<872 Etikette S viertrljähng 1 fl. 12 kr. mit Bringetlohn. Durch die Psst bezogen vierteljährig 1 fl- 39 ft. Oießemr Anzeigtr. Erscheint täglich, mit Ä* nähme SoimtagS. Srpeditiou: 8aaght6tta, Sit B. Nr. 1. Mnzeige- und Wntsßtatt für den Kreis Kiessen. blenz. (147) 'Kunst, blich. > Napoleon, Die alten An Deinem i Kraut ge- ichichte von 'litag, von ürkensestung von 6--W- ustrationen: , von Hugo - RM n mit seiner von Ludwig iottchen von Aollarz. - - Finnen nn. - AuS id ohne An- wissenhafleste lonstarif I. itcm Erfolge wovon wir tni Rabatt tion. Batik Anträge nut 1381,000' )SO/OOO» qert. i)iiung i)er lt auf 22,278, jj.740M. 4 276,6 <6- Zahlt 1871 fr als. » nebmp |U welbrU' M‘nt £ , Dur»' Nr NW.__________________________Freitna den 25. April - ....... ........... ■ । MMMI |i fl in t sicher T lz e i l. Bekanntmachung, betreffend: Trichinen. Nachdem erst vor wenigen Monaten in verschiedenen Fällen das Vorhandensein von Trichinen in von answärts importirten Schweinfleischwaare» datier konstatirt worden ist, hat Fleischbeschauer Lony in den letzten Tagen abermals Trichinen in amerikanischen Speckseiten, welche von einer hiesigen Handlung eingeführt worden waren und in mehreren Schinken, welche ein Privatmann aus Amerika bezogen hatte, entdeckt. Wir sehen uns deßhalb veranlaßt, wiederholt vor dem Genuß der aus Amerika importirten Schweincfleischwaaren zu warnen und darauf aufmerksam zu machen, daß nur gehöriges Durchkochen oder Durchbraten des Schweinefleisches vor der Trichinenkrankheit sichert. Zugleich bemerken wir, daß es nicht möglich ist, sämmtliche, von auswärts hierher gelangenden Maaren der fraglichen Art, namentlich auch die anderwärts fabricirten Cervelatwürste, mikroscopisch untersuchen zu lassen, beim Genuß von dergleichen Maaren daher unter allen Umständen die größte Vorsicht geboten ist. Gießen, den 23. April 1873. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. Gießen, am 22. April 1873. Betreffend: Kostenverzeichwsse wegen Beitreibung der Communalintraden vom 1. Quartal 1873. Das Grotzherzogiiche Kreinamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien zu Aliendorf a. d. Lahn, Allendorf a. b. Lda., Annerod, Bersrod, Beuern, Dau- bringen, Eberstadt, Ettinghausen, Garbenteich, Groß^Linden, Hansen, Mainzler, Münster, Rödgen, Trohe und Watzenborn. Wir erinnern Sie an die Einsendung der rubricirten Kostenverzeichuisse binnen 8 Tagen. v Röder 2029) Bekanntmachung. Der Kalkbrenner Karl Haas von Steinbach beabsichtigt, in der Gemarkung Gießen, rechts vom Leihgesterner Weg, auf dem Grundstück Flur XV Nr. 240, einen Kalkofen zu errichten und in Betrieb zu setzen. Etwaige Einwendungen gegen dieses Unternehmen sind binnen 14 Tagen bei uns vorzubringen, wiedrigenfalls dieselben in diesem Verfahren keine Berücksichtigung mehr finden können. Zeichnungen und Beschreibung können während der Frist auf unserer Registratur eingesehen werden. Gießen, den 9. April 1873. Großherzogliches Kreis amt Gießen. v. Röder. Pa(iltfcf) Thoren und Dethörte. Der Reichstag wird sich über klirz oder lang mit zwei Gesetzentwürfen zu beschäftigen haben, die für die politische Entwickelung unseres Volkes von unermeßlicher Tragweite sind, mit dem Preß- und Vereinsgcsetz nämlich. Wie -aus wirthschaftlichem Gebiete ein großer Theil der die freie Thätigkeit jedes Einzelnen hemmenden ; eschränkungen bereits entfernt ist, so soll auch auf geistigem Gebiete jedes Hinderniß des freien Verkehrs des unmittelbaren und mittelbaren Gedankenaustausches beseitigt werden. Wenn man die gesetzgeberische Entwickelung eines Volkes einer kritischen Beobachtung unterwirft, dann wird man finden, daß jed-w aus gesetzlichem Wege errungene Fortschritt im Großen und Ganzen nichts anderes ist, als der genau formnlirte Ausdruck der Anschauungen, von welchem das Volk, in seiner Gesammtheit, beherrscht wird. . Co kann auch jeder gesetzliche Fortschritt als ein sicherer Maßstab für die fortgeschrittene Erkenntniß gelten. In jedem auf gesetzlichem Wege erreichten .Fortschritt liegt implicite auch ein Zeugniß für die höher gediehene Reife des Volkes. An der wirthschaftlichen Gesetzgebung, wie sich dieselbe innerhalb der letzten Jahre in Preußen und Deutschland vollzog, kann man es Schritt für Schritt nachweisen, daß immer erst dann die betreffende Verkehrsschranke aufgehoben wurde, als bereits längst vorher der Gedanke von der Unhaltbarkeit des bestehenden Zustandes zum vollsten Durchbruch gelaugt war. Nicht anders verhält es sich mit den bereits erwähnten, die geistige Entwickelung des Volkes betreffenden Vorlagen. Man fühlt allgemein das Drückende der bestehenden Verhältnisse. Die große, gebildete bürgerliche Gesellschaft empfindet es als eine peinliche, mit ihrer Gesammtanschauung nicht zu vereinbarende Anomalie gerade auf dem Gebiete des Vereinsrechts unter die gängelnde Bevormundung gesetzt zu werden. Der gebildete Theil der Bevölkerung fühlt und begreift, daß es mit unserer Bildungsstufe unverträglich ist, daß man den Zeitungen, diesen unverdrossenen, flinken Tagesherolden, durch allerhand quälende Gesetzes - Vorschriften ihre Freiheit der Bewegung verkümmern will. Cie verlangt demgeinäß den gesetzlichen Ausdruck für ihre längst erreichte Mündigkeit in Form neuer zeitgemäßer Bestimmungen über das Preß- und Lereinswesen. Gerade in diesem Augenblicke tauchen in einem Theile unseres Vaterlandes Symptome recht betrübender Natur auf, die sicherlich von den Gegnern jener liberalen Gesctzforderungen in ihrem Sinne werden ausgebeutet werden. Unsere Regierung, sowohl die im Reiche, wie auch die preußische, ist in voller rrformirender Thätigkeit begriffen. Auf allen Gebieten der Verwaltung bemerken wir den rüstigen Fortgang einer verbessernden Gesetzgebung, da dringt ein er Theil. recht unheimlicher Klang an unser Ohr. Verblendete, von gewissenlosen Agitatoren aufgehetzte Massen durchbrechen die gesetzlichen Schranken und suchen, auf die eigene rohe Gewalt gestützt, Abhilfe irgend welcher vorhandenen oder eingebildeten Mißstände. Diese sogenannten Bier-Revolutionen in Mannheim, in Frankfurt sind gerade in diesem Momente fatal. Denn hinter diesen anscheinend improvisirten Straßen-Scandälern steckt so etwas, was nach einem System riecht. Diese Thorheiten haben bereits Bürgerblut gekostet. Die Straßen einer friedlichen, fleißigen und gebildeten Stadt hallten von dem Geschrei wilder Rotten wieder. Viele Todte liegen bereits dahingestreckt, als furchtbare Opser ihrer rasenden Verblendung. Ein geistreicher Mann hat einmal gesagt, sobald der Wahnsinn epidemisch geworden, nennt man ihn Vernunft; allein die Staatsgewalt wird hoffentlich dafür sorgen, daß diese Sorte von Vernunft niemals officielle Anerkennung finde. Die Herren Socialisten, oder wie auch immer die Anstifter jener schaudervollen Tollheiten heißen mögen, irren aber in einem Punkte gar bedenklich, und dieser Jrrthum wird für sie verhängnisvoll werden. Unsere Gesellschaft nämlich ist nicht, wie anderwärts, in der Auflösung begriffen, auf deren Trümmern die neue communistische Ordnung etablirt werden könnte. Unsere Gesellschaft, die bekanntlich in ihrer Organisation den Staat ausmacht, fühlt sich nicht blos, sondern ist auch stark genug, um diese zersetzenden Elemente zu paralisiren. Unser Staat ist noch, Gott sei Dank, kräftig genug, um sich durch solch vereinzelte, wenn auch tief beklagenswerthe Störungen, weder zum Stillstand in der freiheitlichen Gesetzgebung, noch zu rachsüchtigen Maßnahmen bewogen finden zu lassen. Schlimm ist es freilich, wenn der gesetzliche Sinn der Massen noch so wenig ausgebildet ist, daß dieselben urtheilölos jenen zerstöruugssüchtigen barbarischen Fanatikern anheim» fallen, die keine einzige wahrhaft große Jd i auch nach nunmehr eingetretener Besserung. Ist ein Thronwechsel im Vaticai : bereits unter gewöhnlichen Umständen ein folgenreiches Ereigniß, was wird eil solcher erst gegenwärtig zu bedeuten haben? Es ist kein Zweifel, daß unter den Cardinälen bereits mehrmals Besprechungen stattgefnnden haben, derer Resultat vor der Hand dahin festgestellt scheint, daß das Conclave, falls do: : päpstliche Stuhl binnen Kurzem leer würde, in Rom selbst stattfinden sollt. Ein unmittelbar hinter der Sacriftei der Peterskirche gelegenes und in der Einfriedigung des Vaticans begriffenes Gebäude, welches den Canonikern voi St. Peter zugehört, eignet sich vollends zu dem Ceremoniel einer solchen Versammlung und soll auch bereits für die vorkommenden Fälle als Sitz des Con claves bestimmt worden sein. Ein hinlänglich großer Saal und rings um den selben kleine Wohnungen, die man mit geringen Kosten für etwa 40 Cardinal! lind ihre Secretäre einrichten kann, eignen dieses Gebäude durchweg. Unter den 45 Cardinälen, welche die katholische Kirche im gegenwärtigen Augcnblick- zählt, werden wohl mir höchstens 36 ui Rom an dem Conclave Theil nehmer. können, da die anderen durch ein hohes und gebrechliches Alter an einer langer Reise verhindert sein dürften Ist es auch bei den unzähligen Zwischenfälle: den wärmsten Antheil nehme, der Ich mit besonderer Werthschätzung bleibe k. Schweiz. Bern, 22. April. Sämmtliche Regierungs-Statthalter des Jura sind Behufs Berichterstattung über die Lage an den Regierungsrath hier eilige troffen; da mehrere suspendirte Pfarrer trotz des Verbotes gepredigt haben, stehen weitere Negierungsmaßregeln in Aussicht. tfrcmlireid). Paris, 22. April. Die Nachricht der Blätter, Manteuffel habe gestern Thiers besucht, ist falsch. Manteuffel Hai Nancy nicht verlassen. — Das amtliche Blatt veröffentlicht die Tabellen über den Eingang der directen und üv directen Steuern; ans denselben geht hervor, daß die Einnahmen des Vierteljahres die im Budget von 1873 vorausgeschenen um 14,993,000 Franken übersteigen. Grovy hatte heute eine Unterredung mit Thiers. Es ist noch sehr unsicher, ob Thiers nach Wien geht. Die französische Regierung wird wahr- scheinlich durch den Handelsminister repräsentirt — Heute Abend findet in Menilmontant eine Pnvat-Versammlung statt, in welcher Gambetta spricht. 700 Einladungen wurden vertheilt. Otafien. Nom, 22. April. Je länger der greise Papst genöthigt sein wird, ein Krankenlager zu hüten, an dessen Rande man stehend hervorragende Persönlick- keiten zum Besuche heranläßt, theils um die öffentliche Meinung irre zu führen, theils auch um die Neugierde der Diplomatie zu befriedigen, um so reger werden die Besorgnisse für das Leben eines Mannes, an welches sich die Ultra montanen aller Länder geklammert haben. Es ist nicht mehr zu läugnen, daz der Papst sichtbar an Kräften abnimmt und zeitweilige Fieberanfälle zu bestehen hat, aus welchen der hohe Kranke stets ermatteter hervorgeht. Seine Hausärzte, zu welchen außer den Doctoren Viale-Prelü und Sartori auch der i.t einem an das päpstliche Schlafgemach stoßenden Zimmer wohnende Carmelitcr- Mönch Fra Salvatore gehört, haben unter der nächsten Umgebung des Papste! ihre Besorgnisse ausgesprochen. Nicht der Charakter noch der Verlauf dieses rheumatischen Anfalles, wohl aber di? b, einem so hohen Alter leicht plötzlio eintretenden Zwischenfälle geben der .mehr zehntägigen Krankheit des Papste» bedenklichen Ernst. Der für den Fall einer Erledigung des Stuhles zun Fahrgasse rc. das Signal mit einem Horn gab. Der junge Mensch, welcher an der Leiche auf dem Domplatz eine die Menge aufreizende Rede hielt, ist ans Isenburg. München, 21. April Das Handschreiben, welches S. M. der König an die Freifrau v. Liebig gerichtet hat, wird uns im nachstehenden Wortlaute mitgetheilt: „Frau Geheimräthin v. Liebig! Es ist ein Bedürsniß meines Herzens Ihnen durch gegenwärtige Zeilen die tiefe Trauer kund zu geben, in welche Mich das Hinscheiden Ihres Gemahles, des Geheimrathes Justus Frhrn. v. Liebig versetzt hat. Seit vielen Jahren konnte die Hauptstadt Meines Landes sich mit Stolz die Heimath des Verewigten nennen; hier war der Mittelpunkt seines reichen Schaffens nnd unvergänglich wie sein Name bleibt die mächtige Anregung, welche er auf weite Kreise der Bevölkerung zu üben wußte. Deß- halb wird der Verlust des großen Forschers so sehr er die ganze Welt trifft, nirgends schmerzlicher empfunden werden als in München und Bayern. Empfangen Sie auch von meiner Seite die Versichernng, daß ich an Ihrem herben schränkt werden. , , ,, , , - Berlin, 22. April. Die kürzlich gegebene Mittheüung, wonach das Aeltesten-Collegium der Berliner Kaufmannschaft einen Protest gegen die Rede des Aba. Lasker und speciell gegen deren Bemerkungen über die Börse beabsichtige, hat inzwischen volle Bcstätignng gefunden. Der Protest ist an den Reichstag abgegangen. Sein Inhalt kommt im Wesentlichen ans eine Verwah- rnng dagegen hinaus, daß man die Börse nicht für Ausschreitungen Einzelner, welche zuqestanden werden, verantwortlich machen und deßhalb in ihrem Ansehen herab eben dürfe. Der Reichstag wird wohl in einer seiner nächsten Sitzungen davon Kenntniß erhalten. - Der Abg. Lasker ist jetzt definitiv als Syndicns des städtischen Pfandbrief-Amtes angestellt, welches Amt er bisher provisorisch inne hatte. Berlin, 23. April. Der Reichstag erledigte die erste Verathung des Völk-Hinschius'schen Gesetzentwurfs über die bürgerliche Form der Eheschließung durch Ueberweisung an eine Commission von 14 Mitgliedern. Die Centrums- partei hatte den Gesetzentwurf wegen der angeblichen Jncompetenz des Reichstages bekämpft. Bei Berathung der Petitionen wurde der Löwe'sche Antrag, den Reichskanzler zur einheitlichen und gesetzlichen Regelung des Impfwesens mit Vaccinations- und Revaccinationszwang aufzufordern, angenommen. Berlin, 23. April. Bekanntlich umfaßt das Gesetz, betreffend das Verbot des Jesuitenordens außer diesem Orden selbst auch die demselben verwandten geistlichen Genossenschaften. Welche Orden unter diesen Begriff fallen, ist seit Erlaß jenes Gesetzes Gegenstand eingehender Untersuchung gewesen. Wie man in Bundesrathskreisen hört, ist dem betreffenden Ausschuß jetzt eine Vorlage zugegangen, wonach zunächst fünf Orden, als den Jesuiten verwandt, unter das Verbot fallen sollen. Wir vermuthen, daß dazu die Redemptoristen, die Lazaristen oder Vincentiner, die Väter vom h. Geiste und die Schwestern vom h. Herzen Jesu gehören- Eine dieser dem Verbote verfallenden Genossenschaften zählt nicht weniger als 16 Niederlassungen. Selbstverständlich handelt es sich hier nur um eine Ausführungsbestimmung für das Jesuitengesetz, die also vom Bundesrath allein erledigt wird. Frankfurt, 24. April. Aus bester Quelle erfahren wir nachträglich einige Details über die den Bier-Crawall begleitenden Umstände, deren Mit- theilung immerhin noch Interesse erregen dürfte. Bereit- am vorigen Samstag, 19. d., wurde der Stadtcommandant, Generalmajor v. Loos, durch den Polizei- Präsidenten v. Hergenhahn von den umlaufenden Gerüchten in Kenntniß gesetzt und ersucht, die Haupt- und Constabler-Wache am Nachmittag des 21. b. angemessen zu besetzen, welchem Ersuchen auch entsprochen wurde. Gleichzeitig erfolgte die Consignation der übrigen Mannschaft der beiden hier garni- sonirenden Bataillone des 81. Infanterie-Regiments in ihren Kasernen. Die bis zum Nachmittag des 21. d der Stadt zugeströmten Menschen werden auf 6—8000 geschätzt, und gehörten vorzugsweise dem Arbeiterstande an, darunter Frauen und Kinder und halbwüchsige Bursche, deren Erscheinen übrigens an diesem Tage nichts Ungewöhnliches war und nirgends einen excessiven Charakter hatte. Die Zerstörungen begannen, wie wiederholt erwähnt, in der Lindhei- mer'schen Brauerei, wo ein Arbeiter dazu ausgereizt hatte, und wo unter Assistenz einer von der benachbarten Constablerwache herbeigerufenen Patrouille die Anstifter verhaftet wurden. Kaum war hier die Ruhe hergestellt, so tauchten in allen Theilen der Stadt Trupps von Gesindel in Stärke von 20, 40 bis 150 Mann aus, welche die Angriffe auf die Brauereien und Wirthschaften in offenbar planmäßiger Weise unternahmen. Für den Dienst auf der Straße waren nur 52 Schutzleute disponibel, und diese wurden überall und fast sofort mit Knütteln und Steinwürfen empfangen, so daß militärische Hülfe requirirt werden mußte. In Folge dessen eilten zwei Compagnien im Laufschritt nach den bedrohten Punkten, die sich indessen über die ganze Stadt verbreiteten und also zu wirksamem Schutz eines größeren Aufgebots bedurften. Nach und nach kamen denn auch sechs Compagnien in Thätigkeit, und in jeder der beiden Kasernen blieb noch eine Compagnie, um von hier aus die in der Nähe liegenden Wirthschaften zu schützen. Es dauerte bis gegen Mitternacht, bis die Ruhe völlig hergestellt war. Zur Charakterisirung der Excedenten dient die von uns bereits erwähnte Beraubung eines Schuh- und Kleider - Magazins im Müller'- schen Hause in der Fahrgasse, aber noch in weit widerlicherer Weise die That- sache, daß selbst die Leiche eines der unglücklichen Opfer nach Anzeige der Angehörigen bei der Polizei der Uhr und Kette, des Portemonnaies und Messers beraubt wurde Die Namen der 18 Todte haben wir bereits mitgetheilt. Die Zahl der Verwundeten wird auf 40 angegeben, wobei jedoch Diejenigen, welche sich in ihre Heimath begeben konnten oder sich in Privatpflege befinden, nicht einbegriffen sind. Nach polizeilichen Meldungen soll die Zahl dieser aber nicht bedeutend sein. Verhaftet wurden über 150 Personen. Vom Militär sind 1 Offizier und zwei Mann unerheblich verwundet, von der Polizei der Commissär Bergmann und 3 Schutzleute, die zwar das Bett hüten müssen, deren Zustand aber ebenfalls kein Bedenken erregt. Auch Polizei-Comissär Schuhmacher erhielt Reise verhindert sein dürften Ist es auch bet den unzähligen Zwischenfaller einen nicht bedeutenden Hieb über die Hand. Demolirt sind im Ganzen 18l eines noch ungewissen Ereignisses dieser Art kühn zu nennen, irgend ein Prog Wirthschaften. Von fremden Truppen waren zwei Bataillone Siebenundacht nosticon zu stellen, so geht aus den Gesprächen, welche über diesen Gegenstand ziger aus Mainz und zwei Bataillone Achtziger aus Wiesbaden und Homburg chn der Tagesordnung sind, dennoch so viel hervor, daß der Sieg der Candr zugezogen worden. Erstere gehen nach Mainz zurück, die anderen bleiben vor- daten, welche die Jesuiten mit besonderem Eifer befürworten, der eines^Panc läufig hier. Die Einwohnerschaft wird sich also noch für längere Zeit auf bianco oder Riario Sforza, nur wenig Chancen für sich hat. Denn die Stimmt Einquartirtmg gefaßt machen müssen, und wir wollen wünschen, daß die städti- der öffentlichen Meinung hat auch im Cardinals-Collegium Eingang gefunden, sche Einquartirungs-Commission sich ihrer Aufgabe in befriedigenderer Weise und werden wohlwollende Persönlichkeiten aus dem Drucke der gegenwärtiger entledigt, als am Dienstag Abend, wo sie zwar die Bewohner einer Reihe von Uebertreibung entfesselt, so könnte in einem Morichini, de Silvestris oder di Straßen durch Placat benachrichtigte, daß wahrscheinlich Einquartirung kommen Pietro wohl auch ein versöhnlich denkender liberaler Papst dieZügel der Kirche- würde, aber ein ganzes Quartier, das dem Aüerheiligenthor gelegene Ostvier-^zu fassen bestimmt sein. Auch eine andere Richtung hat ihre Fürsprecher, nänt ften Stadttheile und nur wenige Studenten sind reich genug, in ihrer Nähe tel, nicht unter die zu belegenden Straßen aufnahm, nichtsdestoweniger jedock ücb eine Wohnung zu miethen. Die sehr verminderte Frequenz an der Uni- noch nach Mitternacht eine große Anzahl Soldaten dorthin dirigirte, die nun toerfität Berlin wird zum Theil auf diese Wohrnmgsnoth zurückgesührt, und die im tiefsten Schlaf liegenden Bewohner erst herausschellen mußten, während man bat allen Ernstes den Plan besprochen, die Universität mit allen ihren sie andernfalls Alles bereit gefunden hätten. Instituten in die Umgegend, nach Lichterfelde, zu verlegen! Das ist leichter', Frankfurt, 24. Aprrl. Aus dem Frankfurter Wald wurde gestern aesaat als gethan. Inzwischen sucht man den großen Uebelstand möglichst ju.eine Anzahl wahrscheinlich bei den Montags-Excessen beteiligt gewesener Judi- lindern Der Ober-Pedell ist beauftragt, Meldungen von Studentenwohnungen,viduen eingeliefert, welche sich daselbst in verdächtiger Weise umhergetrieben entaeaenzunehmen und sie den Studenten mitzutheilen. Außerdem gehr manchatten. Auch aus dem Röderwäldchen wurden einige Burschen herausgeholt, mit dem Plane um, eine Art Studenten-Convict zu erbauen. Es handelt fid);(Siner rief auf dem Transport zur Konstablerwache unaufhörlich: „Es lebe die zunächst um ein Haus mit 50 Studentenwohnungen für Philosophen und Theo- Commune!" Einige hiesige Bürger, welche am Tage der Excesse unziemliche logen Eine ausschließlich für das Studentenhaus bestimmte Speiseanstalt soll Aeußerungen gemacht, wurden verhaftet und erst gestern, nachdem sie verhört, zur Benutzung freigestellt die akademische Freiheit aber in keiner Weise be- wieder freigelassen. Wie wir hören, wurde ein Oberräder Portefeuille-Arbeiter - - - ' ö als Derjenige ermittelt, welcher beim Angriff auf die Bierlocalitäten in der iipb ■ man Frank ®r.C joÖ !> ,reiche den, desP gareth beni l befahl leit zu die $ nach S welche gourai Danip dem R Transl gienun begang suspen! ein T consivci der S weg un brau Liter dehiel Ctrfai fr. fßt Quant Unruhe höchster Rock Nt Bucl Tun Sch! Äali ßch Str Kin mit Stjt Dir M): Uhrke ®olb 8tfo 2020) bache Trotz-! von G eines 1 Jbentit werden das C Leiche jenigt «ufsch unterzk Alte Grö, tiaai 'N N Gest Ach die, einen sehr alten Cardinal, etwa de Angelis, zum Papste zu wählen und dessen kurze Regierung als einen Zeitraum zu betrachten, binnen welchem man die Ereignisse abwarten könne, namentlich einen Umschwung der Dinge in Frankreich. t ,,,, . Nom, 23. April. Nach dem Urtheil der Aerzte und namentlich des Dr. Cerravalli, ist der Papst als jgeheilt anzusehen Die rheumatischen Schmerzen haben in Folge kräftiger Schutzmittel beinahe gänzlich aufgehört. Pius IX. soll zum Dank dafür in der Kirche der heiligen Calistus und Stephanus, in welcher der heilige Marcus, der Schutzpatron aller an Rheumatismus Leidenden , verehrt wird, ein Triduum angeordnet haben. Während der Krankheit des Papstes haben der König, der Prinz Humbert und die Prinzessin Margarethe alle Tage Hof-Offtcianten in den Vatican geschickt, um sich nach dem Zustande des heiligen Vaters zu erkundigen. Als es der Papst erfuhr, befahl er. die Boten der königlichen Familie mit aller ihr gebührenden Höfliche feit zu behandeln. Nom, 24. April. Einer Meldung der .Opinione" zufolge ist über die Reise des Königs nach Wien bisher nichts beschlossen. Falls der Köniz nach Wien reiste, würde er auch nach Berlin reisen. Haag, 23. April. Der Regierung sind keine Meldungen zugegangen, welche die gestrige Londoner Nachricht aus Penang bestätigten. Dem „Staats- Courant" zufolge ist Padang als MilitMation ausersehen, von wo aus zwei Dampfer eine Verbindung mit Atschin unterhalten, wodurch die Nachricht von dem Rückzug der Truppen nach Padang vermuthlich verursacht sein wird. Börsennachrichlcn. 24. April 1873. Action. 5O/o östr. F. St. E. B. 359i/2 Lombard. Bahn 204 Ludwigsh. Bexbach 190 MaxLahn 135 Bayer. Ostbahn 124 Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. — Oberhessen „ 74 Prioritäten« 3O/o östr. Stsb. Prior. 597/e 3% östr s. Lombard 50’/a 3°/o Livorneser — 5% Toscaner 56% 5°/o Elisabeth.-Prior. 855,z8 do. II. Emiss. 831/2 Anleliensloose. Darmstädter fl. 50Loo»e 25 n n 25 „ 57i/2 Kurh. 40 Thlr. Loose 72 Nassau 25 fl. 481/» Braunschweiger — 3°/o Oldenburg, ä 40Thlr. 38Ve 40/o bayr. Präm.-Anl. 112’/b 40/o badische Locse 1103/4 Badische fl. 35 Loose 70 Oestr. fl. 250 v. 1854 95% 1858r Prioritatsloose 209 1860r Loose 94s/a 1864r „ 17312 Wechsel. Amsterdam k.. S. 97% Augsburg k. S. 100 Berlin k. S 104r/8 Bremen k. S. 105 */6 Brüssel k. S. 931/» Hamburg k. S. 104% Leipzig k. S. 105 London k. S. H73/< Lyon k. S. — Paris k. S. 923/^ Wien k. S. 1067/8 ditto m. 8. IO6V4 ditto 1. S. 1065/6 Disconto 5 °/° Goldsorten, fl. kr. Pr. Friedrdor 9 57—58 Pistolen . 9 39—41 „ doppelte 9 39—41 Holl. fl. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 20V»—21‘/a Engi. Sover. 11 47—49 Russ. Imper. 9 39—41 Dollar in Gold 2 26»/2—27 «/2 Preus». 41/3°,q Oblig. 104i/4 Frankf. 31/2% Oblig. 88 Nass. 41/gO.o Obi. 100 Kurhe»». 4<* ° „ 971 b Gr. Hess. 50,6 Obi. 1013 4 n „ 40/0 „ 99 n n 31/20,0 „ 95V2 Bayer. 50/0 „ 100‘/4 „ 4i/a% 1jährige 100 „ 40 0 1jährige — Würtemb. 4 ‘/20/0 Obi. 100'/0 Baden 4’/a^/o ObL c. E. L. 100*/ß Oesterr. Silberrente 663/4 „ Papierrente 64'/, Spanier, neuest. 3% 207/b Amerik. Bonds 1881r 983/4 n ' n 1882r 961/4 . n 1885r 971/4 „ „ 1887r 98 Actien« Frankf. Bank 145 Frankf. Vereins-Kasse 1483/a Darmst. Bankact. 446 Wien Bankactien 1008 Oest. Creditact. 3521/3 Galizien — flmerüla. New-Bork, 23. April. Die Modoc - Indianer griffen Munitions- Transporte an, wurden jedoch durch Geschützfeuer zurückgewiesen. — Die Negierung hat eine Untersuchung bezüglich der von Weltausstellungs-Commissären begangenen Unregelmäßigkeiten angeordnet und die compromittirten Beamten suspendirt. -- Nach Berichten aus der Havannah erließ die dortige Regierung ein Decret, durch welches einer Anzahl Ehefrauen von Insurgenten deren confiscirte Güter zurückgestellt werden. fljicn. Bombay, 23. April. Sir Bartle-Frore hat Verträge über Aufhebung der Sklaverei auf Mascat und in Macula abgeschlossen. Vermischtes. Heidelberg, 21 Avril. Auch hier besckloß eine Anzahl der angesehensten Bierbrauer einen Pre'.saufsch'ag von 25 pCt- auf den halben und 33 pCt. auf den Viertel- Liter (4 auf 5 fr. und 2 auf 3 fr ). Da jedoch eine Minderheit den alten Preis beibehielt und zu der Entleerung der Bierlocale der Ersteren auch der Beschluß einer Versammlung der social - demofratischen Partei fam, höchstens die Erhöhung von Vt fr. für das Viertel-Liter zuzngeben, weil die Bedienung durch Verabreichung fleinerer Quantitäten mehr in Anspruch genommen werde — beschränkten stch die hiesigen Bier- Unruhen auf das Zerschlagen einiger Biergläser, und ist jetzt wieder der alte Preis, höchstens mit der angegebenen kleinen Aenderung, überall gang und gäbe. Fri sch b ä cker Gieße». Sonntag beit 27. April. Martin L-nz Marktstraßk. C)r. Lampus Selters- weg und Heinrich Noll in der Neustadt.____ Ä f f ü k m f i n e Münztäsrtchkn. 1. Pfennige zu Hellern und Kreuzern. II „Di 3). 1 Kreuzer zu Marken (Pfennigen). Guldenrcchnung liebt die j Siebenzahl." x 5 = 35 fr. — 10 Sgr. = 100 Pf. — 1 Mk. III. Gulden, Marken, und Th al er. 4). 7Fl. = 12Mk. = 4 Thlr. Gediichtnißzahlen: 1). 7HI- — 2). 7 kr. — L 5Pf- 0Pf- Pfen. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Hl. 1,4 2,8 4,2 5,6 7,0 8,4 9,8 10,2 12,6 14,0 Kr. 0,35 0,70 1,05 1,40 1,75 2,10 2,45 2,80 3,15 3,50 Pfen. 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Kr. 3,5 7,0 10,5 14,0 17,5 21,0 24,5 28,0 31,5 35,0 Kr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Mk. (Pf.) 0,02.857 0,05.7 0,08.5 0,11.4 0,14.2 0,17.1 0,20.0 0,22.8 0,25.7 0,28.5 Kr. 10 (14 20 (21 (28 30 (35 40 50 70 1 0,28.5 1 0,40.0) 0,57.1 0,60.0) 0,80.0) 0,85.7 1,00.0) 1,14.2 1,42.8 2,00.0 lgl.= 12/7=1,71.4285 2)». — V7 Thlr. 10 Fl. = 17,14.2 Mk. , = 5V7 Thlr. 100 Fl. = 171,42.8 Mk. = 571/7 Thlr. 1000 Fl. = 1714.28.5 Mk. = 5713/7 Thlr. IMk.— V.2 — 0,58333Fl. — 35 Kr. — i g Thlr. 2Mk. — IVsFl—IFl. östr Währ. — 2/3 Thlr. 5Mk—255/tzoFl.—12/zThlr. *) 10 Mk. — 55/tz Fl. = 31/3 Thlr. *) 20 W. = 11V6 St- — 62/3 Thlr. 100 Mk.= 582 g Fl. — 331/3 Thlr. 1000 Mk. = 5832 0 Fl. = 3331/3 Thl. n j c i fl e r. 2020) Heute Morgen ist in dem W eseck- bache in der Nähe der Leppermühle bei Groß-Buseck dicht an der Staatsstraße von Gießen nach Reiskirchen bte Leiche eines Mannes gefunden worden, deren Identität bis jetzt nicht hat festgestellt werden können. Zudem man nachstehend das Signalement und die Bekleidung der Leiche folgen läßt, ersucht man alle Diejenigen, welche ü’. Becker, Asterweg. Glas. Redactton, Druck und,.Vertag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr- Cbr- Bietsch) in Gießm^ AcchtenMaccaronis, Eiergemüse-und Eierringelnudeln, feinste Königsreis- ftärke, Tafclmandeln, Gelatine und Tafelrofinen, Würfelzucker und feinst gestoßene Raffinade. Feinste Göttinger Mettwurst, Gothaer Cervelatwurst und Schinken, geräucherter Speck und Schweineschmalz. Niederlage des ächten Liebig's-Fleischextracts von der Fray - Bentos - Compagnie in Südamerika. aus der Fabrik von Kl'llNz Stoüwerlk, Hoflieferant in Köln, als nützliches Hausmittel bei leichten catarrhalischen Hals- und Brustübeln allseits empfoblen. In Paqueten ä 4 Sgr käuflich in Gießen bei I. A. Busch Söhne, Louis Frohnhäuser und Hofconditor E. Lind, in Hungen bei A Busch, in Ltch bei H. C. Bingmann. (1611) bestens zu Emmenthaler und Rahmkäse in Stanniol, Kräuter- und Limburger, sowie 'Harmesankäse. V3VV) Dollbückruge zum Rohessen sind wieder einqetroffen. 3- A. Busch Söhne. Theelager von der englischen Theecompagnie in Souchong, Congou, Pccco, Pecco mit Blüthen, Haysan und Imperial, in l1?1* ^Wlmöar?t in Wwn, Klostcrgaffk Nr. 4. r..n . _ ^Zahntropfen vom Wundärzte ^r Vi-r "-llen den Schmerz hohler Zähne augenblicklich und sind in Flacons zu 20 Sgr Ort* v a1r^ unb ,n ^eil Niederlagen zu beziehen. 3 Mundwasser vom IDunimnte Fr. Vien «efchwü.sto und svwlo neuen »e„3 Ä lagen m Flacons zu 20 Sor. ,u haben ' --««eßen bei Herrn Julius Wallach. Lager in Bordeauxweinen, Mousseux nub ächtem Champagner, Madeira und altem Malaga, direct bezogen, Sherry, Portwein und Tokayer, verschiedenen Sorten Rheinweinen. 2021) Ein kleines möblirtes Zimmer au :/u-- oermiethen. Neustadt Lit. D. 57 ’ | 2007) Hülfe bei Vorbereitung zum ! philos. Doctor-Exanieu I wird gegen hohes Honorar gcs. Adr. sub IX. 384. bef. die Amiocen-Expedition von i Haack