^riqer, »trrtchLbrtg 1 fi. 12 fr. wu Drkignlohn. D«rch di« Post örzsgm fckrtelin^rig i $L 29 fr. Gitßtmr Anzeiger. Silchrirtt tägL^H, mit y^S- neihme SvrmtagS. Expedmon: Ta«z!eib<5^. Sit. B. Rr. 1. Anzeige- und Htmtsblatt für den Kreis Kressen. _MlflBllMMMMMMMMBMMUMMWJBUBaM————W—in■ »W nn ~ C - ' ~ r?--—— *" "" ir" ■ <• -*—»’«— *v — " ‘ '«B* ' - Utr. 173 Montag den 28. Juli Z8DZ, Amtlicher T h e i t. i er. •en Nicolai, verbeer. kranz. . v. Weber. ,Der Troubadour", M a Pcr- Lame, die langen :t unb der englischen ichtig ist, empfiehlt sich rrid)( in der englischen in und Sprachlehre-) U-W__i ^brikation. n lehrt unter GarantN Hesenfabrikation nach ne Bier oder anbm ft arten Eisig iprith"' 1unfl der öfsigipan- ,tl/r übernimmt nem gerungen ic. Gute ,ardt, Wigsabrikanh mgmML^l iufen ----'»SS „>*’!* fr”"’' jltutntttfr___ „ ajfvtennw, Z« . "'tS-fi Gefundene Gegenstände: Eine Lupe, ein großes Portemonnaie mit 3 Pfennigen und 1 Lotterie-Loos, ein Portemonnaie mit 14 Kreuzern und Schlüsselchen, ein Portemonnaie mit 6 Kreuzern und Briefmarken, eine M'litärmütze, eine kurze Tabakspfeife, eine Weste, eine Brieftasche, ein Paar Manchetten mit goldenen Knöpfen, drei Kragen, eine Wagenhemmmaschine zu einem 2spännigen Pferdewagen, ein Soazierstock, mehrere Schlüssel- Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. Zugelaufen: Ein ca. 1 Jahr alter Spitzhund (schwarz und weiß). Gießen, den 26. Juli 1873. Großherzogliche Polizei - Verwaltung der Provinzial-Hauptstadt Gießen. N o o e r. gZ'3I!riMlinWlBMBMBMTfillldlllWLMirnP^^**»*^*'^r^'?rasB™WKaHMg^dSaKgagEggEffasgga£ den Mächten gekapert werden können, vorläufig namhaft: Almansa, Victoria, Mendez, Nuuez, Fernando el Catolico; doch werden noch einige htnzugekoni- men sein. Madrid, 25. Juli. General Contreras, einer der Chefs der Insurgenten von Cartagena, sott gedroht haben, ein im Hafen dieser Stadt liegendes preußisches Schiff wegzunehmen, falls die „Vigilante" und der Jnsurgen- ten-Chef Galvez nicht sreigegeben würden. Ein Gerücht, demzufolge die Jnsur° genten in Cartagena sich des dortigen preußischen Consuls als Geißel bemächtigt hätten, scheint unbegründet. Madrid, 25. Juli. Die vor wenigen Tagen von uns hervorgehobene Gelegenheit zu einem Seemanüver, wie es sich selten darbietet — mitten im Frieden nnd doch nicht gegen einen freundschaftlichen oder blos markirten Feind —, ist von der deutschen Fregatte „Friedrich Karl" rasch genug ergriffen worden. Kaum ist die Nachricht eingctroffen, daß der „Friedrich Karl" von Alü cante abgegaugen ist, so folgt ihr die audere Mitthcilung auf dem Fuße, daß er schon eines von den spanischen „Piratenschiffen" erbeutet hat, und zwar den Kriegsdampfer „Vigilante." Unter den bisher von der spanischen Negierung für vogelfrei erklärten Schiffen war die „Vigilante" nicht aufgeführt, wird also später hinzugekommeu sein. Wie uns zufällig bekannt, lag die „Vigilante" vor einiger Zett noch im Hafen von Alicante vor Anker. Dort ist sie wahrscheinlich, als die meuterische „Victoria" von Cartagena nach Alicante kam und auch in letzterer Stadt die rebellische Partei den „Canton" ausricf, zu den Aufrührern übergegaugen und deshalb wohl nachträglich and) unter die Classe der Seeräuber versetzt worden. Sie scheint alsdann den Rädelsführer des carta- genischcn Aufstandes, das in letzter Zeit u,ehrfach genannte Corteömitglied von der äußersten Linken, Antonio Galvez Arce, nebst einer Schaag seiner Gesellen an Bord genommen zu haben und zu dem Zwecke, in die Seestädte an der Mittelmeerküste der Reihe nach den Ausstand sortzupflanzen oder ihn zu stärken, zuvörderst den Curs nach Almeria genommen zu haben. Ans dieser Fahrt wird der „Friedrich Karl", der von Barcelona und Tarragona 11 ad) Alicante gekon, men war und dort, nachdem er sich Weisungell von der deutschen Gesandtschaft in Madrid erbeten, wieder die Anker gelichtet hatte, die gute Prise beim Schopf gefaßt haben. Ob es einen Kampf gekostet, wird noch nicht gemeldet; nur wissen wir, daß der „Friedrich Karl" die Bente vorläufig 11 ad) Gibraltar bringt. Deutschland hat also mit der Prise auch den Ruhm, den „Oberbefehlshaber der Streitmächte zu Wasser mit) zu Lande" — denn dazu war Galvez von den Aufrührern in Cartagena ernannt worden — , als Gefangenen zu besitzen ; während Spanien fick) beim „Friedrich Karl" dafür bedanken darf. daß nach Madrid gineldet werden konnte: der Ausstandsvcrsuch in Almeria ist gescheitert. Madrid, 25. Juli. Nachrichten aus Cartagena zufolge soll der Jn- surgenten-General Contreras ein Memorandum an die auswärtigen Mächte gerichtet nnd sich darin selbst als Chef der Armee zu Wasser und zu Laude bezeichnet haben. — Ueber den durch die deutsche Panzerfregatte, Capitän Werner, bei Cartagena weggenommenen, von den Cortes als Piratenschiff erklärten Dampfer, welcher die rothe Flagge führte und bewaffnet war, wird bestätigt, daß derselbe sofort von dem deutschen Schiffe nach Gibraltar geschickt worden ist. Madrid, 26. Juli. Die vier zu den Carlisten übergcgangenen Osfi- ciere der Civilgarde von Barcelona sind erschossen worden. Der preußische Consul aus Cartagena ist dem Vernehmen »ad) hier eingetroffen. Madrid, 26. Juli. Der Jnsurgentenchcf von Malaga, Carbajat, ist durch Soler geschlagen worden. General Pavia hat Sevilla zu bedingungsloser Uebcrgabe anfgesordert. — In Bejar und Cordoba wurde die intransigentische Miliz entwaffnet Brigadier Somas verfolgt Don Carlos in Guipuzcoa. Madrid, 26. Juli. Die Erklärung Salmeron's über energische Maßregeln der Negierung hat alle in Spanien oder dem Auslände befindlichen liberalen Parteihäupter bestimmt, die Negierung gegen die Carlisten und Jntran- sigentc»' zu unterstützeu. Perpignan, 26. Juli. Die französische Negierung hat die Durchfuhr von füi Puycerta bestimmten Waffen gestattet. Jtalien. Nom, 23. Juli. Im Vatikan ist man, wie Fanfulla wissen will, in einiger Verlegenheit wegen der Kunde von der Absicht des Pfarrers Santa Cruz, allda persönlich zu erscheinen. Der gute Pfarrer ist nur gerüffelt, nicht aber snspendirt worden, befindet fick) also nod) im Genüsse seiner priesterlichen Rechte und Privilegien. Unter welchem Vorwande soll man ihn also von der Schwelle des Vaticans zurückwetsen? Amerika. Philadelphia, 26. Juli. Gestern war in Baltimore eine große Feuersbrunst. Das Feuer fing in den Werften der Claystreet an, hatte bis zur Mittagszeit bereits 300 Häuser ergriffen und wurde um 3 Uhr gelöscht. Mehrere Personen sind umgekommen. Der Schaden wird auf 1,500,000 Dollar geschätzt. Lokal-Notiz. Gies,en, 28. Juli. Unsere Leser werden sich noch der Frau Wund erli erinnern, von welcher in diesen Blattern schon mehrfach die Rede war. Dieselbe war vor einigen Tagen hier, um sich mit ihrem in Cassel ein offenes Geschäft führenden Bräutigam trauen zu lassen. Wer aber nicht kam, war unser guter Kaufmann. Derselbe hatte während der Abwesenheit seiner Braut das Geschäft (welches doch nur allein durch dicMittel dcrFrau W und erl i errichtet war), verkauft und sich von Bremen aus nach Amerika eingeschifft. Derselbe wiro nun telegraphisch verfolgt. Das Geschäft wurde geschloffen und der derzeitige Inhaber desselben gefänglich eingc zogen, da man vermuthct, daß derselbe mit dem ungetreuen Liebhaber unter einer Decke steckt. Gleichzeitig wollen wir einen Jrrthum des „Wett. Boten" berichtigen, der behauptete, der untreue Scladon habe sich in Bremen mit einer früheren Geliebten trauen lassen. Dasselbe ist nicht der Fall, wie uns aus positiver Quelle berichtet wird. — - Das gestrige Sängerfest in Weilar war von hier aus sehr besucht. Nur beschwerte man sich ziemlich einstimmig über den Festplatz und seine Getränke, wo für die durstigen Sau- gcsbrüder nur Wein verzapft wurde, welcher ob seiner Güte Bewunderung erregte. --Das Conccrt der Braunschweiger im Wcnzel'schen Garten war sehr besucht und erregten die Musiker mit ihren, den Bergleuten ähnelnden Uniformen, die Aufmerksamkeit detz Publikums. --In Lollar wurde vorige Woche auf der Matn-Wescr-Hütte ein Arbeiter durch ausströmende Gase getootet. Vermischtes. AnS Rheinhessen. Der Verlauf des in Kreuznach am Sonntag, Montag und Dienstag stattgehabten Mittelrheinischen Turnfestes war, wie uns von Theilnehmcrn berichtet wird, ein in jeder Beziehung gelungener und hat sich das Comite seiner schwierigen Aufgabe zu allgemeiner Anerkennung erledigt. Cs kamen 18 Preise zur Vcrthcilung. Der erste Preis fiel einem Frankfurter zu. Von Turnern des Bezirks Rheinhessen wurden 3 Preise errungen, wovon > nach Castel und einer nach Gonsenheim kamen. Gießen ist als nächster Festort erwählt. ' WormS, 23. Juli. Gestern Nacht um 10 Uhr sprang unter fürchterlichem Geheule eine hi Hellen Flammen brennende Katze durch die Judengasse und stürmte in ein Haus. Wie wir hören, soll hier ein Akt der rohesten Thierquälerei vorlieaen, indem das Thier mit Petro (cum bestrichen und dann angczündct worden sei. Wie leicht auf diese Weise ein Brand ent stehen konnte, brauchen wir kaum anzuführen und mochten wir nur wünschen, daß der oder die Thäter entdeckt würden, um für ihre Rohheit empsindlich gestraft werden zu können. Heute früh wurden von unserer thätigen Polizeibehörde wieder einige Kannen Milr'o eonsiSeirt. Diese thcucre Ausdauer der Milchverkäufer wäre wirklich einer bcfferen Sache würdig. (Neue W. Z.) WormS. Am 17. Juli Nachts kurz nach 12 Uhr brach in der Gatzert'schen Dampf mühleFeuer aus und brannte die Mühle nebst Wohnhaus trotz der energischen Bemühungen der dortigen Feuerwehr bis auf die Mauern nieder. ' Wetzlar. Ein hiesiger Einwohner hatte vor einiger Zeit von der Kasse eine« benach. barten Orts 21/2 Sgr. zu fordern. Die betreffende Kasse übersandte diesen Betrag nach Abzug von 2 Sgr. für die erforderliche Postmarke dem Empfänger pr. Post.Anweisung. Der nun noch verbleibende halbe Silbergroschen wurde dem Empfänger vorgezetgt und, nachdem über den richtigen Empfang derselben Quittung ertheilt war, vom Briefträger als Bringerlohn wieder eingestrichen. „ .. . . . _ Die Angelegenheit zwischen der Kasse und dem Empfänger war nun geordnet, das ganze Geld jedoch hatte die Post-Kaffe geschluckt. Die allgemeine Militärpflicht, die große Exaeitat in Führung der Civllstandsreglsterläßt mitunter Curtosa zu Tage treten, wie deren ein« bei der letzten Aushebung des 53er Jahr langes in Höxter vorkam. Aufgerufen wurde ein Conscribirter, den wir „Elbing" nennen wollen, aber Elbing erscheint nicht sofort, beim dritten Aufruf ertönt eine alte etwas heisere Stimme Hier! und tn's Cabtnet deö StabLarzteS tritt in puns nalurnlibua ein skelettartiger etwa 70jähriger GreiS. Auf die Frage- was wollen Sie hier? erfolgt die Aniwort: Wie heißt? Sie haben gerufen Elbing, hier ist meine Vorladung, der Elbing bin ich! Allgemeines Erstaunen, Fragen, Aufklärung und unter homerischem Gelächter der Aushebungseomnussion wird Folaendcö eonstatirt: Der junge 70jährige Conscribirte war vor 20 Jahren noch Jude, welcher sich taufen ließ und also 1853 alS junger neugeborener Christ in das Taufregister eingetragen * Die Badener Curliste bringt bei Angabe der biS 3. Juli angekommenen Parteien folgende Mitthetluug: „Nr. 1173 Frau Rosa Schreiber, Ober.RabbinerS-Gattin', mit Gemahl, einem Kinde und Dienstmädchen auS Preßburg." Usingen. Im Kreise Usingen ist die Hundesperre auf 6 Wochen angeordnet. Dies wurde in der Gemeinde W- folgendermaßen durch die Schelle publieirt: „Auf Verfügung k. Amts Usingen ist dahier die Hundeswuth ausgebrochen; es wird Jedermann gewarnt, bei der gesetzliche (Straf sein Hund iniurhalb 6 Woche anzubenne." Elntngühausen (Kreis Wetzlar), 22. Juli. Am verflossenen Samstag erregte em seltsames Fuhrwerk die Aufmerksamkeit der hiesigen Einwohner. Es war dies ein Dauernwagen, auf dem ein Mann mit einem Seile angefesselt lag, während zwei andere Manner die mit einem Pferde bespannte Fuhre leiteten. Noch mehr aber siel eS auf, alS am Sonntag Morgen Wechsel. /2 östr a. Lombard 49’ /, 3% 5 Elisabeth.-Prior. 84 5.0.V 3° o Livorneser 33 */2 5% Toscaner 543 8 Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto. Disconto ‘ Biirsennachrichten. 26 Juli 1873. Actien. Frankf. Bank 145 Frankf. Vereins-Kasse 108 Barmst. Bankact. 398 Rheinische Hyp.-Bank 981 Wien Bankactien 1017 Oest. Creditact. 226 Va Galizien 118 Börsenberichte. Frankfurt a. M., 25. Juli. Die Börse setzte ihre gestrige schwankende Tendenz heute fort. In Berlin hat die Contremine bereits wieder die Oberhand gewonnen und durch bedeutende Blankoverkäufe in Creditactien die Course gedrückt. Auch hier fanden bei Beginn des heutigen Geschäftes starke Blankoverkäufe statt. Für Staatsbahn war die Stimmung wenig aünsttq Es scheint, daß die Nachricht von einer neuen Actiencommission verstimmend wirkt. In Berlin herrscht die Besorgniß vor, daß die Affaire Johann Hoff nicht ohne weitere Folgen bleiben werde und dürfte auch die Lage so manchen neugebackenen Instituts keine sehr erfreuliche sein wie neuere Vorkommnisse darlegen. Creditactien, gestern 226, bewegten sich heute zwilchen 223V» und 224* 2- Staatsbahn, gestern 350, blieben 3483/4; Lombarden stagnirten zu 194*/-- Auf den übrigen Verkehrsgebieten gab sich wenig Leben kund. Von österr. Bahnen waren Elisabeth etwas matter. Von Prioritäten Fran; Joseph niedriger. Bayer. Ostbahn Vs Proc. matter. Von Banken Deutsche Effectenbank und Oesterr.-Deutsche fest. Wurtt. Vereinsbank etwas besser. Bankverein V» Proc., Meininger % Proc., Darmstädter 2 fl. matter. Silber- rente nachgebend. Spanier 1 Proc. besser, wegen der angeblich in Aussicht stehenden Coupon- zahlung. Von Wechseln Amsterdam höher, Wien matter. Sovereigns 1 Kr. matter. Pnvat- disconto 4*/r Proc. —— k.. 8. 98>/r k. 8. 100 k. 8 1047/8 k. 8. 1051/1 k. 8. 93 Vs k. 8. 1051/8 k. 8. 105 k. 8. 118'/, k. 8. — k. 8. 92Vs k. 8. 105 m. 8. — 1. 8. 1043/. 0/0 „ 40 g 1jährige 957/b Würtemb. 41/2% Obi. 100uchung hat den mysteriösen Vorgang nun folgendermaßen aufgeklärt: . r .. «wei Brüder aus dem Amte Rennerov beabsichtigten ihren dritten, an Tobsucht leidenden Bruder, der einige Tage vorher vergeblich versucht hatte, sich durch einen Schnitt m den Lais das Leben zu nehmen,'nach Gießen in die Klinik zu brmgcn, wurden aber dort abgewre- sen Auf der Rückfahrt war der Eine von Beiden eingeschlafcn, nachdem er das Fuhrwerk und den' Kranken der Oblutt dcö zweiten Bruders anvertraut hatte. Dieser mußte nun wahr>cheln- lich den Tobjüchtigen'seiner Fesseln entledigt haben, denn der Letztere entfloh plötzlich von dem Wagen, um durch einen Sprung in die nahe an der Chaussee vorbeifilcßende Dill einen wettern Selbstmordversuch zu unternehmen. Der Führer des Wagens weckte, als er dies gewahrte, seinen schlafenden Bruder und beide liefen nun dem Kranken, der bereits m dem Wasser verschwunden war, nach, um ihn womöglich noch zu retten, und stürzten sich zu diesem Zwecke ebenfalls in den Fluß; doch der Rettungsversuch gelang nicht nur nicht, sondern der Eine der beiden aufopferungsvollen Brüder wurde noch das Opfer seiner Bruderliebe, indem er gleich dem Kranken ertrank. Rur dem letzten von den dreien gelang es noch mit genauer Noty sein Leben zu retten. Die Leichen der Verunglückten wurden demselben sodann zur Verfügung gestellt und von ihm nach seiner Heimath gebracht. Welcher Empfang mag dem Beklagenswerthen dort 9c*°^iJe^Uog;@nüben n Was in manchen Blättern unter der Rubrik „Theaterkritik" zu Tage gefördert wird, das geht oft in's Aschgraue und Zeisiggrüne. Wen mochte es nickt kühl um's Gesicht wehen, wenn er z. B. bei jetziger Julihitze m einem Schwe er Blatte folgenden Erguß eines Theater-Referenten liest: „Die alten Griechen gaben Apollo, dem Gotte der Dicht- und Tonkunst, den Beinamen Musagetes, d. h. Anführer der Musen. Ist auch in unserm materiellen Zeitalter d.c Zahl der echten Verehrer jenes Gottes eher kleiner denn großer geworden, so sendet er doch noch von Zeit zu Zeit aus dem Olymp, aus dem Himme des idealen Boten unter die Menschen, daß sie ihn auf Erden repräsentlren und das Reich,feiner rwigen Herrschaft hüten. Ein solcher Sendling von Apollos Gnaden ist der unermüdliche Director unseres Sommerthcaters Herr Heuberger." * (Bon der Wiener Weltausstellung.) Mancher Norddeutsche, schreibt Die „Dorfztg., versteht das Wiener-Deutsch nicht in seine Muttersprache zu übersetzen! Em solcher trat tn eine Restauration, um zu speisen Sogleich nahm ihn ein Kellner m Empfang und fragte: „wollen s, anä' Herr, entcn oder drenten speisen?" Der Herr denkt: En en hab ich schon genug gegeben, so will ich „Drenten" essen, das ist mir dock ciwas Neu«! Drenten! sagt er also dem Kellner. Dieser schiebt ihn höflich in's nächste Speisezimmer! — Hier derselbe Empfang, dieselbe Frage, dieselbe Antwort! Sofort wird der Herr in s dritte Zimmer geführt! Da wird es ihm doch zu arg! „Mein Gott!" ruft er aus, „ich will ja „Drenten" speien; warum schiebt man mich immer wieder aus einem Zimmer in s andere? Entenbraten liebe ich nicht. Glücklicherweise hört ein „Sprachkundiger" den Disput und klärt die Sache auf. Enten heißt auf Wienerisch „hier" und „drenten" drüben. Da nun der Fremde immer verlangt hatte, Drenten zu speisen, so hatte man ihn aus einem Zimmer in's andere, drenten, geschoben. Zuletzt aber, als er sich an die Tafel gesetzt, was offerrrte man ihm als Braten: cm Stuck Entenbraten. — Er aß daher sckließlich doch „Enten in Drenten!" — Falsche Münzen und Werthzeichen. Uns liegt ein amtliches Verzeichnig über die in letzter Zeit namentlich häufig aufgetauchten falschen Münzen und Werth- zeichen vor, dem wir folgende Angaben der hauptsächlichsten Falfificate entnehmen. Von Preußischen Silbermünzen giebt es Falfificate der Siegesthaler von 1866, ferner der Thalerstücl'e mit der Prägung von 1818 D, welche beide an dem fehlenden „mit in der Umschrift zu erkennen und in neuerer Zeit auch der Thalerfiücke mit der Jahreszahl 1814 und dem Bildnisse Friedrich Wilhelm HL in ziemlich schlechter Prägung. Außerdem kommen Preußische Fünfthalerscheine von 1856 mit blauem Rande vor, erkenntlich an dem oerschmienen Buntdruck, der unleserlichen Schrift und dem weichen, lappigen Papier. Auch 1-Thaler-Cassen-Anweisungen Ser. Vl, Fol. 155, Littr. B. 9,774,769 sind gefälscht. - Von ausländischen Münzen find anzufübren: Oester- reichi che Gulden und Sächsische 10-Neu-Groschenstücke von 1866, 20-Fr.-Go!dstücke mit d-m Bildnisse Napoleon III und der Jahreszahl 1870 mit sehr scharfer Prägung und nur am Gewicht als falsch erkenntlich; ferner Badische 10 - Fl. - Noten, aus photo- araphischem Wege hergestellt, die an dem mangelhaften oder ganz fehlenden Waffer- stempel zu unterscheiden sind. Amerikanische Dollar-Noten werden selbst von Kennern nur mit Vorsicht angenommen, da die Falfificate so genau nachgemacht find, datz sie selbst in den Amerikanischen Staatskassen unentdeckt angenommen und wieder verausgabt worden. Von Zins-Coupons der Bergisch Märkischen Eisenbahnen a 2 jtplr. la Sgr., fällig 1 October 1872 und den Oberschlesischen Eisenbahn-Priorttats Obligationen Lit. E. zu 1 Thlr. 22 Sgr. mit Coupon No. 18 per 1. October 1872 existiren Falsi- ficate, die man neuerdings auf den Bahnhöfen unterzubringen versucht hat. 3« -pejUö auf die cntwertheten Friedrichsd'or aus den Jahren 17a0 und 51, Werth: 5 Thlr. 12 Sgr. 6 Pfg; 1755 bis 1757, 1764 und 1765, Werth: 3 Thlr. 10 Sör.; 1759, Werth: 1 Thlr. 15 Sgr.; 1766, Werth: 1 Thlr. 22 Sgr. 6 Pfg ; 1767, Werth: 1 Thlr. 20 Sgr.; 1754 und 1758 ganz ohne Werth ist anzuführen, daß nach den Ermntelungen der Münze nur noch eine kleine Zahl im Cours oder in den Münzsammlungen sich befinden toll. Sic tragen übrigens alle die Prägungsbuchftaben A und U- Unbedingt werthlos sind alle Russischen Rubelscheine von 1—100, welche bis 18a5 m -Cours gesetzt sind, desgleichen Königlich Sächsische Cassenbillets von 18a5; Preußische Banknoten über 50 Thlr. von 1845; Schwarzburg-Rudolitädter Cassenscheine u l und 5 Thlr. von 1848; Schwarzburg-Sondershausener Cassenanweisungen ä 1 und 5 Thlr. vom 11. März 1854, ä 10 Thlr. vom 20. December 1855; Braunschweigische Bank- unb Darlehnsscheine ä 1, 5, 20 Thlr. vom 7. März 1842, und Brauaschweigifche Banknoten ä 10 Thlr. Gold von 1856. Preuss. 4,;3°/o Oblig. 103 4 Frankf. 3V?/o Oblig. 87 Nass. 4V2°/o Obi. Kurhess. 4°/° n 955/a Gr. Hess. 5% Obi. — n « 40/0 „ 99 „ n 31/2% n - Bayer. 5% n — „ 4V»°/o 1jährige 102 , do. IL Emiss. 82 Aikleliensloose« Darmstädter fl. 50Loose — n n 25 n - Kurh. 40 Thlr. Loose 69 V* Nassau 25 fl. 453/4 Braunschweiger 23 30 0 Oldenburg. ä40Thlr. 37 40,0 bayr. Präm.-Anl. 111 40/0 badische Locse 109 Badische fl. 35 Loose 68 Oestr. fl. 250 v. 1854 92?/k 1868r Prioritätsloose 198 l840r Loose 93 Va 1865r „ — Actien« 50/0 östr. F. St. E. B. 349 Vz Lombard. Bahn 1941/? Ludwigsh. Bexbach 187> Maxbahn 131V2 Bayer. Ostbahn 120 Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. — Oberhessen „______ Prioritäten« 30 0 östr. Stsb. Prior. 60 V4 a l gemeiner Anzeige r. Besondere Bekanntmachungen. Bekanntmachung. 3451) Die am 15. d. Mls. fällig gewesenen Pachtgelder von städtischen Triebvierteln können in den ersten 8 Tagen an den Zahltagen Dienstag, Donnerstag und Samstag ohne Kosten zur hiesigen Stadtkaffe bezahlt werden. Gießen, den 28. Juli 1873. Der Stadtrentmeister: Enders. Oeffentliche Aufforderung. 3440) Nachdem Kaufmann Louis A l l- menröder von Lang-Göns mit seinen gerichtsbekannten Gläubigern ein Arrangement abgeschlossen, dessen Einsicht denJnteressenten in der Registratur des unterzeichneten Gerichts freisteht, werden alle gerichtsunbekannte Gläubiger desselben aufgefordert, binnen 14 Tagen ihre Forderungen bei ^unterzeichnetem Gerichte anzuzeigen und etwaige Einwendungen gegen das Arrangement geltend zu machen, widrigenfalls dasselbe bestätigt und in Vollzug gesetzt wird. Gießen, den 22. JuU 1873. Grobherzogliches Stadtgericht Gießen In Erledigung der Stadtrichter- Stelle: Ouvrier, Scriba, Stadtg. - Assessor. Stadtg. - Assessor. Verkauf zum Abbruch. 3438) Samstag den 2. August 1873, Mittags 1 Uhr, soll auf hiesigem Rathhause ein zweistöckiges Wohnhaus, 6,3 Meter lang, 5,5 Meter tief, zum Abbruch öffenlich versteigert werden. Lich, den 25. Juli 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. I. A.: ________K- Schön, Bezirksbauaufseher. Dienstag den 29. d. Mts., Z Abends 6 Uhr, soll die Hafer-Erndte von circa 2 Morgen, der Selterspförter Schäferei-Gesellschaft gehörend, am sogenannten Haasenköppel, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Gießen, den 26. Juli 1873. Der Vorstand. Wrsteigerungen. Main-Weser- Bahn. Verkauf v. Bahnschwellen. 3447) Freitag den 1. August d. I. sollen auf dem Bahnhof zu Gießen eine große Partie alter Bahnschwellen öffentlich an die Meistbietenden veikaust werden. Der Anfang ist des Nachmittags um 3 Uhr dem Postgebäude gegenüber. Gießen, den 28. Juli 1873. Der Bahnmeister: Gerhard. und Ur. 1' Emser (3427) A. Nauheimer in seinem Porzellan: (1867) Prompte und billige Bedienung. Zeitungs-Cataloge gratis u. franco. Bei der unter. rc a un§ zubereiteten Emil Fischbach. Gießen. KM! Südamerikanische braune Cigarrettcn Neue holländische Voll- I. A. Busch Söhne. 3395) In Lit- D. Nr. 149 sind gut er- co CO in Weiß, Gold und Farbig decorirt; in lackirten Blechwaaren: Kaffee- und Theebretter, Brodkörbe, Zuckerdosen 3439) Ein möblirtes Zimmer, Parterre, zu vermiethen. Sonnenstraße 77. in Glas u. Crystall: Blumenvasen, Die flruction vom 152. 153. 1! Wir Monats ohne 332b) Wir beehren uns hiermit anzuzeigen, daß wir Herrn Emil Fischbach' Seltersweg in Gießen, das General - Depot sur Gießen und Umgegend des von Ernsee Keffel- und Krän- e esbrunnen, Fachinger, Friedrichshaller Bitterwasser, j Homburger Elisabethen- brunnen, Kissinger Rakoczy, Fischglocken, Figuren, Blumentöpfe, Blumenampeln; bestehend aus Milch, Waizenmehl und Zucker übertragen haben. Rohrbach (Amt Eppingcn, Baden) 1873 Gifsey & Schiele. 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Juni ein „Eingesandt des Herrn Beigeordneten Felsiug, lautend: „In Betreff des Artikels „Abwehr" Nr. 132 des Gießener Anzeigers vorläufig die Mittheilung, daß ich den in demselben benamten Ausdruck, „die Unterzeichner der Aula-Adresse seien Proletarier" nicht gebraucht, noch gesagt habe, auch selbstverständlich nicht sagen konnte. ''Felsiug, I. Beigeordnete." Nach diesen öffentlichen Erklärungen zu urtheilen, ist eine Klage gegen den Einsender des Proletarier- Artikels angestrengt worden. Die Unterzeiä)neten bitten nun, da bereits verschiedene Wochen verflossen, den- oder diejenigen, die es angeht, um gefälliges gütiges Resultat des Ausgangs der Proceßsache, um Wahrheit von Lüge unterscheiden zu können. Mitbetheiligte der Proletarier-Adresse. 3442) Ein Canarienvogel ist fortaeflogeu s Neuen-Bäuen B. 88, 3 Treppen hoch. Dem g Wiederbringer 30 fr. Belohnung. ■