rfi) Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis chichen. 1S73 Donnerstag den 13. Februar Nr. 37 j. öfi«Ö2S 4» Deutschland. Vli n 1 il ipreiS vierteljährig Ist- 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. Erscheint täglich, mit Lut- nahme SonntagS. Lrpedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Ueber den Provinzialrath wirv bemerkt: Der Provlnzialrath "ne^ Erweiterung des kommunalen SeldstverwaltuvgSkorperS nach seiner wirthschastlichea Seite über den BezirkSrätheu dar. Seine Functionen find daher denen der letz- teren völlig analog. S-e sind ein Bedürfniss, da sich communale Einr.chtungen und Anstalten denken lassen, Vie nicht in ven engen Grenzen des Kreises erreicht werben können, wenn auch zugegeben werden muh, bass damit zunächst nur eine neue Form geschaffen werden wird, Vie eine allmäftg we.terschreitenve En Wicke- lung mit zureichendem Inhalt erfüllen kann. In Rheinhessen ist ver Provinzial- rath unentbehrlich zur Verwaltung ver provinziellen Fonds. Die Motive zur Stävteordnung haben folgende Einleitung: Che zu ven einzelnen Artikeln des Ges tzes übergegangen wird, erlaubt man sich im Allgemeinen folgende Bemerkungen zu dem Entwurf: Giesieu, 12. Febr. Wir haben bereit« einen Auszug aus des drei den Ständen vo.gelegten Gefetzentwürfen, ver Kreisorvnung, der Stabteorvnung und ter 8anbgrnieintttrtnung gebracht. Es erübrigt an« noch "»'S' J“*6 tcn Motiven isiijutteilen, »riebe sich über Du Prtneipten der Ersetze »erbreiten. tie Areisoidnung anlangt, so heben wir hier besonder« heraus, was über tie Verwaltung-, und Verirr,nng-ko.p.r ter Kte.fe, "n Beinlsrath und KreisauSfchuh und veren Verhälin>ss zu einander gejagt ist. Es heisst n d n Motive«, nachdem von den bestehenden Instituten, insbesondere dem bestehenden Beztrksrath die Rede gewesen ist: m Für die organische Ausbildung der Theilnahme der Verwalteten an d r Verwaltung war es Lefentlich nvthwendig, die wrrthschaftliche Thatigkett des Selbstverwaltung-körper« zu jcheiden von ver Therlnahme an der obrigkeitlichen Verwaltung, welche letztere sich wiederum scheidet a. als verwaltungsgerichtliche Function; b. als Theilnahme an der eigentlichen Verwaltung. Die wirthschaftlicheu Functionen der SelbstverwaltungSkorper können uur durch eine ter Zahl nach größere Dirsammlung von Vertretern der Steuerzahler in soweit ausgeubt werten, al« e« sich um Bewilligung von Ausgaben, nm Sst- siellung von Grundsätzen für tie Verwaltung von vermögen und Anstalten, um Beiasiuna ter Verwalteten mit Abgaben, um statutarische Bestimmungen hantelt. Die AuSsüh>ung solcher Beschlüße muß einem Ausschüße unterbaut werden, ter au« ter Wahi de« Dertreiungskorpers hervorgeht. Dieter Ausschuß ist auch volllommen geeignet, verwaltungSgerichtliche gunetio nen tu übernehmen, wie sie seither iheii« lern BezirlSrath, IHeils fern Äreiaamt, tbeü« dem Atministrativhos in erster Instanz zustantem Diese verwaltungSg - richtlicheii Funeitonen sind e« vorzugsweise, wegen teren eine Neubildung in hohem ©rate wünschenswerth ist. Man Hai seither vieitach, zum Theil h bewußt, den W.ttrspruch emhsnnden, daß die Regierungsbehörde sowohl d - E^eeuiive, al« die Entscheidung zahlreicher Sireiiiglkiten de- offentlitljeri in sich vereinigte, «ährend man für letztere da« Bedursniß eine« von der Ex rulive unabhängige« Organ empsand. Für Einzelne« Hai man sich durch Sub- siituiion de« Beeulbrath« und des Atwinistratw-Zustizhoss geholfen, aber durch- war d -zeichnete Widerstand nicht beseitigt. Manche amen wenig- «In« in früherer Zeit, auf die Idee, au» d.e Ltreit,gleiten de« eff=nm»b- stl >° <>'« ' ‘ “ 8i * hinten ©treitigfeiien sich bewegen, und da» zu feiner S.f) rr^ung ° kontete Kenntnisse und Erfahrungen erfordert, deren der E.v.lr chier t» de Neg 1 en'bebrt Daher da« in den verschiedet,fbn Ländern zu Tage tretende l ß nach Gerichten für tie <5initigte,ten de» bff.nilichen N-chts. Dazu werden d e Kreisausfchnsie unter dem Vorsitze oe« tin0 bnt.r Dtm Vorsitz von aus vem Vertretungskörper ver , gegangenen angesehenen Ehrenamts mmdesiens^ben^o - - - davon allgemein Überzeugt ist, erhellt au« den übereinstimmenden Einrichtungen oder Absichten in Baben, Preussen, Sachsen. Envllch werten ble KrelSausjchüsse aber auch in wichtigeren Angelegenheiten ber eigentlichen Verwaltung mitzuwlrkrn haben durch Vas Erforveruitz ihrer Zustimmung ober ihres Gutachtens zu normativen Auorvnungcn für ven Kreis ober einzelne Theile desselben, unb Vie Kreisverwaltung wirv vereinfacht werden, wenn auf bie Krrisausfchüsse die Functionen Ver verfchievenen von vem Bezirksrath zu wählenden Eomwijsionen übergehen, soweit Vazu nickt (wie zu den Pfervewuste- rungScommissioocn) besondere Sachkenntnisse erforverlich find, oder das Gesetz etwas Anderes bestimmt (wie für Vie EinfchätzungScommiffionen zur Einkommensteuer), ober ver Bezirksrath etwas Anderes beschliesst. Alle diese Functionen des Bezirksrath- unb des KreiSauSfchuffes können ober nur in Gemeinschaft mit vem Kreisrath uwd unter dem Vorsitz ves Kreis- rathS geübt werden, weil nur dadurch eine angemessene, der Sache und be» Frte- ben förderliche, ver Stellung des Staats zu den in ihm und durch ibn rxiftt- renben Selbstverwaltungskörpern entsprechende Gesomwtthätigkeit erreicht werden kann. Diese Organisation ist daher als eine für die Ivee, aus ver ver vorlie- genve Gesetzesentwurf hervvrgegangen ist, wesentliche unv unerläßliche zu betrach, ten. Indessen ist zwischen ber Stellung des Kreisraths im Bezirksrath unv ver- verjenigen im Kreisausschuß ein Unterschied insofern dervorzuheben, al- derselbe in dem DerlretungSkörper (ber wirthschastlichen Verwaltung) nur den Vorsitz und die GischästSleitung, der Regel nach ohne Stimmrecht, im Kre'sausschuß (der obrigkeitlichen Verwaltung) dagegen die Mitgliedschaft mit vollem Stimmrecht Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 31. December v. I. bringet, wir hiermit weiter zur Kenntniß der Bethell,gten, daß die nächste,, Prüfungen in folgender Weise vorgeuomme^we^n ? ^ärz d. 3„ ' für diejenigen Angehörige» des Großherzogthitms, welche -'N^^^^^ore.^ndTage, für bieieniaen welche im Jahre 1854 geboren sind, sowie für die Angehörigen eines anderen Staates, welche „ach § 20 der M,l,tLr-Ersatz-J,,structwn im «*""<***« ««» f.l«.n». Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens 8 Uh« im grope» Saale des RathhauseS dahter. Darmstadt, den 8. Februar 1873. Großherzogliche Prüfungs-Conmussion für einjährig freiwillige. 1 Pabst. Srrecker. Gefunden: Ein brauner Regenschirm in schwarzem Futteral ist vor mehreren Wochen in einer Droschke stehen geblieben unb an uns abgeliefert warben- Der (Ligcnlhümer wird aufgefordert, sich baldigst zu melden. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. Gießen, den 12. Februar 1873. Nover. 1) Vor Allem war die Frage zu beantworten: für welche Städte, beziehungsweise Gememven, die ivtabie- orvnung Gültigkeit erhalten soll. Die Bezeichnung Statt bringt nach der Gesetzgebung dr« Großherzogthum« keinerlei Unterschied von ten Flecken und Dörfern In MUscher oder bürgerlicher Beziehung mit sich; weder für die Gemeinten felbst, noch für ihre ®en,<,Nf» ft, 2on denientgen Gemeinden geführt, welche sie von Altersher hergebracht > öffentlichen Rechts. ^azn |te »irt tun ten en gen Landgemeinden darunter, welche weder ö «nm« »X w!'d vo7k.lnrSe»7 am wenigsten von den werden, da regelmäßig mit daß für die Gemeinden, Madrid, 11. Febr. auf die der von den Ständen des Grvßherzogthums nicht finbfn f nun f p hit* (»it. * les. wie werden, wenn es auf ernste Folgen schließen ließe; aber der Stand der Dinge bleibt derselbe: Thiers unentbehrlich in der National - Versammlung, die Cham- bordtsten unverbesserlich und unveränderlich wie ihre Führer, die Jesuiten, und beide nach wie vor zur unmöglichen Versöhnung geneigt, um die Zeit zu gewinnen, wo der Eine oder der Andere einen gelinderen ober schärferen 2. Dec>mber ausführt. Odne etwas Perfidie und Terrorismus kommt man nun einmal bet der großen Nation nicht nut Verfassungskrisen zum Ziele. Die Heuchelei der Organe der Regierung und derjenigen des rechten Centrums muß bei einem anständigen Beobachter Ekel oder am Verstände der französtfchen Deputieren starke Zweifel erregen: „byzantinische Zustände" ist der gelindeste Ausdruck für diese« Treiben, in das man sich so tief hineingearbeitet hat, baß man gar nicht sieht, welche Blößen man sich vor dem Auslande giebt, dem man doch so gern impo- niren möchte. Paris, 12. Febr. König Amadeus und die königliche Familie wollten, wie hikver berichtet wird, bereits heute früh 6 Uhr Madrid verlassen. Versailles, 11. Febr. Die Nationalversammlung verwarf mit 317 gegen 293 Summen Du Verpflichtung der Journale zur Aufnahme des Berichtes über Die Sitzung der gesetzgebenden Versammlung. Spanien. ihnen selbst, verlangt oder erwartet, ebensowenig kann ihnen aber zugemuthet werden, nur deshalb, weil die Städteordnung nicht auf sie Anwendung finden soll, die althergebrachte und ihnen ltebgewordenc Bezeichnung ^tabt fallen zu lassen. Es muß deshalb ein andere« Moment sestgest.ltt werben, welchr« die Be- rechttgung auf Anwendbarkeit der Städteordnung begründet, und dieses kann nach der Ansicht der Regierung nur in einer bestimmten Bevölkerungszahl gesunder Bevölkerung die Bedeutung der Gemeinde im Verhältniß zi den umliegenden Orten, die Intelligenz ihrer Bewohner, die Wichtigkeit und Ausdehnung der in ihnen betriebenen Gewerbe, der Verkehr im Inneren und nach Außen wächst. Die Regierung hat deshalb lediglich die Größe der Bevölkerung zu Grund gelegt und dabei bestimmt, daß Gemeinden von 10,000 Seelen und wehr (nach der faci.schen Bevölkerung) der Städteordnung unterworfen sein sollen, und daß dieselbe auch aus solche Gemeinden, welche weniger als 10,000, aber wenigstens 3000 Seele» haben, anwendbar erklärt werden kann, jedoch nur auf Antrag des Ortsvorstandes und nach gutachtlicher Anhörung des Bezirkeraths. Nach der Volkszählung von 1871 befinden sich iw Großherzoglhume: a. fünf Städte mit einer Bevölkerung von über 10,000 Seelen: Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms, Gießen; b. zwei und zwanzig Gemeinden mit einer Bevölkerung von 3000 bis zu 10,000 Seelen: Bingen, Alzey, Lampertheim, Bensheim, Pfungstadt, Friedberg, Bessungen, Heppenheim, Viernheim, Kastel, Dieburg, Alsfeld, Gernsheim, Griesheim, Lauterbach, Lorsch, Langen, Seligenstadt, Neu- Nsenburg, Michelstadt, Vilbel, Oppenheim. Es leuchtet ein, daß unter diesen Gemeinden einzelne sind, deren Bedeu. tung die Rothwendtgkeit der Anwendung der Städteordnung nicht erfordert, daß dagegen es wünschenSwerth ist, für alle die Möglichkeit offen zu halten, die Annehmlichkeiten und Opfer, welche die Städteordnung im Gefolge hat, thetlhastig zu werden. 2) Siner eingehenden Erwägung wurde ferner von der Regierung die Frage unterzogen, ob neben der beschließenden Vertretung der Stadt (Gemeinderath, Stadtverordneteu-Bersammlung) als ausführendc Behörde ein Bürgermeister (unter Assistenz mehrerer Beigeordneten) ober ein kollegialer Magistrat sungiren soll. Für Beides lassen sich triftige Gründe anführen. Die Ausstellung eines collegialischen Magistrat- gegenüber der Versammlung der Vertreter der Einwohner hat den wesentlichen Dortheil, daß die gegenseitige Stellung der auf der einen Sette der in ihrer Sphäre selbstständigen Gemeinde- Verwaltungsbehörde, OrtSobrigkeit und Repräsentation der Gemeinde nach Außen, auf der andern Seite der Vertretung der Stabtgcmeinde gegenüber der Gemeinde- Verwaltungsbehörde klarer und reiner dargestellt wird, wenn ein Colleg einem andern Collegium gegenübersteht. Außerdem ist die Gefchästslast in einer größeren Stadt für den Bürgermeister, namentlich »ach der Erweiterung seiner Befugnisse durch das vorgeschlagene Gesetz, so groß, daß er sie allein nicht bewältigen kann, wenn er nicht den größten Theil der Geschäfte den Bureaugehüifen überläßt. von unbesoldeten Beigeordneten wird er keine erhebliche Unterstützung zu erwarten haben uno will man deren Zahl vermehren, so mag eg den Geschäften eher nützen, wenn man sie auch nicht der Einzelentschließung anhetmgibt, sondern sie collegialisch berathen läßt, den einzelnen Mitgliedern deö Collegs aber Refe- rate zutheilt. Für den Einzelbürgermeister spricht dagegen, daß derselbe mehr Raschheit und Einheit in der Executive entfalten kann, als ein Coll.gium, daß bet Mei- uungsverschiedenheiten zwischen einem Einzelbeamten und der Stavtvertretung eine Verständigung leichter möglich ist, als bei Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Collegten und daß solche Meinungsverschiedenheiten auch voraussichtlich weniger häufig vorkommen werben, wenn ein Einzelbeamter der Stadtvertretung gegen- übersteht, als wenn der Vorstand der Executive seine Verantwortlichkeit mit einem Collegium theilt. Dazu kommt, daß die Bevölkerung der Städte des Großher- zogthums an einen Eiuzelbeamten als auSsühreude städtische Behörde gewöhnt ist und daß doch nur wenige Städte des Großherzogthums eine solche Größe erreichen, die die Möglichkeit der Bewältigung der Geschäfte durch einen Bürgermeister, der denselben seine ganze Zeit und Arbeitskraft zu widmen hat, mit Hülfe seiner Beigeordneten zwetfelhast macht. Die preußischen Slädteordnungen sind hierin nicht conform; die Negierung hat nach gewissenhafter Abwägung der für beide Ansichten sprechenden Gründe geglaubt, in dieser Beziehung sich an die Städteordnung für die Nheinprovinz anschließen zu sollen, in welcher der Einzelbürgermeister als Regel ausgestellt, aber der Stadtverordnetenversammlung überlassen ist, unter Beobachtung gewisser Formen einen kollegialen Magistrat zu beantragen. Daß diese Befugnig, abweichend von der Städteordnung für die Rheinprovinz, nur den Vertretungen der Städte, auf welche die Städteordnung obligatorische Anwendung zu finden hat, eingeräumt ist, hat seinen Grund darin, daß die Regierung die Gründe für Beibehaltung des Cinzel-Bürgermeisters für die große Mehrzahl der Städte des Großyerzog- thums entschieden überwiegend erachtet. 3) Bet der Verschiedenheit der localen Verhältnisse, und um den Vorständen der Städte möglichst freie Bewegung und die Möglichkeit der Abänderung je nach den geänderten Umständen zu gewähren, glaubte die Regierung nach dem Vorgang der preußischen Stäbteordnungen die Erlassung von Ortsstatuten vor- sehen zu sollen, damit, unter Festhaltung der Einheit der Gesetzgebung in allen wichtigen Angelegenheiten, den local verschiedenen Bedürfnissen und Verhältnissen Rechnung getragen werben kann. Daß nach dem Entwurf diese Ortöstatuten der Genehmigung der Aufsichtsbehörde bedürfen, bedarf keiner Rechtfertigung; dies ist schon deshalb nöthig, um zu coutroltren, baß nicht wesentliche Bestimmungen bes Gesetzes durch die Statuten umgangen werden, und um zu rasche Uebergange je nach der wechselnden Herrschaft der einen ober andern politischen oder socialen Partei zu vermeiden. Den Motiven zur Landgemeindeordnung endlich entnehmen wir folgende Ausführungen: Nachdem die Regierung sich entschlossen hatte, die Keime der Entwickelung, welche in dem Bezirksraths-Institut gegeben sind, in Der Richtung weiter auszubilden, daß die Kreise und Piovinzen als kommunale Veidänbe zur : Pflege ihrer eigenthümlichen Interessen anerkannt und organisirt werden sollen i und zugleich den Organen dieser Verbände eine weitgehende Betheil gung an der Staatsverwaltung eingcräumt werden soll, mußte eS als unmöglich erscheinen, Frankreich. Paris, 10. Febr. Alle Blätter sind voll von Den Vorgängen in Versail- Auf der rechten Seite Beifallklatschen, aus der linken Pfeifen; alles dort hier Komödie in der Komödie. Das Schauspiel würde wiberwä'rtig genannt die kleineren Gemeinden da« Dreiclassensystem bei der W wesen, würde er die Regierung nicht niedergelegt haben. Aber es seien die Spanier selbst, welche sich bekämpften. Gr wolle nicht König einer einzelnen. Partei sein und nicht gesetzwidrig regieren. Alle weiteren Anstrengungen in diesem Sinne halte er für unfruchtbar. Er lege deshalb für sich, leine Söhne und deren Nachkommen die Krone nieder. — Nach Verlesung der Botschaft beantragte der Präsident des CongreffeS die Ueberfendung derselben an den Senat und eine gemeinsame Sitzung beider Kammern, welche die Souveränetät übernehmen sollten. Solavera erklärt Namens seiner Partei den Wunsch loyal zu versabren und diejenige Regierung zu unterstützen, welche die sociale Ordnung und Integrität des Landes aufrecht erhielte. Ulloa flieht eine ähnliche Erklärung ab betonend, daß das Vaterland über Alles gelte. Castelar spricht seine Befriedigung mit der Haltung der Conservativen aus. In der dann folgenden gemeinsamen Sitzung der beiden Kammern verlas der Senats-Präsivent eine Mittheilung des Congreß- Präfidenten, wonach beide Häuser sich als souveräne Cortes constituireu. Mar- tos thrilt mit, daß Zorilla am Erscheinen verhindert sei; der König habe den feste, Entschluß, der Krone zu entsagen; daS Ministerium trete zurück. Die Ver- zichtleistuog des Königs wurde darauf einstimmig angenommen. Die Versammlung ernannte eine Commtsfion behufs Redigirung der Beantwortung der königlichen Botschaft. Loeal-Notiz. Gießen, 13. Febr. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch stießen auf dem Bahnhof der Main-Weser-Bahn zwei Güterzüge zusammen, wobei die Maschine des einen Zuges dcfect und verschiedene Wagen total zertrümmert wurden. Menschenleben sind keine zu beklagen. ~ r, ---Auf der Schoor zwischen dem Selters- und Neustadter Thor wurden von ruchloser Hand eine Anzahl Bäumchen mit einem scharfen Instrumente angehauen und wird es hoffentlich gelingen, den fechtlustigen Don Quixote sicherzustellen. MßlgemeisreT AnzerKer. Oeffentliche Aufforderung. Oberen uver oa^ vermög u umliegenden Orte werden ersucht, dies Hernrtch DkagnuS von Groß-Lm en Gemeinden bekannt machen zu formellen Concurs erkannt hat, wiro * ffltten»rhHnn non Korderunaen 4U'L5. • .. , ..... deS 42 (692) be- der Wellen. Raummeter husten Nadelholz in Gießen. (236) Wiminenauer. (674) Buchen Eichen 85 79 50 16 74 56 43 35 80 97 1200 1600 1800 6 4 6 30 20 70 250 Beltershain. Hartmann. u 2 R--Meter 45,7 „ 48,7 , 510 Wellen Häuschen. . Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli 1873 gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien Milchverkauf 684) Täglich 2 mal frische Milch bei Friedrich Heß in Löber's Hof, Neustadt. Brennholz: Eichen-Scheidholz, , Prügelholz, „ Stockholz, „ Reisholz; Bufeck statt. Treis a. L-, am 3. Februar 1873. Die Freiherrlich von Milchlingische Administration: Kehr, Lehrer E. A. 700) Die erwartete Sendung Salz- und Essig-Gurken ist eingetroffen. I. A. Busch Söhne. Gießen, am 11. Februar 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. In dem Pepsin, einem neuen, von der medicinischen Chemie entdeckten Heilmittel, sind diejenigen Säfte, welche die Verdauung bewerkstelligen, zur Consistenz gebracht. Es ist gegen fehlerhafte oder geschwächte Verdauung in die' deutsche Reichs - Pharmakopoe ausgenommen und den Leidenden in den Dr. Linck’s Pepsin-Pastillen in Schachteln ä 10 Sgr. und Dr. Marquarl’s Pepsin-Essenz in Flaschen ä 15 Sgr-, in angenehmer Form geboten. Zu haben in der Hirschapotheke in Gießen bei Dr. Hempel. (384) 694) Ein brillanter Herren-Masken- Änzug zu verkaufen bei Meyer Rothenberger, Neuenweg 193. 698) Samstag den 15. Februar, Nachmittags 2 Uhr, wird mit der Versteigerung des alten Eichen-Bau , Lager- und Brennholzes ortgefahren und werden ein paar alte Treppen mitoersteigert. Vogt • afi - rn r»prt Bekanntmachung. 578) Die behufs Einrichtung von 2 Büchsenmacher - Werkstätten im südlichen Seitenbau der Zeughaus-Kaserne erforderlichen Arbeiten und zwar: Thlr. Sgr. Pf. Holzversteigerunq in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Im District „Fuchs st rauch" soll nachverzeichnetes Holz versteigert werden: I. Montag den 17. Februar: Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. II. Dienstag 18. Februar: 14 Eichenstämme von 40 bis 74 Centr- meter Durchm. und 5 bis 14 Meter Freitag den 14. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, in dem Geschäftslocale der unterzeichneten Verwaltung — Grünberger Chaussee — im öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Die bezüglichen Bedingungen liegen tn dem vorbezeichneten Geschäftslocale zur Einftcht offen. Gießen, den 4. Februar 1873. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. Jagdverpachtung. Die der Gemeinde Beltershain zustehende Feld- und Waldjagd soll Dienstag den 18. Februar I. I., Vormittags 10 Uhr, auf dem Bureau des Unterzeichneten auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Bemerkt wird, daß die Station Grünberg Vz Stunde von Beltershain entfernt ist. Beltershain, den 5. Februar 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Feilgedotenes. Für Maskenbälle. Gold- und Silberlitzen , Spitzen und Franzen rc., empfiehlt billrgst Georg Röber, Kreuz. 688) Eine große geräumige Hofraithe, mit oder ohne Land, ist in Trohe zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt Theodor Brummer in Gießen. 697) Eine neue Kaufmannstheke mit vier Glasschränken, 6 bis 7 Stück Lamperie und sonstige Möbel zu verkaufen bei Heinemann Herrmann. 590) Die erwartete Sendung Gold- und Silberfranzen, Borden, Litzen und Flitter ist eingetroffen und empfehle solche u^äußerst billigen Preisen. I. H. Fuhr, Sonnenstraße. 686) 2000 fl. liegen gegen gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts.___________________ 663) Einen Haufen Mist und eine Strohbank zu verkaufen bei _______________M. Henkel. 583) Blühende Pflanzen in großem Vorrath, als Hyacinthcn, Tulpen, gefüllte Mandeln, Libonien, Primeln, in Ichönen Pflanzen, empfiehlt sehr billig die Handelsgärtneret von Georg Becker. Auf Vorstehendes Bezug nehmend, bin ich im Stande, allen Anforderungen in Bouquets unb Klänzen zu entsprechen. G eorg Becker. 699) Frische Schellfische und Bratbückinge sind em- getroffen. I. A. Busch Söhne. 696) Mehrere Wagen Mist werden ohne Vergütung abgegeben. Näheres bet der Exped. d. Bltts. Die Thüringer Kunstfarberei in Königsee empfiehlt ihre bis jetzt unübertroffenen neuen und neuesten Farben, gleichviel auf welches Gewebe, sowie ihre neu ausgegebenen geschmackvollen Druckmuster. Aufträge vermitteln unentgeldlich Geschw. Heerz, (691) Neuenweg. Vermiethunqen. ! ®60? 3toe,‘Treppen- £ o. J arbeiten erfahrene «. tnch- 378) Auf dem Seltersberge E. 34 ist! . ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu^ttge ^DlMMerleUte vOer vermiethen. ___________________Schreiner werden gesucht 285) In unserem Nebenhause am Kreuz U0N ist der Laden mit Wohnung zu vermiethen . und bis zum 1. April beziehbar. _ Ernst Schindler, ___________K &ufd) Söhne. Ainrnrermeister in Wetzlar. Für Bälle empfehle ich eine große Auswahl in Blumen, Bändern, TariMn's, Fächern, Handschuhen, Schnmcksachen u. dgs. zu billigen Preisen. Wilhelmine fuhr, (702) Kirchenplatz. Die Lager in Bordeauxweinen, Monsseux und achtem Champagner, Madeira und altem Malaga, direct bezogen, Sherry, Portwein und Tokayer, verschiedenen Sorten Rheinweinen Niederlage des ächten Liebig'S FleischextractS von der Fray - Bentos - Compagnie in Südamerika. Dclicatcsscn -Handlung Theelager Kaffee von der englischen Tyeecompagnie in Mocca, Mcnado, Perlceylon, in Souchong. 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Nr. 9, empfiehlt fein reichhaltiges Lager in wollenen Hemden, seidenen, wollenen und baumwollenen Unterjacken und Unterhosen, Socken und Leibbinden, sowie Leinen- und Shirting-Hemden, leinenen Kragen in allen Halsweiten, Hemden, Einsätzen, Ehemisetten, Manschetten, allen Arten Halsbinden, Unisorms-Cravatten, Militär-, Glace-, Nnxkin- und Wildleder-Handschuhen, Hosenträgern rc. rc. Feuerverslcherungsiiiwk für Deutschland zu Gotha. Infolge der Mittheilnng der Fenerversichernngsbank für Deutschland zu Gotha wird dieselbe nach vorläufiger Berechnung ihren Theilnehmern für 1872 705) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen und bald zu beziehen Sonnen- straßc B. 73. 671) Ein Logis von 5 Zimmern und ein Logis von 3 Zimmern mit 2 Cabineten und Zugehör sind zu vermiethen bei H. M. JugHardt. 664) Ein LogiS von 3 — 4 Zimmern auf der „Schönen Aussicht" zu vermiethen und sofort zu beziehen. Auch ist daselbst eine geräumige Scheuer, Stallung rc. als Lagerraum abzugeben. Vermischte Anzeigen. Allgemeine Holzarbeiter- Versammlung Samstag den 13. Februar, Abends 8 Uhr, im Saale der Restauration Vramm. (690) Der Vorstand. Mehrere Steinbrecher werden gesucht. (689) L. Petri II., Neuenweg. 701) Eine reinliche Person wird sofort gegen guten Lohn für einen Lausdienst gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. 695- Ein mit guten Zeugnissen versehenes Dienstmädchen, das einfach kochen kann und die Hausarbeit versteht, wird gesucht im Nebenhause von König's Brauerei am Wallthor- 693) Vergangenen Samstag wurde auf dem Wege von Wenzel's Garten nach dem Hardthof ein schwarzer Plüschpantoffel verloren. Der redliche Finder wird gebeten , denselben gegen eine Belohnung bei H. Ockel am Neustädter Thor abzugeben. 635) Einen braven Jungen sucht in die Lehre Ernst Möser, Schuhmachermeister. 537) Einen Lehrling sucht K- Gut bub, Schuhmacher. 683) Einen gewandten Bierjungen sucht Georg Dörr, Kirchenplatz. Bekannt nt a d) n n q. 675) Alle verfallenen Pfänber müssen bis zum 25. d Mts. prolongirt werden, widrigenfalls dieselben zur öffentlichen Versteigerung kommen. K- Grünebaum. 648) Hiermit mache ich den geehrten Kunden und Freunden meines verstorbenen Mannes die ergebenste Anzeige.'daß ich das Kappenmachergeschäft fortführe und verspreche ferner prompte und reelle Bedienung. Wittwe Etsch in Lich- 687) Für ein lebhaftes Tuch- und Herren- Garderobe - Geschäft einer Residenzstadt Thüringens wird ein junger Mann mit guten Zeugnissen auf Ostern als Lehrling gesucht- Logis und Kost im Hause. Anmeldungen nimmt die Annoncen ■ Expedition von Rudolf Moffe in Leipzig sub A. C. entgegen 1 Daheim l M C / -A uA Die soeben erschienene Rr. 19 Z-A AA enthält: TB Victor Melchior- Novelle von Hans Tharau. (Fortsetzung.) — Leben und Lieben in Norwegen Von O. Frhr. v. Neinsberg- Düringsfeld. (Schluß.) Mit einem Bilde von Prof. Tidemann. — Papstbiographien. Don Dr. Czerwenka. (Schluß.) — Der Fiskal. Eine Geschichte aus dem weiten Rußland. Von Reinhold Werner. (Fortsetzung.) — Das alte und neue TabakScollegium im Jagdschloß Königs - Wusterhausen. Eine Skizze von sonst und heute von Georg Hiltl. Mit 2 Originalzeichnungen von Fritz Schulz. — Am Familientische: Die Verbreitung der großen Münzsysteme und die Herstellung einer Weltmünze. Mit 2 Kärtchen. Zu Bestellungen empfehlen sich: die Ferber'sche Univ.-Buchhandlung, E- Heinemann, I- Ricker. 704) Freitag hat 14. Februar 1873: II. Club - Coiacert, ausgesührt von der Kapelle des 2. Großh. Hess. Jnf.-Neg. Nr. 116, unter Leitung ihres Kapellmeisters C. Krausse, im Clubsaale. Anfang 8 Uhr. Für Nichtabonnenten (Mitglieder des Gesellschaftsvereins» Entrse 24 fr. Die Gartenlaube. Die Nr- 6 bringt folgende Beiträge: Glück auf! Erzählung von E- Werner. (Fortsetzung.) — Erinnerungen aus dem Jndianeraufstaild in Minnesota- I. Der Auöbruch. — Meine Schuljahre. Von Gottfried Kinkel. (Geschrieben Winter 1849—50 im Gefängniß zu Naugardt.) II. — Das Meisterstück im Magdalenenthurme zu Breslau- Mit Abblldung : Die Ar men-S ünd erg locke im Magdalenenthurme zu Breslau. Nach der Natur ausgenommen von Robert Aßmus. — Ein neuer Feind (der Eolorado-Kartoffel käf er.) Von Fr. H. Mit Abbildung. — Blätter und Blüthen: Auf den Fjellen Lapplands. Mit Abbildung: Heerdenruf der Lappländerin am Abend. Nach der Natur ausgenommen von Emma Eckwall aus Stockholm — Ein Bürgermeister ohne Furcht und Tadel. Mit Franz Ziegler's Portrait — Wilhelm Müller. Von F Br unold. 703) Allen Denjenigen, welche unsere unvergeßliche Gattin, Mutter und Tochter Kathchen Klcmmrath, geb. Nagel, Lu ihrer letzten Ruhestätte begleitet haben, sagen wir hiermit unfern herzlichsten Dank. I) Die tranernden Hinterbliebenen. ca. 70 Procent ihrer Prämienemlagen als Ersparnis; zurückgcbcn. Die genaue Berechnung des Antheils für jeden Theiluehmer der Bank, sowie der vollständige Rechnungsabschluß derselben für 1872, wird am Ende des Monats Mai d. I. erfolgen. Zur Annahme von Versicherungen für die Feuerversicherungsbank bin ich jederzeit bereit. Gießen, den 7. Januar 1873. Agent der Feuerversicherungsbank f. D>: 238) A. Nicker. Recht kölnisches Wasser voll Jean Maria Farina. Meine Niederlage davon in der Expedition des Gießener Anzeigers empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 fr. per Glas gehorsamst Johann Maria Farina in Köln. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Töln-Mtndener und Lverhessische Etseubabn, sowie famuitliche zollamtlicher Formulare, sind zu Haden bei W. Klee, am MaNr. fflt ft**. inzwischen anck 311 welchen b welcher ein < Freitag de in welcher die 9 sl. 38y4 fr Henn Louis zu welcher die das ausgetreti Die Hir bei der l Jahres 18 des Jahre Sa'm ßndenben Wa Gief Der berechtigten ir Gieß, der bei der I. Ä Karl, Fc ftj-Neh §^wan, rqt1 ?°?berger, h H'sch'Dtoritz ti Ker, Arnol Friedrich HW g% In Kn » OT1 tzK äSfc Loitr, Redactton, Druck und Vcilag der Brüh l'schen^Uuiv-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.