Oießemr AWW Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kressen lusknecht 1823. Donnerstag dm 10. April Nr 83 Gießen, am 7. April 1873. B etreffend: Das Einsperren der Tauben zur Saatzeit. Darmstadt, am 34. März 1873. r der il. gen: ;«4' i der Ml einzuhalteude Verfahren kaum in der Lage sein würden, der fraglichen Amts- ibn- fc.iv Abschrift. Zu 9ir. M. d. I. 3396. Betreffend: Wie oben. $retÄ vierteljährig 1 fL 12 fr. mit Brtngcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 ft 29 k. Soldan zum Lehrer am Gymnasium zu Worms zu ernennen. * Friedberg, 7. April. Die vielbesprochenen Vorgänge am hiesigen Lehrerseminar sind endlich zum Abschluß gekommen. Gutem Vernehmen nach »st der Scminarlehrer Stamm an das Gymnasium nach Gießen, der Scminar- lehrer Soldan an das Gymnasium in Worms versetzt worden, während die übrigen drei an der Anklage gegen den Director bctheiligten Lehrer in ihren hiesigen Stellen verbleiben. Sämmllichen ist außerdem eine Mißbilligung ihres Verhaltens, welche ein gedeihliches Zusammenwirken des Lehrerpersonals verhindert habe, ausgesprochen worden unter besonderer Beziehung auf die kürzlich statrgehabte Visitation der Anstalt. Dem Dircctor soll ebenfalls eine Zuschrift Seitens des Minifterinms zugegangen sein, über deren Inhalt jedoch bis jetzt nichts verlautet. Neueren Nachrichten zufolge soll derselbe cassirt sein, event. an eine Realschule versetzt werden. — Dieses Endergebniß der Angelegenheit wird nichr verfehlen, bei Allen, welche mit den cinschlagenden Verhältnissen näher bekannt juib und die es mit unserem Volksbildungswesen ernst meinen, die rvi:d em kN, welcher achten geben unter □g- Morgen, als am Charfreitag, erscheint keine Nummer. Inserate für die Samstagsnummer bitten wir spätestens bis Samstag 8 Uhr Vormittags ein;nsendcu, da wir sonst für eine Aufnahme nicht garantiren können. Die Exped. d. Gießener Anzeigers. an die Großherzoglichen Kreiöämter. an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehendes Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern theilen wir Ihnen zu Ihrem Bemesien mit. v. Röder. Das Großberzoglichc M i n i st e r i u m des Innern Lester. itdklL. er Ttn, abze- (2262) um. sen. Erscheint täglich, mit LuS» nähme Sonntags. Expedition: Eanzletberg, Lrt. B. Nr. 1. Deulschland. Darmstadt, Anfangs April. Von dem Abg. v. Stephan aus Osthofen sind folgende Anträge dem Präsidenten der zweiten Kammer eingereicht worden. 1. Das Bedürfniß nach weiterer Ausbildung, als solche an unseren Volksschulen erreicht werden kamt, ist ein so allgemein bekanntes, anerkanntes und durch die gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisie gebotenes, daß es eines Beweises hierfür nicht bedarf Die Gelegenheit zur Erlangung dieser höheren Ausbildung bieten: höhere Bürgerschulen, Real-, Gewerbe- und technische schulen, welche aber nur in größeren Städten auf Kosten des Staates oder durch Staalsbeiträge erhalten werden. Diese Anstalten bieten aber vorzugsweise der städtischen Bevölkerung Vortheile, welche für die Landbevölkerung nur durch Aufbietung großer Geldopfer erreichbar sind, so daß dem Unbemittelteren die Benutzung dieser Anstalten unmöglich ist. Will man aber die allerdings sehr billig gebotene Fahrgelegenheit mit der Eisenbahn zum täglichen Besuch der Schulen benutzen, so ergeben sich hieraus so große Nachtheile, daß Eltern, welchen die physische und besonders die moralische Gesundheit ihrer Kinder etwas gilt, nur dann zu diesem Hülfsmittel greifen, wenn sie die Mittel zu einem ständigen Aufenthalt in der Stadt gar nicht erschwingen können; — der Nachtheile gar nicht zu gedenken, welche die Entziehung der ständigen elterlichen Aussicht nach sich ziehen. Es wirft sich ferner noch die Frage auf: Genügen denn diese städtischen Anstalten den jetzigen Bedürfnissen? Diese Frage muß gewiß mit „Nein" beantwortet werden; denn warum entstehen so viele, nur ans den äußersten Schein berechnete Privatschulen? warum denkt man an die Errichtung von Parallelklassen an den bestehenden Anstalten, nm der Ueber- füllung derselben vorzubeugen und dem immer mehr sich steigernden Bedürfniß genügen zu können? Aus dem Allem läßt sich leicht das Verlangen nach Errichtung solcher Anstalten auch auf dem Lande genügend erklären und erlaube Mtrt gesellen "Sm Be- bld 5 Habe bet ” wirb zu - A. loo w :.rs In den durch unser Ausschreiben vom 4. December 1869 veranlaßten Verhandlungen haben weitaus die Mehrzahl der Ortsvorstände und Kreisämter sich gegen die Aufhebung des Artikels 79 des Feldstrafgesetzes ausgesprochen; ebenso haben die Ausschüsse der drei- landwirthschaftlichen Provinzialvereine und beinahe sämmtliche Mitglieder der erweiterten Centralstelle für die Landwirtschaft und die landwirthschaftlichen Vereine sich für Beibehaltung des in jenem Artikel ausgesprochenen Verbots erklärt, da der Schaden der Tauben zur Zeit der Saat oder der Reife gewisser Früchte ihren Nutzen wett überwiege. Wir haben daher von einer Aufhebung der mehrgedachten Gesetzesvorschrfft abgesehen, beauftragen Sie vieintehr, die Anwendung und Ausführung derselben fortwährend in geeigneter Weise zn überwachen. (gez.) v. Starck. unangenehmste Sensation zu erregen. Aus dem Großherzoglhum Hessen, 7. April. Manche bei ihrer Emsührung staik angezweifelte Einrichtungen gelangen nachmals zur Anerkechtung. Dies gilt namentlich von der durch die Reichs-Gewerbe Oidnung getroffenen Einrichtung, wonach Gewerbsstreitigkeiten durch die Bürgermeistereien - r " . Als diese in's Leben trat, hielt man sie für beinahe Ich stelle daher den Antrag: „Die Kammer wolle beschließen, Großh. Staatsregierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, wonach aus den dem Staate zufließenden Knegsccntributionsgeldern den Gemeinden die bezahlten Kriegslasten aus 1866 wieder zurückerstattet werden." Darmstadt, 9. April. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aÜergnädigst geruht: am 3. April den Director am Gymnasium zu Mainz, Heinrich Bone, — die Lehrer am Gymnasium zu Mainz, Professor Dr. Jacob Aloys Becker und Dr. Johann Baptist Killian, — den Lehrer an dem Gymnasium zu Worms, Professor Johann Baptist Seipp in den Ruhestand zu versetzen ; an demselbeit Tage den Lehrer am Gymnasium zu Gießen, Professor Dr. Ferdinand Anton Beck zum Lehrer am Gymnasium zu Mainz, — den Lehrer am Gymnasium zu Maiuz, Dr. Carl Ludwig Schall zum Lehrer am Gymnasium zu Gießen, — den Lehrer an dem evangelischen Schullehrer - Seminar zu Friedberg, Wilhelm Stamm zum Lehrer am Gymnasium zu Gießen, — den Lehrer an dem evangelischen Schullehrer-Seminar zu Friedberg, Friedrich 7^ "ttben. l"n Kreuz Ellbein .bJM»an ■n Neuen- ich mir den Antrag zu stellet:: „Die Kammer wolle beschließen, die Großh. Staatsregierung um eine Gesetzesvorlage zu ersuchen, wonach in allen Cantons Hauptorten, wo das Be- dürfniß nachgewiesen werden kann, höhere Bürger- oder Realschtilcn errichtet werden sollen; eventuell die Errichtung derartiger Anstalten durch die betr. Gemeinden durch entsprechende Zuschüsse aus Staatsmitteln crmög licht wird." Auf Grund des Gesetzes vom 12 Mai 1868 wurden die Kriegslasten,,, , , welche im Jahre 1866 durch die König!- Preußischen Truppen und Truppen entschieden werden sollen. Als diese in's Leben trat, hielt man sie sur beinahe der mit Preußen verbundenen Staaten entstanden, auf die einzelnen Gemeinden undurchführbar, und jedenfalls meinten die Jutisten, daß die Bürgermeistereien ausaeschlaacn und erhoben. Diese Belastung war für die Gemeinden eine sehr beim Mangel juristischer Kenntnisse und ohne besondere Vorschriften über das empfindliche und mußten gewiß viele andere nolhwendige und nützliche Verwcn- w, tuiifleit unterbleiben, wenn die Gemeinden ihren Verpflichtungen Nachkommen thätigkeit gerecht zu werden. Nack der Etnfuhrting aber hat man nirgends und sich nicht mit einer Schuld belasten wollten. Die Folgen davon sind noch eine Klage mehr gehört, und jetzt belehrt uns eine amtliche Mckiheilung, welche in allen Gemeinden fühlbar und können die dem Staate zufiießenden Kriegseon- die Bürgermeisterei Darmstadt der dortigen Handelskammer gemacht hat, daß tributionsaelder aus 1870/71 gewiß keine bessere Verwendung finden, als wenn jene Einrichtung wenigstens in der Residenz sich trefflich bewährt hat. Hter- ans denselben den Gemeinden die bezahlten Kriegslasten aus 1866 wieder zu- nach sind im Jahre 1872 bei der Darmstädter Bürgermeistcret 596 Gewerb- rückerstattet werden. Istreitsälle zur Verheutd'ung und Erledigung gekommen und htervon 519 Falle, che _J1592) Blei kauft Michumb. »Greises. Vertilgung ei mertr, Lich. genommen. lausbvrg. , Stiefel, egte (Segen; erkauft iberger, 193._________ Hausarbeit mgtDi Ein- Meres um Wrtv- ramm. llen finden guten Lohn. 1. Petri. Li barer Fa- 'dung wird mblung ge- b. d. W also die bei weitem überwiegende Anzahl, nach summarischer Verhandlung sofort! entschieden und erledigt worden, darunter etwa 30 Fälle nach vermitteltem Vergleiche. In nur 56 Fällen fanden protokollarische Verhandlungen und in nur 21 Fällen gewerbliche Schiedsgerichte statt. Auf beit Rechtsweg in Folge Berufung an das Gericht gelangten nur siebcu Fälle (von welchen einer noch bei dem höchsten Gericht schwebt). Rcformatorisu- wurde Seitens des Gerichts nur ein einziger Fall entschieden und zwar in contumaciam. Pfändungen wurden nur in drei Fällen vollzogen, polizeiliche Execurionen durch Vorführung durch die Gendarmerie in nur 21 Fällen. In den im laufenden Jahre entschiedenen Fällen hat es keine Partei zur polizeilichen Execution kommen lassen, und an Pfändungen wurde nur eine einzige vollzogen. Man denke sich, welche Schreibereien die fraglichen Gewerbstreitigkeiten verursacht hätten, wenn sie im gewöhnlichen gerichtlichen Verfahren verhandelt worden wären! (Fr. I.) Berlin, 6. April. Jndeß die meisten Reichstags-Abgeordneten Berlin bereits verlassen haben, finden zwischen einzelnen Mitgliedern, die sich für das Münzgesetz besonders interessircn, noch Vorberatbungen Statt. Von den Anhängern der „reinen" Goldwährung wird eine Ausschließung der vollwichtigen österreichischen Guldenmünzen, die in Süodeutschland viel umlaufen und demnächst als Doppelmark-, Einmark- und Halbmarkstücke sicher noch mehr beliebt werden würden, für dringend nothwendig gehalten. Andererseits soll bekanntlich, auch nach dem vorliegenden Gesetzentwürfe, das neue Silbergeld der Reichs- markrechnung nicht bloß für die kleinen Werthe, sondern auch für die gauzeu Markstücke, ja, für die Fünfmarkstücke sehr unterwerthig ausgeprägt werden und in Zahlungen nur bis 20 Mark angenommen werden müssen. Dem Vernehmen nach sind bereits manche Stimmen dafür, daß statt des Fünfmarkstücks in Silber, welches als Scheidemünze ohnehin übeiflüssig wäre, vollgültig in Gold ausgeprägt werde; in die silberne Scheidemünze würde dann dafür das Doppelmarkstück cintreten. Unerfreulich bleibt freilich auch so für deu kleinen Verkehr das System noch immer. Die Volkszeitung eifert deßhalb noch immer heftig gegen das ganze Princip desselben. „Der Fehler der Regierungsvorlage," schreibt sie, „besteht darin, daß man dem Großhandel eine Goldmünze schafft, die ihm vorteilhaft ist und die man ihm auch gönnen muß, dafür aber dem Kleinverkehr des Volkes eine neue Silbermünze darbietet, die um zehu Procent schlechter ist als die bisherige. Während ein neues Goldstück wirklich in Metall so viel Werth in sich hat, wie es als Münze lautet, will man das neue silberne Reichsgeld, die Mark, verschlechtern und es an zehn Procent unter seinem wirklichen Metallwerth ausprägen. Man giebt dem schlechten Gelde. einen Zwangscours, aber nur so lange es sich um kleine Summen bis zu 20 Mark handelt. Bei allen kleinen Summen, wie sie der Reiche dem Armen oder die Armen unter sich zu zahlen haben, da sagt man: „Du mußt das schlechte Geld für voll annehmen!" Bei allen höheren Summen jedoch, wie z. B- bei der Miethe, welche derArme demRcicheu zu bezahlen hat, da wird man mit einem Male gewiffenhaft und sagt: „Nein, Du brauchst kein so schlechtes Silbergeld anzunehmen! Du hast das Recht, gutes Geld zu fordern!" Da hört der Zwangscours mit einem Male auf! Ja, selbst für den Umtausch des letzten Silbergeldcü in Gold macht der Gesetzentwurf Clauseln, wonach die Reichscas- sen nur in Summen von 200 Mark den Umtausch bewerkstelligen, während der Arme, der geringere Summen zum Umtausch bringt, abgewiesen wird!" Was das Gepräge angeht, sind alle Stimmen dafür, daß eine völlig gleiche Behandlung der silbernen und sonstigen Scheidemünzen nach Maßgabe der in Art. 3 enthaltenen Vorschriften bestimmt werde. Wenn man einerseits die neuen 20- und 10-Markstücke in Gold mit ihrer kleinen Schrift für die Werthangabe (10 M-, 20 M.) und andererseits die süddeutschen Gulden oder Halb' gülden mit der deutlichen und innerhalb des Eichenkranzes so geschmackvoll geordneten Werthangabe, oder die schweizerischen oder italienischen Silberstücke (1 Lira, 50 Centesimi, 1 Franc rc.) damit vergleicht, so wird man zugestehen müssen, daß die klare Verständlichkeit eben auch ein Moment ist, um einem neuen System Eingang und Beliebtheit zu verschaffen. Berlin, 8. April. Im Gegensätze zu den von Herrn Bamberger in der Freitagssitzung des Reichstages abgegebenen Erklärungen ist es nun doch gelungen, die Mitglieder der freien Reichstags-Commission für das Münzgesetz noch zwei Tage nach Beginn der parlamentarischen Osterferien hier znrückzn- halteu. Sie haben am Sonnabend und Sonntag den ^Gesetzentwurf weiter durchberatheu und erfreuten sich der Anwesenheit des Geh. Raths Michaelis, welcher als Delegirter des Reichskanzleramtes sich lebhaft an den Debatten betheiligte. Von dem allgemeinen principiellen Einverständnisse schlossen sich nur die Abgg. Mohl und Lenthe aus. In der Einzelberathung entschied man sich bedauerlichst (mit 10 gegen 8 Stimmen) für den Antrag auf Ausprägung von Zwei-Markstücken. Dagegen sind als erfreulichere Ergebnisse der Berathun- gen die Einbringung folgender Anträge zu bezeichnen: Fünf - Markstücke als kleinste Goldmünze und'ferner Bronce- statt Kupfermünzen auszuprggen; dann auf den Stücken von 1 Mark und darunter weder das Bild des Kaisers, noch das der Landesfürsteu prägen zu lassen; und die Verpflichtung zur Privatgoldprägung mit dem Maximalsatz von 7 Mark pro Pfund Neingold anzuerkemien. Außerdem sind eine Reihe von Resolutionen gefaßt; dieselben betreffen die Silbereinziehung, die Banknotenbeschränkung auf 100 Mark, Gewährung sehr hoher Betriebsfonds zur Beschleunigung des Ausprägens, Gewährung von festen Mit teln zur besseren Ausstattung bestehender und Errichtung neuer Münzstätten, insbesondere derjenigen zu Straßburg. Die Frage, ob auchofür Staatspapiere eine Beschränkung auf 100 Mark eintreten soll, ist varläufig offen gelassen. Berlin, 8. April. In einer an den Reichstag gelangten Petition werdey gar seltsame Dinge erzählt. Wir greifen Folgendes heraus: „Anläßlich der seiner Zeit unter Vorsitz des Herrn Generalpostdirector Stephan in Berlin tagenden Feldpost-Conferenz, an welcher auch der Ober-Postdirector der Occupations-Armee theilnahm, ließ sich der Vorsteher der Post-Sammelstelle in Metz unter dem von der Porto-Zahlung befreienden Rubrum „Postsache" einen etwa 60 Pfund schweren Korb mit Champagner aus Frankreich nach Metz kommen. Auf der Sammelstclle (nicht bei der amtlichen Eiuliefernngsstelle) wurde der Korb an den eben erwähnten Oberpostdirector adressirt mit dem ebenfalls vom Porto befreienden Rubrum „Militaria" versehen und dann direct nach Berlin geschickt." Der Beamte, welcher diese Defraudation zur Anzeige brachte, wurde, wie einst die Hamburger Postsecretäre, „im Interesse des Dienstes" versetzt. Die Angelegenheit ist bis heute nicht untersucht und der Defraudant nicht zur Strafe gezogen worden. Wer den Champagner getrunken, das zu errathen, überlassen wir der Combinationsgabe unserer Leser. — Wie wir erfahren, wird dem Reichstage demnächst eine Vorlage zu- gehen, welche von demselben die Bewilligung einer Summe von 10,000 Thlr. als Bestreitung derjenigen Kosten fordert, welche für den Aufenthalt der kürzlich hier anwesenden Japanesischen Gesandtschaft verausgabt worden sind. Bekanntlich war für diese Gesandtschaft für die Dauer ihres hiesigen Aufenthaltes in den Räumen des Hotel de Rome eine größere Reihe von Salons und Zimmern gemiethet und war dafür ein Miethpreis von täglich 500 Thlr. zu entrichten. Da der Aufenthalt der Gesandtschaft hier circa 3 Wochen an- dauerte, so ist dadurch jener nicht unerhebliche Kostenaufwand entstanden. Die Kosten der Beköstigung der Gesandtschaft während ihrer Anwesenheit sind dieser Summe nicht mit einbegriffen; sie wurden aus der Privatchatoulle des Kaiser- bezahlt. Berlin, 9. April. Die „Prov.-Corresp" bestätigt, daß der Kaiser am 25. April die Reise nach Petersburg antreten und vom Reichskanzler Fürst Bismarck, dem General - Feldmarschall Grafen Moltke und einem glänzenden Gefolge begleitet sein wird. — Der Kronprinz wird mit seiner Gemahlin am 26. April nach Wien gehen und der Eröffnung der Welt-Ausstellung beiwohnen. Derselbe wird bis Mitte Mai in Hiendorf bei Wien verweilen. Kassel, 8. April. Der Strike der hiesigen Verbands - Gehülfen ist seit heute Mittag ein allgemeiner, nachdem auch die in der Druckerei der „Tagespost" beschäftigten Setzer die Arbeit verlassen haben. In Folge der von den Prinzipalen ausgesprochenen Drohung, gerichtliche Hülfe gegen die Strikenden wegen 'Nichteinhaltung der stipulirten zweiwöchentlichen Kündigungsfrist in Anspruch nehmen zu wollen, begaben sich Delegirte der Gehülfen zum Oberpräsidenten und zum Polizeidirector, woselbst ihnen auf die Frage über etwaige Maßnahmen der Behörden mitgetheilt wurde, daß man sich in diese Angelegenheit direct nicht einmischen werde. Kassel, 9. April. Die Stadtbehörde hat heute die strikenden Verbauds- Gehülfen zur sofortigen Arbeitsaufnahme bei Meidling von 10 Thalern Con- ventioualstrafe aufgefordert. Die Gehülfen protestirten. Schweiz. Bern, 8. April. Eine zahlreiche Versammlung in Chur begründete den Graubündener Volksverein und stimmte dem Vorgehen des Baseler Bundes- rathes, der Diöcesanstände, sowie der Genfer Regierung gegen die römischen Uebergriffe bei. Bern, 9. April. Einer Nachricht des „Progrös" zufolge haben die Geistlichen des Jura von der Kanzel aus erklärt, daß sie sich den Suspensions- Beschlüssen des Regierungsrathes fügen werden. Solothurn, 6. April. In Solothurn sind sämmtliche Priester in diesen Tagen von der Regierung wegen Verlesung des Fastenmaudats und Unterschreibens eines in Fulenbach vereinbarten Protestes gebüßt worden. Der Beschluß der Regierung lautet mit Weglassung der Erwägungen: 1. Diejenigen Geistlichen, die das Fulenbachschreiben nicht unterschrieben, aber das Fastenmandat verlesen haben, werden wegen Verletzung ihrer Amtspflicht in eine Ordnungsbuße von 25 Frcs. zu Händen der Heil- und Pflegeanstalt Rosegg verfällt. (Es betrifft dieö 7 Geistliche.) 2. Nachbenannte Geistliche, die das Schreiben von Fulenbach unterzeichnet und das Fastenmandat verlesen haben, werden in eine Ordnungsstrafe von 50 Frcs. verfällt. (Es sind 39.) > 3. Nachbenannte Geistliche, die außerdem noch in der in Art. 5 erwähnten Weise sich schuldig gemacht und der Ermahnung nicht Folge leisteten, werden in eine Ordnungsbuße von 100 Frcs. verfällt. (Es betrifft dies 9 Geistliche.) 4. Sämmtlichen Geistlichen wird zur Kenutniß gebracht, daß, wenn sie sich fernerer Widersetzlichkeit gegen die Weisungen der staatlichen Behörden schuldig machen, .gegen sie von den Bestiminungen des obenerwähnten Gesetzes vom 22. December 1872, betr. Amtseinstellung und Abberufung, Gebrauch gemacht werden wird. Auch zwei Kapuziner aus dem Kloster in Olten, die damals Pfarrvicar- Dienste versahen, haben das Fastenmandat verlesen. Die Regierung hat aber Umgang genommen, dieselben (da sie ja kein Geld haben dürfen) oder das genannte Kapuziuerkloster in eine Geldbuße zu Verfällen. Dagegen wurde der Guardian angehalten, dafür zu sorgen, daß dieselben „mit aller Beförderung" außer unfern Cautou versetzt werden. tfvanftreidj. Paris, 7. April Der Prozeß Bazaine dient bekanntlich der französischen Journalistik als Seeschlange, bald soll der große Marschall vor Beginn der Verhandlungen einer citirten Krankheit erliegen, bald soll der Prozeß von der Regierung niedergeschlagen werden, bald erwartet man als Urtheil „la mort sans phrase “ Arn vergangenen Sonnabend machte in der Untersuchungs- Commission über die Festungs-Capitulationen der Vorsitzende, General Chanzy, folgende Mittheilung: In Folge der umlaufenden Gerüchte von einer Niederschlagung des Prozesses Bazaine habe er den Kriegsminister über diesen Gegenstand gefragt und dieser habe ihm geantwortet: „Die Regierung hat noch keine Entscheidung getroffen; die Untersuchungsacten sind ihr erst vor einigen Tagen zugegangen; der Prozeß wird den durch die Sachlage gebotenen Fortgang nehmen." Paris, 8. April. Thiers hat heute das Palais Elysöe bezogen. — Die Radikalen scheinen allen Ernstes in Paris den Maire von Lyon, Darodet, als Gegencandidat Remusafs aufstellen zu wollen. Italien. Nom, 7. April. Gestern trat plötzlich eine Verfchlimmerung im Befinden des Papstes ein. Ein für heute bestimmter Empfang ist abgesagt worden, auch werden die Audienzvormerkungen bis auf Weiteres nicht mehr angenommen. Der Papst hütet das Zimmer und wird der Osterfeier in seiner Kapelle nicht beiwohnen. Die Krankheits-Erscheinungen bestehen im Anschwellen der Füße und einem leichten, aber andauernden Fieber. Belgien. Brüssel, 8. April. Eine internationale Diebsbande ist hier festgenommen worden. Rumänien. Belgrad, 8. April. Gemäß dem cvnstitutionellen Usus erfolgte anläßlich des Todes des Conseilspräsidenten die Demission des Gesammtministeriiims, , welche der Fürst annahm. Morgen wird die Entschließung des Fürsten über die Neubildung des Cabinets erwartet. An iln Fv in «nspluli HW- glaubt "an -crlanßn n Privatpulm mehr im $ schon einst ßrllCTt w' tung. As blieben tnu Fünskirchen nur Bauba Courter zu Die Aclien Staatsfonb um 9 Frcs fi, 2. 24<2 O ,11« sl. 0 c 1732) soll in d dahier die sür säinm Winterhalt forbtrnben Gehen, । Grohhrrj 1747) schen Wal M vc folgendes werden: M 16 6 2') Eich. 6 8ud Die Zus. Hose in M H 1750) Di 17. b. M. ihrem inm Linden gelt Kigern: 44 Nadel 6R.M 16 , W Stück 98 R.-M 80 2400 Stüä Niederllk «oniglich! ' lGn die1 iJr in tiit Steuer, § |u itbtm । bietend ve Lchgchc Bl 1753) Die, M ein der S Eich-n A nod ■WnijQus L Tiefe. Abbruch v'e Mn,, Gvth, Sam' b" k»r>, Wechsel Amsterdam Oberhessen 76 5 Amerik. Bonds 1885r 971A ^ngelegen- 1864r 177V2 flffgemeiner Snjeiger Versteigerungen. Julius W allAch. (1780) R -Meter Buchen-Scheit, Eichen von zus. 6 Buchen (1613) Emil Fischbach. 98 R.-Meter Nadel-Prügelholz, Stockholz, 80 UNd Je A. Busch Söhne 1783) 1466) in feinem H an, empfiehlt a. M MB Dern. Jeitgebotenes. v. 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Es find gewöhnlich 3'i 7 Ellen LVr Pfd- Fasselzeug nötbig und kostet die Elle fanirt 5Vr Vieriel bt-eit einfarbig 17 Kreuzer, karrirte und Bordenröcke 19 Kreuzer Denjenigen, die । Stricklappen dazugeben. _ _ ■ Bestellungen können bei Herrn G- H. Le der mann, Herrenkleidermacher, । Aster weg 105, woselbst sümmtl'che Muster offen liegen, gemacht werden. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, das gehrte Publikum durch gute Waare jederzeit zusrieden zu stellen. A n d r. Gürtler, 14 4 1 Webermeister in Frischborn bei Lauterbach (Hessen.) Billige Herren-Hemden gutem Chiffon mit leinener Falten-Brust . . . fl. Gießen, im April 1873. r Großhrrzogliches Universität - Rentamt. " _____________Schmidt._____________ 1747) In der Freiderrlich von Rau'» schen Waldung bei Nordeck soll Mittwoch den 16. 1. MtS., von Morgens 9 Uhr an, folgendes Gehölze meistbietend verkauft werden: do. II. Emiss. 84 Auldiendoosc. Darmstädter fl. öOLoose — 25 _ Kurh. 40 Thlr. Loose 723/g Nassau 25 fl. — Braunschweiger 25 3° o Oldenburg, a 40Thlr. 38t/s 4°/o bayr. Präm.-Anl. 112 /, 4% badische Locse 111 •/, Badische fl. 35 Loose 69^/g Oestr. fl. 250 v. 1854 96'/z 1858r Prioritätsloose 211 1860r Loose 953 ° 1708) 40—50 Ctr. sehr gutes Hcn sind zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Bltts._______________________________________ Zur gefl. Beachtung! 1697) Aus b?r Kunstmühle der Herren Franz Peppler & Co. empfehlen wir in bester Qualität.: Feinstes Blüthenmehl, „ Waizenmehl Nr. 1, ,, !» H und geben wir solches zu denselben Preisen, wie in der Mühle, ab. ______I. A. Busch Söhne. 1710) Die Wiese der Gebrüder Stumm'schen Braunsteinwäsche, in der Gemarkung Klein-Linden, an der Deutz- Gießener Bahn, 258Vt LDKlafter groß, ist durch den Unterzeichneten zu verkaufen. Leun, den 7. April 1873. _____________________ Freitag. 1711) Klee- und GraSfamen, Dung- ayps und künstliche Düngmittel, empfiehlt I G. D. Bapst. Feinstes Schweineschmalz, per Pfund 22 kr., empfiehlt (1348)_____________Emil Fischbach. 1634) Eine Parthie Heu, Grummet, Kleeheu, Hafer- und Waizenstroh, zu verkaufen bei L. Kämmerer, Bäcker, -' Seltersweg. „ „ 1887r 977/, Actieiu Frankf. Bank 146 Frankf. Vereins-Kasse 1633/4 Darmst. Bankact. 4651/z Wien Bankactien 1018 Oest. Creditact. 355 >/z ' Galizien 147 */2 1699) Kräuter-Käfe, frisch angekommen, bei I A. Busch Söhne. 1678) Sehr gute Eßkartoffeln sind noch abzugeben. Schloßgasse Nr. 1. tußbodenlack, sofort trocknend, einölsiccativ, zum Einolen, Oelfarben, fertig zum Anstrich, rasch und hart trocknend, sowie alle sonstigen Ingredienzien zum An- strecchen und Wichsen der Fußböden empfiehlt (1346)___________Emil Fischbach. 1669) Hutbouquets, sowie alle Sorten Strohhüte in reichhaltigster Auswahl, bei ___Fr Rüger Kouigs Reisstärke, unübertroffenes Fabrikat zum Stärken der Wäsche, empfiehlt FrischbLcker ? u Girßen. Am 1. Osterfeiertag. Carl Wallenfels in der Wettergasse. Am 2. Osterfeiertag. Louis Keil in den Neuenbäuen. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 9. April. Die Börse ist bereits stark von der Medtoliquidation in Anspruch genommen, welche nächsten Die- stag stattfindet. Prolongationen wurden heute zu 7i/z Proc. gemacht. Obgleich die (Seldverhältniffe sich noch nicht wesentlich besser gestaltet haben, nlaubt man doch, daß die nächste Regulirung im Gegensatz zum letzten Ultimo ziemlich leicht verlaufen werde. Das Geschäft bleibt bei der Zurückhaltung der Spcculation, sowie auch deS Privatpublikums, fortwährend äußerst still. Während Banken sich schon seit Beginn der Woche mehr im Hintergründe deS Verkehrs halten, und tbeilweise ihre hohen Course embüßen oder schon eingebüßt haben, hält die gute Stimmung für.Staatsbahn und Lombarden fortgesetzt an. Erstere schlossen heute zu 3571/4, um 2-,es in d-r gyoeb. t>. Bl. Kapitalgesuch Ei» Lehrling wird zu Pfingsten angenommen. (1183) C. Staudinger & Cie. vbalen, nebst Neiseveigülung gtsucht. lll/el- dungen wolle man bis zum 15. Ap il an Mauie meiner Lepper in Renkstchen gelangen lassen. (1755)' 1754) Am 2. Osterftiertage: Tanzmusik zu Alt-Buseck, wozu ergebens) einladet:Wirch Joh annes Volkert. ArbciterMmigs-Vcrcin. 1779) Freitag den 11. April, Abends 8 Uhr, in der Restauration Bramm: Generalversammlung. Tagesordnung: 1) Bericht des Vorstandes. 2) Statuten. 3) Diverse Vercinsangelegenheiten. (1779)_______________Der Vorstand. 1785) Der wohlbekannte Herr, welcher sich erlaubte, ein gewisses Pulverhorn vom Fenster weg zu strenzen, wird hierdurch, da es für den Jagdgebrauch doch zu alt ist, Pulverhörner überhaupt bei dem neuen Gewehrsystem nicht mehr verwendet werden können, ersucht, solches gefälligst in irgend welcher Weise an den Eigen- thümer zurück gelangen zu lassen. Schäm'er sich, schäm'er sich alter Geselle, Schäm' er sich, schäm' er sich, alter Gesell. 1790) Lumpen und Knochen kauft Meyer R othen berger, __________________Neuenweg.__________ 1782) Zwei Schreiner finden Beschäftigung bei____________Karl Zimmerma n n. Strvhhüte werden zum Waschen u. Färben angenommen. (1152) Louis Gail, Mäusbura- 635) Einen braven Jungen sucht in die Lehre______Ernst Möser, 1784) Schrei.iergestllen sucht ________Pb Krailina, auf der Bach. 1439) Ein Mädchen für Hausarbeit und ein Kindermädchen zu sofortigem Eintritt gegen guten Lohn gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl-______________________ 1603) Ein 2. Hausbursche wird gesucht- I. Müller, Einhorn. ß Für 3 Thaler versenden 1000 Stück Cigarren, abgelagert, gegen Nachnahme (2*262) Eisenach_____Roßbach L5 Krug. 1370) Ein ordentlicher Junge zum sofortigen Eintritt gesucht. ____________Restauration Bramm. 1729) Die Gräfl. Hoftzärtnerei Assenheint in der Weiterau sucht einen erfahrenen Gärtnergehülfen bei freier Station und entsprechendem Gehalt. Eintritt kann sofort geschehen. Reflectanten wollen sich unter Vorlage ihrer Zeugnisse wenden an den Gräfl. Hofgärtner Welle zu Assen- beim.______________________________ 1712) Ein Lehrling aus achtbarer Familie und mit guter Schulbildung wird von einer hiesigen Engros-Handlung ge- sucht. Näheres durch die Exped. d. Bltts. 1675) Schuhmacher, einen tüchtigen, sucht________Bickel, im Russischen Hof. 1745) Ein ordentlicher Junge kann bei mir in die Lehre treten. F. Meinhardt, Schreinermeister, ________________Asterweg 125.__________* 1743) Ein Mädchen, das mit Kindern umzugehen versteht, wird bei 50 bis 60 fl. Lohn auf sogleich gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts.__ 1663) In Putzarbeit empfiehlt sich Johanna Lang, im Hause des Herrn Fabrikanten _________________G. Renzel.________ An die Herren Bürgermeister des Kreises. 1727) Räuchcr-Ocfcn zur Vertilgung der Feldmäuse sind zu haben bei Joh. Kämmerer, ____________________Spenaler in Lick). 1736) Schreiner finden Beschäftigung bei Ludwig Köhler. Wenzel’s Garten. Am L Feiertage: Restauration im großen und kleinen Saale. Am 2. und 3. Feiertage: Großes Militär - Loncert, ansgcfnhrt vom ganzen Mnstk-Eorps des 2. Grosch. Hess. Infanterie-Regt. Nr. 116, unter Leitung seines Kapellmeisters Herrn Krausse. Anfang pracis 5 Uhr. Entree ä Person 12 fr. Rrdaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) fa Gießen.