Jtrti :s'* tote neü vierteljährig 1 fl. 12 fr. Hit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl- 29 fr. Oitßtmr Anzcigtr. krscheivt täglich, mit Hlu<- nahme SonntagL. Expedition: Eanzleiberg, L»t. v. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Aiessen Nr. 2 Hi Dienstag den 16. September das Gefundene Gegenftande dem dem dem «5^ unb Einzeichnung der Beiträge offen gelegt. ff. RSBSOÜS Gedanken über Hirtenbriefe. Äijchöfen durch Hirtenbriefe geschehen, sollte es denn doch nicht geschehen. — ^Meldungen n* eliht iperbfn. Der Vorstand. Das muß doch eben eine Zeit sein, wrlchc 'vm „Hirirn" Hin, vahrhafr abzwiugt, Hirtenbriefe über Hirtenbriefe, bald von Bischöfen Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzial-Hauptstadt Gießen. Nover. ■ Cetonomit wnbm z«i einen wöcbentliifa $ulbm unb Perkoiliglinz täüiyung gesucht. Näbne; BlNs. 'Oitmonnait mit Geld, ■fflüfltln ijlamSarnftag rg verloren worden. en BetohnunL V\ btr Nach erfolgter Subscription und Einlieferung der Beiträge werden den Mitgliedern die Statuten, die Mitglieds-Karte und Quittung über den Bei- 'sendet. Die Anmeldungen zum Beitritt können auch auf dem Büreau des Thier-Schutz-Vereins zu Darmstadt, Hügelstraße 13, erfolgen, wohin auch die An- )er Gesetzes-Uebertretungen abzugeben sind. Darmstadt, den 1. Juli 1873. Der Thier-Schutz Verein für das Großherzogthum Hessen. Der Vorsitzende: Freiherr van der Capellen. Nachdem der Thier-Schutz-Verein für das Großherzogthum Hessen, über welchen Seine Königliche Hoheit der Großherzog das Protektorat Aller- gnädigst zu übernehmen geruht haben, gegründet; die Prüfung und Annahme der Statuten durch eine constitmrende Versammlung erfolgt und das Büreau, bestehend aus: Bekanntmachung. Den Verkehr mit Petroleum und anderen leicht entzündlich"!, Mineral-Qelen betreffend. Ein Portemonnaie mit etnifltn Kreuzern Geld ein ditto mit einigen Kreuzern Geld und 1 Scklüsselchen, ein Paar »nachte Ohrringe in einem Poposchächtelchen, m rothseedencs Band (am 2. September gesunden), ein Landkartchen uber's Grohhcrzogthum Hessen mit angremenben preuß. Reg. - Bezirken, ein Paar silbergraue Damen- Handschuhe, ein Paar wildlederne Handschuhe, em Kinderschuh mit rothem Bändel, ein weißes Taschentuch A. Al. 6 gestickt, ein desgleichen A. R. 6 nestickt ein desaleichen ;■ L 6 roth genaht, em desgleichen K. 0. 12 weiß genäht, ein desgleichen QI. M. 12, eine kleine Peitsche, eine Knegsdenkmünze für 1870,71 für Combattanten, eine Elle ein brauner Glacehandschuh, eine grüne Knabenmütze mit Goldstreifchen, ein Cigarren-Etuis mit 3 Cigarren. .... A'E Cigenthüiner werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder ipater zu Gunsten der Armenkasse werd.n versteigert werden. 0 Zugelaufen: ein Wachlelhündchen, zwei Enten. Gießen, den 16. September 1873. ötbin. nb argen hohen Lohn ans Näheres bei der Expö. ^ir^efer 're *er dic Blich, ?E»kngl,sch llnb schreibt, M "Uung 2 ' * * ©«tritt D. beforqt die W Statte Vorsitzenden: Großh. Oberst-Stallmeister Freiherrn van der Capellen, Excellenz, dem 1. Stellvertreter des Vorsitzenden: Gebeimer Commerzienratb, Bank-Director ^Vendelstadt. dem 2. Stellvertreter des Vorsitzenden: Großh. Oberst z. D. Klirrgelhöffer, vv.i 1. Secretär: Großh. Hofrath Dr Künzel, dem 2. Secretär: General-Agent C. (Öaiile und dem Kassier: Großh. Stabsquartiermeister a. D. Köhler, gkbildet worden ist, glaubt der Verein zum Beitritt eiuladen zu sollen. Zu diesem Behufe sind bei allen Großh. Bürgermeistereien Formulare zur Subscription Mdchen, -SS 1 E1pedl*10" ' t,n tVogle* j ;il wiß nichts Anderes, als der Heerde das Wort Gottes, die Lehre Jesu Christi, insoweit sie etwa Maien noch unverständlich ist, m ihrem göttlichen Sinne klar welche den^ „Hirten"^ Hirtenbriefe zu machen und zu deren Befolgung zu ermähnen. In den neueren Hirteubrie- 7 rtT'i•ex®?"’0*' *’wvv v^'.bricfc, bald vvi» B'schöscil, bald fen aller römisch-katholischen Bischöfe finden wir hiervon fast nichts, wobl M Grzblfchofen! Nun, es mag ja ganz in Ordnung sein, daß die Hirtenaber einen Ton, der, auch wenn man noch so persönlich urtheilt, menschliche Wen Heerden das Wort Gottes nicht nur in, sondern auch außer der schwächen auch noch so sehr berücksichtigt, nichts, gar nichts von dem Geiste Kirche verkünden, es mag in Ordnung sein, daß sie das mündllch und jener Lehre an sich trägt, sondern von außergewöhnlicher Aufgeregtheit, von schriftlich thun , aber wie es in neuerer Zeit von römisch - katholischen Haß und Erbitterung gegen Andersgläubige überfüllt ist. Wchöfen dlirch Hirtenbriefe geschehen, sollte es denn doch nicht geschehen. — Man kann sich', Angesichts der vorliegenden Thatsachen, dieses Eindrucks HaS kann und soll denn wohl ein Hirtenbrief zum Zweck haben? Doch ge- nicht erwebren, so schwer eö einem auch werden mag, ein solches Urtheil zu aben. In ein Mamiv itt wirb zum MaldW nt empfohlener Mufc ,n unter H. 10 beW iii pon (f b nt u n b fR obrifln, (F. 756.)___ urjunge auf sofort M un Busch- nbtnnäbdjtn gesucht. ^ped. b- Mts. musbmsche wirb * jrptb.N»___ , kllikn k-M, 'i S * *e8i* ^ampensabnr. _ iaubinj»' •;Ttau. ' l n pr^ttn^1' m «d» Ä.!» «rdieitUNS' Nach dem Erscheinen des Gesetzes und der Verordnung vom 17. October 1868 haben mehrere Geschäftsleute die Erklärung abgegeben, daß sie die Absicht hätten, vor der Stadt ein geeignetes, feuersicheres Lagerhaus für Petroleum und andere Mineralöle Herrichten zu lassen. Derartige Lagerhäuser sind jedoch nickt errichtet worden, dagegen hat man die Wahrnehmung machen müssen, daß einzelne Geschäftsleute stets größere Massen von Petroleum eingelegt haben, ohne ein hierfür geeignetes, feuersicheres Local zu besitzen. Da durch so große Quantitäten Petroleum unermeßliches Unglück über die Stadt gebracht werden könnte, sieht man sich veranlaßt, unter Bezug auf im Anzeigeblatt vom 8. December 1868 abgedruckte Gesetz, folgende Vorschriften für die Stadt Gießen einzuschärfen: 1) Wer mit Petroleum handelt, darf in einem gewölbten, gut ventilirten Keller höchstens fünf Centner — das ist zwei hessische Ohm, oder zwei Originalfaß — ausbewahren. Dan.it ein Auslaufen nicht möglich ist, muß der Keller mindestens 6 Fuß tief in die Erde gehen. Die 2 Fässer müssen auf 2 bis 3 Fuß hohen Pritschen ruhen und möglichst weit von einander lagern. 2) Das zum Kleinverkauf bestimmte, in den Läden befindliche Petroleum muß in geschlossenen Kannen von Blech oder Zinn aufbewahrt werden. Mehr als drei Kannen voll, die Kanne zu drei bis vier Maas gerechnet, darf kein Verkäufer im Laden führen. 3) Wer größere Quantitäten Petroleum in seiner Hofraithe aufbewahren will', muß ein besonderes Gesuch einreichen und demselben eine genaue Beschreibung des Lagerraums beifügen. Hierbei bemerken wir aber im Voraus, daß in einer Stadt, die so viele von Holz erbaute, dicht beisammen stehende und mit brennbaren Stoffen angefüllte Häuser, Scheuern und Ställe hat, nur dann das Lagern größerer Quantitäten Petroleum gestattet werden kann, wenn 1)er Eiqenthümer einen sehr großen Hof oder einen Garten bei seiner Hofraithe besitzt. 4) Wer das Petroleum nicht so sicher aufbewahren kann, wie oben unter Ziffer 1 bemerkt ist; oder wer größere Quantitäten als oben gestattet ist, in seiner Hofraithe niedergelegt haben sollte, wird aufgesordert, dasselbe sofort vor die Stadt zu bringen und dasselbe an gefahrlosen Orten (in Gärten, Gartenhäusern 2C.) aufzubewahren. 5) Bald nach dem Erscheinen dieser Bekanntmachung wird eine Revision der Geschäftslocale vorgenommen werden. Ergiebt sich hierbei, daß die obigen Vorschriften nicht befolgt worden wären, so wird die Nichtbefolgung derselben nach' dem genannten Gesetze mit drei Gulden bis zu zweihundert Gulden bestraft. Gießen, 10. September 1873. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzial-Hauptstadt Gießen. Nover. sein willst. unb Seite 14 : „Meines Amtes ist es nicht, in bunter Farbenpracht einen fürstlichen Hofstaat zu errichten und mit Pomp und Gepränge mir dienen zu lassen- Meines Amtes ist nicht die Entgegennahme von Huldigungen und Titeln „Ein Wahn wäre es, zu denken, es sei des bischöflichen Amtes, göttliche Eigenschaften auf Erden zu repräsentiren, kraft eines unaufhörlichen Wunders an der Person. Es ist das bischöfliche Amt kein persönliches Privilegium zur Bevorzugung weniger Auserwählten, sondern ein Dienst für die Gläubigen." Möge darum dieser Hirtenbrief überall gelesen werden; dann wird, wie Priestern Dargebotene," Deuischtand. Darmstadt, 12. September. Mit Ermächtigung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs ist von dem Großh Ministerium der Justiz der Staatsanwalt an dem Bezirksstrafgericht Gießen beauftragt worden, die Amtsverrichtungen des Ober-Staatsanwalts bei dem Hofgericht und dem Schwurgerichtshofe der Provinz Oberhessen provisorisch zu übernehmen und es hat gleichzeitig der Substitut des Ober-Staatsanwalts in Gießen den Auftrag erhalten, die Geschäfte bei dem Bezirksstrafgericht daselbst bis auf Weiteres zu versehen. Darmstadt, 15. September. Soeben hat der Präsident die Landessynode mit einem kurzen Gebet eröffnet. Die Mitglieder sind mit Ausuabme der laut Anzeige verhinderten Abgeordneten Graf Solms-Laubach, Strack, Ohly, Schlich, vollzählig erschienen. Zur Geschäftsordnung beantragte sofort Abg. glauben und — folgen. Ob man einen Grund augibt für dieses Verlangen? O ja! — Wir lesen da in den Hirtenbriefen der Römlinge den Saß: „Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen." Das ist richtig! Man muß Gott mehr gehorchen , als den Menschen. An jenen Satz wird aber dann noch weiter an- gehäugt, der Papst ist der Stellvertreter Gottes auf Erden, er ist, wie dieser, unfehlbar, darum muß man ihm gehorchen und dann gehorcht man Gott. — Wenn das aber das einzige Citat aus der heiligen Schrift ist, auf welches man baut, wenn das als Fundament für die maßlosen Ansprüche gelten soll, wie sie Rom unaufhörlich geltend macht, dann scheint es um seine Sache doch schlecht bestellt. — Der Papst ist nun einmal nicht Gott, seine Lehre auch keine reine göttliche Lehre; das haben viele Menschen längst herauSgefunden und gehorchen dem Papste und seiner Lehre darum nicht mehr, weil sie ihr nicht mehr gehorchen können Offenbar ist man aber auch in der Interpretation jenes biblischen Satzes päpstlicherseits zu weit gegangen. Getrieben von priesterlichem Ehrgeiz und Eigenniitz hat man in zahlloseii Gebeten und Verboten den wahren Geist der Religion in Fesseln geschlagen und für sich selbst eine politische Macht zu erstreben gesucht, unter welche sich Menschen, die wissen und fühlen, daß der Kern der christlichen Lehre, daß Gott selbst die Liebe ist, nie mehr beugen werden. — Selbst die Unfehlbarkeitserklärung, der kühne Griff, in der Priesterwürde die Majestät Gottes gleichsam sichtbar zu machen, als ob Gott Stellvertreter angeordnet hätte, welche die ihm gebuh- wenig. Statt des Wortes Gottes hören s . statt Christus wird der Papst gepredigt, statt der Wahrheit und Gnade erfundene Wundergeschichten, nicht Nächstenliebe, sondern Haß, und Fluch statt des Segens. Und wer unbefriedigt nach einer wahren Predigt des göttlichen Wortes verlangt, oder eine Schrift zu lesen wünscht, die ihm dasselbe erschließen könnte, der wird beunruhigt mit dem Vorgeben: eine Todsünde begehe, wer Anderes höre oder lese, als das von den römischen biete keine Rede mehr sein. Man kann nun einmal den Wahn nicht aufgeben, i daß die Menschheit berufen sei, nur um blindlings zu glauben und das als eine göttliche Offenbarung zu betrachten, was von Rom und fernen Dienern gepredigt werde. Daher die lieblichen Hirtenbriefe. Und daß sie nun gerade mit Deutschland, gegen das sie hauptsächlich geneigt sind, so unfein umgehen, darf uns nicht wundern; gerade Deutschland gilt ja jetzt in Rom für den leibhaf- tigen — Gott sei bei uns, es ist der Herd alles Gott ungefälligen Treibenv; vorzugsweise von ihm, sagt man, wird die katholische Religion verfolgt, gerade die deutsche Gesetzgebung und die zu deren Ausführung berufene Reichöregierung ist es welche all' das Unheil anrichtet und der katholischen Religion den Untergang geschworen hat. - Armes Deutschland, eine solche Meinung hat man jetzt von dir in Rom. — Was du auf der einen Seite errungen hast, politische Einheit, Größe und Machtstellung, wie sie dir gebührt, soll dir auf der anderen Seite wieder verkümmert werden, indem man dich als den größten Sünder zeichnet, weil du dich eben weigerst, noch fernerhin römischen Satzungen zu gehorchen, die von der ächten christlichen Lehre nicht entfernt etwas an sich tragen, weil du dich weigerst, fernerhin eine Macht anzuerkennen und sich ihr zu beugen, deren Dichten und Trachten stets darauf gerichtet war und ist, deine geistige Freiheit um jeden Preis in Fesseln zu halten. Du sollst eben, einerlei wer im Volke, nicht das Recht haben, selbst zu denken und zu prüfen, du darfst das Spiel, wie es in Rom getrieben wird, nicht mit dem wahren Geiste des göttlichen Wortes im Widerspruch finden, du sollst nur dem Papste r, »nb X ' hs- SDt. 0’*« ff* S*®““ 3 ES di- ThlUmhM di- aus d- M ansä Machlnng cui fite Mtüä) goncil von Dv beten unb W gemduiameu Y bem Kongreße jchen Kirche an Rauben und Zu habe unb W- M ia unter allen . M." fällen, das ja auch schon wieder in die Elaste der verdammungswürdigen ein-- gereiht werden wird. Aber es kann ja doch nichts Anderes als Haß und Er-; bitterunq auf Seiten der Römlinge vorhanden sein, es kann ja jetzt, wo die Menschheit bald gar keine Ordre mehr parirt, sich dem finsteren Gerste unb, den entsetzlichen Mißbräuchen, welche noch allerorts getriebew werden, nicht mehr- blindlings fügt und anfängt, sich einem Geiste zu erschließen, der den Rorn^ nichts nützen. Unfehlbar ist nur Einer und sonst Niemand, auch der nicht, angehen, der auf dem päpstlichen Throne sitzt. Armer Mensch, der du unfehlbar Paris, 1 LöiWn khrPn Nnch iiie noch Aezenl - ünr; Christine । «ie/is erhoben ßand, hatte in zürsten Czaitor । hat, vnheirathet Vermöget »lesen, in getvi i Sonrbonenfamilii I Ütsonso, haben I DnLnns \ »am 10. b.M. frage sei endtzö nioch eine Mil \ viach ber gena I W genau । Me bie ! tagtet, unb t einnehmer in I * im Zuneh ' "ß das Datum | ^eheimniß ist I eintraf, n Duntel über bai I He Mittheilung Paris, । Dm 12. entließ M ein Zchntt : H 1'01 8G g I IS.® llogetuld - ber De ber bis u S,’’ I* » «ictitel 6 teä Wirth j Schwier,A \ f »icht i l r„ fem äugen Seiner . tr-ibt jch.z SN, £ S'..d Z- ! "Grunge i SÄt »ezahlt 2"t Küchler, jedem Redner nur zehn Minuten zum Sprechen zu gewähren, was gegen eine Stimme angenommen wird. Sodann schlägt der Präsident vor, von einer Generaldebatte völlig abzusehen, da das Nöthige überall zu den einzelnen Paragraphen gesagt werden könne, was gleichfalls, und zwar einstimmig, angenommen ward. Hiernach ward in die Berathung des § 1 eingetreten, die voraussichtlich die heutige Sitzung fast ganz in Anspruch^nimmt. Als Vertreter der Regierung sind anwesend: Ministerial-Direetor v. Starck, Mini- sterialrath Knorr; als Vertreter des Kirchen - Regiments : Oberconsistorial- Präsident Kritzler und die Oberconsistorial-Räthe Melior und Linz. Berlin, 12. September. Das Schreiben, welches der Erzbischof von Gnesen und Posen in Sachen des Propstes Arndt zu Filehne jmterm 28. August an den Ober-Präsidenten gerichtet hat, lautet in seinen Schlußsätzen: „Ich kann nur die Erklärung abgeben, daß Arndt der allein berechtigte Seelsorger der Gemeinde zu Filehne ist und bleibt und seine Entfernung aus diesem Amte nur im Wege des durch das Kirchenrecht vorgesehenen Verfahrens und nur aus canonischen Gründen erfolgen kann. Glaubt nun die Kaiser!. Königl. Staatsregierung, daß die Bischöfe sich im Jrrthume befinden, indem sie die alleinige Competenz der Kirche für gewisse Angelegenheiten in Anspruch nehmen, so würde diese Streitfrage im Einvernehmen mit dem Oberhaupte der katholischen Kirche zum Austrage gebracht werden müsten, und würden die Bischöfe der Entscheidung des heil, apostolischen Stuhles als der für jeden katbolischen Christen in Sachen des Glaubens und der Moral unfehlbaren höchsten Autorität gern und bereitwilligst sich unterwerfen." Die L-pen. Ztg. bemerkt dazu: „Der Erzbischof wird wohl oder übel bald noch eine andere Autorität anerkennen müssen, nämlich den im Namen des Königs rechtsprechenden Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten. Denn sein ganzes Treiben geht offenbar mit Absicht darauf hinaus, dem § 24 des Gesetzes vom 12 Mai zu verfallen. Alle seine bisherigen Handlungen tragen das Gepräge, daß er sich auf seinem muu/tii, ui» w Vi/VM. ............- v-------- V . , „ , - - . erzbischöflichen „Thron" als selbstständigen Souverain betrachtet, den die Ge- renden Huldigungen entqegenzunehmen hätten, hat nichts genutzt und wlrv des Staates Preußen und die Anordnungen der Verwaltungsbehörden gar -ixiä .."L.. tfl- mir und sonst Niemand, auch der nicht, " linaen nun einmal nicht in ihren Kram paßt, auf deren Seite von Liebe und Reinkens sagt, auch die erhebende Hoffnung, welche uns beseelt, daß endlich Versöhnung von Streben nach Licht, Freiheit und Frieden auf religiösem Ge- alle Uebel, welche die Aufrichtung einer geistlichen Herrschaft in der Kirche verbiete keine Rede mehr sein. Man kann nun einmal den Wahn nicht aufgeben, ursacht hat. geheilt werden, an Zuversicht von Tag zu Tag gewinnen. Berlin, 13. September. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Ancr- kennung des altkatholischen Bischofs wird darauf aufmerksam gemacht, eine Waffe gegen Waffe. Jenem Satze, aus dem man einen so gründ- Remuneration könne demselben schon jetzt aus der Etatsposition Capitel 127 salscken Sckluß zieht, stellen wir" auch einen biblischen Satz gegenüber, den Titel 3 „zur Verbesserung der äußeren Lage der Geistlichen aller Bekenntnisse i Sak: Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat, unb Lehrer 225,900 Thaler" zugewendet werden. Der Zusatz „aller Bekennt- denn es "ist keine Obrigkeit, ohne von Gott verordnet." Indem wir also niffez/ ist erst bei der letzten Berathung vornämlich in Anbetracht der Altkatho- der bei uns bestehenden Obrigkeit gehorchen, gehorchen wir ja Gott. Unser nten unter lebhaftem Widerspruch der Clericalen gemacht worden. — Die for- Gott ist der Papst nicht und seine Lehre von Lieblosigkeit und Haß gegen melle Zulässigkeit jener Verwendung ist nicht zu bestreiten, aber passender wäre Andere gefällt uns auch nicht. — So sagen wir, und darum wollen wir von es wohl, wenn der altkatholische Bischof keine „Remuneration' empfinge, son- Rom nickts mehr wissen, und auch nichts von römisch - katholischen Hir- dem seine Dotirung bei der nächsten Etatsberathnng erfolgte. tenbriefen. Posen, 13. September, Morgens. In Folge dee Bestrafung von etwa Nock ein anderer Hirtenbrief, ein Hirtenbrief eines von Rom abgefallenen 50 Schülern, die trotz Verbots des Directors bei der Kirchenvisitation auf der Bischofs ein Hirtenbrief des Bischof Reinkens liegt uns auch vor. Wir möch- Dominsel die Schule versäumt hatten, soliden vor deml Schulhause AnsaE ten doch wissens ob den Pius IX. gelefen hat. Sicher nicht, ein solches Mach- lungen und Ruhestörungen statt, die durch polizeiliches Einschreiten bald besesi rJt keinen Eingang in den Vatican gefunden, es ist ja der Auti- iigt wurden. . . , chrlst elbst. Das heißm wir einen Hirtenbrief im wahren Sinne des Worts. Kassel, 13. September. Pfarrer Witze! aus Schemmern wurde soeben Wir dürfen auch annehmen, daß jedem Katholiken, der diesen Hirtenbrief ge- wegen Uebertretung des Kanzel-Paragraphen zu zwei Monaten Festungshaft bjft wir dünner °iefu Christi sind, baei Jien aufgegangen ist. Da wird nicht ruhe berichtet, ist Dr. G-rstner, Mitglied der ®oncralbirectton bet Großh. gepredigt 1>o»'Haß unb Unbulbfamteit, da tvitb' nur von Liebe unb Frieden Verkehrs-Anstalten, ,»m Mitgliebe des g^ichs-El,enbahn-Amtes mit dem Titel neinrorhen unb aus ber heiliaen Schrift liberrengenb boeumentirt, daß Christus „Geh. Regiernngsrath" besignirt. _ , . . „ ; nur ein aeistiges Reick stiftete nickst von bieser Welt, zur Vereblung, sittlichen Consta..;, 13. September. In ber dritten Del-gir en-Verfammlun Verklärung unb Beseligung der Meiifchen. Seite 11 heißt es unter Anderemi beantragte Schulte, die Synodal-Repräsentanz möge ermächtigt werden, 3$on dem Evangelium erfahren die Gläubigen der römischen Kircheber auf bem vorigjährigen Songreffe für bie UmonsverhanUungen mit be wenig " Statt des Wottes Gottes hören sie Streitreben von ben Kanzeln; anberu Confessionen bestimmten Commt,sion Subeom. ös zur Verhanblung; m wenig, esinn ......."• • heu einzelnen Confessionen (ber anglican,scheu, griechischen unb protestantischens zu bilden. Michelis imterstuht ben Antrag, wünscht für die orientalischen Bet' hältnisse ein Subcomitö in München, für die occidentalischen in Bonn, Gruw bung eines literarischen Organs für bie Unionsbestrebungen, regelmäßige Ver 'bindnng der Subcornitös unter einander und mit den Geistlichen anderer Con« fessionen, um schließlich dem Zerrbilde des vaticanischen ein wahrhaft ökumenisches Concil cntgegenstellen zu können. Nach weiterer ähnlicher Befürwortung durch Friedrich, Huber und den Ober-Amtsrichter Beck, und nachdem Schul« 'tic Berücksichtigung von Michelis' Wünschen versprochen, wird der Antraz fast einstimmig angenommen. Professor Meßmer zieht seinen Antrag zu Gun- Meines Amtes in man nie eiiraeaennuumc wn v«.v.HW..s stell des Antrages der Synodal-Repräsentanz behufs zweier Fonds zurück, UN und Ceremvnien religiöser Art, mie$ sie nur Gott gebühren, aber vor Allem dieser wird dann nach längerer Debatte unverändert fast ctnfhmnitg angen । 1 „■»t tng Ventoen" men. Der Antrag des altkatholischen Vereins von Cre eld wird ohne D s ; unb endlich Seite 15: ' cusston angenommen. Dr. Gaspard ans Ungarn behandelt theologische Frag pichen Amt-ä - eines Sott- J •mt J auf'wlii« 1 iln Di-H »> Ü; *« -««Äi* » W ?‘"AL Wit' 5W der '^«mtsveirrchtuu- Ä fnä nhckm^je «s ju terato. Wut die $aM ’ W mit Aiisiichm :aM, Stad, Ohl«, ’ewtajte fojort Atz m gewähren, was ;t der Präsident vor, ge überall zu den ein« und zwar einftim- ang des § 1 eingetn Anbruch nimmt. M rttor v. -Ltarä, M nts: Oberconsisiorial- r und Linz, hes der Erzbischof von u Mchne unferm 28, in seinen Schlußsätzen: allein berechtigte Sei- Entfernung aus diesem ehenen Versagens unb nm die Saifttl fflnigf. btfnbtn, indem sie die en in Anspruch uedmen, Oberhaupie der tatbo= nd rvürden die Bischof! er für sedeu htboli$tn ijeblbaien höchsten Ack pen. Ztg. bemerkt h?; . andere Moritat ; fsprechenden Gerichts ben geht offenbar mH 12 Di zu versams daß er sich auffeiM : betrachtet, den die W-ll irerrvatmngsbehörden die \ imerss« .««* 1 ntaofltiO« ®*U1 V ersoigte. iS ! SSH g»«n«"n “ W""9 xsr.«*" Tüt t; „ So» ®L, ■i;; %ä „ Aeistu»' , ofu^ "V.n «Uv M ' ,D«g i?, gl i.rne»Willi J -,,r C; «O ■ f.ft tin^Än« I :t m'kd, ° WW . .>r^v ,^>che S n Dr. Thomson, Decan von Chester, spricht seine und des Bischofs von Winchester besten Wünsche für die Bewegung aus, wofür Bischof Neinkens dankt. Den nächsten Congreß bestimmt das Kölner und Münchener Comitö. Schulte's Schlußwort constatirt die vollste Uebereinstimmung, welche in allem Wesentlichen geherrscht, seit Jahrhunderten hätten nicht mehr in solcher Harmonie Bischof, Clerus und Laien eine gemeinsame Angelegenheit berathen; er fordert auf, sich vertrauensvoll und liebevoll um den Bischof zu schaaren. Ein begeistertes dreimaliges Hoch auf den Bischof Neinkens erfolgt. Schulte dankt für die Theilnahme anderer Confessionen und besonders der Utrechter Kirche für die Conjccration. Die Versammlung erhebt sich zu Ehren des verstorbenen Erzbischofs Loos. Auf Wülfing's Antrag erfolgt dann ein begeistertes Hoch auf den Präsidenten. Der Bischof von Maryland bittet den Rev. Chauncy Langdon aus Florenz, dem Bischof Neinkens in Ausdrücken wärmster Liebe und Hochachtung seine Glückwünsche zur Erhebung zum Bischof darzubringen, und schließt wörtlich: „Möchte ich es erleben, Seite an Seite mit ihm in einem Concil von Brüdern zu sitzen, das da versammelt wäre zu arbeiten und zu beten und lieblichen Nath mit einander zu pflegen für die Errichtung eines gemeinsamen Haushalts!" Als die Gegenwart des Bischofs von Albany bei dem Congresse noch fraglich war, schrieb der Vorsitzende Bischof der amerikanischen Kirche an den Bischof von Maryland, daß das Interesse an den Gegenständen und Zielen dieser Berathungen sich bedeutend vermehrt und verbreitet habe und schließt: „Nie sind so viele Gebete zum Himmel gesandt worden wie jetzt, daß es ihr (der Versammlung) gelingen möge, die Zeit zu beschleunigen, da unter allen Nachfolgern Christi ein Herr, ein Glaube und eine Taufe sein wird." 12. September 107 Todesfälle in Folge der Cholera vorgekommen. Die me- dicinischen Blätter sprechen sich über den Charakter der Epidemie sehr beruhigend aus. Paris, 15. September. Die Beerdigung von Nancys Bruder ist trotz zahlreicher Begleitung und einer republikanischen Rede ruhig abgelausen. — Es werden Anstrengungen zur Wiedervereinigung der Monarchisten von den Parteiführern gemacht. Verdun, 13. September. Heute Morgen um 73/4 Uhr hielt General v. Manteuffel auf der Place la Roche über die versammelte deutsche Garnison Revue ab. Die Musikbande spielte die deutsche National-Hymne und die Truppen zogen durch die Porte Chaussee ab. Um 7 Uhr hatten französische Gendarmen die Wachtposten besetzt. Um 8!/a Uhr war Alles beendet; überall herrschte Begeisterung. Die Stadt war beflaggt. Man rief: Es lebe Thiers! Es lebe die Republik! Die französischen Truppen kamen um 12 Uhr an. Der Oberst erhielt einen Blumenstrauß von kleinen Mädchen in dreifarbigem Costüme. Die Truppen marschirten über das Glacis nach der Citadelle, ohne durch die Stadt zu kommen; sie sind consignirt. Heute Abend findet eine Illumination statt. Der Moniteur erklärt es für falsch, daß Schwierigkeiten wegen Regulirung der Rechnungen sich zwischen Manteuffel und Saint-Vaillier erhoben gehabt hätten. Im Gegentheil habe Manteuffel die im Voraus bezahlten Gelder, welche für den Unterhalt der deutschen Truppen vom 17. bis zum 20. September bestimmt waren, zurückerstattet, da die Occupation nur bis zum 16. dauert. Otoficn. Frankreich. Paris, 13. September. Der Herzog von Rianzares, der Gemahl der Königin Christine von Spanien, ist gestern Morgen auf seiner Villa in Ste. Adresse gestorben. Die Königin machte sich, wie bewußt, mit ihm bekannt, als sie noch Regentin von Spanien und er Sergeant in der königlichen Garde war; Christine heirathete ihn, nachdem sie ihn zum Herzog und Granden Spaniens erhoben hatte. Rianzares, dessen ganzes Verdienst in seiner Figur bestand, hatte mit der Königin mehrere Töchter, von denen die eine mit dem Fürsten Czartoryski, der heute die Tochter des Herzogs v. Nemours zur Frau hat, verheirathet war, aber kurze Zeit darauf starb. Er hinterläßt kein bedeutendes Vermögen, da er den größten Theil dessen, was ihm die Königin zugewiesen, in gewagten Speculationen verlor. Alle Mitglieder der spanischen Bourbonenfamilie, darunter auch die Königin Isabella mit ihrem Sohne Don Alfonso, haben sich nach Ste. Adresse begeben, um der Leichenfeier beizuwohnen. Der Times wird aus Verdun berichtet: „Ein unerwarteter Vorfall erregte am 10. d. M. einige Aufregung. Gegen 11 Uhr, als man glaubte, die Finanzfrage sei endgültig erledigt, erklärten die Deutschen plötzlich, cs komme ihnen noch eine Million für die Besorgung des Postverkehrs zu. Auf die Frage nach der genauen Aufstellung über diese Forderung wurde erklärt, die Sache sei ganz genau verrechnet worden, und wenn die Summe nicht bezahlt werde, solle die Occupation verlängert werden. Es wurde sofort nach Versailles berichtet, und auf Anweisung der französischen Regierung zahlte der Steuereinnehmer in Verdun am 11. die Summe aus. Die Aufregung scheint einigermaßen im Zunehmen. Die Einwohner von Verdun sind aufgebracht darüber, daß das Datum der Räumung in geheimnißvolles Dunkel gehüllt wird. Das Geheimniß ist ein so vollständiges, daß am 10. der Bischof von Verdun aus Nancy eintraf, weil er glaubte, die deutschen Truppen seien ausgerückt." Das Dunkel über das Datum der Räumung ist inzwischen gelichtet. In wie fern die Mittheilung sonst thatsächlich richtig ist, bleibt abzuwarten. Paris, 13. September. Einem Schreiben der „Presse" aus Verdun vom 12. entnehmen wir Folgendes: „Im Augenblicke befindet sich hier nur noch ein Infanterie-Regiment nebst einer Schwadron Ulanen, welche morgen früh um 8 Uhr abmarschiren werden. Die sehr patriotische Bevölkerung erwartet mit Ungeduld den Abmarsch; sie zollt jedoch alle Anerkennung der strengen Disciplin der Deutschen und dem Gerechtigkeitsgefühle des Generals v. Manteuffel, der bis zum letzten Augenblicke Frankreich eine ihm von seinen Landsleuten so sehr vorgeworfene Sympathie bewies. Sie wissen, daß nach dem Artikel 6 des Verduner Capitulations-Vertrages das Kriegsgeräth an Frankreich zurückkommt. Die Prüfung desselben ergab, daß dasselbe 182,000 Fr. weniger werth war, als am Tage der Uebergabe. General Manteuffel erhob keine Schwierigkeiten und die Summe wurde sofort bezahlt. Eine andere aber nicht osficielle Unterhandlung findet gegenwärtig hier noch statt. Dieselbe wird mit deutschen Juden geführt, welche das ganze Kriegsgeräth kaufen wollen, das nicht mehr zu gebrauchen ist. Diesem Umstande verdankt es Verdun, in diesem Augenblicke die erstaunenswertheste Ansammlung deutscher Juden zu besitzen. Keiner unserer Wucherer kommt diesem Typus gleich. Der deutsche Jude treibt jedes ehrliche oder nicht ehrliche Handwerk. Er spionirt, verkauft ausgestopfte Elephanten, Juwelen und reist in's Ausland. Er handelt mit Bordeauxweinen, indischen Shawls, Uhren und Tabak. Altes Eisen oder Diamanten, Alles ist ihm gut; er kauft alte Kanonen, Kugeln und Gewehre unb verachtet sogar nicht zerbrochene Flaschen und Gläser. Er borgt einen Lhaler aus und findet im Nothfalle Millionen. Bis die der französischen Negierung gemachten Vorschläge angenommen oder verworfen worden sind, macht er Geschäfte mit den deutschen Soldaten. Voll Nachsicht für Schwächen wie Plünderung und Diebstahl, treibt er nie seine Neugierde so weit, um sich nach dem Ursprünge der Gegenstände zu erkundigen, die er ankaufen will. Nicht das geringste Erstaunen würde es bei ihm erregen, wenn ein Artillerist ein Piano oder ein Ulan ihm eine Wärmpfanne anbieten würde; wenn er es wohlfeil haben kann, so bleibt er vollständig stumm. Voll Gefälligkeit für die Ofsiciere, dient dieser Sohn Israels denselben als Vermittler; er kauft und bezahlt nöthigenfalls für sie, natürlich berechnet er gute Zinsen. Man behauptet hier, daß das Geschäft betreffs des Kriegsgeräthes sehr bedeutend sei und es sich um mehrere Millionen handle. Man fügt hinzu, daß der Kriegs-Minister nächsten Sonntag hierherkommen soll, um zu bestimmen, ob die Operation stattfinden soll oder nicht." Ich übersetze diese Schilderung nur, um zu zeigen, wie bis zur Fratze Alles von den französischen Blättern benutzt wird, um die Ueberlegenheit des französischen Typus herauszustreichen. Paris, 13. September. Nach amtlichen Berichten sind vom 5. bis Rom, 15. September. Der König wird auf der Rückreise dieselbe Route wie auf der Hinreise einhalten. Während der Abwesenheit des Königs wird keine Regentschaft eingesetzt werden. Minister-Präsident Minghetti schließt sich in Padua dem königl. Train an. Spanien. Madrid, 15. September. Wie aus zuverlässiger Quelle gemeldet wird, haben die vereinigten Colonnen der Generale Santa Pau und Loma, in der Stärke von 10,000 Mann und 14 Geschützen, eine 14,000 Mann und 9 Geschütze starke, unter Befehl Don Carlos' stehende Carlisten-Abtheilung nahe bei Tolosa angegriffen und unter großen Verlusten in die Flucht geschlagen. Die Carlisten sollen auch ihre Fahne verloren haben. Nähere Details fehlen noch. Lokal-Notiz. Gießen, 16. September. Am verflossenen Sonntag Abend kamen zwei Bauersleute mit dem 7-Uhr-Zuge der Oberhesi. Bahn hier an. Beide von Wieseck, hatten ihre Familie bei sich, darunter zwei Mädchen im Alter von 8 bis 9 Jahren. In der Nähe des Hotel Kühne schrie auf einmal das eine der Mädchen laut auf. Der Vater desselben wurde in Folge dessen, aufmerksam und sah wie ein Mann von dem Mädchen wegsprang, welcher in grenzenloser Frechheit auf offener belebter Straße ein Attentat auf dasselbe verüben wollte. Der Vater sprang hinzu und zog dem Burschen eine über, während sein Begleiter denselben am Rockzipfel festzuhalten suchte. Doch der keusche Joseph brauchte Gewalt und riß sich mit Verlust des einen Rockzipfels los und verschwand in der Dunkelheit. Es scheinen auch hierorts sich immer schönere Zustände heranzubilven. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 15. September. Die heutige Börse bot, da sich fast sämmtliche Transactionen um die Medioliquidation drehten, wenig bcmerkenswerthe Momente. Anfangs fest, verstaute die Tendenz etwas auf niedrigere Berliner Course. Creditactien bewegten sich von 241—381,2- Der, bei Börseneröffnung noch vorhandene Deport für Creditactien von ca. 24 fr., verwandelte sich nach kurzer Zeit in einen Report von ca. 30 Kreuzer. Staatsbahn blieben 352%, Lombarden 179%. Gelv zeigte sich heute etwas flüssiger und war zu 41/2—5% Proc. für Prolongationen zu haben. Das Geschäft in anderen Effecten war wenig belebt, doch zeigten sich einzelne Bahnenwerthe besser, als seither gefragt. Eiisabeth 1 fl. besser. Von Prioritäten Braunau-Straßwalchener und Fünfkirchen-Barcser matter. Von Banken Deutsche Effectenbank 1/4 Proc., Deutsche Vereinsbank % Proc., Württ. Vereinsbank 3 Proc., Darmstädter 1 fl., Oesterr. Nationalbank 5 fl. besser. Letztere in gutem Begehr. Staatsfonds, namentlich Oesterr. Renten still. Naab-Grazer Loose matter. 1860er Loose gefragt und höher. Von Wechseln Wien gesucht. Borseilnachrichten. 15 September 1873. Preuss. 4%°/0 Oblig. 104% Frankf. 372% Oblig. 87% Nass. 41/2% Obi. 963 4 Kurhess. 4°/° „ 97 % Gr. Hess. 50/0 Obi. 101% n » 40/, „ 99% 71 71 3‘/2°/0 » Bayer. 5% „ — „ 4i/a% 1jährige — ,, 40 o 1jährige 96% Würtemb. 41/2% Obi. 100% Baden 4%0/0 ObL c. E. L. 1001/4 Oesterr. Silberrente 65% „ Papierrente 61% Spanier, neues t. 3% 17% Amerik. Bonds 1881r 101 „ „ 1882r 97% n „ 1885r 99% „ „ 1887r 100 Actien« Frankf. Bank 148% Frankf. Vereins-Kasse 110% Darmst. Bankact. 409 Rheinische Hyp.-Bank 99 Wien Bankactien 1010 Oest. Creditact. 241% Galizien 119 Aclien. 5% östr. F. St. E. B. 353% Lombard. Bahn 180 Ludwigsh. Bexbach 188 Maxbahn 132 Bayer. Ostbahn 117 Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigsb.-Act. 149% Oberhessen „ 74 Prioritäten« 3O/o östr. Stsb. Prior. 60% 3°/o östr s. Lombard 49% 3% Livomeser 33% 5% Toscaner 52% 5% Elisabeth.-Prior. 86% do. II. Emiss. — Anteilen sloose, Darmstädter fl. 50Loose 212% n n 25 n — Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau 25 fl. 46 Braunschweiger 22% 3° g Oldenburg, ä 40Thlr. 38 4% bayr. Präm.-Anl. 112% 4% badische Loose 110% Badische fl. 35 Loose 67 Oestr. fl. 250 v. 1854 91% 1858r Prioritätsloose 200 1860r Loose 91% 1864r „ 145___________ Wechsel. Amsterdam k.. S. 98% Augsburg k. S. 100 Berlin k. S 104% Bremen k. S. 105% Brüssel k. S. 92% Hamburg k. S. 105% Leipzig k. S. 105 London k. S. 118% Lyon k. S. — Paris k. S. 92% Wien k. S. 1041/2 ditto m. S. — ditto I. S. 104% Disconto 4 0/0 Goldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 39—41 n doppelte 9 36—38 Holl. fl. 10 St. 9 52—54 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenet. 9 21—22 Engi. Sover. 11 47—49 Russ. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 24%—25% Aecht kölnisches Wasser von Jean Maria Farina. Meine Niederlage davon in der Expedition des Gtetzener Anzeigers empfehle ich iju 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst- Johann Maria Farina in Köln- Allgemeiner Anzeiger 4213) A $lr. 217 Flaschenbiere Aug. Nauheimer. bei pfiehlt am em- Blättern wie das ist von allen in dieses Blattes zu 30 kr. zu haben. (4197 (4004) Frucht- und Mehlp^eif^^erfloffener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Kartoffeln Wicken. Linsen. Erbsen Hafer. 8* fl.jfr fl. kr fL|fr. fl fr. kr. fl. kr. li kr fl. M- M. M- M- , M. M. M- M. M. 2U 5 lU - 12 ver 'Wolter 8 8 4 1 Auf dem Markt 11 10 Carl Deines, Schulstraße. 2 14 Auf dem Markt Auf dem Markt 36 lh 30 Mti- preis Mit-- preis Mlt.- preis Mil- pre's 136. Jahrgang. Darms enthält: Auf dem Markt Auflage 4000. Mit.- preis Freitag den U. dieses Monats auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Zusammenkunft Nachmittags 2 Uhr Nassauer Hof. Gießen, den 15. September 1873. 4204) Harlemer Blumenzwiebeln, als: Hyazinthen, Tulpen, Tazctten,CrocuS, Narcissen in de» schönsten Farben em- Donnerstag den 18. September, Nachmittags 2 Uhr, 4214) Ich bringe hiermit meinen Kleiderladen in empfehlende Erinnerung, mit dem Bemerken, daß Alles in Auswabl vorräthig ist, nämlich Röcke, Joppen, Säcke von 5 fl. an bis zu den feinsten, Hosen von 1 fl. 30 fr. an. L- Hosch, Sonnenstraße. 4201) Für eine einzeln stehende Dame wird ein Dienstmädchen, welches in der Küche und allen häuslichen Arbeiten bewandert ist, gegen Hoden Lohn gesucht- Näheres bei der Expcd. d. Bltts. Souvenir von Giessen. Acht Photographin, brr schönsten Gebäude unb Umgebungen! von Gießen, fmb, soweit ber Vorrath reicht, in der Erpebition Nrmgimg ate hülst W : hü^ eiüy Ä Genu Auf dem Markt Frachtbriefe für bie Main-Weser-Bahn (neues For mular), Cöln - Minbener unb Oberhessische Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sinb zu haben bti Wilhelm Klee am Markt. gegengenommen. Abonnementspreis durch die Post bezogen 59 kr. pr. Quartal. Die Expedition. ter 21 jährige i 8Miid) Mr tu ber M)n bei kei Siege», Dersel l fl. 12 kr., Den f im IV. Onar Diejer Ur ( Diestern Ur &(M test» gelegenen Poj werden in der Wohnung des abwesenden Conditors Carl Vorwerk in der Schulstraße dahier nachbenaunte Maaren und Hausmöbel öffentlich versteigert: eine vollständige Ladeneinrichtung, 1 Backofen, Anisformen, Conditorei- utensilien, Liqueure, Effenze, Bonbons, Chocolade, 1 Sopha, 1 ovaler Tisch, 2 Spiegel, 1 Bettstelle, 6 Stühle, 3 Oelgemälde und sonstige Gegenstände. Gießen, den 16. September 1873. Der Massecnrator: M. Pilger. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. pr. Flashc. 6 kr. - 6 » • 7 M 259 95 2 2 2 3 D P sr 4198) Die im Herbst d. I. leihfälligen 78 Triebviertel der Stadt sollen Mrinischte Unzeigen. Maurergesellen und B Handlanger erhalten sofort dauernde Beschäftigung 4194) Eine Parthie Mehlsäckc, welche sich zu Kartoffelsäcken eignen, sind billig abzugeben bei Karl Wallenfels II. an der Wettergasse. älteste so auch das gelesenste in allen Kreisen der Gesellschaft. Es ist gleichzeitig das Organ für die amtlichen Bekanntmachungen des Großherzogl. Kreisamtö und eignet es sich durch seine Verbreitnng zu Inseraten jeder Art, welchen es durch seinen großen Leserkreis den besten Erfolg sichert. Annoncen werden von der Expedition, sowie von allen soliden Annoncen - Bureaus ent- g Herren Wäsche, weiße und bunte Hemden, sowie Kragen und Manschetten unterhält stets großes Lager zu billigsten Preisen.H* Nubsamen. Mg einer Gel cn *' fr!« Sitym) ““ weh «« Tode bee (> zum Backen von Cotteletten, Fischen rc. fiehlt Emil Fischbach von vorzüglicher Qualität frei in’s Haus geliefert bei Emil Hörr, am Marktplatze Wiederverkäufer erhalten Rabatt. (3527) pädiO 5),C^ 5*5* Ieilgebotenes 40893 Paninnehl Tagekfatt für Stabt unb Kreis Darm stabt Darmstadt und Umgebung erscheinenden Condenßrte Milch der Anglo-Swiss-Condcnscd-Milk-Co. Cham (Schweiz) Auszeichnung in Wien 1873: Das fdlereseeliplom. Höchster Preis der Weltausstellung. Per Büchse 33 kr. bei Emil Fischbach vitrteljähäg Aringtll^"' ‘"Ott unb et, i is 5 N ii ctiödomnienfn n. 3" ©eint °WMieii Ken, . ,3t Erniäü ft* Hoheit: F.Mme ü $tei Nmeife um ft»«* 4209) Ein kleiner Lagerraum wird zu miethen gesucht. Näheres bei d. Exped. d. Bl. 3977) Ein Kindermädchen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4111) Ein braves Mädchen, welches gut und selbstständig kochen kann, findet alsbald oder zu Michaeli Stelle. Näheres bei der Exped. d. Bltts. Giessener Lagerbier . Lieber „ Exportbier...... Giessener Actien- (Tafel-) Bier . . . . Frankfurter Bier . . . Feinste Gothaer Ccrvelat- wurft nnd Blascnschinkcn (4090) empfiehlt Emil Fischbach. Frische 9c Dick-Milch ist täglich zu haben kleine Sandgasse (Bachgasse), Herrn Messerschmied Schwan gegenüber. 2818) Backsteine, im Ofen gebrannt, empfiehlt W. Delgehausen Nachfolger L. Wolshofer aus Weilburg a. d. Lahn. 3808) Feinste Gothaer Cervelatwurst, auch im Anschnitt, empfehlen I. A. Busch Söhne. Die Vergebung der Holzhauerund Kulturarbeiten in den Gießener Stadtwaldungen. Samstag den 20. September 1873, von Vormittags 10 Uhr an, werden die obenbezetchnetcn Arbeiten auf dem Rathbause dahier an den Wenigst- fordernden vergeben- Gießen, am 16. September 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen (4210) Vogt.________________ 4189) Die mit Herstellung eines Brunnens von ca. 30' Tiefe in dem Freiberrlich von Rabenau'schen Garten zu Groß-Buseck verbundene Ausgrabungs- und Maurerarbeit soll in Accord gegeben werden und werden Unternehmer hierzu eingeladen, möglichst bald ihre Forderungen bei dem Unterzeichneten einzureichen. Londorf, 13. September 1873. Der Bauverwalter: Unger. dermieihungen. 4128) Ein möblirtes Zimmer zu vermieden und 1. October zu beziehen. _______________L. Bersch, Alicenstraße. 4041) Ein möblirtes Zimmrr mit Cabinet im Mansardenstock zu veriniethen bei _______Wilh. Balser, am Lindenplatz. 4106) Ein Familienlogis zu vetmiethen. Lit. D. 54, Neustadt._______________________ 4118) Eine Mansardenwohnung nebst Zubehör, pr. 1. October beziehbar, zu ver- micthen._____________G. Ehr Svruck. 4126) Ein Logis von 4 Zimmern nebst Zubehör ist per 1. November zu vermiethen. ________R. Oppenheimer Sobn. 4199) Eine Familienmobnung ist zu vermiethen und gleich beziehbar. Asterwea A. HO. 4154) Ein Mädchen für Haus und Küche wird bei 60 fl. Lohn zu Michaelis gesucht. Engelopotheke. Dr. C. Laubinger. 4058) Ein Hausdursche wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4212) Zwei Schuhmachergefellen finden dauernde Beschäftigung bei W. Müller. Selters- & Sodawasser in Vi und V2 Flaschen, aus der Fabrik ponJuliusZ eise in Marburg, empfiehlt (3948) Emil Dörr am Marktplatz. 4205) Verschiedene Möbel sind billig abzugeben. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 4202) Ein Ausziehtisch, Bücher, Kleidung rc. werden Umzugshalber verkauft. Selters- berg E. 37, Bel-Etage.____________________ 4203) Einige Kapitalien gegen gute Hypothek auszuleihen. Näheres bei _________________________Ehr. Vix. 4206) Meine neu erhaltenen Herbst- Artikel in reichster Auswahl, als: Ananas- und Shetlands-Shawls und Tücher in allen Größen, Seelenwärmer, Kragen und Westen, Kopftücher, Echarpes, Damen- und Herren- Jacken, Capuzen, Baschliks, Band, Bouquets, Tüll, Blonden, Spitzen, seidene Shäwlchen, Foulards, Hutformen, Filz- und Stoffhüte für Herren und Knaben, Lavalliers, Shlipse, Eravatten, Kragen und Manschetten empfehle ich zu den billigsten Preisen. H- Heß. 4211) Eine Köchin und ein Hausmädchen zu einer feinen Familie nach Darmstadt gesucht. Näheres im Rappen zu erfragen. 4208) Strickluppen werden fortwährend gekauft, das Pfund zu 9 und 10 fr. L. H 0 scb. 4215) Ein Mädchen für Küchen - und Hausarbeit auf Michaeli gesucht von Betriebs-Director Altvater, Seltersberg. 4132) Mehrere Schreinergesellen werden auf dauernde Beschäftigung gesucht von C. Stückrath, Sandgasse. 4081) 15 bis 20 Maurer und Handlanger können dauernde Beschäftigung erhalten. Balth. Strauch. Waucu «... »°rn 1*., <9ertt« 160, Svel« und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, M-hl 140 Pfund. R-daction, Druck und Lirl->g der Brühl'jchen Univ.-Druckei-i^sSr. Chr. Pietsch) tu Süßen. 4200) Frische Schollen in Eis bei ______________________Bäcker Bogt. | Neue holl. Vollhäringe empfiehlt Emil Fischbach. Einem verehrlichen Publikum diene hiermit zur Nachricht, daß ich das von meinem verstorbenen Vater seither betriebene Dachdecker-Geschäft ungestört weiter betreibe. 4185) Christian Schwalb jun. Das Darmstädter Frag- und Anzeigeblatt. st ruchtmiirltc. Sept. Waizen. Morn. Gerste. Spelz. Aus dem Markt Mit. vreis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit. preis Auf dem Markt Mit.- preis fl. kr. - auf- ßef. ,1 üert| fl. fr i aus-1 flef. i : । verk. fl. fr. aus- gef. verk. fl. kr. M. M. M- M- M. M. _ ____- M. M. _ __ Gießen Alsfeld iNrünberg L ruterbach Mainz 13. 328 13 45 1 1 I 201 11 _ 100 9 1(. — — — — 13 12. — 74 '30 13 17 ,C 31 — 170 2 12 19 12’55 — 15 2 8 11 25 8 — —