jpTtiS vierteljährig 1 fl 12 kr »ut Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st- 29 ft. i Erscheint täglich, 873. Amtlicher Th eit. Bekanntmachung. Die unter dem Protectorate Seiner Königlichen Hoheit des Großberzogs stehende Heilanstalt in der Mauerftraße 5tr. 17 zu Darmstadt wurde im Jahre 1854 von mehreren Aerzten gegründet und hat sich durch die in derselben ausgeführte erfolgreiche Behandlung chirurgischer Kranken einen wohlbegründeten Ruf erworben. Durch die Aufführung eines neuen, allen Anforderungen der heutigen Gesundheitspflege entsprechenden Krankenbaues und die Uebertragung der Verwaltung dieser Stiftung an den Alice-Frauenverein, wodurch die bewährten Pflegekräfte dieses Vereins für die Krankenpflege in der Anstalt erworben wurden, hat die Heilanstalt nunmehr eine wesentliche Verbesserung erhalten. Kranke aller Stände können gegenwärtig in derselben eine ihren Bedürfnissen entsprechende Verpflegung finden. Mit allen Bequemlichkeiten versehene Einzelzimmer sind mit Verpflegung von 1 fl. 45 fr. an täglich zu haben. In gemeinschaftlichen Zimmern wird für Verpflegung täglich 1 fl. vergütet. Die näheren Bedingungen der Aufnahme und Verpflegung können in der Heilanstalt Mauerstraße 17 und auf dem Bureau des Vorsitzenden des Vorstandes gedruckt in Empfang genommen werden. Die Heilanstalt befindet sich gegenwärtig auch in der Lage mit Gemeinden Verträge abzuschliesten, durch welche die Verpflichtung übernommen wird, daß die auf Kosten der Gemeinde zu verpflegenden, an innerlichen oder äußerlichen Krankheiten leidenden Patienten zu ermäßigten Preisen und unter ähnlichen Bedingungen wie in anderen hiesigen Anstalten ausgenommen werden. Der Vorsitzende des Vorstandes der Heilanstalt, Herr Hofgerichtsadvokat Ohly ist zum Abschluß solcher Verträge bevollmächtigt und kann auf dem Bureau desselben nähere Auskunft ertheilt werden. Der Vorstand. Politischer Thei (. Deutschland. Darmstadt, 29. October. Der Landes-Ausschuß des hessischen Pro- testanten-Vereins bot an die evangelischen Gemeinden des Großherzogthnms and Anlaß der Beschlüsse der letzten Landes-Synode eine Ansprache gerichtet, welcher wir Folgendes entnehmen. Die Ansprache constatirt zuvörderst, daß die außerordentliche Landes-Synode den noch unter dem früheren Ministerium ansgear- beiteten kirchlichen Verfassungs-Entwurf so umgestaltet und verbessert habe,» daß er bei der Schlußabstimmung mit allen gegen zwei Stimmen angenommen werden konnte, und findet hierin einen Beweis dafür, daß die Synode nach keiner Seite hin einen ausschließlichen Standpunkt eingenommen, sondern aufrichtig bemüht gewesen, eine Verfassung aufbauen zu helfen, in welcher jede evangelische Ueberzeugung Recht und Raum hat. „Einer kleinen, vorzugsweise aus lutherisch-orthodoxen Pfarrern bestehenden Partei, — heißt es dann weiter — welche sich und das auf ihre Fahne geschriebene „Bekenntniß" für unfehlbar hält, und weder die Gleichberechtigung anderer evangelischen Überzeugungen, noch ein Recht der Gemeinden in kirchlichen Angelegenheiten anerkennt, sucht aber gerade aus diesem Grunde den Verfassungs-Entwurf der Synode als ein wahres Teufelswerk darzustellen und ängstliche und leichtgläubige Gemüthcr unter dem Vorgeben, der lutherische Glaube sei in Gefahr, ifcte Synode habe die lutherische und reformirte Confession aufgehoben und alle Gemeinden in einen großen Unionssack gesteckt, gegen die bevorstehende neue Verfassung aufzuhetzen. Ein Blick in den aus den Berathungen der Synode hervorgegangenen Entwurf straft solche Behauptungen sofort Lügen und laßt bei jedem Unbefangenen keinen Zweifel darüber bestehen, daß nicht eine Gefahr für das Recht der Confessionen, sondern die Angst vor dem durch den Verfassungs- Entwurf anerkannten und geregelten Recht der evangelischen Gemeinden, ihre Angelegenheiten selbst zu verwalten und in allen kirchlichen Dingen ein entscheidendes Wort mitzureden, jene Partei zu einem Gebühren hinreißt, welches sich dem Auftreten der Ultramontanen würdig an die Seite stellen fann." Die !Synode hervorgegangenen Verfassungs-Entwurf zu erklären. Mögen dies namentlich diejenigen Gemeinden thun, deren Geistliche sich gegen die Beschlüsse der Synode erklärt und vielleicht zu dem Schein Veranlassung gegeben haben, daß sie im Auftrage oder im Sinn ihrer Gemeinden gehandelt! Ist auch der Entwurf der Verfassung, wie alles Werk von Menschenhand, nicht vollkommen, jondern in sehr wesentlichen Punkten noch mancher Verbesserung durch zukünf- jtige Sunoden bedürftig, so macht er doch, wenn er unverändert zum Gesetz erhoben wird, jetzt schon der Abhängigkeit der evangelischen Kirche vom Staat ein Ende und legt vorbehältlich des Oberaussichtsrechts, welches der Staat über alle Religions-Gemeinschaften zu üben hat, die Verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten in die Hände der Gemeinde, welcher er auf allen Stufen des kirchlichen Organismus eine aus der Wahl der Gemeinden und Synoden hervorgehende Vertretung und Mitwirkung, sonne Schutz gegen staatliche und priesterliche Bevormundung gewährt." Die Unterzeichner hegen schließlich zu den evangelischen Gemeinden, mögen sie dem lutherischen oder reformirteii Bekenntniß , oder der Union angehören, „die feste Zuversicht, daß derselbe evangelische Geist und dasselbe Bewußtsein der Zusammengehörigkeit in ihnen lebt und daß sie jeden offenen und versteckten Versuch, das Zustandekommen des lang ersehnten Verfassungswerkes zu hintertreiben — woher ein solcher Versuch auch ausgehen möge — mannhaft zurückweisen und vereiteln werden!" Darmstadt, 29. October. Der Finanz-Ausschuß zweiter Kammer hat aus Veranlassung mehrerer an die Stände gelangter Petitionen einstimmig beantragt, an die Regierung das Ersuchen zu richten, eine nochmalige Frist zur nachträglichen Einlösung der verfallenen hessischen Grundrentenscheine zu eröffnen, indem er der Ansicht ist, daß es dem Ansehen und der Würde des Staates nicht entsprechen würde, aus blos formellen Gründen die Tilgung seiner Schuldigkeit zu versagen. Berlin, 28. Oct. Um die Ansichten der römischen Curie über das Verhältniß von Staat und Kirche, Kaiser und Papst kennen zu lernen, muß man sich nicht an die in Deutschland erscheinenden clericalen Blätter, sondern an die in Rom erscheinenden Organe des Vaticans wenden. Die ersteren ver- und Königs stoßen den vom Papst ausgestellten großen Grundsatz nicht nm. von den Vertretern der orthodox confessionellen Richtung ausgegangenen Bestrebungen, die hessische Landeskirche auseinander zu reißen und drei verschiedene tuschen und verdrehen die wirklichen Ansprüche des Papstthums, weil sie durch den vollen Ausdruck derselben bei den deutschen Katholiken den Boden verlieren würden. Die letzteren sagen ohne Scheu ihre eigentliche Meinung heraus. Einen wahrhaft classischen Ausdruck dieser Meinung und zugleich den besten Commeutar für den Brief des Papstes vom 7. Ang. theilt die Spen. Ztg. aus der llnita Cattolica vom 21. Oct. mit. Der Artikel lautet: „Alle diejenigen, welche die Taufe empfangen haben, gehören dem Papste an," sagt Pius IX. Darauf entgegnet nun zwar Kaiser Wilhelm: Der evangelische Glaube erlaubt uns keinen andern Mittler zwischen Gott und uns, als unfern Herrn Jesus Christas anzunehmen; aber alle Proteste des Kaisers „Coufessions Kirchen" herzustellen, habe die Synode consequent zurückgewiesen und damit zugleich den Feinden unserer Kirche, namentlich im römischen Lager, eine Hoffnung vereitelt. Mit wahrhaft ängstlicher Gewissenhaftigkeit habe die Synode in ihren Entwurf eine Reihe von Bestimmungen ausgenommen, welche den Gemeinden und den einzelnen Gemeindegliedern vollen Schutz gegen jeden Gewissenszwang und gegen die Durchführung von Mehrheitsbeschlüssen in Sachen des Glaubens gewähren. Dies wird im Einzelnen nachgewiesen. Dann fährt der Aufruf fort: „Eine Anzahl orthodoxer Pfarrer hat der bevorstehenden neuen Verfassung bereits offen den Krieg erklärt und wird das Aenßerste o. .... ...... .... aufbieten, um deren Einführung zu hintertreiben. Man fürchtet den frischen!Denn die Taufe ist die Thür, durch welche man in die Kirche eintritt, und Lustzug, welcher den Modergeruch ans der Kirche vertreiben und die Sonnen-!als Wilhelm getauft wurde, ist er ebenfalls in die Kirche Jesu Christi, deren strahlen, welche unser kirchliches Leben mit neubelebender Wärme erfüllen! Haupt der römische Pontifex ist, eingetreten. Durch die Taufe ist er in das sollen. Lange Kämpfe und schwere Opfer hat es gekostet, das Verlangen der spirituelle Unterthaneuverhältniß zum Papste getreten. Er ist evangelischen Bevölkerung nach einer veränderten Verfassung der Kirche zur Gel-^Ketzer und sucht sich jenem Ui'.terthanenverhältniß zu entziehen, aber die Rechte, hing zu bringen. Nachdem Se. königl. Hoheit der Großherzog als oberster welche der Papst in Folge der Taufe über ihn erhalten hat, kann er nicht Bischof den Wünschen der evangelischen Bevölkerung bereitwilligst entgegenge- vernichten. Alle Preußen, welche im Königreich Preußen geboren, sind Unterkommen , ist es nun aber eine heilige Pflicht der Gemeinden, ebenfalls ihre!thanen des preußischen Königs. Was nützt es wenn einer derselben sagen Stimmen zu erheben und ihre Zustiinmiuig zu dem alis den Berathungen dcr^wollte: Ich erkenne den König nicht an? Dieser Act der Rebellion entzieht JSefflten. Frankreich. October. Es geht das Gemen. Pascha ist gestern auf Midhad Pascha soll die gewechselt. Der ^Lecretär Lobo's erwartet hier die Geschwaders. Ebenso angemessen und gewählt wie die Programme ist die wechselnde Toilette der Da- Weiß, Gelb mit Schwarz u. s. tv. Neber die enormen Kosten dieser Toiletten Betrachtungen anzustellen, müssen wir den sachv.rstäudigen Nationalökonominnen überlassen. Mehr als die Uniformität der Kleidung hat uns die Einheitlichkeit des aus so verschiedenen Bestandtheilen zusammengefügten Ensemblespiels imponirt, welche jedenfalls nur durch eine eiserne Disciplin ermöglicht werden konnte. Freilich ist auch Frau Aman-Wcinltch eine geborene Dirigentin, deren Energie aus jeder Geste ersichtlich ist. Wir kommen endlich zur Entwickelungsgeschichte des Damenorchesters. Mit einem Häuflein auserwahltcr Geigerinnen zog die Dirigentin vor wenigen Jahren aus und conccrtirte namentlich in Amerika und in Rußland mit so ermutigendem Erfolg, daß sic die Kerntruppe nach und nacb durch talentvolle Rekrutinnen ergänzte und endlich zur wiener Ausstellung mit worden. r c. rm Y. — Die Teputirten Clapier und Lesebre sollen sich jetzt für die Monarchie doch noch nicht angeben. -- —----------7— — Es ist das Gerücht verbreitet, General Ducrot werde an ^oaratl 0 keu Schreckens-Herrschaft. Der Galawagen zum Stelle Kriegsminister werden, da letzterer nicht entschlossen genug sei. D^llich bestellt worden, ebenso der Lilien-Besatz. Blatt „Union Republicaine ist aus Befehl General Ducrot's unterdrückt Spanien. Porto Porman (bei Cartagena), 25. ausgesprochen haben. „ — Berichte aus Algier besagen, daß die dortige Stimmung gänzlich Türkei. Konstantinopel, 29. October. Mahmud durfte sich im Jahre 1850 im heiligen Sacramente in Berlin wieder auf der , Straße sehen lassen. Wenn der jetzige König und Kaiser an die glücklichen wünscht Scaladrino und die anderen Waldhüter, welche Depeschen nach Metz Taae zurückdenkt, wo man gleichzeitig Pio Nono und Friedrich Wilhelm IV. gebracht haben, wegen ihres schönen Verhaltens. Oberstlieutenant Magnan und die deutschen Bischöfe hoch leben ließ, so wird er sich leicht überzeugen, setzt das seinige auseinander und rechtfertigt dasselbe. Dis entgegengenommenen daß jene Zeiten bester waren, als die von Bismarck trotz aller Siege und Aussagen scheinen einen Bazaine günstigen Eindruck hervorzurufen. Morgen Vergrößerungen Preußens. wird mit dem Zeugenverhör fortgefahren. Paris, 28. October. Die Hoffnungen der Royalisten sind wieder ge- Brüssel, 29. October. Man schreibt der „Jndopendance" aus Paris: stiegen; sie wollen mehrere Deputirtc gewonnen haben, deren Namen sie je- Gewisse Royalisten besprechen die Candidatur Aumale's im Falle der Verwer- doch noch nicht angeben. ,„^fung der Monarchie. Die royalistische Presse im Süden treibt offen zur wei- £ " Einzug Chambord's ist wirk- ibn keineswegs der Herrjchaft, welche sein Sonverain über ihn ausübt. Eben- - Der Vertrieb der .Neuen Freien Presse" ist innerhalb Frankreichs verso wird man durch die Tause Bürger der Kirche, der Ketzer begeh- einen boten. , . Slct der Rebellion, bleibt aber immer Unterthan des Papstes, Parts, 29. October. Das „Journal ofstciell schreibt. Der Kriegs- wie der Rebell gegen seinen Souverän trotzdem Unterthan desselben bleibt. Minister hat an die Armee einen Befehl gerichtet, worin die Außer-D.enst- Darin liegt der Grund warum der heilige Vater dem König Wilhelm ge- stellung des Generals Bellemare durch Rückziehung von dessen Anstellung an- schrieben hat, daß, was heut- in Deutschland geschähe, nur seinen Thron un-gezeigt wird welche «folgt fei, weil der Genannte einen d.e Souveränität t7rwüblen könne denn die eine Rebellion zieht die andere nach sich, und die-jder Natwnal-Versammlung bestreiiendeu Bries geschrieben habe. Ein Tagesbe- ielbe Ausrede welche heute dem Papst entgegengcstellt wird, kann mvrgenchesehl Mac Mahon's an die Armee sagt in diesem Betreff: Ein Act der Jn- auck dem König entqegengehalten werden. Wir hoffen daher, daß disciplin ist in der Armee begangen worden. Der Präsident der Republik -st Koiüa Wilhelm b-siern Rath annchmen wird. Die preußische Geschichte lehrt, von dem Geist der Hingebung, welcher euch beseelt , überzeugt. Ihr weidet daü die Könige die Fehl« ihrer Vorgänger wieder gut zu machen verstehen, die Einigkeit und Disciplin, von denen sie stets em Beispiel gegeben, m der So iciate stck Friedrich Wilhelm II. duldsamer als sein Vorgänger Friedrich II. Armee ausrechterhalten, diese Einigkeit und Disciplin, welche ihre Stärke machen Er erklä-te daß der Runcius von Köln die Gerichtsbarkeit über die katholischen allein die Ruhe und Unabhängigkeit des Landes zu sichern vermögen. Als Untertbanen frei ausüben dürfe, und willigte auch ein, daß der Papst die Bi- Soldaten ist uns unsere Pflicht für alle Umstände vorgezeichnet; wir müssen (*ßfe und ait* andere Beneficiaten nach seiner freien Wahl «nannte.. Da - die Ordnung aufrechterhalten und der Gesetzlichkeit Achtung verschaffen. für erkannte ihn auch .Pius VI. als König von Preußen an, Paris, 30 October. Die große Oper wird provisorisch in's Chatelet- und der vreußllche Agent in Rom wurde im Jahre 1787 zum „Residenten Theater verlegt. des Königs von Preußen" ernannt, während Clemens XI. und seine Nachfolger Paris, 30. October. Der „Assembläe nationale", ein angeblich der in dem König von Preußen mir den Kurfürsten von Brandenburg anerkannt Regierung nahestehendes Blatt, meldet, die Regierung habe im Departement batten Friedrich Wilhelm III. quälte die katholische Kirche wegen der gemischten Saöne et Loire ein radikales Complott entdeckt; der Chef des Generalraths Eben ««letzte feierliche Verträge und verfolgte die Bischöfe, namentlich den dieses Departements habe Proscriptionen angehalten, auf denen mehrere der ange- deutschen Athanasius Monsignore Droste. Aber sein Sohn und Nachfolger sehensten Einwohner des Departements, namentlich die Marquise Mac Mahon's Friedrich Wilhelm IV. machte'den Fehler des Vaters wieder gut. Die Katho- (nicht die Gemahlin des Marschalls) als festzunehmende Geiseln figurirten. liken athmeten unter seiner Regierung mietet frei auf, und Jesus Christus Die Bestätigung bleibt abzuwarten. durste sich im °iabre 1850 im heiligen Sacramente in Berlin wieder auf der Trianon, 29. October. Proceß Bazaine. Der Präsident beglück- rücht, daß morgen der Angriff zu Wasser und zu Land erfolgen wird. Es mürben heute Kanonen- und Flintenschüsse zwischen Belagerte» und Belagerern Antwort des spanischen gegen die Monarchie sei. ,, ,,, Paris, 29. October. Diese Nacht ist zwischen 10 und 11 Uhr Feuer i» der großen Oper ausgebrocheil. Man hielt dasselbe für gelöscht, als gegen halb 12 Uhr die Flammen von allen Seiten hervorbrachen. Jetzt steht die ganze Oper in Flammen, ebenso wie ein Th ei! der Passage der Oper. Die Feliersbruiist ist schrecklich und man fürchtet für die nmliegeiiden Häuser. Gegen 2>/t Uhr stürzte die Oper mit fürchterlichem Krachen zusammen. Der Boule-. Gouverneur von Adana abgereist, vard ist mit Trümmern bedeckt. Die anliegenden Hauser ,chei»en °b« gerettet Statthalterschaft von Salonik ablehnen. zu sein. Um ^xk brannte es noch immer mit großer Heftigkeit. Die >^per ist vollständig zerstört, ein Theil der Passage und der Restaurant Garnier sind -» verbrannt. Das Feuer macht aber feine Fortschritte. Viele Leute waren auf L o r a i sc o r t hPn Nmilovards mit ihrem fiausaeräth. Gießen, 31. Octobcr. Die „Leipziger Jllustrirte Zeitung" vom 25. Oct. 2Q Sr Z aitime Könia von Frankreich hat - unter 1673 bringt über das erste europäische Damenorchester folgende Biographie- Parrs, 29. Octover. Bel legi sv g o A l r • In den prächtig auögefchmückten Räumen der wiener Blumensale concertlrte wahrend der vorsichtiger Rücksichtnahme auf seine eigene Person vor cei jpanvimi jtuiv Sommermonate dieses Jahrs unter starkem Andrang der Wiener sowohl wie der Besucher der Pferde nach Paris geschickt und läßt von zukünftigen Hoflieferanten GalawagenIdlusstellung ein Orchester, wie cs bisher in Europa noch nicht gesehen und gehört worden war; ht-rn-n Wpfcpn her nröfcten Vertrauensseligkeit ist dies- die wichtigste Nachricht wir meinen das Damenorchester der Frau Aman-Weinlich, oas sich gegenwärtig auf einer XwÄ @rneute Tätigkeit' dagegen ist von den W «* °^n-n täßi, sich d» W« Sympa- k.m«n zu melden. Das linke Ccutrum Hai bereits für den Fall, daß Mac\> » Unser Bild stellt die kunstfertigen Damen in voller Thätigkeit vor. Eine so anmnthige Mahon geht, eine neue Regierung in Bereitschaft. Einer Pariser Mittheilung Gruppe des musicirenden „ewig Weiblichen," mehr als fünfzig junge Virtusionen in geschmack- heä ^eli-liravh" welche über "in zwischen Thiers und einem seiner po- voller Toilette, zieht nicht nur die Blicke, sondern hier und da auch die Herzen „hinan." In n. L? hprirht-pt ift ru entnehmen daü für den ver That macht das Ganze auf den Beschauer und Hörer einen höchst gewinnenden Eindruck, litischen Freunde stattgehabten Gespräch der cht ,1.8 • -2 ' ' ■ . x hlRir feierlicher Würde, wie eine Jphigcnia unter ihre Priesterinnen, schreitet die Dircctrice, deren Fall, als die Republikaner siegen wurden, bereits eine 2lu DUUNlviial ^yi^rs- lint) gravitätische Haltung sich imposant von der Umgebung abhebt, zum Dirh Chanzy in Aussicht genommen war, jedoch an der Weigerung dieses Generals, genN'nputt. Aufmerksam blicken die Hellen und dunkeln Augen der schönen Musikantinnen nach der seine militctritdie Karriere nicht cornproiuittiren wollte, gescheitert ist. Da öem Taktstock der Herrscherin — überall erwartungsvolle Stille. Der Stab senkt sich, und so- 7 V . , . • 7 fcf.A,„h hn'Gp hprfitÄ 91 Inerien und rwarlfort kommt Leben und Bewegung in die reizende Gruppe. Im Vordergrund streichen die gra- I-doch g-g-mvartig Lknwldct wird, Chanzy habe bereits Algerieii, « ML Wr, Bogen der Violinen über die Saiten, im Hintergrund rasseln die vier Contra- gcgeu den Wunsch der Regierung, verlassen und besuioet sicy aus ui Jieqt h u;l Zwischen rühren sich die Cellistinnen neben'den gutversteckten Herren der Blasinstrumente, Paris so ist die Annahme nicht ausgeschlossen, daß der republikamich gesinnte der einen Ecke ertönt das Harmonium, aus der andern erschallen Trommelschläge, und General dem Dränaen feiner politischen Freunde doch nichgegebeu hat Fer- alles zusammen wirkt so einschmeichelnd für das Ohr und so fesselnd für das Auge, daß man O 1 rf.'1 r (VXfsSphinfpii wieder auiatnommen der nicht müde wird, sich diesem eigenarrigen Genüsse hinzugeben. Sowohl Gothe, der NN „Wilhelm ner hat die republikanische Partei einen ) ' V' ' c ' Meister" die unschönen Bewegungen bei der Orchestermusik unsichtbar zu machen wünschte, als schon vor Wochen auf das Tapet gebracht, sogleich lUteoer Oi.eillgr ^wurce aus Wagner, der im baireuther Rationaltheater die unglücklichen Orchesterleute in den Oreus Furcht die Uneutschiedeuen abzuschreckcn. Es ist ein Antrag auf ^ZN-Anklage-?^ der Bühne versenken will, würden bei dem fesselnden Anblick dieses Damenorchesters, bei 'ustand-Versehling jener Abgeordneten, welche gegen die „bestehende Ordnung", welchem auch die Handbewegungen Musik sind, zugestehen müssen, daß sie diesen Fall nicht vor- das ist, die Republik conspirireu. Ter betreffende Antrag sollte ursplü.lglich g nt^eicr Betrachtung findet man, daß es ein Unrechc wäre, sich für das Damen- gleich nach Eröffnung der Session zu Beginn der ersten iLitzung aus oen T-lsch Orchester nur als Ganzes zu intcreffen, denn die hübschen Gesichter erwecken auch persönliches des Halises niedergelegt werden. Die Urheber des Antrags viudiciren die närn- hgiiteresse, das sich zum ethnologischen steigert, menn man erfährt, daß fast halb Europa Ver- lickmn Naraaravhen des Strafcoder welche gegen die Insurgenten der Corn treterinnen seiner verschiedenen Rationalitäten dazu gestellt hat. Friedlich sitzt da die Berlinerin lugen -parag.api/eu veo ^rraitokit, ö ß bic feurige Ungarin neben der gemüthlicken Sachsin, die Serbin neben der mime angerufen worden und so strenge auf du.se ‘ L . . „feschen" Oesterreicherm 2C.; ein eigenthümlicher Zufall ist es. daß auch in diesem europäi- Stylisiruilg des Antrags lautet ungefähr wie folgt: „ZN 2lllDcrraa)r, oan eine |^en Homert Berlin, d. h. eine Berlinerin, die allererste Geige spielt, und die Hauptsache dabei notorisch bekannte Verschwörung besteht, welche zum Zwecke hat, die bestehendevaß ticic Geige auch ganz brillant gespielt wird. Ueberhaupt ließen uns die Vorträge des g?eaientnaAfnrm :u ändern und Aum Bürgerkriege aufwreiicn : m Anbetracht, iDamenorchesters die Frage nach dem Was vergessen, da das Wie für vieles, was man im v r V- ‘r-v- < 2 .. SAxtv.iPY imh hpr Wohlstand Programm vermißte, entschädigte. Die elektrisirenden Wiener Walzer erinnerten in khrer weiche» daß die Wurde der Ration, die Sicherheit der Burger unv - w Tonschweigerei an die Vortragsweise der Strauß'schen Kavelle in der „Reuen Welt," und die des Landes gebieterisch fordern, daß diesen Umtrieben cm Ziel ge|ei?r weroen, gefälligen Ouvertüren von Suppe, Herold und andern wurden so präeis vorgerragen, daß man in Anbetracht, daß mehrere Mitglieder der Rational - Versammlung unter die DjC Besckränkung der Kapelle auf Minder gehaltvolle Tonstücke nur gutbeißen kann. Anstifter oder Gehilfen dieser Conspiration zählen; in Anbetracht, daß die par- ' ' ™ u ”’x* cr’” lamentarische. Immunität nicht zum Deckmantel verbrecherischer Manöver dienen darf; wird der Herr Siegelbewahrer, Minister der Justiz, eingeladen, gegen die betreffenden an der Verschwörung betheiligten Personen im Sinne der 279 bis 293, 294 und 297 deö Strafcodex vorzugehen." — Mac Mahon lehnte den Empfang dreier aus ver Provinz gekommener Deputationen ab. Eine davon äußerte dem Ministerium gegenüber, man könne bei Proclamirung der Monarchie für die Ruhe nicht einsteben. Von Seiten der Regierung wurde geantwortet, sie sei ohne Sorge und stehe für den öffentlichen Frieden em. Börsennachrichten. 30. October 1873. Preuss. 41/a°/o Oblig. — Frankf. 4«/2°/o Oblig. 86 «/4 Nass. 3i/2°/o Obi. 92 Kurhess. 4°/° „ 967/s Gr. Hess. 5% Obi. — „ , 40/0 „ 995/6 n * 31/2°, 0 n 97 Bayer. 50/0 „ — n 41/;,0/0 1jährige 993/4 „ 4° 0 1jährige 94 Würtemb.' 4V20.0 Obi. 100 Baden 4V2% Obi. c. E. L. — Oesterr. Silberrente 633^ „ Papierrente 59>,.b Spanier, neuest. 3% 16 !/2 Amerik. Bonds 1881r 1003/4 „ „ 1882r 98 „ n 1885r 997/b 1887r 100 Actien. Frankf. Bank 145 Frankf. Vereins-Kasse 85 Oarmst. Bankact. 370 Rheinische Hyp.-Bank 100 Wien Bankactien 920 Oest. Creditact. 2021/2 Galizien — Actien. 5% östr. F. St. E. B. 3281/2 Lombard. Bahn 158V2 Ludwigsh. Bexbach 1823/ö Maxbahn 128 Bayer. Ostbahn 1103/e Rhein-Nahebahn-Act. 30 Hess. Ludwigsb.-Act. 1461/2 Oberhessen w______71 >/2 Prioritäten» 3°/0 östr. Stsb. Prior. 59% 3% östr s. Lombard 81 3O/o Livorneser 30 */4 5O/o Toscaner — 5°/o Elisabeth.-Prior. 883/4 do. 11. Emiss. — Anlehensioose« Darmstädter fl. 50Loose 213 n n 25 n - Kurh. 40 Thlr. Loose 69 Nassau 25 fl. 46 Braunschweiger 21 «/2 30,0 Oldenburg. A40Thlr. 37i/2 40,0 bayr. Präm.-Anl. 110i/4 40/0 badische Loose 1083/. Badische fl. 35 Loose 661/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 — 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 873/4 1864r „ 142 Wechsel. Amsterdam k. 8. 983/ti Augsburg k. 8. 100 Berlin k. 8 1047/6 Bremen k. 8. 105«,„ Brüssel k. 8. 93«/« Hamburg k. 8. 105‘/b Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1185/s Lyon k. 8. - Paris k. 8. 93«2 Wien k. 8. 103«/2 ditto m. 8. — ditto 1. 8. 103«/8 Disconto 4 % <*oldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . 9 41—43 „ doppelte 9 36—38 Holl. fl. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankens. 9 21i/2—22* 2 Engi. Sover. 11 49-51 Russ. Imper. 9 41—43 Dollar in Gold 2 25«/g—26 Vg 50 wohlgeübten Damen ein wirkliches Orchester, nachdem die in Dresden engagirten Eleven des Knabenmusikcorps hinzugetreten waren, »erführen konnte. Wie schon erwähnt, gewann sich die Damenkapelle sofort die volle Gunst der Wiener und der zugestromten Fremden, so daß bie. Blumensäle allabendlich gefüllt waren- Unter den furstllchen Gasten zeigte besonders der Komg von Wurtemberq ein besonderes Gefallen an dem Orchester, ließ sich die.Direktrice verstellen und sprach ihr seine Anerkennung aus. In gleicher Weise wie in Wien zündeten die Concerte später in Dresden, wo ein solennes Coneert zum Besten des Albert-Verems dem Damenorchester auch die Gunst des Hofs zuwendete. „ l Auch in Leipzig, wo die Kapelle wahrend der Michaellsmesse m der Centralhalle con- eertirte steigerte sich der gleich im Anfang belebte Beifall während des zweiwöchentlichen Cyklus bis zum letzten Coneert. Ueber die weitern Etappen auf der Kunstreise des Damenorchesters wissen wir nur, daß dasselbe zunächst von Berlin nach Hamburg, später nach London und Petersburg gehen wird. Ueberall muß außer dem Reiz der Erscheinung die Exaktheit des Ensemblespiels von nachhaltiger Wirkung sein. . Ob das Experiment eines weiblichen Orchesters Nachahmung finden und sich die nie -rastende Spekulation mit Elan auf dieses Gebiet der künstlerischen Emancipation des Weibes werfen wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls wird der Name der Frau Aman-Wemlich als Begründerin des ersten Damenorchesters in der Musikwelt einen guten Klang behalten. f? Bi t f d) t H. Crcfeld, 27. Oct. Mehrere preußische Landwehrmänner katholischer Confession erließen hier folgende energische Erklärung: „An die katholischen Waffengefährten von 1870/711 Die römische Unverschämtheit geht so weit, zu erklären, daß wir nach dem officiosen Blatt des Vatikans („Civiltä Caltolica“) die bewundernswerthe Begeisterung nicht bewiesen haben wurden, wenn der Krieg nach, statt vor der jetzigen Mißhandlung unserer Kirche ausgebrochen Ware. Wir erbeben gegen diese böswillige Anschuldigung und unerhörte Frechheit entschieden Protest, denn als wahre christkatholische Unterthanen Sr. Majestät unseres erhabenen und geliebten Kaisers und Königs wissen wir echte Neligiösität von bloßer Formlehre wohl zu unterscheiden und lassen uns in unseren Pflichten gegen das Vaterland von Rom aus, wo der Carneval gar fein Ende mehr zu nehmen scheint, nicht beeinträchtigen, vielmehr sind wir mit der Mehrheit des deutschen Volkes der Ansicht, daß wir es der Regierung nur Dank wissen können, wenn sie den ultramontanen Uebergriffen ein Ziel setzt, und wenn Der Papst erklärt, daß alle gerauften Christen ihm angehörten, so müssen wir annehmen, daß sein vorgerücktes Alter in Verbindung mit der Unfehlbarkeits-Erklärung ihn um allen gesunden Menschenverstand gebracht haben muß. Auf welcher Seite unsere Kriegsgefährten bei der bevorstehenden Wahlscklacht stehen werden, bedarf keiner Frage, denn für sie wird der allbewährte Ruf: „Mit Gott für König und Vaterland" stets die Loosung sein. Außerdem ersuchen wir die verehrlichen Kriegervereine, auch in biesem Sinne unsere unerschütterliche Treue gegen Se. Majestät den Kaiser und König durch «ine Adresse kund zu geben, denn fest und treu steht die Wacht am Rhein!" Frischbackerzu Gießen. Sonntag den 2. November. Georg Weidig am Lindenplatz, Christian Campus auf dem Seltersweg und Heinrich Noll in der Neustadt. allgemeiner Anzeiger. Besondere Bekanntmachung Die Vergebung der Holzhauerarbeiten in den Waldungen der Stadt Gießen. Montag den 3. November 1873, Vormittags 10 Uhr, sollen obenbezeichnete Arbeiten auf dem hiesigen Rathhause nochmals der Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen, den 28. October 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen (4964) Vogt. Herrengarderobc: Winterüberzicher, Hosen ck Westen, Schlafröcke. Versteigerungen. Eichen-Holz-Verkauf. Mittwoch den 5. November d. I., Nachmittags 1 Uhr, sollen im Oberwalgernscken Walde, nur 20 Minuten von der Main-Weser-Eisenbahn- Station Fron haus en entlegen, circa 350 astfreie Eich en-Bäume, 8—26 Zoll im Durchmesser, 30-40 Fuß hoch, zu Bau-, Werk- und Gruben-Holz und Eisenbahn- Schwellen sich eignend, verkauft werden. Zusammenkunft bei Wirth L a u ch t in Oberwalgern. (4961) Großes Stofflager zur Anfertigung nach Maaß. A. 18. Levy, Seltersweg 21, im Haufe des Herrn Dang. Das neu eröffnete Geschäft in fertiger I Herrengarderobe d* Knabenanzügeu, : empfiehlt eine große Auswahl zu soliden billigen Preisen. Knadengarderobe: Elegante Anzüge, Knaben-Paletots. Anfertigung nach den neuesten Mustern. Ieilgeöotenes. Kieler Fettbiicklinge, Hollaal, Russ. 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