Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen -kr. 91 Dienstag den 21. April Gießen, am 18. April 1874. Betreffend: Die Einsendung der Rechenschaftsberichte. 6 Thaler. riiinerung. 6 politischer Theis Bafd, 20. April. Den „Bas. Nachr. )II io m d-s Pre.chischcn Ep.s-°p^ berbeigeführt worbe«, bildet das der Bnudesreviston stimmtet nach d^ ?!s UrtbcU des lir chtichen (S5t*YltP>KOtCÄ tlPilPH hpil QpbnrknvnaFi Pin onf- 2/ w»»' 4- »« 1 / «Ul rx._ l. nvr n • l , ... * ... vereinigen könnte. Einige sehr charakteristische Symptome davon zeigen sich l'tz SeföUigen J9“"9 jii (X a k x c k c a Gl r k b •c 9 L Ct Q C ft ® a 0 r r c t c >irrttlj4brtfl 1 |L 13 fr. w. ^r^.gerlohn. Durch bi« l'vst bezogen vierteljährig 1 ff. 39 fr. Gesängnißhaft wegen Majestätsbeleidiguug abzubüßen hat. , — 3" den kirchlichen Wirren, 'welche durch die vatikanischen Beschlüsse 7s mit ja, Vs mit nein. In der Abstimmung der Stände haben 14’/2 Can- toiie für, 7-/2 Cantone gegen die Annahme gestimmt. Bei den Wahlen zum Großen Roth im Canton Neuenburg wurden 90 Nadieale und 11 Conservative nuivivn yuiicii. Paris, 18. April. Man schreibt dem Pariser „Journal du Havre": „Herr Marschall de Mac Mahon ist der endlosen und zuweilen scharfen Dis- cussiouen müde, deren Gegenstand seine Staatsgewalt ist; er beklagt sich oft darüber mit Lebhaftigkeit und Bitterkeit; er hat bemerkt, daß sein verantwort- zufolge war die Betheiligung neue Bundes-Verfassung eine 267,000 mit ja, 133,000 mit nein gestimmt. Bern, 20. April. Bei der gestrigen Abstimmung über die Annahme »scheint täglich, mU Hu* nähme Sormtag- tp>ebltion; 6 « nj letfrtre, LU. V 9h. 1. Frankreich. Paris, 17. April. Das „Univers" behauptet, daß ein Polizeipräfect aus Beflhl der Negierung in Spanien gewesen sei, um an Ort und Stelle die Lage hr Royalisten und der Republikaner zu studiren, und in seinem Bericht sich dahin ausgesprochen habe, daß die Carlisten siegen müßten. Das ultra- montat.e Blatt hofft deshalb, daß die Regierung die Carllsten baldigst als kriegführende Partei anerkennen werde. gerat® W’w, kl, mein ich mir, Mein ben und iwS d-s > > meinde-, S Melasse, j die . r Paris, 17. April. Die Marschallin Mac Mahon, bekanntlich eine außnst fromme Dame, hat beschloffen, daß jeden Morgen um b Uhr in der Capelle des Palais Elysüe, wo der präsidentschaftliche Hof gegenwärtig residirt, eme stille Meffe gefeiert wird, der alle Beamten und die ganze Dienerschaft Die Grvßherzogliche Kms-Schnl-Commission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. ffAnfbrnh,™! poS' 2 Instruction für die Ortsschulvorstände fordern wir Sie auf, die vorgeschriebenen Rechenschaftsberichte und Schulprufnngs-Protokolle binnen 8 Tagen an uns einzusenden. ' v. Röder. Bekanntmachung. i r Inhaber der hiesigen Actien-Brauerei beabsichtigen in ihrem am Leihgesterner Wege gelegenen Geschäftslokale einen zweiten Dampfkessel aufstellen lasten m>d haben um die deßhalb erfoiderliche Erlanbniß nachgesucht. ’ cn Tie Grund- und Gebäudebesitzer der Nachbarschaft werden aufgefordert, etwaige Einwendungen hiergegen binnen 8 Tagen bei uns vorzubringen. (1998^'"^"' bC" 18" 3,Prl1 l874‘ Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. l J Nover. Urteil des kirchlichen Gerichtshofes gegen den Erzbischof Ledochowski ein entscheidendes Mcmeitt. Es wird sich jetzt darum handeln, daß die Negierung in dm Stand gesetzt werde, diesen, Ausspruch des Gerichts die nöthige Folge zu .... „ lvulut„ „„„ , , «Ben. Zunäcl-st ist es von Wichtigkeit daß der fern Landtag vorgelegte Ge- gewählt. In der Stadt Bern sind die Conservativen vollständig durchgefallen schentwurf über die Verwaltung erledigter Bisthmner rechtskräftig werde, da Auf dem Lande sind die Wahlen zum Großen Rath meist liberal ausgefallen sonst leicht Zustande eintreten konnten, deren Remedur große Schwierigkeit 31 fnben möchte. Es ist daher zu erwarten, daß der Gesetzentwurf unmittelbar nach Wiederaufnahme der Landtagsarbeiten auf die Tagesordnung gesetzt und so schnell als möglich seiner Erledigung entgegengesübrt werden wird. Aber schon vorher wird der Reichstag das eben so wichtige Kiräwudieuer- Gesetz zu berathen und zu erledigen haben. Was freilich Ledochowski betrifft, so wird las lctztere Gesetz gegen denselben vorläufig nicht zur Anwendung zu bringen sein, da er hinter Schloß und Riegel sitzt und daher nicht im Stande ist, die ihm durch richterlichen Beschluß abgenommenen Functionen weiter fortzuführen. Berlin, 18. April. Fürst Bismarck ist in entschiedener Bcsserrng, der Echlaf hat sich wieder eingefundcn und nur seine Unterthemen wollen ihm noch ncht gehorchen, worunter aber nicht etwa wie die Fortschrittler meinen mach- ru.e neue wu-ne gefeiert wiro, Der aue Beamten und die ganze Ti-nerschaft m die N- tional-Liberalen zu verstehen sind, sondern seine Beme. Ten Ge-j anzuwohnen haben. Tie Marschallin nnd ihre Kinder wohnen derstlben eben- li'arten fanu er sich schon seit acht Tagen m ziemlichem Umfange wieder wid-jfalls an. Auch Damen des Faubourq St. Germain haben um die Erlaubnis men. Seme Popularität zeigt sich u. A. durch die große Anzahl von Geheim- gebeten, die Meste besuchen zu dürfen 9 förimnip Mitteln und Arzneien, die ihm aus allen Theilen Deutschlands angeboten' -In den französischen Militärgefängnissen befinden fich gegenwärtig tofTDc"’ .. . m La. , m I6300 Gefangene, von denen 2600 zu öffentlichen Arbeiten und 3700 zu ein- — Für he Sonneuwarte in Potsdam hat Professor Ouincke in Würzburg facher Gefäuguißstrafe verurtheilt sind. unen Ri.f erhalten, aber noch nicht definitiv angenommen. ' ! — Bei dem Bau der Pariser Festungswerke sind 28 Officiere vom Berlin, 20. April. ^er Buudcsrath hat gestern noch nicht die Be- Geueralstabe beschäftigt, nämlich 1 Oberst, 1 Oberst-Lieutenant, 10 Bataillons- rathnng des Preßgesetzes beendigt. Die Aussicht auf allseitige Verständigung Chefs und 16 Hauptleute. Wer den einzigen Differenz-Punkt, die polizeiliche Beschlagnahme, ist gestiegen. - Am 26. Januar wurden in Neu-Caledonien 4 Deportirte erschossen, Defelh soll sich dem Vernehmen nach auf die möglichst engsten Grenzen, etwa die einen ihrer Kameraden ermordet hatten. lie Gefährdung öffentlicher Ordnung, beschränken ~ ~ Pofen, 17. April. Ter Domherr Woycicchowkki hat nachträglich um sofortige Sistirung gebeten, um weiteren Strafen zu entgehen. Derselbe wurde in das Gefängniß zu Bromberg abgeliefert. «« v ^ukucu, « —* , -p i«.i Munwen, 17. April. Wie der „Kurier für Niederbayern" mitrheilt, liches Ministerium ihn nicht genugsam mit der Verantwortlichkeit desselben deckt M die Frau Erbprinzessin Helene von Thurn und Taxis von Regensburg dem und er will eine bestimmtere Lage haben. Ter Marschall verlangt, daß Stellung Papst Pius IX. eine Caffette gefüllt mir Napoleonsd'or überbracht haben, genommen werde, und wenn sein Ministerium auf dies Begehren nicht einqeht, Man schätzt die Geldspende auf 100,000 fl. Da sich das fürstliche Haus einer so glaubt er nicht, gleich dem „Francis", daß es unmöglich sei, im Schooße Jahresreute von drei ein halb Millionen zu erfreuen hat, so kann die Vor- der Nationalversammlung ein anderes Cabinet zu finden, das eine Mehrheit münderin des jungen Fürsten eine solche Summe wohl hingeben. vereinigen könnte. Einige sehr charakteristische Symptome davon zeigen sich — In Irschenberg zwischen Miesbach und Aibling (Oberbayern) hat seit einiger Zeit in der Umgebung des Herrn Präsidenten der Republik, die 4f.rr x >am vergangenen Samstag, Nachts, nach langer Zeit wieder ein Haberfeldtrei- yeuucoianö. bk" stattgefunden; mebr als Einer erhielten solchen jedenfalls sehr unliebsamen -»■»» «.»'T-ISWSKÄ*,,„e.Miimln„ LN'L Sto" - *«*-=«■■« -- faße unter der Anklage auf Hochveirath verhaftet , nach 31/2monatnd)er Unter-! e , suchm gshast Ende März 1871 entlassen, wurde Liebknecht ein Jahr später^ SuJtöElJ. tom Schwurgerichte zu Leipzig zusammen mit Bebel zu zweijähriger Gefängniß. «F4ll. ö„,. w,.. »rafe vernrtherit. Liebknecht wird dem Vernehmen nach am Montag im Reichs-,an der gestern stattgehabten Abstimmung Über die llCuC «uiives^erranuna eme Wetännn Üt, m ""Nonien, wahrend sein Collcge Bebel noch eine »monatliche sehr große. Nach den bis gestern Abend 9 Uhr bekannten Resultat » hatten im s Aus Aus Beiblatt (auf dem Urnicklog). Der St. Petersburg — Fanti -Neger auf einem engliscken Temperatur in Gießen, Marz 1874 des Kaiser- von Oesterreick n Schiff. — Arbeit-,'öle in emee Neueste Erfindungen. Obstda». Gemeinnütziges. 6,2- R. 3.83 , 2,64 , 12,3 . 0,97 Par Zoll, 1,34 . niederste mittlere Mittel früherer Iabre böckste Niederschlag: an 16 Togen „ " im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen: . nJi ihr 8rtW turi die 3, Lokal'Notiz. Ziesten, 21. April Gestern Abend constituirte sich das große Gomite zum Mittelrhein. Turnfeste, welches dieses Jahr in Gießen abgebalten werden soll. 66 wurden alS Festtage der 26. und 27. Juli bestimmt. Als Festplatz ist der Oswald'scke Garten angenommen und verspricht die Festhalle ein Prachtbau zu werden. Literarisches. Da- soeben erschienene zwölfte Heft von „Illustrirte Volkszeitung" (Stuttgart, Verlag von Eduard Hallberger) hat nachstehenden mannigfaltigen und interessanten Inhalt: Text: Ein Kapitel aus der Geschichte der Börse. — Pariser Stroßentreiben in der Revolution»- zcn. — Der Pater der Reiseführer. — Eine Mormonenehe — Eine persische Hand schrift. — Der Nutzen der Kastanie. — Mannigfaltiges. der Gtstknwarl. Die Elsaß-Lothringer im deut'chen Reich-taa. — Der österreichische Kaiser in Petersburg — Benjamin Disraeli. — Prozeß Naundorff-Bourbon. — Der neue König va» Siam — Notizen. England. London, 16. April. Der „Times" wird vom gestrigen Tage aus Kalkutta gemeldet: Es ist Regen in der Höbe von einem Zoll gefallen. Die Unterstützungs-Arbeiten beugen allzu großer Noth vor. Am schlimmsten gestaltet sich die Lage im Nepalischen, wo die Zahl der Hülfsbedürtigen täglich anschwillt. Während der verwichenen 14 Tage erlagen sieben dem Hungcrtode. Ungereinigter Reiß wird von der Negierung an der Grenze um einen Penny das Pfund verkauft. Die Zahl der Arbeiter an den Unterstützungswerken beträgt an 1,000,000. Sir N. Temple und Herr Bernard haben sich nach Tirhut begeben. London, 20. April. Einem Telegramm der „Times" aus Calcutta vom 19. d. zufolge sanden dortselbst zwei große Feuersbrünste statt, die sich auf zwei englische Meilen erstreckten. Sehr bedeutende Quantitäten Getraide, die zur Verwendung für die Bezirke bestimmt waren, in denen Hungersnoth herrscht, sind zerstört worden. Das Werk der Unterstützung ist dadurch sehr erschwert und die Noth im Steigen. Spanien. Madrid, 17. April. Ein Brief aus Bilbao meldet, es sei noch Proviant für einige Zeit vorräthig. Madrid, 18. April. General Concha, welcher im Lager bei San Martino Besprechungen mit dem Marschall Serrano hatte, ist zum Ober-Befehlshaber des dritten Corps ernannt worden. Das Wetter hat sich in den letzten Tagen gebesiert, doch dürfte der Wiederbeginn der Operationen den aus Santander eingegangenen Nachrichten zufolge nicht vor Mittwoch oder Donnerstag erfolgen. Somorrostro, 18. April. Marschall Serrano und Admiral Topete hatten eine Zusammenkunft. Morgen findet eine Berathung aller Truppenführer statt. Die Flotte kann sofort ihre Operationen an der Mündung des Nervion beginnen. Ministerium, selbst Herr Depeyre, selbst Herr de Larcy, gaben unter der Herrschaft des festen Entschlusses des Marschalls nach. Dec Herzog Decazes, welcher die Gelegenheit für eine gute ansah, einen entschiedenen Schlag zu thun, und der dem Marschall zu gefallen verstand, wollte streng gegen die Union vorgehen. Die beiden Minister, die ich nannte, setzten durch, daß nichts derart geschehe, und wurden darin von Herrn de Broglie unterstützt, der trotz Allem immer mehr und mehr der clericalen Rechten zuneigt, so daß das rechte Centrum ihm einen großen Theil seiner Gunst entzieht." Paris, 19. April. Der „Agence Havas" wird aus Figueras vom 18. b. telegraphirt: Die Regierungs-Truppen nahmen den Generalstab Saballs' nahe bei Bich gefangen. Saballs und andere Führer der Carlisten flüchteten sich über die französische Grenze. Vermischtes. Mainz, 18 Avril. Gin beute kurz nach Mitternacht auSgebrockene» Feuer legte! das große Mieth-LagerhauS in dem Bahnbof der LadwigSbahn vollständig in Afche. Bedeutende' Lmeiika. New-Uork. Unter den mannigfachen Strikes, welche hier in den verflossenen zwei Monaten anftraten, verdient der der Erie-Eil'enbahnbeamten bei Susquehanna in Pennsylvanien durch die ungewöhnliche Kühnheit seiner Ausführung größere Beachtung. Als die Strikenden auf einige ihrer unge- mesienen Forderungen von der Eisenbalm-Gesellschaft eine abschlägige Antwort erhielten, setzten sie am 27. März sämmtliche Locomotiven der Bahn außer Wirkung und gestatteten nur den Postwaggons ungehinderten Durchgang. Unter diesen Umständen blieb der Gesellschaft nur übrig, entweder auf die Forderungen einzugehen oder militärische Hülfe in Anspruch zu nehmen. Sie entschied sich für letzteres. Der Gouverneur von Pennsvlvamen sandte zuerst 500 Mann, welche nachber auf Bitten des Sheriffs von Susquehanna auf 1500 vermehrt wurden. Unter dem Drucke derselben kam natürlich bald ein Einverständniß zwischen beiden Theilen zu Stande. Welches die Bedingungen deffelben ge wesen, ist ziemlich gleichgültig gegenüber der in der Geschichte der amerikanischen Strikes bis jetzt unerhörten Tbatsache, daß die Arbeiteilisteller sich hier das Recht anmaßten, den Streit nach eigenem Gutdünken zu entscheiden und die öffentlichen Gesetze ganz außer Acht zu lasten. — Der Weiber Kreuzzug gegen den Branntwein droht, langsam im Sande zu verlaufen, und von dem im Beginne kundgegebenen Eiithusiasmlis ist nur die lächerliche Seite übrig geblieben. Er beschränkte sich hauptsächlich auf die Mittelstaaten Ohio mib Indiana und hat den Ostennicht berührt. ^Sefonöei 8tt M bringen € Ublangchöri fctiiiqtfyrr! Dom 1. M 1 3rotnnbtr Mittwvl! ciiidfli 2 Uh k ckutzpotkcn^ rbmtn wirb. Gießen, am (2018) Holz Gieß Monta, von B engliicbcn Zuckebaus. Beim Wergzupken. Beim Räben. — Der neue König von — Bilder aus Siam. Ein Buddbistentemvel. Eingang zu einem Buddbistentemvel. Reitelevhanten des Königs. — Im schönen Süden 1 Secks humoristiftische Bilder nack Skizzen von Schlitt. Dcuf'cke Gedenktage. Statistisches. Raturereigniffe. Unglücksfalle. Landwirlhsckaft. Gesundheit-pflege. Bilder. neue englische Premier-Minister Disraeli. — Ankunft 3iuß[anb. Petersburg, 16. April. Das neue Gesetz, welches alle russischen Unterthanen zum Militärdienst verpflichtet, hat die auf der Krim ansässigen Tataren in die größte Aufregung versetzt. Sie wollen sammt und sonders, wenn sie nicht von der Dienstpflicht befreit werden, nach der Türkei auswandern. Am 2. April ist auf Befehl des Kaisers Fürst Woronzow von Odesta nach der Krim abgegangen, und seinem Zureden soll es gelungen sein, die Aufgeregten zu beschwichtigen. Wahrscheinlich hat er ihnen auf gewisse Zeit Befreiung vom Militärdienst zugestehen dürfen. — Großfürst Alexis wird im nächsten Jahre mit einem Geschwader ilach Australien gehen. Bekanntlich sollte er schon in diesem Jahre wieder auf Seereisen gehen, weil, wie es hieß, der Kaiser den noch immer unlenkiamen Sinn seines Sohnes damit zu beugen gedachte. Es scheint mithin, wahrscheinlich bei Gelegenheit der Vermählungsfestlichkeit, eine vollständige Versöhnung statt' gefunden zu haben. — Ein entsetzliches Unglück, herbeigeführt durch eigenes Verschulden, ereignete sich am Abend des zweiten Feiertages auf tem Bahnhof der Berliner Verbindungsbahn bei Schöneberg. Bald nach b Uhr fuhr der vom Lebrter Babnhof kommende Personenzug Nr. 13 in vorschriftsmäßigem Tempo langsam in den Bahnbof ein Ein im Zuge befindlicher Passagier öffnete eigenmächtig noch während der Fahrt das Eoupä und stieg trotz mehrfacher Warnung auf das Trittbrett. Bevor der Zug still stand, verließ er dasselbe. Da- Eoup« war das'letzte des betreffenden Wagens. Er trat von dem Trittbrett herab, wurde von dem des nachfolgenden Wagens in der Kniekehle erfaßt und so unglücklich zur Erde geriffen, daß er mit der Vorderseite des Körper- auf die Schienen fiel und sämmtliche folgenden Wagen über ihn weggingen. Ohne auch nur einen Laut von sich zu geben, war der Unglückliche augenblicklich eine Lricke. Der ganze Körper war eine vollständig zerrisiene unkenntliche Fleisckmaffe. Der Kops war vom Rumpfe getrennt und lag in mehreren Stücken auf dem Bahnkörper umher. Arme und Beine mußten stückweise zusamniengesucht, theils noch von den Rädern, an denen sie festklebten, los« gelöst werden. Die Kleidung-stücke waren vom Leibe geriffen. Der Anblick war ein über alle Beschreibung gräßlicher. Hirsch berg, i. S., 6. April. Der hier in der Nähe belegene Hausberg war gestern Abend der Schauplatz eines schauerlichen Dramas. Die Pflegetochter der Restaurationspäckterin auf dem genannten Berge hatte leit längerer Zeit ein LiebeSverhältniß mit einem jungen vermögenden Manne auS Kunersdorf, dem jedoch in der letzten Zeit die Gewißheit geword-en war, daß seine Geliebte ihn verschmähe. Nachdem er gestern gegen Abend dem Mädchen schot, längere Zeit aufgelauert hatte, traf er sie endlich am Brunnen, ifrr näherte sich ihr, stellte sie nochmal» zur Rede, und als sie ihn bestimmt zurückwicS, setzte er ihr mit den Worten Nun, wenn 16 Dich nicht bekomme, so soll Dich auch kein Anderer haben*, ein Terzerol in den Nacken und schoß ihr eine Kugel in den Hinterkopf. Die Unglückliche ist nach achtstündigen entsetzlichen Leiden beute Morgen gestorben. Der Thäter aber schoß sich unmittelbar eine zweite Kugel in den Mund, die ibn sofort tödtete. Gelsenkirchen, 12. April. Den Bewohnern der hiesigen Babnhofsstraße bot sich gestern Nachmittag ein gräßlicher, höchst trauriger Anblick dar Da- Pferd des Hierselbst wohnenden Handelsmannes Kindervater, welches an einen am Abladestrauge der Köln - Mindener Eisenbahn stehenden leeren Wagen gespannt war, wurde aus einer bis jetzt noch unbekannten Veranlassung plötzlich sckeu und sprengte mit dem leeren Wagen im Galopp davon. Das förmlich wild gewordene Thier rannte mit dem Vordertheile des Wagens, meld)er durch die Gewalt von dem Hintern Theile de- Wagens getrennt worden war, die Strane entlang und riß bei dem Uebergange de- nach der Zeche Wilhelmine-Victoria führenden Geleise- der Rheinischen Eisenbahn die Hälfte der geschlossenen Barrivre nieder. Erst in der Nähe der kaiboMchen Kirche gelang es, das Roß mit den Trümmern des Gefährtes aufzuhalten. Auf der Badnhossstraße sind unmittelbar vor dem Hause des Kaufmannes Rothschild zwei Frauen, obschon dieselben sich biß dicht an das Haus geflüchtet hatten, von dem Reste deS Fuhrwerk- niedergeriffen worden und haben so erhebliche Verletzungen erhalten, daß eine berelben gleich auf dem Tranporte nach ihrer Wohnung und die Andere, welche in das katholische Krankenhaus gebracht wurde, noch am selbigen Abend ihren Wunden erlegen ist. Ein kleines Mädchen, welches von einer der Frauen auf dem Arme getragen wurde, hat zum Glück nur eine kleine Kontusion am Kopfe davon getragen Der Besitzer und Führer des Fuhrwerks, welcher bei Beginn der Kata strophe in einem in der Nähe des BahnhofeS befindlichen WirthShause fick aufbielt, ist verhaftet — Das Hamburger Postdampfschiff „Thuringia*, Eapitän Mever, von der Linie der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt - Actien - Gesellschaft, trat am 15. April wiederum eine Reise via Hüvre nach New-Jork an. Die Tochter des Nadob. Roman von E. Rudorsf. Fortsetzung. Der Strick um veil Hals. Kriminal Roman von Emil Gaboriau. Fortsetzung. Album. „Die Glöcklein läuten das Ostern ein." Gedicht von Adolph Böttger Natur und Leden. Gerichts-Zeitung. „Menicklicke Scheusale." 1. Vom Mord zum Ball. 2. Ein Vatermörder. 3. Ungarisch* Banditen. — Ein berliner Zuckthausbruder. — Das Ende einer unglücklichen öde. — Ein Familiendrama. — Der Ausgang des Tichborne Prozesses. — Verschiedenes. Humoristische Blätter. Satyren. — Briefmuster. — Witzworte. — Komische Anzeigen. — Allerlei Sinnspruche — Kleine Post. — Schach. — Viersilbige Scherz-Eharade, Dilderräthsel. *> Rmtr. "im ’ 9,1 ■* . gial 2 - S* |S_. 31a z 5 Tellen P . N ,J Mti-.gtf ^nflt un U Ä mil äufami *aMunft§frift •"ItalHi P in dem G> Hr agklstkin, m versteigert Krankt r-ic^nomit xttV ^geidilagtn b< giroidhing- gjt 223 uni 1 «m ucnilt. 6rÜ «ily kfiertr f|*'| mit I- wW«- 6lil !.rer W fettisilkut 9 feiidHwt* 4"i 6-baMt3It tzarpeuhnmer, S’icun 1° o -clccoupons 2. Übf( 2«. s Sri*- ‘ÖOri doch Herrn de Broglie fo ergeben ist, und man scheut sich nicht, laut auszu-1 Borrathe von Früchte», Mehl, Demen m Fässern und Flaschen und vorübergehend dort gelagerte sprechen, Herr de Broglie wäre nicht unumgänglich nothwendig. Das ganze Stückgüter re. wurde» vollständig oder zum größten Theil zerstört, ebenso 18 Eisenbahn. Güter- w ---- - " - ---- - v wagen mit Inhalt, eine Anzahl Frachtsuhrwerke re. Dw Gluth war so intensiv, daß man die längs der Bahn mehr als sechs Geleisenbreiten vom Feuer seitwärts aufgestapelten und hinter dem Winde liegenden großen Holz-Magazine nur mit äußerster Müde zu schützen vermockte; waS vor dem Winde log, verschlang das Element im Nu. Der Schaden wird über 1 Mill. Gulden geschätzt. Man vermutbet Branostjstung. Rack Angabe der Nacktwacken brack das Feuer in dem gegen den starken Wind laus West) gelegenen Tdcil de« koloffalen HolzgebäudeS aus. — Der Strick des Gebangten soll bekanntlich nach dem Lolksaberglauben Glück bnnjen Einen recht erbaulichen Beweis für Die Wahrheit diese- Glaubens liefert folgende Geschickte, feie man sich jetzt in Paris erzählt. Herr Ifidore Geoffrov, Rue de la Reine Hortense, war vor drei Jahren in Dublin, sah einen Schneider henken, der seinen Sohn mit Hammerschläge» ermordet hatte, und kaufte dem berühmten Henker Laleraft ungefähr .vier Ellen de» Strickes für fünf Guineen ab. Als er nach Pari» zurückgekehrt war, trat er eines Tages zufällig in die Kinderstube und sah, daß einem seiner Töchterchen die Zunge zum Munde herauShing. Das Brüderchen hatte nämlich mit ihm „Hängen" spielen wollen, dazu den famosen Strick benutzt, und Herr Geoffrov kam gerade noch zur rechten Zeit, um ein ernstes Unglück zu verhüten.' Natürlick verschloß er nun den Strick, aber auch irtzt brockte ihm derselbe kein Glück. Mit den Geschäften ging es schlechter al« je. Da bot sich Gelegenheit zu einem sehr oortbeilbaften Abschluß in Havre. Herr Geoffroy eilte dorthin, cassirte eine bedeutende Summe em, packte dieselbe in einen kleinen Koffer und schnürte diesen mit dem berühmten Strick zu, damit das erworbene Geld auch ja Glück bringe. Der Koffer wurde gestohlen, allerdings'später wieder' gefunden, aber natürlich leer, nur der Strick lag darin. Herr Geoffrov wurde über diesen Schicksalsschlag melancholisch; dem Strick vertraute er nicht mehr, er behielt ihn aber, 6a er la fünf Guineen gekostet. Dor einigen Tagen hörte seine grau großes Geräusch in seinem Zimmer, öffnete die Thür und fab ihn — erhängt an demselben fatalen Stricke. Sie hatte Be onnenhnt genug, ihn loszuschnelden. Herr Geoffrov lebt noch und wird auch wieder gesund werden. Hoffentlick verbrennt er nun den Unglücksstrick. Oberhessen 77V 1864r 154 flf(gemetner Anzeiger Uörsennacbrlchtcn. 20. April 1874. Prioritäten. östr. Stab. Prior. 61 östr R. Lombard 49’ a Livomeser 35*/s Toscaner 567< Elisabeth.-Prior. 90’/s Actieii. Krankf. Bank 1477/8 Krankt'. Vereins-Kasse 83Va Darmst. Bankaot. 384'/2 Rheinische Hyp.-Bank — Wien Bankactien 1012 Oesl. Creditaot. 224 '/^ (Galizien — Börsenberichte. Frankfurt a. M., 20. April. Die Börse trug bei Wochenbeginn eine freundliche Physiognomie. Die steigende Richtung, welche Ereditactien, anläßlich der beruhigenden Aufklärungen, welche die Direction über einzelne Punkte der Bilanz gegeben, seit Samstag Mittag rtngeschlagen hatten, erfuhr heute bei lebhafter Kauflust für diese« Effect eine weitere bedeutende Entwicklung. Ereditactien, welche am Samstag Mittag mit 212>/2 geschloffen, eröffneten heute mit 223 und blieben, nach mehrfachen Schwankungen, schließlich 225, mithin circa 13 fl. höher al» am Samstag. Staatsbahnacti.-n und Lombarden, waren durch ihre schlechten Einnahmen gedrückt. Erstere bewegten sich zwischen 326 , und hoben sich gegen Schluß bis 32x'/z, in Folge beffercr auswärtiger (Sourfe. Letztere schloffen, teilweise auf Pariser Verkäufe, nach 147'/, mit 146' 2. Die anderen österr. Bahnen waren auf Grund der festen Tendenz meist behauptet. Elisabeth avancirten 4 fl., Franz-Joseph 5 fl., Albrecht 2 fl., Galizier verloren 2 fl., Vuschtiehrader 23/4 fl , Linz-Budweis 3 fl. Banken waren ziemlich animirt und größtenthetls besser. Deutsche Effenbank 1V*%, Berliner Bankverein 2» .o/o, Darmstädter 15 fl., Oesterr. Nationalbank 9 fl., Meininger und Deutsche Veretnsbank je 1°,0 höher. Handelsgesellschaft fest. Staatsfonds anziehend, namentlich Oesterr. Renten. Von Looseeffecten 1860er 1 */>.% höher. Schwedische 3/s Thlr matter. Venetianer Loose geiucht, ebenso Ungarische. Kleine Loose, wie Pappenheimer, Meininger und Freiburger angeboten. 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Loose 72 Nassau 25 fl. 451/« Braunschweiger 22'/j 30/o Oldenburg. ä4()Thlr. 397/, 4° 0 bayr. Präm.-Anl. — 4"/o badische Loose 112% Badische fl. 35 Loose 69* 4 Oestr. fl. 250 v. 1H54 933/e 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 967'h Preuss. 4‘/j0/0 Oblig. — Erankf. 31/»% Oblig. 90S/b Nass. 3‘/jO/o Obi. 92 «,4 Kurhess. 4°/0 n — Gr. Hess. 5<>/0 Obi. — , , 4»/0 „ 997/g „ p 3'/,«/o „ 97 Bayer. 50/0 „ — » 41/8°/O 1jährige — s 4° 0 Ijährige 97»/h Wärternb. 41/2°/0 Obi. 101*/< Baden 41/2° 0 Obi. . besondere Aekanntmachung Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur Kenntniß der Stadtangehörigen, datz der Grobherzogliche Kreisarzt Herr Medicinalrath Dr. Stamm- ler vom 1. Mai bis zum 15. Juni und vom 1. September bis zum 15 October d I. jeden Mittwoch und Samstag von Nachmittags 2 Uhr an in seiner Wohnung Schuhpocken-Jmpfungen unentgeltlich vornehmen wird. Gießen, am 18. April 1874. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. (2018) Vogt- Versteigerungen. Holzversteigerunq Donnerstag den 23. April, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause des Herrn Carl Ro- loff am Lindenplatz dahier: eine Partie neue Sonnenschirme, gut erhaltene Herrenkleider, Frauenhemden, Frauenstrümpse und ähnliche Gegenstände öffentlich versteigert Gießen, den 20. April 1874. (2004) M. Pilger. Montag den 27 April c-, Nachmittags 3 Uhr, wollen Bücking & Comp. ihre Dampf- Dresch Maschine mit Locomobile, aus der Fabrik von Worspi & Cohn, England, öffentlich auf dem dahiesigen Rathhaus versteigern lassen. Einsicht kann jeden Tag geschehen. Alsfeld, den 19. April 1874. (2005) Ieilgebotenes. im Gießener Stadtwalde. £ Montag den 27. April 1874, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Hangelstein, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: A» Brennholz: 6 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 2 „ Nadel- 119 „ Buchen-Prügelholz, 4 „ Eichen- „ 24 „ Nadel- „ 60 r Buchen-Stockholz, 32 „ Nadel- 2200 Wellen Buchcn-Reisholz, 950 „ Nadel- B. Bau-, Werk- und Nutzholz: Erbser:reifer sind zu haben bei Th. Nautenstrauch, (2009) a. d. Schoor. Aechte Neapolit. Maccaroni, Eiergemüsenudeln, Türkische und Bamberger Zwctschen, Apfclspalten, Brüncllen, RcineclaudS, Birnen, (1305) empfiehlt Emil Fischbach. Für Confirmanden. Gesangbücher in reicherAuswahl empfiehlt billigst B. Wurmes, 119 Nadel-Stämme von 4 bis 17 Meter [1909] Buchbinder. Länge und 12 bis 39 Cntmtr. Durchmesser mit 55,03 Cubmtr., 9 Nadel-Stangen mit 0,98 Cubmtr. Die Zusammenkunft ist am Steinbruch. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Deccmber 1874 gestattet. 2001) Ca. 2000 Stück Falzziegel sind zu verkaufen. Sonnenstraße, im Hause von I. H. Fuhr._____________________ 2000) Ein leichter Wagen zu verkaufen Näheres bei der Exp. d. Bl. Gießen, am 21. April 1874. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Fußboden-Anstrich. -ußbodenlack, sofort trocknend, etnölsiccatif, zum Einölen, Oelfarbe, fertig zum Anstrich, rasch und B c k a n n t m a ch u n g. ( hart trocknend, 2014) Die Lieferung verschiedener Kaser- sowie alle sonstigen Ingredienzien zum An- glÖctlei' Silbtrw« lirn-Utensilien, als : streichen und Wichsen der Fußböden empfiehlt 2 Gerüste und 1 Schrank zu Monti- (1304) Emil Fischbach. rungsstücken, 70 Schemel ohne Lehne, 2 Schränke zum Aufbewahren von Geschirren, 1 Stufentritt und 7 Waschtische, Niederlage von Kitzinger Bier (helles und dunkeles) soll im Submissionswege verdungen werden. Zur Entgegennahme von Offerten ist ein Termin auf Samstag den 25. d. M., Vormittags 9 Uhr, im Geschäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung anberaumt, woselbst auch die Lieferungsbedingungen einzusehen sind. Gießen, den 21. April 1874. Großherzogliche Garnisons-Verwaltung. । in Original-Gebinden bei (2007) I. A. Herold, Hanau. 1928) 20 bis 30 große WirthschaftS- tische, sowie eine Parthie Bänke zu verkaufen bei I. Rothenberger, Lindenplatz. 1965) Einen einspännigen Wagen, sowie gute Kartoffeln verkauft Karl Steinberger, Löwengasse. | Leinen Batist Kleiderstoffe in modernen Farben empfiehl' Albert Aüttritujhnu*. Ausverkauf wegen Ausgabe des Ladengeschäfts. 1923) Macke hiermit auf folgende Artikel besonders aufmerksam: Goldleisten, Photographie-Nahmen, Notizbücher, Portemonnaies, Brieftaschen, Schrcibmappeu, Schulranzen und -Mappen, Spielkarten, Packlack, Siegellack, Schreib- und Conceptpapier, Copirtinte u. s. w., von heute ab zu äußerst billigen Preisen. Achtungsvoll F. Wurme*, Wallthorstraße Nr. 96. Herren-W äscBi e, als: weiße und bunte Hemden, Kragen, Manschetten, Chemisetten, sowie Shlipse und Cravatten, Kragen- und Manschetten-Knöpfe,^Glaee-, Wildleder- u. 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