67 um ^Concertistin lgsvoll ‘Uier, Benefiziantin. werden. ~~—- '*/2 Uhr. Htmerirter Platz 30 fr. »b ^ge hiermit Le letzte „'^'denst ^"hatda?n>"biw°r L»n,er «iftcr. 1,9 kMkllt Hing/ mement auf die täglidi, mit Dieselbe ist amtliches Or^an rd, wie seither, in möglichst tens ihren Lesern vorfilhren. der Hess, ersten und zweiten a Manbliinßen im preußi- ib im Neichstage mittheilen. wie den localen Angelegcar ng widmen, und die Course icotirfe rasch und vollständig alt Novellen, gediegene Aufsätze istlichen Inhalts, interessante enthalten- auf dem Gebiete des politi- , täglich größere Zeitungen Offenbacher Zeitung gegen ährlicke Abonnements-Prers nur 1 sl- 12 fr.; außerhalb es Postausschlags. bst, sowie in den Orten des ! und eignet sich, da sie das ien aller Art unter billigster welche auf unser Blatt neu sten Postanstalt zu thun. ssenbacher Zeitung. 137. Jahrgangs Schuir Srr S« ?5s-Ö ü-ht'g« fffinjalt g-- P-«riS vierteljährig 1 fl- 12 kr. mb Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. Oießmer Erscheint tüstttch, mü SKiS- nahmc SonntagS Expedition: Canzletbera. «lt. B. Nr. 1 Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen. Nr. 4L Dienstag den 6. Januar 1SM. fl m t f i dj e r Theil. B eka n n t in a ch n n g. Betreffend: Das Erscheinen eines der Tollwuth verdächtigen Hundes in Gießen. Nach Mittheilung dos Großherzoglichen Kreisveterinäramts Gießen sind wahrscheinlich von dem in unserem Ausschreibett vom 24. v.^Mts. (90^302 des Anzeigers) bezeichneten Hnnde am 23. ejusd. auch mehrere Hunde vor den Thoren der Stadt Gießen gebissen worden und ist über den Verbleib desselben bis jetzt noch keine sichere Nachricht eingelaufen. Unter Vorbehalt weiterer Maßregeln bringen wir einstweilen diese Thatsachen mit der Mahnung zur Vorsicht zur allgemeinen Keuntuiß. Gießen, am 3. Januar 1874. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Rover. B c k a n u r m a ch u n g. Betreffend: Anmeldung und Prüfung der einjährig Freiwilligen. Diejenigen Militärpflichtigen, welche als einjährig Freiwillige dienen wollen und im Großherzogthum Hessen nach § 20 der Militär-Ersatz-Instruction vom 26. März 1868 (Reg. - Blatt Nr. 21) gestellungspflichtig sind, haben ihre Anmeldung schriftlich, unter Berücksichtigung der §§ 148. 149. 151. 152. 153. 154 und 155. der erwähnten Militär-Ersatz-Jnstruction bis zum 1. Februar 1874 bei der unterzeichneten Commission einzureichen, falls sie sich der im März L I. stattfindenden Prüfung zu unterziehen beabsichtigen. Der Meldung find beizulegen: a) ein Geburtszeugniß; • b) eine beglaubigte Einwilligung des Vaters oder des Vormundes; c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) von dem Director bezw. Rector der betr. Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute aber von der Polizei-Obrigkeit auszustellen ist. Außerdem ist mit dem Meldungsgejuche ein vitae curriculum zu verbinden Bei Nichtbeobachtung der bestehenden Vorschriften, oder Einreichung des Gesuchs nach dem angegebenen Termine, kann die Zulassung zu der nächsten Prüfling nicht stattfinden. Der Prüfungstermin, sowie das Local, worin dieselbe v.- genommen wird, kann erst später bekannt gemacht werden) eine specielle Einladung erfolgt nicht. Die unterzeichnete Commission macht außerdem auf folgend^ Bestimmungen ausdrücklich aufmerksam. Tie BerechtiguUL ?uni einjährig freiwilligen Militärdienst darf nicht vor dem vollendeten 17. Lebensjahre und muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. Februar des Kalenderjahres nachgesucht werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird. Mit der Anmeldung um Zulassung zum einjährigen Militärdienst ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nehmen, verbunden. Ausnahmsweise kann der durch die versäumte rechtzeitge Anmeldung verloren gegangene Anspruch durch Entschließung der Ersatzbehörden 3. Instanz wieder verliehen weiden, wenn der betheiligte Militärpflichtige noch nicht an einer Loosung Theil zu nehmen verpflichtet war, oder vermöge seiner Loosnummer disponibel geblieben ist. In letzterem Falle darf diese Vergünstigung indeß nur dann eintreten, wenn der deßfallsige Antrag vor der zweiten Aushebung, bei welcher der be- thciligte Militärpflichtige zu concurriren hat, formirt wird. Gesuche um Wiederverleihung der durch versäumte rechtzeitige Meldung verloren gegangenen Berechtigung sind an die zuständige Kreis-Ersatz- Commission zu richten. Darmstadt, den 16. December 1873. Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige: Pabst. Strecker. Gießen, den 3. Januar 1874. Das Groß herzogliche Rentamt Gießen an [ämmtlidje Groszherzogliche Bürgermeistereien des Bezirks. Die auf 1. Januar fälligen Gelder für Steigholz, Holzhandabgaben und Grnmmetgras können bis zum 15. dieses Monats ohne Kosten hierher be zahlt werden. Wir ersuchen Sie, dieses in Ihren Gemeinden bekannt machen lassen zu wollen. , L Y n ck e r. Lehrer-Konferenz. Künftigen Donnerstag den 8. Januar Confercnz für den Bezirk Groß-Linden zu Groß-Linden selbst. Anfang Nachmittags 1 Uhr. Groß Bnscck, den 3. Januar 1874. Der Vorsitzende: Strack. IWMIMIM n ■■WIIW !■ 11 nTW.'. politischer Thei L Deutschland. (Hießen, 6. Januar. Die Wahlen zum Reichstage stehen vorder Thür. Es tritt die strenge Pflicht an jeden wahlfähigen Bürger, sein Recht an der Wahlurne geltend zu machen. Die Bewohner Gießens namentlich waren es seither gewohnt, daß sie lässig dem Wahlakte zuschauten und sich mit dem Gedanken trösteten, daß ihr Reichstags'Candidat Freiherr v. Rabenau doch gewählt werde, auch wenn sich die große Mehrheit vom Wählen fernhielte. Dieses dürfte sich bei der bevorstehenden Wahl doch nicht so glatt abspielen. — Wie wir ganz positiv vernehmen, ist in einer am Sonntag stattgefundenen Versammlung unserer Socialoemokraten Herr Lieb- fncd)t, der bekannte Vorfechter der Socialdemokratie, als Wahl- candidat im ersten oberhefs. Wahlbezirk aufgestellt worden. Ebenso auch in Wieseck und anderen Fabrikdörfern. Ist nun auch nicht im Entferntesten daran zu denken, daß Herr Liebknecht siegen wird, wenn die Bürger ihre Schuldigkeit thun, so tritt dennoch die Aufgabe an jeden friedliebenden gutgesinnten und sein Vaterland wahrhaft liebenden Mann heran, daß er kommenden Samstag zur Wahl gehe und dem Eandidaten für wahre Freiheit und sittlichem Fortschritte, Freiherrn v. Rabenau, seine Stimme gebe. Aus dem Wahlkreis Friedberg-Büdingen, 2. Januar. In einer von unserer katholischen Geistlichkeit in dem benachbarten Rockenberg in Scene gesetzten Wählerversammlung hat auch Herr Oberrechnungsrath Backo Veranlassung genommen, sich seinen Wählern vorzustellen. Der in Butzbach erscheinende „Wett. Bote" bringt nun aus der Feder eines jedenfalls unparteiischen Anwesenden in der Versammlung eine Blumenlese ans der Wahlrede des Herrn Backs, die mit Recht eine wahre Kraftbrühe von. schmutzigen Ausdrücken genannt werden darf. Die Civilehe wird z. B. von Herrn Backs mit dem Namen „Viehhandel" beehrt. Die Eheleute können natürlich nach Herrn Backs's Ansicht wieder auseinanderlaufen, wenn sie wollen. In Folge der fünf Milliarden hätte nach Herrn Backs die Steuerzahlung für einige Jahre ganz aufhören oder doch wenigstens ermäßigt werden sollen. „Ist es recht, daß man das Volk täuscht und ihm von den Milliarden nichts zukommen läßt?" sind die eigenen Worte,des Herrn Oberrech- nungsrathes. Was sagt aber die im deutschen Bundesrathe vertretene Großherzoglich Hessische Regierung zu einem im Rechnungswesen angestellten höheren Beamten, welcher gegen Ueberzeugung und Gewissen, nur um unsere katholischen Mitbürger gegen Kaiser und Reich zu fanatisiren, es wagt, denselben vorzuschwindeln, er wolle wissen, wo die Milliarden hingekommen seien? Ein Theil derselben soll in einer Festung liegen (der Name ist dem Redner nicht bekannt) und diene zur Anschaffung von neuen Mordwerkzeugen, denn man scheue keinen neuen Krieg. Hierzu hat man auch neue Blutsteuern geschaffen. Seit dem Jahre 1870 ist Alles schlechter geworden, die Freiheit ist geknebelt, „Recht ist nicht mehr im Deutschen Reich", das System der Schulen ist ein gottloses, der Glaube soll vernichtet werden u. s. w. Es ist fast unglaublich, daß ein Mann, bei dem man doch in Folge seiner Stellung einen gewissen Grad von Bildung voraussetzt, sich unterfangen kann, einer Anzahl von Landleuten solches Zeug vorzuschwätzen. (Neue Frkftr. Pr.) Mainz, 2. Januar. Die gestern eingetretene Aufhebung der Bezette- lung und der amtlichen Controle der Wirthschafts-Vorräthe von Wein hat eine bedeutende Reduction des Beamten-Personals und Vereinfachung der Steuer- Verwaltnng mit sich gebracht. Statt der 150 und mehr Orts - Einnehmereien der Provinz Rheinhessen werden von jetzt ab in den fünf Kreisen der Provinz ebensoviele Beamten mit wenigen Gehülsen die Controlirung der Vier- und Branntwein-Steuer besorgen und — dafür ausreichen. Hier, als einem Haupt Meinplatz, hat die neue Steuer-Freiheit mit zwei charakteristischen Vorgängen begonnen. Der hiesige Weinhandel hat seine erste Sendung im freien Verkehr gestern dem um das Zustandekommen des neuen Zustandes sehr verdienten Präsidenten des ständischen Finanz-Ausschusses, Herrn Metz in Darmstadt, zukommen lassen. Sie bestand in einem Assortiment von 240 Flaschen der besten Mousseux-, Roth- und Rhein-Weine. Der seither (mit 2300 st. Zapf Gebühr) höchstbesteuerte der hiesigen Wirthe ließ ein bekränztes Faß durch die Stadt fahren (was früher unerlaubt war) und gab dann den Inhalt löblichem Publikum preis! Berlin, 2. Januar. Gegenüber den officiellen Bulletins über das Befinden des Kaisers fällt eine Notiz der „Attg. Ztg." auf, welche besagt: „Die Nachrichten über das Befinden des Kaisers lauten unausgesetzt günstig, insofern es sich um die Beseitigüng der katarrhalischen Erscheinungen handelt; leider läßt sich Dasselbe nicht von der Krankheit sagen, deren erste Symptome sich bereits vor Jahresfrist gezeigt haben." (Vor Jahresfrist war von Brust- Waffersucht die Rede.) — Die „Spen. Ztg." bringt folgende Mittheilung: „Der Reichskanzler Fürst Bismarck hat dem Wunsche des Königs entsprochen, indem er thatsächlich den Vorsitz im preußischen Staatsminisierium ergriffen hat. Mit welchen Vorgängen der Wunsch des Monarchen im Zusammenhänge steht, ist nicht zu unserer Kenntniß gelangt. Aber wir können füglich annehmen, daß durch den Vortrag des Minister-Präsidenten nicht nur eine Reihe anderweitiger Vorträge erspart, sondern auch die schriftlichen Berichte des Staats-Ministeriums in kürzester Form erledigt werden." — Im Cultusmini- sterium sind in diesen Tagen vier Gesetz-Entwürfe fertig geworden, welche die Mai-Gesetze zu declariren und zu ergänzen bestimmt sind. Dieselben werden im Staatsministerium voraussichtlich rasch erledigt und alsbald an den Landtag gelangen. Das eine betrifft die Umwandlung der Geldstrafen in Gefäng- nißstrafen. — Die vom Bundesrathe ausgesprochene Ansicht, daß die Enscha digungs-Forderung der hessischen Negierung für die dein Mainzer Universitäts Fonds entzogenen, zur Festung gehörigen Grundstücke auf dem Wege des Vergleichs zu erledigen sei, wurde von dem hessischen Vevollmächiigten unter Wahrung des Standpunktes der hessischen Regierung acceptirt. Berlin, 3. Januar. Der Kaiser hat sich in den letzten Tagen, so schreibt das „Deutsche Wochenbl.", sehr viel wohler befunden, als je seit seiner Erkrankung. Für Diejenigen, welche die Gewohnheiten Sr. Majestät kennen, ist es ein unzweifelhaftes Zeichen dieser Besserung, daß derselbe am Neujahrstage wieder die militärische Kleidung angelegt hat, nachdem er während seiner Krankheit im Hause bürgerliche Tracht getragen hatte. Wenn auf den Um stand Gewicht gelegt wird, daß Se. Majestät dem Ordensfeste nicht beiwohnen kann, so ist dagegen zu bemerken, daß bekanntermaßen das königliche Schloß selbst für Gesunde allerlei Tücken hat, und daß die Genesung Sr. Majestät eine ganz vollständige und gesicherte sein müßte, ehe er sich dem Aufenthalt in diesen ehrwürdigen, aber auf durchaus robuste Naturen berechneten Räumen wieder wird aussetzen können. — Von Wieck auf Rügen und von Prerow auf dem Darß treffen trau rige Berichte ein über die Angst, welche die Bewohner bei den letzten Stürmen haben ausstehen müssen. Glücklicher Weise sind ihnen die Schrecken des vorigen Jahres erspart geblieben; aber bittere Klagen erschallen, daß die Regie- rung inzwischen nicht mehr für den Küstenschutz gethan habe. Sie kann freilich nicht überall auf einmal helfen, doch giebt es einzelne Punkte, wo durch Aufschub der nöthigen Uferbauten diese erschwert, ja, unmöglich gemacht werden. So hat sich bei Wieck im November 1872 die See einen Durchbruch durch den sog. Bug gebahnt, der im Anfang leicht zu stopfen war, jetzt aber voil jeder Flut weiter und tiefer aufgerissen wird. Berlin, 5. Januar. Der „Reichs-Anz." meldet: Der erneute Erkältungszustand des Kaisers ist nunmehr fast vollständig beseitigt und schreitet die Herstellung der Kräfte in wahrnehmbarer Weise fort. Kassel, 5. Januar. Die Appellation zweier niederhessischer Pastoren gegen ihre Absetzung wurde zurückgewiesen, weil der Instanzenweg (über das Consistorium) verschmäht war. /rflitkrcicö. Paris, 3. Januar. Das Kriegsgericht von Versailles hat gestern sechs Todesurtheile gegen Communisten gefällt. Vier andere wurden zu «je einem Jahre verurtheilt. — Ter „Ordre" zeigt an, daß am Todestage Napoleon's 111. in fünf Pfarrkirchen Trauergottesdienste abgehalten weiden. Es sind dies die Pfarreien der Tuilerieen, der Ministerien, der Plutokratie, der Hallenweiber und des Faubourg du Temple und Quartiers Papincourt (Arbeiter-Viertel.) Eben so theilt cs mit, daß in Chiselhurst am Jahrestage durchaus Niemand empfangen werde, und die Kaiseriil imb der kaiserliche Prinz den Tag in der strengsten Zurückgezogenheit zu verbringen geteilten. Das „Pays"' zeigt auch an, daß in der Pfarrkirche zu Biarritz am 9. Januar ein feierlicher Trauergottesdienst für das Seelenheil Napoleon's 111 stattfinden wird. — Das Palais des Herzogs Karl von Braunschweig wird zum Verkauf ausgeboten. — Am Neujahrstage haben sich nicht weniger als sieben Personen in Paris erhängt. — Herr von Kergorlay, Präsident sämmtlicher Ackerbau-Vereine Frankreichs, ist gestorben. Paris, L Januar. Die Nationalversammlung gönnte sich, nachdem ge im Handumdrehen vorgestern 80 Millionen neuer Steuern bewilligt hatte, acht Tage Ferien. Die Arbeiten des neuen Jahres sollen mit der Discussion des Gesetzes über die Maires eingeweiht werden. Das „Journal de Paris" ermahnt, die siebenjährige Präsidentschaft nun ernstlich zu nehmen und vom Unterwühlen der bestehenden Ordnung abzustehen. Es mag Grund zu dieser Ermahnung vorhanden fein, da die Union zum Jahresschluß erklärte, die Anhänger des Königthums hätten weder ihre Plane aufgegeben, noch ihre Cohä- sionskraft verloren. Sobald diese Agitation wieder Staub aufwirbelt, muß es auch im Cabinet zu offenem Zwiespalt zwischen den Ministern de Fourton, de Larcy und den Orleanisten kommen, und dabei könnten nur die Bonaparti- sten gewinnen. Die Republikaner lachen über die wiederholten Versicherungen der Broglie'schen Blätter, daß „ein herzliches Einvernehmen" im Cabinet herrsche. Spanien Madrid, 3. Januar, Abends. Nach einer Debatte, welche von 2 Uhr Nachmittags bis 4 Uhr Morgens währte, ist das Ministerium gestern mit 120 gegen 100 Stimmen geschlagen worden. Castelar reichte sein Entlassungsgesuch ein. Salmeron saß ans dem Präsidentenstuhle, als ein Officier eintrat, welcher ein Schreiben des General-Capitäns Pavia überbrachte, worin die Cortes aufgefordert wurden, sich aufzulösen. Salmeron und Andere baten darauf Castelar, die Negierung wieder zu übernehmen. Castelar weigerte sich. Eine Compagnie Gensd'armen trat darauf in den Saal und veranlaßte die Abgeordneten sich zu entfernen. Pavia stand mit seinem Generalstabe und aufgeprotzten Kanonen vor dem Cortespalaste. Die Bildung eines neuen Ministeriums wird erwartet. Man glaubt, dasselbe werde aus Conservativen und Nadicalen (früheren Progressisten) unter dem Vorsitze des Marschalls Serrano zusammengesetzt sein; auch Carvajal und Maisonnave, zwei conservativ-republi- kauische Mitglieder des Ministeriums Castelar, würden bestimmt in dasselbe eintreten. Barcelona, 2. Januar. Die gesammte Gensd'armerie ist concentrirt, da man ernstliche Unruhen befürchtet. Die Druckerei des Jntransigenten- Blattes Estado Catalan, welches gestern zum blutigen Ausstande aufforderte, ist militärisch besetzt. Jlußüinö. Moscau, 3. Januar. Nach hierher gelangten Nachrichten wird das deutsche Kronprinzen-Paar nach Beendigung der Vermählungsfeierlichkeiten unsere Stadt besuchen. Vermischte-. — Ein entsetzliches Unglück ereignete sich am ersten Weihnachtsfeiertage auf dem Bahn- Hofe zu Sorau. Ein l8jähriges junges Mädchen vom taube wollte den um 6 Uhr früh von dort nach Berlin abgehenden und sich eben in Bewegung gesetzten Localpersonenzug besteigen, in welchem sich bereits ihre Eltern und Schwester Behufs einer Besuchsreise nach Sommerfeld plaeirt hatten, als sie in ihrer Hast das Trittbrett verfehlte, das Gleichgewicht verlor und unter die Naber des Trains fiel. Sie stieß lang anhaltende, tief erschütternde Schmcrzensschreic aus und war dann mit einem Male still. Nack dem Passircn fand man die Leicke in furchtbarer Entstellung auf dem Strange liegen, und muß der Tod sie in ganz kurzer Zeit ihren qualvollen Leiden entrissen haben. — Auf dem berliner Weihnachtsmarkt trat der-Kronprinz an den SpicizcugSkram einer alten Verkäuferin, wo er Einiges aussuchte und schließlich auch nach dem Preise einer kleinen Gelenkschlange fragte. Die Alte, welche keine Ahnung von ihrem hohen Kunden hatte, forderte 3 Sgr., worauf der Kronprinz lächelnd „2 gute" bot. „Ach," erwiderte jene, „Sie sind sonn hübsches Herreken und wollen mir noch eenen Sechser abknappsen bei die schlechte Zeiten, wo wir keene Geschäfte machen, weil sie uns von'n Schloßplay nach dem Lustgarten versetzt haben." In dem Augenblick trat die Frau KronpHinzessin heran und nahm den Arm ihres Mannes, der, nachdem er der Alten 1 Thlr. auf den Tisch gelegt und die gekauften Sachen an sich genommen, sich laut lachend mit seiner Frau entfernte. Als ein Nachbar der Alten zuricf: „Das war ja der .Bonprinz.'" sagte diese: „Herr Jott, ich falle uf den Rücken, na man jut, bet ick ibn anständig behandelt habe." — Ein berliner etwas wunderlicher Gelehrter erhielt kürzlich von einem ehrsamen Handwerksmeister von altem Schrot und Korn eine treffende Antwort, welche ihn - wie der Professor selbst erzählt — gehörig zurechtwies. Der Meister war bestellt, um Maß zu einem Paar Stiefel zu nehmen, und wurde zu dem Gelehrten geführt, welcher, ganz in sein Studium vertieft, an einem Stehpult arbeitete; endlich nahm er Notiz von dem Wartenden, entkleidete einen Fuß von dem Hausschuh und hielt ihm denselben, ohne sich umzudrehen, hin. „Bin ich denn ein Hufschmied?" fragte der Schuhmacher, und flugs machte der Profeffor Front. — Der Tod bat Berlin wieder einen seiner bekanntesten Mitbürger geraubt. Corn- mercienrath I A. Gilka erlag am 22. v. früh seinem langen schmerzlichen Leiden. Aus unscheinbarem Anfang entwickelte sich seine geschäftliche Laufbahn zu jenem Weltrenommd, welches die Vorzüglichkeit seiner Destillate ihm schaffte. Ehrende Anerkennung wurde ihm nicht allein auf allen Industrie-Ausstellungen, mehr noch durch die siegreiche Concurrenz auf dem Weltmärkte selbst gegen SüdfrankreichS anerkannte Fabrikate. — Aus Kurhessen wird der Wes.-Ztg. geschrieben: „Vor einiger Zett las man in Äciicn Wechsel 5% östr. F. 8t. E. B. 349 */s Amsterdam k. 8. 98V8 k. 8. 100 Oberhessen 77 4 Pistolen 9 41—43 n 1864r 1033/4 103 V8 1033/8 1882r 98 1885r 99'/-, 1887r 1013/4 Prioritäten, östr. Stab.-Prior. 611/« östr s. Lombard 49V2 Livomeser 315/$ Toscaner 52 Elisabeth.-Prior. 92 k. 8. m. 8. 1. 8. % Lombard. Bahn 174V2 Ludwigsh. Bexbach 194 Max bahn 132»/2 Bayer. Ostbahn 114'/« Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. 157 Die Kleinkinderschule Haben weiter mit einer Gabe bedacht die Herren: Gymnasialdirector Dr. Geist und Pfarrer Sander, Geh. Medicinalrath Dr. Phoebus, Prof. Dr. Lemcke, Fräulein v. Haxthausen, Geh. Kirchenrath Dr. Hesse. Actien. Frankf. Bank 152 Frankf. Vereins-Kasse 91 Darmst. Bankact. 405l/a Rheinische Hyp.-Bank — Wien Bankactien 1029 Oest. Creditact. 244 Galizien — Goldsorten, fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 k. 8 1047/8 k. 8. 105Vs k. 8. 93' 2 k. S. 105Ve k. 8. 105 k. 8. 1183/4 k. 8. — k. S. 935/a — Niemand ist allwissend, aber derNath eines unparteiischen, unmteressirten und gut unterrichteten Mannes ist doch unschätzbar, zumal wenn er unentgeltlich geaeben wird. Die Abonnenten der Neuen Börsenzettung haben das Recht, Auskunft über Papiere, — Kauf und Verkauf — von der Redaction zu verlangen, auf Wunsch auch brieflich; das Abonnement auf die täglich im größten Format erscheinende reichbaltige Zeitung mit Geschäftskalender, Verloosungslisten aller gan baren Papiere, Geschäftsberichten der Banken, Eisenbahnen, Jndustriegesellschaften rc. kostet vierteljährlich nur 1 Thlr. 20 Sgr. Die Redaktion unterzieht sich gegen eine kleine Vergütung auch dem An- und Verkauf von Papieren für die Abonnenten. Musikalisches. Wie wir bestimmt vernehmen, wird Herr Miska Hauser, der auch kürzlich in Frankfurt ungetheilte Bewunderung erregt hat, hier zwischen dem 12. — 15. d. M. ein zweites Concert veranstalten. Die Musikfreunde unserer Stadt und Umgebung werden diese Mittheilung gewiß mit Interesse vernehmen. der Hessischen Morgenzeitung folgende Anzeige- „Eine Pfarrersfrau von 42 Jahren, Tochter eines höheren Geistlichen, wünscht mit bereits gegebener Erlaubniß ihres Mannes einen Dienst als Köchin anzunchmen, sehr drückender Verhältniffe halber. Sie hat fünf Söhne und zwei Töchter Jo weit gebracht, daß sie abkömmlich geworden, und glaubt ihrer reichen Erfahrung halber eher ein mäßiges Hanorar beanspruchen zu können, als eine ihrer Töchter. Wer die Beklagenswerthe ist, sagt die Expedition." Diese Annonce war von einer Frau eines der mit Suspension oder Absetzung bedrohten hessischen renitenten Geistlichen ausgegangen, und wenn die eigenthümliche Fassung derselben auch dafür sprechen sollte, daß dieselbe in dieser Form abgefaßt sei, um Aufsehen zu machen, so ist doch bei der socialen Lage zahlreicher Pfarrersfamilien in Hessen es durchaus möglich, daß eine Pfarrcrsfrau auf den Gedanken kommen konnte, der in die>er Anzeige seinen schneidenden Ausdruck gefunden hat. Denn cs giebt in Hessen in der That Pfarrhäuser, in denen die kaum herangewachsenen Söhne und Töchter des Geistlichen Knechts- und Mägdedienste thun; auf einer hessischen Bahnhofs-Restauration wurde dem Schreiber dieses eine Pfarrerstochter gezeigt, die als Schenkmamsell figurirte, und dazu bemerkt, man kenne in dieser Gegend mehrere Pfarrer, die gänzlich von einzelnen Bauern aus ihren Gemeinden abhängig seien. Denn wenn die Söhne der Pfarrer nach dem Schlüsse der Ferien auf die Schulen zurückkehren sollten und ihre Väter, wie dies häufig vorkomme, kein baares Geld hätten', um die Pension oder Hausmtethe und Tischgelv ihrer Söhne zu bezahlen, so müßten sie dieses bei den reicheren Bauern ihrer Gemeinden borgen, wodurch jenes Abhängigkeitsvcrhältniß geschaffen werde." — Amerikanische Blätter schreiben: „Einen gründlichen Standcswcchscl vollzieht ein böhmischer Geistlicher. Der humpoletzer Caplan Mikulesch, hat sich nämlich, wie aus Prag gemeldet wird, confessionslos erklärt, heirathet ein Judenmädchen und wird Buchhalter in einer Brauerei. Eine größere Veränderung im Lebenslaufe elnes katholischen Priesters ist wohl kaum denkbar, io meint ein Präger Blatt, allein wir kennen einen ähnlichen Fall. Zu New-Uork in der Essexstraße wohnt ein Spanier, welcher auf eigene Rechnung Cigarretten fabricirt und einen einträglichen Laden damit versieht, dem seine Frau, eine scköne Mulattin, als Verkäuferin vorsteht. Beide sind Mitglieder der freien Gemeinde und ihre Kinder werden in der freien religiösen Anschauung ihrer Eltern erzogen. Der greise Cigarrenmacher war ein Bischof auf der Insel Cuba und gehörte einer der vornehmsten Familien Spaniens an." 146 V4 Holl. ä. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenst. 9 22—23 Engi. Sover. 11 49 — 51 Russ. Imper. 9 41—43 Dollar in Gold 2 25—26 Augsburg Berlin iBremen ÜBrüssel I^Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto 3°/e 3% 3% 50/o Börsennachrichten, j. 5. Januar 1874, Preuss. 4' 2° 0 Oblig. — Frankf. 3»/2% Oblig. 87' 2 Nass. 3'/2o e Obi. 91-/4 Kurhess. 4U 0 „ 96 Gr. Hess. 5° 6 Obi. — n „ 4% » 100 „ , 3Wo n 97 Bayer. 50/0 „ — „ 4* 0 1jährige 101'/. „ 40 g 1jährige 96» 4 Würtemb. 4»/2°, 0 Obi. 1003 4 Baden 4'/2°/o Obi. e. E. L. 100»/. Oesterr. 8ilberrente 65 T Papierrente 61 ',4 Spanier, neuest. 3u/q 155/s Amerik. Bonds 1881r 102 do. II. Emiss. — AsBlelteiisIoose» Darmstädter fl. 50Looae — n r 25 „ 59 Kurh. 40 Thlr. Loose 693 4/4 Nassau 25 fl. 48a/4 Braunschweiger 22'/2 SO q Oldenburg. ä40Thlr. 36 */2 40,d bayr. Präm.-Anl. 113 40/g badische Loose 112 Badische fl. 35 Loose — Oestr. fl. 250 v. 1854 — 1858r Prioritätsloose 193 1860r Loose 923/8 s. ssgemetner Anzeiger. Zu der Samstag -en 1®. - M. stattfiudenden Rcichstaqswahl werden gedruckte Stimmzettel für Freiherrn Adalbert von Rabenau zu Friedelhauseu abgegeben: in Gießen bei Kaufmann Bapst auf dem Marktplatz, „ Pi stör, Marktstraße, „ Kurz, Neustadt, Buchbinder Kühn, Seltersweg, in Allend 0 rf a. d. Lumda bei Gemeindeeinnehmer Bieber, in Grünberg bei der Erpedition deS dortigen Kreisblattes, in N i d d a „ „ in Lich bei Herrn Kaufmann K. Köhler, in Hungen bei Herrn Kaufmann Fendt, in O r t e n b e r g bei Herrn Kaufmann Kees, in Gedern bei Herrn Posterpeditor Frey mann, in Londorf „ „ Rentmeister Schmitt. Der Wahlact dauert von Vormittags 10 Uhr bis Abends 6 Uhr und ist die Stadt Gießen in vier Wahlbezirke abgetheilt. Es stimmen: die Einwohner in Lit. A. im Rathhause, „ „ „ „ B. im Schulhaus in der Schulstraße, „ „ „ „ C und E. im Realschulgebände, „ „ „ „ D. im Schulhaus in der Neustadt. (3i) Versteigerungen. Bau- und Werkholz. Der- fteiqerung in der Fürstl. Oberforfterei Lieh. 82) Dienstag den 13. Januar sollen in den Districten Meilbach und Mönch- wald versteigert werden: 189 Eichenstämme von 15 bis 70 Centi- meter Durchmesser, bis zu 13 Meter Länge, mit 122,98 Cubik- meter; 355 Fichten - und Kiefernstämme von 15 bis 32 (Zentimeter Durchmesser, bis zu 18 Meter Länge, mit 131,30 Cubikmeter; 1 Buchenstamm mit 0,60; 6 Lindenstämme mit 5,07; 9 Eichenstangen mit 0,44 und 379 Fichten - und Kiefernstangen mit ‘ 53,70 Cubikmeter Inhalt. Zusammenkunft Morgens 10 Uhr auf dem Hattenröder Vicinalweg in der Meilbach, circa 1 Stunde von hiesiger Eisenbahnstation. Lich, am 4. Januar 1874. Wim men au er, Forstrath. Holzversteigerung. 75) Im Stadtwald zu Lich, District Zappenau kommen Mittwoch den 14. Januar d. I., Morgens 9 Uhr, nachverzeichuete Holzsortimente zur Versteigerung : 420 Raummtr. Vuchen-Scheitholz, 440 „ „ Prügelholz, 210 „ „ Stockholz, 4600 Buchen-Reisholzwellen, 8 Raummtr. Eichen-Scheitholz, 20 „ Prügelholz, 14 „ „ Stockholz. Es befinden sich hierbei einige Raummtr. Hainbuchen - und 4 Raummtr. Eichen- Scheitholz, zu Werkholz gut geeignet. Die Zusammenkunft ist an der Zappenau, in der Nähe der Straße von Lich nach Gießen, Morgens ',29 Uhr. Lich, den 3. Januar 1874. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Jhring. Ieilgeöotenes. Geräucherte Lachsforellen (5590) empfiehlt Emil Fischbach. Braunkohlen, wieder in allen Sorten vorräthig und können jeder Zeit gegen Baarzahlung in Empfang genommen werden. BraunkohlenzecheBuderus, bei Hessenbrücker Hammer. (26)Die Verwaltung. Gifenerz | kann in beliebigen Quantitäten geliefert | werden. Auch stehen Eisenfteinzechen I zum Verkaufe. Näheres sub JT. 20 H durch die Annoncen-Erpedition von 8 Rudolf 1Ios»e in Nürnberg. (5) 21) Spritfässer in Eisenband, circa 4 Ohm haltend, sind zu Rthlr. 6»/2 abzugeben bei Echternach & Hanftein. in feinem Porzellan: (1867) Fisckglocken, Betre C. Türffs IL b. waffer. Möblirtes Zimmer mit Cabinet 14) (76) Neue Baue 85. zu vermietfien Loflands Löflund’s Malz-Extract bei der /-• I ' 9i Ein starkes 6jähriges Ockonomic- pfcrb erkauit H. 91 b a m t. Bei \ $rüfii Gießen, im Januar 1874. Paul Adam« 23) ZcitungSpapier kauft Meyer Rothenberger, Neuenweg 193. 1 zu RcdacUon, Druck und Verlag der Brühl'scheu Univ.-Druckerei (Fr. C Lr. Piet ick) in Gießen. bei aus sei ka ein Sc Ve ersl teil des brf Ohr. (Nr. ri rn, Di n li A d b v I 8 fir N es lä be A in Weiß, Gold und • Farbig bccorirt; (Nr. (Nr. Gießen, ti H in Glas u. Crystalli Blumenvasen, Mö Königliche Hc einpsehlen, da Quälereien d die Handlung des Vereins lun ber M nu in hc st' m ai C st' D in tc> ni bi F fli III He we ge' er sol 8Ui Hi All D- Dei fd ffi ist tc 51 ft. fc sc ei bi n> Nacl des Anzeiger! bis jetzt noch zur allgemein Giej hu be V. be eb> B W be; ge sid nu M hö fa ku FactzLngcr, Friedrictzshaller Bitter- Meine 9tiederla^ davon in der Expedition des Gtestener Anzeigers . . 7 j 5L C. n ö 1t ! gesucht. V^n wem? sagt bie Erved. b. Bl. Vlill*.vll/uiiyCll. Ein williger Bursche findet in einem Die seither für die Färberei bevrchten l'icsi^en kaufmännischen Geschäft «egeri Räume, nebst Wasserfeituna und groben (Uten Lohn dauernde Stelle. Näheres >s Trockenböden sind zu vermiethen. bei der Crpeb. d. Bl. zu erfahren. (-7> (49) H. M Jughardt. (6) Eine persecte Köchin (evang.) gegen —bS) Der Eckladen tm va mvushchen hohen Lohn nach Auswärts gesucht. Näheres Hause am Krruz nebst dem Logis im zweiten »u ersragen Neuenweg Nr. Ilb, oberer »lock. Stock ist zu vermiethen. fn.iff Näheres bei Hosgerichts A'vocat Lauert