Mo. »3. Freitag, den 3. März. 1826. DWUN MWW A»M. W AmtÄM für ira Kreis Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf- mit Bringerlohn. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen viertelzährlrch 2 Mark 50 Pf. Amtlicher H h e i l. Gießen, den 2. März 1876. Betreffend: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestütsbeschäler auf die Landgestütsstationen. , , ~ Das Großhxrzogllche Krelsamt Gießen an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien. Wir weisen Sie an, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu laffen, daß die Großherzoglichen Landgestütsbeschäler für die Landgestütsstationen Berstadt und Grün berg bereits abgegangen sind. v. Röder. ______________ Gießen, den 2. März 1876. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder. Nr. 5 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 26. v. Mts., enthält: (Nr. 1116.) Gesetz, betreffend die Controle des Reichshaushalts und des Landeshaushalt« von Elsaß-Lothringen für das Jahr 1875. Vom 14. Februar 1876. (Nr. 1117.) Gesetz, betreffend die weitere Anordnung über Verwendung der durch das Gesetz vom 2. Juli 1873 zum Retablissement des Heeres bestimmten 106,846,810 Thaler und die zu diesem Zwecke ferner erforderlichen Geldmittel. Vom 16. Februar 1876. (Nr. 1118.) Gesetz, betreffend die Verwendung aus der französischen Kriegskosten-Entschadigung. Vom 17. Februar 1876. u a (Nr. H19.) Gesetz, betreffend die zur Erwerbung und Herrichtung eines Schießplatzes für die Artillerie-Prüfungs-Cowmffston, zur Erweiterung des Dienstgeb audes des Generalstabes der Armee zu Berlin, und zu Casernenbauten in Leipzig und Bautzen ferner erforderlichen, aus der französischen Krregskosten-Entschadigung zu deckenden Getdi.nttel^Vo™ 0bie roe(tere geschäftliche Behandlung der Entu-ürfe einer Deutschen Concurs-Ordnung und des dazu gehörigen Einführungsgesetzes. Bom 20. 5e&ruar^l87^ cn Abänderung des Gesetzes vom 23. Mai 1873, betreffend die Gründung und Verwaltung des Reichs-Jnvalidenfonds, und des Gesetzes vom 18. Juni 1873 , betreffend den außerordentlichen Geldbedarf für die Reichs-Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen und für die im Großherzogthum Luxemburg belegenen Strecken der Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahn. Vom 23. Februar 1876. o 1 i i i l m e r H tj e i l. Etat des Finanzministers bis zu der Position „Ueberschuß aus dem vormaligen kurhessischen Hausschatze", wurde genehmigt; über die Petitionen des Landgrafen von Hessen wegen Teilhaberschaft an dem Familien -Fideicommiß, für welche Windlhorst (Meppen) eintrat, beschloß das Haus zur Tagesordnung überzugehen. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 29. Februar. Der „Neichs-Anz." äußert sich bezüglich des Zusammenstoßes der „Franconia" mit dem Dampfer „Strathclyde" dahin, bevor man sich ein bestimmtes Urtheil bilde, sei das Ergebniß der Untersuchung des britischen Handels-Amts abzuwarten; die beteiligten deutschen Seeleute hätten behufs Vertretung vor den englischen Behörden den Beistand der deutschen Reichsbehörden nicht erbeten; gleichwohl habe das auswärtige Amt verfügt, daß ein Beamter des deutschen General-Consulats der Untersuchung beiwohne, welcher nicht nur den Betheiligten nützlich sein werde, sondern durch dessen Berichterstattung, zusammengehalten mit den Gerichts-Verhandlungen und der Urtheils- fällung, auch eine sichere Grundlage zur Beurtheilung der Katastrophe für Deutschland gewonnen werde. — Ferner enthält der „Reichs-Anz." eine Bekanntmachung, wonach die Einfuhr von Rindvieh aus Holland, Belgien und Luxemburg wegen der dort herrschenden Lungenseuche verboten wird. Berlin, 1. März. Die Kaiserin ist heute früh nach Magdeburg gereist und wird daselbst einer Sitzung des Vaterländischen Frauenvereins behufs Unterstützung der Ueberschwemmten präsidiren. Berlin, 1. Mürz. Das Reichs-Gesundheitsamt wird am 1. April d. I. in's Leben treten und eine seiner ersten Aufgaben wird der Entwurf eines die obligatorische Leichenschau betreffenden Gesetzes sein, das hinwiederum nicht ohne Einfluß auf einzelne Landesgesetzgebungen, namentlich in Preußen, sein wird. Im Geltungsbereiche des allgemeinen Landrechts haben mit Ausschluß von Berlin, wo eine solche ärztliche Leichenschau bereits lange besteht, die Geistlichen über die Beerdigung Entscheidung zu treffen, und es ist ja bekannt, daß unlängst erst der Minister der geistlichen u. s. w. Angelegenheiten den Consistorien mitgetheilt hat, daß die neue Gesetzgebung über die Beurkundung des Personenstandes nichts geändert hat. , Magdeburg, 29. Februar. Der „Magd. Ztg." zufolge trifft die Kaiserin morgen hier ein, um das schwer heimgesuchte Schönebeck zu besuchen. Posen, 29. Februar. Nachdem die Warthe heute früh bis zu 18 Fuß 3 Zoll gestiegen war, hielt sich das Wasser Tags über auf diesem Niveau; seit Nachmittag 5 Uhr fängt es jedoch wieder an zu steigen und ist auch noch weiteres Steigen zu befürchten. Am Pogorzelice wird ebenfalls hoher Waffer- stand, aus Russisch-Polen bevorstehender Eisgang gemeldet. Die von Glogau hierher berufenen Pioniere rücken nach Birnbaum aus, von wo Gefahr in Folge Eisgangs gemeldet worden ist, so daß die Ueberfluthungen in dieser Stadt bereits große Ausdehnung gewonnen haben. München, 28. Februar. Stiftsprobst Dr. v. Döllinger erhielt heute zu seinem 77. Geburtstage von Sr. Maj. dem König dir besten Glückwünsche in huldvollster Weise. ~ f __ In den beiden letzten Nummern des „Deutschen Merkur , des Central- Organs des Altkatholicismus, veröffentlicht Stiftsprobst v. Döllinger die ersten Abschnitte einer Abhandlung über „die vaticanischen Decrete", welche diesen und Deutschland. Darmstadt, 29. Februar. Bei der Wichtigkeit der Frage wegen des Ankaufs der Oberhessischen Eisenbahnen dürften einige Notizen über den baulichen Zustand dieser Bahnen von allgemeinem Jntereffe sein. Wir entnehmen dieselben dem den Landständen vorgelegten Material und insbesondere den Gutachten der Herren Professor Sonne, Oberbaurath Renner, Obermaschinenmeistcr Thomas und Kreiebaumeister Wetter. Hiernach entspricht die Ausführung des Baues allen billigen Anforderungen und gibt zu erheblichen Ausstellungen keine Veranlasiung; insbesondere macht der Bau der freien Bahn und der zugehörigen Bauwerke im Allgemeinen einen recht guten Eindruck. Die Erdarbeiten, der Oberbau, die Kunstbauten laffen im Ganzen wie im Detail eine solide Aussührung erkennen. Dagegen haben bei der Anlage und der Ausrüstung der (Stationen fast überall sehr große Sparsamkeitsrücksichten obgewaltet. Bei der Nidderbrücke sind Nisse im Mauerwerk entstanden, über deren Bedeutsamkeit die Eisenbahngesellschaft mit der Bauunternehmung in Dissens sich befindet; die Nidderbrücke ist deshalb von der Ersteren noch nicht übernommen; ein Vergleich wird aber in der Art angebahnt, daß die Bauunternehmnng wegen dieses Risikos sich einen Abzug von 10,000 Mk. gefallen laffen soll. Die Betriebs- sähigkeit der Bahnen für einen größeren und namentlich für einen durchgehenden Verkehr scheint den Sachverständigen nicht zweifelhaft; jedoch würden hierzu noch bedeutende Ausgaben für Beschaffung einer größeren Zahl Locomotiven und Wagen, für Anlage weiterer Geleise, Wafferstationen u. s. w. erforderlich sein.' , (N. Frkftr. Pr.) Berlin, 29. Februar. Dcr Allgemeine Postverein wird vom 1. Juli 1876 ab — nach Hinzutritt von British - Indien, Aden und den französischen Besitzungen in fremden Welttheilen — 837,000 Quadratmeilen mit 628 Mill. Einwohnern, umfassen. Die Wirkungen des Vereinsvertrages haben sich bereits in einer außergewöhnlichen Vermehrung der Correspondenz bemerklich gemacht, welche bei den Sendungen aus dem Reichspostgebiet 9,7 pCt., nach dem Reichs- postgebiet 6,6 pCt-, und bei den durch das Reichspostgebiet transitirenden Sendungen 10,6 pCt. betragen- hat. Von dem gesammten Correspondenzverkehr des deutschen Reichspostgebiets nack anderen Ländern entfallen auf die Lander, welche dem Allgemeinen Postverein angehören, etwa 99 pEt., auf die übrigen, dem Allgemeinen Postverein nicht angehörenden Ländern nur 1 pCt. Abgesehen von den Postkarten, Drucksachen, Waarenproben, welche bei der Versenoung mit der Post dem Frankirungszwange unterliegen, wurden von den Portopflich tigen Briesen aus dem deutschen Reichspostgebiet nach anderen Ländern 97^ pCt. frankirt und nur 2V2 pCt. unfrwifirt abgesendkt. Es erscheint daher der ^-itpunkt nicht fern, daß im internationalen Verkehr unfrankirte Briefe über- t nicht mehr, oder doch nur in ganz vereinzelten Fallen zur Absendung .gen werden. , Q r . . L £ . . Berlin, 29. Februar. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute die c Berathung des Etats des Handelsminifteriums. Die Position für die anlagen aus der Insel Wangeroge wurde an die Budget-Commission ver -a ; die zum Neubau einer Dienstwohnuug für den Regierungs-Präsidenten inzig geforderte erste Rate wurde abgelehnt, alles Uebrige bewilligt. Der Serbien. Vermischte H. nach Cannes, in Horsham Brown, der die an zurück- anläß- Regie- sich nach England zu begeben. Der Graf von Caferta begibt sich Gerüchtweise verlautet, daß Blanqui gestorben sei. Arankreich. Der spanische Botschafter, Marquis v. Molins, den Uebertritt Don Carlos' nach Frankreich M 996) Die: längstens W ober prolongtri zur öffentlichen Heidelberg, 22. Febr. Die „Franks. Ztg." macht auf die hiesige „Central- llelle für Kapitalien-Anlage- aufmerksam, welche u A. Loose einer der „wichtigsten und reichsten Städte Italiens", Barletta, auSbictet. Barletta ist weder sehr wichtig, noch kehr reich; e§ hat nicht einmal halb so »iel Einwohner wie Darmstadt und liegt in- Neapel. Also Vorsicht! - Warnung vor holländischem Mehl. Der Präsident deS landwirth- schaftlichen Vereins für Rheinhessen theilt mit, daß von einer holländischen Firma den Mühlenbesitzern der Rheinprovinz unter der Bezeichnung: „Zoogenaamd Kunstmeel of Kunstwit“ (sog. Kunstmehl oder Kunstweitz) zwei Proben einer weißen, mehlförmigeo Substanz zugesandt werden, welche bei Abnahme von mindestens 1« OO Kilo zum Preise von 8,50 resp. 7,50 M. per 100 Kilo geliefert werden soll. Rach der Untersuchung her landwirthschaftlichen Versuchsstation zu Bonn ist dies Kunstmehl nichts anderes all Gyps. . Dill enburg ist dieser Tage der Beamte eines bedeutenden Geschäfte? mit 13,000 Thlr. durchgedrannt, man vermuthet nach Amerika. — Ein Schneiderlein in Westphalen war mehr als billig dem Schnapsteufel er- (jebcn und keine Kur wollte anschlagen. Da fanden ihn neulich Bergleute in Ibbenbüren toll und voll an der Straße liegen und beschlossen, ihn zu heilen. Sie schafften ihn in den dunkeln Schacht, wo er nach vielen Stunden mit einem kolossalen Kater erwachte. Rm^ um ihn herrschte finstere Nacht, dumpf und gespenstisch tönten die gleichmäßigen Schlage der arbeitenden Bergleute an sein- Ohr uno schaudernd tastete» i ner.L n^e r J naßkalten Wänden herum. Auf seinen ängstlichen Hülferuf eilten die schwarzen Gesellen herbei und gruppirten sich, von ihren Grubenlichtern phantastisä beleuchtet und finster blinkend, um den tödtlich erschrockenen Schneider, dem plötzlich sein ganzes Sündenregister einfiel und der Gedanke kam, daß er der Hölle verfallen lei. Er stürzte dem obersten der Teufel zu Füßen, der, ein Erzschalk, ihm seine Sünden streng vor hielt und ihm zuries: Du bist der Hölle verfallen. Der Schneider flehte um Anade, die ihm endlich unter der Bedingung gewährt wurde, daß er nie wieder einen Tropfen ScknapS über seine Lippen bringe. Mit verbundenen Augen geleitete man ihn an bie Oberwelt, führte ihn eine gute Strecke von dem Schachte und gestattete ihm W Zlnde zu losen, nachdem Alle sich entfernt hatten. Da sah er sich plötzlich in bekannter Gegend, ohne zu wissen, wie er dahin gekommen, und fest überzeugt, daß der Weg in die Unterwelt bei Ibbenbüren zu suchen sei, schlich er nach Hause. Er hat seine Kur Keinem erzählt, aber weit und breit kennt man sie und — wa- die Hauptsache - sir hat bis jetzt geholfen- . — (Für'S Gemeindewohl.) Vorsitzender der Stadtverordneten - Vevfammlung: ^Meme Herren, wir bedürfen für da- Standesamt dringend eines SecreiärS!"- Mehlmeier: „Ich bitte zu bedenken, zu waS wir denn eigentlich einen Secretär brauchen, ein Kosten thät's auch!* bringen das Schreiben, worin Chauffonr seiner Candidatur im 8. Arrondissement entsagt, um die Wahl des bonapartistifchen Candidaten unmöglich zu machen, da ein solcher Ausgang sein französisches und elsässisches Herz empören Würde. Pari-, 29. Februar. Don Carlos ist von dem Präfekten in Pau b deutet worden, daß ihm nicht einmal für ganz kurze Zeit der Aufenthalt in der Nähe der Pyrenäen gestattet werden könne, dagegen dürfe er vorläufig in einer Stadt des nördlichen Frankreich seine Residenz nehmen. ______ v _ _ . , . . Belgrad, 29. Februar. In Kragujewatz und Semendria sind Coupon der Prioritäten der Mährischen Grenzbahn wird unter theilweiser In- lich der Gemeinde-Wahlen blutige Schlägereien vorgekommen. — Die ~ r •. r . rrt rung hat ein Verbot der Getreide-Ausfuhr crlasien. mit einer Majorität von 54 Stimmen gewählt wurde, unterlegen. Landon, 29. Februar. Wie die „Times" meldet, haben Leffeps und die Mitdirectoren der Suez-Canal-Gesellschaft Sir D. Lange plötzlich aus seiner Stellung als englischen Repräsentanten der Gesellschaft entlassen. Als Ursache dieser plötzlichen Maßregel werden zwei vertrauliche Schreiben Lange's an Granville aus dem Jahre 1871 angegeben, welche mit den dem Parlamente vorgelegten Berichten über die Suez-Canal-Angelegenheiten irrthümlich veröffentlicht worden find. Die „Times" spricht ihr Bedauern über diesen Vorfall aus. London, 29. Februar. Im Unterhause erklärte der Unterstaatssecretär Bourke auf eine Anfrage Gordon's, die Regierung habe auf bezügliche Information erfahren, daß der russische General Fadijeff von dem Khedive vorbei haltlich der Genehmigung der russischen Regierung aufgefordert worden sei, die ägyptische Armee zu reorganisiren; aber zum ägyptischen Kriegsminister sei derselbe nicht ernannt. anspruchnahme des Baufonds mit 5 pCt. in Silber voll eingelöst. Wien, 1. März. 3« der heutigen Sitzung des Abgeordnetenbauses Paris, 28. Februar, gibt heute ein Diner, um zu feiern. Paris, 29. Februar. erklärte der Minister-Präsident Fürst Auersperg in Erwiderung auf eine Interpellation des Abg. Schönerer: Die beiden ausländischen Journalisten seien auSgewiesen worden, weil dieselben unter Mißbrauch der ihnen in Oesterreich gewährten Gastfreundschaft fortgesetzt die Ehre Oesterreichs verletzende Artikel in ausländischen Blättern veröffentlicht hätten. WaS die „Gartenlaube" betreffe, so sei ihr wegen eines die Ehrfurcht gegen das Kaiserhaus verletzenden Artikels, welcher in einem Familienblatte doppelt gehässig erscheinen muffe, der Postdebit entzogen worden. Die Erklärung deS Minister-Präsidenten wurde von allen Seiten des Hauses mit großem Beifall begrüßt. Pesth, 1. März. Das „Amtsblatt" veröffentlicht die aus Gesundheitsrücksichten bewilligte Entlastung des bisherigen Ministers für Kroatien Grafen Pejacsevich, und die Ernennung Bedekovich's zu seinem Nachfolger. — Der Kaiser und die Kaiserin haben weitere 40,000 fl. für die Ueberschwemmten in Ungarn gespendet. werden. Jedenfalls ist durch den anhaltenden Regen und dadurch bedingten hohen Wasserstand der Stadtbach das Fundament erweicht und herausgebrochen. Wie wir hören, soll der unverzügliche Abbruch des Hauses angeordnet fein. Rumänien. Bukarest, 29. Februar. Der Finanzminister hat von der Depntirten- Kammer die Bewilligung einer Anleihe von 30 Mill, zur Deckung des Deficits und einer desgleichen von 50 Mill, zu Eisenbahn-Bauten gefordert. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Kammer diese Forderungen bewilligen werde. Der Präsident derselben, Fürst Ghika, hat bereits erklärt, er werde die Regierung ferner nicht mehr unterstützen, und seine Demission als Präsident gegeben, welche indeß von der Kammer nicht angenommen wurde. Spanien. Madrid, 29. Februar. König Alphons hat die Entscheidung der Frage hinsichtlich der Rückkehr der Königin Jsabclla nach Spanien lediglich dem Ermessen des Ministerraths anheimgestellt. Letzterer hat bisher noch keinen bestimmten Entschluß darüber gefaßt. Madrid, 1. März. Eine Anzahl von Cortes-Deputirten beabsichtigt unverzüglich einen Antrag einzubringen, worin die Negierung ersucht wird, die Gebiete Biscaya und Navarra mit den angrenzenden spanischen Provinzen zu verschmelzen. England. London, 29. Februar. Bci der Wahl zum Unterhause ist der General -Advocat Giffard gegen den liberalen Candidaten * Berlin. (Warnung für Mütter.) Der in der K. Straße wohnende Dr. phil. M. kebrtc kürzlich mit feiner jungen Frau von einem Balle heim. Beide begeben sich, in ihrer Wohnung angekommen, sofort in das Schlafgemach, um ihren Liebling, ihr einziges sechsjähriges Töchterchen, zu begrüßen, und finden das Bett leer. Keine Feder ill im Stande, den Schreck der Eltern ju beschreiben. Man klingelt dem Dienstmädchen, Paris, 1. März. Don Carlos hat gestern Abend Pau verlaffen, um doch Vermag dasselbe keine weitere Auskunft zu geben, als die, das Kind am Abend - - - ' — ~ ~ - - * verlassen zu haben, nachdem dasselbe fest einaeschlafen. ES wird zu einer genauen Durchsuchung der Wohnung geschritten und das Kind endlich in einer hinter der Küche belegenen Kammer, zwischen einem großen Koffer und der Wand hockend, barfuß und nur mit einem dünnen Nachtröckchen bekleidet, in bewußtlosem Zustande gefunden. Der herbeigerufene Arzt brachte zwar bald das Kind zum Bewußtsein zurück, conftatirte aber zu gleicher Zeit eine so heftige Nervenerschütterung, daß für das Leben der kleinen Patientin ernstlich zu fürchten fei Angesichts dieser betrübenden Aussichten gestand dal Dienstmädchen reumüthig, daß sie, um Zeit zu einem Stelldichein mit ihrem Schatz ;u erlangen, das Kind zeitig zu Bett gebracht und dasselbe durch Drohungen und Erzählung furchterregender Geschichten zum Ruhigliegen veranlaßt habe. Als sie später zurückgekehrt, habe sie nicht mehr nach dem Kinde gesehen, glaubend, dasselbe schlafe Jedenfalls ist das kleine, geängstete Wesen in seiner Erregung aufgestanden und, von Furcht gejagt, bis in die entlegene Kammer geflüchtet. Lokal-Notiz. Gießen, 2. März. In der Sitzung der Stadtverordneten vom 24. Februar wurde Folgendes zur Verhandlung gebracht: 1 • Mit Rücksicht auf die der Stadt Gießen in den nächsten drei Jahren in Aus- frajt stehenden Kosten für Erbauung von Straßen, Schulhäusern rc. ist die Aufnahme eines Kapitals von 600,000 Mark beschlossen worden und wurden zugleich die Bedingungen festgeftellt, unter welchen dieselbe zur Aus'ührung kornrnn soll 2. Auf Grund deS Volkssckulaesetzes wurde für ein abgeganaenes Mitglied bei katholnch'N Schulvorstandes Herr Redacteur Adam Scheyda erwählt. 3. Zur Bestreitung der Kosten für Herstellung eines gepflasterten Ueberganas über die Chaussee zu dem neuen Postgebäude ist der erforderliche Credit zu Lasten der Rechnungtzüberschüsse bewilligt worden .Ein Bürgertriebviertel wurde zurückgenommen und der Nutznießerin dafür eine Entschädigung von 6 Mark pro Jabr für Lebzeiten bewilligt. 5. Herr Johannes Lenz IX. von Kleinlinden will auf sein Eigenthum an der Frankfurter Straße in der Nähe der Kahl'scheu Besitzung und Herr Daniel Weller V. von Heuchelheim auf feine Wiese links der Rodheimer Straße bauen. Die deSfsltt zur Vorlage gekommenen Pläne fanden Zustimmung und soll deren Genehmigung befürwortet werden den Bestrebungen der Jesuiten mit geharnischter Polemik entgegentritt. Der „Deutsche Merkur" kündigt die Fortsetzung der Abhandlung an. Türkei. .fl... -j» Konstantinopel, 28. Februar. Hier einlaufende Nachrichten aus ber ^qKrrciah Herzegowina lasten ein baldiges Aushören der Jnsurrection erwarten. Haidar Wien, 29. Februar. Im Abgeordnetenhause interpelliren die Abgg. und Wasta Effendi gehen im Laufe der Woche auf ihre Posten ab, um den Paulinovic und Genosten den Minister des Innern, ob die Regierung mit der Jrade bezüglich der den An-gewanderten gewährten Erleichterungen zu über- ungarischen Regierung sich bezüglich der Behandlung der bosnischen und herze- bringen. — Wie hier versichert wird, habe der Fürst von Montenegro gowinischen Flüchtlinge in's Einvernehmen gesetzt habe und wie die Regierung der Spitze des Aufstandes stehenden montenegrinischen Häuptlinge in dieser Hinsicht vorzugehen gedenke. Es wurde sodann die Cotirnngs-Steuer berufen, angenommen und der mit Harvar abgeschloffene Handels-, Schifffahrts- und Freundschafts-Dertrag genehmigt. Wien, 29. Februar. Die „Preffe" meldet: Der morgige halbjährige m in 6. Dlm Herrn Philipp Morg,l von Reiskirchen ist auf Grund der VersteigerunstS- bedingungcn ein Abzua an feinem ©tetpprei§ pemacht worden, weil er die übernommene Lieferung von Hausteinen zur Brücke über die Wiescck nicht vollftändiq geliefert hat Auf fein Gesuch um Erlaß dieser Conventionalstrafe soll derselbe abschlägig beschieden Don (String ist in Bealeituna des Grafen La- werden, weil die Stadt durch die versäumte Lieferung erhebliche Nachtheile erlitten hat. ^Jen Bartos qt in Begleitung ocs grasen fcn- 7. Herr Philipp Bauer ll. bat um Ueb-rlassung des stHtztischen Geländes neben Mauleon angekommen und nach Pau weiterge- feinem Hause in ber Reichensand-Bahnhofsstraße nachgesucht; etz soll ihm aber geant r v r r . roortet werden, daß sein Gesuch erst nach Fertigstellung der Canalarbeiten daselbst in w PkAMkllw b jähere bei den den kann. Gießen, vn 975) Mon des Vorn sollen in dem l DAicMW Jetß, Nkchverz liefert werten m w 10 10 " 44 90 16 " 38 250 Wellen ' vUO t j 3 Menfti b8 @Kben:!9( 124 Nadel-Ba a/ter Du 5 &e' 6; ö Eichen-S^ io», haltend, 1837 Achten-E Ä serta gestern Abend 7 Uhr in ■ reist. Es verlautet, er werde sich nach England begeben. -------------„ ............. ... PariS, 29. Februar. Mac Mahon siedelt am nächsten Montag nach ^ög^lich sei werden könne, weil erst dann e ne genaue Beu^thetlung deSselbrn Versailles über. , . cm • cm- -a ctd k k ^wn Hause detz Herrn HofgerichtS-Advocaten Kraft nach dem Schoor- — Laut „Moniteur" werden der Marme-Mimster Montaignac und der graben führende Rohr reicht nicht au«, um das dort sich ansammelnde Wasser aufzu- Unterrichts- Minister Wallon ebenfalls ihr Entlastungs - Gesuch einreichen und nehmen; es wurde deßhalb die Herstellung eines anderen, zu 260 Mark veranschlagten durch den Admiral Pvthuau (linkes Centrum) und Jules Simon (Linke) er- Adzugs^ohrs genehmigt. , setzt werden. Die Unterhandlungen wegen Bildung des Cabinetr sollen heute fcnb mußte wegen drohenden Einsturzes heute Morgen^Jon ’feinrn ^Insassen geräumt einen entschiedenen Schritt vorwärts gethan haben. Republikanische Blatter — - """ °°°l 24. Sebtuot M bm n-n soll ■8fbln' 'S"1 »V* ta ulbet 41 »* l-8.fi *ini(5trin bifürti« 1? Etzenthum an ba H'n Daniel Weller V " b^rn. Die desssll! •aen Venehmizung Hh runb btr Sfrfteigtrun^l öie übtrnommtnr üoUflänbfg gelicfett La! tlbt ibid)!ägtg bkschieben it ”ad)tbtik erlitten bat bttiditn GelLnbeS neben t< soll ihm aber geant ?analaTbriten daselbst ii c vni'theüun, derselde« tfraft nach dem Schm ammdnbt Wasser aufjw M Mark veranschlaM mer auf dem Rnchni' seinen Insassen geräun! laburd) bcdmgtm Hohn rau-iebrochen. Wie cii fri*. ane wobntxbt Dr. phil. m. Mbt fit um ihnn Lieblwz, fc 5 8ett leer. Keines naelt dem DienftinaM tt da? Kind am Abc) ,ird 1- einer «awtB In einer hinter berM-. and hockend, । Zustande «fm»«- g Mn zurück, cflWj ür da; lieben der klem n «^sichten geftan b.i ielfl mit ibrem WM Drohungen und erzc, US. SM । auszestanden und.v auf die in* der .Wito”0! sehr vicht'S, •Zo0g^1 er ■«Mi« tritt1' OO.Mllchung* aw**" ... itm3*n”,il11311« 'MA! ^tne'd^'^>ie oerf^ , >oß er nk ■ •< vfi'«tlVri«lld,3 ate Temperatur i u Gießen. Februar 1876. Höchste................... mittlere . . . Mittel früherer Jahre niederste . - - - - ............. Niederschlag: an 24 zagen • • • • * ' „ im Mittel früherer Jahre an 13 Tagen . . sDer stärkste Febiuar Niederfchlaq, so lange bter beobachtet ' 11,5 9 R. Par- Zoll + 1,19 4- 0.52 — 13,5 4,53 1,38 wird ) Aecht kölnisches Wasser von Jean Maria Farina. . Ä»S'»"S v» Ä- •tläfcbcben 1U M. 1,28 unb 68 Pi«, gehör,ornb.^^^ in «bin. kaufen- flusoer6auf. 1000) Preisen, aufmerksam. Preisen. 788) Emir 4 ä (638 n n ZLesvndere Bekanntmachungen Oberhessische Eisenbahnen. 48 17 376 28 4 451 Wellen Prügelholz, Buchen- und Eichen-Stockholz, Buchen-, Eichen- und Nadel- Hegenschirme für Damen unv Herren empfiehlt in reicher Auswahl zu billigen Ioh. 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Buchen-Scheitholz. 2i , Eichen- „ 40 „ Buchen-Prügelholz, 7 ,, Eichen- „ 3fl ,, Buchen-Stockholz, 14 Eichen- „ 420 Welle Buchen-NetShrlz, 520 Eichen- „ 650 !, Weich- ,, 1Q00 dtabel- tt „. . , Die Zusammenkunft ist auf dem Vrcmal- wea nach Niederkleen am Wald unb wird das Stamm- und Stangen-! Holz Nachmittags um 1 Uhr zur Versteif TU"2ng°Ä, am 1. März 1876. Großh-rzogl. Bürgermeisterei Lang-Gons io r u u e i» Wegen Geschtstsaufgabe verkaufe id) meine fämmtlid)en Maaren aus. Hierbei mache ich besonders auf eine Parthte Str^k - und «t,ck Wolle, ItrVmtn , Perlen, Strick - nnd Stick - Seide ,e. re., s°>m° °>Ü eine Parthie schöne Baumwolle, zu außerordentlich billigen Haasenstein Ä Vogler Annoncen-Expedition in Frankfntt a. M. etc., in Gießen vertreten durch N- Srheyoa, gegründet 1883, M n n ft II f C 11 " ft C 11 • ® " vieler deutscher, österre-bischer, sckweirer, holländischer ic. 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Donnerstag den 9. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeindewalde, Dlstrict Dorfwiese unb Tannen: Versteigerungen. I ™ «mtr- Buchen-S-heithol,. Holzversteigerung. Dienstag den 7. März d. 3, It Vormittags 9 Uhr anfangend. 24 sollen im Lang-Gönser Gemeindewald 1700 Wcbrholz, District SchDarzsteinkant. nach- 550 ®lÄÄ ©oIifOrtiment= nerftetged 1300 ----Chovoladcn, Cacao - Pulver und Cacao - Masse der Co. Francaise, London. Paris nnd Straßburg der Herren Ioh. Ph. Wagner & Co. t» Mainz, Jordan L Tirnaeus in Dresden, Neugebauer Lohmann in Emmerick o/9t. Ganz besonders erlaube mir eine Block-Chocolade der Co. Fran^is^e, * * *■ “ Sb b. Lichtertanz der Bräute von Kaschmir aus der Oper „Feramors“, von Anton Rubinstein. a. Präludium und Fuge in G-moll von J. Seb. Bach. Violin-Solo. b. Air (aus der G-dur-Suite) mit Begleitung des Streichorchesters von J. S. Bach. Forderungen an den Carueval-Verein „Türkei" find innerhalb 8 Tagen bei dem Unterzeichneten zur Geltung zu bringen, epen, i. März 1876. 955) Ein braves Dienstmädchen wird zum sofortigen oder doch baldigen Eintritt in einen kleinen Haushalt gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bl.___________ 997) Ein braves Kindermädchen alsbalo Csafe Leih» § Aöfeliall. Saalöffnung präcis 6 Uhr. 993) Ein langhaariger Hofhund ist mit Kette entlaufen. Dem Wiederbringer eine Belohnung. Nähere Kennzeichen : Schnauze, sowie das erste Glied der Beine geschoren und am linken Vorderbein einen baarlosen Fleck. Abzugeben bei Ph. Lotz, Neuenbäuen. Vor Ankauf wird aewarnt 1002) Der Pfarckschein Nr. 864 der Pfand- und Leihaustalt deü Unterreichneten ist angeblich verloren gegangen; Ansprüche daran sind innerhalb acht Tagen bei demselben geltend zu macken, als sonst das Pfand dem Verpfänder resp. dessen Erben zurückgegeben wird. Gießen, den 29. Februar 1875. ___________________A Henrich. Fiiller-Scliiieiil-llascliiiieii.™;ti't™ räthig in ver Handlung von 762) A. Buch in Hungen. ........ Dermietkungen. 998) Ein freundliches Familienlogis zu vermiethen- Lindenplatz A- 64. 999) In einem vor der Stadt gelegenen neuen Hause ist der dritte Stock, bestehend aus 6 Stuben rc. zu vermiethen. Näheres zu erfragen bei Ohr. Tlx, am Neuenwegerthor. 986) Der zweite Stock nebst einem Mansardenzimmer und Gartenantheil ist in dem BinzeUschen Hause an der Marburgerstraße zu vermiethen und am 1 Mat l. I. zu beziehen._______ 333) Zu vermiethen vom 1s. März an der untere Stock und Zubehör des Hauses Marburger Straße A. 166 nebst Gartenantheil_______________________________________ 964) Ein Familienloais, bestehend auS 2 Zimmern, Cabinet, Küche u. s. w, ist zu vermiethen ui d 1. April beziehbar. Seltersweg L. C. Nr. 8. 978) Es wird ein junges Mädcken isrml Confession, aus anständiger Familie, als Büffetdame gegen hohes Salair zum sofortigen Eintrit zu engaairen gesucht. (Safe Goldschmidt Fraaslkfurft >1 995) Ein kräfti-er Junge, welcher das Schmiedaeschäft erlernen will, kann bei mir in die Lehre treten ___________Emil Euler, Asterweg. 994) Mistbeetfenstcr werden zu kaufen gesucht- Von wem? sagt d. Exp. d. Bl- <