Preis vierteljährig 1 fl 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Loft bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr. Oichtmr AnMger. Arsche,nt täglich, mit SluS- nähme Montags. Expedition: Eonzleiberg, L,t. B. Nr. 1. Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Liessen. lft1, Mittwoch den 15. Juli 1894. politischer Theis. mann Zimmer rlich. Wal-Belena irlich. lotntr mit den anderen deutschen Ültramontanen vereinigt gegen das Reich ankämpsen n. -Hilf' lang 30 kr. ion der Kui ---------- dem Dentschen Reich gegenüber, weit entschiedener auftreten, als die UltTamoiv icnmifiif TtilijlM tauen der anderen deutschen Länder. Ihre Sprache ist eine weit drastischere; Indem wir für heute darauf verzichten, aus dieser offenkundigen Thal- fache die von langer Hand und nicht erst aus der neuesten Zelt datirenden Feindschaft der Ultramontanen gegen Preußen, den norddeutschen Bund und das Deutsche Reich einen Schluß auf die Nichtigkeit der im Obigen erwähnten Behauptung der Centrumspartei zu ziehen, kann es für uns sich nur darum handeln, festzustellen, weshalb die dem Ultramontanismus eingeborene Feindschaft gegen ein mächtiges, seiner Ausgabe in der Gegenwart sich bewußtes Deutschland unter Preußens Führung bei den bayerischen Ultramontanen so viel früher, als bei den Ullramoiltaneu des übrigen Deutschlands zum öffent- bayerischen Ültramontanen im Lichte einer theilweisen Abdication, indem diejenigen Gegenstände, welche der Reichsgesetzgebung überwiesen worden, damit für immer ihrer, der ultramontanen Herrschaft, verloren gehen mußten. Deshalb ihr erbitterter Kampf selbst gegen die Erfüllung des in den Schutz- und Trutz- Bündnissen verpfändeten Wortes; deshalb ihr Kampf gegen den Eintrit Bayerns in die Rechtsgemeinschaft des Reiches ; deshalb auch heute noch ihr in rücksichtslosester Weise sich aussprechender Unwille über die Verwirklichung des Deutschen Reiches, durch welches, wie sie empfinden, Niemand so viel an Macht und Einfluß oder doch an nicht ungegründeter Hoffnung aus Macht und Einfluß verloren hat, wie sie, die bayerischen Ültramontanen, welche, in Bayern säst im Besitz der Kammermehrheit, im Reichstage fich zu einer unmächtigen Minderheit verdammt sehen, worüber die Vereinigung mit der hochachtbaren Genossenschaft aus dem übrigen Deutschland nicht zu trösten vermag. Und völlig hiermit im Einklänge steht die jetzt beobachtete TaktikWährend im übrigen Deutschland, von radikalen Elementen abgesehen, dem Monarchen das Recht, seine Minister frei zu wählen, nicht nur formell, sondern auch mat riell anerkannt wird, und mit dieser Anerkennung zugleich Verzicht auf deu Gedanken geleistet ist, als dürfe eine deutsche Kammer die materielle Entscheidung über die Wahl der Minister dadurch an sich reißen, daß sie einem mißliebigen Minister das Budget oder wesentliche sachlich begründete Theile desselben verweigere und diesen, gewissermaßen im Interesse für seine Verwaltung, damit dieselbe der nöthigeu Mittel nicht entbehre, zur Demission zwinge, — im Gegensätze zu der in Deutschland allmälig zur Herrschaft gelangten richtigen Anschauung suchen die bayerischen Patrioten sich gerade die unpolitischsten Budgetposten des Cultusmiuisteriums aus und behandeln gerade diese Dinge, welche in Gemäßheit ihrer Natur die sachlichste Behandlung erheischen, vom Parteistandpunkre, — muß mau in diesem auffallenden Vorgehen nickt den Versuch erblicken, einen Präcedeuzfall zu schaffen, auf den man sich in Zukunft zurückbeziehen will, um zu zeigen, die Mehrheit der bayerischen Kammer habe das Recht, an ihre Budgelbewilligungen die Bedingung eines Ministerwechsels zu knüpfen? Auf dem Gebiete, welches der Reichsgesetzgebung nicht unterworfen ist, glaubt die ultramontane Partei in Bayern noch einmal herrschen zu können; realffiren kann sie diese Hoffnung aber nicht, so lange für Bayern kn demselben Maße, wie für die übrigen deutschen Länder der Grundsatz gilt, daß das Vertrauen der Krone die Minister beruft; deshalb nimmt die Patriotenpartei jetzt einen Anians, vermöge des Budgetrcchtes bestimmend auf die Besetzung der Minister-Portefeuilles einruwirken. Der Parlamentarismus im Dienste des Ultramontanismus! — es ist das neuerdings so oft aufgeführte Stück, welches nun auch in München in Scene gehen sollte! In Bayern kann dieser Versuch Wal-Belena. nmer. W al-Belena m m e r. Die Anstrengungen der bayerischen Partrioten- Partci, um den Minister des Kultus, Herrn v. Lutz, aus seinem Amte zu entfernen, das gegenwärtige Ministerium in Bayern überhaupt zu stürzen und an seiner Stelle, wenn möglich, die Einsetzung eines ültramontanen Muusteriums zu er- ziklen, sind während des Verlaufes der angestrebten Krisis, die bekanntlich schließlich zu einer Art von Fractionskrisis geworden, in ihren Einzelnheiten genügend besprochen, und namentlich ist innerhalb der Presse der zum Reiche nachdem man die Ueberzeugung gewonnen habe, daß Preußen und das Deutsche Kp*M Reich eineu der römisch-katholischen Kirche feindlichen Standpunkt einnehmen. - Ul’d 8*1T Bayern und die bayerischen Ültramontanen kann diese Behauptung jedoch , unmöglich ernsthaft gemeiiit sein. Denn die bayerischen Ültramontanen sehen |a|| , unmöglich ernsthaft gemeiiit sein. Denn die bayerischen Ultramontanen sehen s0 jlllb dir bereits vor Ausbruch des deutsch - französischen Krieges in derselben feind- U1M । /'Mi] Nen Stellung gegen Preußen und den norddeutschen Bund, wie wir sie jetzt |ie lieben ein naturwüchsiges, ja ungehobeltes Auftreten; reden nicht selten in k., Abenbö 6 Ul so rücksichtsloser, die berechtigten Gefühle anderer Parteien verletzender Weise, Well im WM daß die Ultramontanen NorddeutschlaiidS ab- und an sich genöthigt, sehen, das ttckrlichkii MiMNorgkheu ihrer bayerischen Gesinnungsgenossen zu desavouiren; mau empfängt häufig teil Eindruck, daß Dasjenige, was die Ultramontanen deö übrigen Deutschlauts höchstens entfernt ahnen lassen oder lieber ganz mit Stillschweigen übergehen, von den bayerischen Ültramontanen ohne Scheu ausgesprochen wird; juub man geräth auf die Vermuthuug, in den letzteren eine Art von „enfants ----— lerriblcs“ vor sich zu haben, welche die letzten geheim zu haltenden Ziele aus tlYttlnl ^cr schwatzen. Für diese Serie von Eigenthümlichkeiten der bayerischen ^UVllIl II llltramontaneu ließen sich mit Leichtigkeit sehr zahlreiche, die verschiedensten Dinge betreffende tatsächliche Beläge vorsühren; allein man würde mit der Führung dieses tatsächlichen Beweises Zeit und Raum nur verschwenden, da 'Ml! ,llflU überzeugt fein darf, daß jene Wahrnehmungen, die wir kurz zusammengc- . ßcllt haben, zu deu verschiedensten Zeiten unter dem unmittelbaren Eindrücke Hl bdktl U# bestimm;er tatsächlicher Verhältnisse allseitig gemacht sind und als zutreffend, rrni für H# uahere Beweisführung, allseitig anerkannt werden. Auch wird man zu « ? J geben, daß jene Eigenthümlichkeiten der bayerischen Ültramontanen nur zum ge- llllstige Wgsteu und unbedeutendsten Theile auf den süddeutschen Volkscharakter sich zu- chs Wstlbt kt tücksühren lassen. Mag derselbe immerhin, was die Beobachtung der Formen 1 Kalstk bl Grifft, unbefangener sich geben als in Norddeutschland, diese Seite des süd- I blk v” . deutschen Volkscharakters ist doch für sich durchaus ungeeignet, solche scharf lttlö bahkk M hervortretende Eigenthümlichkeiten zu erklären, von denen hier die Rede ist. Auch flöftfrnilÜ »"'st hervorgehobcn werden, daß wir in Bezug auf diese Eigenthümlichkeiten sfllttl U I durchaus nicht das Verhalten von Volksmassen, oder den unteren Ständen an- iriligCnbfO gehörender Individuen, sondern das Verhalten gebildeter Männer, namentlich so Ul l# auch von Landtagsabgeordneten und der Presse im Auge haben. .1 M Bevor wir jedoch auf den wirklichen Grund dieser Eigenthümlichkeiten der |[ unsrer n lay^jschkn Ultramontanen eingehen, müssen wir einen anderen Umstand berüh- M Ien / welcher mit jenem erklärenden Grunde im unmittelbaren Zusammenhänge ' Illi ^ht. Jidermann weiß, daß die ultramontane Partei behauptet, die Sammlung )kll ' der ültramontanen Schaareu zu einer selbstständigen Partei sei eist erfolgt, als vollkommen gescheitert betrachtet werden. Daß außerdem die dortige Regie- Die bayerischen Ultramontanen verweigerten ihrem König den erforder- rung Das durchaus richtig erkanut hat, was im Hintergründe des Kampfes lilhen Credit, um in Gemäßheit der Schutz- und Trutzbüildnisse seine Armee lag, und weit davon entfernt ist, ein der Krone zustehendes Recht an eine Kam- gegen den auswärtigen Feind an die Seite des übrigen Deutschlands zu stellen; mermehrheit zu opfern, dafür bürgt die entschiedene Erklärung des Herrn die damals in der bayerischen Abgeordnetenkammer gehaltenen Reden derselben|v. Lutz, daß er auf dem Platze, aus welchem er stehe, so lange bleiben werde, Männer, die jetzt Herrn v. Lutz stürzen wollten, hallten wttder von Haß und wie ihn Der, der ihn dorthin gestellt, an diesem Platze belasse. Zu hoffen ist ^kindschaft gegen Preußen; wäre es nach ihrem Willen gegangen, so wäre die!nur, daß auch an anderen Orten die liberalen Parteien über das Wesen der bayerische Aimee zu Hause geblieben, und wären ihre Wünsche erfüllt, aus plötzlichen Schwärmerei der Ultramontanen für parlamentarische Herrschaft sich deren Verlautbarung damals gar kein Hehl gemacht wurde, so hätten die ebenso wenig täuschen lassen, wie dies in Bayern der Fall gewesen. All' das Waffen Frankreichs über Deutschland den Sieg davon getragen. Durch die Liebäugeln mit freiheitlichen Ideen, Grundrechten und Parlamentsgewalt hat Theilnahme Bayerns am Kriege in der Form etwas gemildert, nahmen die dock keinen anderen Zweck, als die Erwerbung einer Macktstellung, die her- jlM bayerischen Ultramontanen in der Sache doch dieselbe Haltung ein, als es wäh- nach, statt in den Dienst der Freiheit gestellt zu werdeu, eine Etappe bilden i'flotf* - nnd des Krieges um die Annahme der Versailler Verfassungs-Verträge, um den soll, um den in der Kirche gegründeten Absolutismus auf das weltliche Gebiet Eintritt Bayerns in das Deutsche Reich sich handelte. auszudehnen. Heuten Parteien aller Schattirungen die mannhafte Haltung des so heftig ~ , v angegriffenen Herrn Kultusministers ihrem vollen Werthe nach gewürdigt wor-t^."^drnche gekommen ist und weshalb bei den bayerischen Ültramontanen den. Das allgemeine Interesse jedoch, welches den Verhandlungen der baveri- ^tc'c ^^il'djchaft so viel drastischer und rücksichtsloser, als bei den übrigen scheu Abgeordnetenkammer in jüngster Zeit sich zugewandt hat, scheint es zu . lramontaiien sich äußert? Die Antwort auf diese beiden Fragen ist einfach fordern, daß der Charakter der bayerilchen Ultramontanen, die sich bekanntlich folgende. >Lie uliramontane Partei ist in Bayern viel stärker, als in irgend dm Namen der „bayerischen Patrioten" beilegen, und die in den jüngsten an^ern klitschen Staate; stände Bayern für sich isolirt, und so selbst- Taaen geübte Taktik einer etwas mehr eingehenden Betrachtung unterzo- ’ jouveran, wie etwa Belgien, und hätte Bayern zugleich eine Verfassung, gen werde. lv,e Belgien, nach welcher die Kammermehrheit das Land regiert, so würde es Was zuvörderst die bayerischen Ultramontanen im Vergleich mit den ^tn bayerischen Ultramcntanen vielleicht nicht schwer fallen, die Herrschaft über Ultramontanen der anderen deutschen Länder, namentlich denen Norddeutsch--^^ ln Bayern in ähnlicher Weise an sich zu bringen, wie solches ihren Ge- lands betrifft, so wird selbst dem nur oberflächlich Beobachtenden die Wahr-i!^"^^ü^gkiiofien m Belgien gelungen ist. Deshalb erschien der Eintritt Bayerns iikhuiung nicht entgangen sein, daß die bayerischen Ultramontaiieu, namentlich!^ eine verfaUungsmäßige Gemeinschaft mit dem übrigen Deutschland für die 1 < r.-» ■ « " < . - < . r. .... ... nfihPTlfmMl 1 11 tl'/l tll nn fa tlPii t»»i Vi ritte einer tftoifvneifon r n t» rv». Deut|"dj üirö. steht nicht nur der Auszahlung der Beamten-Besoldungs-Erhöhungen und der 41 wOhlt 3<9f0 (?n (3431) B e r m i s ch t e s. Universitäten", so bemerkt die Zeitschrift „Nature", „wirklich so reich an her- Ho Ra «... hier eingetroffen, vom Könige in den Kaiserzug eingestiegen Minister Pfretzschner, Prankh gegenwärtig. München, 13. Juli. Kassel, 12. Juli. Der neunte deutsche Feuerwebrtag, zu dem sich 800 XSnb nehmer aus fast allen Gegenden des deutschen Reichs, sowie Deutsch: Oesterreichs eingefunve, ‘loben, ist heute dahier eröffnet worden. Aus den öffentlichen Verhandlungen erwähnen irir nur von Baiern, welcher auf der Station Kaufering war, begleitet. Sämmtliche Prinzen so wie bic und die obersten Hofchargen waren am Bahnhof 26 32 armenischen Ordensgeistlichen geleitete Schule gesperrt und «lies den Küpeiia. nern überwiesen habe. Erhöhungen der Wittwen-Gehalte vom 1. Januar d. I. an, sondern auch der Aushebung der Ober- Studien-Dircction, unter gleichzeitiger Ernennling der technischen Räche für das Schulwesen, sowie der Besetzung der sonstigen, auf neuen Bewilligungen beruhenden, bis dahin noch unbesetzten Stellen im Ler- waltnugösach kein Hinderniß mehr eittgegen. Den Zeitpunkt, wo die fraglichen Angelegenheiten ihren endlichen Abschluß gefunden haben werden, wird man in vielen Qreifen freudig begrüßen. Königsberg (Preußen), 13. Juli. In dem Secbade Cranz fanden Zusammenrottungen statt. Durch ein bereits gestern dorthui abgegangenes Mllitär-Commando wurden befürchtete größere Excesse verhindert Vier der Haupt-Nädelssührer wurden verhaftet. Fulda, 13. Juli. Die beiden aus unserer Diöcese ausgewiesenen Geistlichen haben sich^ höchst wahrscheinlich durch den Bisthums - Verweser Hahne dazu bestimmt, noch in der zwölften Stunde entschlossen, freiwillig die ihnen untersagten Kreise zu verlassen. Der Domcaplan Weber soll sich in das Groß- herzogthum Weimar begeben haben, während der Pfarrer Helfrich vorerst in der Nähe von Frankfurt a. M. seinen Wohnsitz genommen hat. Coburg, 11. Juli. Die Frist für den Umtausch der alten Coburger Kassen-Anweisuugen vom Jahre 1849 ist, da noch eine große Anzahl dieser Scheine circulirt, um drei Monate, nämlich bis zum 30. September d. I., verlängert worden. Von diesem Zeitpunkte ab werden diese Scheine gänzlich werthlos und es findet keinerlei Ersatz dafür statt. — Die Hieherkunft, bezw. der Einzug des von Herzogs Edinburgh mit Gemahlin wird für den 21. Juli gemeldet, und es werden bereits Vorkehrungen zum Empfange der „Erb-Herrschaften" getroffen. München, 13. Juli. Kaiser Wilhelm wurde auf seiner Durchreise durch Kempten, wo er einen Aufenthalt von 7 Minuten hatte, jubelnd empfangen und von dem Gouverneur der Festung Ulm, den Gemeinde - Collegien und Veteranen - Corps, sowie von mehreren Officieren, begrüßt. München, 13. Juli. In der Neichsrathskammer wurde der Antrag der Abgeordnetenkammer wegen Bestehenlassens der Forstlehr-Austalt in Aschaffenburg mit 27 gegen 10 Stimmen angenommen V^ünchen, 13. Juli. Abgeordnetenkammer. Fortsetzung. In der Debatte über den Ankauf der Ostbahn beantragt Pfähler priucipiell den Ueber- gang zur Tagesordnung, da keine Verkaufs-Offerte vorliege, und stellt den eventuellen Antrag, die Staats Regierung solle mit der Ostbahn-Gesellscbaft in Unterhandlung treten und dem nächsten Landtage einen Gesetzentwurf vorlegen. Der erste Antrag Pfahler's wurde abgelehnt, der eventuelle Antrag dagegen mit 83 gegen 60 Stimmen angenommen, somit also der Gesetzentwurf abgelehnt. (Wiederholt.) Kissingen, 13. Juli, 2 Uhr 40 Min. Nachm. So eben wurde auf den Fürsten Bismarck geschossen, doch verfehlte der Schuß glücklicher Weise sein Ziel. Der Fürst ist nur an der Hand verwundet. Der Attentäter, ein junger Mann, wurde verhaftet. Kissingen, 13. Juli. Fürst Bismarck befindet sich wohl. Er fuhr bald nach dem Attentat in Begleitung des Grasen P.ippenhetm durch die Stadt und zeigte sich der Bevölkerung. Die Verletzung, nicht an der rechten Hand, vielmehr am Vorderarm, ist unbedeutend. Stuttgart, 12. Juli. Der Sedantag wird auch in diesem Jahre wieder hier uuD voraussichtlich im ganzen Lande als Volksfest gefeiert werden. Für die hiesige Feier sind Vorbesprechungen bereits im Gange. — Der „Schwäb. Merk." spricht heute Abend die Hoffnung aus, daß die freundliche Gestaltung des Verhältniffes zwischen dem Deutschen Reich und dem württembergischen Staate bald durch einen Besuch des Deutschen Kaisers in der schwäbischen Hauptstadt eine öffentliche Bestätigung finden werde. In der Thal ist der Wunsch, den hochverehrten kaiserlichen Herrn einmal unter uns zu sehen, im Lande ein allgemeiner. — Der Führer der schroffen Ultramontanen unseres Landes, Stadtpfarrer Schwarz in Ellwangen, ist kürzlich von den Pfarrern der dortigen Dtöcese znm Decan gewählt worden. Wie man hört, hat aber Bischof Hefele die Wahl jenes Herrn nicht bestätigt. Das wi^d dem Bischof in Rom, wo er immer noch als ein Schmerzenskind der Curie gilt, übel vermerkt werden. uln »u« ®/tu •m ll/l5 Schweiz. Vern, 13. Juli. Die gestern im Canton Solothurn stattgehabte Volks abstimmung ergab die Annahme sämmtlicher liberalen Gesetz-Vorlagen betreffs des Staatshaushalts, der Hypothekar-Kaffe und die Erhöhung der Beamten- Vesoldungen. 317 267 358 600 411 44 124 252 (Cngfmii). London, 12. Juli. Nach den Angaben amerikanischer Zeitungen ist als Nachfolger des Prof. Agassiz zu Harvard Prof. Hunley in Aussicht genommen , und soll deffen Zusage nicht unwahrscheinlich sein. Diese Nachricht verursacht in hiesigen Kreisen eifersüchtige Entrüstung. „Sind die englischen e/u3.$ Nach dem Diner, welches im Bahnhofsgebäude eingenommen wurde, ist der Deutsche Kaiser um 5 Uhr 20 Mm. unter leb haften Hochrufen in Begleitung des Königs Ludwig, der bis zur Station Zor neding mitfährt, von hier nach Salzburg weitergereist. Der König trug preußische Hnsarenuniform, der Kaiser war in Civilkleidnng und trug den Stern des baierischen Hubertus-Ordens. Madrid, 13. Juli. Cabrera hat neuerdings abgelehnt, die Carlisten zu unterstützen. — Der Kabylen-Aufstand im Gebiete von Tanger dklnert fort. München, 13. Juli. Um 3 Uhr 25 Mmuten ist der deutsche Kaiser hielt 15 doppelläufige Gewehre und 8 Büchsen; eine andere 175 Pfd. Schieß- putoer und so fort. Ans ähnliche Verpackungen wird hinfort ein aufmerksames Auge gehalten werden. b.rrnden gmmsb i^r-Nr. Kassel, 14. Juli. Der hier versammelte deutsche Feuerwehr Tag sandte ein Glückwunsch Telegramm au den Reichskanzler. Die bäuerischen Feuerwehr- Männer sprachen ihre Glückwünsche in einem besonderen Telegramme ans. Tie versammelten Commuiial-Stände sandten gleichfalls ein Telegramm. London, 14. Juli. Die hiesigen Morgenblätter besprechen das Kisfin ger Attentat. „Times", „Honr", „Telegraph" und „Daily-News" sprechen ihre Freude über die Lebensrettung des Fürsten Bismrrck aus und äußern einstimmig, daß, falls die Urheberschaft der That auf die iiltramontane Partei zurückzusühren sei, dieses die Erbitterung des Volkes steigern und selbst viele Ultramontane, protestantisch Conservative und Liberale, die betreffs der neuen Kirchen Gesetze in Opposition g. standen, anderen Sinnes machen muffe. Dudley, 14. Juli Ein gestern ftattgehabtes Monstre Meeting der Kohlengruben Arbeiter lehnte die von den Grnben-Besitzern in der Versammlung zu Birmingham gemachten Vergleichs Vorschläge ab. (Eeregnipf)ifcf)c Depeschen. Klsyngen, 13. Juli. Das Attentat auf den Fürsten Bismarck wurde nach feststehenden Ermittelungen durch den 19jährigen Böttchergesellen Eduard Kull mann aus Neustadt-Magdeburg verübt. Derselbe ist Mitglied des katho- lischeri Gesellenverems in Salzwedel. (Die „Nerdd. Allg. Ztg." meldet in einem Extrablatt noch über den Kullmann, er sei „in verdächtiger Gesellschaft eines katholischen Priesters gesehen worden." Ein genaueres Ergebniß der Untersuchung bleibt jedenfalls abzuwarten.) KtfftUAen, 13. Juli, Abends. Kullmann hat bei dem mit ihm vor genommenen Verhöre seine Mord - Absicht zugestanden. Derselbe will mehrere Complicen haben, verweigert sonst übrigens halsstarrig jede weitere Antwort. Die Durchsuchung des von hier um 2 Uhr abg'henden Zuges blieb resultaklo-. Bel der Ankunft des Zuges in Schweinfurt erfolgte'die Verhaftung eines Geistlichen N imens Kotteler als muth näßlichen Mitattentäters.. — Abends. Fürst Bismarck besuchte Kullmann sofort im Gesängniß, u n ihn zu vernehmen. Der Fürst erschien mit feinem Sohne Abends während der Brunnen Zeit im Kur-Garten und wurde mit nicht endenwollenden Hach, rufen von dem Publikum begrüßt. Die Kur-Capelle spielte die „Wacht' am Rhei-L' und die bayerische National-Hymne. Heute Abend 9 Uhr findet, von der Stadt ausgehend, ein Fackelzug und vor der Wohnung des R.lchska izlers Seitens der Kur-Capelle eine Serenade statt. Morgen Abend ist in der pro testantischen Kirche Dankgottesdienst für deö Fürsten Rettung. — Abends. B.'i der Serenade erschien Fürst Bismarck auf dem Balkon und dankte für die ihm bewiesene Sympathie: Das Attentat gelte nicht seiner Person, sondern der Freiheit und Unabhängigkeit der von ihm vertretenen Sache; ein Hoch dem Deutschen Reiche mit seinen verbü ibeten Fürsten. Das Publikum, in grenzenlosem Enthusiasmus, rief aus: „Hoch Fürst Bismarck und der König von Bayern!" Der Fürst dankte mit einem Hoch ans den König von Bryern. Kisslugen, 13. Juli. Eine Depesche der „N. A. Z." besag über das Attentat auf den Fürsten Bism rrck: „Soeben, 1 Uhr 30 Minuten geschah ein Mord-Versuch auf Fürst Bismarck. Im Momente, wo derselbe seine Wohnung in einer Equipage des Königs von Bayer>l verlassen wollte, um nach den Sool- bädern zu fahren, sckoß ein Individuum, angeblich Rheinlä wer, nach ihm. Der Fürst hatte die Hand zum G.'üßen erhoben, und so streifte die Kugel glücklicher Weise nur die rechte Hand an der Verbindung des Daumballens mit der Handwurzel." Graz, 13. Juli. Wegen erwiesener Theilnahme an dem geheimen socialdemokratischen Landes-Comitö hat die Statthalterei acht Arbeiter-Vereine ausgelöst. § M S>ni*h‘ril Len deren Sv Darmstadt, 12. Juli. Gestern trat der Finanz-Ausschuß der ersten Kammer zu einer längeren Sitzung zusammen. Den Haupt-Gegenstand der Be-' - Die Bank von England bat eine warnende Anreiae aeaen ra'hung bildete das Nachtrags Budget, außerdem kamen eine Reih- von Regie- Fünspfundnoten erlassen, weiche das Datum des 4 Märi 1874 rungs-Vorlagen und bezw. Anträgen zur Verhaudlung, welche, wie das Nach- Chiffre D 48 tragen 1 ° b,e trags-Budget, in der zweiten Kammer bereits ihre Erledigung gefunden haben. . 376 Itßtuialigen ben u. Hlohhcrzoglichi _____Vu M Vrima vorragenden Gelehrten und so arm an (Seite, daß sie Prof. Hltxley nothwen- haben, ist beute dahier eröffnet worden. ÄUS Den öffentlichen L.erha. oiungen erwähnen wir nur big nach drüben ziehen lasten muffen ! Es giebt Hunderte von müßigen Stl- die fast übercmstlmmenden Anträge der Feuerwehr in Hamberg, der freiwilligen Turner-Feuer- pcudicnzehrcru in Orford und Cambridge, man brauchte nur das Einkommen “•?’ D-rmstadi i«w>e d« «ramrett m H^rbura unt Semfirin in «lauen, wette r-.rf «r ° .. dabln gehen, taj sammMche deuyede Feuer Ler'ieberunaS ^csellichaften auf qeietziickem Le-e von fünf oder zehn derselben an Hll),lev zu überlasten, um ibn England 1 verpflichtet werben sollen, 1 bie 2 p6t. ihrer Brutto-iöinnahme an die Landes Unterstühung»' erhalten.' Lasten der freiwilligen Feuertvehren abzufübren. Die Anträge wurden von der Versammlung — Unter der Declarinmg „Regenschirme und Massing" ist es indischen gutgebeißen und dem Au-schuste zur schleunigsten Realistrung überwiesen. Fürsten und andern Eingeborenen in letzter Zeit häufig gelungen, Kisten nut „ . , - (Originell.« Jnieran) In einem Mienn Blatt, kenne, man di.ln Lage da« n.ch- ffoiiprwiff.n . v <7> ■ cd...... , rr.,- , , stehende In'erat leien: „(Sin Herr, der ferne Wohnung vertasten will, ledoch verpflichtet tlt, Feuerwaffen nach Indien zu importtren. Die Beamtin der Tanna - Enenbahn tiefelbe dem Hausherrn in gleichem Zustande -urückzugeden, wie er sie übernommen, kauft 2000 schöpften Verdacht und ließen sechs so declanrte Kisten offnen. Die erste ent- lebendige Wanzen. Näheres poste restante.N Donnerst^ Öern f-Hen in der 'S6 Jff l, auf frei* *fltn W* Verden : 2'iie, dtüjl iß jf Ritten ■ i8i.inucha.id G.höl) für 2 ajj noch wi jUcndols a._ßbi S.sßverzozl Oft1 —r—-- 2 Dienstag bi Nachinit feien die 3m iob ,.tl 'Logt ai miftbietenb verste iir-'jir. am 31 107« 8 i/lt 400 Eießen, ben 1 E'vs herzoglich Zi ___M 5 ’Uiontafl di r Nachm werden auf dahi 1 Gutem Vernehmen nach wurden die betr. Gegenstände in der Hauptsache der- Türkei. gestalt erledigt, daß der schon früher für den 20. d. M. in Aussicht gencm=| Konstantinopel, 12. Juli. Aus Trave.unt roirb aemeidet bah b„ mene Zusammentritt des Plenums der ersten Kammer wahrscheinlich bleibt. General-Gouvernenr dort oom bischöflichen Palaste aewalijam Lenk' erariffm Sobald das Plenum die betr. fiuanziellen Vorlagen genehmigt haben wird, und den haffunistischen Bischos vor die Thür gesetzt dcsaieicken die von den 2335] Topf 3, 6 per Bogen per Paquet in Gießen. (2268) gersiraße am Kirchenplatz in Gieüen. — CD (3441) Immobilien : 33 Ernst Hermes 3272) Jeil^ebotenes. Pr ima P h. Schlatter. (1594) dem Fabrikpreise. CO Emil Fischbach IVorurtheilsfreie Empfehlung für Drull- und Lungen-Leldende. B (3431) QO 'O , mmchdeuAM-! der, nach it)in. Der! Die Kazel zlüälchrr mit Der empfiehlt 3269) . Wolshofer. Weilburg n. d.Lahn. empfiehlt 3298) lUKlitr- 41 Schweizer Käse Holländer- „ Rahm ,, Glacehandschuhe in bester Qualität bei A, »oder am Krrcheaplatz. Ernst Hermes, Materialist. OKlfir. 44 8 400 26 32 376 Xie 9 Uhr findet, m des Reichskaiijlti; ^bend ifi in der pre mg. uri auf dem $alfo: iitat gelle nicht fkinu von ihm verWenr iDetcu Fürsten. hoch Fürst SiM einem Hoch auf ta I874 ft* “nb t« Sorten Salten. Alle Muslkrequhlten. Reichhaltiges ITIualkallen-Sortlnient und Lager der billigen Editionen von Peter#, IvitollT etc. Notenpapier in allen Sorten. Kataloge, n ' Ahonnementsprospecte gratis. Falinenstoffe. ■* ”* - *"* " teWFerdl»a«aHolbe^ Die II empfiehlt ihr reichhaltiges Lager von l*5* ' ^'57' 8chllhro|etten, 8chuhschleilen, Acker im Gartfeld, I ™ ™ Acker auf die Marbur-! UMHIkli des weltberühmten Kohlen tefern waggonweise billigst <\ Schmite 4* ( Wurzelschrubber, Borstenschrubber, Wurzelbürsten, Abseifbürsten, Glanzbürsten. Anstreichbürsten, Pinsel in allen Sorten empfiehlt Ernst Hermes, 3270) Materialist. I Schlackensand wieder vorräthig. Main-Wefer-Hütte bei Lollar. Scltieli'<*xt<*o»ii!<* 3267) Eine schöne Parterre-Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern, 2 Kammern und sonstigem Zubehör, ist in der Nähe des Nachstehen Gießen, bei Auf Antti sicher Staats Gesetzes vom : Eintritt aesucht Näheres in der Expedition dieses Blattes Diejenigen Einwohner, welche wahrend des Festes Fichtenbäumchen zum Decoriren wünschen, können solche erhalten, und werden ersucht, gefälligst ihre Namen sowie Stückzahl bei den Herren Jul. Hoch (Seltersberg), Ph. Schlatter (Kreuz), W. Ferber (Kirchenplatz), 3471) Eine Familienwohnung von 3 Zimmern und Zubehör ist bis Mitte August zu vermiethen. I. Schacher L'ittwe. Für die minderjährigen Kinder: Der Vormund Dr. E r n ft Klein, Hofgrrichlsrath. Speclfn hatte. J*m,n üui^bet VKV *e dens^olle 11 . "len d *i