Gießener Anzeiger len viertetji^rtg 1K.11 ft- Kitt Nringnlohy. Dvrch die VUf Le-ogen vierteljährig \ fi. 28 ft. tLrschetni rägl^h, mtt nahm». Domrtags- iS Spedition: Lanzletbrr^ Lit. B. Nr. 1. b tu W 'n »erben. (3101 Voll, —-—. Ren. MurnMnm, 'Haushälterin Stellung bis lbkunst erteilt cht von c>lf Hoß. n n & Comp., fabrif, | wird gesucht. ande wird zu Zuyhardt. gesetzten Alter?, Mbeit erfahren auf Michaeli in r der Expedition? ivelir. redonß M litftlieber. p lüft in M rte bei it. Derselb! tben wie ne»! mbune unb. bfl 1 irdU d« A ! Haver/^I . d W- Ä 1 genheiten, | i SA rtifWi.6' aii I WÄ I ä’JsS k/bis««* nf0 »cri^ ar>rt' 10 Sgl' uart’8 B # ^5flid) 111 • AichtN Anzeige- und Umtsßlatt für den Kreis Giessen. Er 196. —— Samstag den 23. Äugnst 1S13. Brodpreife vom 23. bis 29. August 1873, nach eigener Erklärung der Bäcker: 2 Kilo gemischtes Brod 23 fr. 1 Kilo gemischtes Brod 11V2 kr. 2 Kilo Roggenbrod: erste Sorte 20 kr., zweite Sorte 1 kr. amtlicher Th eil. allgemeiner Zn zeigen den Maßregeln thunlichst zu unterstützen. Gießen, den 20. August 1873. Polizei-Reglement. Nach d-m Auftreten der Cholera in verschiedenen Städten Dentschlands erscheint es nach Ansicht der zuständigen Sanitätsbehörde sowie einer zur "i" ? 15ÄTÄS ÄSS ÄÄÄsfcx ---- - Kücken- und Spülwasser in hiesiger Stadt unter polizeilicher Controle nnttelst Eisenvitriol und Carbolsaure desmfiurr werden. § NLSÄSmLSverbunden ist, nach Beschluß des Stad.vorstandes auf die Desinfektion der Aborte und Grnben widersetzen oder diese auf sonstige Weise zu verhindern suchen, verfallen in eine Wir"richtm^schließlich an die Einwohner hiesiger Stadt das Ersuchen, den Vollzug dieser, die Erhaltung des Gesundheitszustandes lediglich bezwecken- Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder. jß'iittfiMifhp Dünaer Blitzableiter | bewährter Construction liefert und stellt Versteigerungen. stellt auf die Fabrik von (2155) Flaschenbiere Giessener Ijagerbier Uclier Schlosser. 3115) pr. Flasche . 6 kr. 6 7 8 8 oo CO soll Im Buchhandel erschien: a®- Dr. Tiedcmann's Felten Lr Guilleaume in K ö l n. Uxportbier . . Giessener Actlen Grummetgras-Versteigerung. 3822) Donnerstag den 28. d. Mts-, von Morgens 9 Uhr an, soll das diesjährige, der hiesigen Gemeinde zustehende Grummetgras von circa 110 Morgen versteigert werden. Die Zusammenkunft ist wie gewöhnlich bei der Fußmühle, Grob-Buseck, am 21. August 1873. Großh- Bürgermeisterei Groß-Buseck Wagner. 8 empfiehlt l>ie I*nppenfabrlk von e Wilhelmine Schmits in Jeilgebotenes. 3836) Carbolsäure und Eisenvitriol zur Desinfection bei C. F. Semmler, Matenalist, _______Wallthorstratze. ' 33661 Ein gut erhaltener Mügel ist billig zu verkaufen. Seltersweg C. 185- Äaöfeiter tj , bewährter Construction liefert und stellt auf Carl Stohr, (Tafel-) Bier Frankfurter Bier . von vorzüglicher Qualität frei in s Haus geliefert bei Emil Dörr, am Marktplatz. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. (3527) ß Dreschmaschinen L W betrieb entpfieblt I G- D. Bap st. empfiehlt die Chemische Fabrik von Ludwig Seibert in Friedberg in uor^üßlidjtr Qualität mit Garantie des Grhaltrs unter billiger Preisnotirung. Knothsumehie für alle Bodenarten und Pflanzen. Snperphosphate für Walzen, Korn, Gerste, Hafer, für alle Körner- früchte. Ammoniak-Superphosphate als garantirter bester Ersatz des Peru-Guano. Kali-Superphosphate für Kartoffeln, Dickwurz, Klee, Tabak, Wiesen, Rüben. Friedberger Kali Guano für alle Gemüse nnd Bodenarten, vorzüglicher Gartendünger. Stickstoffhaltiger Düugergyps, Kali- und Magnesia-Salze, Phosphoritmehl, schwefel, aures 2llUtttOlli ©Pißen Mrenb jrQ (frf en‘®enbeten e 1 n m a [ h t Atz murb ^Plhe ift 01 sich nicht di welches er Uniert* rung zu ge! monce (As- Sebautm b AMtvchrn, ÖäV .alsbald a 6etrad)t be Wille I) fein Urtbeil Ges< jotaunt, zi keßeres Wij Grundlosigk inferirtc Sei x gar nicht ichuldigung kebentn Erk hat, jein lei Ich' >eg 193. i vertaufen, b. b. SM. zu vnfausei. Bückinge ! Söhne. .Zicgelkohiell ?rn werden bei 1 i !/noer^agt. ! Zimmm j ; Aage meine? icbnung zu vev Heinemann. nsardenwohnM Nr. 3. W&- iucht von । jitr ijt Knalht». unb 3- P -.V aenfeft«etn brei; U das M ,1 Heiterkeit^, ■1^ jubetmer ii SM“rVl' kKs S- OZ -;XSS; in Gießen Frau Bauer abgegeben' Mit 2) und habe. 1) Mit diesem Ergebniß der Untersuchung ist in erster Linie ausgesprochen, daß, weil Herr Retter gar nicht bestohlen worden, der objective Thatbestand des Diebstahls mangelt Wäre es überhaupt unaufgeklärt geblieben, was es mit der vermeintlich abhanden gekommenen Spitze gegeben, und fehlte nur der Nachweis, daß dieselbe in Folge strafbarer Handlung, durch Diebstahl, aus Retters Besitz entkommen: so ließe sich die von Retter erhobene Diebstahlsanzeige — von der Person des Tbäters abstrahirt — nicht ä priori als eine leichtfertige und einen sträflichen Mißbrauch mit den Justizbehörden treibende verdammen. Da aber Retter es selbst gewesen, der die Spitzen an Frau Bauer verabfolgt, der also über den Verbleib der Spitzen Kenntniß hatte und Kenntniß haben mußte: so ist für die von ihm gleichwohl erhobene Anzeige das richtige Epitheton schwer zu finden, und noch schwerer ist es, für fein weiteres Verfahren, daß er obwohl von dem Nichtvorhandensein des Diebstahls überzeugt und seines „Jrrthums" geständig, gleichwohl unter Revocation feines Geständnisses bei Gericht und in der Presse seine Anklage aufrecht erhielt, die entsprechende Bezeichnung zu geben. Herr Retter scheint es auch ganz übersehen zu haben, in seiner Annonce in Nr. 193 des „Anzeigers" bezüglich dieses Punktes das Publicum aufzuklären, oder wollte er etwa durch fein Stillschweigen das Bekenntniß ablegen, daß er in unwürdiger und leichtfertiger Weise gehandelt habe? Mit dem Ausspruch, daß der objective Thatbestand eines Verbrechens „Das Protocoll, das ich vorgestern abgegeben, habe ich in der ersten Aufregung, als sich die Spitzen wiedergefunden hatten, und namentlich auf Andrängen meiner Frau, ich möge doch gleich Schritte thun, daß die Sache nicht weiter gehe, abgegeben, nach genauer und sorgfältiger Prüfung nun aber gefunden, daß die Spitzen resp. der Einsatz mir doch entwendet worden sein müssen, und daß es ganz unmöglich ist, daß ich die Spitzen an die „Aus den erörterten Verhältnissen bin ich zu der festen Ansicht gekommen, daß die Spitzen mir entwandt sein müssen, jedenfalls kann ich mit aller Bestimmtheit jetzt behaupten, daß ich die Spitzen nicht abgegeben habe. Wer den Diebstahl ausgeführt, darüber vermag ich etwas Genaueres nicht anzugeben, nur glaube ich, meine feste Ansicht aussprechen zu können, daß die Spitzen nur von Jemanden entwendet sein können, dem der Karton mit Spitzen Vorgelegen hat rc. fehle, war stillschweigend weiter ausgesprochen, daß die gegen meine Frau erhobene Anzeige der Thäterschast eine unbegründete sei. Welche Gründe hatte nun aber das Retter'sche Ehepaar, um eine bis dahin ganz unbescholtene Frau eines so schweren Verbrechens zu bezichtigen? Weiter keinen, als das Factum, daß meine Frau in dem Retter'schen Laden gewesen. Dieß war für sie genügend, um die bei Frau Schmidt vorgefundene Spitze für die ihnen entwendete zu erklären, und als sie, überführt durch das Zeugniß des Joseph Köhler, dessen Bucheintrag und die von demselben vorgelegte Spitze, von welcher die bei Frau Schmidt arretirte abgeschnitten war, eingestehen mußten, daß letztere Spitze nicht die ihnen entkommene fei, da waren sie gleich mit der erbärmlichen Verdächtigung bei der Hand, meine Frau habe jene Spitze nur gekauft, um den bei ihnen verübten Diebstahl zu verdecken, sie habe aber die gestohlene Spitze nach Frankfurt zu meiner Tochter gesandt. Und wie entschuldigen die Retter's Eheleute ihre gegen meine Frau gerichtete Anschuldigung? Sie wollen hierzu dadurch veranlaßt worden sein, daß meine Frau der Frau Schmidt die auffällige Bemerkung gemacht, „sie habe die Spitze von einer Frau billig gekauft." Rechtfertigt denn diese auf Wahrheit beruhende Mittheilung den Verdacht, daß meine Frau diese Spitzen bei Retter gestohlen? und konnte dieser an sich schon unveranlaßte Verdacht fortbestehen und durfte er so, wie geschehen, aufrecht erhalten und unterhalten werden, nachdem sich meine Frau über den Erwerb der Spitzen ausgewiesen? Gestattete obige Aeußerung nun auch die von dem Retter'- chen Ehepaar ausgestellte Behauptung, die bei Frau Schmidt arretirte Spitze fei von meiner Frau nur gekauft worden, um den bei ihnen verübten Diebstahl zu verdecken? Vorstehende actenmäßige Thatsachen werden genügen, um verehrl. Publicum in die Lage zu versetzen, einen richtigen Spruch über die Handlungsweise des Retter'schen Ehepaares zu fällen und zu entscheiden, ob I. Ehr. Retter wohl daran gethan, sich in feiner Annonce vom 28. Juni d. I. auf „die Reellität seines Geschäftes" zu berufen. Ich aber schließe mit den Worten, mit welchen ich das Retter'sche Ehepaar vor den Nichterstuhl der Öffentlichen Meinung oorgeforbert: ein begangenes Unrecht offen zu bekennen, ist die Pflicht jedes moralischen Menschen: ein begangenes Unrecht durch Unwahrheiten beschönigen zu wollen, ist ebenso tadelnswerth wie die erste Begangenschaft. ____ dieser letzteren Bemerkung hatte Herr Retter wiederum einen Verdacht wider meine Frau zu begründen beabsichtigt, von der er, conform mit seiner wenig besse - ren Hälfte früher deponirt, sie habe den Karton vor sich stehen gehabt und das Unterste zu oberft gekehrt. Jener Posaunenvortrag des Herrn Retter wurde accompagnirt von dem obligaten Piston seiner Frau. Auch sie muß nach wie vor annehmen, daß die Spitzen entwendet worden, und auch sie unterläßt nicht, meine Frau mit dem Diebstahl in Beziehung zu setzen, indem sie ohne alle äußere Veranlassung die Zeit deren Anwesenheit in ihrem Laden näher zu fixiren sucht Die Untersuchung nahm darauf ihren Fortgang und befand sich gerne in dem soeben erwähnten Stadium, als Herr Retter auf meine erste Annonce mit der perfiden Insinuation antwortete, „die Untersuchung auf Ermittelung des Thaters sei noch im Gange" , somit noch zu einer Zeit die Thäterschast meiner Frau zwischen den Zeilen durchleuchten ließ, da es bereits auch für ihn feststand, daß ihm Überhaupt keine Höfer-Einte. Deutsche Transatt. Dampsschissfahrts-Geseltschast in Hamburg. Direkte Dampfschifffahrt zwischen Hamburg u. Newyork WeäsEswfrW ohne Zwischenhäfen anzulaufen, vermittelst der prachtvollen deut- " ’ scheu Dampfschiffe I Classe, jedes von 3600 Tons und 3000 effectiver Pferdekraft, Goethe, Schiller, Herder, Lessing, Wieland, Klopstock, Gellert, Th. Körner. Die Expedition des Dampfschiffes Capt. findet Spitze gestohlen worden. Durch die Depositioncn der weiter vernommenen Zeugen wurde nun die von dem unfehlbaren Herrn Retter für unmöglich erklärte Thatsache, daß e r die fraglichen Spitzen der Frau Bauer überlassen, vollständig erwiesen, somit festgestellt, daß jene Spitzen dem Herrn Retter nicht entwendet sondern von ihm selbst weggeae- ben worden, und darauf mußte dann selbstverständlich der oben inferirte Stadtgerichtsbeschluß folgen, daß, da kein Diebstahl vorliege, die Untersuchung zu beruhen Donnerstag den 41. September d. I. Morgens statt. Bassaaepreise r I. Cajüte Pr. Thl. 165, H Cajäte Pr. Thl. 100, Zwischendeck Pr. Thl. 55. Auskunft ertbeilt die Deutsche Transatlantische DampfschifffahrtS-Gesell- ! schäft in Hamburg, sowie die von der Gesellschaft zum Abschluß von Ueberfahrts- ! Verträgen bevollmächtigten hiesigen und auswärtigen Expedienten und deren im Jnlande - ~ JE<1. General-Agent in Mainz. gangenschaft. ßerr Joh. Ehr. Retter hat auf meine in Nr. 147 dieses Blattes enthaltene Annonce, worin ich ihm vorgeworfen, daß er meine Ehefrau f ä Ischl i ch des Dreb- stahls bezichtigt, und daß er, obwohl von der Grundlosigkeit feiner Anschuldigung überzeugt, Nichts gethan habe, um der gekränkten Ehre meiner Frau Genügt huung iu geben, in Nr. 148 dieses Blattes entgegnet „die Untersuchung aus Ermittelung des Thäters sei noch im Gange" und er hat damit, indem er die verlangte Ehrenerklärung verweigerte, in böswilliger Weise im Publicum die Meinung zu unterhatten gesucht, als sei her meiner Frau gemachte Vorwurf des Diebstahls begründet und als werde derselbe durch das Ergebniß der Untersuchung bestätigt werden Herr Retter hat auch, nachdem Großherzogl. Stadtgericht dahier schon im Juli d. I. dahin Verfügung er- ' „Da nach dem Resultate derUntersuchung angenommen werdenmuß, daß keine Entwendung oorliegt; so wird bie Untersuchung wegen mangelnden T Hatbestandes einer strafbaren Handlung auf Grund des Art- 247 der Stcafproceß- ordnung eingestellt" m sich nicht veranlaßt gefunden, meiner Frau gerecht zu werden und dem Publicum, welches er am 28. Juni d. I. ersucht hatte, fein Urtheil bis zur Erledigung der Untersuchung zu suspendiren, über sich und seine Handlungsweise die nothige Aufklärung zu geben, und zuerst auf die in Nr. 190 des Gießener Anzeigers enthaltene Annonce (Ins. Nr. 3728) sah sich Herr Retter bewogen, in Nr. 193 dieses Blattes fein Bedauern darüber auszudrück'M, daß er einen Verdacht gegen Frau Steinberger ausgesprochen, „der sich durch die Untersuchung als unbegründet herausgestellt." Hätte Herr Retter den moralischen Muth gehabt, dieses kleinlaute.„pater peccavi“ alsbald auf meine erste Annonce auszusprechen; dann hätte ich mich in Anbetracht der schon dort hervorgehobenen, seine Zurechnungsfähigkeit in Frage stellenden Einflüsse hierbei beruhigen, und dem verehrlichen Publicum überlassen können, sich fein Urtheil über die Person des Herrn Netter und über „die Reellität seines Geschäfts", welche letztere er in Nr. 148 des Anzeigers in die Welt hinaus- posaunt, zu bilden, jetzt aber — nachdem Herr Retter in der Zwischenzeit gegen besseres Wissen, ja sogar gegen sein eigenes gerichtliches Geständniß bezüglich der Grundlosigkeit seiner Anklage, die letztere aufrecht erhalten, bis ihm durch die oben inferirte Verfügung Großherzogl. Stadtgerichts schwarz auf weiß gegeben worden, daß er gar nicht bestohlen worden, daß somit auch die gegen meine Fran erhobene Anschuldigung unbegrünb t fei — jetzt kann ich mir mit jener nur widerwillig abgegebenen Erklärung umsoweniger genügen lassen, als es Herr Reiter nicht verschmäht hat, sein leichtfertiges Verfahren durch Unwahrheiten zu beschönigen Ich werde daher im Nachstehenden auf Grund der Acten den Verlauf der Untersuchung, insoweit relevant, namentlich also die Depositioncn des Retter'schen Ehepaares, refetiren und das verehrliche Publicum, welches Herr Retter laut feiner Annonce vom 28. Juni d. I. selbst auf den Richterstuhl gesetzt, mag dann sein Urtheil fällen: , _r Am 20. Juni d. I. machte Herr Retter bei hiesiger Polizemerwaltung die Anzeige, er und seine Ehefrau hätten Tags zuvor die Wahrnehmung gemacht, daß ihnen ein "Stück Guipür - Spitze und ein Stück Guipür - Einsatz — welche einen Tag früher noch vorhanden gewesen, am Tage später aber, nachdem Frau Butterhändler Lttein- berger ihren Laden verlassen, gefehlt hatten — entwendet worden. Er habe nun in Erfahrung gebracht, daß Frau Steinberger der Kleidermacherin Schmidt Spitzen,zum Verarbeiten gegeben und diese Spitzen habe seine Frau sofort als einen Tbeil der ihnen entkommenen erkannt, gleichwie er deren Identität auch noch auf anderem Wege beweisen könne. Auf das von Herrn Retter verlangte schleunige Einschreiten wurde durch Großherzogl. Polizeioerwaltung nicht nur die bet Iran Schmidt befindliche Spitze arretirt, sondern auch bei meiner Frau nach weiterer Spitze Haussuchung gehalten und jene der Polizeibehörde vorgeführt, woselbst sie auf Befragen die Erklärung abgab, sie habe die der Frau Schmidt zum Verarbeiten übt; aebene Spitze bei Herrn Joseph Köhler gekauft, was denn auch durch diesen, sein Geschäftsbuch und das Stück Spitze, von welchem der bei Frau Schmidt arretirte tbeil abgeschnitten worden, und an welches letzterer nach Muster und Abschnitt voll ständig paßte, alsbald bestätigt wurde. Gleichwohl beharrte Herr resp. Frau Retter habet, daß die arretirte Spitze zu Der ihnen gestohlenen gehört, und daß letztere nur von meiner Fran entwendet worden sein könne, ja sie stellte sogar die Vermuthung auf, daß meine Frau, w e n n s i e a n d e r wär t s Spitz e n gekauft, oieß nur gethan, um den bei ihnen verübten Diebstahl zu verdecken, und daß die gestohlenen Spitzen mit der Post nach Frankfurt an meine dort wohnende Tochter gesandt worden. Nachdem auf Grund dieser Anklage die Acten zur Einleitung einer Unter uchung an Großherzogl. Stadtgericht dahier abgegeben worden; so hielten die Retter- chen Eheleute ihre früheren Angaben, welche dahin abzielten, meine Frau des Dieb- tohls von 2 Stücken Spitzen zu bezichtigen, nicht nur aufrecht, sondern es wurde von Herrn Retter, gleichsam um seiner Gattin die Eigenschaft prophetischer Begabung zu v'indiciren, noch bemerkt, seine Frau habe ihn, als er meine Frau bei dem Karton mit Spitzen allein gelassen, einen Wink gegeben, wonach er wieder herbeigegangen, während Frau Retter, im Widerspruch mit ihrer von ihrem Manne vor der Polizei refenrten Erklärung, bezüglich der Identität der Spitzen sich dahin äußerte, bte ihnen entwendeten Spitzen seien zwar von ähnlicher Art wie die bei Frau Schmidt arrettrten gewesen, daß letztere aber die ihr entwendeten seien, dies glaube sie nicht einmal, weil eher anzunehmen sei, daß die Spitzen gekauft feien, um einen etwaigen Diebstahl zu verdecken. Hierbei wurde wiederum meiner in F ankfurt wohnenden Tochter erwähnt, offenbar um anzudeuten, daß an diese die gestohlenen Spitzen gesandt worden fern könnten. , Unmittelbar nach dieser Vernehmung wurden den Retter'schen Eheleuten von der Wittwe Bauer zwei Stücke Guipür - Spitze resp. Einsatz, welche Retter derselben kurze Zeit vorher, ehe meine Frau seinen Laden betreten, durch Johanne Tippel zu dem -Zwecke zugesandt hatte, um davon den Bedarf zum Besatz eines Kleides für Frau Wilhelm Löber abzuschneiden, zurückgeschickt und als Herr Retter dieser Spitzen ansichtig wurde, rief er nicht nur feiner Frau zu „Frau, die vermeintlich gestohlene Spitze ist wieder da", sondern er begab sich auch sofort auf Großherzogl. Stadtgericht ' gab dort zu Protocoll: „Ich mache hiermit die Anzeige, daß die Maaren, von denen ich glaubte, daß sie entwendet worden, sowohl die Spitzen als der Einsatz, sich wieder gefunden haben und daß eine Entwendung überhaupt nichts vorgelegen hat. Ich selbst hatte nämlich diese beioen Gegenstände einer Schneiderin, der Wittwe Bauer von hier, ehe Frau Steinberger in unseren Laden gekommen zum Verarbeiten einer Kundin derselben übergeben. Es war mir dies vollständig entfallen und hatte ich es auch übersehen zu notiren, wahrscheinlich veranlaßt durch die Krankheit meines Kindes. Vor ganz kurzer Zeit (etwa, 10 Minuten) hat mir Frau Bauer die Spitzen geschickt und bin ich dadurch, auf meinen Jrrthum aufmerksam geworden " : „lVuuui. Dieses auf Verlesen genehmigte und unterzeichnete Protocoll fand indessen Herr Retter, Angestellten Agent: offenbar aus Inspiration von dritter Seite, zu revociren für geboten, indem er unterm -agsr Aaettten werden rtllrtCÜcUt. 25. Juni d. I. sich abermals zuni Protocoll meldete und zu vernehmen gab: -W7 wciocn angepeur. .«w Gießen, den 21. August 1873. _ , , Hernemann Steinberger. Herr Joh. Christian Retter und Frau vor dem öisentlieüen Dteinuna. «hiernächst "aber auseinanderzusetzen versuchte, warum er die Angaben der Wittwe iBauec und der Johanne Tippel, wonach er selbst die Spitzen an Letztere für Jene qT)nttn. ff in h<>nnnnpneg Unrecht offen einzuge-1 verabfolgt, nicht als wahr gelten lassen könne, und zu dem Schluß gelangte: ™ fiehen ift di^M h'n ^bäRniffen bin ich w der festen Ansicht Menschen, ein begangenes Unrecht durch! Unwahrheiten beschönigen zu wollen, ist ebenso tadelnswerth wie die erste Be- Bad-Nauheim neuen Kurhauses. (3206) und brunnen, Schwalbacher Staht- Weinbrunnen, Schwalheimer, Selterser (Nassau), Wildunger, Ludwigsbrunnen, Marienbader Kreuz- brunnen, Salzhausener, Salzsehlirser Bonisacius- nicht zurückstehen soll. , Wir wenden uns darum an die hiesigen Einwohner, insbesondere auch an die Frauen und Jungfrauen mit der Bitte um recht zahlreiche Einsendungen weiblicher Handarbeiten und sonstiger Preisgegenstände, wie sie für Kinder von 6—14 Jahren sich eignen. Geldbeiträge von allen Denen, die sich für dieses Fest intercssiren, sind ebenfalls willkommen. Die unterzeichneten Mitglieder des Comics sind zu jeder Zeit bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Werthgegenstände (Preise) ersuchen wir Alle freundlichst, bis zum Sonntag den 31. ds. an einen der Unterzeichneten gef. abliefern zu wollen. Die Knaben vom 6. bis 14. und Mädchen vom 8. bis 14. Lebensjahre, welche am Feste Theil nehmen wollen und durch ihre Schulen noch nicht angemeldet worden sind, müssen ihre Anmeldungen bis längstens zum nächsten Mittwoch in der Turnhalle abgeben und kann tagtäglich um 1 Uhr Nach- 167 L Die Mmeraiwaffer-Haudillutz von Fischbach, Selteröweg, empfiehlt nachverzeichne 'Sorten in stets frischer Füllung: Für Auswanderer w 1094) Die Haupt-Agentur von C. W. Dietz am Markt in Gießen expedirt wöchentlich mehrmals mitOsliHi den vorzüglichsten Dampf- und Segel-Schiffen nach allen Häfen von Amerika und Australien. Preise billigst, Behandlung anerkannt reell. Karlsbader Salz, Karlsbader Sprudelseise, Emser Pastillen, Soda- und Selterwasser. Iugendseft am 2. September 1873. 3818) Der Gedenktag der großen Ereignisse vom 1. und 2. September naht heran, und wie derselbe für das gan§e deutsche Volk ein Festtag zu werden bestimmt ist, soll auch seine hohe nationale Bedeutung an i—Cy,l?‘,nh nicht unbeachtet vorübergehen. — Es hat sich darum auch jetzt wieder eine aus der Mitte des Stadtvorstandes bestellte Commission in Verbindung mit einer Anzahl von Lehrern und Freunden der Jugend die Aufgabe gestellt, die Feier eines Jugendfestes aus den 2. September zu veranstalten. Der Werth solcher, seit einer Reihe von Jahren in unserer Stadt periodisch wiederkehrenden Jugendfeste, für Erfrischung des jugendlichen Gemüths, für Erweckung und Pflege nationaler Gesinnung und Einmüthigkeit bedarf keiner neuen Anpreisung. Wir hoffen daher auf eine allgemeine, möglichst ausnahmlofe Theil- nahme insbesondere der Schüler und Schülerinnen aller hiesigen Schulanstalten, denn nur so kann das Fest seinen Zweck erfüllen. Für die unabweislichen Bedürfnisse hat zwar der Stadtvorstand die Mittel mit dankbar anzuerkennender Bereitwilligkeit gewährt; doch bedarf es noch der warmen Unterstützung von Seiten aller Freunde der Jugend und der Angehörigen der teilnehmenden Schüler und Schülerinnen, wenn das Fest, um seiner doppelten Aufgabe als lokales Jugendfest und allgemeiner nationaler Gedenktag zu genügen, auch in seiner äußeren Ausstattung hinter den früheren Adelheidsquelle, Appollinarisbrisnnen, Karlsbader Mühl - und Schloßbrunnen, Emser Kessel- und Krän- chesbrunnen, Fachinger, Friedrichshaller Bitterwasser, Homburger Eiisabethen- brunnen, Kissinger Rakoczy, öu .vu. Sonntag den 24. August: unserer Jugend Großes Nachmittags-Concett der Kur-Kapelle P1 """'(mit 'freiem Zutritt) von 4 bis 8 Uhr aus der Terrasse des mittags geschehen. Gießen, den 23. August 1873. Das Comits. I. Haustein, Vors. Curschmann. Jung. Müller. __________________CHr. Rübsamen. Dr. Stein. Ottens.______ Jugendfest Alle Freunde der Jugend, die sich für das bevorstehende Jugendfest inter- essiren und dasselbe als Spielordner oder Zugführer unterstützen wollen, werden zu einer Besprechung auf nächsten Dienstag den 26. d. M-, Abends 8 Uhr, in das Lokal des Herrn K- Fuhr (Mäusburg) freundlichst eingeladen. ________________________________Das Comito. Soldaten finden Aufnahme (Logis) (3841) __________________________________Restauration Lahnstein. TECHNICÜM FRANKENBERG. (Königreich Sachsen.) 3070) Maschineilbauschule in getrennten Cursen a) für Maschineningenieure und Conslructeure, b) für Werkmeister, Monteure und Zeichner. Specialcurse für Werkführer in Mühlen, mech. Webereien , Spinnereien, Papierfabriken und anderen technischen Etablissements. — Schule für technische Chemie (die Schüler lernen in dem vollständig ausgetatteten Laboratorium Analysen jeder Art selbstständig ausführen. Schule für Strassen- und Eisenbahnbau. Die Vorbereitungsschule dient zur Vorbereitung auf das einjähr. Freiw.-Examen. — Jüngere und auf spec. Wunsch auch ältere Schüler finden Aufnahme im Pensionat des Directors. — Beginn des neuen Cursus den 13. October. Ausführliche Prospecte durch alle Buchhandlungen und durch die Direction des Technicum. Ing. G. Bauch. Dr. Heubner. Sonntag den 24. August: Großes Militär-Concert, ausgeführt vom Musikcorps des II. Großh. Hess. Ins. - Reg. Nr. 116, unter Leitung seines Capeltmeisters Herrn Krausse. (3843)_________Anfang 4V2 Mr. Entree 9 kr._______________ Z LaniNuirthschasttiche Ereöitüanfi in Frankfurt a. M. o Hypotheken, sowie Theilbeträge derselben, werden unter unserer Garantie für Ka> vital und Zinsen abgegeben. Zinsen und Kapital sind an unserer Kasse zahlbar. Laut Genehmigung des Grosiherzoglich Hessischen Ministeriums des Innern vom 31. Juli 1873 sind unsere 5% Hypolhekenscheinc zur Anlage von Gemeinde-, Kirchen- und Stiftunfts Kapitalien verwendbar. Für Gießen haben wir Herrn I. Hansi ein mit dem Verkaufe der genannten Hypotheken betraur.__________Die Direction. Restauration Lahnstein. OS«) Mittagessen zu 15, 18 und 24 Kreuzer. Allen Kranken Kraft nnd Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten. „Revalesciere Du Barry von London.“ Die vorzügliche Heilnahrung Revalesciere du Barry bewährt sich bei allen Krankheiten, die der Medicin widerstehen; nämlich Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberculose, Diarrhöen, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelkett und Erbrechen selbst in der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — Auszug auS 80,000 Certificaten über Genesungen, die aller Medicin getrotzt: Certificat 9tr. 68,471. Prunetto (Lei Mondovi), den 26. October 1869. Mein Herr! Ich kann Sie versichern, daß, seit ich von der wundervollen Revalesciere du Barry Gebrauch mache, das heißt seit zwei Jahren, ich die Beschwerlichkeiten meines Alters nicht mehr fühle, noch die Last meiner 84 Jahre. Meine Beine sind wieder schlank geworden; mein Gesicht ist so gut, oaß ich keiner Brille bedarf; mein Magen ist stark, als wäre ich 30 Jahr alt. Kurz ich fühle mich verjüngt: ich predige, ich höre Beichte, ich besuche Kranke, ich mache ziemlich lange Reisen zu Fuß, ich fühle meinen Verstand klar und mein Gedächtniß erfrischt. Ich ersuche Sie, diese Erklärung zu veröffentlichen, wo und wie Sie es wümchen. Ihr ganz ergebener Abbe Peter Castelli, Bach.-£s-Theol. und Pfarrer zu Prunetto (Kreis Mondovi). Certificat Nr. 73,703. Wien, Praterstraße 22, im Mai 1871. Ich bin Ihnen Dank schuldig für den Erfolg, den Ihre vorzügliche Revalesciere an mir ausübte. Ich litt nämlich oft an Magenkrämpfen, Husten und Diarrhöe, von welchen mich Ihr vorzügliches Heilmittel befreite. L. Großmann. Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalesciere bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen. In Blechbüchsen von V2 Pfund 18 Sgr., 1 Pfund 1 Thlr. 5 Sgr., 2 Pfund 1 Thlr. 27 Sgr., 5 Pfund 4 Thlr. 20 Sgr., 12 Pfund 9 Thlr. 15 Sgr., 24 Pfund 18 Thlr. — Revalesciere Biscuiten : Büchsen ä 1 Thlr. 5 Sgr. und 1 Thlr. 27 Sgr-, — Revalesciere ChocolaUe in Pulver für 12 Tassen 18 Sgr., 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr., 48 Tassen 1 Thlr. 27 Sgr-, 120 Tassen 4 Thlr. 20 Sgr., 288 Tassen 9 Thlr. 15 Sgr, 57b Tassen 18 Thlr.; in Tabletten für 12 Tassen 18 Sgr-, 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr, 48 Tassen 1 Thlr. 27 Sgr. — Zu beziehen durch Barry du Barry & Comp. in Berlin, 178 Friedrichsstraße, und in allen Städten bei guten Apothekern, Droguen-, Specerei- und Delicatessenhändlern. In Gießen bei Müller L Schwaiger. (2063) Für Immenstadt sind bei uns eingegangen: N. N. zu G. 18 kr.; N. N. 2 fL; I. G. A. 1 fL; N. N. 5 fl.; N. N. 12 kr.; Frau Plank und Frau Appel 1 fL; Frau Bender 1 fl.; Frau E- 2 fl. Summa fl. 12. 30 kr. Um weitere Gaben bittet ____________________________ Die Expedition deö Gießener Anzeigers. 2812) Das Annoncen - Büreau von Rudolph M o ss e, vertreten durch B. Heidingsfelder in Gießen, ist für die Beförderung von Jaseraten jeden Inhalts, als Empfehlungsanzeigen, Kauf- und Verkaufgesache, Stellengesuche, Familiennachrichten u. s w. als besonders zuverlässig zu empfehlen. 3588) Getragene Kleider, Stiefel, Betten, und andere abgelegte Gegenstände kauft und verkauft Meyer Rothenberger. Briefe an Louis Rothenberger Neuenweg 193, zu adressiren. 3789) Ein Mädchen gesetzten Alters, welches im Kochen und Küchmarbeit erfahren i)l, wird gegen hohen Lohn auf Michaeli in Dienst gesucht. Nähe.es bei der Expedition dieses Blattes. 3797) Ein Schrniede-Blasbalg ist zu verkaufen. Georg Unverzagt 3800) Ein anständiges Frauenzimmer, welches schon mehrere Jahre als Haushälterin placirt war, wünscht ähnliche Stellung bis Ende September. Nähere Auskunft ertheilt die Expedition dieses Blattes. 3812) Arbeiter gesucht von Kauffmann & Comp, Lampenfabrik. 3804) Ein HauSbursche wird gesucht- Näheres bei der Exped. d. Bl.__ 3765) Eine Köchin und ein Hausmädchen werden auf Michaeli in Dienst gesucht von ____________F- Kempff, Wallthorstraße^ 3814) Ein Junge vom Lande wird zu täglicher Arbeit gesucht- H. M- Jughardt. Ihr. läiick’s Pepsin-Pastillen, die Schachtel 10 Sgr. Dr. Marquart’s Pepsin - Essenz, per Flasche 15 Sgr- Heilmittel (nicht Geheimmittel) geaen die Krankheiten des Magens und der Vcrdauungsorgane. Zu haben in der Hirschapotheke in Gießen bei Dr. Hempel- (257) (Hierzu eine Beilage ) W W ihr« * ft jiun ® W g* Liebte W md Beck leidet 6 WW 1 verwickel öoöfomwe die im & «rlso in dn lock® astilleft , 10 Sgr- .uart’s f;ss<*nZ' SSfJt Beilage zu M. 196 des Kreiener Anzeigers. JT 0 f i t i f d) e r T f) e i l. zu lassen. Deutschland. der und Mr entnehmen der „Augsb. Allg. Ztg." Folgendes: SBenii es der römischen Hierarchie au weltlichen Gewaltmitteln gebricht, ihre Ansprüche geltend zu machen und ihre Gegner zu vernichten, dann pfleg sie zum Gebet zu greifen, um Gott zu directem Eingreifen und zur Vernichtung des Feindes zu bewegen. Die Widersacher „todtzubet-n", war stets eme beliebte Uebung, insbesondere bei den jesuitischen Frommen. Di- Verheißung und Verleihung des sog. Ablasses hinwiederum ist das Mittel, die Gläubigen leichter zum Gebet anzureizen, da sie dadurch den Gewinn erlangen, der Büßung Vir ihr- Sünden enthoben zu sein. Freilich em etwas eltsamer >md verwickelter Vorgang' der Papst verleiht aus eigenem Antrieb, ferner Macht- Vollkommenheit gemäß,Mlaß, d. h. er erläßt die Strafen für begangene Sunden, die im Diesseits oder auch im Jenseits (Fegefeuer) zu büßen wareu. Er greift also in die göttlich festgcstellte Sühneordnung der ewigen Gerechtigkeit belwbig, ein, um dadurch die Gläubigen znm Gebet zu bewegen das wiederum Gott Komme Gewalt anthun" soll, damit er in die natürliche Ordnung der Dinge, eingreife, zu Gunsten und nach dem Willen des Papstes. Man i^cht, welche Macht der Papst besitzt! Er kann die Ordnung der göttlichen Gerechtigkeit anfheben, erlassen, um damit diejenigen zu bezahlen, die Gott bewegen sollen, feine göttliche Weltregierung nach dem Willen des Papstes 5uJt^*cn- Jenseits und Diesseits verfügt er, und cs gibt für ihn kerne göttliche Weltord- ong! Neuestens nun verspricht der Papst Nachlaß der Sundenstrafen dafür, daß die Gläubigen Gott zur Vernichtung des modernen Staates, der moderne Civilisation und Wissenschaft durch ihr Gebet bewegen sollen, als welche eben iinversöhnliche Feinde des päpstlichen Absolutismus sind, der nur bestehen kam, wo Vernunft, Recht, Freiheit, Bildung niedergehalten , unterdrückt bleiben. An sich betrachtet, erscheint das allerdings als em ziemlich naives Gebah- 7en, das demjenigen, der in diesen Dingen seine Vernunft zu gebrauchen wagt, vur -in Lächeln abg-winn-n kann; all-in wo ihm d-r Glaube das unbedingte Bertrauen und Gehorche» des Volkes zur Verfügung steht, k«"» dasselbe z» einem gefährlichen Agitationsmittel werden. In gegenwärtigen Verhältnisse» wird dadurch wenigstens sogleich eine gcwisie Aufregung, allenfalls auch Fana- tistrung des gläubigen Volkes erzielt, nud -m- gewisseHerabs-tzim, ©t«crebu tirunq des Gegners, d. h. der Regierungen. Man weiß, welche oftmals furchtbare Waffe das öffentliche Gebet der Gläubigen ist, wenn es gegen einzelne Menschen angewendet wird, die als Ungläubige, Ketzer oder große Sun überhaupt bezeichnet werden, deren Bekehrung dasselbe erwirken soll. Es will zwar der Ausdruck christlicher Nächstenliebe sein, doch steckt auch im besten F viel pharisäische Selbstgerechtigkeit dahinter und d-n ..Ketzern 0eget.u6et »tri Selbstüberhebung bezüglich des eigenen Urtheils und Glaubens. Vollends avcr ; für fanatische geistliche Herrschsucht und für blinden Zelotismus ist dieses offent- -che'G?b.t, wenn der Name des Betroffenen bekannt wird -"i schar e , v - - nicktendes Mittel, denn er wird öffentlich ein armer Sünder, als elender ^ir ivoifener behandelt, den man allenthalben nur mit Mitleid oder Abscheu betrachten kann. Man denke, welchen Mißrauch vollends fromme Bosheit und Rachsucht in dieser Weise mit dem Gebet zu treiben vermögen zur Vernichtung des Gegners und zur Tyrannisirung der Gläubige»! , Was bedeutet nun aber das öffentliche Gebet mit verheißenem Ablaß dei Staatsregierungen, deren Gesetz-» und Maßregeln gegenüber? Der Papst erblickt in Allem, was gegen seine Aussprüche undAnsprüche irge, von einer Staatsregierung geschieht, schlechterdings nichts andere- as nWerk der Gottlosigkeit und Bosheit", wie er chon unzahligemal gesagt (neuestens in d'e? Allocutio» vom 25. J»li); erblickt also darin "»r st-vel - ° Attenttste aeaen die Kirche Gottes und gegen Gott selbst, da er sich mit beiden gleich, stellt, und verlangt direct göttlichen wunderbaren Schutz dagegen, den das Volk durch sei» Gebet gleichsam von Gott erzwingen soll. Der Staat Mit seiner Regierung wird demnach dem Volk als ein Uebelthater, als gottlos« Ve - brecher lstngestellt, gegen den das Volk durch sei» Gebet Hülfe , resp. Straf- Gottes herabrufen soll. Die Vertreter der Staatsregierung erscheinen demnach alcickfalls wie gottlose Menschen oder wie öffentliche Sünder vor den Angei. des Volkes gegen welche dieses ein göttliches Einschreiten von Gott zu fordern, sa gkgen welch- esZn il»m, wo möglich, direete H-nk-rsdienst- zn ver aiige» angeleitct wird. Dies Alles wird natürlich hinter frommen Phrase» versteckt nötkigcnfalls auch geradezu geläugnet, liegt aber doch m de» älnoibmingeii Pnpstxß und seiner gehorsameii Diener, der Bischöfe. Denn wo Jemand gegen di-^ Kirche" d. h. den Papst mit seinen Dienern, streitet oder handelt, wird niemal/zugestanden, daß er in ehrlichem Glauben und nut gutem Gewissen so handle, sondern stets wird ihm böser Wille und schlechte Gcstnming Sugeschri^ ben. Nicht einmal Unkenniniß, Mangel richtiger Emstcht läßt man ob wohl auch dies schon eine maßlose Anmaßung von Setten der Hierarchie wäre in unserem gegebenen Falle, da hier in der That der moderne Staat die Rechte und Errungenschaften der gelammten Wissenschaft und Cultur ^rttttt. Wie sinnlos aber außerdem dieses Hülfe- »nd Rachegeschrei zu Got ist, zu dem das Volk zu Gunsten d-r Kirche, d. h. des Papstes, ausgefordert wir, ist leicht ui zeigen Unaufhörlich wird wiederholt und auf allen Sanjeln - kündet' die katholische Kirche (römisch - kath.) sei eine unmittelbare direct-S p tuna Gottes selbst und werde fortwährend von Gott unmittelbar geleitet i beschirntt aw ein Werk, sein Reich auf Erdem Man sollte nun meinen, Mer Lehre zufolge muffe die v......... « • - was geschieht in der Kirche und außer derselben. Deim L.... ... . ■ Köniqsbera, 18. August. (Zur Leichenaffaire.) Ueber die schon telegraphisch mitgettjeiltc Lieblosigkeit des ultramonkanen Probstes Dind-r gegen -ine» verstorbene» Altkatholiken berichtet die „K. H.-Z. : Gestern ^achnitttag fand auf dem katholischen Kirchhof eine Beerdigung statt, welche von d-r Polizeibehörde ausgeführt wurde. Probst Dulder hatte sich namlid) geweigert, di- Leiche des zu>^ altkatholischen Religio» gehörenden Tischler M. >» sogenannter geweihter Erde bestatten zu lasse», derselben vielmehr einen Platz am hintersten Ende des Friedhofes angewiesen, auf dem nur Selbstmörder, Verbrecher und unaetaufte Kinder bestattet werden. Pfarrer Grunert hatte sich daher die er- [)a®6 beim königl. Polizeipräsidium und schließlich bei der komgl. K-gi-rung beschwert, und von letzterer den Bescheid erhalten: „daß der Leiche e»> -hrl ch-s B-aräbniü nicht zn verweigern sei," was dahin verstanden wurde, daß s keweMer Erde bestattet werden solle. Das königl. Polizeipräsidium legte d.e- L Ansdruck indeß anders ans und blieb bei der Ansicht stehen, daß der Platz, den Probst Dinder angewiesen auf dem Friedhof, weder -m en ehrender noch una-weibter sei. Es war dieser Vorfall kein G-Heimniß geblieben nnd hat- derselbe' ein allgemeines Interesse wachgerufen. Der Kirchhof war daher zur Stunde des angesagten Begräbnisses von dichten Menschenmassen gefüllt, nnd standen der Polizei-Jnspector Glasemann mit 16 Schutzmännern bereit, Bestimmung des Präsidiums Geltung zu v-rschaffeii. Der Sarg wurde von ' den AÄörigen des Verstorbenen daher auch mir a'is dem Leich-nhaus- bis d Mitt- des Friedhofes an das große Kreuz g-ttagen, ni-d-rg-setzt, !»« sä . aes Bemüheu, diese Führung Gottes zu ändern, zu verbeffern, zu leiten, nicht und Ablaß als kirchenpolttrsches Agttatlons- ^rs als ob Papst und Bischöfe mehr Einsicht besäßen oder mehr gutm Mittel. 'Willen, das Werk Gottes zu fördern als Gott selber. Sie wollen die Richtung und Ziele angeben, Gott soll nur ihr Diener sein; daher soll beständig zu ihm gerufen, ihm „fromme Gewalt" angethan werden. 9coch mehr. wer mißtraut Gottes Einsicht nnd gutem Willen so sehr, daß man befurchtet, er werde auch daun noch nicht vernünftig und angemessen für seine heilige Kirche handeln wenn man es ihm mit lautem und langem Rufen kund gegeben und es von ihnt dringlichst verlangt hat. Darum sucht man ihn, um ihn m seiner Thätigkeit richtig zu leiten, gleichsam bei seiner schwachen «Leite zu fassen: man richtet au Maria, die Mutter Gottes, die Gebete, die demnach die eigentliche Mittlerin zwischen Gott und den Menschen ist, die Ueberfluß an Einsicht hat in das, was geschehen muß, iurd mehr Güte und Barmherzigkeit und Gnade besitzt als Gott, den sie erst dazu bewegen muß. Wie es m dieser Beziehung in der römisch-katholischen Kirche steht, hat (ungst Pius IX. .echt offen kund gegeben in der Alloeutiou vom 25. Juli d. I-, "i welcher er sich bis zu dem Ausspruche versteigt: daß „die Bitten der unbefleckten Jungfrau bei ihrem Sohne (d. h. im kirchlichen dogmatischen Glauben: bei Gott selbst) wie Befehle seien." Eine Anschauung von Gott und göttlichen Dingen, wie man sie wohl bei neapolitanischen Fischern ohne allzu große Verwunderung wahrnehmen mag, die aber bei dem Manne, welcher der Führer des geistigen Lebens, des ganzen Erdkreises sein will, billig in schmerzliches Erstaunen versetzen muß. Erwägt man nun, wie aus diese Weise der Papst und seine Hierarchie Gott selbst erst die rechte Einsicht beibrlngen und ihn m seinen Entschlüssen und Thaten lenken wollen, so daß diese Kirchen-Aurorltat das eigentlich leitende Prilicip des Daseins, die factische Gottheit sein ivlll, so kann es freilich nicht sehr unerwartet kommen, wenn sie auch über den Ltaat sich stelleii und der Vernunft und Wissenschaft ihre Meinungen und ihr Belieben als Befehle und Richtschnur aufzudrängen strebt. Unwillkürlich muß mau da an den Uebermuth Nebukadnezar's denken. f ,, , Hätte die römische Hierarchie noch einige menschliche Bescheidenheit und eine Spur von Selbsterkenntniß und religiös-sittlicher Demuth, so wurde sie ?war Gebete verunstalten, aber nicht in pharisäischer Weise für andere und für alle Welt, sondern für sich selbst. Sie wurde das Volk beten hfien 511 Gott, daß er ihr selbst die rechte Einsicht uild Demuth, die nothige Selbster- kenntniß und Selbstüberwindung gewähren möge, damit sie m dieser schwierigen Zeitlage das für die Religion und die Gläubigen Richtige ""d Heilsame erkenne, und mit Besiegung alles Eigendünkels und aller Herrschsucht in v Werk ' setze. Leider ist zu fürchten, daß es zu dieser allein vernünftigen und religiösen Gebetsveranstaltinig md)t kommen, sondern daß man hierarchlscherseits dabei beharren werde, das Gebet lieber als kirchenpolitisches Agitationsmittel m Verbindung mit dem Ablaß zu verwenden. Diesem frevelhafteiiMißbrauch geg^i- über, deu die päpstliche Hierarchie nut dem heiligen Verhaltniß des Mmschen zu Gott zu treiben fortfährt, ist der Staat in die Nothwendigkett versetzt, und vollkommen berechtigt und verpflichtet, seine Rechte "nd die der Bi dmig1 und Wissenschaft zu wahren. Er leistet aber dabei auch der wirklichen Religion selbst große Dienste dadurch, baß er durch seine Gesetze und Maßregeln dieser empörenden mißbräuchlichen Verwendung derselben immer mehr-den.Boden entlieht, und durch vernünftige Bildung seine Bürger fähiger macht, sich über die elbe zu erheben, und sich nicht als blinde Werkzeuge mißbrauchen und das Heiligthum ihrer Seelen im Dienste geistlicher Herrschsucht entwürdigen , sein Reich auf Erden. Man sollte nun merneu, C i wisse er nicht jedenfalls sei es aber eine freie M've. jcw Hierarchie das unbedingteste Vertrauen habe» b« Allem Inng-w cht-r J J J , ( p/z Verstorben-», vorn Sarge zurückgetre en - " Dtt'N Gott kann doch fein dem hieraus » Mitglied-n der Gemeinde niederkni-teu , nicht Schaden leidender zu waren und Pfarrer Gwrt E-^die M 5treuöe z _____honwiA.lf den Todtengraber nicht einging, daß, wenn sie rothen Wein hätttsie ihn jedenfE sN Bad Nauheim, 19. August. Selten wurde uns in unserer Kurstadt ein solcher ®e- ?DDtfn . nitP öfter« ..... -1 . ' 1 vyc' Ht. n 3% Toscaner — Spanien. dem Gefecht vom 16. Bei ein Mordversuch stattgefunden; der Thäter wurde Hahres an Jiiißfniib, Petersburg, 21. :• Marie Margaretha Hennrich aus Biskirchen, alt 55 I., gestorben Nation, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen. Oesterr. n Spanier, Amerik. Ar. 16) f 3% 5% 5% wundet wurden und Gegen Don Alphons füsilirt. geboren den Den 5. August. Den alt 66 I. 5 gelischcn Gemeindevertretung wurde eine Adresse an Sydow in Berlin einstimmig angenommen; Pfarrer Köhler enthielt sich der Abstimmung. München, 22. August. Die auf heute anberaumte Verhandlung der Nichtigkeitsbeschwerde der Adele Spitzeder ist auf Anrrag des Vertheidigers, welcher Einsicht der Acten verlangte, auf den 5. September vertagt worden. Lüchen-1 2) 3) aus die Si 4' MzePmf B V\\ Maßreg Ti Eretteriing auch hin so werde. Ts 5n t ! at der Pi dfdrt, bie Frankreich. Paris, 22. August. Eine durch hiesige Blätter veröffentlichte carli- stische Note schreibt die Beschießung des mit der Flagge des rothen Kreuzes bezeichneten Thciles von Bilbao einem Jrrthum zu. Don Carlos anerkenne die Genfea Convention, nur ein Zufall könne die Schüsse auf das französische Schiff gelenkt haben, die auswärtigen Schiffe würden aufs Strengste respectirt. Lizzaraga hat in Plasenca und anderwärts Gewehrfabriken eingerichtet, welche täglich 200 Schießgewehre liefern sollen. — Der Zustand Nelatons ist noch immer ein sehr bedenklicher ZklleiTcirfj. Wien, 22. August. Der Kaiser hat für den verstorbenen Herzog Karl von Braunschweig eine 12tägige Hoftrauer (vom 22. August bis 2. September) angeordnet. der evangelischen G e m e i n d e ,r u Gießen. Gottesdienst. Am 24. August I Morgens: Pfarrer Landmann. I Nachmittags: Pfarrvikar Schlosser. (Künftigen Sonntag: Feier des heiligen Abendmahls ) Die Pfarrgeschäfie für die Woche vom 21. bis 30. August 1873 besorgt Pfarrer Landmann 3®/q östr. Stsb.-Prior. 60% Q0/ östr s. Lombard 49% Livorneser 33% 9Jtabrib, 22. August. Brigadier Reyes medet aus Manresa, daß in 40 d. Saballs, Miret und Triftany, Letzterer schwer, ver- die Carlisten 200 Verwundete und 85 Todte hatten, hat Actien. Frankf. Bank 147 % Frankf. Vereins-Kasse 116 % Darmst. Bankact. 425 Rheinische Hyp.-Bank 99 Wien Bankactien 1027 Oest. Creditact. 253 Galizien 123 Elisabeth.-Prior. 86% do. II. Emiss. 85 Dliilieit dkow, 21. August. Ein päpstliches Breve vom 19. August gewährt den Theilnehmern an den im Laufe des Septembers stattfindenden drei Wallfahrten Ablaß; ebenso wird Jenen Ablaß ertheilt, welche nach Empfang der Sacrameute die Kirche besuchen und für die Eintracht der christlichen Fürsten, die Ausrottung des Irrglaubens, die Bekehrung der Sünder und die Erhöhung der Kirche beten. Silberrente 66% Papierrente 63' ’h neuest. 3% 17% Bonds 1881r 100% „ 1882r 971/2 „ 1885r 99:% „ 1887r 100' '4 August. Der „Ruff. Jnv." veröffentlicht einen Tagesbefehl des Großfürsten Michael, worin dem Obersten Markosoff und seiner Abtheilung, welche aus dem Wege nach Chiwa umkehren mußten, vollkommene Anerkennung gezollt wird. Art imb rten die Kü ^esktzköverä Ad drz At Worten, h vir bitten Machten - mimcii zu .y ■' „Eki Ekrlafseii i Wlid) eir ^Ol 'vnnen wü ^lr Haber r;crn Zwei !^ch ihr den s *"• Aü {Her h- 111,11 Mif !Jrr Der %h'af "I ter Getaufte. -tobann^ Bürger zu Homberg a. b. D. und Bürstenmacher dahier, Cannes ^eichtweis, eine Tochter, Elisabeth, geboren den 6. August. geboren den" 14 Juli. ®Iafcrmc^er' Heinrich Keck, ein Sohn, Georg Heinrich, gehörenden 23^Juli Bürger und Wagnermeister, Ludwig Geißler, eine Tochter, Marie, e n % l^e m Dem Hauptstcueramts-Assistcnten, Karl Frank dahier, eine Tochter, Helene, 21. August. Eine uneheliche Tochter, Louise Pauline Friederike, geboren den Literarisches. „Um Sccpter und Kronen," von Gregor Samarow, wohlfeile Ausgabe, betitelt sich ein Merkchen, welches in 16 Lieferungen ä 18 Fr. erscheint. Kein Roman der Neuzeit hat so gezündet, keiner ist bei seinem journalistischen Erscheinen vom ersten bis zum letzten Kapitel mit solcher Ungeduld von den Lesern erwartet worden, als Gregor Samarow's „Um Seepter und Kronen," ein Zeitroman in der vollsten Bedeutung des Wortes. Wenn je, so ist bei diesem wohlfeile Ausgabe, wie wir sie hier dem Publikum empfehlen, nicht nur gerechtfertigt, sondern sogar geboten. m . De* Dichter von „Um Seepter und Kronen" zeichnet mit dem mächtigen Griffel des Geschicktsschrcibers und mit der Zauberfeder des Nomaneiers, die er beide glücklich führt, die großen Ereignisse des Jahres 1*66, des Vorläufers der jüngsten weltumwälzenden Epoche, deckt — der Grste, der dies konnte, der es that — die tief verborgenen Fäden ihrer bewegenden Ursachen auf, enthüllt nut der Kenntniß eines dem Räderwerk der Staatsmaschine Nahestehen- den i.ie Geheimgeschichte jener uns noch so naheliegenden Zeit und schildert in lebensvollem Bilde die Wirkungen auf die Welt und die Gesellschaft. < .Die Namen der in unserem Zeitroman auftretenden Männer und Frauen des Tages ber «Per erJ$C f allem schon die große Sensation rechtfertigen, die das Buch machte, macht sie aber die geistvolle Art, wie der Dichter seinen Stoff beherrscht und DichNin/" E seinem Werke sagt: „®ct Kern ist Wahrheit, die Form ist Lokal-Notiz. Gießen, 23. August. Am verflossenen Mittwoch Abend wurde einem Arbeiter au: hiesigem Bahnhofe beim Rangiren ein Arm abgequetscht. Der Verunglückte wurde in die Klinik gebracht. --Die Firma I. B. Noll hierselbff erhielt für ihre ausgezeichneten Fabrikate auf der Wiener Weltausstellung die Fortschritts-Medaille. --Die Herren Bäcker sind mit dem Brode vorläufig um einen Kreuzer aufgeschlagen und motiviren diesen Aufschlag mit den theuren Fruchtpreisen. Ob's wahr ist? — --An der Ecke am Schiffenberger Weg und Wenzel's Garten an der neu angelegten Gartenstraße steht zur Warnung ein Pfahl mit Schild, worauf geschrieben steht, daß das Fahren und Reiten auf diesem Wege bei Strafe verboten sei. Konnte man dies vielleicht nicht andern? ---Im Laufe der vorigen Woche steht auf dem Brande vor der Kaserne eine Bauersfrau und weint. Soldaten, die Vorbeigehen, fragen dieselbe, was ihr fehle. „Ach, erklärte sie meinen Sohn haben, sie da drinne zum Gefreiten gemacht." Die. Soldaten trösteten die Frau unb meinten, sie möge doch darüber froh sein, ein Gefreiter sei doch mehr wie ein Gemeiner. Doch die Frau sagte: „dous es ja alles recht gaut un schih, aber wan's Widder lns giht und dann werd uf die Hr.he am erste goschosse." n / -- ->—e, den Herren Mahr und Niering, reichsten und woblver- dlentesten Beifall. Die 2. Abtheilung des Coneerts wurde eröffnet durch: Thema und Varia- ^onen von Jos. Neswadba, welche Fron M->yr-O,brich mit ihrer glockenreinen Stimme vortrug Die Leistung der gen. Dame verdient um so größer- Anerkennung, als dieselbe, wie wir Horen bi« wX"? 8U')0.1.'N Stuttgart in der Oper ausgetreten und während d-S Tags di- R-is- Schluß des Coneerts bildete der „Jubiläumsmarsch" von I. Ncswadba. Dem Coneert wohnte ein zahlreiches und distinguirtcs Publikum bei und wurde dasselbe auch nut der Anwesenheit S. K. H. des Großherzogs beehrt. -r. ^n[er Kur-Verein hat sich durch das Arrangement des Coneerts den Dank aller Kur- ga te wie der Einheimischen erworben, und geben wir uns nach dem gestrigen glänzenden Resultat der Hoffnung hin, daß es dem Kurverein gelingen möge, die verehrten Künstler noch öftere und wenn möglich in der nächsten Saison einen Cyclus dramatisch-musikalischer ober theatralischer Abenbe vorzufuhren. Hofes trugen und ihn in das daselbst hart am Zaune bereitete Grab nieder- bei den Damen der Bütte in der Regel sonst nicht verschmähten Doppelkümmel und ließen. Herr Pfarrer Grunert und Herr Rechtsanwalt Alscher beabsichtigen, 9?c^toein verordnet, worauf jedoch die wie aus den Wolken gefallene Hausfrau sich sofort beim Herrn Cultusminister zu beschweren und zu bitten, die Leiche trinken würde^^ ni$- beging, baß, wenn sie rothen Wein hätte, sie ihn jebenfalls selbst wieder ausgraben und in geweihter Erde bestatten lassen zu dürfen. I O • — Posen, 21. Anguß. Dem Probst Akoszewski in U, welcher wegen nuß eines Vergehens gegen die Kirchengesetze zu einer 14tägigen Festungshaft ver- Aravelotte veranstalte Coneert der Fall war. Eröffnet wurde dasselbe durch die von dem toer- urthcilt wurde, ist die Festung Glogan zur Abbüßung dieser Strafe ^e8mab6a oortreff^i^^ au8gefü^rte fen worden. - Der „Courier Poznanski" ist wegen Veröffentlichnng fcer te'.M s±Sän«r stucke betreffs der Anklageschrift gegen den Erzbischof mit Beschlag belegt!s«6arti9tn SBeiFonefturm emtefen Die f»™nben ^iecm STug worden. toer .„Schöpfung" von Haydn, gesungen von Frau Mayr und Herrn Niering, Arie aus „Semi- Wiesbaden, 21. August. In der heutigen Sitzung der größeren evan-iDamen Trau^M^v^Olbli!? Lieder von Mendelssohn, gesungen von den flph'frhrn uiiirhp ptnp au tu snnvftu ™ ~ — b 3atbe, ben Herren Mayr unb Niering, reichsten unb woblver: * <4* .5 Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadl (Hießen. Evangelische Gemeinde. K v p u l i r t e. mtunuJu.uu 1 -dlu g ust. Dr. Ernst Friedrich August Laubenheimer, Privatboeent bei der S W ? " ^Qfulat ta$ler' bcs verstorbenen Großherzoglichen Bauraths unb Dirigenten bei »ft LMmE-s°r-B°hn dahllv, Ernst Augäst°L°ub.nheww^ -lw7ch» S°hn "und Karl Wlh-lm berst°rb-mn Bürg-rS und Fabrikanten zu AlSf-ld, e»- a®01! V: Christian Reinharbt, Korbmacher zu Schlitz, bes verstorbenen bnfiaen Burgers unb Leinwebers Heinrich Reinharbt, ehelicher Sohn; und Wilhelmwe Karoline Stoll des verstorbenen hiesigen Bürgers und Schreiners, Johannes Stoll, eheliche Tochter ' Beerdigte. nÄU^u ®eDr8 Melchior Christian Noll, Bürger und Fabrikarbeiter dahier, M. 29 T., gestorben den 14. August. r.r Don 1 b^August. Karoline Franziska Louise Kinkel, des Bürgers unb 2Dcomot^ti^ gesto?b^e/ben"l4^Ä^,'ser-Bahn dahier, Ludwig Kinkel, eheliche Tochter, alt 1 I. 6 M. 12 T., von bie? nn Louise Henriette Auguste Friederike Elisabeth, eine uneheliche Tochter toon hier, alt II. 2 M. 3 T., gestorben den 16. August. cy t ’! ro- U?y1- Johann Gebauer aus Großen-Eichen, Soldat im II. Großherzoglich Hess- Jnfant.-Regiment Nr. 116, alt 25 I. 4 M., gestorben? 6 9 in ml.rL9' ^"3ust. Mathilde Juliane Margarethe Philippine Müller, des Bürgers und Vorstehers der vereinigten Dienstmänner dahier, Philipp Müller, eheliche vCl) 1Cli Uli 1 iili - 4 x? AnfrrwKflM now A 7 Ql«. Bors en nachricht en. 22. August 1873. Preuss. 4‘ 3O 0 Oblig. 104% Frankf. 3%v,g Oblig. 873/e Nass. 41/2° 0 Obi. 9-i,z Kurhess. 4",0 n 757/'8 Gr. Hess. 5% Obi. 101 « n 40/0 „ 99% n " 31/2% „ 95% Bayer. 5% „ — n 4‘/2°/o 1jährige 101% n 4°,o 1jährige 97 Würtemb. 41/2°/0 Obi. 101 Baden 4%% Obi. c. E. L. 100?/. n doppelte 9 36—38 Holl. fl. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 31—33 20 Frankenst. 9 20—21 Engi. Sover. 1 1 46— 48 Nuss. Imper. 9 38- 40 Dollar in Gold 2 24%—25% epvchmachcndc »Wafflh-It und Dichtung," ilefcS bcd°ut-ndste, Intereffant-st- Werk bcstimmll ' weitcstm Kretffn zugänglich zu machen, dazu ist diese billige Ausgabe . , und Kronen" wird in dieser wohlfeilen Ausgabe aufö Neue seinen Gang $0*tcr- ““ 1 4 gestorben den 17. August' : ,8 t<,nn und Wird jetzt von Jedermann gelesen werden, und dauernd s™ Lo^Iuaull^ auB“ft 5DZ“ric Margaretha H °me werthvolle Bereicherung, einen Schmuck auch der kleinsten Büch-rsammlung bilden. b-n 2°. August R , --— ------------ r"' ■=———.. ■ ■ ——! „ Christian Karl Haubach, Messerschmied, des verstorbenen Bürgers und Vermischtes. ^Mefferschmieds, Karl Haubach, eheUcher Sohn, alt 45 I. 11 M. 13 T., gestorben den 19 August. Darmstadt, 20. August. Dieser Tage ereignete sich dahier ein reckt bereicknpndPK SnUrr 4?^ rUcÄUL Melchior Weller II., Bürger zu Mendorf a. d. L. unb Dienstmann mDÄ-ig^LN^b^^ ihk^m ShstZck"^L- Bier a"b ^"desgleichen dm Philipp^cllof/chcNche^ochter^alt^l^ 2^55 Mtu* W"' Anleliensloose» Darmstädter fl. 50Loose 208 T r ” . 25 B - Kurh. 40 Thlr. Loose Nassau 25 fl. — Braunschweiger 22% 3° o Oldenburg. ä40Thlr. 37% 4% bayr. Präm.-Anl. 112 4% badische Locse 110'/4 Badische fl. 35 Loose 69% Oestr. fl. 250 v. 1854 92 1858r Prioritätsloose 199 1860r Loose 92% 1864r „ 157 Actien. 5% östr. F. St. E. B. 355% Lombard. Bahn 194 Ludwigsh. Bexbach 190% Maxbahn 132,/2 Bayer. Ostbahn 119% Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. — Oberhessen w 74% Prioritäteiib Wechsel. Amsterdam k.. S. 98% Augsburg k. S. 100 Berlin k. S 104% Bremen k. S. 105% Brüssel k. S. 93 Hamburg k. 8. 105' y Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 118% Lyon k. S. - Paris k. 8. 92% Wien k. 8. 105% ditto m. 8. 105% ditto 1. 8. 105% Disconto 4 0,0 tioldsorteii. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 36—38