V« / ">»<#, en,Wk il(i, Wiinidi Mit to ”« die f,m, Ulin, vierteljährig 1 st. 12 kr mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 2S kr. Gikßciitr Anzeiger. Erscheint täglich, mit Hu<- nab— Montag-. Expeditio.. Lan-leiber«, ®. Nr. 1. Mnzeige- und Wmtsßkatt für den Kreis Hiessen. No. «40 Donnerstag den 15. Oktober «824. »s«snaMB«aKßa tlrjirli. Mpftylfli itir [ feiler. fihnb. Bürger L Wikums, daß r rben gebeten sich t: nigen. Snniflbunc- ib Acbtineiftr. miß. ich unter'm Hü en Sotten Ttrii inner ftriuiffuM 's Apolhele, err Nintkicher TheiL m t „ . . v t Gießen, am 12. October 1874. Betreffend: Die Wahlen zu den Kreistagen, insbesondere durch die Höchstbesteuerten. Das Grvßherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nach Art. 14 und 15 des Gesetzes vom 12. Juni 1874, die innere Verwaltung und Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, wird ein Dritttheil (im Kreise Gießen 7) der Mitglieder des Kreistags von den 50 Höchstbesteuerten gewählt. Zur persönlichen Theiluahrne an der Wahl sind nach Art. 16 solche männliche Personen berechtigt, welche a) in dem Kreise Gießen ihren Wohnsitz haben, oder Grundeigenthum oder eine Gewerbsanlage in demselben besitzen, b) Angehörige des deutschen Reichs und selbstständig sind, und c) sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Als selbstständig wird derjenige angesehen, welcher das 25ste Lebensjahr vollendet hat, sofern ihm das Recht über sein Vermögen zu verfügen und bnfielbc zu verwalten, nicht durch gerichtliche Anordnung eiitzogen ist. Außer diesen zur persönlichen Theiluahrne an den Wahlen befähigten Personen können, sofern die im vorhergehenden Artikel unter a — c bezeichneten Erfordernisse bei ihnen zutreffen, durch Stellvertreter sich betheiligen: 1) unter Curatel stehende Personen durch lhreii Vormund oder Curator; 2) unverheirathete Frauen durch von ihnen bevollmächtigte Vertreter; 3) der Staat durch einen bevollmächtigten Vertreter; 4) Actiengesellschasten, Commanditgesellschafteu auf Actien, juristische Personen, jedoch mit Ausnahme der politischen Gemeinden, Stiftungen durch den nach ihren Statuten oder Verfassungen befugten Vertreter oder mit ihrer Vollmacht durch einen sonstigen Vertreter; 5) die gemeinschaftlichen Besitzer eines Grundeigeuthums durch einen der Mitbesitzer, die Teilnehmer eines gewerblichen Unternehmens durch einen derselben. • Außerdem steht die Theiluahrne an der Wahl durch bevollmächtigte Vertreter frei den Mitgliedern regierender oder standesherrlicher Familien und solchen Wahlberechtigten, welche außerhalb des Kreijcs wohnen- Zur Ermittelung der hiernach im Kreise Gießen stimmberechtigten 50 Höchstbesteuerten wollen Sie uns binnen 8 Tagen diejenigen zehn Steuerpflichtigen mit genauer und vollständiger Angabe der Namen und unterscheidenden Beziehungen angeben, welchen in Ihren Gemeinden und resp. selbstständigen Gemarkungen die höchsten Communalsteuerkapitalien zugeschrieben sind und zwar unter Beifügung dieser Eommunalsteuerkapitalien und einer entsprechenden Bemerkung, wenn einzelne derselben etwa nach Art. 16 und 17 des Gesetzes nicht wahlberechtigt erscheinen sollten. Befinden sich unter den 10 Höchstbesteuerten solche, die in anderen Gemeinden des Kreises noch weiter besteuert sind, so wollen Sie vor Einsendung bes Verzeichnisses durch Anfrage bei den Vürgenneistereien der betreffenden anderen Gemeinden sich den Betrag dieser weiteren Communalsteuerkapitalien mittheilen laffen und in den Verzeichnissen ebenfalls unter Namhaftmachung der Gemeinden (Gemarkungen) für welche solche bestehen, beisetzen. Für die Großherzoglichen Bürgermeistereien Annerod, Hattenrod, Langsdorf, Mainzlar und Staufenberg, in deren Gemeinden Umlagen nicht statt- sinden, hat vorstehende Verfügung keine Wirksamkeit, für die Großherzogliche Bürgermeisterei Bersrod nur bezüglich Winnerod. ' v. Röder. B e k a n n t m a chu n g und wenn er vier Stockwerk hoch Politischer Ttzeik Darmstadt, 13. October. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer Deutschland Kit- uf bf1 p 31- tft ist ist ist 4 5 6 7 schon lange U bewahrt hat, w haben die Hausbewohner zu stellen, werden. wurde eine Reihe von Petitionen gegen die Kirchengesetze angezeigt unb einige neue Berichte erstattet, die als dringlich erachtet worden, und demnächst zur Verathung gestellt werden sollen. Der erste Gegenstand der Tagesordnung .ist eine Vorstellung der Verwaltungs - Commission der von Schrauteubach'schen Stiftung in Friedberg, über den Entzug testamentarisch vermachter Stipendien. Diese von der Frau von Schrauteubach^der Burg Friedberg und deren Gebiet fr. fr. fr. fr. !kö Für das Ausbrennen und Reinigen der russischen Schornsteine das Doppelte des Fegerlohns. Benützen die Bewohner mehrerer Stockwerke ein Kamin gemeinschaftlich, so t freiten sie sich in die frier berechneten Gebühren. Die so oft wiederfehrenden Streitigfeiten zwischen Kaminfeger und Hausbewohnern müßten faßt ganz auffrören, wenn letztere das Anzeigeblatt, in welchem diese Vorschriften abaedruckt sind, aufbewahren und kenn sie sich die Tage, an welchen der Kaminfeger gefegt hat, aufschreiben würden. ^Gießenden 13. Octbr. 1874. Großherzogliche Polizei - Verwaltung der Provinzial - Hauptstadt Gießen. Nover. 46A iitr, 8iH«}- jeö souocv elÄ, «Sy «i ciiiiogen -vml-wg 3nbtm nm » (Hem .nerAnzeU^ Darmstadt, 10. October. Durch Allerhöchstes Decret vorn 2. l. M wurde der Großh. Landrichter zu Friedberg, Philipp Reitz, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Treue, Gewissenhaftigkeit und Fleiß geleisteten Dienste, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. Darmstadt, 13. Oktober. Se. König!. Hoheit der Großberzog haben v heute den seither am hiesigen Hofe beglaubigten königlich sächsischen außeror-^vermachten ausdrücklich für evangelische etubirenbe bestimmten Stipendien wur- bemlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister, 'Geheimen Legationsrath ^ben, nachdem die Burg Friebberg hessisch geworden war, 1819, durch das Mini- Grafen von Könneritz, behufs Entgegennahme seines Abberufunasschreibens in'sterium mit der Stipendienkasse zu Gießen vereinigt und von da an durch die besonderer Audienz zu empfangen geruht. jdortige Stipendien-Commission an beliebige Bewerber, sogar an katholische I 49-51 I 37-3 | 30-31 30-?l J •,/ , 9 1 7* H '! 9 die Reinigung der Schornsteine betreffend. Um entstandene Zweifel zu beseitigen, werden folgende für die Stadt Gießen erlassene Vorschriften wiederholt bekannt gemacht: 1) Die Kamine, wo beständig gefeuert wird, müssen alle Viertel-Jahr wenigstens einmal gefegt werden; wo aber nur Steinkohlen gebrannt werden, sind sie jährlich fünfmal zu reinigen, und zwar dreimal im Winter (Oktober, Decembcr und Februar) unb zweimal im Sommer (Mai und August.) Es versteht sich von selbst, daß die Kamine, welche (behufs ^»tubenh izung rc.) nur im Winter benützt werden, im Sommer nicht zu fegen sind. 2) Die Kamine solcher Gewerbsleute aber, welche zum Betrieb ihres Gewerbes starke Feuerung nöthig haben, wie Bäcker, Bierbrauer, Branntweinbrenner, Seifensieder, Häfner, Schlosser, Schmiede, Gastwirthe unb Garköche, hinsichtlich ihrer Küchenfchornsteine und dergleichen, sollen alle vier ober sechs Wochen gefegt werben, wenn nach der Größe bes Gewerbes derselben eine öftere Reinigung der Schornsteine als die gewöhnliche, nöthig ist. 3) Die engen, s g. Russischen Kamine sind in den für die gewöhnlichen Kamine vorgeschriebenen Terminen von dem sich darin anhäufenden flockigen Ruße mit einer Bürste und Kugel zu reinigen. Der sich darin anhäufende Glanzruß dagegen kann nur durch Ausbrennen weggeschafft werden. Dieses geschieht j e d e s Jahr wenigstens einmal, sogleich nach dem Ausbrennen muß das Kamin mit Bürste und Kugel gereinigt werden. 4) Die Kaminfeger haben folgende Gebühren in Anspruch zu nehmen: a. für die Reinigung eines einstöckigen Schornsteins 4 fr. b. für jedes Stockwerf, durch welches der Schornstein weiter läuft einen Kreuzer mehr. Bei gebrochenen Dächern wird der bewohnte Theil als Stockwerf, und bei Küchenschornsteinen wird das Stockwerf, in welchem die Küche bestndlich ist, als besonderer Stock berechnet. c. für die Reinigung der russischen Schornsteine mittelst Bürste und Kugel werden die oben bemerkten Gebühren, unb für ba5 Ausbrennen unb Reinigen berselben bas Doppelte bezahlt. , d. bas zum Anzünben ber Röhren beim Ausbrennen erforberliche Brennmaterial Besonbere Trinkgelber für bie Gesellen unb Neujahrsgeschenke bürfen nicht geforbert Rach dem oben Bemerkten ist also für bie Reinigung zu zahlen: wenn ber Schornstein ein Stockwerk hoch wenn er zwei Stockwerk hoch wenn er drei Stockwerk hoch Theologen vergeben. Die Verwaltungs-Commission in Friedberg führt gegen diese Beeinträchtigung der Berechtigten Beschwerde und beantragt der von dem Abg. Stüber erstattete Ausschußbericht, der Verwaltungs-Commission in Friedberg wieder die statutarische Mitwirkung bei der Verleihung der Stipendien zu gestatten, unter den Bewerbern den Angehörigen der früheren Burg mit Annexen und der Stadt Friedberg den Vorzug einzuräumen, die Stipendiaten dieser Stiftung nicht mit Verpflichtungen zu belasten, welche in der Stiftung nicht begründet seien. Schaub erörtert mit wenigen Worten die Verhältnisie und fragt, ob die Stipendiaten auch auf anderen Universitäten ihr Stipendium verwenden dürften, worauf der Referent erwiderte, es sei kein darauf gerichteter Antrag gestellt und daher diese Frage nicht in Betracht gezogen worden. Der Ausschußantrag, der Beschwerde Folge zu geben, wird darauf einstimmig angenommen. Da der Ansichußbericht über daö Berggesetz noch nicht vollständig gedruckt ist, wird die Sitzung wegen Mangels an Material geschloffen. Nächste Sitzung morgen, den 14. d. Mts. Zweite Lesung der Kirchengesetze. (N. Frkftr. Pr.) Berlin, 12 October. Die Untersuchung in der Arnim'jcheu Affaire ist nach Allem, was verlautet, möglichst rasch gefördert worden; der Gründlichkeit des Verfahrens wird man natürlich keinen Abbruch thun, und im Uebri- gen entspricht Beschleunigung sicherlich den allgemeinen Wünschen. Schiefe und gehässige Darstellungen, wie sie sich sogar in die sonst besonnenere „Daily News" verirrt haben, werden um so weniger Boden gewinnen, je rascher der Proceß sich entwickelt. Berlin, 13. October. Der „Voss. Ztg." geht von augenscheinlich dem Grasen Arnim befreundeter Seite eine ausführliche Darstellung des folgenden Inhalts zu: Graf Arnim und Fürst Bismarck seien, so behauptet der Bries- schrelber, noch im Mai 1872 die intimsten Freunde gewesen. Arnim hatte als Adlatus des Reichskanzlers nach Berlin kommen sollen. Privatbriese und Jm- mediatberichte Arnim's ans Rom hatten einen Bruch mit Rom angeralhen. Das Project der Ernennung des Cardinals Hohenlohe zum Botschafter in Rom ging von Arnim auö. Erst im September 1872 seien Symptome veränderter Verhältnisse hervorgetreten. Arnim, von Paris kommeend, sei von Bismarck nicht empfangen worden. Bestritten wird, daß Arnim eine legitinnstijche oder orleaiiistische Restauration in Paris begünstigt habe. Im October 1872 habe Arnim in einem Privatbriefe an Bismarck ausgesprochen, daß Thiers mit Gambetta in Verbinduiig zu stehen scheine und daß die republikanische Propaganda sich allerorts bemerkbar mache. Gleichzeitig habe er aus die republika nischc Propaganda in Spanien ausmerksam gemacht, dabei ausdrücklich hervor- gehoben, daß Deutschland eine nichtmonarchische Negierungsform in Frankreich zu begünstigen habe. Auch entspreche eS seinen Interessen, wenn in Frankreich ein öfterer Wechsel der regierenden Antorität stattfinde, so lange noch eine deutschem Besatzung im Lande sei. Arnim wollte, daß die Zahlung der französischen Contribution nicht beschleunigt, sondern verlangsamt würde, und daß die deutsche Truppen biS auf einige Grenz-Festungen Frankreich zwar räumen, sich aber das Recht reserviren sollten, bet säumigen Zahlungen Frankreich bis zum Meere wieder zu besetzen. Aetlßernngen über Thiers' Hang zum Soldatenspiel kommen in diesen Berichten vor, welche die von Freunden Arnim's jedenfalls herrührende Darstellung als Privatbriefe charakterisirt. Es wird in der Darstellung weiter behauptet, daß Mittheilungen Arnim's, nach denen halb Europa republikanisch werden könne, an maßgebender Stelle eingereicht worden. Dies habe den in Larzin weilenden Chef Arnim's verstimmt und nun sei zwischen dem Chef und dem Botschafter jede Fühlung verloren gegangen. Arnim habe nichts ferner gelegen, als Bismarck's Stellung z« erschüttern, mit dem er in Details verschiedener Meinung war, in den großen politischen Zielen aber übereinstimmte. Durch Zwischenträgerei sei die Mißstimmung genährt worden. Ein Schreiben sprach endlich das Bedauern über die tief gehende Meinnngs Verschiedenheit aus. Armm antworte, er bitte, solche Gedanken fallen zu lassen. Seine Aeußernngen dem Minister gegenüber seien zu unterscheiden von seinem Verhalten nach Außen ans Grund der Instruction. Von jetzt ab hatte Arnim zahlreiche Verletzungen zn erfahren gehabt. Im Januar 1874 sei ihm bei seiner Anwesenheit in Berlin anläßlich des Begräbnisses seiner Tochter vom Staatssecretär Bülow vorgeschlagen worden, den neu zu creirenden Botschafter Posten in Konstantinopel zn übernehmen. Arnim ging darauf ein, hätte aber, nach Paris zurückgekehrt, um seinen dortigen Hausstand aufzulösen, ein in rücksichtsloser Form gehaltenes Schreiben von Berlin vorgefunden, das ihm das Anerbieten des Postens m Konstantinopel als nicht ernst erscheinen ließ Diese Correspondenzcn habe Arnim als Privat-Correspondenzen angesehen und an Bismarck herauszugeben, daher verweigert; nicht aber habe er sich geweigert, sie dem Gericht zn übergeben, vielmehr habe er erklärt, daß er sie binnen Kurzem im Jntereffe seiner Verthcidigung vorlegen werde, wenn er auch sein Anrecht an dieselben festhalte und auf dem Civilwege verfechten wolle. Berlin, 12. Öctober. Das Weltpost-Porto ist erreicht. Die Abgesandten aller Kulturstaaten, mit Ausnahme von Frankreich, haben aus dem Weltpost Congrcß in Bern einen internationalen Postvertrag abgeschloffen, welcher die Vortheile der neuesten Entwickelung des Postwesens im deutschen Reiche — die Portogleichheit — auf den großen Weltverkehr auödehnt. Während im Angedenken älterer Zeitgenoffen noch die Erinnerimg lebt, daß ein Brief innerhalb der Grenzen des preußischen Staates je nach der Länge der Strecken neun, sechs und drei Groschen gekostet hat, und während es noch nicht zehn Jahre her ist, daß das Porto für den einfachen Brief drei Groschen gekostet hat, wird nunmehr das Weltpost-Porto von zwei Groschen cingefübrt, so daß em Bries, welcher in Deutschland mit zwei Groschenmarken beklebt wird, in ganz England, in Amerika und in allen anderen Wcltthcilen ohne Nachzah lnng und ohne Berechnung frei befördert wird. Wir haben nm so mehr Ver- anlaffimg, dieses wichtige Ereiginß nut Genugthnung hervorzuheben, da der General-Post-Director des deutschen Reiches, Herr Stephan, die Anregung zum Zusammentritt des Weltpost - Congreffes gegeben hat, und seiner Thätiz- feit besonders dieses für die ganze Menschbeit segensreiche Ereigniß zn verdanken ist. Die Erlangung des gleichen Weltpost-Portos hat lange Zeit und nele Mühe gekostet, und doch ist daffelbe so zeitgemäß, daß dasselbe wenige Wochen nach seiner Einführung Jedermann als eine ganz natürliche Erscheinung Vorkommen wird, und daß eine Erhöhung und Wicderabschaffnng deffelben als eine unerträgliche Barbarei angesehen werden würde. (Kisenacb, 18. Octobcr. In der Nachmittagssitzung des Vereins für Socialpolitik wurden der Kallc'schc Antrag über die Arbeiter - PensionS -Kaffen mit 28 gegen 11 Stimmen abgelehnt und die bezüglichen Anträge Franz Duncker's angenommen. Die Versammlung beschloß ferner, das preußische Handels-Ministerium, welches durch den Geh. Regierungsrath Lohmann vertreten war, um Veröffentlichung des Resultats der Arbeiter - EnquSte zu er« suchen. Hierauf wurde die Sitzung geschloffen. Schwerin, 12. Oktober. Der Deutsche Kaiser trifft am 21. Oktober, Abends, in Ludwigslust ein, nimmt an den Jagden vorn 22. und 23. Oktober daselbst Theil und reist am 24. Oktober, Morgens, nach Berlin zurück. München, 10 Oktober Bezüglich der Königin-Mutter wird in unterrichteten Kreisen behauptet, daß die Generalbeichte, welche der kranke Prinz Otto dem Papst einsandte und wofür, der päpstliche Segen als Anerkennung gespendet wurde, zur letzten Entscheidung der dadurch hocherfreuten Mutter beigetragen habe. Das schwanken und Kämpfen zwischen dem strengen Luther- thum und dem Uebertritt hat schon über zwei Jahre gedauert, und eben so lange find auch schon Besprechungen mit Geistlichen beider Confessionen auf der Tagesordnung gewesen, lieber die Aufnahme, welche die Benachrichtigung von dem Entschluß bei dem König gesunden hat, ist gar kein Zweisel möglich, und auch die ultramontanen Blätter gehen nm diesen Punkt mit Schlangenwinduu gen herum. In Berlin wird übrigens die Thatsache des UebertrittS nicht überrascht haben, da man in der königlichen Familie seit lange von dem bezeichneten inneren Kampfe unterrichtet war; doch mag immerhin das wirkliche Eintreten der Eventualität auch dort wie hier nur als eine Möglichkeit gegolten haben. Die Reise des Bischofs Haneberg nach Hohenschwangali bestätigt, was man hierüber immer hörte, daß er in jenem Kampfe um die königliche Seele der Widerpart des protestantischen Ober Consistorialraths v. Burger war, der sich von einem dieser geistlichen Ringkämpfe im Frühjahr einen Cholera-Anfall znzog. Dies mir zur Bekräftigung der Thatsache, daß sich jetzt ein lange spie- lender Proceß abschließt. München, 13. Oktober. Oas Ober-Appellgericht vernichtete in Heu tiger öffentlicher Sitzung das Erkenntniß des Appellgerichts in Nürnberg, welches die social-demokratische Partei in Nürnberg von der Anklage der Verletzung des Vereinsgesetzes sreigesprochen hatte. Stuttgart, 13. October. Der „Schw. Merkur" erfährt aus Straßburg: Herr v. Pommer-Esche, bisher in der Abteilung des Reichskanzler- Amtes für Elsaß-Lotbringen, sei zum Nachfolger des Herrn v. Arnim-Boitzen- burg als Bezirks-Präsident für Metz bestimmt. Herr v. Reitzenstein. bisher im Metzer Bezirks-Präsidium thätig, solle Nachfolger des Herrn v. Pommer- Esche werden. /rmiftreidj. Paris, 12. October. Im heutigen Ministerrath wurde die Orönoque- Frage endgültig gelöst; das Schiff soll morgen Civita-Vecchia vcrlaffen. Ein französisches Kriegsschiff wird in einem französischen Hafen znr Verfügung des Papstes gehalten werden, um auf des Letztem Wunsch gleich nach Civita- Vecchia abzugehen. — Mac Mahon hat heute um 1 Uhr einen schwedischen Abgesandten empfangen. Paris, 13. Oktober. Die Großfürstin Marie wohnte am Sonntag der Vorstellung zum Besten der Elsaß-Lotbringer bei. Der Großfürst Konstan ti» schickte für diesen wohlthätigen Zweck 10,000 Frcs. Spanien. Madrid, 13. Oktober. Oberst Trajillo schlug am 11. Oktober bei Tortuno den Carlisten-Führer Lozano und erbeutete acht Mnnitionswagen mit Bespannung. Die geschlagenen Carlisten sind dieselben, welche kürzlich vielfach Eisenbabnen zerstörten. St. Jean de Lu;, 12. Oktober. Die Carlisten haben Jrun anzu greifen begonnen, indem sie sich am Morgen der Häuser an der Brücke von Behoble (wo eine französische Grenzwache ist), bemächtigten. Der Angriff auf die Brücke ward von den Migueletes zurückgeschlagen. Letztere kamen am Nachmittage von Jrun und vertrieben die Carlisten mit dem Bayonnet. Durch die carlistischen Kugeln wurde ein französischer Grenzwächter getödtet und ein junger Mann verwundet. Die Behörde hat den Republikanern den Transport von Munition gestattet. Die Carlisten scheinen Kanonen zu landen. Die Vororte von Jrun und Behobie stehen in Flammen. Lokal-Notiz. Gießen, 14 October Bei der heute stattgehabten Wahl von zwei Stadtocr- orbneten wurden die Herren Carl Wenzel mit 95 Stimmen und Wilhelm Keller mit 93 Stimmen gewählt. Selcflinjifjifdjc Dcpcfdjcn. Köln, 13. Oct. Die „Kölnische Zeitung" ist ermächtigt, die Angabe deS Wiener „Vaterland" betreffs der Bekehrung der Lady William Ruffell und des Sohnes derselben, Lord Odo Ruffell, zur katholischen Kirche als völlig unbegrüiidet zn erklären. Nom, 13. Oct. Bet der Ueberreichung der Ädreffe des Volks-Frauen- Vereins sagte der P.tbst: die Katholiken könnten kein Mandat für ein Parlament annehmen, welches in Rom tage und in welchem die Befolgung von der Kirche nicht anerkannter Gesetze beschworen werden müffe. (Livita-Bccchia, 13. Oct. Der Knegs-Dampfer „Orsnogue* ist beute Vormittag 11 Uhr westwärts abgesegelt. Paris, 13. Oct. Das „Bulletin Francis" schreibt: Mehrere Journale scheinen der jüngsten spanischen Note eine übertriebene Bedeutung beizulegen. Die ineisten der in der Note erwähnten Vorgänge waren schon früher Gegenstand der Erörterungen zwischen beiden Regierungen. Der Herzog v. Decazes hat bereits in seiner Note vom 6. August mit völliger Evidenz nachgewiesen, daß die französische Regierung alle völkerrechtlich gebotenen Maß- regeln zur Überwachung der Pvrenäen-Grenze getroffen bat. Vermischtes. Gießen, 14. Oct. Wir entnehmen der „Bert. Bank- u. Handels-Zeitung" Folgendes: In der Sitzung der -weiten Kammer des hessischen Landtages zu Darmstadt am 6. October dieses Jahres kam die Interpellation deS Herrn von Rabenau bezüglich Fortsetzung der Ober« hessischen Vabn von Fulda nach Meiningen zur eingehenden Diseussion Was ist da wieder Staub aufgewirbelt worden und wie schädigt man durch diese Debatten, die ftcb schließlich, wenn man den Gegenstand genau untersucht, um des Icaisers Bart drehen, die Interesien des eigenen Landes — Schreiber dieses, der die Verhältnisse der Eisenbahnen und ganz speeiell deren Betriebsergebnisse genauer verfolgt, möchte die Verhältnisse der Oberhessischen Bahnen feit deren Bctriebseröffnung etwaS näher beleuchten und es wird sich dann zeigen, daß eia Zeitpunkt, daß die Bahn die Betriebseinnahmen nickt aufbringen könne, nach menschlichem Ermessen nickt eintressen wird. Im Jahre 1871 überstiegen nach dem Jahresberichte deS Ber- waltungsrathes die Einnahmen die AuSgaben um 8959 fl., im Jahre 1872 um 7652 fl., in sowohl seiner selbst, als der ihm unterstellten ehrenhaften Direktion wegen nicht schweigen .Vitals deraestalt. daß unter keinen Umständen eine Vermehrung des vom Staate garanttrten und wir erwarten, daß er rückhaltslos gegen solche unwahre Anschuldigungen auftritt, qqiiißis/. h ftnHfinhnn bnrf« Darmstadt, 12. Oct. Im Jahr 1873 versteuerten die sämmtllcken Bier Darmstadt, 12. Oct. Im Jahr 1873 versteuerten die sämmtllcken Bierbrauereien des Landes 361,058 Ctr. geschrotenes Gerstenmalz, 71bO Etr. Reis, 49 Ctr. Zucker aller Art Betriebsjahre der Reinertrag der betriebenen Bahnen oder Bahn-'und 26 Ctr^Syrup^ „So oft in einem Apfelwein ver- A ug. Balser Wittwe. 4972, Das schen Abgesandtvi Lucar, (rother und der guten (Cap Estcphe St Chateau La- Aiisrucli) August ScMessingev CO (4888 C br. Horeyseck. mietben bei miethen (4L916 48 fr., 4845) inte am Sonntag Aroßsürst ßonftfln fbe die O^noqiik- ia verlassen. Ein ir Verfügung des eich nach Eivita- Stollen, Hörnchen 5025) Sei 22 16 20 1. 1500 2. 300 3 circa 4- „ 5- „ 6- „ Hoffnung), Bordeaux bourgeois, Bordeaux rose, Tok ayer Blister Vormittags 10 Uhr. dahier zur Lieferung öffentlich „nti tinei ©tabton- von jwn 's ... Wilhelm «en- - io Versteigerungen Mittwoch den 21. Oct. d. I, Weuzel’s Garlen. Salon mit Cabinet und möblirte Zimmer zu ver- Stück Weißkraut, „ Wirsing, 60 Centner Ochsenfleisch, 1873 um 39,863 fl. Im laufenden Jahre (1874), wo viele Bahnen Mindereinnahmen auf- weisen (diese Mindereinnahme beläuft sich z. B. bei der Hessischen Ludwigsbahn bi« zum 1 September auf 438,304 fi für die alte Strecke und 34,493 fl. für die neuen Strecken, für welche die Regierung auch die Zinsen garanttrt hat), haben die Oberhessischen Bahnen schon eine Mehreinnabme von 29,428 fl Dabei sind die Betriebskosten gegen 1873 geringer und es ist somit für 1874 ein höherer Ueberschuß als im Jahre 1873, welcher, w,e schon gesagt, 39 k63 fl betrug, sicher zu erwarten. — Wird bei den steigenden Einnahmen, obwohl der Verkehr sich noch lange nicht so entwickelt hat, wie er werden kann, die Frage der bedingten oder unbedingten Ztnsgarantie wohl niemals praktisch zu lösen sein, so seren doch zur Orienti- runa bei Publikums hier die Paragraphen der mit der Hessischen Regierung und den Land- siändcn vereinbarten Conceisionsbedingungen angeführt. Dieselben lauten in & 15 wörtlich: „Die Großherzogliche Staalsregierung bewilligt der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft bebufs des Baues und des Betriebs der im Eingänge genannten Bahnen die Garantie des Staates für einen jährlichen Reinertrag von 3*/2o/o des in jenen Unternehmungen anzu- leaendcn und im Maximalbetrage auf 28,100,050 fl. süddeutschen Währung festgesetzten Actien- Zinsenbetrags von 99l,0013/4 fl. stattfinden darf", und ferner: Michtei! in !>eii 1 Rmtnz, wtl- Mittagstisch von 18 bis 24 kr., in und außer dem Hause, empfiehlt Caviar, Ruff. Sardinen, Sardines ä Fhiiile, Servelatwurst, Mired-Pikles, Holländer J li. October bei AtwMyu mit ; MKä) vichck Der Lalirer binkcnde Bote ist erschienen und zu haben bei 4981) Wilh. Klee. gasse, 3 Hofraum daselbst, sowie 238 Acker links am Wiesecker Weg meistbietend versteigert werden. strecken, welche sich nach Abzug der VerwaltungS., Unterhaltung-- und Vetdiebskosten, sowie der nach den Statuten den Reserve- und ErneucrungsfondS zufließenden Beträge von dem Bruttoertrag ergiebt, die Höhe von 3'/2°o des Anlagecapitals »der des betreffenden fcbeilrt desselben nicht erreicht, wird die Großherzogliche Staatsregierung die zu einer Verzinsung in dieser Höhe erforderlichen Zuschüsse auS Staatsmitteln leisten lassen." Dem entspricht auch der Wortlaut der Aktien selbst, denn auf jeder Aktie, die durch einen Großherzoglichen Regierung«« Commissär conlrasignirt ist, steht „Garantirt mit 3‘/2% jährlich laut Eoncessions - Urkunde vom 14. April 1868." Ebenso steht auf drm Dividendencoupon: „Inhaber dieses Schrines erhält gegen dessen Rückgabe aus der Gesellichaftscosic al« vom Staat garantirte 3’/2% Dividende den Betrag von 12 fl. 15 kr oder 7 Thlr." Sollte es nach den hier gegebenen Auseinandersetzungen wohl noch dem geringsten Zweifel unterliegen, daß die 3»/2o 0 Zmsengarantie eine unbedingte ist? Der Verwaltungsrath kann zu den Anschuldigungen, wie „fictive Rechnungsaufstellung, geschickte Zahlengruppirungen m." Aastenbretzeln, Windbeutel, Aepfeltörtchen und täglich srisä) bei F. Zülch Wittwe, Seltersweg. n Eholera-AiW * ein lange (pfe Schweinefleisch, Kalbfleisch, Schweineschmalz und L weiden ' steigert: Nähmaschinen aller Systeme werden schnell und gutrepa- rirt. Bestellungen beliebe man bei Herrn E. Eichenberg, Neustadt, abzugeben. Wilh- Graf, Mechanikus, Grünberger Straße. esimtlich ______ Ließen, den 12. Oct. 1874. Grotzherzoaliches Ortsgericht Gießen. süßer und Rauscher bei 5027)Louis Noll, Pulvermühle. Flur-Nr. 1 249r3 V2S7 19/l296 Malaga, Sherry (Xeres), Moscatel de San Tinto de Bota. Vinlio do Borto weisser Portwein), Madeira. Villauyer 1869er Büdesheimer. B Emil Fischbach. .Kinhrriüiint’ii PH. Schlatter. fährt ans Stich des Reichskanllkt- v. Amm-Bcheii- chenstein, bichi terril v. Pommer- 5033) Abzugshalber ist auf dem Hof- gut Londorf eine große Quantität Spreu vcc großer Futterk^rb 8 fr, und vom| 20 October ab Haferstroh, mit der Maschine gedroschen, per Fuder zu 8 fl. zu Marsala^ haben. Oonstaueia Londorf, am 12 Oct. 18/4. Gebrüde r P u t h. )Qben Kun W n bei Brücke von Der Anguß auf e kamen am Naö- onnet. biet und ein p » den Tranvpen landen. Die 8or- A. Adolph, Neuenbäuen D. 99. als: Niersteiner per Liter Wachenheimer „ „ Deidesheimer „ „ bezogen J Goldene Medaillon», llinye, Brachen und |B 0II1 0II s, goldene, silberne,Talmi- und Double- ll b r f c 11 e n. Größte Auswahl und neuerdlugS ermäßigte Preise. 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I-, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Nathhaus die zum Rachlaß des Philipp Deibel gehörigen Giessen Man aniioiiclrt zwcüentsprcchcndstcn Stadt Cassel eine* Manu io. r WlkMldungs-Verkin Lctteffcnd 4957) Eine tüchtige, solide Haus- sen sind in der Exped. d. BL unter A. Fangmann. abzugeben. (4931 gesucht- legenbeit hatten früher Mitglieder des Volksbildungs-Vereins zu werden fehler) in Gießen, Walltboifiroße 96. (5035 »nltje h-»-s Die trauernden Hinterbliebenen 5047) Neuenweg 4347) Conditor S a tt l er. 1. November Sonntag den 18 Cctober : 29*/t—3O'A 27 :/• Iselbe bedarf L einer besonderen kaufmännischen Kenntnisse, ist auch, als 4 b-, $ r 47—49 40—42 49-51 37—39 barmst Dmr Wgtn vir Nach ktittthcil (in Zur a b c W MjtlJt zu v> Äutz ^sorderuisse Für hat vc 3044) Durch Berfngttng Großhcrzogl. Ministennms des Innern vom 6. Mar a. c. sind die Pfandbriefe des unterzeichneten Boden- credit Instituts nunmehr auch zur Anlegung von Gemeinde-, Kirchen- und Slitluugscapltalien im Großherzogthum Hessen zugelaffen. Wir beehren uns bekannt zu geben, daß n?ir für die Provinz Oberhcfsen die: Agcnliir der Bank für Siiddculsddand in Giessen mit tum Verkauf unserer 4y2 und 4 o/oigen Pfandbriefe beauftragt haben. München, im Juni 1873. Süddeutsche Bodeiicreditbank. zv !8m wenn man eine Anzeige, statt sie d.n Zeitungen birect zu behändigen, der Annonrrn-Exprdilionv. $aa|cnflrin frDoglrr, Frankfurt a.Xti., Vertreter in Gießen: fl. i>che,)ktn. Schloßet 258, -ur Vermittelung übergiebt, die nur die Qriginalpreise jeder Zeitung berecbnet auch für Offerten-Annahmc k. keinerlei Gebühren in Ansatz bringt. den angezeigten Zweck wirksamsten ^theilhaftesten Arrangements jeder sichert halten darf, Der Vorsitzende des Ausschußes: J. llaiislelii. lUüller^ Schriftführer. am weil man sich bei Auswahl der Blätter der für (Elsaß) heilt Impotenz, nächtliches Bettnässen, P oljl u t i o n en. iH-32-Q) Amtlich constatirt Epilepsie, Fall- und Tobsucht, Brust- und iVIagenkrärnpfe. Nicht nur der leidenden Menschheit, sondern der ganzen Welt werde ich beweisen, wie die bis jetzt unheilbar gewesene, die schrecklichste aller Krankheiten. ß Epilepsie, durch chemische Zusammensetzung von Kräutern dauernd beseitige. 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