Gießener Anzeiger Anzeige- nick Wntsölatt für den Kreis Hiessen Donnerstag bcn 9. Juli 1^4 er Gießen, am 8. Juli 1874. Betreffend: Aufsicht über das Fasseloieh. PittS vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr. Erscheint täglich, mit Aus- nabmc MontagS Expedition: Canzleiberq, Ltt. B. Nr. 1. " l-flüii? ihr. Dienstag den IM. l. M für Gießen, Heuchelheim, Ullendorf a. d. Lahn, Klein-Linden, Großen-Linden, Lang-Göns und Leihgestern. Sie wollen die Bullen- und Eberhalter anweisen, zu Hause zu bleiben und die Thiere der Commission bei deren Eintreffen vorzuführen, auch fief) selbst bereit zu halten, um der Commission etwaige Auskunft zu ertheilen. an die Großherzoglichen Bürgermeistereien nachbenannter Orte. m Generalversammlung des lanbwirthschaftlichen Bezirksvereius Gießen soll auch in diesem Jahre wieder eine Besichtigung der pedltion von1»«”* ^memde Zuchtürere und Zuchteber des Kreises durch die vom Verein gewählte Commission stattfinden. Demgemäß ist zur Vornahme dieses Geschäftes Vogler in Ft *"ermtn nuoeraumt auf: - ncblen' an' Samstag den 11. l. M. für Daubringen. Mainzlar, Trais a. d- Lda., Allendorf a. d. Loa., Staufenberg, Ruttershausen und Lollar; sodann auf Montag den 13. l. M. für Wiesest, Alten-Buseck, Trohe, Rödgen, Großen-Buseck, Beuern, Bersrod, Winnerod, Reiskirchen und o ?rvitier^ 1{,n brer. ’ ' » '»« 111 .y^utscMand, d einjährigen Milj,““."d™ ““ 1 flrtokj*"“1-- id Wo ’ ,er andere ie beide ju*1 ™ io •6 dot UiU vlfert® -ÄTS".“ Dedhinn .... _?'n* v. Röder. IS. 's Comile. politischer Theis. Deulfdjtaiiö. 3. Ordensverleihungen. 1. Bekanntmachung der Großherzoglichen Ministerien des Innern und der Finanzen, die Aufhebung des Hospital-Rentamts zu Hofheim betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die wählbar, wenn sie aus diesem Amte nicht ausscheideu. Da nun unsere jetzigen Bürgermeister und Beigeordneten nicht besoldet sind, so unterliegt ihre Wahlfähigkeit auch nicht dem geringsten Zweifel, zumal sie mit der Wahl der Stadtverordneten ihre Stellen niederlegen Darmstadt, 7. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 36 enthält: St- Stephan zu Mainz, dem Schullehrer an der evang. Schule zu Kesselbach, Heinrich Eiffert, die erste enang. Schulstelle zu Landenhausen und dem Schulamtsaspiranten Philipp Jacob Schönemann aus Büdesheim die kath. Schulstelle zu Dalsheim zu übertragen; am 19. Juni dem Schulamtsaspiranten Philipp Geil aus Darsberg die dritte evang. Schulstelle zu Eich und dem Schnlamts- aspiranten Carl Bernhard Ittel aus Pfeddersheim die dritte evang. Sckulstelle zu Nierstein zu übertragen; am 20. Juni den von dem Herrn' Fürsten zu Usenburg-Birstein präfentirten Schullehrer an der städtischen Schule zu Offenbach, Georg Tönges, in der Eigenschaft als Volksschullehrer zum Lehrer an der Vorschule der Realschule zu Offenbach, am 27. Juni den Kreisdiener bei dem Kreisamte Lindenfels, Johann Ludwig Sulzbacher, zum Kreisdiener bei dem Kreisamte Bensheim, den Kreisdiener bei dem Kreisamte Neustadt, Heinrich Rockel, zum Kreisdiener bei dem Kreisamte Alzey und den Kreisdiener bei dem Kreisamte Nidda, Ludwig Klös, zum Kreisdiener bei dem Kreisamte Lauterbach zu ernennen. ganze Energie zur Verwirklichung des oben besprochenen und allein vernünftigen Projects — des Bahnbaues durch büS Lahnthal — aufzuwenden. — Wir halten es für geboten, eine irrige Meinung, welche vielfach unter ten Bürgern verbreitet ist, zu berichtigen. Es hat sich nämlich hier und da die falsche Ansicht Geltung verschafft, als könne in den Städten unseres Landes, auf welche die Städteordnung Anwendung findet, nur ein Jurist zum Bürgermeister gewählt werden. Ties ist jedoch durchaus nicht der Fall, sondern die Stadtverordneten, welche bekanntlich diese Wahl zu vollziehen haben, können 6. Charakterertheilungen. 7. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 27. Juni den Kreisdiener bei dem Kreisamte Bensheim, Johannes Valentin Fink, den Kreisdiener bei dem Kreisamte Wimpfen, Carl Joseph Melde, den Kreisdiener bei dem Kreisamte Grünberg, Wilhelm Baller, den Kreisdiener bei dem Kreisamte Lauterbach, Johannes Heinrich Bindewald, und den Kreisdiener bei dem Kreisamte Alzey, Georg Scharmann, in den Ruhestand zu versetzen. 8. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Nauheim, im Dekanate Groß-Gerau, mit einem jährlichen Gehalt von 1810 fi. 56 fr., wovon jedoch bis auf Weiteres 200 fl. jährlich an den allgemeinen Pfarrverbesserungsfond für die evang. Kirche des Großherzogthums abzugeben sind, welche Abgabe indessen durch den zeitigen Mehrbetrag der Stelle gedeckt wird; die evang. Schule zu Affolterbach, im Kreis Lindenfels, mit einem jährlichen Gehalt von 450 fl. 9. Sterbefälle. Gestorben sind: am 15. Juni der Districtseinnehmer Ling zu Gunzenau; am 25. Juni der Oberstlieutenant ä la suite und Vorsteher feer Stellvertretungsanstalt, Gustav Kuhlmann zu Darmstadt. München, 7. Juli. Abgeordnetenkammer. (Fortsetzung.) Bei der ^erVorstands fest in Dar">^ hne i" ! Kre«^.— , nach Art. 30 und 31 dieses Gesetzes einem jeden Mann, welchen sie für diesen Posten geeignet halten, wählen. Natürlich muß derselbe den gesetzlichen Eigenschaften, welche in Art. 33 enthalten sind, entsprechen. Und dies ist unseres Erachtens eine gerechte Bestimmung benannten Gesetzes, denn dadurch sind auch medre tüchtige Männer und namentlich solche, welche seither in städtischen Verwaltungen viele Jahre mit vielem Interesse, mit großem Eifer und mit dem ' besten Erfolge gewirkt haben, von dieser Wahl nicht ausgeschlossen. Gerade bie Letzteren, welche im Verwaltungsfache reiche Erfahrungen gesammelt haben, ’M gewiß für diesen wichtigen Posten nicht so ganz außer Acht zu lassen. — Es ist die Frage aufgeworfen worden, ob die jetzt noch im Amt stehenden Bürgermeister und Beigeordneten zu Stadtverordneten nach der neuen 2tädtordnung gewählt werden können. Merkwürdiger Weise wurde dieselbe in mehreren öffentlichen Blättern verneinend beantwortet. Nach Art. 18 des ' Gesetzes sind aber nur besoldete Gemeindebeamte zu Stadtverordneten nicht iiistei«1 '' , 1» 4. Namensveränderungen. iiu ~ m .. - , -/ rk v v 5. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- d M. statt und M seine Particulansten, so gut rote Bayern. Wir begrüßen es mit Freuden, daß gnädigst geruht: am 18. Juni den von dem Herrn Grafen zu Erbach-Für- stenau auf die erste evang. Mädchenschulstelle zu Michelstadt präsentirteu Schullehrer an der zweiten evang. Mädchenschulstelle daselbst, Georg Wilhelm Hilß, für diese Stelle zu bestätigen, dem Schullehrer an der ersten kath. Schule der neue Handelsmimster von andern Gesichtspunkten ausgeht und die naturgemäße, billigere und richtige Linie einer schwer zu bauenden vorzieht. An un- j-r-r Regierung aber ist es, das neue preußische Project thuulichst zu unter- _____0„ ....... tu,v. putze» und zu veranlaffen, daß ein Bahnhof möglichst nahe an den Gießener zu Mosbach, Martin Weil, die obere kath.' Knabenschulstelle des Schulbezirks Bahnhof, etwa in die Näbe von Heuchelheim, gelegt wird. Dieser ist dann ■ <- ~ * - * - — - — - leicht durch einen doppelten Schienenstrang, der freilich einen Brückenbau über die Lahn voraussetzt, mit unseren Bahnhöfen zu verbinden, so daß Güter und Personen vom einen in den andern befördert werden können. — Dazu kommt aber, daß die Abzweigung einer Eisenbahn in das Montaugebiet durch das Bikberthal und dann ihre Fortsetzung über Gladenbach, Biedenkopf, Berleburg «ach Altenhundem aus dem neuen Bahnhof einer endlichen Verwirklichung näher r 1 , gerückt wird, wenn ohne Rücksicht auf Landesgrenzen den wirklichen Interessen M 13. ZUU, des Reichs in allen seinen Tbeilen in der That Rechnung getragen werden t sollte. — Wir wollen dies nicht allein hoffen, sondern auch unsere Gemeinde- $ • iifell ^Ess^tretung hiermit veranlassen, die Augen der Regierung in Darmstadt auf die b - Grenze des Landes zu richten und ihre Wng. B Gieren, 8. Juli. Die Nachricht aus Fronhausen über die Berlin- fich von bfilte iin n Metzer Eisenbahn ist nicht nur für Gießen, sondern auch für die ganze Ent- tb fltiwrlflfll Utflffl- unserer Verkehrsverhältnisse von eminenter Wichtigkeit. Jedem Unbe- ' H b fangenen muß es klar sein, daß eine so bedeutende Bahn, wie die genannte, nicht mehr ihreii Ausgang in unseren schon zu engen Bahnhof haben kann. Da nun auch ihre Leitung über Alsfeld definitiv aufgegeben ist, so bleibt nur übrig, l‘^cr Gosdorf oder über Ruttershausen-Heuchelheim nach Wetzlar zu führen. ............Älllll UUHM) 3— T>r letztere» Linie ist des soviel billigere» unb leichrere» Baues wege» u»be- »achträgliche Einlösung der "@\\mbtenten7d)eine'"6etreftVni)'.‘ ' dingt der Vorzug einzuräumen und kaum wäre es begreiflich, wie man von ° c * ^verein. einem Bau durch das Gebirge sprechen kann, wenn eben nicht ein ganz abscheu- hrf" veri Sduitndni Ücher Particularismus das Wort mitgesprochen hätte. Auch Preußen hat noch Special-Debatte werden verschiedene Anträge Freytag's auf Ablehnung der vom Ausschuß genehmigten Positionen sämmtlich abgelehnt. Ein Antrag Marquard- sen's auf Erhöhung der vom Ausschuß bewilligten Summe um 230,000 fl. für den Bau von Baracken auf dem Lechselde, ferner ein Antrag Schmidt's auf Erhöhung der Ausschuß-Summe um 700,000 fl. für die Erneuerung der Festungs-Artillerie und Ergänzung des Belagerungsparkes wurde angenommen, ein Antrag Dürrschmidt's auf Bewilligung von 350,000 fl. für Granatenzünder nach preußischem Muster mit 88 gegen 63 Stimmen abgelehnt. In Folge dieser Abstimmungen stellt sich die für das Militär -Retablisiement bewilligte Summe atif 9,457,660 fl., wovon 9,379,160 fl. aus den Kriegs Entschädigung?- geldern und 78,500 fl. aus dem Erlös früherer Militärbestände bestritten werden. Das Militär-Retablissement wird in dieser Gestalt mit 136 gegen 13 Stimmen angenommen. (Die Regierung hatte 10,826,900 fl. verlangt.) Im Lause der Debatte protestirte Abg. Freytag unter dem lebhaften Beifall eines Theils der Patrioten gegen die gestrige Aeußerung Mahr's hinsichtlich des Fah- nen-Eides und des unbedingten Gehorsams des Militärs. Frankreich. PariÄ, 6. Juli. Au dem Leichenbegängnisie Goulard's nahmen heute über 300 Deputirte Theil. Minister Decazes sprach am Grabe und spendete dem Verstorbenen hohes Lob. Er sprach von dessen versöhnlichem Auftreten, als Mac Mahon ihn mit der Bildung des Cabinets betraut hatte, mahnte schließlich zur Versöhnung und sagte: „Vergessen wir unsere unheilvollen Streitigkeiten und denken wir nur ans Vaterland!" Diese Rede bildete heute das Tagesgespräch in der Kammer; besonders bemerkt wurde, daß Decazes teil Marschall Mac Mahon nur „Präsident der Republik" nannte, welchen Titel Fourtou demselben vor einigen Wochen in der Kammersitzung nicht geben wollte. Die Deputirten sind nur von der morgen anstehenden Interpellation in Anspruch genommen. Die äußerste Rechte glaubt sicher zu sein, daß sie das Ca- binet stürzen werde. Sie rechnet auf 120 Royalisten, einen Theil des linken Centrums und auf die übrige Linke. Das linke Centrum hielt heute eine Versammlung, ohne zu einem Beschluß zu kommen. Die Anhänger Casimir Pe- rier's wollen das Cabinet stützen unter der Bedingung, daß es die Tagesordnung annimmt, die, gegen die Legitimisten und Bonapartisten gerichtet, zugleich die endgültige Republik bekräftigt. — Christoplc's fortschrittsparteiliches Centrnm ist gegen das Cabinet, da es kein Vertrauen verdiene. Die Perieriften verlangen ferner Magne's Entlassung. Die äußerste Rechte will folgende Tagesordnung ansstellen: „Die Versammlung, in Erwägung, daß sie das Gesetz vom 20. November allein auslegen kann, gehj zur Tagesordnung über." — „Figaro", den man in parlamentarischen Kreisen für das Leitorgan Mac Mahon's betrachtet, behauptet, der Marschall werde die Minister nicht entlassen, sondern, wenn sie morgen auch überstimmt werden, mit ihnen weiter regieren und das von der Kammer votirte Gesetz ausführen, ohne sich sonst weiter um sie zu kümmern. Aus anderen sicheren Quellen erfahre ich, daß man im präsidentschaftlichen Palais glaubt, die Kammer werde nach der Niederlage des Cabinets sich binnen 14 Tagen selbst auflösen. — Der Verfassungs-Ausschuß hat heute den vierten Artikel des Antrags Ventaron angenommen, welcher Mac Mahon das ausschließliche Recht gibt, die Kammer aufzulösen. Daß Graf Chambord sich in der Nähe von Versailles befindet, ist unbegründet. — Die Polizei - Agenten im St. Lazare-Bahnhof traten heute wieder sehr brutal anfj, obgleich wenig Leute anwesend waren. Die gemäßigte Linke, die äußerste Linke und die Bonapartisten haben noch keine endgültigen Beschlüsse für morgen gefaßt. (Enijfani). London, 7. Juli. Die Minen-Arbeiter in Baresley in Vorkshire lehnten die Herabsetzung der Löhne um 10 pCt. ab und steht in Folge dessen ein Strike von 20,000 Arbeitern bevor. — Earl Dalhonsie ist gestorben. . Spanien. Tafalla, 30. Ium. So eben rückt auch die Nachhut der Armee hier ein und die kleine Stadl ist von Truppen überfüllt. Sie bat vorgestern und gestern noch viele Kugeln mit den Carlisten gewechselt, die übrigens ihrer Gewohnheit gemäß nicht ans den Laufgräben hervorgekommen sind. Nur ein einziges Mal haben die Carlisten den republikanischen Soldaten da^ Vergnügen gemacht, sich auf dem Erdboden zu zeigen, indem vorgestern fünf Schwadronen ihrer Reiterei auf die Nachhut losgingeu. Sofort hielten sich drei Schwadronen Husaren unserer Armee bereit, sich mit dem Feinde unter gleichen Bedingungen zu mesien. Das Gefecht währte nur einen Augenblick und endete mit der vollständigen Vernichtung der carlistischen Schwadronen. Heute fand bier ein feierliches Leelenamt für Marschall Concha statt, dem der Generalstab und die Qfficiere der Armee beiwohnten. Heute Abend wird der Kriegs-Munster hier erwartet. Die Soldaten sind bei guter Laune uud besonders vergnügt, daß sie nach viertägigen Entbehrungen wieder etwas zu esien und zu trinken finden. Lokal-Notiz. Gießen, 8. Juli. Bei dem heute Nacht stattgefundenen Gewitter schlug der Blitz in Melbach ein und zündete. In Folge dessen brannten eine Scheuer und ein Stall total nieder. --In der gestern Abend stattgehabten Sitzung de» Großen Comite'» zum Turnfeste wurden den Herren L. Textor, Fr. Leid im Rappen und Jacobi Wittwe die drei noch zu besetzenden Wirthschaften auf dem Festplatze übertragen. Die Wirthsckaft in der Turnhalle bekam Herr E. Junker. Außerdem kommen auf den Festplatz noch 2 Mineralwasterbuden zu stehen, so daß für den Durst hinreichend Sorge getragen ist. — Die Sammlunq von freiwilligen Beiträgen zum Turnfeste haben bis heute einen reckt erfreulichen Ertrag geliefert. CS wurden gezeichnet 1958 fl. und stehen noch recht bedeutende Beträge aus. Nur mit Quartieren will et noch nicht recht ziehen und hofft man trotzdem, daß die Bewohner unserer Stadt in letzter Stunde einen oder mehrere Festgäste beherbergen, zudem ein Turner mit Wenigem vorlieb nrh, men wird. Hoffentlich werden dann auch die Gäste untergebracht werden und verspricht da» Fest ein recht schönes und großartiges zu werden. --Auf dem heutigen Viehmarkt waren aufgetrieben: 932 Stück Rindvieh und 536 Stück Schweine und fand ein lebhafter Verkauf statt. (Eefegrapfjifdjc Drjicfcfjcn. Leipzig, 7. Juli. Ein Erlaß des Justizministers an das hiesige Handelsgericht ordnet an, daß die amtlichen Verfügungen des Letzteren bis ^um Schluß des Jahres nicht im jetzigen Amtsblatte, den „Leipziger Nachrichten", sondern wieder im „Leipziger Tageblatte", dem früheren Amtsblatte, inserirt werden sollen. Wien, 7. Juli. Erzherzog Albrecht ist heute nach Warschau zur Begrüßung des Kaisers von Rußland abgereist; derselbe wird voraussichtlich Ian» gere Zeit in Rußland verweilen. Bern, 7. Juli. Der Gesandte der Schweiz in Berlin, Oberst Hammer, wird die Schweiz auf dem völkerrechtlichen Congreß in Brüsiel vertreten. Versailles, 7. Juli. Die Nationalversammlung beendigte in ihrer heutigen Sitzung die Berathung des Municipal-Wahlgesetzes, wobei die Erforderlichkeit eines zweijährigen Domicils für die Wahlberechtigung beschlossen wurde. Die Discussion der Interpellation Lucien Brun wurde auf morgen vertagt.__ Paris, 7. Juli. Betreffs der Stellung zur Interpellation Bcun's herrscht noch immer zwischen den verschiedenen Gruppen der Republikaner ein großer Zwiespalt der Meinungen. Das linke Centrnm will nicht mit der äußersten Rechten stimmen, hoffend, daß es dafür von dem rechten (Zentrum die Zusicherung erhalten werde, später für den Antrag Perier's zu stimmen. — Auf dem Boulevard wurde neueste Anleihe zu 96. 92 gehandelt. Belfast, 7. Juli. Da die hiesigen Spilmerei-Besitzer die Arbeitslöhne um 10 pCd. herabsetzen wollen, haben circa 30,000 Arbeiter seit gestern die Arbeit eingestellt. Die Spinnerei-Besitzer haben daher beschloffen, die Werk stätten nach 14. Tagen vollständig zu schließen. New-Bork, 7. Juli. Die Cheyenne-, Cvmanche- und Iowa-Indianer drohen, 3000 Mann stark, mit Krieg. Die Regierung hat Truppen gegen sie abgeschickt. Saarbrücken, 7. Juli. Bei der gestern vernommenen Verhaftung des Kaplans von Namborn — derselbe hat wegen rechtswidriger Amtshandlungen 28 Monate Gefängniß zu vwbüßen — kam es beim Passtren des nltramoiita- nen Hauptquartiers St. Wendel, von wo aus der Verhaftete per Bahn hier her gebracht werden sollte, zu ernsten Unruhen. Einige der ultramontanen Heißsporne und Mitglieder des Mainzer Katholikenvereins hatten es verstanden, in den unteren Volksschichten die zu der geplanten Demonstration erforderlichen Marionetten zu werben. Gegen 3 Ihr traf der arretirte Märtnrer zu Fuß in St- Wendel ein, begleitet vom Bürgermeister und einem Gensd'armen, und umschwärmt von einem großen Theil der Namborner und anderer benachbarter Gemeinden. Unterwegs waren die beiden Beamten beständigen Insulten aus gesetzt; man warf nach ihnen mit Steinen und stieß die schlimmsten Drohworte aus. In dem Geleite des Märtvrers befanden sich auch zwc i andere Geist licbe, die dem Tumult aber nicht steuern konnten, oder nicht wollten. Konstantinopel, 8. Juli. Der Sultan hat vergangene Woche den Khedive durch ein sehr verbindliches Schreiben eingeladen, ihm im Laufe des Sommers in Konstantinopel einen Besuch abznstatten. Allgemeiner Anzeiger. Versteigerungen. Dienstag den 14. I. M., g Bormittags 9 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathhause versteigert werden: 1) das Anfahren von 600 (5bkmtt . Mauersand, 2) die Lieferung von 450.000 Backueinen, 3) die Lieferung von 100 Gntr Luftkalk, 4) die zur Fertigung eines Röhreiikanals erforderliche Maurerarbeit, Schlosserarbeit und Eementliefcrung. Gießen, den 8. Juli 1874. Großherzogliche Bürg rmeisterci Gießen. _________Bogt.__ Z Holzversteigerung. Montag den 13. d. M- soll in dem Stadtwald zu Hungen, Distric- ten Buchwald, Hubback und Wellheu, nach- verzeickneteS Bau und Werkholz, welckrs von dem Steigerer nicht übernommen wurde, nochmals versteigert werden: 8 Buckenstamme 7,90 Festmeter, 3 Haiubuckenstämme 1,01 Festmeter, 30 Eickenstamme 29,13 Festmeter. Der Anfang ist Morgens 9 Uhr im Distrikt Buckwald, an der Straße von Hungen nach Billingen. Hungen, den 8. Juli 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Hungen. I. E d. St.: Bender, Beigeordneter. cn Montag den 13 d. M, von Morgens 9 Uhr an, sollen die dem Großh. Bürgermeister Bogt gehörigen Aecker in der Gemarkung Gießen, sowie die Erndte auf denselben an Cd und Stelle versteigert werden. Zunächst wird die Versteigerung der Eindte vorgenommen und alsdann werden die Grundstücke zum Verkauf ausgeboten. Die Verkaussbcdtngungcn werden im Termin bekannt gemacht, bemerkt wird aber, daß der Kaufpreis für die Erndte erst Martini d. I. zu bezahlen ist. Der Anfang wird am Hardtweg zunächst der Textor'schen Brauerei gemacht Gießen, den 7- Juli 1874. In Auftrag: Müller. Donnerstag den 30. Juli, Nachmittags 2 Uhr, ! sollen auf dahiesigem Nathhaus die Immobilien des Wilhelm und Hermann j W a gner dahier : Flur-Nr. DÄlftr. | 1 io69 19 Hofraithe in der Wetz- steinsgaste, aa 1M 238 Acker am Nahrungsberg, *u 3M 114 Acker auf dem Sand, versteigert werden. Gienen, den 23. Juni 1874 Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Lüdeki n g M ü l le r. 3353) Bei der bei Kaufmann Frech, Donnerstag Mittag fortgesetzten Waaren-Bersteigerung, komme» auch Lampen zur Ber< steigerung. foO in’ J 118 119 126 255 167 172 78 138 216 117 ffiob C c 3273) . Turncrau tiff bei 3351] (Hi im Herd zu Mltnstraßt. Die em merfchul mi Miii ipail eilige dieselben 3- verlause mi 13279) ab: weif ^bemisett Manschet! iMfce, H Hemden, Hin ^Püchlt nat Avollinarisk Karlsbader ? §ach___________Gg. Unverzagt. merschuhe in Plüsch, Stramin, Fahnen, Fahnen, Fahnen, und i ul in nrnöer Aus. waschecht, Ballons, Lampions, Feuerwerks - UN0 ^aging Hl in grvfler zuio- förper Bonner Fah nen-Fab rik wähl eingetroffen und empfehlen (3186)in Bonn. Neue Matjes - Häringe und eingetroffen bei __I A. Busch Söhne. 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