»tertelsährrg 1 st. 12 kr. wdt Bttngrrlvhn. Durch di« Asst biogen vierteljährig * 29 fr. Erschnm räfllich, mir Fy$- nähme Sonntags. Expedition: Canzleidere Siit B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Messen. wwe**w»A, vi v- j-Ti. ., * M«.i w*-*» .-x*i l ■ 11 *< w mm, .«nir WM'- !»■»< II > । I w-n ■ wn>«»r mm axi»> «***»■ Mr. 13'1. Donnerstag dm 12. Jimi L8V3. £1 m tlich r r CfjctC An die Großherzogliche^l Bürgermeistereien. Der Amtstag der unterzeichneten Behörde am 17. d. M. fällt wegen M auf diesen Tag fallenden Regierungs-Jubiläums Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs aus. Sie wollen dies in Ihren Gemeinden alsbald bekannt machen. Gießen, den 11. Juni 1873. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. R ö d e r. politischer LH eit. DM weiterreiste. zu erwartende Mittheilung der zweiten Kammer Seit 23 Jahren hat diese „Krank- zunehmen. Wäre das geschehen, der Finanzausschußbericht wäre anders ausge- ' ' — " fallen. Was wir nicht wünschen, was wir uns durchaus verbitten müsien, ist, daß wir verurth eilt werden, ohne daß man den Thatbestand auch nur oberflächlich untersucht. Das Recht, das jedem Verbrecher gewährt ist, soll der höchsten Lehranstalt des Landes entzogen werden und da diese auf ihr Recht pocht, wird das als Anspruch auf „inconstitutionelle" „Ausnahmestellung bezeichnet! Man zeige uns doch einmal die Stelle im Ausschußbericht, wo irgend einer öffentlichen Anstalt des Landes , auch nur entfernt ähnliche Dinge gesagt wären wie hier der Universität. Und doch ist keine darunter, die so viel Selbstverwaltung und folglich so viel Mitverantwortung hätte für eigenes Gedeihen. Man nehme z. B. unsere Gerichte. Was würden die sagen müssen, wenn in amtlichen Aktenstücken behauptet würde, daß Geld, das sie kosten, sei zürn Fenster hinansgeworfsn, sie s«en gar nicht fähig, Recht zu sprechen, bei Aisstellungen müsse ganz anders verfahren werden, als bisher — und doch finden hier nur Anstellungen und keine Berufungen auf Vorschlag des Collegiums selber statt wie an der Universität. Ueberhaupt wird der jüngere Beamtenstand in Hessen, der von Niemanden und durch kein Gesetz gezwungen, in Gießen seine Studien gemacht hat, sich fragen müssen, ob diese Auslassungen über den angeblichen „Geist" der Hochschule mit seinen eigenen Erfahrungen stimmen und ob er die Rückschlüsse zulassen will, die in diesem Falle auf seinen eigenen „Geist" gezogen werden müßten? Warum hat der Herr Abgeordnete Metz selber zw ei Söhne dieser „schwarzen Gesellschaft" zur Ausbildung anv er traut? Doch wohl nicht, um sie zu Reaktionären und Ultramontanen erziehen zu lassen? Darauf erbitten wir uns Antwort. Schließlich noch ein paar thatsächliche Notizen: Einer der schärfsten öffentlichen Proteste, die gegen die Unfehlbarkeit erfolgt sind, ist von fünf katholischen Professoren Gießens ausqegangen. Die im Jahr 1866 gegen den Willen von Facultät und Senat erfolgte provisorische Theilnng der Lehrstelle für Geburtshülfe, ist noch unter Rodenstein gemäß den Beschlüssen der Universität aufaehoben und die ungetheilte Lehrstelle in die rechten Hände gegeben worden. (Frkf. Presse.) Darmstadt, 11. Juni. Der auf der Reise nach Ems heute Mittag hier angekommene Kaiser von Rußland begrüßte den durchreisenden Schah von Persien und stellte ihm das russische Thronfolgerpaar, den Großherzog und den .Prinzen Ludwig von Hessen vor, worauf der Schah nach Baden-Baden wegen Prolongation des Finanzgesetzes. Darmstadt, H- Mai. Wir theilen im Nachstehenden das von der Großherzoglichen Bürgermeisterei veröffentlichte officielle Programm für die Feier des 25jährigen Negierungsjubiläums L-. K- H- des Großherzogs nach dem bezüglichen Inserat in dem Darmstädter Frag- und Anzeigeblatt mit. Wir müssen zugleich die Nachsicht unserer Leser dafür in Anspruch nehmen, daß solches erst heute geschieht: der Großh. Bürgermeisterei hat es nämlich nicht gefallen, unserem Blatt irgend eine Mittheilung über das Programm zukom- ll|tvlll men zu lassen, so daß wir dasselbe erst aus der Ankündigung im Frag- u. A.-Bl. dannjkennen lernten Das Festprogramm lautet: ^Montag den 16. Juni: Von tfrf s Universität Gießen und ihre Reform sich vernehmen läßt, behauptet in der Deutlet) umo. ^Deutschen Presse," die Universität verwerfe das Controlerecht des Gießen, 9. Juni. Schauderhaft, aber wahr! Au unserer Universität Landtags. Das ist aus der Luft gegriffen. Nirgends und von Nieman- wcrdeu Chemie und Physik, Zvvlvgie und Geburtshilse, Staat-recht und Phi- dem ist so etwas gesagt worden. Was w.r beklagen, O dws, daß es niemals lologie, Pandekten und Botanik, Baukunst und Forstwissenschaft im Sinne des einem Ausschuß der Kammer eingefallen ist, über d.e wirklichen Verhältnisse der ärgsten Ultramontanismus, im Geiste der finstersten Reaetion, mit einem Wort- Hoch,chnle an. Ort und Stelle Erkundigungen °mzuz,°hen und Erhebungen vor- sckl " j»tal schwarz" vorgetrigeu S no ßv/.,.t. rnnplinipn. 91\ welches find hier seine Beweise? Erstens: Ein ehrwür diger Greis von 82 Jahren, Kanzler' der Unwersität und Professor des Strafrechts, ein Mann von makellosem Privatcharakter, für dessen politische Thätig- keit die Universität nicht aufzukommen hat, weil er nicht vermöge ihrer Wahl, sondern vermöge seiner durch die Negierung ihm verliehenen Kanzlerwürde Mitglied der ersten Kammer ist. Zweitens: ein Professor des Staatsrechts, der vor zwanzig Jahren gestorben ist. Drittens: em weltberühmter Pandektist, der leider schon seit fünf Jahren nicht mehr Professor in Gießen ist und jetzt bereits seinen zweiten Nachfolger hat. Die Vorlesungen über Strafrecht und Strafprozeß hält mit glänzendem Erfolg eui Gelehrter aus München, der eben erst in einer ausgezeichneten Flugschrift für die Schwurgerichte gegen die Schöffengerichte aufgetreten ist, also gewiß — ein hartgesottener Reaktionär!" Den Lehrstuhl des Staatsrechts hat seit langen Jahren ein berühmter Gelehrter inne, der mit einer bekannten Brochüre m den Kampf gegen die Jesuiten öffentlich eingetreten ist und ganz neuerlich in eurer andern Flugschrift die Abschaffung des landeSherrlichen Kirchenregiments verlangt hat alfo gewiß ein Ultramontaner vom reinsten Wasser Der Pandektenlehrstuhl Jherings'S ist in den Händen eines Gelehrten, der u spät hierherberufen worden ist, um dem Herrn Metz bei fernen vergeblichen Angriffen auf das Ministerium Dalwigc behilflich zu sem. Schließlich ist eine Universität keine politische, sondern eine wissenschaftliche Körperschaft und soll nichts Anderes sein. Der Ausschußbericht des Herrn Metz sagl selbst: Berufungen müsseii nur nach wissenschaftlichem Verdienst, nur nach erprobter Befähigung zum akademischen Lehramt, nur nach der Stellung der^zu Berufenden in der gelehrten Welt und mals na -n .......Darmstadt, H Juni. Die erste Kammer der Stände tritt am 14. fi*niehtw feinen@ei?ene i SZBortoi fttzt? Das fehlte noch, daß der Here Abg. Juni, Vormittags .0 Uhr, z» einer Sitzung zusammen. Ans der Tagesordnung Ä*' fflrS« “ Gießen allem zu besetz!» hätte und daß je nach dem steht die Beschlußfassung wegen einet an des Großherzogs Königliche Hoheit Metz die Professuren ui p ö 9 { 1J H ber Hochschule ihre aus Anlaß Seines bevorstehenden Negierungs-Jubiläums zu richtenden Adresse, ÄwXtoST'&a»« ist, da/dk Universität Gießen selber weiß, die Ersatzwahl zweier Mitglieder des erste» Aussehusses imd die Berathrmg Bsie dem Ge^e m.sern Zett schuldig ist. Zn einer Zeit, da der Herr Abg und Abstimmung über dw e, Metz aus verschiedenen Gründen nicht ahne» konnte, daß er je an »et «He mii Nennrebntel der hessische» Volkskammer die Unwersität vor seinen Wer; MÄwerte,.Ä in. Sommer 1869 haben Faeul.ät und Senat für den politischwichtigsten Lehrstuhl, den der Geschichte, nur Caudlbaten von rweiielloser nationaler und liberaler Gesiunnng auf der Liste gehabt \tnb ihrem beide Mal einstimmigen Votnm gemäß ist die Wahl erfolg . Auf den Lehrstuhl der Dogmengeschichke ist an stelle des fteijinnigen Nitsch der freisinnige Keim durch Faeuliät und Lenat vorgeschlage.i worden und ans diesem Vorschlag haben beide beharrt, als Herr v. Rodenstein Schwierigkeiten erhob. Die Beriifung, welche das' Abends Ettttäute"/de?Festes mit sämmtlichen Gocken. Ühr gro- ergehe» ließ, ist j Ersull-'-S » sl°' . die B^fcnRreicl, der Garnisous Musiken. Uhr Serenade der hiesigen denheit wollte. Auf der Liste s>ir d I jetz * , L verbinde en Gesa.'gvereine. B. Dienstag den 17. Ium: Schmückung der Stadt 8K»,.............-*v- -1 >»-«,»i»«,.» ’

eimathsorte der Mitglieder bis Berlin zu gewähren. Die Staatsbahnen haben sich dazu bereit erklärt; die Privatbahnen dagegen eine Entscheidung noch Vorbehalten, obwohl ihnen ein durchaus annehmbares Abkommen angebo ten worden ist. Die Entscheidung steht mit jedem Tage zu erwarten. Berlin, 9. Juni. Reichstag. Die Versammlung ist sehr zahlreich besucht. In dritter Berathung werden debattenlos angenommen die Entwürfe über die Verbefferung der Unteroffizierlage, die Erweiterung der Gebäude des Kriegsministeriums und der Militär-Erziehungs- und Bildungsanstalten und die Vorlage über den außerordentlichen Geldbedarf für die Reichs - Eisenbahnen Elsaß-Lothringens mit einem Anträge Elben, den Bahnbau in der Richtung Mülheim-Mülhausen bis an den Rhein betreffend. Es folgt die zweite Berathung des Budgets. Der Etat des Reichskanzler- Amtes wird genehmigt. Weiter werden die Etats des Reichstages, des Rechnungshofes, des Ober- Handelsgerichts und des auswärtigen Amtes genehmigt. Bei Berathung des letzteren Etats betheiligt sich Fürst Bismarck wiederholt, indem er die Positionen für Einrichtung deutscher Dolmetscherschulen in Athen und Konstantinopel, sowie eine Gehaltserhöhung für den Gesandtschafts- Prediger in Lissabon vertheidigt. Schmidt (Stettin) fragt an, ob der Zollvertrag mit Rußland bevorstche. Bismarck entgegnete: Die Verhandlungen schwebten seit langer Zeit, seien eigentlich nie unterbrochen, indeß Resultate augenblicklich noch nicht absehbar; man müsse hier mit der russischen Handespolitik rechnen, die an gewissen Traditionen festhalte. Die Reichsregierung werde sicher alle möglichen Erleichterungen im Handelsverkehr mit Rußland anbahnen, und um so sicherer mit Erfolg, je schonungsvoller sie mit der russischen Handelspolitik rechne, je weniger der Reichsregierung eine Einmischung in letztere zugemuthet werde. Löwe beantragt Streichung der Position für den deutschen Gesandten beim römischen Stuhl. Reichensperger (Crefeld) spricht dagegen; Gesandte seien bei Souverainen accreditirt, der Papst sei Souverain. Fürst Bismarck: Das Fortbestehen des Papstes fei nicht abhängig von der Ausübung einer territorialen Souverainetät durch den Papst; das Bedürf- niß diplomatischer Beziehungen zum päpstlichen Stuhl besteht fort; wenn wir keinen Gesandten hinsenden, so geschieht es, weil wir keinen Vertreter deutscher Nation der Verlegenheit aussetzen können, eine Sprache anzuhören, welche Vertreter deutscher Nation nicht zu hören gewohnt sind. Indessen die Verhältnisse können sich ändern; tempora mutantar et nos mutamur in illis. Wir dürfen den Faden nicht abschneiden, um die Fühlung mit dem päpstlichen Stuhl zu erhalten. Bei dem jetzigen ConflicL ist ein erster Schritt jeder betheiligteu Partei schwer, weil jede glaubt, ihr fei Unrecht geschehen. Wenn..aber einmal ein Schritt geschehen solle, so könne ein solcher nur geschehen unter Umständen, unter welchen ein deutsches Vertreter Bürgschaft für die Behandlung und Achtung hat, welche alle Reichsvertreter beanspruchen. Die Erhaltung des Postens kann Mittel zur Verständigung bieten, deshalb belasse man dieses Mittel und setze den Posten nicht ab, obschon ich jetzt dem Kaiser nicht einen bezüglichen Vorschlag machen kann. Löwe hält für ausreichend, einen Commissär zu entsenden, der etwa bei der Papstwahl referiren könne. Fürst Bismarck betont, daß die Reichsregierung sich jeder Einwirkung auf die Papstwahl enthält. Im öffentlichen Interesse fei wünschenswerth, daß die Papstwahl im Geiste der Mäßigung stattfinde; unsere Aufgabe aber fei nicht, uns damit zu beschäftigen, wir haben nur nach Meldung der Vollziehung der Papstwahl deren Legitimität zu prüfen hinsichtlich der Rechte, welche ein legitimer Papst in Deutschland ausüben darf. Nach weiterer Rechtfertigung des Postens durch Reichensperger wird die Position bewilligt. Darauf wird die Vertagung abgelehnt. Nach Beginn der Berathung über die Position der Consulatsgehälter tritt die Vertagung ein auf Dienstag 12 Uhr: Forschung der Etatsberathung. Berlin, 10. Juni. Die Mittheilungen von einem vorgestern stattgehabten Empfange des Reichskanzlers durch den Kaiser sind irrthümlich. Der Reichskanzler ist seit einer Reihe von Tagen zum Jmmcdiatvortrage nicht gelangt. Die Aerzte haben dem Kaiser völlige Ruhe und Enthaltung von den Geschäften angerathen. Ein Empfang von Hofbeamten hat stattgefunden. Berlin, 10. Juni. Außer dem Reichskanzler und dem Reichstags- Präsidenten haben Graf Noon und Friedrich Bodenstedt vom Schah dessen Sonnen- und Löwenorden erhalten, letzterer offenbar wegen seines „Mirza Schaffy." Als Gegengabe bekam der Großvezir den schwarzen Adlerorden. Die persische Majestät hinterläßt übrigens nach allen Berichten in Beziehung auf Höflichkeit und Etiquette, besonders bei den Damen und weniger berühmten Prinzen des königlichen Hofes keine guten Erinnerungen und die „Nat.- Ztg." meint, daß er von der europäischen Cultur wenig werde gelernt haben und sein Gefolge zum größten Theil aus reformfeindlichen Altperfern bestehe. Die Eifenbahnen scheinen jedoch in seinem Lande eingeführt werden zu sollen, da er den Baron Reuter, der die Concefsion für Bauten in Preußen erworben hat, sehr aufmerksam behandelte. Berlin, 10. Juni. Also doch! Die Beschlußfähigkeit des Reichstags' ist eine Woche nach Pfingsten zu Stande gekommen. Es soll weiter gearbeitet' werden. Bismarck will es, Simfon auch, und der Telegraph hat die Säu-' migen aus dem Lager geschüttelt. Gestern hat denn die Specialberathnng des Reichsetats beginnen können. Eine Reichs-Etats-Berathung will eigentlich nicht viel bedeuten, da der Löwenantheil des Budgets dem undiscutirbaren Militär-! Pailfchquanlum zufälll. Die Sümmchen, die darüber hinausgehen, werden nur durch einzelne Interpellationen und Converfationen an ganz ifolirten Stellen pikant. Man greift hier und da einen Titel oder ein Capitel heraus, und so bringt es die Natur der Sache mit sich, daß eine Etatsberathung zu einer Mosaik der verschiedensten Dinge wird. Der Etat des Reichskanzleramts z. B. bringt alle die Herren in Echauffement, die — nicht um das Kanzleramt — sondern an einen einzelnen Posten dieses Etats Anfragen über die Civil- und Criminal-Proceßordnung anzuknüpfen für gut finden. Gleich darauf verliest der Präsident Sirnson eine Reihe von Titeln und Nummern, die zu keinen Debatten Anlaß geben, und so folgt unmittelbar auf die Reden über allgemeine Gerichts-Organisation u. s. w. eine lange Discnssion über die Mittel zu Badekuren für die im Felde Erkrankten, denn es handelt sich um die 300,000 Thlr. als Fonds für Gnadenbewilligungen des Kaisers. Rrrrrr . . ein ander Bild. In jedem Auswanderungshafen soll ein Reichscommiffarius das Auswanderungs- wefen controliren, Man ist noch eben im Geiste mit dieser Materie beschäftigt, da verlangt ein Abgeordneter, daß mit der Deutschen Schule in Constantinopel ein Dolmetscher-Institut verbunden werde. Es ist nämlich die Tagesordnung bis zu dem Capitel des Etats gelangt, das von den GefandtschaftSposten handelt: Hier öffnet sich das Feld für Fürst Bismarck. Er nimmt wiederholt das Wort bei der Constantinopolitanischen, bei der Londoner und andern Gesandtschaften. Natürlich tritt gleich Hochfluth der Debatte ein, als Rom aufs Tapet kommt. Fürst Bismarck hält eine große Rede. Die Reichsregierung wird sich jeder Einwirkimg auf die Papstwahl enthalten. Das ist ein Wort von Bedeutung. Nur eine Prüfung der Wahl nach ihrer Vollziehung, eine Prüfung also der legalen Vollziehung ist Vorbehalten. Für die Wiederbefetzung des Gesandtfchaftspostens bei der Römischen Kurie ist wenig Hoffnung vorhanden. Was schadet das? Allerdings macht Fürst Bismarck darin keinen Unterschied, ob der Papst noch im Territorialbesitz sich befindet oder nicht. Er würde — trotz Löwe — einen Deutschen bei Seiner Heiligkeit accrebitiren, wenn gleich letzter ewig ein John-lackland bleibt. Fürst Bismarck will aber den vacanten Posten nur besetzen, sobald der Vertreter des Deutschen Reiches nicht mehr der Gefahr ausgesetzt ist, eine Sprache zu hören, die er amtlich nicht entgegenzunehmen vermag. Das heißt mit andern Worten: mit diesem Papst ist kein Einverstandniß möglich, und mit einem anderen auch nicht. Summa: Wählet welchen Papst ihr wollt, wir mischen uns darin nicht, und lasset eure Päpste weitertoben wie sie wollen, wir brauchen keinen Vertreter bei Tobsüchtigem München, 11 Juni. Prinz Luitpold ist heute früh im Auftrage des Königs zu dem Leichenbegängniß des Prinzen Adalbert nach Berlin abgereist. Von Berlin wird sich der Prinz gleichfalls im Auftrage des Königs nach Darmstadt begeben, um der Feier des 25jährigen Negierungs-Jubiläums des Groß. Herzogs beizuwohnen- und demselben em Gratulations - Schreiben des Königs überbringen. Stuttgart, II. Juni. Der Kaiser von Rußland, das Thronfolger- Paar und Großfürst Wladimir sind heute Morgen 10 Uhr nach Darmstadt abgereist. diiinfucidj. Paris, 8. Juni. ,,-L'Ordre', das Organ des Hofes von Chiselhurst, enthält folgende Reclame: „Ein Freund, der von Chiselhurst ankommt, bringt uns die besten Nachrichten über die Kaiserin und den kaiserlichen Prinzen. Der junge Prinz ist bedeutend größer und stärker geworden; er ist schon um mehr als einen Zoll größer als fein Vater Napoleon III Man preist höchlich die Herrschaft, die er trotz der Lebhaftigkeit seines Alters über sich selbst ausübt. Er sagt klar und präeis, was er sagen will, nichts mehr und nichts weniger. Kurz, die schönsten Hoffnungen sind schon mehr als zur Hälfte realisirt." — Die „Patrie" bringt einen Leitartikel, der in Berlin geschrieben zu sein scheint und so boshaft wie möglich ist. Das französische Blatt scheint sich wirklich einzubilden, daß Bismarck nächstens das Schicksal von Thiers erleben und an seine Stelle ein großes Kirchenlicht wie Broglie gestellt werden würde. Diese Auslassungen verdienen keiner ernsten Bemerkung weiter, nur zeigen sie wieder einmal, welche Mühe die Jesuiten und die Jesuiten-Genosseil sich geben, um die Franzosen durch falsche Vorspiegelungen immer mehr zu dem Nachekriege zu verhetzen. . Paris, 8. Juni. Gestern fand eine sehr stürmische Sitzung im Pariser Gemeinderath statt. Anlaß zu derselben gab das Gemeinderaths-Mitglied Rigault, das sich bei dem auweseudeu Polizei-Präfecten mit großer Bitterkeit über das freche Auftreten der Polizei-Agenten seit der parlamentarischen Revolution vom 24. Mai beklagte. Die Worte Rigault's erregten Widerspruch auf vielen Bänken. Der Präsident bemerkte dem Redner, daß er eine zarte Frage behandle, die große Zurückhaltung erheische. Rigault wollte Beispiele citiren, worauf der Präsident erklärte, daß er über diesen Gegenstand nicht weiter sprechen lassen dürfe. Nach einigen Worten Cantagrel's ergriff Nigault wieder das Wort, worauf Vautrain, der Präsident, ihm dasselbe verbot. Rigault, Floquet, Ranc und Cautagrei protestirten, und der Tumult wurde so furchtbar, daß der Präsident die Sitzung aufhob. Paris, 9. Juni. Plon-Plon ist in Paris gewesen, Engenie soll dort gewesen sein. Die gegenwärtige Versailler Negierung von Rouher's und des Papstes Gnaden dürfte die exilirten Bonapartiften bezüglich ihrer Rückkehr nach Frankreich kein Hinderniß in den Weg legen. Falls Engenie nicht demnächst in Paris selbst wieder Hütten baut, so wird sie noch im Laufe dieses Monats mit ihrem Sohne nach Schloß Arenenberg, somit in die Nähe der französischen Grenze übersiedeln. In Bezug auf das von der „Pall-Mall-Gazette" veröffentlichte angebliche Manifest der Wittwe Louis Boneparte's an das französische Volk bringen fast sämmtliche Londoner Tageblätter vom 6 d. Mts. ein Schreiben von Pietri, dem ehemaligen Geheim-Secretair Napoleon's III., in. welchen das Document für gänzlich apocryph erklärt und mitgetheilt wird, daß Pietri ermächtigt fei, dasselbe zu bementiren. Das Manifest war burchweg in einem weinerlichen Ton geschrieben. Es nahm an, baß ber Kaiser in hohem Grabe für bie jüngsten Mißgeschicke Frankreichs verantwortlich war unb baß er seine Entthronung für gerecht unb legal hielt. Es schloß mit ben Worten: „Franzosen, benkt an bie Waise!" Wenn etwas bie bonapartistische Sache verächtlich machen konnte, so war es bieses Manifest, wenn es ächt gewesen wäre. Ottilien. Nom, 10. Juni. Die „Agenzia Stefani" bementirt bie Nachricht ber L,d *'e Deutschs Aufing Rußland der W £pi sich 8*" Mensche»" aus dein ' dessen W Wirklich inachung1 9 Pence sie den 4 12 bis 1 dieses bei soll im 3 Die besonde 1)i außerordei Stofswechs zu besolde ausgeschlo Milbeitc: Wendung 1 als es di pepsie, f schwäche vermehrt, Span ii brennt, schwach 4) Gicht 6j Asth absonde dessen se Stoffwec aufnahmi mittel, stoffinhali der Ern begünstigt Be> nut Fiebe Anwend er hier d mehren g, entblößte Da Falle neh wendun Wenigfl D< in eiserne Ali Mitwirk, Heua 27U) ' Rtrt ne (V 2750) s Hen in b Dornseif Win,; !,n H°us Öert l»ung vorhan- 1 keinen Unter« H und iQ tJf iu einer r- B. ^stantinvpel wiederholt pudern ®e-- p 'M auf's i, f °'">ch «SÄ ' °"d» BiL mi 8«» W13, eine nicht, 1 accreditiren, urä will aber Aschen Reiches er amtlich • uril diesem 'u auch nicht. "» nicht, und n Vertreter bei i Auftrage des eilin abgnH js nach Darm- ms des Groß, n des Königs j Thronfolger« ach Damftadt ?n Ehiselhuch, ifommt, bringt Prinzen. Der ichon um mehr § höchlich die h selbst ausübt. nichts weniger, realistrt." . geschrieben zu Hott scheint sich Thiers erleben werden würbe- nur zeigen sie )ssen sich geben, dem Rachekriege jung im Parsier ds-Mitglied W rcner Bitterkeit itarischen Revo- Viderspruch aus ine zarte Kage Beispiele citiren, ib nicht weiter Sigauti *« *■ *3* ourde so W' aber'« ""b .,ü* ÜÄ ,M umiiaW ,n tab s-E V ®ts'"" ■jsjp in * Eichenholz-Gesuch o r f odd oRO rStiirF 3' n ftiife lana. 8—9 goll 2745) Schrciuergesellcu gesucht von Phil. Bauer, Mühlgasse. Mein Tuch- und BukskLu-Lager 2746) Im Ausbewahren resp. Uebersommern von Pelz-Waaren unter Garantie empfiehlt sich A. S ch U l t h e i s junior, Kürschnermeister, Seltersweg Lit. C. Nr. 10. Buseck. Rabenau, am 7. Juni 1873. Der Rentmeister: Schmidt. Ludwig Lang, Marktstraße (Wettergasse) Nr. 25. 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Bltts. abzugeben- Fortbildungsschule Mit dem Unterricht am nächsten Montag-Abend 8 Uhr beginnt zugleich ein neneS^Sch^olksbildungsverein hat mit Unterstützung seitens des Stadtvorstandes und anderer Institute und dein an der Fortbildungsschule wirkenden Lehrerpersonal, mit Aufwendung bedeutender Miitel, seither Alles aufgeboten, um der konstrinirten Jugend einen Fortbildungsunterricht zu Theil werden zu lassen, dessen Fruchte derselben in ihrem ganzen späteren Leben zu gut kommen sollen. Die vor Ostern d I- ftattge- habte öffentliche Prüfung hat wohl allen damals anwesend Gewesenen bewiesen, dasz die Fortbildungsschule leistet, was unter den gegebenen Umständen nur zu leisten wog lich ist, nnd bnh die Schüler in gar manchen für das Leben wichtigen Zweigen des Wissens recht schöne Kenntnisse gewonnen haben. Leider aber ist der Unterricht. noch von einer verhälinißmäßig fel r gelingen Anzahl von Jünglingen besucht, -4.it große Masse derselben fühlt eben nicht das Bedürfnitz, ihre in der Elementarschule erlangten Kenntnisse zu erhalten und zu erweitern, bis mit d r später erwachenden Einsicht zugleich die E.kenntnitz sich einstellen wird, daß es nun zu spät sei, und die Neue, die gebotene Gelegenheit rid)t benutzt zu haben, da es noch Zett war- Es ist darum doppelt die Pflicht der Eltern, Lehr- und Dienstherrn und Aller, die Einfluß auf die Jugend haben, deren Wohl dadurch fördern zu Helsen, daß fte dieselbe mit aller Strenge nicht nur zur Theilnahme am Fortbildungsunterr'cht über: Haupt, sondern auch zum regelmäßigen Besuche desselben anhalten. . Wenn wir bei Beginn des neuen Schuljahres diese Mahnung so ernst intb eindringlich als möglich auöfprechen, so ist ja hinlänglich bekannt, daß dieu nicht un Interesse des Vereins oder Lehrerkollegiums, sondein lediglich in dem der jungen Leute geschieht, und um unserer Aufgabe gerecht zu bleiben, welche ist: Hebung und Forde- rniig der Volksbildung, woinit ja auch Siltlichung der Jugend in so enger Verbindung steht- , _, 23 ir sehen einer recht starken Ausnahme neuer Schule entgegen und können An meldurgen derselben von Seiten ihrer Eltern, Lehr- und Dienstherrn rc. mündlich oder schriftlich bei dem unterzeichneten Director geschehen- Haustein, Muller, Präsident des Volksbildungsvereins. d. Z. Direktor der FortblldungSichiile. Münner-Biide-Bcreiil. 2704) Das Badehaus ist zur gefälligen Benutzung aufgeschlagen. — Manner - Bade - Verein. Donnerstafl den 12. Juni, Abends 8 Uhr: G e n e r a I = V e r f d -n m lung bei Wirth Louis Sony. T a fl e S o r d n n n q : Nechnunflö - Abhör. (2703) Der Vorstand 2742) Zur VorversammliUlg bezüglich der ErbailUNfl der Aula hinter dem botanischen Garten werden alle Interessenten auf Freitag den 13. Juni, Abends V27 Uhr, in Köni Die Unterzeichner der Adresse an Großh. Ministerium der Erbauung einer neu u Aula auf die Wiesen hinter dem botanischen „Ijiedci’ki'aiiK.“ Sonntag den 15. Juni: Parihic auf hni Schiffeulierg. Abgang NachmittaaS 2 Uhr, vom Neuenweger Thor aus. Garten, werden hiermit zu einer Prolet d r icr- B c r s u in m (ung ans Freitag den 13. Juni, Abe dö 8y2 Uhr, 1 1566) So eben ist erschienen die 33* Ausl, des weltbekannten, lehrreichen Buchs Her persönliche Schuld von Laurentius In Umschlag versiegelt. T a u s e n d f a d) b e w ä h r t e H i l f e und Heilung (20 j ä h ri g e E r fa h- rung!) von ScIsMMtch f- zustäudeu d es m ä n n l. G cs ch l ech t s, N "Nervenleiden :c., ben Folgen hcim- d licher Gewohnheiten und anderer Exccfse. Durch jede B u ch h a n d- Älung, in Frankfurt a. M. von der '.i Jäger' scheu Bnchhan lung, sowie :> von dem Verfasser, Hobestraße, ä Leipzig, zu beziehen. Preis 2 fl. 24 fr. ; Vor den Nachahmung u und AliS- i zügeu meines Buchs, — kleinen Su n del sehr ist en, die unter den Titeln ■ 397) Thee, Ehocoladc und Stearin- 2738) Einen mit guten Zeugnissen ver- ilichter bei PH. Schlatter, sehenen, pensionirteu Militär, der schrift- 1--------;---------------- liche Arbeiten besorgen kann, suche als 1743) Hcugras von ■•/« Morgen ver- Aufseher in mein Fabrikgeschäft. Mit dieser kauft L. Senner. stelle sind verbunden: freie Wohnung, dermiethungen. 2718) Ein kleines Familienlogis zu ver- 2730) Ein zuverlässiger Arbeiter findet dauernde Stellung bei E- Friedberger Wittwe 273t) Ein mit guten Zeugnissen versehenes, im Kochen und tu anderen Haus- ai beiten geübtes Dienstmädchen wiid zu Johannis (24. dieses Monats) ober zum 1- Juli gesucht: Neue Anlage E. 31 im dritten Stock (2 Treppen hoch.) Der Preis für dieses Jahr beträgt: 1) Für ordentliche Mitglieder I fl., neben einem Eintrittspreis von 36 kr. für neu emtretenbe ordentliche Mitglieder. 2) Für außerordentliche Mitglieder l fl. 12. 3) Für Söhne von Mitgliedern 36 kr. ; Die Beitrittserklärung geschieht durch Einzeichnen der in dem Badehause^ aufgelegten Liste.Der Vorstand.- 2753) Unferm lieben Freunde Emil zu seinem gestrigen 17. Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hock)! daß die ganze Anlage wockelt. Seine Freunde. 2732) Gute Kartoffeln werden malter- und mestenweise abgegeben. Ph. Becker, Frankfurterstr. E. 32. iviid wohlmeinend gewarnt. Daher achte man darauf, die echte Ausgabe, die Origittal-Ausgabe von Laurentius 8 zu bekommen, welche einen Oetav-Baud 8 von 232 Seiten mit 60 anatom. Abbildungen B in Stahlstid) bildet u. mit dem Namens- | stempel des Verfasseis versiegelt ist. Nota bene. — Von meinem Buche h liegen bereits 4 Uebersetzungen in frem V; Heizung, Beleuchtung, etwas Land und Gehalt nach Uebereinkunft. August (Schieffinger. I 2739) Dem Schaashirten Paulus 2749) Eine der eisten Cigarren- und Nauchtabaksfabriken in der Nähe von Frankfurt a/M- sucht zur Bereiiung des Mittelund Unterrheines, von Mittel- und Nord- deutschland, eventuell auch Schle-bwig-Hol- stein, einen fleißigen, soliden Neist'nde». Derselbe muß gute Empfehlungen besitzen und die genannten Gegenden schon bereift haben. Bewerber, welche in der Branche bereits arbeiteten, genießen den Vorzug. Gkfl. Offerten sub Chiffre HI. 7484 befördert d>e Annoncen-Expedition von Ku- Kim