^74tS »irrteljährig 1 fl. 12 tr. «k Brüigerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr. Oießemr Anzeigtr. Erscheint täglich, mit An-- nähme GcnntsgS. Expedition: Lanzletbrrg, Sit. B. Rr. 1. Mnzeige- und Mmtsßlatt für den Areis Hiessen. Nr. 1O Dienstag den 13. Januar Amtlicher Theis. Gießen, am 9. Januar 1874. Betreffend: Naturalverpflegung der Truppen im Frieden. Aas «rotzherrsgirche Krersamt an die Grosjherjoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehend abgedruckte Mittheilung der Intendantur des XL Armee - Corps bringen wir zu Ihrer Kenntniß, um in vorkommenden Fällen danach zu verfahren. v. Röder. Intendantur 11. Armee - Corps. Cassel, den 23. December 1873. I. Nr. 2115/12. Der Großh. Provinzial - Direction theilen wir ergebenst, unter dem Ersuchen um entsprechende weitere Bekanntmachung mit, daß: 1) Wolf Goldschmidt zu Romrod, 2) Gebrüder Grödel zu Friedberg und Gebrüder Rosenthal in Butzbach, letztere gemeinschaftlich zur Lieferung der Fourage pro 1874 für die Garnisonorte Gießen resp. Butzbach und auf Verlangen auch in dessen Umkreise von 2 Meilen contractlich verpflichtet worden sind. Für den Fall, daß die resp. Gemeinden zur Lieferung der Fourage für durchmarschirende Truppen pro 1874 nicht im Stande sein sollten, so würde auf die Magazinbestände der genannten Lieferanten recurrirt werden können. Ritter. G e k a n n t m a ch u n g. Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen. Diejenigen Militärpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum.Hessen nach § 20 der Militär-Ersatz-Instruction vom 26. März 1868 (Reg.-Blatt Nr. 21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich, unter Berücksichtigung der §§ 148. 149. 151. 152. 153. 154 und 155. der erwähnten Militär-Ersatz-Jnstruction bis zum 1. Februar 1874 bei der unterzeichneten Commission einzureichen, falls sie sich der im März k. I. stattfindenden Prüfung zu unterziehen beabsichtigen. Der Meldung find beizulegen: a) ein Geburtszeugniß; d) eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder des Vormundes; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Director bezw. Rector der betr. Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute aber von der Polizei-Obrigkeit auszustellen ist. Außerdem ist mit dem Meldungsgesuche ein vitae curriculum zu verbinden. Bei Nichtbeobachtung der bestehenden Vorschriften, oder Einreichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine, kann die Zulassung zu der nächsten Prüfung nicht stattfinden. Der Prüfungstermin, sowie das Local, worin dieselbe vorgenommen wird, kann erst später bekannt gemacht werden; eine specielle Einladung erfolgt nicht. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgende Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam. Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Militärdienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar des Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Militärdienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nehmen, verbunden. Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitge Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Entschließung der Ersatzbehörden 3. Instanz wieder verliehen werden, wenn der betheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war, oder vermöge seiner Loosnummer disponibel geblieben ist. In letzterem Falle darf diese Vergünstigung indeß nur dann eintreten, wenn d^r deßfallsige Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher der betheiligte Militärpflichtige zu concurriren hat, formirt wird. Gesuche um Wiederverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis-Ersatz- Commission zu richten. Darmstadt, den 16. December 1873. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige: Pabst. Strecker. P o (i t i f dj e r Theis. Die Red.) (Das Ergebniß haben wir gestern mitgetheilt. Itheiligung an der Wahl Seitens aller nationalen und liberalen Wähler her- beizuführen. Noch am Abend des 9. d. wurde ein öffentlicher Aufruf in Tausenden Gießen, 12. Januar. Die Reichstagswahl hat diesmal unsere Stadtjvon Exemplaren im Wahlkreise verbreitet und in unserer Stadt selbst an fast in ungewöhnliche Aufregung gesetzt. Als am verflossenen Mittwoch öffentlich fallen öffentlichen Orten das Publikum durch Rede und Schrift aufgefordert, bekannt wurde, daß die blauen Montagsbummler in Gießen und Um-seine Schuldigkeit zu thun. Der Erfolg war überraschend. Während in 1871 gegend einen eigenen Candidaten in der Person des Schriftstellers Liebknech t, kaum 150 Wähler in Gießen abstimmten, betheiligten sich diesmal 1100 an eines geborenen Gießeners, der gegenwärtig freies Quartier in einer sächsischen ^der Reichstagswahl. Strafanstalt genießt, aufgestellt hätten, betrachtete man dies in fast allen Kreisen als einen Scherz oder doch unter dem Gesichtspunkt des höheren Blödsinnes „Hier zu Lande ein Socialist, — nicht möglich I" Etwa 6 Stimmen gingen als ungültig verloren, 50 bis 60 Wähler, die r*ir-y***- öw ^vuiuup, — mu/i mvyiiu;i — hörte man überall, für v. Rabenau gestimmt haben würden, mußten zurückgewiesen werden, weil Die Auffassung änderte sich aber, als bekannt wurde, daß man nicht bloslsie durch Versehen nicht in den Wahllisten eingetragen worden waren. hier, sondern in vielen andern, selbst entfernten Gemeinden des Wahlkreises! Hätte man noch einige Tage Zeit zur Agitation gehabt, so würden ohne die Masse des Volkes durch falsche Vorspiegelungen aufzuregen und zu täuschen «Zweifel anstatt der Hälfte — minvestens drei Viertheile aller Wahlberechtigten unternommen habe und daß es dringend geboten sei, einestheils über die wah-! abgestimmt haben! Allein auch so können wir mit dem Ausfall der Wahl in ren Absichten der social-demokratischen Partei: Auflösung jeder bestehenden Gießen zufrieden sein. Alle Stände, Bürgerschaft, Beamte, alle soliden und socialen, politischen und sittlichen Ordnung, Aufhebung zumal des Privateigen- fleißigen Arbeiter, — alle ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses und der thums, Theilung der Güter u. s. w. aufzuklären, anderntheils eine rege Be- politischen Ueberzeugung im Uebrigen legten Zeugniß ab für treues Festhalten an der neugeschaffenen Ordnung der Dinge im Reiche und nur eine kleine Anzahl vaterlandslojer Menschen schied sich von ihren Mitbürgern! Aus anderen Orten des Wahlkreises sind noch keine sicheren Nachrichten eingelaufen; nur aus Nidda vernimmt man, daß von 399 Wählern 222 abgestimmt haben, sämmtlich für den nationalen Candidaten, Freiherrn v. Rabenau. Darmstadt, 11. Januar. Gewählt: Bezirk Darmstadt-Groß-Gerau: Ober-Steuer-Rath Weicker, liberal; Worms-Heppenheim: Fabrikant Heyl, liberal. Mainz, 11. Januar. Nach genauer Zählung der hier abgegebenen Stimmen ergibt sich, daß Görz (liberal) 1746, Mousang (ultramontan) 5209, Jacoby 1343 und Oechsner (Demokrat) 1211 Stimmen erhielten. Es kommt sonach zur engeren Wahl zwischen Görz und Moufang. Berlin, 10. Januar. Die Kaiserin Augusta hat an das Central» Comit^ der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger folgendes Schreiben erlaffen: „In alter Gesinnung warmer Theilnahme und Dankbarkeit erwiedere Ich die Glückwünsche des Central - Comitös der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger mit dem Bewußtsein, daß auch das verflosiene Jahr unsere gemeinsame Thätigkeit in ersprießlicher Weise gefördert hat. Wir haben alle Veranlassung zu hoffen, daß in unserer Organisation und Aufgabe ein Schritt weiter gethan ist, und daß die wichtige Veranlassung, welche die Weltausstellung in Wien dem rothen Kreuze darbot, seinen erhabenen Ruf zu vergegenwärtigen, nicht versäumt worden ist. Insbesondere danke Ich dem Central-Comitö auch für seine Mir dabei gewährte Hülse, sowie für das treue Zusammenwirken auf dem großen Gebiete der Humanität, das in unserer ernsten Zeit nie genug zur Geltung gebracht werden kann und unser Vermächtnis für die Zukunft sein muß. Berlin, den 2. Januar 1874. gez. A u gu sta." Berlin, 10. Januar. In Bezug auf die Ausführung des Münzgesetzes liegen, wie vor einiger Zeit gemeldet worden, verschiedene Anträge vor. Die selben betreffen die Ausprägung von Füufpfennigstücken, das allgemeine Verbot der österreichischen Gnlden und Thalerstücke (erstere sind bisher nur an öffentlichen Kassen unzulässig) u. s. f. Die Bevollmächtigten sind aufgefordert worden, sich möglichst bald mit Instructionen zu versehen, da die Angelegenheit schleunig zum Austrag gebracht werden soll. Ueber das Verbot des österreichischen Silbers als Zahlungsmittel gehen übrigens die Ansichten im Bun- desrath zur Zeit noch auseinander. Den vereinigten Ausschüssen für Handel und Justizwesen ist ein Antrag des Präsidiums dahin unterbreitet worden, die dem letzten Reichstage übersandte Vorlage wegen Abänderung der Gewerbeordnung (also strafrechtliche Verfolgung des Contractbruches rc), welche wegen des SessionSschluffes unerledigt blieb, wieder vorzulegen, jedoch mit einigen Abänderungen, über die wir schon berichtet. Auch diese Angelegenheit wird für so dringlich erachtet, daß man ihre Erledigung schon durch die Frühjahrssession des Reichstages erwartet. Stuttgart, 10. Januar. Der König empfing heute den bayerischen Gesandten Frhru. v. Gaffer und nahm dessen Abberufungsschreiben entgegen. — Ein Telegramm des „Schw. Merkur" aus dem 15. württembergischen Wahlkreis (Blaubeuren-Ehingen) berichtet von einem unerhört heftig geführten Wahlkampf. Ein katholischer Geistlicher habe in einer Wahlversammlung mit einem Revolver geschossen. Die Wahl des national-liberalen Candidaten, Finanzraths Schmidt, sei indessen gesichert. Straßburg, 11. Januar. Eine heute hier abgehaltene zahlreich besuchte Arbeiter-Versammlung hat sich gegen die Wahl sowohl Lauth'S als Bergmann's ausgesprochen und Bebel als Candidat für den Reichstag für Straßburg aufgestellt. Frankreich. Paris, 10. Januar. Das Rundschreiben des französischen Cultus- Ministers an die politisirenden Bischöfe lautet nach der Times, der es die Mehrzahl der pariser Blätter nachdruckt, wie folgt: Paris, 26. December 1873. Monseigneur! Einige Ihrer Ehrwürdigen Amtsbrüder haben, die gegenwärtige Lage Europas prüfend und die jüngsten Ereignisse nach ihren Beziehungen zur katholischen Kirche und ihrer Einwirkung auf die heutige Gesellschaft beurtheilend, neulich Hirtenbriefe erlassen, in denen sich Aussprüche finden, die nicht verfehlen konnten, in einigen Punkten die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich zu ziehen. In der That konnten dieselben geeignet scheinen, im Auslände Empfindlichkeiten zu erregen, die zu wecken stets verdrießlich ist. Die hohen Prälaten, die an die Gläubigen ihrer Diöcese die bezüglichen Briefe gerichtet haben, würden vor Allem solche, ihren Absichten schnurstracks zuwiderlaufende Folgen bedauern. Dafür bürgt mir die erprobte Vaterlandsliebe, von der der französische Episcopat beständig so Helle und ruhmreiche Beweise abgelegt hat. Trotzdem konnte die Regierunng bei solchen Thatsachen nicht gleichgültig bleiben, und sie wünscht lebhaft, daß dieselben sich nicht wiederholen. Ew. bischöfliche Gnaden wissen wohl, mit welcher Theilnahme die Regierung der Kirche und dem h Stuhle ergeben ist. Sie versteht wohl die Beunruhigung der katholischen Gewissen und die Schmerzen zu würdigen, als deren Wortführer die Bischöfe in diesem Augenblicke auftreten. Aber solche Empfindungen können mit aller gebührenden Freiheit und Kraft ausgedrückt werden, ohne daß man zu ihrer Kundgebung zu Angriffen schreitet, über die sich die Regierungen benachbarter Staaten beunruhigen könnten. Zwischen den Staaten bestehen gegenseitige Rücksichtsnahmen, die man nicht vergessen darf. Wir müssen überall die Achtung vor den bestehenden Gewalten bekennen, wie wir dieselbe unsererseits für die Regierung verlangen, die in unserem Lande durch den souveränen Willen der Volksversammlung ausgerichtet ist. Ist eö noch nöthig hinzuzufügen, Monseigneur, daß die Bischöfe inmitten der schweren Eonflicte, die heute die Welt beunruhigen, hauptsächlich durch Mäßigung den legitimen Einfluß ihres Wortes vermehren und wirksamer zu jenem Werke der Beruhigung und des Friedens beitragen können, das der Gegenstand unserer gemeinsamen Beruhigung sein muß? Ich würde es mir selbst zum Vorwurfe rechnen, wenn ich Betrachtungen weiter aussühren wollte, die sich von selbst der Beachtung Ew. Gnaden empfehlen. Außerdem halte ich mich versichert. daß Sie Sich nicht über die Denkweise täuschen werden, die mir diesen Brief eingegeben hat, deffen Inhalt ich Ihrer Einsicht anempfehle. Genehmigen u. s. w. De Fourtou. Pari-, 10. Januar. Obgleich Broglie sehr entmuthigt, weil 90 anwesende Mitglieder der Rechten sich am Donnerstag der Abstimmung enthielten, entschloß er sich doch, am nächsten Montag ein Vertrauensvotum zu verlangen. Vorwand ist, daß Mac Mahon die Entlastung der Minister ganz bestimmt verweigert habe, bis sie nochmals eine Niederlage erlitten haben würden. — Der General Lapaffet hat die „Republique" von Toulouse auf drei Monate suspendirt, weil sie die Neujahrsrede des Gouverneurs von Paris albern und gehässig gefunden. — Die Agentur „Havas" behauptet, auch die äußerste Rechte habe be- schloffen, am Montag für das Ministerium zu stimmen. Dieses ist keineswegs sicher. „Univers" und „Union" sprechen sich gegen die Regierung aus. Ersteres meint, daß die Mehrheit für die Regierung keineswegs gesichert sei und letztere fordert die äußerste Rechte auf, die Gelegenheit zur Beherrschung der Lage nicht vorübergehen zu lasten. Unbegründet ist, daß Audiffret - Pasquier mit der Bildung eines Ministeriums betraut sei. Audiffret ist bei der Rechten noch verhaßter als Broglie. Regien. Brüssel, 9. Januar. Die „Jndependance" hat ein Telegramm aus St. Jeau de Luz erhalten, welchem zufolge Moriones Verstärkungen an Artillerie erhalten hat. Don Carlos nnd Elio sind mit 25,000 Mann und 8 Kanonen nach Santona abgerückt. Bilbao ist von den Carlisten vollständig blo- kirt. Der Angriff der Carlisten gegen Portugalete wird vorbereitet. ifiolTanö. Haag, 9. Januar. Officiell wird aus Singkel vom 6. d. Mts. gemeldet, daß seit dem 26. December kein neues Gefecht mit den Atschinesen vorgekommen ist. Der Artilleriepark ist ausgeschifft und die erste Parallele gegen den Kraton eröffnet. Die Expedition nach Pedir zerstörte das Fort Kampug-Pedir und kehrte nach Atschin zurück. Die Holländer hatten bei der Expedition einen Verlust von 2 Todten und 90 Verwundeten. Der Radsatz Gigbin hat sich unterworfen und angeboten, eine Vermittelung mit dem Sultan herbeizuführen. Die von englischer Seite gebrachte Nachricht von Krankheiten , die unter den holländischen Truppen herrschen sollten, wird durch die Nachrichten der Regierung nicht bestätigt. Spanien kNadrid, 9. Januar. Die amtliche „Gaceta" bringt ein langes Manifest des Ministeriums an die Nation. Es wird darin das Ereigniß vom 3. Januar erläutert und gesagt, die am Nnder stehenden Parteien hätten die Revolution von 1868 und die Verfassung von 1869 gemacht; sie wollten ihr Werk weder verdammen noch zerstören; durch die freiwillige Abdankung des Monarchen und durch die Verkündung der Republik sei nur ein einziger Artikel abgestellt; die Regierung werde den Absolutismus und die Anarchie bekämpfen. Das Decret, welches die Cortes auflöst, besagt, die Regierung werde die Cortes in gewöhnlicher Weise einberufen, sobald die Ordnung gesichert sei und die allgemeine Abstimmung vor sich gehen könne. Madrid, 11. Januar. Das Fort Atalaga bei Cartagena ist von den Negieruugstruppen genommen. General Dominguez bewilligte den Insurgenten in Cartagena eine 24stündige Frist für die Ueberqabe. Madrid, 12. Januar. Die „Gaceta" publicirt ein Decret, welches die Auflösung solcher politischen Vereine nnd Versammlungen anordnet, die wörtlich oder thätlich gegen die öffentliche Sicherheit und Integrität des Landes inspirirten. Barcelona, 8. Januar, Abends. Der Aufstand begann heute Morgen durch Ansammlung zahlreicher Trupps von föderalistischen Arbeitern auf den öffentlichen Plätzen. Die Truppen trieben die Arbeiter in die Vorstädte zurück. Nachmittags begann der Bau von Barrikaden, die von den Truppen mit der Artillerie genommen wurden. Auf beiden Seiten große Verluste. Der Wiederbeginn des Kampfes wird morgen erwartet. Es heißt, der Aufstand werde von der Internationale geleitet. FigueraS, 10. Januar. In Barcelona ist am 8. d. Mts., Nachmittags ,^ein Aufstand ausgebrochen. In den Vorstädten sind Barrikaden gebaut. Die Stadt wird vom Fort Moujuich aus beschoffen. England. London, 9. Januar. Die Mittheilung der „Daily News", daß die Expedition des Capitäns Glover am Voltaflufse hinauf wegfallen solle und Glover sich au Geueral Wolselcy's Corps augeschloffen hätte, wird stark an- gezweifelt. Im Colonialamt und sonst in amtlichen Kreisen ist nichts von einer solchen Veränderung des ursprünglichen Kriegsplanes bekannt. — Prinz Leopold und Prinzessin Beatrice sind vorgestern vom Bischof von Winchester in der Kirche zu Whippingham confirmit worden. Prinz Ludwig von Battenberg, Vetter des Prinzen Ludwig von Heffen, hält sich seit einigen Tagen in Osborue bei der Königin auf und soll, wie man sagt, mit Aussicht auf Erfolg, sich um die Hand der Prinzessin Beatrice bewerben. — Erzbischof Mauning, der tapfere Streiter für den Ultramontanis- mus, dessen Stimme zufällig dann immer am lautesten vernehmbar wird, wenn von vacanten Cardinalshüten die Rede ist, wird auf dem neuesten Carton unseres Punch deshalb aufgezogen. Der Papst steht in einem Hutlager und bemerkt dem mißstimmt auf einen kleinen Hut in der Hand des päpstlichen Hutmachers blickenden Erzbischöfe mit süßer Miene: Thut mir leid, daß wir Ihnen nichts in dieser Fa^on anbieten können. Wir haben augenblicklich nur Hüte für kleine Köpfe vorräthig. äfien. Penang, 10. Januar. Nach Mittheilungen aus guter Quelle haben ^"«7 an- ‘^otuni ru ? »nst'r ggn 6'tl«"9tn. •Ä °^r-i 18 Poris SÄ >b, 6, bet . ret ift i,'lV^uiet '"Telegramm mt » m ArW ” und 8 K„- * »«llMig Ho, »otbereitet. »°m 6. b. $iti. z,- t mit den AGmsm » die erst, Pn-llele i» jechört, dnS gort tänbet hatt,n bei bet unbeten. Der Radjah ttelnng mit dem Snl- Nachrtcht von Kraut» >Hten, wird durch di, jringt ein langes Main das Erchniß vom n Parteien hätten bi, nacht; sie wollten ihr rillige Ädanknng des uh ein einziger Artikel >ie Ln«H, Wtaflw- Kziernng werde die dnung geschert fei nnd Cartagena ist »on den oidigte den Insurgenten rt ein Decket, welches nlnngen anordnet, bild Integrität des W nb begann beute Mor- jstischen Arbeitern °°l r in die Ärst-dte ie »°n denTrnM n große Berlnstr Der i heißt, bet 81 Mts., Sb** find I°rrik-b-t> gebaut bie Holländer die Moschee eingenommen und bombardiren den Kraton mit rwölf Kanonen schweren Kalibers und vier Haubitzen. Man erwartet die baldige Uebergabe des Platzes. Der Gesundheitszustand der Truppen hat sich gebessert. Vermischte-. Derloofungen. — Verzeichnis särnmtlicher in der 38. Verloosung der Großh. Hess. 50-Gulden-Loose herauSgekommenen Treffer bis incl. 500 fl. Nr. 15440 - 70,000 fl. 89129 - 30,000 fl. 30066 - 15,000 fl. 32311 - 7000 fl. 100642 - 3000 fl. 7685 21182 34103 37513 45814 64572 73911 81257 87110 103752 103926 106000 110089 118423 123535 ä 1000 fl. 7848 12593 21078 25572 35438 41202 45721 50164 50828 52705 56713 57829 60683 61499 78438 80650 88179 89715 90323 102855 107901 108949 110549 110745 112574 112699 113222 116607 120673 123818 ä 500 fl. Wechsel. ^Amsterdam Oberhessen 77 4 9 41—43 Pistolen 25 59 Frachtbriefe für die Main-Weser-Bahn (neues For- Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditte ditto Disconto BörsennachrichteD. 12. Januar 1874. Prioritäten, östr. Stsb.-Prior. 611/4 östr s. Lombard 49,/2 Livorneser 315/g Toscaner 52 Eliaabeth.-Prior. 92 Oestr. 1858r 1860r 1864r Kurh. 40 Thlr. Loose 69^4 Nassau 25 fl. 483/4 Braunschweiger 22V2 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 36 ’/2 4°/q bayr. Präm.-Anl. 113 4% badische Loose 112 Badische fl. 35 Loose — fl. 250 v. 1854 — Prioritätsloose 193 Loose 923/e „ 1463/4 — Als zuverlässigen und uninteressirten „Rathgeber" hat sich die Neue Börsenzeitung in Berlin auch nach dem Krach bewährt. Sie hat hauptsächlich durch zeitiges Anempfehlen des Verkaufs der sinkenden Papiere ihren Abonnenten größere Verluste erspart. Im neuen Quartal wird sich wohl Gelegenheit zu vortheilhaften Ankäufen anbieten. Die Redactton übernimmt auch die Besorgung solcher Börsengeschäfte für ihre Abonnenten. Die Rathschläge sind unentgeltlich, eben so Verloosungslisten re. Actien. 5u/6 östr. F. St. E. B. 352' Lombard. Bahn 170*/2 Ludwigsh. Bexbach 941/* Maxbahn — Bayer. Ostbahn 1011/s l f m E l t> t> nm Sfflnrft Scheller zu dem verzweifelten Schritte veranlaßt haben. Dei XI« «Ul Preuss. 41/?0 0 Oblig. — Frankf. 3VaOblig. 88(2 Nass. 3'/'? o Obi. 92 Kurhess. 4°,0 „ 97 ‘/< Gr. Hess. 5°,g Obi. — „ , 4«. „ 993/4 „ n 31/2% n 963/4 Bayer. 5®/0 » — „ 4Va° 0 1jährige — „ 4O,0 1jährige 97 Würtemb. 4V20/o Obi. 101 Baden 4V2°,ü Obi. c. E. L. 1005/t Oesterr. Silberrente 65 Vr „ Papierrente 617/s Spanier, neuest. 3% 15' 4 Amerik. Bonds 1881r 102 , „ 1882r 98 n „ 1885r IOOV4 » „ 1887r IOH/2 Actiesfi. Frankf. Bank 147 Vr Frankf. Vereins-Kasse 901/4 Darmst. Bankact. 396 Rheinische Hyp.-Bank — Wien Baukactien 1045 Oest. Creditact. 247 Galizien — arfgemetner Anzeiger. Die Balserischc Stiftung, Hospital für Augenkranke, Krebs- und KnochenfraHleidende, wird de» 5. Januar 1874 eröffnet und können von dieser Zeit an Kranke ausgenommen werden. — Unbemittelte, nach vorhergegangener Anmeldung, unentgeltlich. ' (58) (Sieben, Wilhelmsstraße. Administrator: Arzt: K. D o r n s e i f f. vr. W i n t h e r. Bekanntmachung. 161) Die auf den 11. November v. I. (Martini) an die Fürstlich Solmsische Renteikassc zu Hohensolms fällig gewesenen Holz- und Pachtgelder rc- müssen bei Vermeidung gerichtlicher Schritte längstens binnen 14 Tagen bezahlt werden. Zahltage sind Dienstag und Donnerstag Hohensolms, am 10. Januar 1874. Der Fürstliche Renteibeamte: Dörmer. Versteigerungen. 179) Dienstag den 20. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen auf deut hiesigen Rathhause versteigert werden: Steinbrecherlohn, veranschl. zu 180fl. Steinfuhrlohn, „ „ 456 „ Kiesfuhrlohn, „ „ 36 „ Chaussirarbeit, „ „ 400 „ Gießen, den 12. Januar 1874. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. i> Montag den 19. Januar 1874, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Fuchsbau, nachoerzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als: 128 Rmtr. Nadel-Scheitholz, 895 , „ Prügelholz, 365 „ , Stockholz, 14650 Wellen Nadel - Reisholz. Die Zusammenkunft ist auf der Licher Chaussee an der fünften Schneiße. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli 1874 gestattet. Gießen, am 12. Januar 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vog t. Arbeitsversteigerung zu Hausen. 162) Donnerstag den 15. Januar, Nachmittags um 4 Uhr, sollen auf dem Nathhaus zu Hausen nachstehende Bauarbeiten in Accord gegeben werden, als: Schreinerarbeit, veranschl. zu 112 fl., Weißbinderarbeit, „ „ 15 „ Gießen, den 10. Januar 1874. I. A.: Körner, Bezirksbauaufseher. Jeilgeöotenes. Feinste gestoßene und gesiebte Raffinade, Große süße Mandeln, Citronat und Orangeat, Feinsten gestoßenen Zimmt, Neue große und kleine Rosinen, Citconen und AniSsaamen, sowie alle Ingredienzien zur feinen Bäckerei, empfiehlt (5527) Emil Fischbach. 176) Das Einrahmen von Bildern in ächt vergoldete Rahmen, sowie in Gold leist en, besorgt zu billigen Preisen J* P. Ritsert. Vergolder, Wallthor 156. Zur gefl. Beachtung. Portotarife der Kaiser!. Post mit Angabe sämmtlicher im Umkreis von 10 geographischen Meilen um Gießen belegenen Postanstalten sind in der Erped. d. Bl. ä 6 kr. pr. Stück zu haben.______________________________ Die meisten Krankheiten entstehen durch kalte Füße, weßhalb man vor allen Dingen für eine warme Fußbekleidung sorgen muß, die man in reichster Auswahl findet im Schuhgeschäfte von A. Docker, (90) am Kirchenplatz._______ Aecht kölnisches Wasser FZu beziehen durch jede Buchhandlung: Deutscher ORST- u. JAGD-KALENDER ' gebunden, II. Theil (mit vollständigem Personalstatus) geh. Preis 1 ihlr. (H. 1122.) Berlin, Verlag von Wiegandt, Hempel & P von Jean Maria Farina. Meine Niederlage davon in der Expedition des Gießener Anzeigers empfehle ich zn 8 fl. per Dutzend, 4 fl per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorfamst Johann Maria Farina in Köln._____ = Frielendorfer Briquettes. Allein zu haben bei Aug. Schlesfinger. HANDLUNG IN Australisches preferoiites Fleisch. Liebig’s Fleischexrract. Condensirte Milch. HiiKlermehl la I. us:e I Emil Fischbach I Inlirnne. Aad-, Jenster- L Aserdeschwämme. PUNSCHESSßNZE. ßiVERSE LIQUEUÄE. WmMtndt Kheiniomr von Gebe. f fftbl in Geilmheim. NIEDERLACENATUERL. MINERALBRUNNEN. Eingemachte Früchte, als: ^nnanas; ^nrlicijt, Blocke ftocolatle. Emmcntlialer-Käse. Trüffeln, Lhampignons, A$-'iv iffur, Gelatine, Luiclmsndeln, (torlrofhun, Tafeifeigen, ilal. Hasilnütse. Sfiocofadr, Saroignn, Vanille, Thee, Zimmt, Zlrrac, Aum, Kognac, MALAGA, MADEIRA, Sherry, Portwein. Er^eeren, Sofiaiuiis^prcii, HIMBEEREN, /iPhluUaEH, -Aepfel, Birnen, Mirabellen. Caviar, Sardines a l’huile, hiss. Sirdiirn, Sardellen, Htf»inier m Boeett, Cervelatwurst. Aechle Aeap. Waccaroni, Vennicellis, Suppen teige, ßicrgrmiife- & Lirrüippennndeln. Faniermelil. in GIESSEN Türkische pflaumen, Bamberger Zwetschen, Brünellen, Hirschen, Apfelspalten, &ßfen -, JSofinen -, £infenmdtf. Von allen Modezeitungeil der Welt hat die Victoria die größte Verbreitung. Sie verdankt dieselbe dem Umstande, daß sie beim Wechsel der Mode stets die rich- ^Kiui-ifiiirini tige Mitte zu hatten wußte, und dem ein- ' ® ° v 5 11 1 J- fachen Haus - Anzuge nicht geringere Auf- । merksamkeit widmete, als der elegantesten Gesellschafts-Toilette. S Mit Hülfe der correcten Schnittmuster der Victoria und ihrer durch leicht verständlichen Text erläuterten Illustrationen ist die Selbst- « anfertigung von Toiletten und Wäsche-Gegenständen rc. auch ungeübteren Z Händen leicht möglich. Dasselbe gilt auch von der reichen Auswahl ’S von Handarbeiten. , H- Als Extra - Zugabe enthält die Victoria ohne Preiserhöhung , M jährlich g 24 colorirte XHobekitpfcr, - « welche ihr einen Vorzug verleihen, den kein anderes Blatt bei gleichem i D Preise darbietet. . Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs- i Z Speditionen zu dem äußerst billigen Preise von 22V2 Sgr. vierteljähr- ' A lich an. Probenummern gratis. I Victoria , H Mustrirle Muster- Liebig Company s Fleiscli-Exlract aus FRAY-BENTOS (Süd-Amerika). Vier Goldene Medaillen — Paris 1867 (2), Havre 1868, Moskau 1872, Drei Elirendiplome — Amsterdam 1869, Paris 1872, WIEN 1873. Das Diplom ILor« Concours4 Lyon 1872. r äfin wenn die Etiquetle eines jeden Topfes den Namenszug jn blauer Farbe trägt. Engros-Lager bei den Corrcspondentpn der Gesellschaft: Herren G. B. Apcl in Schweinfurt, Ang, Bennert in Köln, » C. Krieger *- 180) In einem 1V2 Stunden von Gießen und 20 Minuten von der Oberh. Eisenbahn entfernten Ort ist ein neues großes Haus, außer den Wohnungsräumen hauptsächlich 2 Säle mit Nebenzimmern, großen Hosraum mit Stallung k. enthaltend, zu verkaufen oder zu verpachten. Dasselbe ist besonders zu Fabrikanlagen geeignet. Gießen, 12. Januar 1874. Nähere Auskunft ertheilt Chr. Vix am Neuenwegerthor. dermiethuugm. 84) Meine ^elsenkeller, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs gelegen, sind seit Neujahr frei geworden und einzeln oder zusammen anderweit zu vermiethen. Balth. Lje n z. dernnschte "Ainzelgen. 174) Meinen verehrten Kunden zeige ich hierdurch ergebenst an, daß ich von heute ab noch wie vor in und außer dem Hause 2hbeit übernehme. Johanna Magen, geb. El ar, Kl-ndermacherin, 2vallthorstraße 135. Z Eine Tapetenfabrik sucht Agenten in Stat t und Land gegen die höchste Provision. Offerten sub Chiffre U. befördert die Annoncen Expedition von Rn (hilf JIo.v <■ in Frankfurt ajMain. 164) Drei geräumige aneinandergrenzende Zimmer mit Hof - und Packraum werden für ein hiesiges Fabrikgeschäft möglichst inmitten der Stadt auf sofort zu nüethen gesucht. Näheres in der Exped. d. Bl.__________ 23) ZeitungSpapicr kauft Meyer Rothenberger, Neuenweg 193. L 11UU11LLII in »Hmentiichc hic- sige und auswärtige Zeitungen, Cours* f a hücheretc. besorgt zu Origiualprri- 2 g sezi und ohne Porto - und Spesen - Berechnung die Afiiionccn-Expedition 2 von Th. Dietrich (t Co., Caneel, untere Königsstrasse 54. Commis gesucht. In einem Material- und Farbwaarenge- schäft en gros und en detail findet ein angehender Commis Stelle. Fr. Offerten s. CH. 234 besorgt die Annoncen-General- Agentur von Nudolph Moffe, B. b dingsfelder in Gießen.____________(60 Lehrlingsstelle. 61) Ein junger Mann der gute Schulbildung besitzt, kann in einem hiesiaen Engros-