II GicßtNtr Anzcigtr Mnzeige- und Wntsötatt für den Kreis Kressen grcitflfl hon 14. Anfluft No. 1S7 1SM EQ Wl, beträgt ß Großherzoglichen Regierungs- Tragen fremder Orden. 3nf. - Siegimenti Ende I kW ifafcn f *«*■ Preis vierteljährig 1 fL 13 fr. irtir Brmgerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr. aljitH. bei den Hkrni ®armfon. bengalisch erk von i Sämmtliche Invaliden, welche nicht in der Controle des Landwehr-Bezirks-Commando's^stehen,Averden wiederbolt aufgefordert, die ihnen nach dem Gesetze vom 4. April 1874 ziehenden Ansprüche auf Pensions-Erhöhung bei dem betreffenden Bezirksfeldwebel alsbald anzumelden. Da das Recht zur Wahl des Civilvcrsorgungsscheins oder der Anstellungsentschädigung am 22. October 1874 erlischt, so können Anmeldungen nach diesem Termin keine Berücksichtigung mehr finden. Gießen, den 11. August 1871. Deutsch fand. Darmstadt, 10. August. Schluß des blatts Nr. 39. Großherzogliches Landwehr-Bezirks-Commando. Franck. Major z. D. und BezirU-Commandeur. zu gewähren ist, welche bei dem Inkrafttreten des Reichs-Militärgesetzes das 23. Lebensjahr bereits überschritten hatten, da alle diejenigen, welche zu dem gedachten Zeitpunkte im Lebensalter noch nicht so weit vorgeschritten waren, der einjährig-freiwilligen Dienstpflicht ohne erheblichen Nachtheil für ihr Studium genügen können. Theologen, welche bisher auf Grund des § 44 Nr 1 der Militär-Ersatz-Jnstruction znrückgestellt worden sind, darf ohne Rücksicht auf ihr Lebensalter die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst von den Ersatzbehörden dritter Instanz nachträglich ertheilt werden, sofern sie bei dem Ablauf des ihnen ertheilten Ausstandes die erforderliche Bildung nachweisen." Berlin, 11. August. Auf Beschluß des Bundesrathes ist jetzt , an allen deutschen Münzstätten die Ausprägung der Zwanzig-Pfennigstücke verringert und die der Kupfermünzen in beträchtlich größerem Umfange vorgenommen worden. hrichi» Berlin, 11. August. Auf Grund des Gesetzes, welches den Gemein- den für die aus Anlaß des Krieges gegen Frankreich ohne gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung erfolgten Kriegsleistungen nachträglich Vergütung zu gewähren anordnet, sind die Regierungsbehörden angewiesen worden, die Gemeinden aufzufordern, ihre Ansprüche auf Vergütung innerhalb einer Präklusivfrist von 6 Monaten, vom 7. August ab gerechnet, bei den zustehcnden Landrathsämtern unter Vorlegung der nöthigen Bescheinigungen anzumelden. Ansprüche, welche 'später geltend gemacht werden, finden keine Berücksichtigung. Berlin, 12. August. Die „Prov.-Corresp." bestätigt, daß die deutsche ul, Ncken Fuß- ausse. [Wl igeben. des KlklWti 5. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 6. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 8. Juli den aus die dritte evang Schulstelle zu Höchst präsentirten Schulamtsaspiranten Johannes Pabst aus Klein-Umstadt für diese Stelle, und den auf die zweite evang. Schnlstelle zu Lützcl-Wibelsbach präsentirten Schulamtsaspiranten Johannes Hartmann aus Rimhorn für diese Stelle zu bestätigen; an demselben Tage dem Schulamtsaspiranten Daniel Württemberger aus Reinheim die evang. Schulstelle zu Schwanheim und dem evang. Schullehrer zu Grebenau, Eduard Jost, die sechste evang. Schulstelle zu Rüsselsheim zu übertragen; am 14. Juli den Oberförster der Oberförsterei Groß- Steinheim, Philipp Hartmann, in die Oberförsterei Beerfelden und den Ober- sörster der Oberförsterei Kalkofen, Karl Winheim, in die Oberförsterei Erbach zu versetzen; am 15. Juli dem Schulamtsaspiranten Heinrich Stock aus Bleichenbach die evang. Schulstelle zu Weinheim; am 17. Juli dem Schullehrer an der vierten evang. Schule zu Babenhausen, Adam Heberer, die vierte evang. Schulstelle zu Eberstadt, am 18. Juli dem Schullehrer an der ersten evang. Schulstelle zu Odernheim, Adam Wolf, die Gcmeindeschulstelle zu Uffhofen,' am 20. Juli dem Schulamtsaspiranten Balthasar Bernius aus Gundernhausen' die evang. Schulstelle zu Vöckelsbach, dem Schulamtsaspiranten Gustav Weiffen- Reichs-Regierung ihren Vertretern im Äuslande'^mittel'st'"eines" R und schreibens bach aus Badenheim die evang. Schnlstelle zu Kastel, am 22. Juli dem Schul- die Gründe entwickelt habe, aus denen die ungesäumte Anerkennung der Madrt- amtsaspiranten Hartmann Will aus Petterweil die zweite evang. Schnlstelle zu der Regierung zu befürworten sei, und bemerkt diesbezüglich: Dem durch die Rendel, am 24. Juli dem Schulamtsaspiranten Georg Zimmermann aus Arms- Gräuel der Carlisten veranlaßten Vorgehen der Reichs-Regierung liege jeder heim die zweite evang. Schulstelle daselbst und dem Schullehrer an der dritten Gedanke einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens fern, kath. Schulstelle zu Urberach, Christoph Scherer, die erste kath. Schulstelle zu Wenn die Regierung die bisherigen officiösen Beziehungen zu Spanien in ein Kastel zu übertragen; am 25. Juli den Kreisassessor bei dem Kreisamte Gießen,'regelmäßiges völkerrechtliches Verhältniß umwandle, so gebe sie damit thatsäch- Regierungsrath Dr. Friedrich Hoffmann, zum Mitgliede der Provinzial-Direc- lich ihre Ächtung vor der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit Spaniens kund, tion Oberhessen für diejenigen Fälle, in welchen dieselbe nach Maßgabe der Das einmüthige Auftreten Europas werde eine moralische Wirkung ausüben, Verordnung vom 1. November 1869 in Gewerbe-Angelegenhelten zu entscheiden die geeignet wäre, die öffentliche Meinung zu beruhigen und die Aussichten auf >at und am 27. Juli den Calculator erster Klasse bei dem Katasteramt, Nico-iBeendigung des Bürgerkrieges näher zu rücken. — Die „Prov.-Corresp." mel- aus Bender, zum Revisor an der Steuer-Controle und Calculatur der Ober-'det ferner, daß der Kaiser sich Anfangs September nach Hannover begeben Steuer-Direction zu ernennen. werde, um den Tanf-Feierlichkeiten für den jüngstgeborenen Sohn des Prinzen 7. Dienstenthebung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- Albrecht betzuwohnen und sodann Truppen-Musterungen abzuhalten. Ende gnädigst geruht: am 21. Juli den Director des Landeözuchthauses, Major September wird der Kaiser nach Baden-Baden gehen. Fürst Bismarck gedenkt Gustav Moritz Scriba, von den Functionen der ihm gleichzeitig übertragen ge-; einige Tage in Berlin zu verweilen. wesenen Stelle eines Commandanten des Landeszuchthauses zu entheben. j Posen, 12. August. Dem „Kuryer" zufolge haben Dekan Michalak 8. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Nieder-und Probst Echaust ihren Protest gegen die Anordnung der staatlichen Diöcesen- Ramstadt mit einem jährlichen Gehalt von 1881 fl. 42 fr.; die evang. Pfarr-i Verwaltung zurückgezogen und kehren in Folge deffen in ihre betreffenden Spren- stelle zu Steinfurth mit einem zu 1736 fl. 18 kr. veranschlagten Gehalte/gel zurück. worauf jedoch bis zum Jahre 1880 eine jährliche Abgabe von 250 fl. ruht;j Schwerin, 10. August. Der Großherzog Friedrich Franz von Mecklen- dem Freiherrn Löw von und zu Steinfurth steht das Präsentationsrecht für-bürg ist gestern Nachmittag mit seiner Mutter und seiner Tochter, der Prin- diese Stelle zu ; die erste evang. Schulstelle zu Lamperiheim mit einem An-lzessin Marie, nach Petersburg abgereist, wo die Vermählung der letzteren mit fangsgehalte von 550 fl. jährlich nebst einem Organistengebalte von 34 fl. 54 krudem Großfürsten Wladimir, zweitem Sohne des Kaisers Alexander von Ruß- und den Alcidenzieu; die erste evang. Schulstelle zu Wald-Uelversheim mit'land, in der nächsten Zeit vollzogen werden soll. Ein zahlreiches Gefolge einem jährlichen Gehalte von 500 fl.; die evang. Schnlstelle zu Stockheim mit^wird baldigst nachfolgen. Der Geheimerath v. Wickede, früher mecklenburgi- einem jährlichen Gehalte von 400 fl.; dem Herrn Grafen zu Eibach-Fürstenau scher Bundestags Gesandter zu Frankfurt, jetzt Chef des Großherzoglichen Haus- I steht das Präsentationsrecht für diese Stelle zu. Halles, hat sich schon vor einigen Wochen als außerordentlicher Gesandter nach 9. Sterbefälle. Gestorben sind: am 14. Mai der kath. Pfarrer zu St.'Petersburg begeben, um dort den Heirathscontract abzuschlicßen. Da die Stephan in Mainz, Peter Merz; am 23. Juni der kath. Pfarrer Johann Prinzessin Marie auf das Bestimmteste erklärt hatte, unter allen Umständen Jacobi zu Kastel. ^der protestantischen Confession treu bleiben zu wollen und niemals zu der Darmstadt, 11. August. Die Nr. 31 des Centralblatts für das-griechisch - ka'holischen Kirche überzutreten, was bisher alle fremden Prinzessinnen, Deutsche Reich enthält folgende von dem Reichskanzler und dem Königlich ^welche russische Großfürsten heirathcten, gethan hatten, so müssen auch in Preußischen Kriegsminister gemeinschaftlich erlassene Bekanntmachung, betreffend diesem ^>eirathscontracte besondere Clauseln und Äusnahmsfälle gemacht wer- bie Militärpflicht der Theologen, vom 22. v. Mts.: „Gemäß § 22 des den. So hat z. B. die Prinzessin Marie förmlich darauf verzichten müffen, Reichs-Militärgesetzes vom 2. Mai d. I. (Reichs-Gesetzblatt S. 45) dürfen jimals den russischen Kaiserthron zu besteigen, wenu auch durch Todesfälle Befreiungen der Theologen vom Militärdienst in Berücksichtigung ihres Berufes ihr Gemahl wirklich zur Thronfolge gelangen sollte, da nach dem russischen nicht mehr den Ersatzbehörden dritter Instanz, sondern nur in der Ministerin!- Krongesetz eine Kaiserin nur der griechisch-katholischen Confession angehören Instanz ausnahmsweise bewilligt werden. Von der letzteren ist hierbei als darf. Die etwaigen Söhne dieser Ehe sollen in der griechisch - katholischen ' Regel festzuhalten, daß nur solchen Theologen geeigneten Falls die Befreiung Kirche erzogen werden, den Töchtern jedoch soll die Wahl freigelassen werden, •rfljiig als M iiiif) auf Fttltz >li-bk euigelada ■ 1 I Gricfremt ti/flUrb, mit nahmt Montag-. tixpetition: Ga nileibtxfl, ®*t. B. Nr. L 1. Auausn Panziuusi» freim. ath, ten. ob sie sich zur griechisch katholischen ober protestantischen Kirche bekennen wollen; doch muffen sie in letzterem Falle auf gewisie Rechte verzichten. München, 12. August. Die vom Erzbischof direct an den König ab- gesandte Protestschrift gegen die vom altkatholischen Bischof Reinkens vorgenommene Firmung ist nach der „Allg. Ztg." an daS Cultus-Ministerium im Auftrage des Königs abgegeben worden. Bamberg, 10. August. Vom Appellgericht wurde der katholische Pfarrer Hauer von Mainach wegen Vergehens wider die Religion zu 3tägigcr Gefängnißstrafe verurtheilt. Der Verurtheilte hatte in politischem Eifer in der Kirche mehrere erwachsene Personen mit derben Ohrfeigen tractirt. Frankreich. Pari-, 11. August. Der Ministerrath, der heute im Elysse stattfinden sollte, ist auf Donnerstag vertagt. — Laut „Libertö" wird Orönoque, welcher ein altes Schiff sei, zur Ausbefferung nach Toulon kommen. Auf diese Weise werde die Or6noque- Frage von selbst gelöst sein. Die „Preffe" sagt: Der Zwischenfall des Ors- noque ist beendet. Möge man diese Angelegenheit in Schweigen hüllen. Wenn einmal das Schweigen erlangt, so wird eines Tages der Ötönoque in aller Stille nach Frankreich zurückkommen und man würde eine Verlegenheit weniger Habern — Dem „Avenir de Bayonne" ist der Straßenverkauf entzogen worden, weil er den Präfekten Nadaillac beschuldigt hatte, die Carlisten zu begünstigen. Das officielle Blatt meldet die Flucht Bazaine's in folgender Fassung: „In der Nacht vom 9. auf den 10 d. entsprang der Ex-Marschall Bazaine aus dem Gefängniß auf der Insel Margueritte. Die Regierung hat eine Untersuchung angeordnet. Die, welche die Flucht vermittelten oder begünstigten, werden den Gesetzen gemäß bestraft werden. Die Regierung ist entschloffen solche Handlungen nicht unbestraft zu lasten." Die Regierung erhielt die Nachricht von Bazaine's Flucht gestern Nachmittag um halb 3 Uhr, als Mac Mahon in der Ausstellung war. Der Ministerrath wurde sofort zusammenberufen. Die Minister waren sehr erregt und beschlosten, nut äußerster Strenge zu verfahren. Der Gefängniß-Director Jaillart wurde sofort zur Untersuchung nach Ste. Margueritte abgesandt. Zugleich erhielten dortige Behörden Instructionen. Außerdem erhielt die „Rs- publique Frauyaise" folgende Note: „Mehrere Blätter melden, die Untersuchung gegen die bonapartisttschen Coinitvs sei beendet, die Acten befände,! sich in den Händen der Regierung und der Mimsterrath habe darüber berathen. Diese Mittheilungen sind vollständig falsch. Die Untersuchung dauert fort. Das Werk der Gerechtigkeit geht seinen regelmäßigen Verlauf." Die Minister sind so aufgebracht, weil sie die Flucht Bazaine's mit bonapartistischcn Jntnguen in Verbindung bringen. Sicher ist, daß in bona- partistisch militärischen Streifen schon seit einigen Tagen bekannt war, Bazaine werde verschwinden. Mehrere Generale, darunter Colzon, ehemaliger Director des Kriegs-Ministeriums, und Castelnau, weiland Adjutant Napoleon's Hl. (bekannt wegen seiner Mission in Mexico), sollen von Bazaine's Absicht schon am letzten Freitag gewußt haben. Ueber die Einzelheiten der Flucht ist noch nicht viel bekannt. Die Marschallin hatte eine Milderung der Gefangenschaft fortwährend umsonst verlangt. Sie und Oberst Villetle durften allein den Gefangenen besuchen. Am Sonntag sollte die Marschallin die Insel verlaffen und Billette war allein bei dem Marschall geblieben. Um 12 Uhr ging Bazaine in fein Schlafzimmer. DaS Wetter war abscheulich. Man glaubt, daß er an einer Strickleiter von seiner Terrasie sich herabließ, wo ihn das Boot, deffen seine Fran sich gewöhnlich bediente, erwartete und aufnahm Wahrscheinlich hat er dann eines der Dampf' boote bestiegen, welche den Dienst zwischen Nizza und Genna versehen und ihn zwischen Ventimiglia und Genua gelandet. Sdjiueij. Bern, 12. August. Die Walliser Negierung hat endlich auf bundes- räthliche Weisung die in Wallis bisher noch ausgeübte geistliche Gerichtsbarkeit in Ehe-Fragen ausgehoben. (Engfanö. London, 10. August. In Southsea kam cs gestern zu ernstlichen Nuhestörnngen in Folge eines Streites zwischen der „Pier Company" (Hafen- damm-Geselljchast) und dem Stadtrathe. Erstere behauptete, ans dem chr von der Stadt geschenkten Grundstücke am Strande Bauten vornehmen und eine öffentliche Passage versperren zu dürfen, und errichtete trotz stadträthlichem Ein spräche eine Barriöre auf dem Grundstücke. Der Pöbel riß diese nieder; die Polizei mußte einschreiten, konnte aber nur unter den größten Anstrengungen die Ruhe wieder Herstellen. Etwa acht Polizisten trugen schwere und alle übrigen kleinere Verletzungen davon. Die Ruhestörungen wiederholten sich, bis schließlich Militär requirirt und die Ausruhracte verlesen werden mußte. OtiifieiL Nom, 9. Ailgust. Der König empfing gestern Morgen die birmanische Gesandtschaft. Diese macht sich morgen über Brindisi auf den Heimweg und der König kehrt nach Baldieri zurück. — Der Papst sprach gestern gegen einige Prälaten die Absicht aus, noch mehrere Cardinäle zu ernennen. — lieber den Zeitpunkt des nächsten Consistoriums weiß man noch nichts Gcwiffes; man glaubt aber, daß eS im September stattfinden wird. — Der Cardinalvicar Patrizi ist seit einigen Tagen ernstlich krank. Nom, 10. August. Das „Popolo Romano" schreibt: Eine mächtige Partei im Vatikan besteht darauf, daß der Papst den 1. Januar 1875 als den Anfang eines Jubeljahres verkündigen soll. Diese Idee wird namentlich durch den französischen Clerus vertreten, und der Papst ist nicht abgeneigt, ihrem Rache zu folgen; aber eine andere, nicht weniger mächtige Partei, an Seren Spitze der Cardinal Antonelli (lebt, arbeitet mit allen Kräften dagegen, weil mit der Feier eines Jubeljahres die Fiction von der Gefangenschaft des Papstes nicht gut verträglich ist. Da die Ankündigung der Jubeljahre in der "Regel den 15. August, Mariä Himmelfahrt, stattfindet, so streiten sich beide Parteien heftig um die Siegespalme, und wir sind gespannt, welcher sie zufallen wird. — Der Zustand der öffentlichen Sicherheit in Sicilien wird immer kläg. licher, so daß einige Zeitungen demselben durch außerordentliche Maßregeln aufzuhelfen Vorschlägen. Die Sicilianer, sagt die „Italic", verlangen vor allen Dingen und mit allem Rechte Sicherheit ihrer Person und ihres Eigenthums. Jedes Mittel, das dieses ihr gerechtes Verlangen befriedigt und nickt gegen die Grundsätze der Vernunft und Menschlichkeit verstößt, wird ihnen recht sein und von ihnen angenommen werden. Tie Einschüchterung, in welcher sie leben, verhindert sie vielleicht, der Regierung die Wünsche, welcke sie im Herzen tragen, offen anszusprechen, indem sie sich der Hoffnung hingeben, daß die Regierung sie errathen und die Initiative zu ihrer Erfüllung ergreifen wird. Spanien* Madrid, 12. August. General Moriones hat gestern mit dem ersten Corps den Carlisten die wichtigen Positionen nebst dem Dorfe von Oteiza weggenommen, wo sich Mendicii mit 18 Bataillonen, außerdem Kavallerie und Artillerie, verschanzt hatte.________________________________________ Lokal-Notiz. Gießen, 13. August. Wir erhalten soeben folgende Zuschrift: tiinhegent) übersende ich verehrlicher Redaction »cs Gießener Anzeiger- einen Aufruf mit der Bitte um gütige Beihilfe. Sie werden darin daS Nähere sehen, Als Oberbesse wende ich mich an Sie und unsere Landsleute, im festen Vertrauen auf die so oft bewiesene Mtldthätigkett, namentlich der Bewohner Gießens. Nehmen Sie gütigst den Aufruf auf und verbreiten Sie ihn so weit Sie nur können. Nehmen Sie im Voraus meinen herzlichsten Dank. Beste Grüße Saarburg i. L., 10. August 1874. Dr. ö. Hansult, Gymnasiallehrer. Aufruf. (Genehmigt von dem Herrn Kretsdirector von Frey berg.) (Sin Nothstand der grauenhaftesten Art legt uns die Pflicht auf, jetzt die Hülfe weiterer Kreise anzurufen. Vergangenen Marz ist in der Oberförster« «lberschweiler, deutsch Lothringen, mitten in den Vogesen, einer der bravsten und tüchtigsten Waldarbeiter, der 26jähnge Elsässer Raimond Dirion, mitten heraus aus seiner frischen vollen Thatigkeit genssen und auf ein einsames, furchtbares Siech- und Todtcnbett geworfen. Als der Unglückliche einen schwerbeladenen Holzschlitten über eine stark ab chüssige Stelle der Schlittenbahn führen wollte, glitt er aus: der Schlitten fuhr über ibn weg, zerquetschte ihm beide Beine, zerbrach bas Rückgrat und blieb auf ihm stehen, bis nach Verlauf einer halben Stunde Hülfe kam, der Schlitten entfernt und der arme Mensch in seine Hütte getragen werden konnte. Bei vollem Bewußtsein liegt er seit 5 Monaten dort, in der obern Körperhälfte ganz gesund, in der untern vollständig eine Leiche, deren zunehmende Verwesung die umgebenden Räume perpestet. Langsam fault ihm das Fleisch ab und fällt in Stücken auf das Lager. Nach ärztlichem Urthetl ist eine Amputation erfolglos und ein Transport in ein'Hospital unmöglich Er ist rettungslos verloren und weiß es. Weit ab von anderen Wohnungen, in dem tiefen Waldthale liegt er einsam da, sah die letzten Ersparnisse längst schwinden und erblickt die bittere Noth der Seinen, die nur sein baldiger Tod verringern kann. Er möchte so gern sterben und er kann nicht sterben. „Nie", so schreibt ein Besucher in den letzten Tagen, „werden sich die Eindrücke verwischen taffen, welche ich aus dieser armen Vogesenhütte mitgenommen habe. Denken Sie sich nur diesen Anblick Im Krankenzimmer stehen zwei dürftige Betten, in dem einen liegt der angefaulte, noch geistig frische Mann, und vor demselben kniet die fast aufgeriebene junge Frau, und während in dem andern Bett zwei kleine Kinder schreien, welche vom 69 Jahre alten Schwiegervater beruhigt werden, gebt die Tobe Schwiegermutter un Zimmer auf und ab und fragt den Arzt laut: „„stirbt er denn noch nicht? ach, wenn et doch ein Stück Vieh wäre, dann könnte man ihn doch tobt schlagen "" Noch einige Monate also kann dieser fürchterliche Zustand andauern. Die Eingeborenen bringen keine Hülfe, weil der Verunglückte meist im Dienste der Deutschen Forstverwaltung beschäftigt war und desbalb als Prussien verabscheut wird; von der Forstvertvaltting kann mefcti geschehen, weil bas Unglück im Privatdienste stattgefunden hat. Es ist eine Ehrenpflicht für die Deutschen, hier einzugreifen. Helfen Sie doch Alle, Alle, denen dieser Aufruf in die Hände kommt, dem Unglücklichen in seinen bangen Stunden und bringen Sie durch Ihre Gaben Trost und Beruhigung in diese entsetzliche Einsamkeit. (Sig.) Eickhoff, Oberförster. — Francke, Director. Müller, Oberförster. — Ott, Kreis-Assessor. Zu Liebesgaben in Empfang zu nehmen ist gerne bereit Die Exped. d (dießencr Anzeigers. — — Am Samstag den 15. und Sonntag den 16. August c. finden im Wenzel icken Garten 2 Vorstellungen in der höheren Salon-Magie statt. Herr Stetnbausen und Frau, Hofkünstler aus Berlin, sind, soviel uns bekannt, keine gewöhnlichen Künstler in ihrem Fache, weSbalb wir den Besuch obiger Vorstellung allen Freunden genußreicher Unterhaltung empfehlen. — Die „Köln. Ztg." schreibt: „Wir haben wiederholt Gelegenheit genommen, den Vorstellungen des Herrn und der Frau Steinhaufen aus dem Gebiete der Zauberwelt beizu- wohnen, und können denjenigen unserer geehrten Leser, die sich außerhalb des HauseS eine an« genehme Abendunterhaltung verschaffen wollen, nur ratben, unserem Beispiele zu folgen. Eine eingehendere Besprechung des reichhaltig wechselnden Programms würde nns zu weit führen; wir begnügen uns, die Ungezwungenheit und Präcision hervorzuheben, womit beide Künstler uns aus einer erheiternden Ueberraftbung in die andere zu führen wissen." SefcQrnpljifffjc Depeschen. Paris, 12. Wie die „Agence Havas" meldet, ist die Regienmg ent« chlvffen, England nachzuahmen und die spanische Regierung anzuerkcnnen. In Folge deffen solle, wie versichert werde, der Marquis Veja de Armijo, Ver- tretet Spaniens in Paris, von der ipanischcn Regierung sofort seine Beglaubigungsschreiben erbeten haben. — Man glaubt nicht, daß Bazaine sich deö Seiles zur Ausführung feiner Entweichung bedient babe, nimmt vielmehr an, daß daffelbe angebracht worden sei, um von der wahren Spur abzulenken und die wirklichen Mittel und Wege zur Flucht zu verdecken. Madrid, 12. Aug. Der „Jmparcial" versickert, daß Frankreich, Deutschland und England die Regierung des Marschalls Serrano anerkannt haben. (t>enua, 12. Aug. Nach cimm vielfach verbreiteten Gerückt wäre Bazaine hier heimlich gelandet und sofort weiter gereist. Das Ziel seiner Reise ist unbekannt. Newyork, 12. Aug. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge hätten sich die Neger der Stadt Austin bemächtigt, wurden indeß von 400 Weißen wieder daraus vertrieben. Man fürchtet, daß die Neger ibnii Angriff erneuern werden. Die Bürger von Memphis sind zu den Waffen gerufen worden. General Cholmers, der auf den Schauplatz der Unruhen abzugeben im Begriffe war, bat Verstärkungen von Munition nackgesucht. Mainz, 12. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog sind Iieute Vormittag, nach dreiwöchentlichem Aufenthalt in Friedberg, zu längerem Verweilen dabier eingetroffen. Berlin, 13. Aug. Fürst Bismarck ist Nachts 12 Udr 25 Min. hier eingetroffcn Braunschweig, 13. Aug. Den „Braunschweiger Nachrichten" zufolge ist in sonst gut unterrichteten Kreisen von einer Verlobung des Herzogs Nicht- bekannt. yeld Con m 10 27 259 H*1 ! n'r'*eb- 'm M ' tonner ; 9?ad '5 aus dahß r2cibti Em ic'iul nodjn ?mcrkm sirb, wt rr.il wirb. ^Sivahl ui ^0 Stück । L unb t ! A Siück etid i l'wewi , iw 9 :;*= $ *"• fctij ( 15 fr. 10 Stüd J Stüd i *eren ei fLl s*»« ÄS ^°rzen j t unb io. Hfl .^furter do. do. jtoiische Hy do jiycnjche Os jtfgüch-Matk hu Ludwb da do. 1 da 1 Ladwb. ( do. do. Püjjche Nord ,. Mn •r.m. btn l mßbtrjogl jn Ar i Wlc 7 Vor ' ws btm h n)m-. 1 btrarbdt, - Mästerei ' Erdauffü ließen, am ,roMerRli 5? 'mniet kläü. «re" «O«1 *?!.£ fni™ tr«g(n , " ^tflitreng E dem erden ÜOn öteijn em Cavallerie Müberjenh ' 5 S^zr vet, " unb unjtit "Entlich btt Bi, so weit gii Insult, >allehrn. )ie Hülfe weitern jringen, mitten in Elsässer Raimond auf ein einsamer, oerbeladenen Hoij. glitt er aus: btt Alkgrat unb bliti litten entfernt um lßtsein liegt er sei: ständig eine Leich, lt ihm daS Fietsä ort in ein'Hosxita! in Wohnungen, in vinden und ttblitfi Er möchte so gm in Tagen, „werdn ütte mitgenomm i dürftige Betten eiben kniet die saß er schreim, weicht bchwicgermuttn im ht? ach, wenn n Die Eingeborenen orstvcrwaitung b<« iltung kann nichls e GbrenpWjüt ruf in die Händt hre Haben Trosk nLe, Dirretvr. KreiS-'Hessvr. ,auscn und Frau, [er in ihrem Fache, ich« Unterhaltung [it genommen, den «auberwelt btiju* es Hauses ete M le,»W’;.,® ! iS iu weit |U°M, >mit beide Künstler Negierung e Arnns0' ft*w i-lm-hr an, >4 liilentai unb M daß N°»Z rrono «"*”* -Mt ziel fei"” M 25 SDli”' Wenzel’s Garten. Freitag den 14 August, 3939) Nachmittags 2 Uhr, werden die in der Festhalle ganz neu benutzten 50—60 Dutzend Mester und Gabeln, Oefen, Kochgeschirre, Löffel, Fenster, Thuren, Weinkisten, Champagner- körbe rc. gegen Baarzahlung im Garten versteigert. Geldcourse des Wechselniakler*Syiidicats zu Frankturt a. vom 13» Anglist 1874. An lehr um- Luon e. Preussen •ankfurl Nassau Hurhessen Oldenburg $a yern Wörllemb. Üaden Co ns. Obligationen! Obligationen . do. . . do. . . do. do. . . do. . • do. do. 1 jährig do. do. । do. . . do. . . do. do. . . do. . . do. 4'/z 105V,L vk - 1 — Zl/z 90b 99'/r? }i/2 94G 1 99^ P 1 99V2G 1V210174 b 97V,? 105‘/eP5G l'/r 101 V Spanien Schweiz n n Nordamer. Oblig. Thlr. ä 105 do. do. do. Lst a 11.12 Ausl. Schuld . Berner Staalsobl. do. von 1874 do. von 1861 Genfer Staatsobi. Bds. rückz. 1881 do. III. Serie 1882 do IV Serie 1882 Bds. rückz. 1885 do. 1887 do. 1888 do. 1904 4'/r r/# 4,/z 3 41k 5 6 6 6 6 6 6 5 98i/rbG 98'4? 18’.4bG 993,, b 98’A?5/8G 104i/l?3/bG 98’/4?'/tzG l02'/gbG 1O33/4?’/2G 100'/4bG ?reuss. Prämien Anleihe Thlr 100 Köln-Minden Prämien „ 100 Bayerische Prämien-Loose „ 100 Badische Pramien-Loose n 100 Badische Loose fl. 35 Braunschweiger Thlr. 20 Gross. Hess. Loose . fl. 50 do. . . fl. 25 Kurhessische .... Thlr. 40 Nassauer...... fl 25 Meinn Präm.-Pfandbriefe Thlr. 100 Meinninger Loose ... fl. 7 Oldenburger .... Thlr. 40 Oesterreicher von 1839 fl. 250 do. „ 1854 fl. 250 do. „ 1860 fl. 500 do. „ 1864 fl. 100 do. „ 1858 Cred. fl. 100 Ungarische Staats-Loose fl. 100 Finnländische .... Thlr. 10 Schwedische .... „ 10 m m •*? -*1 1 1 1 1 1 f len 1 -y lo \ 129bG 1033/.P y4G 116i/8P16G 115? 73’/4?73Q 231/46 731/4G 98'/2?3/8G 8i/tG 413/8b 1033/4bG 1641/26 190 967/e6G 113/b6 153/4G ---Pfandbriefe, Actlrii und Prioritäten._________________________ Bayerische Hypothekenb. Frankfurter do. do. do do. do. Rheinische Hypothekenb. do do. Bayerische Ostbahn Bergisch-Märkische VII. Hess. Ludwb. Thlr. a 105 do. do. do. in Gulden do. Thlr. ä 105 Pfalz. Ludwb. (Bexbach) do. do. Pfälzische Nord . . . de. Max 1 5 4Vi 4 5 4Vi 41A 5 5 41, 4V1 4 5 4Vi 4 4V 41/ 95’/8bG ! 102b 97 ",G 1025/tzdG 97? 101i/4Pi/6G 1O472? '100',G 1001,9? 91? 1051 4P 101b 94i/4bG 1031/2? Böhmische West fl. 300 Elisabeth I. Emission . . do. Em. v. 1862 do. Em. v. 1872 fl. 200 do. Em. v. 1873 fl. 200 Franz-Joseph fl. 200 do. v 1873 fl. 200 Gal.Karl-Lud.v.1863 fl. 300 do. II. Em. v. 1867 fl 300 do.III. Em. v. 1871 fl. 300 Oesterr. Nordwestb. fl. 200 do. Lit. B fl. 200 Oest. Süd-Lomb.-Bs. 1874 do. Süd St. Lomb.Pr.in Silb. do. in Fr. do. Em. v. 1871 „ Oest.Fr Staatsb. in S. fl. 200 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 5 6 5 3 3 5 873/4? 853/„b 9i'V4bG 89VtbG 94'/r. Werner'sckn Heilverfahren von tere Gerichtskosten bezahlt werden. Zahl tage: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. Die Grofeh. Bürgermeistereien ersuche, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Kreutzer. 3974) Per I. September d. I. ist in einem hiesigen Fobrikgescbäfte die Lehringsstelle zu besetzen. — Näheres bei der Cxp. d. Bltts. Schweizer Käse Holländer- „ Rahm ,, Für Auswanderer. 1763) Die Haupt-Agentur von (5. £) i c V Markt in Gießen cxpedirt j.de Wecke utebrmalskLWk«, und Güter mit den vorzüglichsten Dampf- und Sr^cl Gleichfalls unterhält derselbe eine Niederlage unserer särnrntlichen Sorten Flaschen la. Dualität zu den billigsten Preisen. 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