'"ch. ' 3”gNf auf H-Icht rbuch. 'ndruckei-ek tt einen sMen Mrtev nin- R Richter. J angenommen, dmilmuifl und 'lauter Mann nfl, auch über- 'S aller schrist- crn nrd. b. ’öt iltaMsch für dl. g iedn hrnE christlich oder rstand. fw/ and^ Ih (fllldjatt tn R-sero-», Kaare", e, gezcn °n- uutrtÄ^ , m *e pifi s.* (61t t 4>TtiS vierteljährig 1 ft 12 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fi. 29 fr. Erscheint täglich, «it Aus« nähme Sonntags. Expedition: Canzletberg, Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen. Nr. 270 ~ Dicnstirg den 18. November ""18?3« Amtlicher Theit. Gießen, am 15. November 1873. Betreffend: Die Reinigung der Schullocale. gruppe und übernahm das Commando. Man mußte immer weiter in der Zeitenfolge hinanfgehen, als noch ein reiches mannigfaches Leben in sehr verschiedenen Formen von den Armen der kirchlichen Organisation umspannt wurde. 26ie schwierig sich jene neuen religiösen Lebensformen, damals in den alteren Mönchsorden sich kundgebend, in den hierarchischen Organismus einfügten, davon zeigen sich ja noch Spuren in den Privilegien der Siebte und in den Streitia- keiteil zwischen Bischöfen und Ordensobern. Und bald hat sich gezeigt, daß der energische Widerstand gegen die päpstliche Jnfallibilität etwas weit anderes war, als nur ein theoretisches Bedenken der deutschen Stubengelehrsamkeit, die ihre alten dogmatischen Hefte ein wenig zu corrigiren sich sträubte. Es galt den Widerstand gegen das Auslöschen des letzten Nestes kirchlicher Selbststan- dlgkeit, gegen die gewaltsame Aenderung der Kirchenverfassung aus einer Aristo- klatie in reinen Absolutismus; cs galt den Widerstand ächt germanischer Auf- fassung Dci Religion gegen das erdriickende Ilebergewicht des centralisirendcn und nioellirenden Romanismus. Freilich war es mit der bloßen Ablehnung der neuen „Lehre" nicht gethan. Daß der Conflict tief in das Herz der katholischen Kirche eindrang, in die Berfassnng, das hat sich jetzt klar gezeigt. Normal wäre es gewesen, wenn nun die deutschen Bischöfe die Fahne der Selbstständigkeit aufpflanzten, ruhig zuwarteud, ob ein künftiger Inhaber der päpstlichen Tiara die alten Rechte der Kirche anerkennen wolle. Sie haben geredet und dann widerrufen. Dadurch fiel die Pflicht, die alte Selbstständigkeit der ^trche zu wahren, der Gemeinde zu und den priesterlichen wie rechtsgelehrten Führern. Daß heute Doctoren der Theologie (ganz abgesehen von ihrem priesterlichen Charakter) lind des kanonischen Rechtes, die Führung übernehmen das ist zwar vortridentinisch, aber um so mehr katholisch. Die Constanzer Klichenordnung hat auf die Jnfallibilitätscrklärung in rechter, durchgreifender Weise geantwortet. Das freilich unterlag keinem Zweifel, daß der Altkatholicismus den sta- ^"0 kurz vor dem vaticanischen Dccret unmöglich aufrecht erhalten konnte, ^er auch das Tridentinilm in seiner ganzen Breite lieferte feinen festen Boden- 5)16 Demoralifirung der päpstlichen Jnsallibilikät erwies sich ja dem kundigen Historiker als die Frucht einer langen Bewegung, die da anhob, als man alle reformatorischen Elemente gewaltsam aus der Kirche entfernte, als man die eigentliche Leitung des religiösen Lebens in die Hände der Jesuiten übergehen ließ. Was Anfangs nur Freischaar war, gestaltete sich bald zur regulären' Der Altkatholicismus in seiner Stellung zunr Protestantismus. Auch der Kurzsichtigste und Zwcifelsüchtigste kann sich heute der Anerkennung nicht entziehen, daß in dem großen Kampfe zwischen Papsttbum und Staarsidee, Jesuitismus und moderner Cultur der altkatholischen Bewegung eme stets sich steigernde Bedeutung zufällt. Je hartnäckiger der Widerstand der neukatholischen Bischöfe sich gestaltet, um so lieber muß der Staatsregierung ein Bundesgenosse sein auf dem eigensten Terrain des Feindes. Indem die normale Weihe des Bischofs Reinkens das Gemüth des gläubigen Katholiken befriedigte, gewährte die Anerkennung durch die preußische Staatsregierung der ganzen Sache jenen festen Rückhalt, dessen solche Neubildungen dringend bedürfen. Um so dringender wird die Frage: welche Stellung zu den andern Confessionen, namentlich zum Protestantismus, dem Altkatholicismus zufallen Ede-Daß dieselbe gegenwärtig die freundlichste ist, kann leicht als eine in divlduelle Gesinnung der leitenden Persönlichkeiten oder als eine Art natürlicher Nothlage ansgelegt werden. Eben dahin gehören die freundlichen Erwiederun gen, welche in Constanz mit den Vertretern der evangelischen Allianz und des r^r an^cn_ Vereins ausgetauscht wurden. Auch die lebhaften Sympathieen, welche dem Altkatholicismus von allen protestantischen Richtungen der deutschen Lande, die nicht auf Seiten der confcisionalistischen Ultras stehen, gewidmet werden, fallen nicht so schwer in die Wagschale. Die Generation, welche im Wendepunkte des vorigen und dieses Jahrhunderts lebte, bat ja den lebhaftesten, innigsten Wechselverkehr zw.schen Protestanten und Katholiken geschaut! 1 N^u"§, welche, abgesehen von den heutigen Leitern, die altka- thousche Bewegung selbst nimmt, wird sich jene Frage beantworten lassen. Und da traf man noch vor Kurzem in sehr wohlwollenden protestantischen Kreisen auf folgendes Dilemma. Der Altkatholicismus will seine Stellung nehmen in dem Zustande vor dem vaticanischen Decrete. Entweder er folgt der Natur der Bewegung, er nimmt bedeutende Aenderungcn vor in der Lehre und im Eultiis — und dann muß er in Kurzem mit dem Protestantismus oder mit den durstigen Resten des Deutschkatholicismus und der freireligiösen Gemeinden verschmelzen. Oder er bleibt stehen — und dann bleibt die alte Scheidewand zwischen Katholicismus und Protestantismus bestehen, wenn nicht gar ein allmahliges Uebergehen in's ultramontane Lager, ein leises ^nrücksinken in den Neuk.rtholicismus die Folge ist. , _ .Schon jetzt, namentlich seit dem Constanzer Congresse, läßt sich übersehen, daß die überaus beionnene und im edelsten Sinne des Wortes Hirne Leitung ber altkatholischen Bewegung dieses Dilemma nicht als zwingend ansieht und beide Auswege vermeiden wird. Auch ter ferner Stehende kann wahrnehmen, baß sie hierin eben so zeitgemäß, wie ächt katholisch verfährt — zwei Prä- bicate freilich, welche gerade heutzutage auf ungemein wenigen Plinkten zn- sammenfallen. 0 an die Großhklzaglichen Bürgerineistereirn. , ^ad) AEl 12 dcs Gesetzes vom 26. November 1872, betr. die Gehalte der Volksschullehrer, haben die Gemeinden für die Reinigung der Schul- J tolt = .lluc,r atl 11118 S-langten Eingabe mehrerer Lehrer des Kreises entnommen haben, daß in dieser Hinsicht noch nicht überall die erforderliche Vorsorge getroffen ist, so empfehlen wir Ihnen, sofort die nöthigc Anordnung für den pünktlichen Vollzug jener Bestimmung zu treffen. v. Röder. Nr. 29 des Neichsgesetzblatles, ausgegeben den 7. November 1873, enthält: (Nr. 967.) Deelarallon de^Art.^I^der Zusätzlichen Uebereinkunst vom 12. Oetober 1871 zu dem Frt-densv-rlrage vom 10. Mai 1871 zwischen Deutschland und qkq} ^kanntmachung, betreffend die Ernennung eines Bevollmächtigten zum Bundesrathe. Vom 3. November 1873. Bekanntmachung, betreffend die portopflichtige Correspondenz zwischen den Behörden des Reichs und Oesterreich-Ungarns. Gießen, den 14. November 1873. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __________ v Röder. Aber widerspricht nicht die starke Vetheilignug der Laien, die in derselben hervortrut, den eigentlichen Grundprincipieu des Katholicismus? Muß da nicht jede kirchliche Leitung von Priestern ausgehen? Ist nicht der Laie dort ausschließlich Object der Seelsorg»? Niemandem verdenken wir, solchen Einwurf, der die heutige Form der römisch-katholischen Kirche für die normale hält. Aber das letztere ist falsch. Der Katholicismus ist eben eine großartige historische Erscheinung, welche alles, was in ihr geschichtlich geworden ist, mit dem Stempel deS Rechtes ausgestattet, und mehr oder minder conservirt. Darin besteht das ächte Weisen des Traditionsprincips, das ebenso befreiend wirken soll, wie es das Gewordene und Gewährte pietätsvoll hütet. Wie wir in unserer' Erdrinde oft ganze Thiergeschlechter der Vorzeit in den geologischen Schichten, wenn auch nur in durfttgm Spuren, eingebettet finden, so auch in den Bräuchen und Anschannn- gcn der Gegenwart alterthümliche Zustände und damals rechtsgültige Sitten. Die Nivellirnng-sucht des Jesuitismus ist daher, was selten erkannt wird, ein Lwlchstoß in das wahre Wesen des Katholicismus, gerade nach der Seite seiner Hochstellung der Tradition. Und so ist es auch ganz katholisch und traditionell berechtigt, wenn heute wieder, wie in alter Zeit, den Gemeinden und den Laien ein bedeutender Autheil an der Regierung der Kirche, abgesehen von den rein geistlichen Dingen, eingeräumt wird. Die Wahl der Bischöfe durch die Dom- capitel ist der letzte Rest einer Wahl durch die Gemeinde und ihre Senioren. Hat sick) tod) selbst der Neukatholicismus dieser Anerkennung der Gemeinde — isogar in Glanbenssachen nicht ganz entziehen können! Unter den Gründen, c" aus denen man vor neunzehn Jahren das Dogma von der unbefleckten Em- XX t l 1 1 1 Frankreich. Paris, 15. November, 7 Uhr Abends. Es herrscht eine aufgeregte Stimmung. Man erwartet mit großer Spannung Nachrichten aus Versailles. Im Bahnhofe von St. Lazare wartet eine große Volksmenge. Man spricht widerkatholisch — sie ist im 1 , _ _ aus allen Zeiten der Kirche ihre mehr oder minder vollwichtigen Parallelen. Freilich ist sie der Anfang einer vollständigen Ablösung von den Kirchengebieten, welche sich dem jesuitischen Treiben rückhaltslos zum Opfer hingeben. So hat die einzige bedeutsame Aenderung gerade die Stelle getroffen, auf welcher das Wesen 'der römisch-katholischen Kirche am schwersten geschädigt war — auf dem Boden der Verfassung. Und nicht eine Neuerung ist sie, sondern eine zeitgemäße Umbildung und Erneuerung altkatholischer Principien und Zustände — darum hat sie volles kirchliches Recht. Aber sie ist auch zeitgemäß im modernen Sinne des Wortes. Handelte es sich ausschließlich um ein neues „Dogma," so möchte man fragen: wozn der Lärm? Und der Standpunkt jenes berühmten Mitgliedes der Centrumspartei: „Man müsse schon so viel glauben, was man nie begreifen könne, warum nicht auch, daß der Papst infallibel sei?" wird leider noch von vielen getheilt. In der That ist die Lehre und das formulirte Vekenntniß in der katholischen Kirche immer nur das Zweite gewesen. Sie wollte sein und war weit mehr Lebens- als Glaubensgemeinschaft. Dasselbe beherzigt die altkatho- lische Bewegung. Ueberhaupt vermag heute einchiner Dogmenstreit die Gemüther nicht mehr aufzuregen; das gehört in den Orthodoxismus des siebenzchnten oder in den Byzantinismus des fünften und sechsten Jahrhunderts. Heute gilt es vor Allem freie, wohlorganisirte Association. Was sich nicht als gemeinschaftbildend ausweist, hat den Anspruch auf Existenz und Dauer verspielt in allen diesen religiösen und politischen Fragen. Mag die Bewegung auch die äußere Form des Schisma's zeigen, sie ist sich ihrer Ürnern wahren Katholicität bewußt. Das bedeutet aber nun und nimmer stolze Ueberhebung, oder Anspruch aus alleinige Geltung, oder gar das Bestreben allein seligmachend aufzutreten, sondern die sichere Uebezeugung, daß die religiöse Gestalt die im Altkatholicismus hevortritt, in deutschen Landen ihre volle Berechtigung neben DeutMjfanö. Darmstadt, 16. November. Die Vorbereitungen für die zu Ende dieses Jahres oder zu Anfang des folgenden stattfindenden Reichstags - Wahlen werden eifrig betrieben. Für unsere Stadt steht zur Feststellung der Listen eine ganz neue Personal-Aufnahme in Aussicht. Nach Ankündigung der Bürgermeisterei werden nämlich Viertelsmeister von Haus zu Haus gehen, um die hier wohnenden wahlberechtigten deutschen Staats - Angehörigen zu ermitteln, eine Einrichtung, welche nur mit Freude begrüßt werden kann, da auf diese Weise die früher vorgekommenen Fehler und Auslassungen wohl vermieden werden. Was die als Candidaten für den Reichstag auftretenden Personen betrifft, so verlautet, daß nicht wenige der bisherigen Abgeordneten ein Mandat nicht mehr annehmen würden, und daß folgeweise in mehreren Bezirken neue Candidaten aufgestellt werden müßten. Namentlich spricht man davon, daß K. I. Hoffmann, Metz und Martin auf Wiederwahl verzichteten. Indessen scheinen Einzelne derselben ihr letztes Wort doch noch nicht gesprochen zu haben. Berlin, 15. November. Der italienische Finanzminster Sella ist hier eingetroffen. Berlin, 17. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet bezüglich des Hirtenbriefes des Bischofs von Nancy, der am 3. August von den Kanzeln auch der zu Deutschland gehörigen Kirchen der Diöcesen Nancy und Toul verkündigt wurde und worin zu Gebeten für die Wiedervereinigung von Metz und Straßburg mit Frankreich aufgefordert ist: daß die kaiserlichen Gerichte gegen diejenigen Geistlichen in deutschen Bezirken, welche den Hirtenbrief verlesen haben, eingeschritten sind, und daß die kaiserliche Negierung Schritte bei ccr französischen Regierung betreffs des unter deren Jurisdiction stehenden Bischofs gethan hat. Das Blatt fügt hinzu: Es bleibe abzuwarten, ob die französische Regierung den Bischof von Nancy die gebührende Zurechtweisung ertheilen werde. Jedenfalls biete sich eine Gelegenheit, unzweideutig darzuthun, daß die französische solche Aufwiegelungen und Bedrohungen des guten Einvernehmens mit andern Staaten für unerlaubt halte und mißbillige. — Der „Reicks-Anzeiger" meldet, daß die Besserung im Befinden des Kaisers erfreulich fortschreire. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erwähnt, daß das Staatsministerium mit der Detailberathung eines Civilehe-Gesetzes beschäftigt sei. Posen, 15. November. Der Erzbischof erhebt energischen Protest beim Ober-Präsidenten gegen die Wegnahme der Kirchenbücher und Siegel in Filehne, Hinzdörf, Culmsce und Bytin und verlangt Mittheilung des Protestes an den Cultusminister, da die genannten Gegenstände Kircheneigenthum seien, und obgleich die Pröbste nach dem Landrecht zur Einreichung von einem Duplicat der Kirchenbücher verpflichtet sind, daraus nicht hervorgehe, daß diese, welche aus kirchlichen oder pröbstlichen Mitteln erworben worden, Eigenthum des Staates seien. andern habe. Aber wie? Soll nun fortan in Lehre und Cultus alles beim Alten bleiben? Wir fanden kürzlich in einem Bericht über den altkatholischen Gottesdienst in Constanz die Erwartung ansgesprochen: man werde doch mit dem „Weihwasser," das auch dort sich vorsand, endlich ein Ende machen. Jene Znmuthungen auf Aenderungen in Gottesdienst und Vekenntniß könnet, von einer doppelten Seite ausgehen. Einmal von solchen, welchen alle diese Lehren und Ceremonien nur Reste eines alten „Aberglaubens" sind, welche überhaupt sich dem kirchlichen Leben entfremdet haben und ihm längst indifferent gegen überstchen. Dieß können hochgebildete, sehr rechtschaffene Leute sein, und der Ultramontanismus hat alles Erdenkliche gethan, um in diesen den Jndifferentis- mus großzuziehen. Gleichwohl thut der Altkatholicismus nur recht auf diese Stimmen nicht zu hören: die jeweilige Antipathie der Indifferenten kann nie maßgebend sein; er muß sich vielmehr auf alle die stützen, welche unter den Katholiken ein tiefes, ernstes, religiöses Interesse bewahrt haben, unb denen über aller Veräußerlichung und allem Mißbrauche die symbolische Bedeutung jener Cultnshandlungen nicht abhanden gekommen ist. Mögen anfangs jene Indifferenten der neuen Bewegung zugejauchzt haben, wir müssen es für einen großen Fortschritt halten, daß ihre Stimme mehr und mehr verklingt, und namentlich die Führer, welche bekanntlich eine sehr positive echt katholische Glaubensüberzeugung hegen, von jenen Rusen sich weder verführen noch einschüchtern ließen — schon deßhalb, weil jene in bloßen Negationen endigen und nichts an die Stelle zu setzen wissen. — Anders die Freunde auf mancher Seite des protestantischen Lagers. Sie wünschen eine bestimmte Annäherung an evangelische Lehre und Cultus. Etwa durch Proclamationen der Synodalrepräsentanz? oder durch Verfügungen des neuen Bischofs — sei es nun, indem der Cultus geändert wird oder neue Bekenntnißformeln aufgestellt werden? Wir brauchen uns nur Object und Modus der verlangten Aenderungen klar zu machen, um sofort die Verkehrtheit dieses Ansinnens mit den Händen zu greifen. Sehen wir Protestanten denn nicht aller Orten, selbst im Bereiche des lutherischen Bekenntnisses, die mannichfachsten Cultusformen? Wie anders ist die Altarliturgie in einer lutherischen Kirche von Berlin, Elberfeld, München, und nun gar Stuttgart! Und daß es mit den alten Bekenntnißformeln nicht mehr gethan sei, nun das ist ja längst erwiesen, wo man irgendwelchen Wertb legt auf wissenschaftlicke Bildung der Geistlichen, und die evangelische Kirche aller Orten sucht diese brennende Frage über Vekenntniß und Lehrverpflichtung zu lösen. Daß überhaupt formulirte Glaubenssätze irgendwelcher Art heute nirgends mehr das religiöse Leben beeinflussen, oder als untrüglicher Ausdruck bestimmter religiöser Lebensanschauung sind, sollte doch allen längst klar ge- Bedeutung, eines der erfreulichsten Zeichen in der ganzen religiösen Bewegung. Wir können durchaus nicht mit denen übereinstimmen, die ihn zu lang gefunden haben. Er stellt gerade solche Lehrvorstellungen ins Centruin, welche auch von einsichtigen Protestanten als der Mittelpunkt der christlichen Anschauung anerkannt werden. Damit ist laut verkündet, daß der Altkatholicismus nicht nur den con- fessionellen Frieden treu hegen und pflegen will, sondern daß er auch in sehr positiver Weise allen den Protestanten die Bruderhand reichen will, welche seine Individualität achten und ehren, aber auch in den Kernpunkten der christlichen Anschauung sich mit ihm eins wissen. Ich meine damit alle Schat- tirungen des positiv denkenden liberalen Protestantismus, der ein reiches Maß von religiöser Freiheit fordert und vor Allem nicht auf dem Buchstaben seiner eigenen Bekenntnisse, wie auf alleinseligmachenden Wahrheiten besteht. Die gleiche Freiheit, die wir für uns selbst fordern, müssen wir selbstverständlich dem Altlatholicismus zugestehen. Dann wird auch von verfassungsmäßiger, kirchenregimentlicher Einigung nicht die Rede sein. Eine solche ist heute ohne- dieß unzcitgemäß. Die Evangelische Allianz, die so eben in New-Aork getagt hat, ist ein Zeichen solcher freien Einheit, ganz abgesehen von allen Verschiedenheiten der Organisation, von Eigenlhümlichkeiten in Lehre und in Cultus. Richt der Zusammenschluß in eine gleichartig regierte große Gemeinschaft muß das Ziel des Strebens sein — das ist der Grundfehler der römischen Hierarchie gewesen — sondern die freie Uebereinstimmung in den Hauptpunkten und gegenseitige Achtung in den Unterschieden. Dann wird es nicht fehlen, daß der Altkatholik auch gastweise dem Protestanten die Kanzel seiner Kirche einränmt, und umgekehrt, gerade wie bei den sehr verschiedenen protestantischen Denomi- natioiien Nordamerikas. Aber dieß kann man ruhig der weiteren Entwicklung überlassen, jedenfalls verläuft die Bewegung in Bahnen, die zum sicheren Ziele führen, und unsere wärmsten Wünsche begleiten ihren Lauf. (Allg. Ztg.) pfängniß definirte und proclamirte, sand sich auch in vielen bischöflichen Schrel-! immer weiter auf. Aber ebenso ist auch die stärkste Annäherung möglich, sobald ben der: die „Gläubigen" sehnten sich so dringend danach, damit die Mutter man das was unter den höher Gebildeten als eigentlicher Nerv des Christen- Gottes dadurch neu geehrt werde 1 Vollends nun ist man bereit, auf die „Gläu- thums angesehen wird in das Centrum rückt. Da wird nichts verworfen, aber bigen" die weiteste Rücksicht zu nehmen, wo es sich darum handelt, weite Kir-vieles was als centrale Lehre unerträglich schien, vollends abgelöst von der ur- chencomplexe (wie in den slavischen Ländern und im Orient) dem römischen sprünglichen Fassung (so z. B. die Dogmen über Dreieinigkeit und Christus), Stuhle zu erhalten. Mithin ist jene Laienbetheiligung nichts weniger als Erhält eine ganz andere Beleuchtung, wenn man seinen genuinen Sinn heraus- " ' besten Sinn altkatholisch und hat in Vorgängen kehrt, oder wenn es in ihre richtige mehr peripherische Stellung gerückt wird. ™ - Nach dieser Seite hin ist der Hirtenbrief des Bischofs Dr. Reinkens von hoher worden sein. Soll es denn ganz beim Alten bleiben? Die reiche Symbolik des katholischen Cultus in seiner tiefen Sinnigkeit durchgreifend zu ändern, liegt kein zwingender Grund vor. Was zu ändern ist, ist leicht gesagt und zum Theil geschehen: es folgt ans der echt deutschen Art der altkatholischen Bewegung. Die Volkssprache wird im Cultus stärker hervortreten und die Predigt — beides Aendernngen, welche auf dem Boden des bisherigen Katholicismus vielfache Analogien für sich haben. Hat doch selbst der römische Geist an manchen Orten bis heute ganz abweichende Liturgien als althergebrachte Besonderheiten bestehen lassen! — Aber die Lehre? Sie hat in der Kirche des Abendlandes nach ihrer theoretischen Seite hin, wie oben bemerkt, niemals eine so durchgreifende Rolle gespielt, wie in der griechischen Kirche und im Schoße des Protestantismus. Sie galt dort überhaupt nicht als ein fertiges , unveränder-,davon, daß die Regierung nicht allein in Paris / sondern anch in der Provinz liches System. Der Wahrheitsschatz ward freilich als vollständig angesehen,!große Vorsichtsmaßregeln ergriffen habe. Mannschaften und Schiffe in Brest, aber in verschiedenem Grade der „Definition" bedürftig. Dadurch erhielt sic heißt es, haben Patronen und jedes Schiff 6 Feldgeschütze erhalten, um sofort stets etwas flüssiges, wie dieß im Mittelalter klar hervortritt. Sie gilt als nach jedem bedrohten Orte gesandt werden zu können- Die Leute sind sogar ein organisches Ganzes, welches noch heute Knospen zu Blüthen entfalten läßt, bange vor einem Staatsstreich, falls die Regierung nicht siege. Im Leben kommt alles darauf an, wie man die alte Ucberlieferung heute ver-, stündlich macht, noch viel mehr, welche Selten der Lehre man in den Vorder- (ßllüftHlö. gründ stellt und vorzüglich betont. Darin liegt der Angelpunkt. Betont man gewiffe Seiten, so reißt die Kluft zwischen Katholicismus und Protestantismus London, 17. November. Die „Times" sagt bezüglich der Virginius- Oberhessen 73'/4 9 42-44 Pistolen 150 1864r Allgemeiner Anzeiger. in Ni äusbur q. (5317) (5327) Jeilgebolenes. tf Seltersweg. (5210) Jeden Zahnschmerz fl. für 1 von April an für 273) (5048) Emil Fischbach. empfiehlt Feinste Golhaer Cervelatwurst, inin«' Trüffelwurst, Zungenwurst, In Auftrag: S e m m l e r. JPrioritäten» östr. Stab. Prior. 60 östr s. Lombard 49 Livorneser — Toscaner 50 Elisabeth.-Prior. 91V« Hamberg. Zwetaclien, Brüiielleii, Apfelspalt en, Hirsrlieii 91 ffaire • Da 16 Engländer erschossen seien, könnte sich England möglicherweise < cl r cpn (Sntfcbhift Amerikas beizustimmen. Das einzige Verlangen so sei kein Grund vorhanden, dieselbe Nicht anzuerkennen. Looseffecten Barletta zu 15 fl. umgesctzt, Mailänder und Ungarische Loose beliebt. Von Amerikanischen Prioritäten Alte Missouri und South Missouri höher, nachdem bekannt geworden war, daß die Atlantic-Pacisic-Geseüschaft, mit welcher beide erstgenannte Bahnen fustonirt sind, die Zinsen auf ihre zweiten Mortgagebonds am 1. November bezahlt hat. Man schließt daraus, und wohl mit Grund, daß die Zahlung der Zinsen der ersten Mortgage keinen Anstand flndm wird. Fremde Wechsel unverändert. die zu Ende »tags-Wahlen ag der Listen ging der Dür- leben, um die zu ermitteln, da aus diese Dcrmicben wer- rjonen Betrifft, Mandat mty Een ntut Ean- vn, daß 5- 3- ndessen scheinen u haben. * Lella ist hier 48 36 42 12 45 42 36 42 36 24 Extrafeines Birnengel^e Emil Fischbach. 5331) Frische Hansen, pr. Stück 1 fl. 45 kr. u. frischer Rehbraten sind zu jeder Zeit zu haben bei Wildprethändler I. E b e|l, Neustadt 206. 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Präm.-Anl. 1125/g 4% badische Loose 1087/^ Badische fl. 35 Loose 67V« Oestr. fl. 250 v. 1854 — 1858r Prioritätsloose 184 1860r Loose 905 0 BörseiHiachrichten. 17. November 1873. Preuss. 41/2Ü o Oblig. 1013/8 Frankf. 3 l/ao/o 0bl>8- 86Vs Nass. 3>/z0 o Obi. 91 Vz Kurhess. 4° u „ 96 Gr. Hess. 5°, 9 Obi. — n , 40/0 » 99'/2 „ n 31/2% n - Bayer. 5% „ — „ 41,o 1jährige 100Vs n 40 o 1jährige 94 W ürtemb. 41/2Ü 0 Obi. 100 Baden 4 */2°/o ObL e. E. L. 100 Oesterr. Silberrente 64 n Papierrente 597/d Spanier, neuest. 3ü/0 14'/2 Amerik. Bonds 1881r lOOVe „ n 1882r 975/, n n 1885r 99V» „ „ 1887r 101 Türk. Zwetfchenkraut, Prima-Qualität, empfiehlt (5243) Emil Fischbach. 5305) Eine 2pferdige Dampfmaschine, ein Stampfwerk mit 4 Stampfen, ein Kupfer-Kessel von 3Vr Ohm, ein eiserner mit Kupferboden von 4 Ohm, ein Schneckenwerk, diverse Bütten sind billigst zu üer- kaufen. Wo? sagt die Exped. dies. Blatt. La«Hsforellen und Bückinge zum Rohkffen empfthlni I. A. Bufch Söhne. 5304) 3000 Stück neue Säcke (engl. Säcke) von 2 Etr. Inhalt ä 28 Kreuzer, im Ganzen oder in Parthieen zu vei kaufen. Franco Anfragen besorgt die Exped. dieses Blattes. Frifchen geräucherten Rhein- lachS empfehlen I. A. B n fch Söhn e. 5310) Ein frommes zugerittenes Pferd, sowie auch zum Einspännigfahren, steht in hiesiger Stadt zu verkaufen. Näheres bet Philipp Körber, Thierspital. Dersteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. O Montag den 24. November 1873, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Districtew Heegstrauch und Waldshute, nachverzerch- neteö Holz öffentlich versteigert werden, als: I. Brennholz. 356 Rmtr. Nadel-Prügelholz, 106,2 „ „ Stockholz, 3040 Wellen „ Reisholz. II. Bau-, Werk- u. Nutzholz. 16 Nadel-Stämme von 10 bis 28 Centi- meter Durchmesser und 4 bis 15 Meter Länge, mit 4,43 Cbmtr. 18 Nadel-Stangen mit 2,09 Cbmtr- Die Zusammenkunft ist auf der Schiffen- berger Chaussee an der Sandkaute. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli 1874 gestattet- Gießen, anl 18. November 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt-________ Mittwoch den 19. November d. I. und die folgenden Tage, jedesmal von Nachmitttags Uhr an, wird mit der Mobilienversteigerung in dem Hause des Herrn Ferd. Windecker fortgefahren und sollen Mittwoch die guten Möbeln, bestehend in einem Glasschrank, einem Schreibpult, Sophas mit Stühlen, Spiegeln, Kommoden, Schränken, Bettladen, ferner Gold, Silber, Gewehre und ein Gewehrschrank vorgenommen werden. Gießen, den 18. November 1873. Wechsel. Amsterdam k. S. «'8Vs Augsburg k. 8. 100 Berlin k 8 1047a Bremen k. 8. 1O5ii8 Brüssel k. 8. 93Vv Hamburg k. 8. 105V, Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1191/g Lyon k. 8. — 'Paris k. S. 93'/i Wien k. 8. 102Vz ditto m. 8. 102i/z ditto 1. 8. 1021/2 Disconte 4 9 0 UT HANDLUNG IN 05 Kindcriiiclil. (5329) Emil I Er^en -, Sonnen -, finfenmeßf. Gesucht 5275) Julienne. Pad-, Zensier- L Bferdeschwämme. mSCHESSEO. DIVERSE LIQDEURE. MnMtnde Ahmwim von Gtbr. Joe HI in Geisenheim. NIEDERLAGE NATÜERL. MINERALBRUNNEN. CO (4156) MIMcher Ralharüleumarkl Blocke hocolaele. Emmcnthaler-Käse. Gießen, den 14. November 1873. Der Rechner: _____________________________W ittich. für ein Eifenwaarengeschäft einer Stadt Thüringens ein sachkundiger Commis für Verkauf und Comptoir. Offerten sul> C. 8. befördert die Annoncen - Expedition von Oftttbe 4* C’o. in Frank- flirt a M.(7563) 5306) Jeden Dienstag und Samstag sind H a a s e n, per Stück 1 fl. 48 fr-, auf hiesigem Wochenmarkte zu haben. _________Erdmann, Wildprethändler. Martini l. I. fällig gewesenen Pachtes für 1873 erinnert Trüffeln, (Champignons, Agar Agar, Gelatine, Tukrlmrrndeln, Takelrolinen, Tafelleimen, ilal. Haselnüsse. Oocofade, Eaeoigna, Vanille, Thee, Zimmt, Arrac, Uum, Kognac, MALAGA, MAßEiAA, Sherry, Portwein. 5072) Eine Familienwobniing, 6 Zimmer mit Zubehör, ist Neue Baue 85 zu oer- mietben. Tb. Wode. Amalie Rothenberger, Lindenplatz. Eingemachte Fruchte, als: Annanus, Pürliche, 2’üsoo, Reineclauden, (Erdbeeren, ^ofuinnisßcercn, HIMBEEREN, äFKICÜSEN, Aepfel, Birnen, Mirabellen. Caviar, Sardines ä l’huile, russ. Sardinen, Sardellen, Hnmener in. Bosen, Cervelatwurst. Anzeige für Damen! Montag den 24. d. Mts. beginnt ein Cursus im Zuschneiden und Anfertigen von Damenkleidern. Damen, welche daran Theil nehmen wollen, mögen sich gefälligst bis dahin melden. Türkische "pflaumen, Bamberger Zwetschen, Rrünellen, Kirschen, Apfelspalten, Lj liegen beieils 4 lieber) tzungen in frem- h den Sprachen vor (ter dänischen, Lschwediichen, russischen und •' i l a l i en i i ch en), welche gleichfalls durch bin Buchhandel zu beziehen sind. L. 5235) Ein braves Dienstmädchen gl sucht auf sofort von H. I. J?öI)Ier,^ G artfeld. Macinirte Häringe 4971) empfiehlt Emil Fischbach. Lechte Aeap. Waccaroni, Vermicellis, Suppenteige, ^iergemüfe-