Gießener Anzeiger Mnzeige- und Mmlsölalt für den Kreis Hiessen Mittwoch kirn 6. Mai Nr. 104 Politischer T f) c i (. »i iliht' vom 1. Mai: In Folge der Erhöhung des Bierpreises kam es von 8 Uhr ab zu einem großen Bierkrawall. Bei 10,000 Menschen zogen gegen das besörbnt erftte iigen des iginchreiseii. Hß»«4 vUTitljä^rlg 1 ß. 1> kr er. yrwgerloh». Durch bi< tloQ bezogen vterteljLhrig 1 f. » h. standen erklärt, daß ein Theil des Domaniums im Werthe von einer Million Lhaler als Eigenthum des Kaisers als Herzogs von Lauenburg ausgeschieden, der Rest aber dem Lande als Provinzialfouds überlassen werde. Da eben dies der Vorschlag des Kaisers war, so steht dem Eintritt des Ländchens in den preußischen Slaatsverband kein Hinderniß mehr entgegen. Damit würde der Fürst Bismarck von Einer seiner hohen Ministerstellen entbürdet, freilich nur von der, die ihm seither nur am wenigsten Arbeit und Aerger gebracht hat. Berlin, 4 Mai. Der Kaiser von Rußland, welcher gestern bereits die Feldmarjchälle v. Wränget, v. Moltke und Manteuffel beiuchr hatte, machte heute Rachmitlag dem Fürsten Bismarck einen Besuch. Vorher hatte der Fürst einen längeren Besuch des Fürsten Gortschakoff empfangen. Heute Vormittag sanden vor dem Kaiser und seinen hohen Gästen Exercitien einer combimrten Brigade im Feuer statt. Heute Rachmittag ist großes Galladiner, Abends Soiree, wozu 170 Einladungen ergangen sind. Linz in Oesterreich, 3. Mai. Aus Linz meldet ein Telegramm Vtttili. ■ Fekhner chnischer Leitung ilb wiederj,ihrkii königlichen Prinzen empfangen worden. Beide Kaiser fuhren in einem offenen vierspännigen Wagen nach dem Palais, wo Kaiser Alexander der Kaiserin Augusta einen Besuch abstattete. Die Prinzessinnen des königlichen Hauses erwarteten ihn in dem russischen Botschafts-Hotel, wohin die Kaiserin sich auch begab. Ungeheure Menschenmassen wogten auf den Straßen und spendeten enthusiastische Begrüßungen. Das Familiendiner, wozu die mecklenburgischen Herrschaften eingeladen waren, findet Nachmittags 5 Uhr statt. Berlin, 2. Mai. Die Herren vom Centrum und die Polen haben in der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses einen schlagenden Beweis dafür gegeben, bis zu welchem Punkie der confessionelle Zwiespalt gediehen ist. Nachdem die Berathung über den § 1 des evangelischen Synodalgesetzcs vollendet war, erhoben sich der Abg. v. Czarlinski (Pole) und der ultratnontane v. Mallinckrodt von ihren Plätzen und vertheidigten zu Aller Erstaunen die Theorie, daß das Synodalgesetz eine res domeslica der protestantischen Herren sei und die Fractioneu des Centrums und der Polen sich deshalb als Katholiken der Abstimmung enthalten würden. Der Plan war zwischen den beiden Fractionen gemeinsam entworfen worden und in der That verließen sämmtliche Mitglieder des Centrums und der Polen vor der definitiven Abstimmung den Saal. Die Herren Ultramontanen haben durch ihr Vorgehen ein bedeutungsvolles Präcedenz geschaffen und sich auf einen gefährlichen und von ihnen stets perhorrescirten Boden gestellt, indem sie im preußischen Abgeordnetenhause, wie cs die Verfassung erfordert, nicht mehr von politischen, sondern religiösen Prin- cipien ihre Abstimmnng abhängig machen. Zu welch' gefährlichen Consequenzen dieses Vorgehen führen könnte, brauchen wir nicht näheir auszumalen; die Folge müßte sein, daß bei Berathung des in Aussicht stehenden Gesetzes über die Regelung der jüdischen Gemeindeverhältniffe nur die zwei im Hause sitzen- täglich, «r: äh» nahm. Sonni«g- «rpedittonSaRileifctti, ett ® *x. i. Dänemark Kopenhagen, 4. Mai. König Christian ertheilte vorgestern dem deutschen Gesandten v. Heydebrand und der Lesa eine Audienz, worin dieser im Auftrage des deutschen Kaisers deffen Dank für die bei dem Tode des Ingenieurs Günther bewiesene ehrende Theilnahme an den König übermittelte. Kaiser Wilhelm ließ außerdem durch den Gesandten den dänischen Behörden und Autoritäten, welche dem Verstorbenen die letzte Ehre in so sympathischer Weise erwiesen hatten, seinen Dank sagen. uncmfnts- i, das zweite im statthabe» mirb. sühning pnb von 'Mächunz dis irhoge gewoimn. ner-Concerte . 30 fr. , 30 „ , 30 „ • " 30 „ lösung der Versammlung am Samstag erwähnte. Die Arbeiter waren erbittert, beruhigten sich jedoch in Folge der Ermahnung ihres Führers. Der Vorsitzende erklärte das Versammlungsrecht als illusorisch. Oesterreich. auszudrücken. — Die neue Kopfbedeckung für die Artilleristen und Geniesoldaten ist seit einiger Zeit ausgestellt. Dieselbe ist aus demselben Leder, wie die preußischen Pickelhauben, mit Schirm nach hinten und vorn. Die Haube hat an ____u o. o ü. ihrem obersten Ende einen breiten Kamm und nach vorn die Nationalcocarde, Brauhaus der Gebrüder Hatschet; alle Möbel, Maschinen, Bierfässer rc. wur- auf welcher sich Mei Kanonen kreuzen. Auf derjenigen der Geniesoldaten den in die Donau geworfen und die Fensterstöcke herausgerissen. Nachdem der. fallen die Kanonen weg »und sind die Attribute des Militärgenies in einem Krawall zu Ende war, schritt das Militär ein. Soeben zieht die aufgeregtes Bündel angebracht. (Engfanö. London, 2. Mai. Die so eben veröffentlichten officnllen Berichte über den ostafrikanischen Sclavenhandel lauten durchaus nickt günstig. Capitän Pri- deaux und Viceconsul Elton erklären einstimmig, vielleicht aber doch mit einiger Uebertreibung, den Zanzibar-Vertrag als einen todten Buchstaben. Elton gibt eine genaue Beschreibung eines Sclavenzuges, welchem er in der Nähe von Khiwa begegnet war. Im Verlaufe eines Gespräches mit dem Händler erzählte ihm dieser, daß das einzige Resultat des Vertrages das sei, den Preis der Sclaven um zwei und einen halben Dollar, nämlich die Summe, welche früher an den Sultan von Zanzibar zu entrichten war, billiger gemacht zu haben. — Ein immerhin seltener Vorfall: die Amtsentsetzung eines Friedensrichters, des Herrn Thomas Max Eyoy von Balmerino in der Grafschaft Mcatb, wird ans Irland gemeldet. Sein Verbrechen bestand darin, daß er in einer Wahlversammlung eine staatsfeindliche Rede in fenijchem Sinne gehalten hatte. Da die von ihm abgegebenen Erklärungen als nicht genügend betrachtet werden konnten, wurde er seines Amtes entsetzt. — Das amtliche Wochen-Telegramm des Viceköniqs von Indien bezeichnet den Gesundbeitszustand als gut ; es herrschten keine Krankheiten unter Menschen oder Vieh; weitere Fälle von Hungertod sind nicht gemeldet. 1,170,495 Menschen sind bei den Hülfsarbeiten beschäftigt. Ausgenommen im östlichen Tyrhut, bewähren sich die Hülfsvorkehrungen gut; sie werden auch auf Vurd- wan und Chota Nagpore ausgedehnt. Frankreich. Paris, 3. Mai. Das Gerücht, die Regierung wolle der äußersten Rechten Concessionen machen und die Vorlegung der Gesetze vertagen, wird bestimmt widerlegt. Paris, 3. Mai. Fünf Classen (von 1861 bis 1866) der activen Territorial - Armee sollen sofort eingekleidet und dann vier Wochen hindurch eingeübt werden. — Das „Journal de Paris" versichert, die Bonapartisten würden die Organisation des Septenniums bekämpfen. Rouher hat dieses offen erklärt. Paris, 3. Mai. Die „Union" hat von einem ihrer Vertrauten in Deutschland erfahren, Arnim sei mit Bismarck erst während seines letzten Urlaubs in Berlin zerfallen, da er sich von der aristokratischen Oppositionspartei )abc umstricken lassen, und jetzt werde er von seinen Freunden als Sturmbock gegen Bismarck gebraucht; diese Partei habe Aussichten, Bismarck wehre sich nach Kräften. Der Gewährsmann der „Union" fügt hinzu: „An hoher Stelle ebenSstcl-uG ter Nickcr^'-' jtunq ;ifhte der Civili- euS Ar- 2 Bde. 13 jji n 2 Halbfranzbdn. 27 kr.). ssen, Ges*ehle d,, ' bTV^- 51HMn°!bd,L 01 kr). hich‘e d. deut. g9en b|s ru ihrer 2 “de. 16 in. mit seinem Sohne, dem Großfürsten Alexis, und seinem Bruder dem Großfürsten Constantin hier auf dem Ostbahnhof angekommen und vom Kaiser Wilhelm, dem Krenprinzen, dem Großherzog von Sachsen-Weimar und sämmtlichen Menge zu dem vor der Stadt gelegenen Hatschek'schen Märzenkellcr. Auch DcUlJiyiUilUe der Zipfer-Märzenkeller, Eigenthum des Reichsraths-Abgeordneten Schaup, Berlin, 3. Mai. Der Kaiser von Rußland ist um 1 Uhr Mittags ist bedroht. >rsitat« . .„n »o« Dickem wirb bn den jüdischen Abgg. Lasker und Warburg an der Abstimmung sich betheili ivtlben Musik gen dürften.. möchten Berlin, 3. Mai. Die im Abgeordnetenhause seit 1867 wiederholt Diehl. zur Sprache gekommene lauenbnrgische Angelegenheit scheint nun auch ihre Lösung finden zu sollen. Der Landtag des Ländchens hat sich damit einver- Stultgart, 4. Mai. Die Ankunft des Kaisers von Rußland Hierselbst ....... erfolgt Mitlwoch. Die Trauung des Herzogs Eugen von Württemberg mit wird die Opposition als nützliche Reserve betrachtet, man unterstützt sie, man ber Großfürstin Vera findet Freitag statte Heute beginnen die Festlichkeiten setzt sie Herrn v Bismarck entgegen und man schmeichelt sich, einst, wenn man mit einem Ball aus der Wilhelma. — Justizminister v. Mittnacht ist, wie der sich dazu genöthigt sieht, durch sie der öffentlichen Meinung Genugthuung zu „StaatS-Anz." meldet, nach Abschluß der Berathung der Reicksjustiz-Gesetzejgeben. In Berlin beherrscht man nicht mehr, man macht sich bereit, beherrscht im Jnstiz-Aussckuß des Bundesraths hierher zurückgekehrt. Der Landtag tritt! zu werden; man greift nicht mehr an, man vertheidigt sich. Kurzum, das frühestens am 18. Mai zu einer vier- bis jünswöchentlichen Sitzung zu-'System der Gewalt konnte nicht lange dauern." Man sieht, mit welchen Hoff- sammen. i mingen der Frohsdorfer Hof und die Ultramontanen in Frankreich die Vorgänge Nürnberg, 4. Mai. Eine zur Besprechung der Bierfrage heute an- in Berlin beurtheilen; sie werden sich täuschen. beraumte Volksversammlung wurde aufgelöst, weil der Vorsitzende der Auf- — Der Kriegsminister hat vorgestern mehrere Lyceen besucht, um sich von * ' '■ dem Fortschritt des Militärunterrichts zu überzeugen, welcher vor zwei Jahren in den Studienplan ausgenommen wurde. Er fand zu wiederholten Malen Gelegenheit, seine vollständige Zufriedenheit über die Geschicklichkeit der Schüler Paris, 3. Mai. Gestern wurde der famose Murillo, welchen die Kö- nigin Christine Guizot geschenkt hatte, öffentlich versteigert. Diese- Bild, welches unter dem Namen „el Paslorcico“ bekannt ist, wurde vom Grasen de Greffukle für 120,000 Frcs. angekauft. Guizot erhielt dieses Bild von Cer Königin bei Gelegenheit der Heiralh des Herzogs von Montpensier, des jung sten Sohnes Ludwig Philipps, mit der Schwester der Königin Isabella. Guizot hatte damals den Vermittler in der Jnrrigue gespielt, deren Zweck war, Montpensier den spanischen Thron zu verschaffen, da man die Sicherheit zu haben wähnte, daß die Ehe der Isabella ohne Kinder bleiben würde. Das Bild trägt folgende Inschrift: „Dado ä M. Guizot por la Reina de Espana.“ — Die Stadt Paris hat beschlossen, die Austern nut einer höheren Steuer zu belegen. Die Schnecken, bie in Paris in großen Masten gegesten werden, sollen auch mit einer Steuer belegt werden. Man hofft, daß dieselbe jährlich 200,0110 Frce. abwerfen werde. Tours, 4 Mai. Mac Mahon ist heute Morgen um 6 Uhr hier an- gekomineu. Die Stadt ist festlich geschmückt. JlQliCIL aeplanten Diebstahl au-sührn» zu können. Die unverrnuthere Anwesenheit der beiden Sinder hielt ibn aber von der Abführung de« Verbrechen« nicht ab; unter Drobworten schickte er vielmehr den alleren Jungen in dir andere eine kleine Treppe doch belegene Dcdnung, worauf Zurückgebliebenen ergriff und am Halse jo lange würgte, di« er ibn in amckeinender Leblosigkeit auf ein Bett warf; dann erbrach der Räuber eine im Zimmer stehende Lommode und entnahm au« derselben da« wenige vorhandene Geld, etwa vier Lhaler Der ftrangutme Snabe batte sich lnzwffchm jo weit erbolt, daß er die Augen aufschlug; in Folge dessen ergriff der Ruchloie cm Brodrneffer und schnitt damit dem armen Burschen in den HalS. Um nun -auch den zweiten Zeugen unschädlich zu machen, begab sich der Raubmörder nach der im oberen Stockwerk- belegenen Wohnung und begehrte, laut pochend, Einlaß von dem qeängstigten Kmde, ^« sich eingeschloffen hatte. »iS daffelde nicht öffnen wollte, ging der «dgewieiene nach dem «arten, um vermittelst emer Leiter durch da« Fenster einzusteigen. Schon zeigte sich an dem» t»« «aubn« - in dem Augenblick aber, al« dieser eine Scheide emdrückke, schloß mit großer Geistesgegenwart der bedrohte Knabe d,e Tkür auf und entfiob durch dieselbe .n« Freie, wobm ihm der Räuber anfänglich folgte, die Lerkolgung de« durch di« TodeSanast zu eiligstem Vaur angespornten Kinde« jedoch bald aufgab, weil sich 'auch mehrere Personen auf dem Felde zeigten. Nunmehr wandte sich der Verbrecher zur Fluckr, während d.. alarmirten Leute, von dem glücklich geretteten geführt, sich in da« Saqrföbntrbau« begaben woselbst sie und von Blut überströmt in einem Zustande versanden, ter Inder wenig Hoffnung auf die Srbaltung sein,« Lebm« bietet. Da d,e Persönlichkeit de« Raubmörder« festaestellt ward, so gelingt e« boffen'lich recht bald, den Flüchtigen zu ergreifen, damit die ruchlose Tlrat an ibm gesühnt werde Serrano und Topete sind aus der Rückkehr Türkei. Mai. 1. Konstantinopel, händig den Fürsten Milan Ordens in Brillanten. VermifcpteS. — Am Dienstag Nachmittag ist in der Nahe von Zehlendorf ein scheußlicher Raubmord vollsührt worden, über dcn der Bg. Zta., wie sie angicbt, von gut unterrichteter Seite nachstehende Einzelheiten mitgetheilt werden- In einem zum prinzlichen Vorwerk Düppel gehörigen Tagelöhnerhause waren am gedachten Tage zur Bewachung der in demselben befindlichen beiden Wohnungen zwei Knaben im Alter von 12 resp. 10 Jahren allein zurückgeblieben, während die Angehörigen derselben auf dem Felde arbeiteten. Die beiden Burschen hielten sich in einem parterre gelegenen Zimmer auf und spielten zusammen, als daselbst gegen 4 Uhr ein Mann eindrang, der früher in der Umgegend gearbeitet und während etwa vier Wochen in jenem Tagelöhnerhause Unterkunft gefunden batte, weßhalb er den Knaben bekannt war. Der Eindringling, ein Pole, glaubte vielleicht da« Hau« ohne jede Aufsicht zu finden und ungenirt einen Nom, 4. Mai. Der Papst ernannte in dem heutigen Consistorium drei Bischöfe für Italien, elf in parlibus infidelium, drei für Anstralien und je einen für Frankreich, Bolivia, Canada und Reu-Seeland. Sodann vollzog der Papst die Einführung der neu ernannten Cardinäle Regnier, Tarnoczy und Falcinelli unter den üblichen Ceremonien. SuanieiL Bilbao, 3. Mai. Der hiesige Gesundheitszustand ist trotz der Belagerung vortrefflich. Die Sperrvorrichtungen des Rervion-FlnffeS werden weggeräumt und die Verbindungen mit der Umgegend nach allen Seiten wieder eröffnet. Santander, 5. Mai. nach Madrid hier eingetroffen, der Nord-Armee ernannt. , Lüdenscheid, 1 Mai. Vor etwa acht Tagen hatten wir hier 18 «rat Därme und diesen Morgen (1. Mai) fallen einige Minuten lang dicke Schneeflocken. 9Xo’fl' 29 Apr". Die Kälte heute Nacht bat dem Weinstocke und den übrigen Früchten einen beträchU.chen Schaden verursacht. Einzelne Gescheine des Weinstecke« fand man heute Morgen welk. Da« Thermometer zeigte zwischen — 1' , bi« 20 R Möchte der diesige Winzer mit der schon so oft in Vorschlag gebrachten Räucherung einmal einen Ver- 7 k‘ e? ™bfT,n£^Tlrn aie wesentliche« Schutzmittel gegen da« Erfrieren der Weinftöcke sich bewahrt haben soll. tifieii. Shanghai, 3. Mai. In der hiesigen französischen Colonie haben ernsthafte Unruhen stattgefunden. Eine große Menge Chinesen drang in das französische Quartier und plünderte und brannte mehrere Häuser nieder. Die Polizei feuerte ans die Volksmenge, wobei mehrere Personen getödtet wurden. Nachdem jedoch die chinesischen Freiwilligen unter die Waffen gernsen und fremde Marine-Mannschaften ausgeschifft waren, wurde die Ruhe wieder her- gestellt. Mau befürchtet den Ausbruch neuer Unruhen. Die englische Colonie blieb ungestört. Worms, 29^ April. Nachdem im Laufe diese« Monat« unter dem Einflusie der außergewöhnlich warmen Temperatur die ganze Pflanzenwelt sich rasch in üppiger Fülle entwickelt hatte, icklug seit Sonntag Abend, wohl in Folge der in einem großen Tbeile ©ü: und Mittel» Deutschland« niedergegangenen schweren Gewitter, diese milde Witterung m das Geqentbeil um und sank da« Thermometer von Tag zu Tag mtbr und mehr, so daß wir heute in der Frühe beinahe 0o Reaumur zu verzeichnen hatten. In Folge besten hat der Klee, beionder« aber der Weinstock in manchen Lagen hier und in der Umgegend sehr gelitten, und wurden durch diese eine Nacht d,e Hoffnungen unserer Winzer leider bedeutend herabgestimmt. Au« Rbeinbayern, 29. April. Die frohen Hoffnungen unserer Landwirthe sind in btn letzten zwei Tagen, und zumal in letzter Nacht, bedeutend heruntergedrückt worden. Seit zwei Tagen ist der warme Südwest, der die gesammte Vegetation in großer Ucppiqkeit gefördert hatte, »n einen kalten Nordost umgeschlagen, der die Temperatur in der letzten Nackt bi« nahe °uf den Gefrierpunkt herabdrückte; ja, an besonder« epponirten Stellen bei Kaiserslautern Speyer und Dürkheim ist sogar Ei« gefunden worden. In den Gemarkungen von Dürkheim sollen d,e Neben, bei LudwigShafen der junge Klee dadurch etwa« gelitten haben. Der Schaden ist bi« jetzt allerdings noch kein großer, indcß sehen die Landwinde mit vieler Besorgn.ß den nächsten Tagen entgegen. Möge ein gute« Geschick uns vor einem neuen Mißjahre behüten - Da« der Deutschen Transatlantischen Dampfschifffahrt«-Gesellschaft t Adler Limef in Hamburg gehörende Post-Dampfschiff .Herder", Eapikän Fischer, trat am 30. «pr.l seine dritte die-jährige Reise mit 39 Eajüt«. und 486 Zwischendeck« Passagieren, sowie Post und Ladung von Hamburg direkt, ohne Zwischenhafen anzulaufen, nach New Jork an. 322) Das Annoncen - Büreau von Rudolph Mosse, vertreten durch B Heidingsfelder, Wallthorstraße 96 in Gießen, ist für die Beförderung von Inseraten jeden Inhalts, als Empfehlungsanzeigen, Kauf- und Verkaufaesuche. Stellengemche, Familiennachrichten u. s w al« besonder« mverlälsig ,u empfehlen. . , F ' J° April. In unserer Gemarkung und den benachbarten Gemeinden haben K.rfcken, Birnen und «evfel nicht unbedeutend gelitten. Die jungen Weinsckosten sind in auSgesetzten Lagen an den Spitzen erfroren; auch junge Gemüse zeigen mebrfach Frostschäden. Immerbln reicht der Schaden nicht entfernt an den früherer Jahre. । Mainz, 29. April. Die verflossene Frostnacht hat auf dem Lande bereit« den Wein- I bergen Schaden gethan. So liegen Schreiben über völlig erfrorene Neben au» der Gemarkung ------------------- ..... ... Alsheim vor, die gestern noch im üppigsten Grün prangten. Man will den Schaden auf ein General Concha ist zum Ober-Befehlshaber d ' »'xfstn' «ernte schätzen. Hoffen wir daß der erste Eindruck em allzu schlimmer 1 ö 1 ' 1 »°,T und die kalte Witterung sich wieder ändert, damit nicht abermals die Hoffnungen der Winzer und de« Handels für dieses Jahr vernichtet werden. ® 29. April. Die heutige Nackt, in welcher dahier da« Tbermometer auf - 07 Grad sank durfte der so rasch und umfastend vorgeschrittenen Vegetation manchen Der Sultan becorirte gestern eigen- P'J 'U »Wen ^iepfien Gärten die Reben erfroren seren, »on Serbien mit den Insignien de- Osmanie- «tun Mt.W “* Su6biumt — ^ffqemetner njeiger. Versteigerungen. § Freitag den 8 l. Mts-, Vormittags 9 Uhr, werb« QU^ ^C,n ^dfigen Rathhause versteigert 1) Das Anfahren von 600 Cubmtr. Mauer- fteinen, 2) Das Anfahren von 400 Cubmtr. Mauer fand, 3) Die^ieserung von 50,000hartgebrannten Backsteinen, 4) Die Lieferung von 1000 Cntr. Luftkalk, 5) Zwei Loose «rundauffüllung und 6) Zwei Loose Chaussir und Pflastererarbeit. Gießen, den 5. Mai 1874 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Bogt. Vergebung von Bauarbeiten. Folgende zur Errichtung eine« Nebengebäudes und Einfriedigung de« Hinteren Hofe? an dem Änatomiegebäude dahier erforderlichen Arbeiten sollen auf dem Sud mission-wege vergeben werden: Maurerarbelt veranschl zu 1511 fl 27 fr. Stembauerarbeit , „ 9r>9 . 32 „ Zimmerarbeit , , 588 , 53 . Dachdeckerarbeit w , 272 , 4 „ gjteineravbeit , , 113 w 7 , ed)lon\i arbeit tSlaferarbeit Weißdinderarbeit gpenglerarbeit ' vftasterarbeit Pläne, Boranschl"at können vom 9. 1 M fchästSlofal eingesehen da an bi« zum 12. 3 39 3 72 287 83 19 1 und Bedingungen • an in unserem Ge- unb die Offerten von -Vormittag« io Uhr, (2278) 1 Flur Nr. 913 \ [1695] 95 18 308 Gießen, dcn 7. April 1874. Großherzoglichcs Ortsgericht Gießen. 1 9405 8 r. d B : g Hard. Der Overförster: Schulz. lUKlftr 37 Hofraithe in der Wallthorstraße, Zusammenkunft Morgen« 7'/, Uhr im Schnelder'schen WirtbShause zu Roßberg, in welchem auch bei ungünstigem Wetter die Beisteigernng stattsindet- Der Förster Koch zu Wermertshausen wird datz zur Versteigerung kommende Gehölz den Kaufliebhabern auf Verlangen Montag den 11. Mai er vorzeigen. Roßberg, am 2 Mai 1874. Der Anfang ist an der Landhöhe auf der Chaussee nach Holzheim; sodann: Weich Reisholz. 96 Nadkl. und PnpEämmk * 24,82 Cub Mir, 18 Eichen- und Nadel-Stangen • 1,66 Cud -Mtr, Vormittag« 10 Uhr, in unserem Geschättslokal anderaumt, wel chem die Interessenten beiwohnen können Später einlaufende Offerten finden keine Berücksichtigung. Gießen, den 4 Mai 1874. Grouherzogliches Kreisbauamt Gießen. (2292) Holzapfel. Rmtr. Radel-Scheitholz, • Buchen-, Eichen-, Birken- und Nadel-Piligelholz, Rmtr Birken-, Eichen- und Nadel Stockholz, Mittwoch den 20. Mal d. I, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Ralhhau« die dem Emil Balthasar M a l k o m e s i u « da hier gehörige Holzverstkiaeruiiq in den Lang-Gönser Gemeinde- Waldungen. Montag den 11. Mai 1874, von Vormiitog« 8 Ubr an, sollen in dem Lang Gönser Gemeindewald, District Haide, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden. 259 Gradgarten daselbst, meistbietend versteigert werden. Dienstag den 12. Mai 1874, von Vormittag« 8 Uhr an, im Gemeindewald Wehrhol,, District Ochsenharb und Eberszönserloch: 2 Rmtr. Buchen-Schettholz, • • Prügelholz, ■ * Stockholz, Wellen , Reisholz ^'cden- und Birken-Ltämmchen * 1,29 Eub -Mtr. und Nutz und Lrcniibolz-Vcr- fteigenmfl in der Hörrig licken .Oberförsterei Rostberg, Dienstag, den 12- Mai 1874, von Morgen« 8 Uhr an, in den Distrikten Kleineheioe und Eisenberg: Sicken: 16 Bauholz - Abschnitte — 13,48 Festmeter haltend, 4 Rmmtr Schalholz, 39 Rmmtr. Lcheit- und Prügelholz; jc. :c. buchen : 17 Werkholz Abschnitte für Schrei ner re. :c. bi« zu 10 Mtr. Länge und 82 Centimeter Durchmesser — 21,64 Festmeter hallend, 118 hintr. Wcrkbolzfpalten ,u Fel- ^en rc-, 544 Rmtr Scheitholz rc. Richten: d5 Vaudolz-Adschnitte di« zu 16 Meter Länge und 26 Emir Durch: mefser — 17,50 Fstmtr, 67 Stück Gerüstrettel?c u. dergl. m- eingerelcht werden Dteselbcn müssen wohl-1 Da« Holz steht zur Absuhr gut, auchI10400 Wellen Buchen-, Eichen Nadel und verichlosscn und mit der Aufschrift: ,Sub- !nach Gießen Zusammenkunft Morgen« Weich ReiSholi misfion für da« neue Anatomiegebäude zu spießen", unter Bezeichnung der betreffenden Arbeit versehen sein. Zur Eröffnung der Submissionen ist Termin auf Dienstag den 12. d. M-, 855 Nadelstan^en • 994 Eub.-Mtr. Der Anfang ist auf der Chaussee nach Riedercleen am Wald; und Dienstag den 12. Mai 1874, von Nachmittag« 1 Uhr an, im Gemeindewald Hardt, District Weisenberg und Bräutigamstvin: 165 Rmtr. Buchen-, Eichen- und Nadel- Prügelholz, 57 Rmtr Buchen-, Eichen- und Nadel- Stockbolz, 11700 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel» Reisholz, 25 Buchen , Elchen- und Nadel-Stämme * 7,85 Eub - Mtr. und 144 Buchen-, Eichen« und Nadelstangen • 1,95 Eub.-Mtr. Die Zusammenkunft ist bei dem Diaduct Hellersherg. Lang-Gön«, am 5. Mat 1874 Großherzogl. Bürgermeisterei Lang-Göns. (2307) Weil. - den D>! ÄW £urcbnidfer 5V oub; 63 i'ärdrn1/ f." ton 5-22 ’KHr- $ jiilkeii'Ssä" DurchlNksl^ 3 Cubml 1 Mn-Slam mtii« und Guomtr, , 8 - 4 ßufir 88 tfitenÄ Liefern- «■ Sparren, Le nangen K. iJ quiaiiuiitiifiMft • jäfditn am pupper yininberfl, am d- (Sroßb. vberiör! ,g!9 Monta läßt ber Unter; i« unb em Üßyll räder rc. tneifi Dillenbl (2948.) Ieilge geinflt# Ich pn Pfd. 2 gfiniltn (jeü per Psd.! 3 «■ iycinften wt» Wulf 6(5 grd irr lütiib 24 fr., ti Dr. Ma Pepsin l)r 1 Pepsin- oorrät» Dr. H, ür »°>«i hÄ,l< -•Sxlirti '■ l"9"’ «M? Tx«*b,Dt benv 7 k'ndrückt. bu^ bif[elbe P^d-sangst Pfr'°nen auf !le »larmirten ' Woselbst '"'S Hoffnung 'Munt W\t Lh»t 6 ®ärmt unb Nt und den Möchte 1ö‘ einen Der- Erfrieren der en Gemeinden Rosien sind in 4 ^vstschäden. A den Wein: bet ©tmathing ’^ben auf ein ®D|U schlimmer Öffnungen bet ^ermomeler auf Nation manchen erfroren feien, 1 mitgenommen. lusse bcr außer- Fülle entroirfelt ib- und Mittel. Eegenlheil um, e in der Frühe nders aber der en durch diese iwirtbe sind in worden, ©eit igkeit gefördert ?ad)t bis nahe Kaiserslautern, oon Dürkheim Der Schaden Lesorgniß den e behüten. lblepLiniel in xit v'ine dritte i Md Ladung eten durch B. forberung von Lerkaufgesuche, i empfchlen- i-, Nadel- und xappelftämme langen «1,66 Landhöhe auf i 1874, -loch: lolz, ,olz. >lz, ?Stännnchell * lub-Mtr- , Chaussee nach ai 1874, pw w.u»*4’ Holzversteigerung in den Domanialwaldungen der «Oberförsterei Nieder- Ohmen. Mittwoch den 13. d. M werden in denDistiictenBuigwald, Gäns- heege und Heeg bei Merlau versteigert: 159 Eichen-Stämme von 15—40 Cmtr. Durchmesser und 5-13 Mtr. Länge = 50 Cub -Mtr., 63 Lärchen-, Kiefern und Fichtenstämme von 15—37 Cmtr. Durchmesser und 5-22 Mtr. Länge — 29 Cubmtr., 8 Birken-Stämme oon 20—34 Cmtr. Durchmesser und 5—8 Mtr. Länge — 3 Cubmtr., 1 Erlen-Stamm von 18 Cmtr. Durchmesser und 9 Mtr. Länge — 0,23 Cuvmtr, 8 ASpen-Stämme oon 27—38 Cmtr. Durchmesser und 3—8 Mtr. Länge — 4 Cubmtr., 88 Eiden-Wagner Stangen und 1225 Kiefern- und Fichten-Stangen, zu Sparren, Leiterbäumen und Gerüst- stangen rc. geeignet. Zusammenkunft Morgens 9 Uhr in den Lärchen am Nuppertenröder Weg. Grünberg, am 6. Mai 1874. Großh. Oberförsterei Nieder-Ohmen. (2319)Hüter Montag den 11. Mai 1874, Nachmittags 2 Uhr, soll auf dahiesigem Rathhaus die Hofraitbe der Josef Hasse n teufel's Erben nochmals versteigert werden. Dieselbe kann aber auch schon vor dem Termin durch Herrn Hofgerichts-Advocatcn B r i e l aus der Hand verkauft werden. Gießen, den 6. Mai 1874. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. In Auftrag: (2313) Müller. Mittwoch den 20. Mai d. I., Vormittags 10 Uhr, wird im Canzleigebäude Großherzoglichen Hofgerichts zu Gießen die Lieferung des Bedarfs an Brennholz für das laufende Jahr, bestehend in: 30 Stecken Buchenscheidholz an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben, wozu man Stcigliebhaber hiermit einladet. Gießen, den 5. Mai 1874. In Auftrag: 2312] Böger, Hosger.-Protocollist. Pferde- und Wagen-Versteigeiw. Montag den IS. d. M., Morgens 11 Uhr, läßt der Unterzeichnete 12 Pferde, ü Chaisen, worunter ein 4< und ein 1,finger Postwagen, 1 Schlitten, Geschirre, Wagenräder rc. meistbietend versteigern. (2309) Mein Tuch- iinö Lukskiu-Lager, bestens sortirt, brüge ich in empfehlende Erinnerung. Zugleich habe ich eine größere Parthie Maaren Mückffeflht, und verkaufe dieselbe von beute ab gegen Baarzahlung in den nächsten 4 Wochen 80 Prozent unter dem Preise. Gießen, den 15. April 1874. Ludwig Lang, Marktstraße (Wetteraasse) Nr. 25. NB. Bei größeren Posten an Händler Extra-Rabatt. 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Die Fabrik de- »rheinischen Trauben- Brust»Honig- tu Mainz^ macht durch rknen Piosprct, welcher unser heutigen Nummer excl der P Exemplare diigelegt ist. auf die Vorzüglichkeit ihres Fabrikat-, welche- als wo: Ischmeckendes urb wirk» ianns Hausmitt«! bei Husten, Heiserkrit, ^'en'chleimung, Halc beschwrtden, Brust- leib^n re. aUgtmem geschätzt wirb, aufmerksam. — Tas Verkaufs Depe»t biefeS vmüglieten Brust-Saftes h ©Omnaften m »ar, bati I «n banbdte. j, , Lr-ch- fc* »t n h orteten i0Wn." *lt •ü b!n A'N; 2'"'" «lud) X,, ’ «n 3 *««, i "K, h'Hn Ei' 4 fei l^bfr L j, ^lkichr. 2284) Eine zweittzillende Schenk-Amme wirb auf sofort gejucht. Bei wem? sagt bie Expeb. b Bl- Tiirnfesl-Comlie. Mittwoch den (>. Mai, Abends 8 Uhr, Versammlung auf dem Laknstein. (229 Tagesordnung: 11 Brkannlgebung des Ausrufs. 2) Vorlagen dts Finanz- und Winhschafls.Ausi'chusses. »i) Allgemeine Angelegen heuen. Der engere Ausschuß. Internationale Landwirthschaftliehe Ausstellung zu Bremen 18M9 unter dem Proteclorate Sr. Kaiserlich Königl. Hoheit des Kronprinzen de» Deutschen Reiches und von Preussen Grosse Verloostinff am 22. Juni 1874 mit Genehmigung sammtlicher Landes-Regierungen des Deutschen Reiches. ^5 a Die soeben erschienene -tr 31 §•= enthält: Das grüne Thor. Roman von Ernst Vichrrt (Fortsetzung ) — Familienglück im Frühlmgswalbe. Originalzeichnung oon C. Kröner. — Zugenoerinnerungen. Von einem Kreunbe des Daheim- ll. Buch. Die ^nadenzeit. (Fortsetzung ) — Die socia- listischen Parteien der Gegenwart. 1IL Die Manchesterpartki. Von Rudolph Meyer- Mit den 4 PortraitS der Gründer und und Häupter der Partei. — Am Familientische : Postneuerungen. — Noch etwas vom Kunsthandweik. Mit 4 Abbildungen. Zu Bestellungen empfehlen sich: die Ferber'sche Unio.-Buchhanblung, E- Heinemann, I. Ricker._______ 2320./ Weinzeugnäherei wie LLeitzitickerel wird bestens beiorpt- * Marktstraße 39, 3. 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