Mo. «83 1876« 52. tai* — Marquis von Salisbury machte heute Vormittag dem der verlangte Concha eine ausge- (hircM (623a bmr «Bä* Henn ii r- Minister der Eingeführt wohnte der- längeren Besuch. Sir Paget, doch von nen -'n Stands finbtn fr.tr fiu'iinbnu bei I L" Mannheim Petersburg. In Kischenew ist die Intendantur der Armee in höchster Thätigkeit. Zahllose Lieferanten bieten ihre Dienste an. Nur eine Sorte von Geschäftsleuten kann wicht ankommen, die Branntweinhändler. Das Armee- Commando erlaubt nur den kleinen Ausschank von Spirituosen durch Marketender und untersagt den Massenverkauf des bekannten Fusels, welcher früher in kolossalen Fässern zum Ruine der Mannschaften der Armee nachgeführt zu werden pflegte. llllttrt : z Böbmem Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Deutschland. Berlin, 29. November. Ze naher es an die Eouferenz geht, desto mehr verlieren die kriegslustigen englischen Staatsmänner in ihrem eigenen ^ande den Boden unter den Füßen. Noch ist der tiefe Eindruck der türken sreundlichen Rede, die der Manchestermann John Bright gehalten, nicht verwischt, da erläßt wieder der größte jetzt lebende englische Geschichtsschreiber, der greise Thomas Carlyle eine Kundgebung, die jeden Krieg gegen Rußland zu Gunsten der Türkei perhorrescirt. Die oppositionellen Strömungen sind nicht hoch genug anzuschlagen, da sie von Männern ausgehen, die bei dem englischen Volke im höchsten Ansehen stehen. Rußland kann sich wahrlich zu seiner bisherigen Politik gratuliren. Die besten und energischsten Bundesgenossen findet es unter seinen Feinden. Von besonders hohem Jnterefle ist auch der letzte Passus der Carlyle'schen Schrift, worin der Vorschlag gemacht wird,' die ganze orientalische Frage durch einen Schiedsspruch deS Fürsten Bismarck zum Austrag bringen zu lassen. In dieser Huldigung, die dem Talente unseres Reichskanzlers dargebracht wird, liegt der Beweis, mit welch' großem Vertrauen das Ausland auf die deutsche Politik blickt, welche Hoffnungen es auf sie setzt. Berlin, 30. November. Der „Reichs-Anz." veröffentlicht nachstehende Allerhöchste Verordnung, betreffend die Wahlen zum Reichstag vom 23. November 1876 : Wir Wilhelm von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen rc., verordnen auf Grund der Bestimmung im § 14 des Wahlgesetze vom 31. Mai 1869 im Namen des Reichs, was folgt: Aelgieu. Brüssel, 30. November. In der Repräsentanten-Kammer legte Jacobs der Rechten einen Gesetz-Entwurf vor, welcher- die Ausprägung von silber- Fünf-Franken-Stücken vom 1. Januar 1877 ab verbietet. Italien missionssaffung angenommen; der zu § 132a vom Abg. Hänel gestellte Antrag : „nicht blos dem gerichtlich bestellten, sondern auch dem vom Angeklagten gewählten Vertheidiger Gebühren aus der Staatskasse zu zahlen, vorbehaltlich des Regresses an den Verurtheilten", wurde vom bayerischen Justizminister Fäustle bekämpft und vom Hause abgelehnt. Die von der Commission eingeschobenen §§ 146a—e, mit welchen eine Erleichterung und Erweiterung des Beschwerdeweges bezweckt wird, wenn der Staatsanwalt die Verfolgung des Denuncirten ablehnt oder ungenügend eintreten läßt, wobei jedock der Denun- ciant die Kosten für die Untersuchung seiner Beschwerde vorher deponiren soll, wurden im Laufe der Debatte vom Bundes-Commissär als unannehmbar bezeichnet, vom Hause aber unverändert angenommen. Fortsetzung morgen. Hesterreich. Wien, 30. November. Der „Deutschen Ztg." meldet man aus Petersburg: an einer gleichzeitigen Occupation, nach welcher russische und österreichische Truppen getrennt verschiedene Provinzen besetzen, zweifle in dortigen Militär- kreiseil Niemand mehr. Admiral Tschichatschew habe das Ober-Commando der Aüstenvertheidigung übernommen und zur Minenlegung sei ein eigenes Sappeur- Corps ^bildet. Wien, 30. November Die bevorstehende Regierungs-Vorlage des Handelsministers beabsichtigt die Frage des Betriebs-Deficits bei den Bahnen dergestalt zu regeln, daß die Regierung eine Ergänzung aus Staatsmitteln zugesteht, sich jedoch das Recht vorbehält, unbeschadet der Rechte der Actionäre den Betrieb auf eigene Rechnung zu übernehmen. — Graf Andrassy hat sich heute nach Pesth begeben und gedenkt daselbst bis Weihnachten zu bleiben. — Nachrichten zufolge, die aus Konstantinopel hier eingetroffen sind, haben die Demarcations-Commiffare aus Alexinatz nach Konstantinopel gemeldet, daß keine Aussicht vorhanden sei, ihre Aufgabe vor Mitte Deeember zu lösen. Pesth, 30. November. In der Conserenz der liberalen Partei erklärte Minister-Präsident Tisza auf die Interpellation Mahrmann's über die Bank- Frage: Seit dem 11. Mai, bezw. 4. October, sei nichts geschehen, was die Situation zwischen den beiderseitigen Regierungen geändert hätte. Nach Dem, wav zwischen beiden Regierungen geschehen, war die ungarische Regierung berechtigt, bezüglich der Bank-Angelegenheit Erklärungen abzugeben, nach welchen die geiammten Ausgleichs-Fragen nicht juridisch, aber politisch der Art zusammenhängen, daß sie nur zusammen zur Sanction unterbreitet werden können. An diesen Erklärungen hält die Regierung auch heute noch fest; wird sich bestimmte, unzweifelhafte Beweise zu verschaffen ' 06 die österreichische Regierung auf der von Tisza am H- Mai und 4. October gekennzeichneten Basis stehe oder nicht, und je nach gewonnener Ueverzeugung weiter vorgehen. (Lebhafter Beifall.) Die Conferenz stimmte der Stellung obiger Interpellation in morgiger Sitzung des Unterhauses zu, worauf Tisza noch mittheilt: er werde bei der Beantwortung derselben noch Manches hinzufügen können, was das Gewicht des Gesagten noch erhöhen werde. IlrauLreich. Paris, 30. November. Der „Temps" behauptet zu wissen: „Die Mlmsterkrise in Konstantinopel hat den Zweck, den jeder Concession zur, Verhütung des Krieges feindlich gesinnten Großoezir zu stürzen; Midhat Pascha und dessen Freunde, welche dabei vom Sultan unterstützt werden, wünschen größere Zugeständnisse zu machen, welche die Vermeidung des Krieges ermöglichen könnten." — Englische Blätter bringen die Nachricht, daß die Pforte an die Großmächte eine neue Note gerichtet habe, in welcher sie die russische Forderung einer Entwaffnung der mohamedanischen Bevölkerung der Balkan-Halbinsel zurückweist und die Vertreibung der Tscherkessen aus den sog. christlichen Provinzen für unausführbar erklärt. 'Wn. aus !i 5 * bem ‘ ©SPebition Die Wahlen zum Reichstage sind am 10. Januar 1877 vorzunehmen. Urkundlich unter Unserer höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem serlichen Jnsiegel. »r J ®rUet- iegcl». I^om, 30. November. Der Marquis von Salisbury wurde heute um 5 Uhr von dem Könige und dem Kronprinzen von Italien empfangen. An dem Diner beim englischen Botschafter Sir Paget nahmen auch die Minister De- pretis und Melegaris, sowie die übrigen Botschafter Theil. Gegeben Berlin, 23. November 1876. (L. S.) Wilhel m. Fürst v. Bismarck. Berlin, 30. November. Der Reichstag setzte heute die zweite Lesung Strafproceß-Ordnung fort. Die §§ 132a bis 233 wurden in der Com- Sonntag, den 3. December auswärtigen Angelegenheiten Mclegari einen wurde der Marquis vom englischen Botschafter selbe der Unterredung nicht bei. Spanien. Madrid, 30. November. Im Senat dehntere Discujsion über die Zustände in Cuba. Nußland. "5'ütze dn Hwz- Wrebei __0 t 1 Citi. Wtis bei UNMiskndk 100 .« Pt» -feulinje eibnltm (6027 ichhandlung, Mainz, ltliffcne Glasin Auftrag za it1 gut bezahlt. fT, Lindenplatz, tunben tätlich mirb in'it. Meresi bet Amerika. Aokohama, 30. November. Nachrichten zufolge wurde Jeddo von einer großen Feuersbrunst heimgesucht, wobei ein Theil der Fremden-Cvlonie eingeäschert wurde. Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Vom 26. Nov bis 1. Dec. 1876. Eheschließungen. Km 29. Nov. Heinrich Schmidt, Schlosser dahier, gebürtig aus Naunheim Kreis Wetzlar, mit Margarethe Münnig dahier, gebürtig aus Sayn. — 29. Valentin Brauer, Setlermeister dahier, gebürtig aus Gößnitz, mit Elisabethe Lich dahier, gebürtig aus Londorf. — 1. Dec. Heinrich Gorr, Weißbinder und Lackirer dahier, gebürtig aus Heuchelheim mit Elisabethe Schneider von hier. — 1. Ferdinand Schmidt, Weber dahier, gebürtig aus Krofdorf mit Katharine Schmidt dahier, gebürtig aus Dudenhofen- Geborene. Am 19. Nov Dem Techniker an der Main-Weser-Bahn, Karl Wilhelm Brandes, eine Tochter, Auguste Henriette. — 21. Dem Schreinermeister, Georg Hammel, ein Sohn, Emil Karl Martin Adolph. — 22. Dem Locomotivführer, Johann Heinrich Köhler, eine Tochter, Johanna Elisabethe Emilie Auguste Hermine. — 23. Ein uneheliches Kind von Auswärts (ohne Vornamen wieder verstorben.) — 24. Ein uneheliches Kind von Auswärts, Martin. — 23. Dem Schneider Peter Hexamer, eine Tochter, Margarethe Juliane Elisabethe. — 29. Dem Major im H. Gr. Inf. Reg. Nr. 116, August Senckel, ein Sohn (noch ofete Vornamen.) — 24. Dem Bäckermeister, Heinrich Kuhn eine T-, Anna Marie. — 28. Dem SchneidmüUer,IZhilipp Wilhelm Bob ein S-, Wilhelm. — Dem Schlosser, Franz Wilhelm Tinsel, ein S-, Franz Otto. — 27. Ein uneheliches Kind von Auswärts. Heinrich Christian. — 28. Ein uneheliches Kind von Auswärts. Sophie Christiane. — 30. Ein uneheliches Kind von Auswärts, Georg. — 28 Dem Schaffner an der Main Weser-Babn, Karl Friedrich Zwicker, ein S-, Karl «runo. — 25. Nov. ein uneheliches Kind von hier, Karl. Gestorbene. Am 25. Nov- Eine uneheliche Tochter von AuswirtS, noch ohne Vornamen, alt 2 D — 27. Louise, T- des städtischen Arbeiters Christian Wagner, iV/a Jahr alt. — 30 August S- des Weichenwärters Johannes Zörr, 6 M- 22 T-, alt. M. e und Esel er daselbst. er. 1« «* W* “* ,2640 Auszug aus Örn Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Den 29. Nov. Valentin Brauer, Seller dahier, des Handarbeiters zu Gärnitz, Michael Brauer, ehl. Sohn und Elise L'ch, des verstorbenen Ackermanns in Londorf Heinrich Lich IV., ehel. . achter- Getaufte. Den 26. Nov. Dem Steinbrecher, Ludwig Leukel, ein Sohn, Louis Emil Albert geb. den 12. Oft. Denselben. Dem Gastwirth Melchior Schäfer, ein Sohn, Adolph Christian, geb. den 19. Oft. Denselben. Dem Postschaffner, Andreas Emil Keßler, ein Sohn, Ernst Emil Christian, geb. den 28. Oft. Denselben. Dem Fabrikarbeiter, Heinrich Schmidt, eine T.. Helene Philppine Karoline Margarethe Marie, geb. den 6. Nov. Denselben Dem Schreine'-, Philipp Bauer, eine T-, Mathilde, geb den 16.Oft. Denselben Dem (Schuhmacher, Louis Franz, ein Sohn, Karl Johann August geb- den 1. Oft. Den 30. Nov. Dem Kaufmann, Wilhelm Seuling, eine Tochter, Bertha Mathilde Emilte Lilli, geb. den 10. Oft. Beerdigte. Den 25. Non. Christine Koch, des Bauunternehmers, Konrad Ksch, ehel. Tochter, alt 20 Jahr 22 T, gelt, zu Wiesbaden den 22. Nov. Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung. 6274) Die Quartierträger der am 13. Aprh, 13. Juni, 22. Juli und 16. August 1875 dahier einquartirt gewesenen Mannschaften des Großherzoglich Hessischen 1. Infanterie-Regiments Nr. 115, des 1. Badischen Feld- Artillerie-Regiments Nr. 14 und des Hessischen Jäger-Bataillons Nr. 11 werden hierdurch aufgefordert, ihre Vergütungen binnen vier Wochen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an, an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag dabier in Empfang zu nehmen, widrigenfalls solche auf ihre Kosten überbracht werden Gießen, am 2. December 1876. Der Stadt Rentmeister: Enders. Waaren Versteigerung. Wegen Aufgabe meines Geschäfts lasse ich Mittwoch den 6. d. M. in dem Hause des Schloffermeistcrs Carl SchmUlts in der Löwengasse Nr. 106, folgende Waaren: 1 groye Partie Herren-Rocke, -Hosen und -Westen, 1 Partie blaue und l Partie Faß-Kittel, gestreift, 10 bis 12 Dtzd. Winterschuhe, 20 Dtzd. Frauen- und Herren-Strümpfe, 1 große Partie Wollenwaaren, 1 große Partie echt englischer Furbekasten zu beschenken für Knaben, 1 Partie Handspiegel, 1 große Partie Schmuckkästen u. Schmuck- gegenstände, als Brocken und Ohrringe in Jett und Lava, 1 große Partie Papeterie, gegen gleich baare Zahlung versteigern. 50 Dtzd. Kleider-, Haar- und Glanzbürsten. 20 Dtzd. Oelsarbe Pinsel, groß und klein, 80 bis 90 Dtzd. Frisir-. Staub- und Taschenkämme in Schildkrott und Büffeldorn, 1 große Partie feine Seife, worunter Gall-Seife, 1 große Partie Zahn- und Nagelbürsten, 1 „ „ Uhl ketten und Portemonnaies, 1 Glasauisatz, Mthrere Glaskasten und sonstige Gegenstände, (6284 A Gulda» Submission auf den 9. December 1876, Mittags 3 Uhr, wird zur Brunnenleitung zu Hausen, Kreis Gießen, eröffnet. Voranschlag 656 52 Bedingungen im Termin und vorher bis zum 7. December bet Bezirksbauaufseher Körner in Gießen. I. A.: (6210 Körner, Bezirksbauaufseher. Versteigerung. Mobilien-Bersteiqerunq. Dienstag den 12. u. Mittwoch den 13. Dec., von Morgens 10 Ubr anfangend, will die Wilhelm RöckerS Wittwe dahier die ihr gehörigen Mobilien, nämlich: 1) 2 Zuapferde, Stute. 2) 2 Zweijährige Maststiere. 3) 5 Kühe, vier tragbare, eine frisch melkende 4) 2 Einjährige Stiere. 5) 3 Kälber. 6, 15 Stück Hämmel und Schafe. 7) 1 - Zuchtschwein, (trächtig). 8) Ungefähr 100 Centner Heu. 9) Ungefähr 10—12 Fuder Roggenstr.^h 10) Ungefähr 5—6 Fuder Waizenstroh. 11) Eine Quantität Hafer-u. Gerstenstroh. 12) Drei Fuder Erbsenstroh. 13) Ein Wagen. 14) Zwei Pflüge. 15) Eine Egge. 16; Zwei Pferdegeschirre. 17) Eine Quantität Kohlraben und Dickwnrz. Das Vieh fomint am ersten Tag zum Ausgcbot. Schadrnbach, den 29. Nov. 1876. 6245) Wilhelm RöckerS Wtw. j Keilgeöotenes. Blasen und Därmen Z verkauft K. Malkome)ius, Neuenweg. SPftrniMitAol desteQualität, empfiehlt Peter Ruckstuhl, Dachdeckermstr., Neuenw-g. Auch übernimmt derselbe das D-ck n ganzer Dächer. (6256 6277) Fische Fische, Reh im Än- schniit, Gänse, Hasen, Holländer Rahmkäse, empfiehlt H. Kurth (6265 Schluß des Berliner Verkaufs am Montag, den 4. d. M., Abends 3 Uhr, Das ganze Lager wird 50°,o miterm Kostenpreise ver- <’ 7 I BJ I IhSK JV 30 aus Berlin. BerkaufSlokal: Seltersweg bei Herrll MehgermNr. 8eng. (6264 Lich: H. 0. Bingmann. empfiehlt (6286 Prima empfiehlt Jüf. Weissbücher. E m i l P i ft o r. gefchtrre rc. bei Türkische u. engiifche (guten abzugeben B. 217. (6290 Kinder 6289) Mantel-, Regulir- rc. Ocfen, Krippen, Patentherde, Pumpen, Koch- Zöple, Zöpfe, Zöpfe, Locken, Chignons, Uljrkcttcn, Ringe, Bouquets, Kriinre, wervcn sauber unv billig angcfertigt. 5rau Wendel, Kaptansglisse. 16266 M. Weiobäeker. 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