Freitag, den 2 Juni S87« io. 1TV AnBse- unb AmtsdM sir btn Kreis Gießen vom Gießen, den 31. Mai 1876. Der Vorsitzende des Provinzialtags. der, Provinzial - Director. v. R ö Ausgabe. Uhr: - Pf- M. M. 50 Pf. 50 700 4850 M 5i) Pf. Summa der Ausgabe itliy»6,to" 25. Reservefonds 26. Betriebskapital 862 3788 200 1000 2000 150 1000 AuSstände „ Beiträge der Kreise Kapitalzinsen Prozeßkosten Nichts. Einnahme. Kassevorrath aus vorhergehenden Jahren t einer Erhaltung ober Wiedergeburt des osmanischen Reiches glaubt, insbesondere also die sog. jungtürkische Partei nach einem haushälterischen und kräftigen Fürsten verlangte, die Succession des Knaben Dustuf Jzzedin's als staatsgesähr- lich betrachtete und die Thronbesteigung Mehemed Murad's immer heißer ersehnte. Einen äußerlichen Ausdruck fand die solcher Weise geschaffene Spannung bereits Mitte dieses Monats in folgendem Vorfall: Mehemed Murad war zum Sultan gedrungen und hatte sich zum Dolmetsch all' der gerechten Vorwürfe gemacht, welche gegen den Padischah erhoben wurden. Abdul Aziz ließ ihn darnach gefangen setzen, erweckte hiermit aber nur unter den Sofias eine l neue wachsende Aufregung, welche ihn, wie es scheint, jetzt ein- für allemal beseitigt hat. Ob der Thronwechsel völlig unblutig verlaufen, darüber liegen | ebensowenig, wie über das dem entthronten Monarchen bestimmte fernere i Schicksal irgend welche Nachrichten vor. Diese Nebenumstände haben indessen 1 der Thatsache des Thronwechsels gegenüber kaum noch ein Jntereffe. In der Hauptsache wird es sich fragen, ob die europäischen Mächte das fait accompli anerkennen, und wenn dies der Fall, in wie weit der Personenwechsel von Einfluß auf den Verlauf der orientalischen Verwickelung sein wird. Kapitalzinsen ..... Besoldungen ..... Diäten und Gebühren .... Botenlohn und Verkündigungskosten Für Büreaugegenstände und Gerätschaften Erbauung und Unterhaltung von Provinzialftraßen Nichts. Prciö vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark.bO Pf. Nachstehend wird der Voranschlag über Einnahme und Ausgabe der Provinzialkassc der Provinz Oberhessen für 1877, wie er in der Sitzung des Provinzialtags 26. I. M. genehmigt wurde, zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstrckße, Lit. B. Nr. 18. Thronwechsel in Konstantinopel. In voriger Nummer dieses Blattes veröffentlichten wir die Depesche des Wolff'schen telegraphischen Bureaus aus Konstantinopel, laut welcher Sultan Abdul Aziz entthront und an seiner Stelle Mehemed Murad Effeudi auf den Thron erhoben ist. Ganz unvorbereitet überrascht uns dieses Ereigniß nicht. Prinz Mehemed Murad war als der älteste Agnate des Groß-Sultans nach dem osmanischen Successionsrecht der legitime Thronfolger. Nach demselben Rechte war Abdul Aziz am 25. Juni 1861 seinem Bruder, dem Sultan Abdul Medschid (Vater des Prinzen Mehemed Murad) in der Regierung gefolgt. Die Absicht Abdul Aziz's, diese Tbronfolgeordnung abzuändern und das Reich seinem eigenen Sohne Duffus Jzzedin zu hinterlaffen, ist bekannt. Der Ausführung widersetzten sich Anfangs eigentlich nur die Alttürken. Aber die Verschwendungssucht des Sultans, die wirtschaftliche und politische Nothlage der Türkei brachten es neuerdings dahin, daß Alles, was noch an die Möglichkeit in Königsberg hlosser (Zranksi umhin, uns ganz bestimmt auszusprechen, daß die Fortdauer der Ministerien in der gegenwärtigen Lage und Art, der dadurch veranlaßte bedeutende Apparat und der dadurch nothwendig werdende Kostenaufwand mit der Stellung des Großherzogthums, seiner Bevölkerung und seinen Finanzkräften nicht im Einklang zu stehen scheint, ganz abgesehen davon, daß die fortdauernde Trennung der Geschäftskreise der Ministerien der angebabnten Einheit der Leitung in den Weg tritt und diese Trennung zur raschen Erledigung der Geschäfte nicht wohl beitragen wird. Die Verhältnisse unseres Landes — zumal eine große Reihe von Hoheitsrechten auf das Reich übergegangen und die jetzige Zeit vor Allem auf einfache und rascke Erledigung der Staatsgeschäste hindrängt — sind der Art, daß unseres Erachtens ein verantwortlicher Minister mit seinen Rcfforträthen vollständig genügte. Unter allen Umständen ist aber kein Grund, mit einer Verminderung der Ministerien, resp. Vereinigung mehrerer länger zuzuwarten, und müssen wir uns ganz entschieden gegen Wahrung von Personalrücksichten, welche, auf der einen Seite vielleicht billig, sehr oft zu Ungerechtigkeiten und Unbilligkeiten auf der andern Seite führen, aussprechen. Das Staatsintereffe darf jedenfalls nur als einzig maßgebende Richtschnur behandelt werden. Es steht uns nicht zu, in die Organisationsfrage selbst jetzt näher einzutreten, aber wir wiederholen, daß das Land nur dringend eine Aenderung in dem Sinne einer größeren Einheit, Vereinfachung und Kostenersparung zu erwarten scheint, und wir geben diesem, unserer Ansicht nach gerechtfertigten Erwarten bestimmten Ausdruck in dem hiermit an die Großh. Regierung gerichteten Ersuchen: die oberste Verwaltung des Großherzogthums, unter Aenderung der bis jetzt bestehenden Vorschriften, dahin organlsiren zu wollen, daß ein verantwortlicher Minister an die Spitze der Verwaltung gestellt werde, die selbstständigen Ministerien aber aufgehoben werden, oder doch jedenfalls eine solche Organisation zu treffen, daß die Zahl der Ministerien vermindert, der Geschäftsgang vereinfacht und wesentliche Kostenersparniß erzielt werde." Diesen Anträgen trat der Finanz-Ausschuß der ersten Kammer nicht bei, schlug aber seinerseits das an die Regierung zu stellende Ersuchen vor: in Erwägung zu ziehen, in welcher Weise die Ausgaben in dieser Hauptabtheilung bei der jetzigen Sachlage etwa verringert werden könnten. Der Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer hält seine Anträge aufrecht. Berlin, 30. Mai. Der „Loudon Gazette" zufolge hat die Königin von England den Herzog von Cumberland (Exkönig von Hannover) zu einem General und den Prinzen Ernst August von Cumberland (Kronprinz von Hannover) zu einem Obersten der englischen Armee ernannt. Berlin, 31. Mai. Der Kaiser hat die Ernennung des bisherigen hessischen Minister-Präsidenten Hofmann zum Präsidenten des Reichskanzler- Amtes vollzogen; dieser übernimmt morgen die Leitung der Geschäfte. Berlin, 31. Mai. Ein Privat-Telegramm der , Post" meldet, daß diplomatischen Berichten zufolge Sultan Abdul Aziz durch die Sofias ermordet worden sei. Die Bewegung in Konstantinopel dauere fort. Berlin, 31. Mai. Die Reichs - Justiz - Comnnssion hat gestern Mar- quardsen's Antrag zu § 44a der Strasproceß Ordnung, betr. die Beseitigung des Zengniß-Zwangs bei Preß-Vergehen, wofür der Redacteur als Thäter hastet, mit allen gegen 2 Stimmen angenommen. Posen, 31. Mai, 9y2 Uhr Morgens. Die Sprit-Fabrik von Potwo- rowski und Comp. steht seit heute Nacht 2 Uhr in vollen Flammen; trotz angestrengter Thätigkeit der Feuerwehr und des Militärs ist man bisher des Feuers noch nicht Herr geworden. Speyer, 31. Mai. Bischof Haneberg ist heute Vormittag gestorben. Rubr.-Nr. 1. : 2. ! 3. ! 4. ■ 5. ' 6—9. 10. 11. 12. Rubr.-Nr. 13. 14. : 15. ! 16. : 17. 18. । 19—22. 23. ' DcE-Skand. Darmstadt, 30. Mai. Der Abg. Osann hat über Hanptabthei- lung VII. a. des Ausgabe-Budgets „Gesammtministertum und Cabinelsdirection" Namens des Finanz-Ausschusses Bericht erstattet. Bei der Berathung dieser Abtheilung trat im Ausschuß die Frage in den Vordergrund, ob und inwiefern sich die Organisation des Gesammtministcriums in Verbindung mit den bestchen- >cn drei Reflort-Ministerien bewährt habe. Der Bericht äußert sich hierüber tote folgt: „Die Erwartung, daß durch Schaffung dieser Behörde die einzelnen Ressort-Ministerien einigermaßen entlastet würden und dadurch eine Reduction «ngezeigt erscheine, welche den Aufwand an Besoldungen und Kanzleikosten verringern, von welcher der Finanz-Ausschuß voriger Kammer ausging und welche ihn veranlaßte, die Herabminderung der Ehess der Ministerien auf drei Präsidenten wünschenswerth zu erachten, wurde bis jetzt nicht erfüllt, wie der Hanpt- wranschlag bezüglich der einzelnen Ministerien zur Genüge zeigt. Wenn auch damals die Großh. Regierung erklärte, daß sie gegen eine solche Herabminde- wng bei sich ergebender Gelegenheit kein Bedenken habe und daß es nicht ihre hchsicht sei, die jetzige, auf besonderen Personalverhältniffen beruhende Einrich- lutijj zu einer dauernden zu machen, und wenn sie auch bei ver jüngsten Be- »athung in diesem Sinne sich wiederholt aussprach, so können wir doch nicht hei Ma. .. !■ n B-lle Mag» "Uhr unh S ui 1 Uht 16 die Auszuleihende Kapitalien 24. Zurückzuzahlende Kapitalien jst-atcli Stiftungen, Schenkungen, Vermächtnisse . — „ — „ Neu aufzunehmende Kapitalien . . • • — H — w Zurückzucmpfangende Kapitalien . — u „ Summa der Einnahme: 4850 M. 50 Pf. tion E. Lol uvereii >ds 7‘/2 Uhr, ikcller: 2771 ui tu nfl Mg von Srennmah^ AreinsangklegcnüE! w&. . dahier große H W linktet ndörfen «8* ; t, * * en^ 18t1 ,?ltle fteunbüj aus ü " Subti anderwM ^rstabsarztWkij, H«8errei<8. Wien, 31. Mai. Laut einer beim auswärtigen Amt eingelaufcnen Meldung wurde Abdul Aziz von den Sofias gestern erdrosselt. Die Auf regung ist in Folge dessen größer geworden. Pesth, 31. Mai. Die Meldung mehrerer Wiener Zeitungen, wonach dem auswärtigen Amte die Nachricht zugegangen sei, daß der entthronte Sultan erdrosselt worden, wird für unbegründet erklärt, da nach den neuesten Nachrichten aus Konstantinopel Abdul Aziz noch am Leben war. Dieselben Berichte melden ferner, daß die Patriarchate der christlichen Genossenschaften dem neuen Sultan bereits gehuldigt haben. AiranLreich. Paris, 30. Mai. Der „Agence Havas" zufolge ist der türkische Thronwechsel in den hiesigen politischen und Finanz-Kreisen günstig ausgenommen worden, indem man glaubt, daß die Lösung der Schwierigkeiten im Orient dadurch erleichtert werde. Dem Vernehmen nach würden in dem neuen türkischen Ministerium Midhat Pascha das Großvezirat, Khalil Sherif Pascha das Auswärtige und Sadyk Pascha die Finanzen übernehmen. Paris, 30. Mai. Die Nachricht von der Entthronung des Sultans Abdul Aziz machte heute hier und Versailles ungeheures Aufsehen. Der türkische Botschafter Sadik Pascha machte dem Minister des Auswärtigen heute Mittheilung von dem Thronwechsel in Stambul; eine lange Unterredung folgte. In Ems, wie man hier erfährt, traf die Depesche diesen Morgen um 8 Uhr ein; Gortschakoff eilte sofort zum Kaiser Alexander. Der Großvezir Mehemed Ruschdi Pascha steht, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, mit Midhat Pascha an der Spitze der Bewegung; das türkische Heer ist, wie es heißt, dem Thronwechsel günstig gestimmt. Der entthronte Sultan wird in seinem Palaste überwacht. Auch der russische Botschafter Fürst Orlow hatte diesen Morgen bereits eine Unterredung mit dem Herzog Decazes, der demselben die Versicherung gab, daß Frankreich Alles für Erhaltung des Friedens in Europa und für ein Einvernehmen zwischen Frankreich und den Großmächten aufbieten werde. Der neue Sultan hat drei Punkte angenommen: 1) Einberufung einer ständigen Notabeln-Versammlung, 2) Auflösung des Serails, 3) Ermäßigung der Civilliste des Sultans auf 5 Mill. Piaster. Diese Summe würde nicht ganz 900,000 Mk. betragen. England. London, 30. Mai. Officiösen Meldungen zufolge ist das englische Mittelmeer-Geschwader am 26. Mai in der Besika-Bay eingetroffen. Das gegenwärtig kreuzende Canal-Geschwader wird am 6. Juni in Vigo erwartet. — Im Unterhause erklärte der Unter-Staatssecretär Bourke auf eine Anfrage Mare's: er halte die Mittheilung der Correspondenz über die orientalische Frage für inopportun. Bourke bestätigte die Entthronung des Sultans und die Proclamirung Murad's zu dessen Nachfolger. Details fehlten. Bourke verliest ein Telegramm aus Salonichi, wonach die Nachricht dort günstig auf genommen worden sei. London, 31. Mai. Die hiesigen Morgenblätter äußern sich über ben; Thronwechsel in Konstantinopel im Ganzen günstig, aber vorläufig zurückhaltend, ohne übertriebene Hoffnungen zu äußern. Namentlich wird in den Zeitungen hervorgehoben, die Sofias hätten die Bewegung klug upb geschickt in's Werk gesetzt, inbeß sei bie Frage berechtigt, ob bie Absichten ber Sofias auf einem förmlichen Programm beruhten unb ob sie eventuell letzteres auch burchführen könnten. Im Uebrigen betrachten bie Blätter ben Thronwechsel als ein günstiges Ereigniß, welches bie friedliche Lösung ber orientalischen Frage erleichtern werbe, und stellen bie Meinung auf, baß bie Mächte bie Anstrengungen ber Türkei unterstützen müßten. Türkei. Konstantinopel. Das Geschwaber im Hafen von Salonichi besteht jetzt aus 19 Fahrzeugen. Es ankern bort bie französischen Kriegsschiffe: Gla- diateur, Chateau - Renarb, Heroine, Gauloise (Flaggenschiff bes Admirals Jaures), Couroune, Desaix; bie englischen: Bittern unb Swiftsure; bie russische Fregatte: Askolb; die italienische Fregatte: Maria Pia; die österreichische Fregatte: Radetzky; bas griechische Panzerschiff: Georgios; bie beutsche Corvette: Mebusa, und fünf türkische Kriegsschiffe. Konstantinopel, 30. Mai. Den Nachrichten zufolge, welche der Regierung zugingen, ist, Dank den energischen combinirten Maßregeln, der Aufstand in Bulgarien vollständig unterdrückt. Die von allen Seiten einge- schloffenen Insurgenten eilen, maffenweise sich zu unterwerfen. Die Führer werden vor Gericht gestellt. Man ist augenblicklich damit beschäftigt, die Bewohner in ihre verlassenen Wohnungen zurückzuführen. Papiere und Corre- spondenzen der Insurgenten befinden sich in den Händen der Regierung, die ehestens nach der allseitig eingeleiteten Untersuchung die Thatsachen feststellen, die Schuldigen bestrafen und die Anstifter der Unruhen öffentlich anklagen wird. Konstantinopel, 30. Mai. Sultan Murad V. wurde als Kaiser von Gottes Gnaden und durch den Willen der Nation proclamirt. Sein ab- gesetzter Vorgänger wurde mit seiner Familie nach dem alten Serail gebracht. Die Umwälzung vollzog sich in vollständiger Ruhe. Unter den Christen und Muselmännern scheint über den Thronwechsel Befriedigung zu herrschen. Heute Morgen sand eine Volkskundgebung statt; heute Abend soll die Stadt festlich lich beleuchtet werden. Auch sind dreitägige Festlichkeiten vorbereitet. Sultan Murad hat heute seine Residenz im kaiserlichen Palais genommen. Amerika. Quebec, 30. Mai, Abends. Eine große Feuersbrunst ist hier ausgebrochen : 50 Häuser find bereits verzehrt. .Quebec, 31. Mai. Spät Abends ist man der Feuersbrunst, wovon die Stadt heimgesncht war. Herr geworden ; gegen 1000 Häuser sind verbrannt, der verursachte Schaben wird auf 1 Mill. Dollars geschätzt. Lokal-Notiz. Gießen, 26. Mai (Sitzung des Provinzialtags ber Provinz O der Hessen.) Heute fand in dem Rathhaussaale dahier die diesjährige ordentliche Sitzung des Prooinzialtags der Provinz Oberhessen statt. Anwesend waren der Vorsitzende, Gr. Provinzialdirector Freiherr v. Röder, dessen Stellvertreter Gr Reaie- rungsrath Hoffmann, sowie 19 Abgeordnete. Entschuldigt blieben auS die Herren Buderus, Weitzel, Ramspeck, Dietz, Bramm, sowie das Mitglied des Provinzial-Ausschusses Reuning, ohne Entschuldigung Kammerdirector Justizralb Dr. Geyger. Nachdem der Vorsitzende die Sitzung eröffnet und die Anwesenden begrüßt hatte sprach er sein Bedauern aus über den Verlust, den der Proviazialtag durch den Tod deS Abg. Collector Kuhl von Butzbach erlitten und ersuchte die Versammelten dessen Andenken durch Erheben von den Sitzen zu ehnm, wag sofort geschah. Zu Urkundspersonen für die heutige Sitzung wurden durch Acclamation gewählt die Herren: Fürst Bruno zu Ulenburg und Büdingen Durchlaucht, sowie Wilhelm Kleberger I. von Södel. ’ ' 24- 25. 26. 27. 28. 29. 30- Z gl«® 1,1 Conrad, Karl Ho vr.Anto David l Wilh^ Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Prüfung der Rechnung der Provinziulkasse für die Zeit vom 1. Juli dis Ende December 1875, bei welcher fufi kein Anstand ergab. Sodann trug der Vorsitzende den von dem Provinzial-Ausschuß nach Vorschrift des Art. 93 bezw. 40 der Kreis- und Provinzial Ordnung erstatteten Verwaltungs- bericht für die Zeit vom 1. Juli bis Ende December 1875 vor. Danach sind, dem für diese Pertode aufgestellten Voranschlag entsprechend, auf die Kreise der Provinz ausgeschlagen und erhoben worden 1700 M. An Proceßkosten waren nach demselben Voranschlag in Aussicht genommen 20 M. Es ist jedoch Nichts eingegangen, weil dir mr Leistung von zusammen 50 M. verurtbeilenden Erkenntnisse erst nach Ablauf bei I ihres 1875 rechtskräftig geworden sind, jener Betrag also erst in 1876 vereinnahmt werden konnte. Bezüglich ber Ausgabe wurde, bemerkt, daß von dem unter Rubr. 10 „Besoldungen" vorgesehenen Betrag von 80 > M. nur 300 M verausgabt worden für Gehalt des Protokollführers und Provinzialk-iss Rechners, während der für ein von der Regierung zu ernennendes juristisches Mitglied des Provinzial-Ausschusses vorgesehene Betrag von 500 M. erspart wurde, weil ein solches Mitglied nicht in Funktion getreten 'ft. Es wurde zugleich bemerkt daß auch der für den gleichen Zweck pro 1876 unter Rubr. 11 »Diäten und Gebühren" vorgesehene Betrag von 1000 M. voraussichtlich nicht zur Verwendung kommen werde, roetl auch bis jetzt noch nicht die Ernennung eines solchen Mitgliedes erfolgt fei, falls aber eine solche Ernennung noch im Laufe dieses Jahres ftattfinden sollte, bie demselben za verwiegende Remuneration wahrschemlich auf die Staatskasse übernommen werden würde, wonach für diesen Zweck in dem Voranschlag der Provinzialkasse demnächst nichts mehr oorzusehen sein werde. Von den unter Rubr. 11 „Diäten und Gebühren- vorgesehenen 600 M. wurden verwendet 415 M 4 Pf., indem an das Mitglied der Ober-Ersatzcommission 287 M. 4 Pf. und an die Mitglieder des Provinzial Ausschusses 128 M. an Diäten unb Transportkosten verausgabt word m sind, wonach sich auch hier eine Ersparniß ergeben hat von 184 M. 96 Pf. in den 75 2 11 25 Asp Buc Eich N-d 506 Mn bis zu I In btn Dip»' 7 Huchen-stämu 57 stärkere MM SSinuitlichtt lei Bersteiserim des mb ist * vorher - ft MwiM Y' weg. zwilchen den N Nidda, am 29. Von den unter Rubr. 12 „Botenlohn und Verkündigungskosten" vorgesehenen 20 M. wurden nur 70 Pf, und von den unter Rubr. 13 „Bureaugegenstände unb Gerätschaften" vorgesehenen 150 M. nur 121 M 76 Pf. verausgabt- Da auch von dem Reservefonds im Betrag von 150 M nichts verwendet wurde, so sind nach Vorstehendem totaliter verwendet worden 837 M. 50 Pf., wonach ein Rest verbleibt von 862 M. 50 Pf. Bei diesem Verwaltu gsbericht fand der Provinzialtag Nichts zu erinnern. Hierauf wurde der von dem Provinzial Ausschluß entworfene Voranschlag der Provinzialkasse für 1877 vorgelegt. Ehe in die sp.-cielle Berathung desselben eingetreten wurde, entspann sich eine längere Discussion Über die in der letzten Sitzung des Provinzial-Ausschusses verhandelte Frage, ob zur Unterhaltung der beiden Ackerbauschulen zu Alsfeld und Friedberg eine entsprechende Smumme in das Budget der Provinzialkasse für 1877 eingestellt werden solle, well der landwirthschaftliche Prooinzial- Verein von Oberhessen nicht mehr im Stande fei, die bedeutenden Zuschüsse, welche er seither zur Unterhaltung fraglicher S bulen geleistet habe, für die Folge zu gewähren- Da indessen ein bestimmter Antru, in dieser Hinsicht nicht gestellt wurde, der Provinzial-Ausschuß vielmehr die Einstellung eines entsprechenden Betrags in daS Budget mit Mehrheit abgelehnt hatte, so konnte auch ein Beschluß über diesen Gegenstand nicht gefaßt werden. Das Budget wurde hierauf fpeciell beratben und ganz nach den Anträgen bei Provinzial-Ausschusses mit einer Gesammteinnahme und Ausgabe von 4850 M. 50 Pf. genehmigt- Insbesondere wurde die Erhöhung des unzulänglichen Gehalts des Protokollführers um jährlich 300 M- vom 1 Januar 1877 an und die Verwilligung einer Remuneration von jährlich 100 M. an ben Amtsdiener Egly für Besorgung ber Kanzleidiener-Geschäfte vom 1. Januar 1876 an genehmigt- Zum Schlüsse theilte ber Vorsitzende ber Versammlung noch mit, baß bie Commission, welche im vorigen Jahre auf Antrag des Abg. Ge yger bezüglich der V^cinal- straßen ernannt worden, durch den Vorsitzenden im Etnverständniß mit dem Provinzial- Ausschuß deshalb noch nicht zusammenberufen worden sei, weil inzwischen im Landtag von den Abgg. Pf annstiel unb Wadsack ein Antrag gestellt worden sei, welcher in Bezug auf den hier vorliegenden Antrag von präjudicieller Natur sei, weshalb es sich empfehle, zunächst das Ergebniß ber Berathung der Landstände abzuwarten. Die Versammlung erklärte sich hiermit einoerftanben. Ieilze! /rifcf Wpsikblt bei Geschirrhändle Miim-rh 895)___________> Fir klopattack, kyccorationölack, Schleiflack, Wa/jenlack, hrnialatf, «MW in Dorjüglid ____(i Unterzeichnete in weißt Bordeaux, (oi l'tt, achtem T !»eira,Sherry $um und Ri lefannter Güte, Hiermit war die Tagesordnung erschöpft unb wurde deshalb die Sitzung gt schlossen. Nachmittags fand im Hotel Kühne ein gemeinsames Mittagessen statt. Gießen, 30. Mai. In ber heute stattgehabten öffentlichen Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts ber Provinz Obertassen wurden bie Haupt- unb Ergänzungs-ge- lchwornen für bas Schwurgericht vom III. Quartal, welches feine Sitzungen Montag den 3. Juli l. I., Vormittags 9 Uhr, unter bem Vorsitze des zum Präsidenten des Schwurgerichtshofs bestimmten Großh Hofgerichts Raths Herrn Becker, bezw. des zu dessen Stellvertreter ernannten GroK HofgerichtS-Raths Herrn Muth beginnen wird, in folgender Reihenfolge auSgeloost I Ergänznngs - Geschworne: 1. Dr. Karl Zöppritz, Professor, 2. Adolf Oppenheimer, Liqueurhändler, 3. August Meyer, Weinbändler, 4. Ludwig I. Heinrich Petri, Weißbinder, 5. M of es Rosenthal, Frvchtdändler, 6. A d olf Zinßer, Wetnbändler, 7. Georg Karl Gail, Commerzien-Rath, 8. Friedrich Habenicht, Blechwaarenfabrikant, 9. Sigismund Heichelheim, Banquier, 10. August Montanus, Ellenwaarenhändler, 11. Alexander Meyer, Ellenwaarenhändler, 12. Georg Sack, Metzger; sämmtlich in Gießen. II Haupt - Geschworne: 1. August Stammler, Liqueurfabrikant in Grünberg. 2. Johannes Göbel H, Landwirth in Pfordt. 3. Georg Wilhelm Hammel, Landwirth in Altenstadt. 4. Heinrich Wagner II., Landwirth in Gettenau. 5. Georg EaSpar Mogk II., Landwirth in Echzell. 6. Heinrich Hahn, Handelsmüller in Muschcnhetm. 7. acob König, Müller in Lindheim. 8. Georg Winter II., Landwirth in Glauberg. 9. Georg Hergert in Berstadt. 10. Karl Haberkorn, Kaufmann in Grünberg. 11. Heinrich Wilhelm Spengler, Gutsbesitzer von Hof-Schwalheim bei Unter-Widdersheim. 12. Joh. Wilhelm Koch, Landwirth in Langen-Bergheim 13. Conrad Beltz, Müller in Oberau. 14. Heinrich Schmidt Vll, Landwirth in Ober-Seemen. 15. Johannes Bäh: VIII, Pachter von Rohrbach 16. Christoph Conrad Küchel, Bürgermeister von Butzbach. 17. Johannes Weil II, Bürgermeister von Berstadt. 18. Friedrich Keil, Lanowirth von Melbach. 19. Johannes Viehl II., Bürgermeister von Rainrod. 20. Georg Wilhelm Wenzel, Fabrikant von Lauterbach. iri Sorten, qUVr pep8jn 4l 36 Raummeter Buchen-Scheitholz, Nad V Wh i ö*/3 „ ycuu i „ 29 Eichen-Stämme von 23—42 Centim. Durch nesser und 7—14 Meter Länge, und in (2142 zu ordentlich billigen Preisen (2214 2438) 1643, Unterzeichnete empfehlen ihr I. A. Busch Söhne. lei I. Leun, Wallthorstraße. 2900) [D.2430] br> J. H. Fuhr, Sonnenstraße 104, 2630) 75 2 11 25 6 8 57 37 579 Io Hannes Kleeberger, Landwirth von Melbach. Conrad Ludwig Uhl, Gaftwtrth von Nidda. Adam Marx, Landwirth von Fraurombach. Johannes Hofmann III. Müller von Altenschlirf. Conrad Brück mann, Müller von Nieder Erlenbach. Karl Hölzinger II., Bäcker in Büdingen. Dr. Anton Rosenberg, Hofgerichts Avvocat in Gießen. Max Werth heim, Kaufmann von Büdingen. David Groh, Bierbrauer von Lauterbach. Wilhelm Braun II., Müller von Nidda. Eisenlack, P't.-rsb. Möbellack, Leinölfi rniß, Seccatif und Ternebine L. Müller auf der Mäusburg. Nadel- „ Aspen- „ Buchen-Prügelholz, Eichen- „ Ml -ll üp. -er Versteigerung des Stammholzes auf dem sogenannten Müllerwege zum Ausgebote anb ist daher vorher einzusehen. Der Großherzogliche Forstwart Bramm zu Kohden ist angewiesen, das Holz auf Verlangen vorzuzeigen. Zusammenkunft jedesmal Morgens präcis 9 Uhr auf dem sogenannten Müllerweg, zwischen den Vicinalwegen von Nidda nach Ulfa und Hungen. Nidda, am 29. Mai 1876. (2903 2912) Täglich frische französische und Aienische Gemüse, Blumenkohl, frische Kartoffeln, Gelberüben, Erbsen, Aprikosen, Honen-Apfelsinen, Wirsingpflanzen u. s. w., Mpfiehlt IN. LLui-tl», Neustadt IS. 57 stärkere Fichten-, Kiefern- und Lärchen-Stangen. Säinmtltches Brennholz kommt Samstag den 10. Juni nach Beendigung ach den «nträaen öei vnpfiehlt in vorzüglichen Qualitäten (1615 oo»48Wffl.5W «.8BÜU« :n Hchalttz M______"uf der Mausburg. vir AttvÄiML üm h M bei Carl Bender, Domplatz 2 in fttanffuti a. M Portefeuille - Waaren empfehlende Erinnerung. Verwischtes. — Vor Kurzem ist in Passau in Baiern eine Fabrik zum Condensiren der Eier errichtet worden. 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