Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Brmgerlohn. Durch die Post bezogm vierteljährig 1 fl- 29 fr Gitßmtr Anztiger. Erscheint täglich, mit It* nähme Sonntag-. Expedition: Lanzleidera, Ltt. B. Nr. 1. Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen. 9?r. 82. Montali den 7. April Ä82S. B e tr effend: Die Vertilgung der Feldmäuse. Das Grvßherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Mach, Alleiidorf a. b. Lahn, Mendorf a. b. Lumba, Annerob, Bersrob, Burk- harbsfelben, Dorf-Gill, Eberstabt, Ettingshansen, Garbenteich, Gießen, Groß-Buseck, Grüningen, Hausen, Heuchelheim, Klein- Linben, Lang-Göns, Leihgestern, Sich, Lollar, Nieber-Bessingeu, Ober-Bessingen, Oppeurob Reiskirchen, Röbgen, Ruttershausen, Steinbach, Treis, Trohe unb Watzenborn. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 21. Februar 1873 (Anzeiger Nr. 50) binnen 8 Tagen. v. Röder. p o f i t i f dj ß r Thßif. stoßenen Bruder, als vielmehr den Stammesgenossen, der sich gerade um so kräftiger fortentwickelt, je weniger er sich um die häuslichen Angelegenheiten Deutschlands zu kümmern braucht. Wenn die Ultramontanen großdeutschen Neigungen sich hingeben, so begreifen wir das vollkommen, denn diese großdeutschen Neigungen schließen eo ipso die Straffheit der Reichsordnung aus- Wie aber kommen Demokraten auf derartige Ideen? Dieses Näthsel ist für uns unlösbar. Denn, selbst in dem für freiheitsfeindlich ausgeschrieenen neudeutschen Reiche ist doch der Entwickelung einer Demokratie mehr Spielraum gegeben, als es unter dem sanften Regimente einer in Großdeutschland zur Macht gelangten römischen Partei der Fall sein dürfte. Diese künstliche, man möchte sagen auf galvanischem Wege hervorgebrachte Aufzuckung des großdeutschen Gedankens kann unter gewissen Umständen nur den sreiheitsfeindlichen Clericalen einen vorübergehenden Nutzen gewähren. des Fürsten Gortschakoff dementirt- _ München, 1. April. In den hiesigen ultramontanen Kreisen von beider- Jmmer noch grosideutsch. Wie ein Märchen aus längst verschwundenen Zeiten klingt die Kunde aus Frankfurt zu uns herüber von der Feier des füilfundzwanzigsten Jahrestages der Eröffnung des Deutschen Vorparlamentes. Und wundersam, auch die Jrrthümer jener Zeit tauchten von Neuem wieder auf, als ob in dem verflossenen Vierteljahrhundert nichts sich verändert hätte. Wir sind weit davon entfernt, über jene politischen Jugendtränme zu spotten, oder gar über jene politischen Jugendsünden zu Gericht zu sitzen. Aber, daß heute noch, nachdem wir ans dem idealistischen Traumwesen erwacht, immer auf jene Zeit htnge- wiesen wird, als auf das Paradies, bevor der sündige Mensch von dem Baum der Erkenntniß gekostet — darin vermögen wir weder ein Zeichen politischen Charakters, noch unerschütterlicher Ueberzeugung zu erblicken. Vielmehr liegt darin höchstens eine gewisse Sentimentalität, wo nicht etwas noch viel Schlimmeres — nämlich Eitelkeit. Die erstere lähmt jede politische Thatkraft, die letztere dagegen verblendet selbst das verständigste Urtheil. Also, so lange nicht Oesterreich dem Reiche wieder einverleibt ist, kann Deutschlands Einheit nicht für vollendet angesehen werden. Da haben wir's. Der für immer beseitigt geglaubte großdeutsche Gedanke ist also glücklich wieder in's Dasein gerufen. Und nicht blos dies, er soll noch überdies als ein demokratisches Erkennungszeichen angesprochen werden. Was in aller Welt hat aber die Aufnahme Oesterreichs in den Deutschen Reichsverband mit der Demokratie zu thun? Und steht nicht die Vernunft über der Demokratie? Ist es aber wohl auch nur mit einem Scheine eines Vernunftgrundes zu rechtfertigen, dieses Postulat jetzt aufzustellen? Ob Demokrat, ob Keiner, so viel steht für jeden denkenden Menschen in Deutschland unerschütterlich fest, daß unser Staat nur auf nationaler Grundlage bestehen und bestehend gedacht werden könne. Wenn wir in unfern Reichsverband einige stammesfremde Elemente haben aufnehmen müssen, so gehorchten wir der Noth, nicht dem eigenen Triebe. Ohne Noch jedoch die ethnographische Mnsterkarte Oesterreichs uns als Fußschelle anlegen wollen, heißt doch wirklich nichts anderes, als sich einfach jedes politischen Urrheils begeben und diesen Geistes-Bankerot als den erstrebenswerthen Zustand hinstellen. Ja wenn es sich noch um das absolutistische Oesterreich handelte, nun dann könnte ja möglicherweise ein gänzlich urtheilsloser Staatsmann der Hofburg für die Verwirklichung dieses sublimen großdeutschen Staatsgedankens sich interessiren — allein mit dem nach 1866 reconstruirten Oesterreich geht dies Deutsch land. Darmstadt, 4. April. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 14 enthält: 1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Verwaltung der Brücken und Ueberfahrten betr. 2. Zusammenstellung der Ergebniffe der Staatsschuldentilgungskasse- Rechnung für 1870. 3. Uebersicht der für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Vilbel. 4. Uebersicht der für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürfnissen in den israelilischen Religionsgemeinden des Kreises Groß-Gerau. 5. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. 6. Namensveränderung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 13. März der Luise Weitz von Rüdigheim zu gestatten, daß dieselbe in Zufunft statt des bisherigen den Familiennamen Größer und der Dorothea Schmidt zu Gießen zu gestatten, daß dieselbe in Zukunft statt ihres bisherigen den Familiennamen Christ führe. 7. Ertheilung von Erfindungspatenten. Darmstadt, 5. April. Einer Meldung der „Darmstädter Zeitung" aus Petersburg zufolge wird Kaiser Wilhelm am 26. April Abends dort erwartet und das von mehreren Zeitungen verbreitete Gerücht von dem Rücktritt schon gar nicht an. Der Ausgleich mit Ungarn müßte erst vorher umgestoßen, München, 1. April. In den hiesigen ultramontanen Kreisen von beider- die Verfassung des Kaiserstaates suspendirt werden. Kurz, man müßte in lei Schattirung hat es großes Aufsehen gemacht, daß dem vr. Rittler, welchem Oesterreich so undemokratisch, ja so unconstitutionell als nur irgend denkbar ver-^der Erzbischof v. Scherr das Amtiren in seiner Diöcese untersagt hatte, nun führen, ehe sich nur die leisesten Aussichten für die Verwirklichung dieses von Rom aus die Erlaubniß dazu gegeben worden ist. Die Gründe, welche grotesk-phantastischen Planes eröffnen können. das hiesige Ordinariat für seine Maßregel hatte, sind seiner Zeit in der Local- Wenn aber der Leser etwa fragen sollte, wozu einer so vereinzelten, gänz- presse angedeutet worden; aber sie interessiren weniger, als die Thatsache, daß lich haltlosen Ansicht überhaupt noch Beachtung schenken, so antworten wirklich hier wieder Rom gesprochen hat und der wahrscheinlich doch sachlich bes- hierauf Folgendes: Die Reichstagswahten stehen vor der Thür, mehr denn scr informirte „deutsche" Bischof gehorchen muß. Auch nach der Seite ist der je thut es diesmal noth, daß die gesummten liberalen Parteien aller Schatti- päpstliche Bescheid nicht ohne Bedeutung, als man darin eine Hinwendung der rungen znsammenstehen sollen, um den Ultramontanen jeden Fußbreit Erde mit,Curie zur Richtung Prcysing und Genossen sehen muß, obgleich bis dahin ver- dem Aufgebot aller Kräfte streitig zu machen; statt dessen wird unnützerweise muthet wurde, daß das „Vaterland" durch die Unterstützung der Nunciatur in ein alter, abgethaner Streit wieder entfacht. Vermöge einer langjährigen Tra- Rom einen festeren Fnß habe. Der Rcdacteur muß freilich schon von dem bitten haben sich gerade in dem südwestlichen Theile Deutschlands lebhafte bevorstehenden Umschwünge der Unfehlbarkeit Wind gehabt haben, denn gegen Sympathien für das ehemalige heilige römische Reich deutscher Nation erhalten, die Semmelschmierer,'^womit im „Vaterland" die Bischofs- und Grasenpartei Man ist dort gewohnt, Oesterreich wie einen verstoßenen Bruder anzusehen und bezeichnet wird, werden wieder Schwadronhiebe geschlagen, welche mehr den Jeder, der seinen thränenreichen Sermon über dieses Thema beginnt, kann Muth der Verzweiflung als die Hoffnung auf Sieg verrathen. Unterdeß gust- sicher sein, den verglimmenden Haß gegen die verteufelten Preußen wieder, tirt der Bischof Heinrich von Passau ausdrücklich einen Verweis, welchen ihm wenn auch nur für wenige Augenblicke, zu entflammen. Im Norden Deutsch-.der Papst wegen seiner Abneigung gegen die Nom wohlgefälligen katholischen lands sieht man in Oesterreich weniger den Bruder und noch weniger den ver-> Vereine zugewendet hat, ohne sich irgendwie zu bekehren, und fährt fort, mit scheint es für nothwendig zu halten, seine Organe gegen die Royalisten der Ti? äußerste Ä Theil des der des Slumale q Ve hing wir welche ai tuen ljatte treten der Royalisten heute Nachmittag als ein schmachvolles bezeichnet hat, rückt heute der „Soir" denselben noch entschiedener zu Leibe. Paris, 2. April. Thiers kam heute nach Paris, nahm aber wegen der ernsten Lage der Dinge noch nicht seinen bleibenden Aufenthalt im Elysüe, son- Ha Minister a Krieg erklc besriedigcnl Secstreikkr< von den T Die ftamtr Metallgeld dern kehrte um vier Uhr nach Versailles zurück. Die Aufregung in Versailles ist groß. Grevy hält sein Entlassungsgesuch aufrecht, ungeachtet der Schritte, welche eine große Anzahl von Abgeordneten so wie die Minister Dufaure, Goulard und Mrnusat und selbst Herr Thiers vor seiner Abreise nach Paris bei ihm thaten. Alle parlamentarischen Vereine hielten heute Versammlung und gaben theilwcise alle den Wunsch kund, daß Gr6vy bleiben möge. Die (Gruppen der Linken beschlossen, Grevy durch Acclamation wieder zu wählen. Die äußerste Linke sandte eine Beglückwünschungs-Adreste an Grüvy. Dieser selbst soll entschlossen sein, unter keinen Umständen den Vorsitz wieder zu übernehmen. Ro einem starl fahr vorhc Empfänge über die r Berlin, 5. April, Die heutige erste Frühjahrs-Parade ist wegen einer leichten Erkältung des Kaisers abgesagt worden. Königsberg, 5. April Die Direktion der Ostbahn beabsichtigt, gegen die mitstrikenden Hülfsweichensteller und Bodcnmeister, weil dieselben vereidet seien, die strafgerichlliche Untersuchung zu beantragen. Arbeiter sind in großer Zahl eingetroffen, die Strikenden sind nicht wieder ausgenommen worden. Leipzig, 5. April. Der Vorstand des deutschen Buchdrucker-Vereins der Principale macht bekannt, daß die beabsichtigte Delegirten-Versammlung von Principalen und Gehülfen vorläufig nicht stattfindet und daß der Vereinstarif in allen Vereinsbuchdruckereien spätestens Montag, den 21. April, einzuführen sei. beieilten,: Auftreten erfüllen w Anderen b m Loi Neuschottli Entweder «'nie an. _ M. 3njubotbii erhaftet. Carlisten b°m Platz bkst-h-» n Republik find so gc Groll a»o noch geste' nicht za 91 sten gezeic ganzen Sc denn ich r then." T hat wohl Schmerz. Basel, 3. April. Die Untersuchung betreffs der von dem Fräulein Linder der Baseler Diöcese vermachten und bei der Baseler Handelsbank depo- uirten 258,714 Frcs. ergab ein bedeutendes Deficit. Bern, 4 April. In Genf ist ein carlistischer Agent, da die Schweiz die spanische Republik anerkennt, auf Befehl des Bundesrathes ausgewiesen worden; derselbe hatte 250,000 Frcs. bei sich. Bern, 5. April. Die gestern zu Solothurn zusammengetretene Diöce- sanconferenz, welche ihre Berathungen heute fortsetzt, hat das Vorgehen des Vororts Solothurn gegen Lachat in Sachen des Linder'schen Legats gebilligt. Ihrem Beschluß zufolge soll der Dom-Senat als dritte Partei in's Recht gerufen werden. Berlin, 4. April. Sitzung des Herrenhauses, v. Senfft-Pilsach beantragt, die Berathung der Verfassungsänderungen von der Tagesordnung abzusetzen, weil die daraus bezüglichen Petitionen dem Hause noch nicht genügend bekannt seien Der Antrag wird abgelehnt. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung gibt Fürst Puttbus Erklärungen ab über sein Verhältniß zur Nordbahn. Sein Interesse sei lediglich durch die Rücksicht auf die nothwendige Hebung der provinziellen Verkehrswege und durch die zunehmende Verarmung Rügens erweckt. Er weise den Vorwurf jedweden persönlichen Vortheils als unwahr zurück, beklage den Mißbrauch der Tribüne zu persönlichen Beleidigungen und protestire gegen das bei civilisirten Völkern unerhörte Verfahren, daß der Ankläger Lasker gleichzeitig eine Richterstelle in oer Eisenbahn - Commission annehme. Berlin, 4. April. Der Redacteur der „Germania", Majunke, ist wegen einer dem Reichskanzler durch Abdruck eines der „Genfer Correspoudenz" 1 entlehnten Briefes vom 28, Januar in Nummer 22 zugefügten Beleidigung zu i einer viermonatlichen Gefängnißstrafe verurtheilt worden. Fürst Bismarck hatte den Strafantrag gestellt. ; Berlin, 5. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." spricht mit freudiger Ge- 1 nugthumig von den Aeußerungen, die der Kaiser von Oesterreich gelegentlich des : Empfanges der Delegationen gethan habe. Seit mehr als 25 Jahren hätten r Oesterreich - Ungarn und Deutschland sich nie einander so nahe gestanden und i seien nie in so herzlicher Freundschaft mit einander verbunden gewesen, als in 1 dieser Epoche eines ungetrübten Einverständnisses der beiderseitigen Regierungen ' und Völker. xie beide yotnöi ai werde»," SiM ' Mt »ay mit! fiwt 1* span» sich , Be Tag nicht mehr fern, wo der Verfassungsänderung die königliche Sanctionirung zu Theil werden kann. Berlin, 3. April. Durch den Bischof von Limburg ist kürzlich die Frage angeregt worden, ob den katholischen Unterthanen Preußens der Eid au die Verfassung verboten werden solle. Mit Rücksicht auf diese Eventualitä sind zwei Actenstücke interessant, die den Eid auf das österreichische Staatsgrundgesetz betreffen und von dem „Vaterland" veröffentlicht werden. Das erste Actenstück ist der offizielle Bescheid der höchsten kirchlichen Behörde in Gewissensfällen über den betreffenden Punkt. Das zweite Actenstück enthält den Bescheid des Papstes selbst. Beide Antworten sind erfolgt auf Anfrage des Vorstandes eines Ordens (der Jesuiten), welcher Mitglieder auf öflerrcv chischen Lehrkanzeln besitzt. Die Actenstücke lauten: I. „Im Kaiserthume Oesterreich wurde am 21.December 1867 ein staatliches, sogenanntes „Staatsgrundgesetz" sanctionirt, welches in allen Gegenden des Kaiserreichs, auch den rein katholischen, unbedingt Kraft und Geltung haben soll, lieber dasselbe Gesetz heißt es in der Allocution des Heiligen Vaters Pius IX. vom 22. Juni 1868, insbesondere über die Artikel 13, 14, 15, 16 und 17: „Durch dieses Gesetz wird eine allgemeine Freiheit des Glaubens, des Gewissens und der Lehre fest- gestellt nnd allen Staatsbürgern, welchem Cultus immer die Erlaubniß ertheilt, Erziehungs- und Lehranstalten zu errichten; zugleich werden alle religiösen Genossenschaften jeglicher Art gleichgestellt und vom Staate anerkannt. Noch andere durchaus zu mißbilligende Gesetze, welche man gemeiniglich intercoiifessio- nelle zu nennen beliebte, sind sanctionirt worden über die Ehe, Mischehen, Schulen u. s. w., welche der Lehre der katholischen Kirche und selbst dem Naturrechte in hohem Grade zuwiderlanfen." — Da nun Universitäts-Professoren, Schullehrer und überhaupt Alle, die eine öffentliche Stelle bekleiden, von der Regierung zur Befolgung dieses Staatsgruudgesetzes verpflichtet werden, unter Leitung eines folgendermaaßen abgefaßten Versprechens: „Ich erkläre an Eidesstatt, daß ich die Staatsgrundgesetze unverbrüchlich beobachten werde," — so fragt es sich, ob es erlaubt sei, mit gutem Gewissen dies Gelöbniß, resp. Eid zu leisten. Die heilige Pönitentiarie, nach reiflicher Erwägung alles Vorstehenden, antwortet: „Ein Gelöbniß, resp. ein Eid, wie er oben dargestellt wird, ist unerlaubt." Gegeben zu Rom in der heiligen Pönitentiarie am 13. August 1869. (L. S.) Anton Maria Cardinal Hippolyt Domherr Palombi Panebianco m. p. S. P. Substitut. II. „Ehrwürdigster Vater! Eure Paternität legte mit directer Eingabe vor Kurzem Sr. Eminenz dem Cardinal-Pönitentiar, welche von demselben mir mitgetheilt wurde, dar, daß Sie die Antwort der heiligen Pönitentiarie vom 13. August erhalten haben, durch welche erklärt wurde: ein Gelöbniß, resp. ein Eid, das Kaiserlich Oesterreichische Staatsgrundgesetz vom 21. December 1867 zu beobachten, sei in der Art, wie er beschrieben, unerlaubt. Sie haben also weiter angefragt, ob auch das unerlaubt sei, ein solches Versprechen oder Eid zu leisten, wenn es unter der Klausel geschehe: „unbeschadet der Gesetze Gottes und der Kirche." Da ich die Ehre hatte, dieses Bittgesuch dem Heiligen Vater in der mir gütigst gestern Morgen bewilligten Audienz zu berichten, beeile ich mich, Eure Paternität zu benachrichtigen, daß Seine Heiligkeit mir zu erklären geruhte, mehrerwähntes Gelöbniß, respective Eid könne geleistet werden, wenn im gleichen Contexte die angegebene Klausel hinzugefügt werde: „unbeschadet der Gesetze Gottes und der Kirche." Der Heilige Vater ist jedoch der Ansicht, daß, wer immer einen solchen Eid, respective Gelöbniß in dieser Form leisten 1 wird — zugleich, um Aergerniß zu vermeiden, so gut es geht, offenkundig machen müsse, er sei vom Heiligen Stuhle gebührend autorisirt, Eid und Ge- Nt Wtän (u fr. !p kn Weggei A < N war dem Passauer Casinohaupte, dem ehemaligen Abgeordneten.Advocate» Nikolaus gegründete Ursprungsverträge zu veröffentlichen seien, werden sie jetzt streng Minder!, den Kampf mit dem neuen Drachen in neuer Besetzung aufzuführeu. vertraulich gehalten, lediglich nm den Gründern Vortheil zu sichern. Alles dies wäre recht ergötzlich, wenn es sich nicht dabei um Schule und Kirche handelte. Daß der Staat die Schule und die Jugend aus solchen Händen nehmen muß, sollten endlich auch die Tauben hören. Berlin, 3. April, lieber das Münz-Gesetz, dessen zweite Lesung sehr bald nach Wiederaufnahme der Plenarsitzungen beabsichtigt wird, finden mehrfache Besprechungen unter einzelnen Mitgliedern aus verschiedenen Fraktionen Statt, die über zu stellende Verbefferungsanträge oder doch Resolutionen eine Verständigung suchen. Vom Abg. Mohl ist schon eine Reihe Amendements gedruckt zur Vertheilung gekommen. Um Deutschland neben dem in der Herstellung begriffenen Goldumlause den Umlauf vollwerthigen und vollberechtigten Silbergeldes zu erhalten, wie ihn Frankreich von je her und namentlich seit 90 Jahren unter seinem bestehenden Münzsystem besessen, und weil besonders für Süd- und Westdeutschland, welches auf drei Seiten vom Auslande umgeben ist, die Doppelwährung eine Bedingung seines internationalen Absatzes und Handels sei — schlägt Mohl vor, neben der Reichsgoldwährung auch eine Währung vollhaltiger Silbermünzen im Werthverhältnisse des Goldes zum Silber, wie dasselbe im § 8 des Gesetzes vom 4. December 1871 angenommen ist, in das Gesetz (§ 1) aufzunehmen. Er schlägt sodann die Prägung des Zweimarkstücks und den reellen Feingehalt von 90 Einmarkstücken — 1 Pfund Feinsilber vor. Die übrigen Abänderungsanträge sind nur die Folge der genannten. Morgen wird nun auch das Herrenhaus über den Gesetzentwurf wegen Abänderung der Art. 15 und 18 der Verfassungs-Urkunde abermals in Berathung treten. Das Ergebniß der zweiten definitiven Abstimmung wird das nämliche wie das der Abstimmung am 13. März sein, und so ist denn der «ftanftueidj. Paris, 2. April. Herrn Thiers, der heute Morgen bei Grövy war, um ihn zu bestimmen, Präsident der Nationalversammlung zu bleiben, erklärte dieser, daß sein Beschluß unwiderruflich sei: „So lange er die Nationalversammlung wegen der äußern Lage für absolut nothwendig gehalten, habe er es für seine Pflicht erachtet, auf dem Präsidentenstuhl zu verharren, der ihm in Bordeaux fast einstimmig angetragen worden sei, um so seinen Kräften gemäß zur Befreiung des Gebietes und der Beruhigung der Gemüther beizutragen ; heute seien die Umstände aber nicht mehr die nämlichen; die innere Politik werde jeden Tag mächtiger, und er glaube, daß für ihn der Augenblick gekommen sei, um in eine activere Politik znrückzutreten und die Präsidentschaft einer Kammer anfzugeben, von der ein großer Theil ihm seine Aufgabe nicht allein tagtäglich erschwere, sondern auch unaufhörlich die Republik zu escamo- tiren versuche " Diesen Erklärungen gegenüber bestand Thiers nicht weiter darauf, daß Grövy seinen Posten bewahre. Es wird sich nun darum handeln, was die Kammer thnn wird, deren regelmäßiger Geschäftsgang, wenn nicht ihre Existenz, vollständig in Frage gestellt ist. Die letzten wichtigen Abstimmungen haben dargetha», daß die Nationalversammlung in zwei fast gleiche Hälften gespalten ist, und es dürfte ihr daher schwer fallen, einen Präsidenten zu finden, der wie Grövy genug Ansehen nnd Charakter hat, um die Leidenschaft niederzuhalten und es zu ermöglichen, daß in Zukunft noch überhaupt Diskussionen stattfinden können, ohne daß es jeden Augenblick zu den tollsten Scenen kommt. Zu befürchten ist dabei, daß die Erregung sich dem Lande mittheilt, welches die clerical-rayalistische Majorität nur mit Ungeduld erträgt, und daß, wenn wieder ein wilder Scaudal in der Nationalversammlung losbricht, der Haß, den man gegen die Royalisten hat, auch außerhalb der Kammer zum Ausbruch kommen wird. Ueberall, wo man erfuhr, daß der Präsident Grevy zurücktre- tcn werde, wurden Verwünschungen und Drohungen gegen die Royalisten laut. Thiers selbst, der wegen der Krisis vor der Hand noch in Versailles bleibt, ligt ">'E. erhiilt 34 anwW' P« Achh°», glaubte, < in Ersch * H löbniß unter mehrerwähnter Klausel zu leisten. Ich ergreife mit Vergnügen rc. Marinus, Erzbischof von Orvieto, Pro-Secretarius. Nom, den 1. September0.. ....., ,..... o.o... ___ 1869. AuS dem Sekretariat der h. Congregatiou der außerordentlichen kirch-^Versammlung in's Feld zu senden, und nachdem das „Bien Public" das Auf- licheu Angelegenheiten." Eines Commentars bedürfen diese Actenstücke nicht. - *Ta Berlin, 4. April. (Reichstag.) Die Wahl Bebel's wird gültig erklärt. — Die Interpellation Lasker wegen Ausführung des Gesetzes über die Actien-Gesellschaften wird von Lasker motivirt. Lasker knüpft an die Eisenbahn- Angelegenheit an, die im Abgeordnetenhause vorgekommen sei. Er theilt mit, daß der erste Theil der Commissionsarbeit abgeschlossen sei nnd betont, daß dadurch keine seiner Angaben nnerhärtet geblieben, sogar auch andere Angaben, welche er bisher, weil sie noch nicht genug erörtert werden, unberührt ließ; er bemerke dies ausdrücklich gegenüber den heutigen Bemerkungen des Fürsten Puttbus im Herrenhause. Die Arbeit der Commission stellte die betrübende Thatsache von traurigster Umgehung des Gesetzes fest, wenn auch in abfallender Scala bezüglich von Rückreversen an Gutsbesitzer, Advocaten und Kaufleute, mit deren Namen die Negierung getäuscht wurde; während im Actienwesen darauf egen einer Rumänien. tene Me- A$en des ! gebilligt. Recht ge- n Fräulm ?banf depo- Die Schweiz ausgeivieskil strafe von 2 Jahren. Den 4. April gegen Heinrich Bach VI. von Ober-Seemen wegen Urkundenfälschung — dadurch verübt, daß er sich, nachdem er auf eine im Mahnverfahren cingeklagte Forderung gepfändet worden war und die Pfänder versteigert werden sollten, einen Fristschein fälschlich anferttgte und hierdurch den mit Vollzug der Versteigerung beauftragten Ortsgerichts-Vorsteher täuschte — auf Gefängnißstrafe von drei Wochen. Den 5 April gegen Margaretha Meusel aus Burkhardsfelden, 32 Jahre alt, früher Dienstmagd zu Gießen und Frankfurt, zuletzt Fabrikarbeiterin in Sachsenhausen, wegen Ermordung ihres zweijährigen Kindes — auf Todesstrafe. tyt, gegen n vereidet w großer orten. cker-VereinS ttsammlung erVereiiis- pril, eiiizu- (Eingesandt.) Hoffend, daß verehrt. Ned. diesen wenigen Zeilen Raum gönnen wird, glaubt Unterzeichneter bestimmt in eigenem Interesse der Regt.-Kapelle sprechen zu können, daß, selbst wenn ein Programm noch so schön und künstlerisch ausgeführt, (wie bei letztem Concert der Fall) es jedoch bedeutend bei einem verehr!. Publikum verlieren muß, wenn dasselbe schon mehreremale das Programm auf eine rücksichtslose Weise eine Piece nach der andern zu spielen, sich gefallen zu lassen bewogen fand. Solche Disharmonie dürfte und sollte zwischen Kavellmeister und Publikum unter keinen Umständen vorkommen und würde durch Wiederholen gewiß keine günstige Folgen mit sich bringen. Sollte ein Concert nicht so besetzt sein, um in pecuniärer Beziehung die Herren Musiker zufrieden zu stellen, so darf man wahrlich nicht das anwesende Publikum durch ein solch rasches Abspielen des Programmes dieses entgelten lassen. Musikfreund. il'g-nk et: "Vahr jllt "9'11 unb bet »mtnilfton i"nke, jst 'ipoiibenj" zu narä hatte udiger Ge- Arevh war. en, eitlorti Nationale n, haben i, bei ij« Kräften ge- ier beijuhi; innere Pe- r Augenblilk ■5[ibent|^ ufgabe nicht zu escanir- nicht weiter im hanbclii, n nicht ihre M hätten tauben unb ■*r । als in iegierungen Börsenberichte. Frankfurt a. M., 4. April. Kaum sind die Summen beschafft, welche für die fälligen Zahlungen für französische Rechnung benöthigt waren und einigermaßen die von dem Ultimo geschlagenen Wunden verharscht, so zeigt sich Geld wieder flüssiger und hegt die Speculation neue Hoffnung auf einen lebhafteren Geschäftsverkehr. Geld auf Zeit war heute zu ca. 5Vz Proc., auf Kündigung zu ca. 3 Proc. zu haben. Die gestern und heute bekanntgewordenen Ausweise der preußischen und englischen Bank zeigen zwar sehr ungünstige Positionen (daS Portefeuille der preuß. Bank ist seit dem vorletzten Ausweis um 22 Millionen Thlr. angewachsen) werden aber schon von optimistischer Seite nur als die äußeren Merkmale der überwundenen Geldvertheuerung betrachtet. Die Stimmung der heutigen Börse war bei regerem Geschäft eine im Ganzen günstige. Creditactien mit 3563/,, um 1 fl. gegen gestern besser. Staatsbahn mit 3543/a um 1 fl., Lombarden mit 202, um 1 Ma fl. höher. Das Minus der Staatsbahn wird blos mit fl. 17000 signalisirt. Die Vergleichsziffer des Vorjahres soll jedoch eine ungünstige sein. Oesterr. Bahnen heute lebhafter. Franz-Joseph und Elisabeth höher. Von Prioritäten Siebenbürger gesucht. Bayer. Ostbahnen etwas besser. Banken meist höher und einzelne rege gefragt. Deutsche Effectenbank 4jx Proc. besser. Höher blieben außerdem: Handelsgesellschaft, Continental, Prov.-Disconto, Wechslerbank, Bankverein und Meininger. Schiff'sche Bank zu 270 beliebt. Oesterr. Nationalbank gegen gestern 23 fl. höher. Von Staatsfonds Silberrente gesucht, Papierrente etwas nachgebend. Spanier mit 21 im Verkehr. Von Loospapieren 1860er Loose fest. Freiburger gefragt. Wechsel sämmtlich höher. Napoleon kr besser. Wie wir vernehmen, werden die Aprilcoupons der Oregonbonds, vorbehaltlich der Eingangs in Gold, eingelöst. auf einen biuputßuivui z,u«, *•' Flut war im Wachsen und hätte bald den Felsen überdeckt — von Cunard- Kämpfern abgeholt wurden. Italien. Rom, 3. April. Die andauernde Unpäßlichkeit des Papstes besteht in einem starken Katarrh mit Gelenkschmerzen. Es wird versichert, daß keine Gefahr vorhanden sei. Die Aerzte haben mehrtägige Enthaltung der öffentlichen Empfänge angeordnet. — In der Deputirtenkammer wurde heute der Bericht über die religiösen Körperschaften vertheilt. Hotlanv. Haag, 4. April. In der zweiten Kammer antwortete der Colonialminister aus eine diesbezügliche Interpellation, Holland habe an Atchin den Krieg erklärt, weil Atchin gerüstet und dem holländischen Regierungscomnnssar befriedigende Erklärungen verweigert habe; er halte die dortigen Land- und Seestreitkräfte für genügend. Der Minister fügte hinzu, daß die Regierung von den Mächten des Auslandes sehr befriedigende Erklärungen erhalten habe. Die Kammer hat mit 55 gegen 1 Stimme beschlossen, die Ausprägung des Metallgeldes bis zum 1 November zu sistiren. Spanien. Madrid, 3. April. Ein carlistischer Agent, welcher die Soldaten zur Insubordination aufreizte, wurde gestern in der Artillerie-Kaserne zu Valencia erhaftet. In Folge desien kam es später zu einem Zusammenstoß zwischen dei Carlisten und den republtkanischen Freiwilligen- Ein Carlist blieb todt au dem Platze, ein Freiwilliger wurde schwer verwundet. Paris, 2. April Tie Entlassung Grüvy's hatte in Paris nicht das Aufsehen gemacht, wie in Versailles, da man in der Ex-Hauptstadt allgemein glaubte, daß dieselbe nicht ausrechterhalten werden würde Erst seit dem man in Erfahrung gebracht, daß Grüvy von seinem Entschlüsse nicht zuruckkonimen will, fängt man an, die Lage der Dinge mit ernsteren Augen anzusehen. Was besonders beunruhigt, ist, daß die Krists gerade vor den Ferien der National- Versammlung eintritt und die Permanenz-Commissioii fast nur aus Royalisten bestehen und ein Mitglied der Rechten an ihrer Spitze haben wird, so daß den Republikanern nicht mehr die geringste Garantie geboten ist. Die Royalisten sind so gereizt, daß sie an Jedem, der ihnen gerade in den Weg kommt, ihren Groll auslassen. Unter den Deputirteu, die sich, ungefähr hundert an der Zahl, noch gestern Abend zu Grsvy begaben, um ihn zu bestimmen, feine Entlassung nicht zu geben, befanden sich gerade die, welche sich in der Sitzung am wuthig- sten gezeigt hatten. Selbst der Marquis de Grammont, die Ursache an dem ganzen Scandal, kam zu Grüvy und sagte: „Geben Sie nicht Ihre Entlassung, denn ich würde sonst in eine falsche Stellung meinen Wählern gegenüber gera- then." Die übrigen Mitglieder führten eine ähnliche Sprache, und der Temps hat wohl ganz recht, wenn er meint, daß die Mitglieder sich wie ungezogene Schulbuben betragen hätten, die, nachdem sie sich ungebührlich aufgeführt, herbeieilten, um zu bitten, daß man sie nicht züchtige. Auf Grövy machte dieses Auftreten einen widerwärtigen Eindruck, und er erklärte, daß er seine Pflicht erfüllen werde. Ueber Nacht scheinen sich die Führer der Rechten jedoch eines Anderen besonnen zu haben, denn in der Versammlung, welche heute die Royalisten abhalten, zeigten sie große Lust, Gr6vy nicht wieder zu wählen. Die äußerste Rechte so wie die Rechte sprachen sich gegen ihn auS, während ein Theil des rechten Centrums ihn wiedergewählt haben wollte. Einige Mitglieder des rechten Centrums zeigten sich jedoch nicht abgeneigt, den Herzog von Aumale als Candidaten aufzustelleii. Versailles, 4. April. In der heutigen Sitzung der Natioiialversamm- luna wurde Buffet, Caudidat der Rechten, mit 304 gegen 285 Stimmen, welche auf Märtel fielen, zum Präsidenten der Versammlung erwählt; 8 Stimmen hatten sich zersplittert. Halste» geil z» FiM chaft iiieder- xieclissme" ent» Ht, iveW M, wem ter M 1 Ausbruch y zurück^ ilisteu lau. illes bl«6 #« w t ■et Lchrtllk' Duselt' stz IVtlVCH, IVVIUl IUUH -- I "I- -•••I------ U u ,.rr L Sitzunq der Kammer wurde um 23/* Uhr unter höchster Aufregung eröffnet. Vitet nahm den Präsidenteustrihl ein. Er theillc folgendes Schreiben Grövy s mit: „Herr Präsident! Ich bitte der Versammlung meine Entlassung als Präsident überreichen zu wollen. Genehmigen Sie u. s. w. Grövy. Es entspann sich ein äußerst stürmischer Zank darüber, ob die Wahl emes neuen Präsidenten sofort oder am nächsten Freitag Statt sindeu solle. Die Rechte ist für Freitag, die Kammer aber beschließt sofortige Wahl. Die Rechte;, die sich verständigen will, verlangt nun eine halbe Stunde L-uspension, welche, bewilligt wird. Nach der Suspension wurde zur Abstimmung geschritten. Grövy erhielt 349, Bnffet 231 Stimmen. Grövy wird die Wiederwahl schwerlich (EngCfliiö. London, 2. April. Das schreckliche Schiffsunglück an der Küste von Nettschottland stellt den Untergang des Northfleet beinahe in den Schatten. Entweder 750 oder 668 Menschen — die Berichte widersprechen sich — sind umgekommen. Das betroffene Schiff, der Atlantic, gehört der White-Star- Linie au. In, Begriffe, auf der Reise nach New-Dork in Halifax um Kohlen auzufahren, lief es bei Meagher's Head auf den Grund ,md ging nach tnehre- ren Stößen unter. Der Unfall ereignete sich ui sehr dunkler Nacht. Der Ca- vitän war in der Cajüte und mit ihm die Passagiere, meistens schlafend. Der Capitäu suchte die Frauen in Booten zu retten. Als jedoch zwei in einem Boote waren, sprangen Männer hinein, die es anfullten. Gleich darauf sch ug der Dampfer um und riß das Boot In die Tiefe hinab Die übrigen Boote wurden weggerissen 240 bis 250 Menschen retteten sich mit Hülfe des Takelwerks dungsstücken, Cigarren rc. verübt -- auf Gefängnißstrafe von 1 Jahr 6 Monaten, sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren. Denselben, gegen Johannes und Karl Knaf aus Rodheim v. d. H. — weaen einer durch Einbruch in eine Ziegelhütte erschwerten Entwendung eines Ofens, einek Schubkarrns und eines Schüreisens — auf Gefängnißstrafe für Jeden mit 3 Monaten, welche jedoch durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde. Den 2. April gegen Johann Georg Graf aus Ulfa — ein übel beleumundetes Subject — wegen einer in der Hofraithe des Otto Henkel zu Jnhaiden, in welcher er kurz vorher gebettelt hatte, jedoch abgewiesen worden sein wollte, verübten Brandstiftung, auf Zuchthausstrafe von 6 Jahren und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren. Den 3. April gegen Heinrich Euler zu Gießen — ein schon vielfach bestraftes Individuum — wegen der an Karl Heiland von hier verübten Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, nachdem er sich mit Jenem über gemeinschaftlichen Arbeitslohn disputirt hatte — auf Gefängniß- Die Lebens-VerstcherungS-Actien-Gesellschaft „Germania4' in Stettin hat nach ihrem jetzt festgestellten Geschäftsabschlüsse im Jahre 1872 günstige Erfolge erzielt. Der Zugang neuer Versicherungen war sehr bedeutend. Rach Abzug aller durch Tod und anderen Ursachen erloschenen Versicherungen erhielt im Jahre 1872 der Bestand der Versicherungen von Kapitalien einen reinen Zuwachs jvon Thlr. 4,552,438. Pr. Crt. und beträgt sonach Ende 1872 Thlr. 57,246,476. Pr. Crt Die Sterblichkeit unter den Versicherten war eine für die Gesellschaft günstige und ist hinter dem Betrage der für die Sterbfälle vorhandenen rechnungsmäßigen Deckungsmittel zurückgeblieben. Die Prämien-Einnahme erreichte 1872 Thlr. 1,685,585. 16. 7. Pr. Crt. An Zinsen wurden vereinnahmt Thlr. 247,040. 13. 3. Pr. Crt. Für Sterbfälle des Jahres 1872 wurden gezahlt Thlr. 666,233 Pr. Crt., und als Schäden- Neserve zurückgestellt Thlr. 30,287. Pr. Crt. Die Prämien-Ueberträae und Prämien- Reserven stiegen 1872 um Thlr. 663,810. Pr. Crt., so daß Ende 1872 Thlr. 5,413,957. 7. 2. Pr. Crt. vorhanden waren. — Nach Deckung aller Ausgaben und Verbindlichkeiten und nach Bewirkung der erforderlichen Abschreibungen bleibt ein Ueberschuß von Thlr- 146,827. 24. Pr. Crt. Aus demselben kommen Thlr. 14,682. 23. 5. zur Kapital- Reserve , deren Bestand hierdurch auf Thlr. 77,811. 9. 9. Pr. Crt. steigt. Nach Deckung der statutenmäßigen Tantiemen erhalten in Gemäßheit der 1871 beschlossenen statutarischen Bestimmungen die Actonaire eine Dividende von 121,2°/o ihrer auf die Actien geleisteten Einzahlungen mit Thlr. 75,000. und die mit Anspruch auf The'l- nahme am Gewinne des Geschäftes Versicherten 33 Vg0/,) ihrer 1872 gezahlten Prämien mit Thlr. 45,787. 6. 10. als Dividende, während Thlr. 2272. 24. 7. auf dem Conto für unvorhergesehene Ausgaben reservirt werden, dessen Bestand hierdurch auf Thlr. 43,466. 15. 6. steigt Die mit Anspruch auf Theilnahme am Gewinne des Geschäfts Versicherten erhalten 33V30/ü ihrer 1871 gezahlten Prämie im Jahre 1873 und ebenso 3313°,o ihrer 1872 gezahlten Prämie im Jahre 1874 als Dividende durch Abrechnung auf die von ihnen zu zahlenden Prämien vergütet. Die gcsammten Actioa der Gesellschaft betragen Ende 1872 Thlr- 8,716,549. 9. 10 Die im Besitze der Gesellschaft besindlichen Hypotheken stiegen um Thlr. 762,811. und betrugen Ende 1872 Thlr. 4,769,619 Die Effekten der Gesellschaft betrugen Ende 1872 Thlr. 184,919. 24. 3. Die auf Policen der Gesellschaft gewährten Darlehne haben sich um Thlr. 38,765. 3. — auf Thlr- 323,311. 27. 1- erhöht. Vermindert haben sich die Ausstände bei Agenten rc. von Thlr- 172,446. 6. 4. im Vorjahre auf Thlr. 151,451. 18. 8. Ende 1872. Der ausführliche Rechenschaftsbericht wird nach der Ende Mai c. stattfindenden General-Versammlung erst erscheinen können. (1642) flteitj beatu "“'S «biu. !le Tages- Als seine Nachfolger nennt man Audiffrek-Pasquier, Buffet, Tarn oder Larcy. Wen Sitzungen n. Quartal I. I, nach «»au-gegangm» g-!-tzl.ch°r B-rhandlun-r Die beiden Fractionen des linken Centruinö haben beschlossen, ein Vertrauens-, x ^il, gegen Conrad Bender aus Ebcrstadt — wegen einfachen und schweren nntiim an (Hr6vv All beantragen. Der Antrag soll aber nur dann eingereicht Diebstahls, ersteren zu Frankfurt an einem in einer Wirthsstube offen liegenden Messer, letzteren c t RAor ift dtiü pt kaff emftimmia angenommen wird. — Die'aber zu Butzbach mittelst Einsteigen in ein bewohntes Gebäude, in welchem er früher alS Bäcker- * eröffnet. tfenhUi» Ute und mit dessen innerer Einrichtung er aufs genaueste bekannt war, an Mei- Häufig ist man in der Lage inen viv — ............ r-v ° . < . irgend ein Offert, Gesuch oder sonstige Willensmeinung m den Zeitungen zu ver- bloßlieaenden Felsen, von welchem sie noch zu guter Zeit — die öffentlichen, befürchtet jedoch aus naheliegenden Gründen eine Verletzung der.DiScretion. -- < ri -k-.. cr.-ft-.* At— uAn Die bekannte Annoncen Expedition von Rudolf Mosse, Centralbureau Frankfurt« M , hat sich den ehrenwerthen Ruf erworben, alle ihr zur Besorgung an die Zeitungen zu gehenden anonymen Inserate mit strengster Geheimhaltung der Namen der Auftraggeber in jedes gewünschte Blatt einzurücken und die hierauf eingehenden Offertbriese -......- .„uneröffnet und ohne Provisionsbercchnung dem anonymen Inserenten ungefaumt zu 5 Avril. Der Ministerpräsident General Blaznavatz ist übermitteln. m .... , ,. , .. ^vezgrao, Welches Vertrauen genannte Annoncen-Expedition im Publikum genießt, beweisen heute Nacht 3 Uhr in #dge von Diphteritis gestorben. hinlänglich die Jnseratenspolten aller Zeitungen, welche täglich eine Menge von Anzeigen * , enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offertbriefen autonsirt ist. Gießen, 5. April. Der SchwurgertchtShof der Provinz Oberhessen hat in seinen £1T T g c m e i n e r Anzeiger 20—59 Centim. Ikr. ne in dm nachg 5900 bergl- Forstreifer, ler fflW engl. netto. derjenigen de zu vermiehen. Buchen- und vorn am bet Bäcker Kuhn, auf dem Kreuz. 1659) Englische Thonröhren für Wasserleitungen rc. bet Emil Pistor. sind er I. A. Busch Söhne. (257) Redactton, Druck und-Verlag der Brühl'schen Untv--Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. ~ 31 62 60 1013 tm Dtstrict Mühlberg: 48 Eichen-Stämme von H. Werner, Kaplansgasse 227. Centim Länge, Centim. 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Beachtung! 1697) Aus der Kunstmühle der Herren Franz Peppler & Co. empfehlen wir in bester Qualität: Feinstes Blüthenmehl, „ Waizenmehl Nr. 1, M M tt 2, und geben wir solches zu denselben Preisen, wie in der Mühle, ab. I. A. Busch Söhne. Versteigerungen. Stamm- und Stangenholz-Versteigerung in den Domanialwal düngen der Oberförsterci Nieder- Ohmen. 1692) Es werden versteigert: Freitag den 18. d. Mts., in den Districten Steinberg, Boreberg und Heegbusch bei Lumda: 217 Eichen-Stämme von 17—48 Centim- Durchm. und 3—9 Meter Länge, = 56 Cubikm. enth-, 42 Kiefern-Stämme von 17—32 Centim- Durchm-, 7—12 Meter Länge, = 14 Cubikm. enth, 220 Kiefern-Stangen, zu Sparren geeignet. Zusammenkunft Morgens 8 Uhr im Di- strict Steinberg bei Lumda An demselben Tage, von Nachmittags 2 Uhr an, in den Districten Schmistbusch, großer Finkenwald, Jgelshain und Streithainskopf: 26 Eichen-Stämme von 16—32 Centim Durchm. und 4—9 Meter Länge, — 8 Cubikm. enth., 60 Fichten-Stämme von 19—44 Centim. Durchm. und 9—20 Meter Länge, = 63 Cubikm- enth-, 5 Eichen- und 386 Fichten - Stangen, für Wagner geeignet; Samstag den 19 d. Mts., in den Districten Keilskopf und alter 2« 103 geringe Eichen - Stämme mit 14,38 Festmeter, 568 Stück starke Eichen - Stangen zu Wagner- und Grubenholz geeignet. II. Mittwoch den 16 d. M-, Morgens 9 Uhr, in dem District „Windelbach", Abth- Rödeiberg anfangend: 2 R-Meter Aspen-Prügelholz, 6000 Wellen Buchen-Forstreifer I. Classe 5170 „ Eichen- „ II. Classe, 7 geringe Kiefern - Stämme mit 0,93 Festmeter, Hohensolms, am 5. April 1873. Fürstliche Oberförsterei Hohensolms. (1693) Dörmer, Förster. Zu haben LGießen bei Dr. Hempel. Holzve stejgerung im Fürstlichen Herrngarten Neuheege und Eichkopf bei Villinae^ 1687) Donnerstag den 17. d- Mts., Morgens 10 Uhr, sollen im obigen Schutzbezirk 130 Stück Eichen- und 2 Hain-Buchen-Stämme — 102 95 Fest-Meter haltend, sodann Morgens 11 Uhr, ebendaselbst: 3 R.-Meter Eichen-Nutzholz, Hvlzverfteiaeruuqen. In der Fürstlichen Oberförsterei Hohensolms soll nachverzeichnetes Gehölz an Ort und Stelle versteigert werden: I. Dienstag bin 15. b. M., Morgens 9 Uhr, in bem District „Jsel scheid" auf der Staatsstraße zunächst Fellingshausen an fangend: 51 R -Meter Bucken- u. Eichen-Prügelh., 166 „ bergl. Stockholz, 3410 Wellen bergl. Reisholz, erth, t 2) D,- •riugen. , 3) W- !« lst für K Mgili, Die Wenn persönlich im . . Zurücks Mete t '■ s° Borhan <. 5) An W ein Mii w 6) Die - , Die ®, l° 'ß barüber ■ UllUii 3m ?[„ empfiehlt in anerkannt vorzüglicher Qualität und billigster Berechnung und Garantie des Gehalts: Knochenmehl, Kalisalze und Kali-Dünger, Superphosphate, Weinberg u Wiesen Dünger, Ammoniak-Superphosphat, Hopfen- und Tabak-Dünger. Analysen, Preislisten und Gebrauchsanweisungen gratis. 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Busch Söhne. ”1583) Ein am Maiftplatze zu Marburg an bet Lahn und Main-Meser-Babn befind- liches geräumiges Wohnhaus, nebst neuer Ladeneinrichtung, in welchem ein Geschäft mit Erfolg betrieben wird, steht zu verkaufen oder zu verpachten. Auskunft auf portofreie Anfragen gibt Administrator Zeiss zu Marburg._____________________ 1654) Gartcnmöbel, Gartenspritzen, Kinderwagen bei Emil Pistor. 1681) Bnx korbweise abzugeben Marktstraße D. 217. 1661) Ein Haufen guter zu verkaufen Lit. D. 147, Neustadt. Berkatis von Ziegeln. 1691) In der städtischen Ziegelei dahier lagert eine große Quantität Ziegel von bester Qualität, welche jederzeit für den Preis ä Tausend 10 fl. 30 fr. gegen Baar ober mit Zahlungsfrist bis Martini, bei genügender Bürgschaft, abgegeben werden. Lich, ben 1. April 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Jhring. 1050) Russischen u. Elb- caviar empfehlen I. A. Busch Söhne. 1635) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen