Älter, )ttn 5 fln d'e fett 1869, ? ^ldev. Julien. 1 Nifg. 3 Sulieit. hä; V"«s vinteljährig 1 fL 12 h. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. ießmtr AnMgtr. (L-icheint täglich, mit 9Tu#r nähme W>-zUagS. «»»zleiberg, Ltt. v. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen. Me». Dienstag den 22. December $^84. •’itili WWW. ck, »St. ttaße id) hiermit une von 36 kr. [osler. Iler. ♦ ♦ oiircrl amtlicher Theik. Als PürgmiiriRcr niurhrn mritrr rrmählt, brBätigt und urrulliditet: 1 • Ptnbp - 6? tu tiihmor t « C er.- r. zn < ... -TI " „ _ Bürgermeister. n Großherzogliches Kreisamt Gießen. v- Röder. n ii n u II II H II II II Hattenrod: Christian Menget, seitheriger Bürgermeister. Gießen, am 21. December 1874. Ruttershausen: Ludwig Klinke! II., seitheriger Bürgermeister. Treis a. d. Lda.: Johannes Becker VI., seith. OrtSgerichtsvorsteher. Watzenborn-Steinberg: Johannes Schäfer III. Bettenhausen: Wilhelm Rückel. Beuern: Johannes Otto, seitheriger Bürgermeister. Birklar: Kaspar Müller I., „ „ Burkhardsfelden: Johannes Albach IV., seitheriger Bürgermeisterei- Verwalter. Oppenrod: Johannes Petry I., seitheriger Bürgermeister. Rodheim: Wilhelm Raab. Für Allendors a. d. Lda-: Gemeinde-Einnehmer Friedrich Bieber. Allertshausen: Johannes Römer V., seitheriger Bürgermeister. Annerod: Johannes Engelhardt II., „ Für Hungen: Georg Bender VI., seitheriger Bürgermcistereiverwalter. Leihgestern: Johannes Heß XVI., „ Mainzlar: Johannes Vogel V., „ Ober-Hörgern: Heinrich Müller V. m r Zimmcrmeister C h r istoph Haas zu Grünberg wurde als Stellvertreter des erkrankten Experten in Brandversicherungs- und BrandentschädiaunaS- Angelegenhetten der Orte des vormaligen Kreises Grünberg ernannt und verpflichtet. 0 B Gießen, am 16. December 1874. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V. d. K.: Dr. Hoffmann, Regierungsrath. lds 8 Uhr. m AWN ’etatt, faii» das 33 politischer Theis. herMe The'l'W: ’ ?.ua1 hrtbtn.fi iid Frau. go«^ itörf* 18 2t S 9 9 11 -i ' Wünschenswerth sei, fördern werde. Hierauf wird die Position für das Schulwesen und ebenso die etatisirte Theater-Subvention unverkürzt, letztere in namentlicher Abstimmung mit 156 gegen 88 Stimmen genehmigt. Zu der Position für den Landesausschuß hatte Windihorst beantragt, den Reichskanzler zur Vorlegung eines Gesetzentwurfs aufzufordern, durch welchen für Elsaß- Lothrmgen eine Landcsvertretung hergestellt werde, deren Zustimmung zu jedem Landesgesetze und bei Feststellung des Landeshaushalts erforderlich sei. Windt- horst motivirt seinen Antrag. Lasker ist gegen den Antrag, so lange die elsaß- krotz öfteren Aufforderungen der Behörden nur ein sehr mäßiger Gebrauch ge- niacht wird. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir wiederholt darauf aufmerksam macken, daß Zwei-Guldenstücke nur bis Ende dieses Jahres an den öffentlichen Kassen umgewcchselt werden. M. Hess. Dolksbl.) Berlin, 19. December. Reichstag. Abendsitzung. Am Bundesraths- tisch ist Fürst Bismarck erschienen. Das provisorische Banknoten - Gesetz wird in dritter Lesung genehmigt, die zweite Lesung des elsaß-lothringischen'Etats hierauf fortgesetzt. Bei der Position für das Elementarschulwesen critisirt Fürst Radziwill, unter lebhafter Anerkennung des französischen Schulwesens, sehr heftig das preußische Schulinspectorwesen und verlangt für die Reichslande eine selbstständige Schulbehörde, die, unabhängig von politischen Einflüssen, nur die Intereffen der Schule im Auge habe. Duncker hält zwar eine aus sachkundigen Männern bestehende Schulbehörde in den Reichslanden für wünschenswerth, unter sachkundigen Männern verstehe aber Niemand die Geistlichen. In den Reichslauden sei Vieles bester geworden, seitdem das System Mühler aufgege- auch halbe zu gewähren. 6) Von Brüdern, welche dieselbe Anstalt besuchen, soll dem zweiten ein Drittel des Schulgeldes, dem dritten und folgenden die Hälfte desselben zu erlassen, und zwar soll diese Ermäßigung bei der nach Nr. 1 zu bemessenden Zahl der Freistellen nickt eingerechnet werden. 7) Die Befreiungen erfolgen Seitens der Lehrer-Conserenz der betr. Anstalt nach Benehmen mit der Bürgermeisterei über die Vermögensverhältnisse der Bewerber und nach sorgfältiger und gewissenhafter Prüfung und Beachtung der maßgebenden Vorbedingungen. 8) Wo besondere Stiftungen und Legate für Freistellen vorhanden sind oder gemacht werden, sollen diese außer den vorgenannten Befreiungen ihrer ursprünglichen Bestimmung gemäß zur Verwendung kommen. Darmstadt, 19. December. Tie Klage vieler Geschäftsleute, daß immer noch zu wenig Reicksgeld in den Verkehr gekommen sei, ist wohl be- begründet, aber ein großer Theil der Schuld trifft das Publikum selber, indem von dem Recht des Umwechselns bei den Districts-Einnehmereien, Rentämtern rc. Deut sch tank). Darmstadt, 18.^December. Das Großherzogliche Ministerium des Innern, Abtheilung für Lchulangelegenheiten, hat an die Großh. Directionen der Gymnasien folgendes Ausschreiben betreffs der Befreiungen von Schulgeld an den Gymnasien erlassen: Bet der den jetzigen Zeit- und Ortsverhältnissen entsprechenden neuen Regulirung des Schulgeldes an den Gymnasien kam auch die Frage zur Er- Wägung, ob und in wieweit Befreiungen vom Schulgeld stattfinden sollen, um geistig besonders begabte und strebsame, aber unbemittelte Schüler vom Besuch der Gymnasien nicht auszuschließen, sondern ihnen durch besondere Vergünsti gung einen angemessenen Bildungsgang zu erleichtern. Eine Anzahl von Befreiungen erschien^ geboten sowohl im öffentlichen Interesse, wie als pädagogisches Mittel in den Schulen. zum Nutzen der Wissenschaft und aus Humanitäts- Rücksichten. Hierbei mußte theils der bisher bestandene Brauch, theils die Einbuße der Staatskasse in Betracht kommen und das rechte Maß ermittelt werden, um weder über das Bedürfniß hinauszugehen und damit unberufene Schüler einer falschen Laufbahn zuzuführen, noch hinter dem Bedürfniß zurück zubleiben und damit hoffnungsvollen jungen Leuten den Eintritt in das Gym nasium abzuschneiden. Bei der Gleichartigkeit der Gymnasien in anderer Beziehung mußte auch hier nach gleichen Grundsätzen verfahren werden. Hier' nach sind mit Rücksicht auf die von den Directionen erstatteten Gutachten nach Beschluß Großh. Ministeriums des Innern nachstehende Bestimmungen getroffen worden, welche mit Beginn des Jahres 1875 in Kraft treten sollen: I. B. d. K.: Dr. Hoffmann, Regierungsrath. 13 Ui pi 26-> Betreffend: DieWahlen zu den Kreistagen, insbesondere durch Bevollmächtigte der Gemeinde-Vorstände. ließen, am 21. December 1874 Das Großherzoglichk Kreisamt Gießen an die Großherwglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die Protokolle über die Ernennung der Bevollmächtigten zu den KrD^ Zahlen sind erst aus wenigen Gemeinden bei uns eingelaufen. Wir sind daher veranlaßt, enc an baldigste Einsendung dieser Protokolle resp. schleunigste Vornahme der Ortsvorstandswahlen, v.on denen die Ernennung der Bevollmächtigten etwa noch abhängt, zu erinnern. 1 j Die Zahl der Freistellen an einem Gymnasium bemißt sich nach der Schülerzabl in demselben und soll von je 20 Schülern einer von der Entrichtung des Schulgeldes freigegeben werden können. 2) Eine solche Befreiung ist an den Nachweis guter Befähigung, guter ~ _ ....... Bestrebung und guter Sitte eines Schülers gebunden ohne Rücksicht auf dasiben ist. (Bravo.) Gerade von der Fortschrittspartei werde Das und daß die künftig von demselben zu ergreifende Fachstudium. »Regierung in dieser Hinsicht große Fortschritte g-macht habe, gerne anerkannt; 3) Die Befreiung ist nur auf Nachsuchen und Erweis der Dürftigkeit!er zweifle nicht, daß die Errichtung einer besonderen Unterrichts-Behörde, die und je auf ein Jahr zu ertheilen. ' 4) Bei einer größeren Zahl gleich empfehlbarer Bewerber sollen die den oberen Klassen angehörigen zunächst berücksichtigt werden. 5) Je nach der Zahl der Bewerber bleibt es einer Anstalt überlassen, innerhalb der ihr zustehenden Befreirmgssumme statt der ganzen Befreiungen flCt" Blatt in Obchffm, x dasselbe mössent- ren sind billig, nut prechender Rabatt. j x. Daube » uchhüilbluug« •»w60 Jiiinlireid). folge auS 1849 und 1850 (drei Millionen Tbaler) nabe komme. Betreffs vor, mit der Auf- mala fide erwarten. Berlin, 19. December. Der Reichstag erledigte in dritter Lesung den elsaß-lothringijchen Etat, in welchem die Ausgaben — 35,174,607 Franken fortdauernde und 13,585,460 Franken außerordentliche — mit den Einnahmen balanciren. Simonis sucht in längerer Rede den Nichteintritt der elsaß-lotdriu- gischen Abgeordneten in die Commission zur Berathung deS elsaß-lothringischen Etats zu rechtfertigen. Dr- Lasker tritt den Ausführungen Simonis' entgegen. Der Etat wird darauf angenommen und vertagt der Reichstag seine Sitzungen bis zum 7. Januar. — Die Bank-Commission beendigte die allgemeine Debatte, nachdem Anträge aus Zuziehung von Sachverständigen uud des Bank-DirectorS v. Dechend abgelehnt worden waren. Die Specialberathung wird am 4. Januar beginnen. Berlin, 19. December. (Proceß Arnim.) Die Eröffnung der auf 4 Uhr anberaumten Sitzung verzögert sich, da der Angeklagte nicht persönlich erschienen ist. Zwischen ben anwesenden Benheidigern Munckel uud Dockhorn und dem hn Nebenzimmer versammelten Gerichtshöfe finden mehrfache Commu nicationen statt, indem die Anwälte zu dem Gerichtshöfe citirt werden. Letzterer besteht auf dem persönlichen Erscheinen Arnim's. In Folge dessen begeben sich der Sohn Ärntm'S, sowie die Vertheidiger zum Angeklagten, um ihn zum Erscheinen zu veranlassen. Der Gerichtshof betrachtet Arnim alS Verhafteten und ist hiernach deffen Erscheinen nothwendig. Paris, 18. December. Die Nachricht, daß Fürst Bismarck seine Entlastung eingereicht, hat in Paris nicht geringe Freude bereitet und man sieht hier schon den nahen Untergang des Deutschen Reiches voraus. Der officiöse Moniteur aber schreibt vorsichtig: „Das Gerücht von der Demission des Reichskanzlers deutet vielmehr an, daß er den Beschluß deS Reichstags bedauert, als (Ciiflfanb. London, 19. December. .Reuters Bureau" meldet aus Hongkong: Das Packetboot „Pacific" ist auf der Rückfahrt von Dokohama am 17. December in der Nähe von Hongkong verbrannt. Nur ein kleiner Theil der Mannschaft und Pastagiere ist gereitet. London, 19. December. Die „Times", die Gerüchte über Bismarcks Rücktritt besprechend, sagt: Bismarck ist so sehr mit Deutschlands Bestehen und seiner Größe identificirt, daß wir eS uns kaum unter einem anderen Leiter denken können. Seit Pitt hat kein Minister solche Stellung in Englaiid eingenommen. DaS Reich ist die Schöpfung des Mannes, der es verwaltet, und die auswärtigen Völker, sowie die Deutschen find der Ansicht, daß Niemand vorhanden ist, der seinen Platz ausfüllen könnte. Das deutsche Volk steht fest zu ihm. Die Rede Bennigsen's drückt den vorherrschenden Sinn deS Volkes aus. Bismarck verbleibt zufolge der jüngsten Ereigniffe mit erhöhter Macht und Ansehen im Amt. - . r Sein Rücktritt würde also dem Aufgeben semes Werkes gleichkommen, und das allgemeine Gefühl in Deutschland verlangt ungeachtet gewissen unversöhnlichen Widerstandes im Parlament und in der Presse nichts Aehnliches. Die Schwierigkeiten des Fürsten Bismarck den Parteien gegenüber sind ungeheuer; er besitzt deshalb aber eine unbegränzte Popularität, welche, wir begreifen dies nur zu sehr, durch seine glänzenden Dienste und seinen eifrigen Patriotismus gerechtfertigt ist. Man muß diesen Thatsachen alle Rechnung tragen. Der Deutsche Reichstag wird unter den gegebenen Umständen vor dem Lande nicht die Verantwortlich- keit für den Rücktritt des Fürsten Bismarck übernehmen wollen, und es ist unsere Ueberzeugnng, daß, wenn der Kanzler darauf besteht, das Parlament alle gewünschten Concessionen machen wird. Uebrigens werden wir bald über riese wichtige Frage aufgeklärt werden, denn alle Welt begreift, daß ihre Lösung in dem einen oder dem anderen Sinne nicht ohne Beziehung zu dem Urtbeile steht, welches morgen über den Grafen v. Arnim gefällt werden wird." Sinn und Unsinn sind hier in merkwürdiger Weise gemischt. Pari-, 18. December. Die parlamentarische Armee-Commission hielt beute wieder eine Sitzung. Es beißt, sie wolle nicht nachgeben, und der Rück- tritt des Kriegsministerß wird deshalb für möglich gehalten. Paris, 19. December. Dem ersten gestern stattgehabten Empfange m der hiesigen deutschen Botschaft wohnten das gesammte diplomatische Corps, die Minister Herzog v. Decazcs, Chabaud Latour, Grivart und Cumont, von sonstigen hochgestellten Personen der Gouverneur von Paris, General Ladmi- rault, bei Sämmtliche Damen der Mitglieder des diplomatischen Corps und zahlreiche Damen der officiellen Welt, darunter die Gemahlin deS Herzogs v. DecazeS, waren anwesend. Dersaiüetz, 19. December. Die Rational-Versammlung hat in zweiter Lesung den Antrag auf Ernennung einer Commission von 15 Mitgliedern, welche nach den geeigneten Vorerhebungen den Gesetz-Entwurf in Betreff Algerien- vorbereiten soll, angenommen. Lokal-Notiz. Gieren, 21. December. In der Nacht von Freitag auf Samstag fand auf der Mäuß- burg eine umfangreiche Holzerei zwischen Studirenden und Liviltsten statt. Einem der bett. Herren wurde ein Stockdegen von der Polizei weggenommen, womit der edle Ritter sich verthcidigte. --Am Samstag Abend verunglückte auf dem Bahnhof zu Lollar ein Bahnwärte r indem er von einem kreuzenden Zug, den er nicht gewahrte, ntedergeworfen und ihm ein Bein abgefahren und der Kops verletzt wurde. — — Die gestrige Bescheerung der Kleinkinderschule in der Turnhalle war von dem Publikum außerordentlich zahlreich besucht und waren alle Anwesenden von dm treffenden Antworten, Gesängen und Sptelm der lieben Kleinen deS Lobes voll. Herr Decan Landmann hieU eine Ansprache, worin er dm Wohlthätern der Anstalt seinen Dank auSdrückte und die Mttlhcilung machte, daß in unserer Stadt noch eine zweite Kinderbewahranstalt errichtet werden solle, da das Bedürfniß nach einer solchen sich immer mehr Geltung verschaffe sorderung durch den Uuter-Staatssecretär v. Bülow der Angeklagte superveniante gewesen sei, müsse verneint werden. AuS dem Anklage-Material scheide daher die ganze zweite Gruppe aus Daffelbe ist der Fall betreffs der dritten Gruppe. Tue Schriftstücke dieser Categorie seien zum Theil zurückgege- (Tefegrapljifrfje Depeschen. Petersburg, 20. December. Die hiesigen Journale besprechen jetzt die m den höheren Lehranstalten stattgehabten Wirren aus Grund der klargestellten Thatsachen. Nirgends wird Seitens der Zeitungen wirklich Bedenkliches con- statirt. Mit Reckt wird nickt der Jugend alle Schuld zugetheilt, sondern, wie vom „Golos", auf die Verantwortlichkeit der Professoren und die Pffichtver- säumnisse derselben hingewiesen. „BuSkimir' bespricht die Angelegenheit im Allgemeinen. Die Petersb. deutsche Ztg." widmet der medicinischen Academie einen längeren Artikel und sagt, in den Sckulen herrsche jetzt vollständige Ruhe. — Dasselbe Blatt meldet, in den betr. Ministerien lägen jetzt mehrere Eisen- babn-Projecte vor, darunter eine Zweigbahn nach Dorpat. Pari-, 20. Dec. Die Linke hat beschlossen, den Justizminister morgen über den Gerichtsbeschluß, wonach von einer Verfolgung des Comites des „Appel an peuple** Abstand zu nehmen sei, zu interpelliren. 9tvm, 20. Dec Die Deputirtenkammer genehmigte die Vorlage, be- rreffend das National-Ges'chenk für Garibaldi, sowie das provisorische Budget !pro erstes Quartal 1875. Dieselbe vertagte sich sodann bis zum 18. Januar. Nachdem der Angeklagte um 5i/2 Uhr erschienen ist, wird die Sitzung eröffnet. Präsident Reich weist darauf hin, daß der Richter von dem gerechten Aufsehen, das der Proceß hervorgerufen habe, ganz absehen müsse, denn ihm liege nur die Aufgabe ob, die trockenen Thatsachen, alles Beiwerks entkleide^ unter sein Sccirmesser zu bringen, ibn leite nichts als das Gesetzbuch. Der Präsident erörtert zunächst aus dem Völkerrecht, daß Arnim in PariS Preuße blieb und heimisches Recht und Richter ihm dahin nachfolgten. Der Vorsitzende geht zunächst auf Passus 2 betreffs Conflicts-Acten über. Arnim habe die betr. Actenstücke theilS geständlich außerhalb Preußens untergebracht, theils im Lause der Untersuchung, vorbehaltlich seiner Rechte, zurückgegeben. Mehrere dieser Actenstücke seien amtlicher Natur, aus Gründen, die aus dem materiellen Inhalte herzuleiten seien. Die bona fides könne tndeß dem Angeklagten auch nicht bezüglich der amtlichen Schriftstücke abgesprochen werden, dieselbe den handschriftlichen Glossen des Angeklagten auf den Schriftstücken, der zweiten Gruppe der Anklage liege nur ein Disciplinar-Vergehen dem der Strafrichter nichts zu thun habe. Auch die Frage, ob nach lothringischen Reichstagsmitglieder verschmähen, ihren eigenen Etat in der Commission mit zu berathen. Der jetzige Landesausjchuß sei em praktischer Anfang für spätere Formationen; das Centrum mache daS Reichöland zu seiner Domäne für Agitationszwecke, diesen Zweck verfolge auch der Antrag Windthorst; der Landesausschuh werde sich entfalten und zu günstigen Resultaten führen. Duncker spricht gleichfalls gegen den Antrag. Nach nochmaliger Erwiderung Wmdt- horst's wird dessen Antrag abgelehnr, die Posttion für den Landeöausjchuß unb , T_r w uid damit der ganze Etat in zweiter Lesung genehmigt. Es folgt die zweite Lesung daß er die Absicht hat, selbst momentan die" Last der Geschäfte nicberinl'eaeiL des eljaß-lothringiscken Anleihe-GefetzeS. Es wird § 1 und damit daö ganze Mau kann kühn sagen, daß eS in Deutschland nur Einen Staatsmann gibt, Gesetz abgelehnt Hiernach wird das elsaß-lothringische Eratß-Gejetz ohne De- ^'welcher die deutsche Politik aus der Dahn erhalten kann, ans der sie sich be- batte genehmigt und damit auch die Genehmigung zur Ausgabe von Schatz-kfindet. Dieser Staatsmann ist der Fürst Bismarck scheinen ausgesprochen, womit sich der Reichs-Commissär Herzog einverstanden ,r v r ........ erklärt. Nächste Sitzung morgen. Berlin, 19. December. Die „Nat.-Ztg." bestätigt, daß nach dem Resultat der gestrigen Berathungen deS Staatsmimsteriums und des beim Kaiser stattgehabten Conseils die Krisis beseitigt sei und Fürst BtSmarck an der Spitze der Geschäfte bleibt. DaS Blatt fügt hinzu, der Rücktritt des Justizministers werde ebenfalls nicht stattfinden. Berlin, 19. December. (Proceß Arnim.) Arnim selbst ist nicht erschienen, sondern die Vertheidiger Munckel und Dockhorn anwesend. Der Gerichtshof besteht dem Vernehmen nach auf Arnim's Erschsineu. Der Sohn Arnim'S und die Vertheidiger wollen versuchen, den Angeklagten zum Erscheinen zu veranlassen, tzs heißt, andernfalls sei die Vertagung deS UrtheilS zu ben, zum Theil nicht. Aber nirgends sei die vorsätzliche Abneigung derselben nachgewiesen, deshalb gelte daS römisch-rechOiche „non liquet.“ Der Präsident führt weiter aus: Es bleiben also nur die Schriftstücke der ersten Gruppe übrig, bezüglich deren auf Grund deS Art. 350 die Anklage aus Unrerscklagung erhoben ist. Die Schriftstücke waren für den Angeklagten fremde, aber es fehlt für den Angeklagten der rechtswidrige Vorsatz, deshalb ist der Angeklagte der Unterschlagung nicht schuldig. Dennoch ist er criminell strafbar und zwar nach Art. 133, dessen vollständige Anwendbarkeit der Vorsitzende nachweist. Die Anwendbarkeit des Art. 348 sei ausgeschlossen, weil den Schriftstücken die Qualität von Urkunden nicht beizulegen sei. Aus Grund dieser Erwägungen wurde der Angeklagte zu 3 Monaten Gesängniß unter Anrechnung eines Monats Untersuchungshaft verurtheilt. Berlin, 19. December. Ein Correspoudent der „Rat. Ztg.^ mrint in Bezug auf das von der „Germania" m Folge der Aufhebung des Gcs^rndt- schaftspostens beiderCurie inAnwendnng gebrachteSprüchwort:„Qui munge duPape. en nieurt“, — die „Germania" hätte Unrecht, diesen Worten einen figürlicken Sinn unterzulegen. Der Spruck stamme vielmehr aus der Zeit Alexander VI Borgia. Derselbe wußte seine Gegner mit dem schrecklichen Gift Aqua Tofana aus dem Wege zu schaffen, die Arglosen erhielten Einladungen zu den Festmahlen des Papstes und nahmen den in feurigem Südweine genossenen Todes- keim mit sich, so daß eine solche Ladung schließlich einem Todesurtheile gleich geachtet wurde. Damals nun flüsterte sich das zitternde Rom in bleickcm Schrecken die Worte zu: „Wer vom Papste ist, stirbt daran!" Paderborn, 19. December. Der Bisckof Martin von Paderborn ist auf den 5. Januar nach Berlin vor den Gerichtshof für kirchliche Angele- habt mir einen ^rünbhtten Katarrh zugezoqrn, hört man oft und saft jeder ift zu aenbeiten geladen. »dieser IabreSzeit mehr oder weniger damir befallen. Selten jedoch wird einem solchen Katarrh ‘ M ' ... r /e; ..x r. :m ^uüen zu nnlccrn und zu beben, wodurch baldige Besreiuna der unange- eine Ausgleichs-Summe, welche dem Tetrage der ommunal» Anleihen Von.neßmfn Zustände erzielt wird. Auck werden die ernährenden und verdauungsbefördernden 1849 und 1850 (drei Millionen Tbaler) nabe komme. ,Wirkungen dieses HauSmiUelS vielseitig gerühmt und anerkannt. Allen Kranken Kraft und Gefuudbeit ohne Me Nr- 7ö,928. 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Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasie angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachfolgende >en S'* SÄ Ich- S*‘ )t «W III B'cA * Samstag Die Jnteresienten werden daher aufgc- fordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der- Schuldscheine sich zu legittmiren Zugleich wird bemertt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten ber Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen der Blase, Blasen-Hämorrhoiden rc. — Mit dem ausgezeichnetsten Erfolge bedient man sich auch diese- wirklich unschätzbaren Mittels nicht blos bei Hal-- und Brustkrank- Mein und ohne Kosten durch die £>eilnabrniift » heilen, sondern auch bei der Lungen- und Luftröhrenschwindsucht. (L S VIUIII unv vvnv öivfun vuiu; Wurzer, Mcdicinalrath und mehrerer gelehrten Gesellschaft Mitglied. Nr. 80,416 Herr F. W Benekc, ordentlicherProfcfsor der Medicin an der Universität Marburg, sagt in der Berliner Klinischen Wochenschrift- 8. April 1872: „Ick werbe es nie vergessen, daß ich die Erhaltung eines meiner^Kindcr der fogenannten „Bevulenta Arabica“ (Bevalteciöre) verdanke. Das Kind litt im 4. Lebentzmonaie an gänzlicher Abmagerung und fortwährendem Erbrechen, welche liebel allen Medicamcnteu trotzten^; die Revalesci^rti hat seine Gesundheit tn sechs Wochen vollkommen hergcsttlll." — lltt. 64,210. Marquise von Brehan von 7jähr.ger Leberkrankheit, Schlastosigkeit ittern in allen ©liebem, Abmagerung und Hypochondrie. Nr. 79,810. Frau Wittwe Klemm, Düsseldorf, von langjährigem Kopfweh und Erbrechen. s Frische Gefe bei Ern ft Fries, Neustadtenhor. OW88f ! 6065) WachSsrdc WeihnaciKs- und zweispaltige, stehen zu verkaufen: lichter empfiehlt Wagner E- Steinberger. 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Perl- und Eiergraupen, sowie sämmtliche Suppenfachen in frischer, chöner Waare bei Heinzerling & Trib us, (6019)_______vorm. G C Windecker. ® Frische Heft | bei Bierbrauer Weller, Wolkengasse- Weritergerungen. Mittwoch den 23. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden in der Universitäts-Reitbahn dahier zwei Pferde öffentlich meistbietend gegen vaare Zahlung versteigert. (Niesten, 21. Dcbr. 1874. Grostherzogliches Ortsgericht Giesten. (6188) Lüde king.______ F Arbeitsversteigerung 50 bei ber Stadt Giefien. Mittwoch den 23. d. Mts., Dormitlags 9 Uhr, , sollen auf dem hiesigen Rathhause die nachverzeichneten Arbeiten vergeben werden: 1) Die Reinigung der Oefen in den städtischen Gebäuden, 2) Fuhrenleistung und Taglohnerardetten, 3) Die Anfuhr und das Kleinmachen von Holz, r . 4) Das Straßenraumen. Gießen, den 18. December 1874. Großherzogliche Bürgermertterel Gießen. I. E. d. B- St.: Felsing, Betgeordneter. ZMgelEnes. 6029) Frische Sendungen in grünem Lt schwarzem Thce K Ehocoladen trafen ein bei . Heinzerling & Tribue, vorm- G C Windecker. Seit 28 Jahren hat keine Krankl-cit dieser angenehmen Gesundheitsspeise widerstanden und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und ohne Medioin unb ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, windsucht, Asthma, Husten, Unverdaultchkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Sckiaflosigkei Schwäche, Hämorrhoide«, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Cbrenb en, Uebclfeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Mela He, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht: auch ist sie als Nahrung f Säuglinge selbst der Ammenmilch vor-uziehen. — Ein AuSzug aus 80,00 - Certisicoten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certtficate vom Professor vr. Wurzer, Herrn F. W. Bcneke, ordentlicher Professor der Dtedicin an der llniversität Marburg, Medicinalrath Dr. Angelftein, yvt. Vu,• iu. (jiuunui uv o/iunuuuis uun uiiuciuuuiiiyuii, oiviuixüp9icu uno Dr. Shoreland, Dr Campbell, Professor Dr. D6dä, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Mar-.Abmagerung. quise de Brehan und vielen anderen hochgestelllen Personen, wird franco auf Berlan-I Nr. 75,928. Baron Sigmo von lOjähriger Lähmung an Händen unb Füße« rc. gen einaefandt. _____________ Abgekürzter Auszug aus 80,000 Certificaten. Eertificat dcS Medicinalraths Dr. Wurzer. Bonn, 10. Juli 1852. Revalcscifere Die Revaleseiöre ist vier Mal so nahrhaft als Fleisch und erspart bei Erwach- Du Barry ersetzt in vielen Fällen alle Arzneien. Sie wird mit dem größten Nutzen sencn und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen. angewandt bet allen Durchfällen und Rühren, in Krankheiten der Urinwege, Nieren- Zu beziehen durch Du Barry u. Eo. tn Berlin,W. 28—29 Passage (Kaiser- krankheiten rc., bei Steinbeschwerden, entzündlichen oder krankhaften Reizungen der Gallene) und 163—164 T-riedrichstraße, und bei vielen guten Apothekern, Droguen- u^arnröhre, Veiftopfungen , bei krankhaften Zusammenziehungen in den Nieren und in Specerei- und Dklicatestenhändlern im ganzen Lande. In Gießen bei Müller Schwager. ____________Ehr. Reiber am K:euz. 5796) Als paffende Weihnachts g e schenke empfehle geschnitzte Holzgegenstände, als. Wandtaschen, Garderobe- L^Schlüffelhalter, Feuerzeuge ic. mit und ohne Stickerei- einrichtung, sowie schöne Auswahl in CigarrenetuiS Ls Portemon- nares, Damentascheu in Wachstuch und Leder »e IFuhr, Sonnenstraße Wärmlltischeu & Wännsteiue, Anisformen empfiehlt in großer Auswahl (5798 .3. U. Fuhr. Veilcheiibouqiicts in jeder Größe bei Carl Deines, 5819)___________________Schulfiraße. Lichthaltcr, (5975 Wachsftöcke, Lichter für Weihnachtsbäume, 6141) Weihnachts - und Chrifibaum- lichtchen, sowie Lichthalter in diversen Farben und Faeo^s in gro--er Auswahl bei _____C F- Semmler, Wallthorstraße. Wachsstöcke & Weihnachts- lichter in allen Farben empichlen I. A. Busch Söhne. Frische Hefe bei Carl Heil, Schloßgasse. 6022) Alle Sorten Bürstenwaaren, als der feinsten Thee's in Paqucten und im ! Anbruch, ächte Vanille, Mexikaner Arrac de Batavia, Rum de Jamaica und alle sonstigen Liqueure, empfehle auf bevorstehende Feiertage bestens. C. F. Semmler, Materialist, Wallthorstraße- 6021) Sreyrische Strohmcfser (unter Garantie) bei Heinzerling & Tribus, ,_____________vorm. G. C. Windecker. 6143) Neue deutsche Wallnüsje, itoliemsche Haselnüsse, sowie Maronen, süße Kastanien, in ausgezeichneter Qualität, bei C. F Semmler, Materialist, Wallthorstraße.