigesprochen. 35 Senatoren erklärten ihn schuldig, 25 unschuldig; il fehlte Jomit die für die Verurtheilung erforderliche Zweidrittel - Mehrheit.- Die Staatsschuld hat sich im Monat Juli um 1,139,000 Doll, üerminbm Im Staatsschätze befinden sich 59,843,000 Doll, in Gold und 12,590,0st Doll. Papiergeld. . ■; qn Nttder -■sä SÄ®» Lttiit erhebt sich ?ur etwa 1000 Fuß Lomicarr Hochebene jtolubara findet pch hoch. Am Fuße de sollende große Man Gegner über ausrc, 9 Der Nervös von Norvofi nach Z Donau bei Orsoim Serbien ist fruchtbaren Gebirge be8 Jbar und der Morawa das Land westliche Hälfte gli Die Haupt' Md Semendria tu entsendet. Außcrdc Straßen, das jedoi Lcrvoüständfqung Hinblick auf ihre, c Die natürlic der bulgarischen Mo der serbischen Grenz erstere durch die Nist zur Wasserscheide zw Sophia Tatar Vaza gibt die russische Get Lyemärsche. Non 3 Aoraira führt südivä: Uefjub oder Skopia \ A-rdartbale nach Sal Neer, über Uskjub mi in Windung. In äk das tief und 3M die Raschka zi Mp der Raschka süd Widm Festung Sicn Von anderen ai NN nach Ak-Bab Nitjfl über Sienitza Serbien entfernt li N der Ostgr< ^>len), dann eine M N Widdin von M ^kgen die ihn im Drina gebildeten i Vjelina Chaussee), «i Drinch norWestli tei Drina ein Saur bvn Mvkragova (vstl M und weit hinauf langS der Grenze li » im Süden, y 'st neundinqs °sfenfiv. ^Wivatbal die . . -8tun Bay 'f“6mWon Di- Oft chßi $ e r Versailles, 1. August Die Deputirten-Kammer bewilligte einstimmig den von dem Kriegs-Minister beanspruchten Nachtrags-Credit von 32 Millionen nachdem der Minister das von der Budget-Commission aufgestellte Princip angenommen batte, daß keine Ausgabe-Verpflichtung ohne vorgängige Genehmigung der Kammern eingegangen werden dürfe. Die Linke hat ein Wachsamkeit Comite an Stelle der früheren Permanenz-Commission für die Dauer bet Ferien eingesetzt. in jn •Ä’5 gelegt worden. Augsburg, 2. August. Der Peraer Correspondent der „Allg. Ztg." dementirt in seinem Briefe vom 28. Juli aus unmittelbarer Quelle aus das Formellste die über den Zustand des Sultans verbreiteten Gerüchte und fagt: Dank einer sehr zweckmäßigen Behandlung seines Arztes hat der leidende Zustand des Sultans schon seit mehreren Wochen aufgehört. Er besucht die Moschee, befaßt sich mit Staats-Geschäften, liest die ihm zur Unterschrift vorgelegten Documente, liest Zeitungen, ja er spielt schon wieder auf seinem Piano, gebraucht Seebäder, macht Spaziergänge und Exkursionen auf dem Bosporus; kurz, von seiner ganzen Krankheit ist in diesem Augenblicke nichts weiter übrig, als eine gewisse physische und moralische Schwäche, die sich aber bei zweckmäßiger Behandlung spätestens binnen einem Monat ganz verlieren wird. Von einer Gehirn-Erweichung ist keine Rede, noch viel weniger kann von einer Regentschaft oder wohl gar von einem abermaligen Thronwechsel mittelst Abdankung zu Gunsten des Prinzen Hamid die Rede sein. HekierrriL. Wie», 31. Juli. Vom Kriegsschauplätze liegt nur eine Nachricht vor, welche der „Presse" aus Semlin zugeht und wonach die vom Fürsten Nikita nach Cettinje gemeldeten Erfolge der Montenegriner auf Wahrheit beruhen sollen. Danach wäre Selim Pascha, der Vertheidiger von Nevefinje, gefallen und eine große Anzahl anderer Befehlshaber gefangen. Wien, 1. August. Die „Polit. Corresp." meldet aus Zara: Mukhtar Pascha ist leicht verwundet und hat sich von Bilek nach Trebinje zurückgezogen, wo er die Ankunft von 1000 Baschi Bvzuks erwartet. Die Montenegriner haben Bilek gestern angegriffen, weshalb Mukhtar Pascha mit allen Truppen neuerdings dorthin abgerückt ist. Der Kampf bei Bilek ist noch unentschieden und dauerte noch heute Vormittag an. In Trebinje sind auf Befehl der Behörden sämmtliche Kaufläden geschloffen. Man scheint dort auf das Aeußerste gefaßt zu sein. Wien, 2. August. General Fadejeff ist in Belgrad eingetroffen und hat Audienz bei der Fürstin genommen; er ist angeblich in serbischen Dienst getreten. — Die Pforte beschloß, dem Sohn Bibdoda's den Titel „Mihuli- mira" und den Rang eines Brigade-Generals zu verleihen, damit die Miriditen die Montenegriner bekämpfen. ArauLreich. Paris, 1. August. Eine Meldung der „Agence Havas" aus Ragusa von heute bestätigt, daß Mukhtar Pascha, nachdem er neue Truppen an sich gezogen, nach Bilek marschirt ist, wo er einen Angriff der Montenegriner erwartet. Die Türken habe« in Majdam (Bosnien) mehrere Hundert Christen ermordet und die umliegenden Ortschaften verbrannt. 5000 Türken griffen Vermischtes. Friedberg, 2. Aug. Am 31. v. Mts. legte sich ein Mann, Namens Lehn v.i Fauerbach o. b. H., in der Nähe der über die Eisenbahn führenden Brücke der Stö further Landstraße auf die Schienen und wurde von dem heranbrausenden Zuge üfc fahren und schrecklich uerftümmelt, was den augenblicklichen Tod zur Folge hatte. Ä man hört, war der Verunglückte dem Trünke sehr ergeben und scheint der unzuni nungsfähige Zustand ben Menschen zu diesem unglücklichen Ende gebracht zu babtn.d — (Wirksamer als Insektenpulver.) Hotelbesitzer (zum abreisenden GM „Waren £>ie zufrieden, mein. Herr?" — Gast: „Mit Tisch und Keller allerdings, 8» sollten aber suchen, Ihre Betten von den so lästigen Insekten zu befreien!" — MI besitzer: „O, ich hab' schon alles Mögliche probirt, aber ohne Erfola!" — Gast: Kl wüßte ich Ihnen ein sicheres Mittel: Machen Sie jeder Wanze eine Rechnung wie msI — dann kommt gewiß keine mehr wieder!" — (Amerikanisches.) Ein amerikanisches Blatt schreibt: Der Prioalknkl welcher am 13. Juli von drei Brüdern in Newark der Welt erklärt wurde, fchlA nachdem drei Männer erschossen und vier andere tödtllch verwundet worden mir« I mit dem durch die rächende Hand des Volkes berbeigeführten Ende der enragirti Mörder. Die drei, schon lange als Raufbolde der ärgsten Sorte bekannten BrA I Carl, Albert und Adolph Theilhorn waren aus Dawson's Gerberei entlassen wor)a und hatten deßhalb häufige Drohungen gegen den Vormann, Chas. Meyers, cuty stoßen. Letzterer erwirkte einen Haftsbefehl gegen die drei Brüder und sollten dieses am 13. Juli von zwei Polizisten arretirt werden. Mit Revolvern bewaffnet, die drei Brüder den Polizisten entgegen,Jöbh'len den einen, machten den andern str.- unfähig und rannten dann auf die Straße, in der Richtung nach der (Serbend laufend. Auf dem Wege dahin schossen sie auch uno verwundeten mehrere ganz theiligte Personen, drangen dann in Meyers' Zimmer, welcher zu seinem d anwesend war, und fingen an die Fabrik nach ihrem erkorenen Opfer zu durchs Nachdem sie den Schwiegersohn Meyers' und einen anderen ihrer ehemaligen^ arbeitet erschossen hatten, erholten sich die übrigen Arbeiter von ihrem anförB, starren Entsetzen und vertrieben die Mörder aus der Fabrik. Es blieb bcnfelber. t I sich ihnen eine zahlreiche, mit Knüppeln, Steinen und Messern bewaffnete Merc^I menge entgegenwarf, kein anderer Ausweg, als in den Fluß zu springen. Zu Alternative griffen fie, nachdem sie noch einem ihnen den Weg versperrenden Ncrr der mit einem riesigen Gerbermesser den einen der Brüder schwer verwundete t Garaus gemacht und ihre abgefeuerten Revolver den andringenden Männern in'- sicht geschleudert hatten. Die erzürnte Vienge er griff am Ufer liegende Stein! warf sie nach den Mördern, bis dieselben, mit zerschmetterten Köpfen unter dem versanken Southampton, 1. Aug. Das Postdampischiff des Nordd. Lloyd »Mr ) Capt- G. Reichmann, welches am 22. Juli von Newyork abgegangen war, ist HZ^ Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für hamptou bestimmten Passagiere, Post und Ladung 5 Uhr Abends die Reise nach^r fortgesetzt. Der „Main" überbringt 324 Passagiere und volle Ladung. Serbien und seine Grenzlande in Militär-geographischek Hinsicht. Die folgenden, auf den «Kriegsschauplatz bezüglichen Daten sind dem bekannten Rei'^ des Herrn F. Kanitz, unter Vergleicl) mit anderen Quellen, so z. B. Jsambert, Bouö unt neuerdings erschienenen Resum6 eines russischen Generalstabs-Ofsiziers entnommen. Serbien liegt in seiner jetzigen Begrenzung zwischen dem 43. und 45. Grad und dem 37. bis 40. Grad Ostlänge. Seine Nordgrenze gegen Oesterreich und Numanier in einer für die Defensive günstigen Weise mit meist überhöhenden Ufern und vielfach sunp Flußthal Sau und Donau. Die Ostgrenze läuft im Norden längs des Rinnsals des»' und dann längs des vom Chodzabalkan herabkommenden, mit der Vrska Cuka endigenden ?• zugs. Seine Südgrenze bestimmt mit dem höchsten der Vrska Cuka entgegengesetzten Punkt! erwähnten Höhenzugs bei der 3564 Fuß hohen Jwanova Livada, um sich weiterhin mehr politisch-administrative, als durch natürliche geographische Momente bedingt längs der Ho^e erstrecken, welche die Wasserscheide zwischen den Bassins des Timok und der Nissawa bilden weitere Trennung Serbiens von dem im Süden sich erstreckenden Nissawanjalet fällt aus linken Ufer der Norawa dem Jaftrebae und Kapaonikgebirge zu, welch letzteres gewißem- als der südlichste Markstein Serbiens gegen die Türkei anzusehen ist. Im Nordwe,ten MM | tief zwischen hohen Bergen eingebettete Drina die starke Scheide Serbiens von Bosnien, , dessen die Südwestgrenze stellenweise noch willkürlicher als seine Südostgrenze durch denj Lim und die Sratiborhöhen markirt wird. Innerhalb dieser, mit Ausnahme des Nordens/ ^ I von türkischen Provinzen eingeschlossenen Grenzen hat Serbien einen Flächenraum von 76i>» Meilen (Jaksie), nach Engelhardt aber 998,9 Qu.-Meilen (?). Die Gestalt Serbiens errs-A ■ einem in die türkischen Gebiete hineingeschobenen Dreieck, dessen Basis die Sau -Doraa» ■ bi» Sultans »fr r,T!nn «"»trtt M-I " ***5ä S?^$M 1 ^Izchrlitt ‘«äin i ■>t & b°» üt AM *" eint Jubiti ; tlnl Surften ®oe ",?« dt-i Mch„,1 allein die M «nitn und der Her^ ks ist sowohl hier leißung der Antons heiillich. - Die Sr, ea Zamwelnden stch, ^en.^Me ch 'MN Sanikälszuz mit hilkt. W Zit ie Kriegs-Minister U chuldig, 25 linschckj f t Zweidrittel l 139,000 Doll, örotfl in Gold und Mn* s. tin Wann, Namtni $il:. fübrtnbtn $rudt der iÄ btranbraufenbrn LugrD 'n toh jur Folge Hatte. •n und frfiernf der w(tz: n Ende gebracht hate« • iium abu'ffmben m i unb Keller aüttbiftjU itun za beydtn’" - J obnt Ersolft! - w ;•* ßanjt eine Rechnung jtt id)Ttibt: Der PriH.I T ffielt erklätt ward-, 4V ■hj verwandel wordnHj igk'ührlen Ende der (Ul rgüen Sorte, bek°nM- z» on’3 Gerberei nWUl mann. 1 „i grüDtr und lollN' 'n StoolDtm btwaM n-n. ”g® «s i-Äl anderen tjr« y c *'?nt,n^ bl,,b | flniW - hfä ’ßotbb- SSäs-dl S5S**.| toi x intf •rcjSrt urtt e5n H I £rifj 6°h ?t«k 81 bildet und dessen nach Süden gerichtete Spitze durch den Kapaonikgebirgszug markirt wird. Das Innere Serbiens stellt ein im Süden an den großen Balkanzug gelehntes Gebirgsland dar, das sich zur Donau senkt und in zwei Regionen, Ober- oder Hochserbten, bezeichnet durch die Flußgebiete der serbischen und bulgarischen Morawa (vor ihrer Vereinigung) und Niederserbien, gebildet durch das Flußthal der eigentlichen oder großen Morawa, zerfällt. Die erstere Region besteht aus mehreren Reihen von Bergzügen, die bald durch kleinere Plateaus gekrönt, bald durch tiefe Thäler durchsetzt und durch Querriegel mit einander verbunden werden. Dieses fast unzugängliche Chaos wird durch die 20Ö0 Meter hohe Masse des Kapaonik dominirt. In Niederserbien haben die bedeutendsten Erhebungen nur selten eine Höhe von 800 Meter. Im Centrum, d. h. zwischen der Kalubara und Morawa erstreckt sich eine fortlaufende Reihe von Plateaus, die in der Hauptrichtung von Nord nach Süd streichend, mit dichten von Schweineheerden bevölkerten Eichenwäldern gedeckt sind und die unter dem Namen Schumadia (Waldland) bekannte Region bilden, welche in dem Unabhängigkeitskriege von 1804—1807 eine so große Rolle gespielt hat. Dominirt wird Schumadia durch die Rudnikkette, welche als die höchste Erhebung des großen serbischen Centralgcbirges zu bezeichnen ist und sich nach Norden unter verschiedenen Namen bis zur Donau fortsctzt. Das nordwestliche Serbien kann seiner Bodengestaltung nach als eine sich ermäßigende Fortsetzung des bergigen Bosniens angesehen werden. Der bedeutendste Höhenzug ist das von Norden nach Süden laufende Medvednikgebirge westlich der Kolubara. An der Drina gegenüber Zwornik erhebt sich die niedrigere Jagodujagruppe und nördlich davon das Gucewogebirge, beide nur etwa 1000 Fuß hoch. Mit den nördlichen Ausläufern dieser Kette beginnt die sanftgewellte Loznicacr Hochebene, die vom Jadar durchschnitten wird. Zwischen diesem Flusse und der Kolubara findet sich die letzte bedeutende Erhebung des serbischen Nordwestens, der Cr, 1350 Fuß hoch. Am Fuße des Cr beginnt daun die gegen den Drina- und Save-Vereinigungspunkt abfallende große Macwaebene, einer der verwundbarsten Punkte der serbischen Grenze, wenn Der Gegner über ausreichende Streitkräfte verfügt. Der Nordosten Serbiens am Deiß ist von einem Bergsystem erfüllt, dessen Hauptrichtung von Nordost nach Südwest sich erstreckt, und das unzweifelhaft als eine Fortsetzung des von der Donau bei Orsowa durchbrochenen Karpathenstocks anzusehen ist. Serbien ist außerordentlich reich bewässert. Die Hauptfurchen in dem im Allgemeinen sehr f ruchtbaren Gebirgslande werden von Norden nach Süden durch den Lauf der großen Morawa, des Jbar und der Kolubara gebildet, während die im Allgemeinen von West nach Ost fließende Morawa das Land westlich des Hauptstroms in eine kleinere südwestliche und eine größere nord- ivestliche Hälfte gliedert. Die Hauptverkehrsader bildet die dem Morawalaufe folgende Doppelstraße von Belgrad rrnd Scmendria nach Alcxinata, die nach Pozarewac und von dort zur Donau Seitenzweige «ntsendet. Außerdem durchzieht das Land ein meistens den Flußthälcrn folgendes Netz von Straßen, das jedoch namentlich in dem schwer zugänglichen Südwesten und Südostcn sehr der Vervollständigung bedarf. Werfen wir jetzt einen Blick auf die serbischen Grenzlande, im Hinblick auf ihre, einer serbischen Offensive mehr oder minder günstigen Verhältnisse. Die natürlichen und fast einzigen Wege für eine serbische Offensive bilden die Thäler der bulgarischen Morawa und des Ivar. Das Morawathal gabelt sich bald nach dem Verlassen der serbischen Grenze in zwei Zweige, einen südöstlichen und einen südlichen, von denen der erstere durch die Nissawa gebildet wird. Ihm entlang läuft die Chaussee über Nisch und Pirot zur Wasserscheide zwischen den obern Läufen der Nissawa und der Jskcr und von dort nach Sophia Tatar Bazardschik u. s. w. Die Entfernung von der serbischen Grenze nach Nisch gibt die russische Generalstabsquellc auf 12 Werst (7 Werst eine Meile) an, nach Pirot drei Lagemärsche. Von Tatar Bazardschik führt eine Eisenbahn nach Konstantinopel. Längs der Morawa führt südwärts ebenfalls eine Chaussee, nach Leskowatz, Wranja und von dort nach Uskjub oder Skopia (8 Märsche von der serbischen Grenze). Von Uskjub führt der Weg im Vardarthale nach Salonichi. Eine Eisenbahn setzt, demselben Thale folgend, Salonichi, also das Meer, über Uskjub mit Mitrowitza in der Nähe des wichtigen strategischen Punktes Novibazar in Verbindung. In ähnlicher Weise, wie die Morawa, gabelt sich, und zwar noch auf serbischem Boden, das tief und eng eingeschnittene Bett des Jbar, dem von Südwesten her ein kleiner Zufluß, die Raschka zuströmt. Längs des Jbar führt südwärts die Straße nach Mitrowitz, längs der Raschka südwestlich der Weg nach Novibazar und dann längs der Grenze bis zur türnschcn Festung Sicnitza. Von anderen aus Serbien südwärts führenden Straßen kommen gegenwärtig die von Kujazewal nach Ak-Balanka mit Umgehung von Nisch führende, und dann der Bergpfad von Jwanitza über Sienitza nach Montenegro in Betracht, deffen Grenze hier nur 4—5 Meilen von Serbien entfernt liegt. Auf der Ostgrenze sind die Straßen von Saintschar über Kula Aly und Widdin (7 Meilen), dann eine südlichere von Nowy-Chan nach Bazardschik und eine nördlichere von Negotin Rach Widdin von Wichtigkeit. Der Timok ist als Barriere unbedeutend, desto schwerer passirbar dagegen die ihn im Süden begleitenden kahlen, weglosen Höhenzüge. Auf der fast ganz von der Drina gebildeten Westgrenze führen in das wilde bosnische Terrain Wege von Leschnitza nach Bjelina (Chaussee). Ferner von Zwornik (hier entfernt sich die serbische Grenze 1/4 Meile von der Drina) nordwestlich nach der Stadt Doboi im Bosnathal. Oberhalb Zwornik beginnt längs der Drina ein Saumpfad über Neu-Kassaba in Serajewo, wohin man auch auf einer Fahrstraße loon Mokragova (östlich von Vischegrad) über Vischegrad gelangen kann. Die Drina ist breit, tief und weit hinauf schiffbar (bis Ljubowja), mithin ein sehr bedeutender Grenzstrom. Von den längs der Grenze liegenden türkischen Festungen Widdin, Belgradschik im Osten, Nisch, Novibazar, Sienitza im Süden, Vischegrad, Srbrnitza, Zwornik und BseNna im Westen sind Nisch und Widdin die bedeutendsten und nähern sich schon einigermaßen den europäischen Befestigungen. Nisch ist neuerdings mit bedeutenden passageren Werken verstärkt worden. Die anderen so- 5 mannten Festungen können höchstens Infanterie abhalten, aber einem Artilleriefeuer kaum Wiedersehen. Für offensive Bewegungen von serbischer Seite bietet somit die Südfront und speziell das Nissawathal die meisten Bequemlichkeiten und geeignetsten Objekte dar. Die Straße Sophia führt den Anareifer den fruchtbarsten Provinzen des Gegners näher und schneidet deffen an ber Grenze aufgestellten Truppen die Verbindung mit ihrer Basis ab. Im Vergleich zu dieser Operationslinie treten sogar die Straßen längst ber Morawa unb bes Jbar nach Uskjub und Mitrowitza an Wichtigkeit zurück, obwohl auch bie Beherrschung ber borthin von Süoen aus führenden Eisenbahn für die Serben ein nicht gering zu veranschlagendes Objekt bildet. Die Ost- und Westfront sind viel weniger zum Vorgehen mit größeren, aus allen Waffengattungen zusammengesetzten Streitkräften geeignet, und bieten keine so wichtigen Angriffsobjekte dar. Wenn cs dem Angreifer nicht auf Beherrschung der Donau ankommt, genügt es für ihn, die Festung Widdin zu cerniren, Belgradschik ist noch weniger gefährlich. Hier gilt es nur, den Kampf zu lokalisiren. Auf ber Westfront ist bas Hauptangriffsobjekt Serajewo in Bosnien, zu besten Festhaltung jeboch bie vorherige Einnahme ber auf den Verbindungsstraßen gelegenen kleinen Festungen Zrbrnitza oder (Srebrenica (südlich von Zwornik an der Drina) und Vischegrad nothwendig ist. Von Serajewo führen große Straßen nordwestlich nach Travnik und Vanhaluka, südlich nach Mostar, dem Hauptplatz' der Herzegowina. Bosnien und die Herzegowina erscheinen außerhalb dieser Straßen nur für den kleinen Krieg geeignet. Als Hauptoperationsziel dafür bieten sich die kleinen, die Passagen beherrschenden, an und für sich aber unbedeutenden Festungen, welche die einzige Stütze des türkischen Elements bilden, dar. Hier ist das Operationsfeld für die Insurgenten und die ebenfalls nur für den Guerillakrieg verwendbaren Montenegriner. Auch hier können große Entscheidungsschläge somit nicht erfolgen. Ebenso wie die serbische Südfront die günstigste für eine Offensive von serbischer Seite ist, so bietet sie indessen auch einer Offensive der Türken die meisten Vortheile dar. Den Weg bezeichnet das reich bebaute und an blutigen Erinnerungen reiche Morawathal. Ostwärts der Morawa sind die Punkte Kejazewatsch und Saidschar der durch sie führenden Bergstraßen wegen in defensiver Hinsicht besonders wichtig. Das Bergland westlich der Morawa eröffnet dem Angreifer fast noch weniger Straßen und kann ein Vordringen in den sehr engen Flußthälern des Jbar und der serbischen von geringen Streitkräften aufgehalten werden. Gelingt es aber dem Angreifer sich im Morawathale zwischen Tschatschak und Kruzewae festzusetzen, so steht ihm der ganze Nordwesten Serbiens offen. Zum Schluß dieser Uebersicht sei noch darauf hingewiesen, daß, so sehr die Lage der serbischen Grenze eine Offensive begünstigt, ein Aussicht auf deren Gelingen doch nur bei möglichst schneller und unerwarteter Aufstellung und Vorschiebung der dazu bestimmten Streitkräfte vorhanden ist. Gelingt es aber, wie jetzt, dem Gegner Zeit abzugewinnen und seine Truppen an die bedrohten Punkte zu ziehen, so ist eine so kleine Armee, wie di serbische, zur Zersplitterung ihrer Kräfte durchaus genöthigt und muß sich anstatt offensiv, meh oder weniger defensiv verhalten. Für Serbien ist das einzige Mittel dazu der kleine Krieg. Wirthschaftliches. Znckergährnna ohne Ferment in Früchten. Pasteur, sowie Leckartier und F. Bellamy hatte., fiüher die interessante Beobachtung gemacht, daß Früchte, welche man bei Luftabschluß aufbewahrt, langsam Kohlensäure entwickeln und sodann Alkohol enthalten, ohne daß man in denselben die geringste Spur eines oraanisirten Fermentes entdecken kann. Die beiden letzten Forscher haben nun diese Untersuchungen fortgesetzt und auf Früchte aller Art, Aepfel, Birnen, Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeerene Feigen, Gerste, Kirschbaumblätter, Kartoffeln u- s. w- ausgedehnt- Diese Kohlensäureentwickelung dauert während einer gewissen Zeit fort und hört zuletzt vollständig auf,, es müßte denn der Versuch mißlungen sein, in welchem Falle man die Bildung orga-r nisirten Fermentes conftatircn kann. U ter guten Bedingungen tritt ein Moment ein, wo di? Frucht selbst bei monatelanger Dauer keine Kohlensäure mehr entwickelt. Die Früchte behalten ihr äußeres Ansehen bet; aber das Innere ist tief verändert; die'Zelleu stnd fast vollständig zerstört, und die ganz? Frucht bildet im Innern eine breiige Masse. Der Keim der Frucht ist ebenfalls zerstört. Sobald man die Früchte aus der fanerftofffreien Atmosphäre heraus nimmt und der Luft aussetzt, werden sie bald braun und zersetzen sich. Lechar- tier und Bellamy treten der Erklärung, welche Pasteur für diese eigenthümliche Zucker- gährung ohne Ferment gegeben hat, vollständig bei. Essigfabrikation mittels ozonisirter Luft. Der Amerikaner Turner hat einen Apparat erfunden, mittelst dessen das Verfahren von Oscar Löw zur billigen Erzeugung von Ozon (Letten von Lust über blau brennende Gasflammen) in der Essig- sabrikation eine praktische Verwendung gefunden hat. Das Wesentliche dieser Erfindung besteht darin, daß die in Essig zu verwandelnde Flüssigkeit in Form von seinem Staubregen mit der ozonisirten Lust in Berührung gebracht wird; so einfach dies auch scheint, so schwierig war die Aufgabe auszuführen. Turner scheint sie vollkommen gelöst zu haben. Die Methode soll auch dazu angewandt werden können, Branntwein („Whisky") und anderen alkoholischen Getränken die Eigenschaften zu ertheilen, die sie sonst erst erlangen, wenn sie ein gewisses Alter erreicht haben, was leicht möglich ist, wenn man bedenkt, daß beim Lagern der Getränke auch eine Oxydation, wenn auch eine sehr langsame, stattfindet. Wein in mit Firniß überzogenen Fässern aufbewahrt braucht zum Altern eine sehr lange Zeit. - Zeichnungen nebst Beschreibung der Erfindung sind von Wirth & Comp. in Frankfurt a. M. erhältlich.____________________________ Tempera tut i n Gießen. Juli 1876. Niederste mittlere................... Mittel früherer Jahre höchste Niederschlag: an 12 Tagen „ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . 4- 5,0 +14,95 4-14,39 4- ‘24,0 2,29 2,86 « R. Par. Zoll, Allgemeiner Anzeiger. Berlin-Coblenzer Gisenbahn. Berlin - Coblenzer Eisenbahn. Baustellen von Stat. 134 bis Stat. 161, soll s Die Anfuhr 1) von 150 nach den daselbst, 2) von 500 Submission. Cbm. Schlackensaud von der MaimWeser-Hütte zu Lollar Brückenbaustellen und Bahnhof Lollar bis Lahnbrücke Cbm. Schlackensaud von der Main-Weser-Hütte nach den im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden und ist hierzu Termin auf Donnerstag den 10. August 1876, Vormittags 9 Uhr, im Ab- I.iab-Heiikiiiiiler in Marmor, Sandstein ic-, von den einfachsten bis zu den reichsten, in großer Auswahl, stets vorrätbig- Nenovation von Denkmälern. Grab- Einfassungen in Stein, Guß- und Schmiedeeisen. Ferd. Hofmeister in Frankfurt a. M. ■ 3850) [D. 41431 Eckenheimer Landstraße, dem Friedhos gegenüber. theilunßs-Büreau zu Wetzlar anberaumt. Die Submissionsbedingungen können Hierselbst eingesehen, auch gegen Erstattung der Copialien von hier bezogen werden. Wetzlar, den 1. August 1876. Der Abtheilungs-Baumeister: 4090) Kluge.__ 3931) Zu der bevorstehenden Saison offerir'en wir HanddreschmasclBinen und lläckselsclineider zu bedeutend ermäßigten Preisen. I Flick 4* Kröll» Zum Bau der Lahnbrücke bei Lollar sollen 100,000 Ziegelsteine (Klinker) an den Mindestfordernden submittirt werden. Zn diesem Zwecke steht am 9. ds. Mts., Vormittags H Ubr, im hiesigen Abtheilnngs-Bürean Termin an und werden die eingegangenen Offerten in Gegenwart oer etwa erschienenen Submittenten geöffnet werden. Die Offerten sind portofrei und versiegelt mit der Aufschrift: „Submission auf Anlieferung von 100,000 Ziegelsteinen zum Bau der Lollarer Lahnbrücke" an das Büreau des Unterzeichneten zu senven. Die Submifsionsbedingungen können Hierselbst emgesehen, resp. igegen Erstattung der Copialitzn bezogen werden. Wetzlar, den 1. August 1876. Der Abtheilungs-Baumeister: 4076) Kluge. Salicylsäure, chemisch rein, (3316 u. s- w. (2155 Das Säulen in allen Dimensionen, Geld-Courö. Pf- Tr^ppenstäbe Nm. Grabkreuze m 8 versch. Modellen Grabeinfaffungen 3982) ter Brüyl'kchen Unto.-Druckeret (Fr. Ehr. Pietsch) rn ließen. bet 16 9 16 16 20 16 4 Wildunger, 4091) Ein FamilienlogiS -u vermtethen. Wetzsteinsgasse A. 32. Copallack, Decorationslack, Schleiflack, DZagenlack, 4093) Ein junger Mann, welcher seine Lehre in einem Colonialwaaren- Geschäft bestanden, sucht Stellung pro 1. September als Commis in ähnlicher Branche. Gest. Offerten bitte man in der ExP. d. Bl. unter M. Nr 400 niederzulegem Englische SouvereignS Russische Imperiales Dollars in Gold__-__ Aus dem «lige Knchensteuer- Knjchiedenen 'Stent Sirchensieuer nicht woiden, man lejjti 2m Cominiinalstenk gonfeifion zu Grvt jlueschlag mehr bei zür das lausende nicht beanstandet ir Darmstadt ’Xte conservative Md der evangelischem ung durch den in £ „Deutschen Volksffei 4(6 Comilss der dt tw Keunde der Sac m\\ Männer zn [an jsidrn. Dieselbe Bn M. Dos Comitö l Vildliän>psen zu rech Mainz, 3. : . Wunkt erreicht ha , hmin (ü. 500 Zlboi bim), Dalbach VW Nnt Mainz), P M, RMerger [ Pfeisin ( 1 Mainz). Mel (Sv Mainz, 3. iß Dorvn. Pvrn 1 Stählt, nachdem 1 Kai^ersla Itn BeznieS \ »«n 23 ultramoi Voitze Wühl 10 $ P gesichert. 65 ä 54-® 19—23 ; 19-5 37—2 6S-^ 16-1$ Bekanntmachung. In unserem Firmen - Register ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Heinemann und Kaufmann Marx von Grüßen, jetzt zu Gießen wohnhaft, betreiben dahier seit 15. Juni l. I- unter der Firma „Gebrüder Marx" ein kaufmännisches Geschäft. Jeder von ihnen hat das Recht die Firma zu vertreten und zu zeichnen- Gießen, den 1 August 1876. (4092 Großherzogliches Stadtgericht Gießen. B ö t t i d) e r- Neueste Erfindung. Meine electro-galvanischen Ketten gewähren die einzige, schnellste und sicherste Heilung von Gicht, Rheumatismusl, Epilepsie, Krämpfen, Lähmung, nervösem Kopt- und Zahnschmerz, rheumatischer Augenentzündung und allen nervösen Krankheiten, owie Erleichterung des Zahnens bei Kindern. 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RS?' Die in dem Buche abgedruck en zahlreichen glänzenden Atteste bürgen dafür, daß Niemand dies illustrirte Werk unbefriedigt aus der Hand legen wird. Thatsachen beweisen! (3634 Danksagung. Allen Denjenigen, welche unseren unvergeßlichen Bruder und Schwager Louis Kock von Wieseck zur letzten Ruhestätte begleitet haben, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. (4089 Die trauernden Hinterbliebenen. Köln-Gießener Mh" Abfahrten von Gießen nach: Besondere Bekanntmachungen Submission. Montag den 7. l. M, Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause durch Summission vergeben werden: Mr- Pfg- 1) Maurer- und Handarbert, in 3Abtheilungen, veranschl. zu 1355 — 2) Steinhauerarbeit, in 2 Ab- theilungen, veranschlagt zu 1812 — 3) Schlosserarbeit, veranschl. zu 55 — 4) Lieferung von Pflastersteinen, veranschlagt zu 1072 5) Sandfuhrlohn, veranschl. zu 345 — 6) Pflästererarbeit, in 3 Ab- theilungen, veranschl. zu <>098 20 7) Erdauffüllung, veranschl. zu 600 — Die Voranschläge und Uebernahmsbe- dingungen hierfür können am 4., 5. und 7 d. M., Vormittags von 8—11 Uhr auf dem städtischen Baubüreau eingesehen werden. Gießen, den 3. August 1876. (4091 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. A. Bram m. Futzlwdenanstrich in allen Nüancen, hart und schnell lrock' nend, sowie Fupbodcnlack, sofort trocknend, empfiehlt 0644 L Muller auf der Mäusburg. Pistolen, doppelte • • • Pistolen . ...... 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Koch, Bauführer an dem Bergrutsch zu Caur Provinz Nassau.___ 4084) Hiermit zur Warnung eines Jeder, meinem geistesschwachen Sohn Philipp Feller geistige Getränke, welche derselbears meinen Namen borgt, nicht zu verabreiche:- Zugleich will ich noch darauf aufmerkfaa machen, das ich Diejenigen gerichtlich verfolgen werde, welche demselben Gegenstanke von mir abhandeln oder für Kohlung ar- nehmen werden. Groß Linden, den 2. August 1876. Ludwiy FeUcr II. Ww. Feinsten CLnmachesfig, Prima Weinessig, empfiehlt C3987 «x. Willi. Weidig. 4085) Mehrere 1000 Säcke, per Stück 60 Pfg-, sowie noch ca. 20—30 Centne, alten Hafer sind zu verkaufen bet C- Wallenfels II. Weißt Vorhänge aller Art, Rouleaux, Drell in den gangbarsten Dessins, Anfertigung jeder Decorations-Arbeit in geschmackvollster Ausführung, bei (881 Th. Brück, Kanzleiberg. 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