' Abends U, Ans- l i Obtrhefiffl. ^astwirih, r Brauchen. Nürnberg, hter „Figaro“ er“, ,Berliner ische Handels- kfurt a. )L, ’ ln btr Lage . (65) Ino1 |Uö nd franco. | WW MW? «zschkm iarhtrobe, loroii aui's LlillanM ti lrosl'chkn tmal zu verl-era br- in °ns?u20Ssr. chlatter. %n>*Ur 5cfelll*aft eivkb» ^ri8 rierterjkhrig 1 IL 13 h. eü ^rtnxrÄvhn. Durch bii Potz b^vgrn viertchLchriz 1 st. LS kr. Gießener AnMger. Erscheint täglich, mtt Äu» «ahme Sonntag». Lxs»edttt»n: Lanzleiberg, 8it. ». 9tr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Sichen. Donnerstag den 6. Februar 1873 Nr. 31 Bfi Bestellungen auf den Gießener Anzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegn? genommen. 1 9 $ $ Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März zu 40 fr. Amtlicher t I e i l. Gießen, am 1. Februar 1873. Betreffend: Wahl der Vertreter der Forensen. Das Großh erzogt ichc Kreis amt Gießen an die Grvßherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir benachrichtigen Sie. daß die Großherzoglichen Kreisbauämter beauftragt worden sind, die Großh. Chaussee- und Flußbaukasse zu Darmstadt in den Fällen, in welchen diese als Foreuse einer Gemeinde in Betracht kommt, bei den Wahlen der Vertreter der Forensen zu vertreten. Die für die Großherz. Chaussee- und Flußbaukasse bestimmten Einladungen zu solchen Wahlen sind daher dem betreffenden Kreisbauamt zuzusenden.*) v. N ö d e r. *) Mr bringen die gestrige Anzeige des Großherz. KreisamleS Gießen heute deßhalb noch einmal, weil irrthümlicher Weise Äreßamt anstatt Kreis bau amt gedruckt worden wor. ___________________________________________________________________________________________________________________ Die Redattion. Bekanntmachung. In Folge mehrfach an uns gelangten Anfragen fordern wir diejenigen unverheiratheten und theilwcise arbeitsfähigen Invaliden auS dem Krieg von 1870/71, welchegeneigt und befähigt sind, Dienststellen als Portiers, Diener, Hausburschen rc. in hiesiger Stadt anzunehmen, hiermit auf, sich unter Vorlage ihrer Zeugniffe persönlich oder schriftlich bei dem unterzeichneten Großherzoglichen Hofgerichtsrath Hahn dahier anzumelden. Den sich persönlich vorstellenden Bewerbern wird der Vorzug gegeben werden. Die Herren Geistlichen und Bürgermeister werden ergebenst ersucht, diese Bekanntmachung zur Kenntniß der in ihren Gemeinden wohnenden tauglichen Invaliden zu bringen. Darmstadt, am 14. Januar 1873. Dee Vorstand des Hülssvereins im Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde. Weber. Hahn. Politischer L h e L!. JefrritismuS. Ueber die neueste Schrift des Herrn v. Ketteler ist in unserem Blatte schon kürzlich gesprochen worden. Wir wollen heute nur »och einige historische Data hinzufr^en^ Hitler liebt e», Schriften älteren Datum- liegen za lasse«, um erst in geeigneterem Momente damit hervorzutreten. Gleich noch Sedan, als die Kaiserkrone auf dem Haupte des König« von Preußen drohte, schreibt er einen Drirs an Bismarck und drückt seine katholischen Beklemmungen aus. Ein Jahr sväter veröffentlicht er ihn. Gleich nachdem die besürchtcte Thatsache in Der- sich vollzogen hat, bringt er seine Gedanken über die Bildung einer katholischen Partri in Deutschland zu Papier. Zwei Jahre später erscheinen sie tm Drucke. Dckennt der Bersasser, wenn auch mit einiger Abschwächung, sich zu dem Horazischen nonum in annum prematur, ober schreibt er, wie ost die großen Geister nur für die eigene Selbstoerstandigung, die Kritik willig Len nagenden Mäusen im Schreibpulte überlassend? Nein, Herr ». Kettel» cultivirt das literarische Ginre de« EpistelschreibcnS, und die Privatbriefe gelangen erst spater, je nacht em der Zeitpunkt ihm günstig scheint, in die Oeffentlichkeit. 1 Auch die Schrift: „T)U Katholiken im Deutschen Reiche" war an ernte Gtiebrten Herrn", der aber nicht genannt wird, gerichtet. Sie datirt aus dem «ebruar 1871, also aus der Zeit kurz vor den ersten Reichstag-Wahlen, aus der Reit der großen Wahlcampagne, au« der eS galt, eine katholische Parte, für da« erste deutsche Parlament hervorgehen zu lassen. Wie man sich erinnert, stellten die Uitramontanen nur solche Personen als Laudidaten auf, die sich aus- drücklich verpflichteten, im Reichstage einer besonderen kathol.schen Partei i.ver Name für dieselbe war noch Vorbehalten) betzutreten. Selbst solche H.Shcr'gr Abgeordnete, welche in jeder Beziehung sich al« treue Katholiken erwiesen hatten wurden sollen gelassen, wenn sie diese Verpflichtung mcht eingehen wollten. Dcr Erfolg dieser Agitation ist bekannt. Wir sind Herrn v. Ketteler zum Danke »cr- rsi chM, daß er di- aus jener Zeit herrührende Epistel, die zur Organisat on der katholischen Partei und zum Erfolge dieser Organisation sicherlich vtel be'ge> " " Offc n e/" n d*"ehrlicher al» die Reichensperger nennt er uns da- damalige F^ldaeschrei: „Zusommenschaarung aller Katholiken deS Deutschen 91?- eine? politischen Partei", oder, „Politische Berrinigung aller teutscher Ko hol'kcn. Rach den v.rsicherungen der Herren Reichensperger existtrt eine solch P - tet nicht. Denn Vie „Fraktion de« EentrumS" ist ja, wenn man ihnen gl u darf, ».der nach Programm, noch nach Zusammensetzung e« bat sich ja aar keine katholische Fraktion gebildet", rief neulich die „G r mania" dkm Kanon.ku« Künzer zu, der an eine frühere Äderung Peter Ro- chrnsperger's, die Bildung einer solchen Fraktion würde ein Unglück für die Katholiken fein, erinnert hatte; „die EentrumS-Fraktion der Reichstages — sagte die „Germania" damals — zählt mehr als ein protestantisches Mitglied (nämlich zwei: den Welfen v. Lenthe und den bekannten Protestanten Schulz, Remployant des Bischofs v. Ketteler, und im Abgeordnetenhause giebt e« außer einem Welfen jetzt sogar den Herrn v. Getlach.) Herr v. Ketteler verabscheut solche Heuchelei, die glücklich darüber, einige degenerirte Evangelische für die ultramontane Sache gewonnen zu haben, triumphirend auf solchen Anwuchs hin- weist und behauptet: die Eentrumspartei ist keine katholische, sondern nur (wie P. Reichensperger sagt), „eine verfassungstreue, für Wahrheit und Recht entschieden eintretende" Partei, der jeder gute Christ oder ehrliche Mensch beitreten kann und muß. Der Mainzer Bischof spricht oder sprach 1871 im Februar auch von seinem Programm als einem solchen, da« für „alle rechtlich und christlich denkenden Männer in Deutschland" giltig sei. Aber in seinem Munde war das nur Tautologie. Er versteht unter solchen rechtlichen und christlichen Deutschen eben nur die Katholiken. Denn wen sonst? LaSker und Dluntschli doch gewiß nicht. Herrn von Gerlach aber auch nicht. Denn er sagt ausdrücklich: Die Mißver- ständnisse zwischen uns und den bekenntnißtreuen Protestanten find noch zu groß, um an politische Bereinigung zu denken. Bleiben also nur die Katholiken, und zwar die Neukatholiken. Auch kömmt Herr v. Ketteler in seinem Buche nicht wilder auf die Kategorie der ehrlichen Menschen und der guten Christen zurück, sondern spricht immer nur von der Nothvendigkeit einer katholischen Partei. Er treibt also nicht die Heuchelet der Reichensperger. Er sagt auch, warum die Bildung einer solchen Partei nöthig sei. „Preußen in seiner ganzen Geschichte und seinem vorherrschen- oen Geiste nad) protestantisch", au die Spitze Deutschlands berufen, muß es der katholischen Kirche Gefahr bringen. Em protestantisches Kaiserthum ist ohne Unterdrückung der katholischen Religion nicht möglich. Herr v. Ketteler stellt da- nicht so wörtlich hin, aber sein Schrecken über Dedan, den er in dem Briefe an Bismarck nach Versailles hin ausdrückt, und otr Eindruck der öeifaiUer Kaiserproclamation, den er in der jetzt vorliegenden Schrift aus dem Februar 1871 wiedergiebt, geben einen ehrlichen Eommentar zu allen feinen Andeutungen. Wodurch sollte denn auch die Bildung einer katho- tischen Partei damals, als Herr v. Ketteler unter die Epistel-Schreiber ging, motivirt worden fein? Die „Verfolgungen der katholischen Kirche durch das Reich" hatten doch zu jener Zett noch nicht begonnen. Was wollte also diese sunktlnsgelnene politische Partei, die von einer Consession den Namen und das Wesen hernahw, nachdem nichts geschehen «ar, als daß der König von Preußen im Repräsentantenhause gxleZeuhetten üherviesea. Börsenberichte. eine den Or. Heff.l cririelt voa und freie Shf-ije für Der stH wahnren Antrag des Abgeordneten v. Rauchhaupt und Genoffen und einem dazu vom Abgeordneten Glaser gestillten Unterawentement lagen vor: 1) vom Abgeordneten Dr. Bender: „den Gesetzentwurf, bitreffeod Die Aafnshme einer Anleihe in Höhe von 120 Millionen ic., insoweit derselbe den Dau neuer Eisenbahnen bezweckt, zur Zeit sbzulehnen und Die Kgl. StaatSregierung aufzuforkern, ein N tz derjenig.n Eisenbahnlinien zu entwerfen, deren Bau auf Staatskosten im In,e?effe dis Staat- und aller Provinzen nothwendig und nützlich erscheint und auf Grund diesrr Arbeit, nachdem ein Kostenüberschlag der einzelnen Linien ge- fertigt ist, dem Landtage einen anderweitigen Gesetzentwurf zur Beschlußfassung vorzulegen.", 2) vom Abg. Jacobi: „Da- Hau- Der Abgeordneten fordert die StaatSregierung auf, in Erwägung zu nehmen, welche Erweiterungen des Staats» Eisenbahnnetze« auch in den bei Der diesjährigen Eisenbahnvorlage nicht berück- fichtigten Lanvestheilen durch Das allgemeine StaatSintenffe geboten erscheinen, und zu Diesem Zwecke in Der nächsten L-nDtog-sesfion eine Gesetzesvorlage zu machen." — Die Commission genehmigte: 2,900,000 Thlr. für Die Bahn Hanau» Friedberg, 5,900,000 Thlr. für Die Bahn Godelheim-RorDheim, 3,300 000 Thlr. für Die Bahn Welwer-Dortmund, 11,120.000 für die Bahn Harburg-Hannover (dieser Beschluß wurde mit 11 gegen 8 Stimmen gefaßt). Schweiz. Bern, 4. Febr. Der Nuntius Agnozzi überreichte Dem Bnndesrathe ein päpstliches Sendschreiben vom 16. Januar, welches dem Monsignore Mermillod in Anbetracht der Nöthen Der christlichen Sache itn Eanton Genf drssen christliche Verwaltung und JurisditioN als apostolischem Vikar mit den Rechten eines ordentlichen Laudcsbischofs übergibt. England. Regierung sämmtliche Vertheidigungskosten erstattet selbst und seine Krau nach Brasilien. Amerika. Berlin, 4. Febr. Abgeordnetenhaus. Nach Verlesung der Eingänge, worunter sich auch eine Interpellation des Abgeordneten v. WierzbinSkt über den deutschen und pslnischen Sprachunterricht an den Gymnasien Der Provinz Posen befand, schritt Die Kammer zur dritten Lesung Der Gesetzvorlage über Die Lende- rung der Artikel 15 und 18 der Verfassung. Die Abgg. v. Gerlach unD Mltschke- Kollande sprachen gegen, Brauchitsch — jede Solidar.tät mir Gerlach und der Partei der Rechten, welche als konservativ nicht mehr angesehen werden könne, zurückweisend — und Kardorff, welcher die nationale Haltung der Centrumspartei auf'- Heftigste krinsilte, für die Vorlage. Nachdem noch Schorlemmer- Alst sich gegen Die Vorlage ausgesprochen, wurde Der Schluß Der Generaldi«. cussion angenommen. Bei Der nun folgenden Specialtiscussion sprach noch Abg. Glaser gegen Den Art. 15, worauf Die SpecialdiScussion geschloffen und Derselbe angenommen wurde; Art. 18, sowie die Einleitung zur Gesetzvorlage, nahm Da« HauS ohne Debatte an. Des ganze Gesetz wurde beim Namensaufrufe mit 245 gegen HO Stimmen angenommen. Berlin, 5. Febr. Die „Prov.'Corresp." schreibt in einem Artikel mit Der Überschrift: „Ultramvntane Drohungen" Folgendes: „Wenn Die kirchlichen Oberen ihre jetzigen Ankündigungen verwirklichen sollten, so hege Die Regierung die Zuversicht, daß jeder Versuch Der Auflehnung gegen ein StaatSgesetz an Dem gesunken Sinn des Volkes und an der Kraft Des Staatswesen- scheitern werde. Oie Regierung tausche sich darüber nicht, daß dir Durchführung ihrer j tzigen Aufgabe nicht ohne Kämpfe und Erregungen möglich fein werde; sie wisse aber, daß sie, nachdem die beabsichtigten G.setze in Kraft gttreten, %an\ andern Boten zur Geltendmachung ihrer Autorität unter sich habe, welcher Thatsache auch die Bischöfe und die Wortführer Der Ultramontanen sich bei späteren Erwägungen nicht verschließen könnte», so daß Deren heutige Ankündigungen für ihre späteren Entschließungen nicht absolut maßgebend seien. Das einzige Werk solle im Sinne der Regierung und der Bundesverttetung ein Weik des Frieden- für Die Zukunft ; sein. Daß diese Bedeutung sich erfülle, hoffe Die Regierung um so wehr, je entschiedener sie darau festhalte, daß die höchsten sittlichen Aufgaben De- Staate« mit den höchsten wahrhaften Aufgaben der Kirche in tiefer Uebereinsttmwung ständen." Newyork, 4. Febr. General Bank« brachte Resolution da, dahingehend, Daß da- Hau- ven Präsidenten ersucht, mit aurwäitlgen Mächten A rhandlunzen anzukaüpfen, um Die Nichicombattanten auf Huba zu schützen und um für die Ans-enDnng Der Em^ncipation-g.setze, sowie ccr Regeln Dec eirilisirten Krieg-sührung, sowie für die Herb-tführanz Des Frie- oen zu wirken. Die Resolution wurde an das Comite für Die auswärtigen Aa- London, 2. Fedk. Die Königin eröffnet da« Parlament nicht in Person. Der Hof bleibt vermuthlich Die Woche in Osöorne. Deutschland. Gießen, 5. Febr. Die Römische Kirche (unsere Leser wüffen diese Monotonie- schon entschuldige«, allein „die Sache will'S, die Sache", daß man ihrer so oft crtmnt) also Die Römische Kirche rühmt sich unaufhörlich ihre« Gehorsams gegen die Obrigkeit, Denn „jede Obrigkeit ist von Gott." Die Kirche aber ist Die willige Dienerin Gottes auf ErDen. Sie lehnt sich niemals gegen die bestehenoe Staats- gewalt offen auf und es giebt, besonders in Frankreich, viele Bischöfe, dir allen möglichen Staatsreformen Treue und Gehorsam gelobt haben. Unzählbar sind Die Varianten, mit Denen das dominus salvum fac regem in Der Nstre-Oame- Cathedrale zu Paris gesungen wurde. Allein dieselbe Römische Kirche weiß sich über gewisse Eidesbeklemmungen geschickt hinweg zu helfen. Die „reservatio mentalis“ vor Allem ist keine zu verachtende BundeSgenofsin im Kampfe zwischen colltdirenden Schwüren, zudem muß man ja, trotz des Wortes „quae Caesaris sunt, Caesari“, allzeit doch Gott mehr gehorchen als Den Menichen. Für gewöhnliche Menschenkinder sind Derlei Widersprüche unhaltbar, allein Das verzwickte Römische Ktrchcnrecht an» Deren Logik weiß dieselben aufzulösen. Ein recht drasti- sche« Beispiel für tiefe logischen Jongleurkunststücke liefert Das EideSformular de Römischen Pont'ficsle, wie es alle (die Deutschen also mit einbegriffen) Bischo beschwören müssen. Wir laff-n dasselbe zu Nutz urd Fromann unserer Leser hie. wortgetreu abdrucken, eines CommentarS bedarf es nicht: „Ich, so lautet die zu beschwörende EideSsormel, Erwählter drr Kirche zu . . ., werde von Stunde an in Zukunft treu und gehorsam sein dem heiligen Apostel Petrus und Der heiliger, Römischen Kirche und unserm Herrn, dem Herrn Papst N. und seinen kanonisch eintretenden Nachfolgern. Ich werde nicht durch Rathschlag oder Zustimmung oder That Dazu helfen, daß sic das Leben oder ein GlieD verlieren, oder in bös- willige Gefangenschaft gerathrn, oder daß auf irgend eine Weise gewaltsam Hand an sie gelegt werde, oder Unbilden ihnen zugesügt werden, unter w^S immer für einem Vorwand. Ein Vorhaben, Daß sie mir persönlich oder Durch ihre Gesandten oder Schreiben anvertrauea sollten, werde ich zu ihrem Nachtheil wissentlich Ste- wanden offenbaren. Ich werde ihnen Dazu helfen Das Römische Papstthum und die weltliche Macht De« heiligen Petrus zu behalten und, unbeschadet meiaeü Stande«, zu vertheidigen gegen Jedermann. Einen Gesandten des apostolischen Stuhle« werde ich bei seinem Kommen und Gehen ehrenvoll bchaudeln und in seinen Bedürfnissen unterstützen. Ich werde besorgt sein, Die Rechte, Die Ehren, Privilegien unD Die Macht der heiligen Römischen Kirche, unseres Herrn Papstes und seiner Nachfolger zu bewahren, zu verlht'd.gen, zu vermehren und zu steigern. Und ich werde nicht aus Rath oder Thar oder Vertrag mich cinlaffen, wodurch gegen irlbigen unseren Herrn und selbige Römische Kirche irgend etwa« Nach- tbeiltßt« oder Vo:gre:flichrs an Personen oder «n deren Recht, Ehre, Stand und Macht in« Werk gesetzt werde. UnD wenn ich erfahren sollte, daß dergleichen vor, irgend wem unternommen oder ausgesührt wird, so werde ich das nach Kräften verhindern unD, so schnell ich lann, denselben meinem Herrn oder einem Anderen mittheiien, Durch welchen eS zu seiner Kenntniß gelangen kann. Die vorschristen der h.i igen Väter, Die apostolischen Dekrete, Bestimmungen oder Anordnungen. Vorbehalte, Verleihungen und Befehle werde ich au«^ allen Kräften beobachten und von Anderen beobachten lassen. Die Häretcker, Schismatlker und Demselben Mkin.m Herrn und seinen Nachfolgern Widerspenstigen werde ich nach Kräften verfolgen und bekämpfen. Zum Coueil berufen, werde ich kommen, wenn ich nicht durch eine gesetzliche Nddaltung verhindert bin. Die Schwellen Der Apostel (zu Rom) werde ich selbst persönlich alle Drei Jahre besuchen und unserem Herrn und seinen Nachfolgern Rechenschaft ablegrn von meinem ganzen Hirtenamt unD von allem, was sich auf Den Zastand meiner Kirche, auf Die Zucht von Clerus und Volk, kurz, auf das Heil der mir anvertrauten Seelen irgeudwie bezieht, und werde hinwiederum die apostolischen Befehle Demüthig in Empfing nehmen und mit höchster Sorgfalt vollbringen. (N^n folgen einige Worte über Absendung eine« B-oollmächtigt n rar Verhinderungsfälle, dann der schr werf- windige Schluß): Die zu meinem (bischöflichen) Tisch gehörigen Befitzthümer (Immobilien) werde ich, ohne Genehmigung des Papstes zu Rom, nicht verkaufen, noch verfch'Nken, noch verpfänden, noch neuerdings zu Lehen geben oder irgendwie e.i(„ bon fc.uttdnont) »urte ? wo>u beffdnb »en e. fleltdtr i» (einet gleich i nach der Versailler Kaiser^Proclamation geschriebenen Epistel auf straffer Orgam- i falion einer «aidvlischen Partei, auf der Zusawmenschaarung aQer JWleten t>e« , d,Nischen Reiche« ju einer politischen Partei, oder: aus der^politeschen Verein - auna aller deutschen Katholiken, und ,war in so eyc u(l»em »'«»'> tin bt.' fenntniEtreuce Protestant darin PUtz finden dürfe! Ourch nicht», aber au« durch gar nicht«, al« durch die Siege der deutschen Waffen und da« Resultat de« Kriege«, war Herr v. Relteler proooeirt woroen, und flug« begann auch auf »er g-n.en Linie seiner Mannschaften die Vorwärtsbewegung gegen den «eind, ». h. gegen das Reich, genauer autgedruckt: gegen den preußischen Staat, der zur Sfihrung de« Reiche« berufen. 2° Begriff einer kaihol,scheu Partei lieg, d,e Igresfion gegen den Proleßantiswu«, wie gegen den modernen oder den parila- tischen, speelei! gegen ven p-eutzischen Staat, die Agression gegen die Souoerane. tat de« Staate«, den man zur Verzichtietfiung auf dieselbe zu Gunsten der allein ielia machenden Kirche zwingen epöchte. Bon dieser Friedensstörung find wer m!ttea"im Siege«- un» Frieden«.-»»., de« Frühjahrs 187. überrascht worden und jetzt schreibt Herr ». Kettelet in der zur Epistel «°m Februar >-n^« Jahre« zwei Jahre später hluzugetretenen Borrede: „Die vertrauensvolle Gesinnung, mit welcher der größte Thril der Katholiken in Deutschland der Neugestaltung de« R-iche« enUegenging, iß in der abstoßendsten, härtesten, feindftl.gßen Wels. erwidert worden Zu der ungerechtesten Härte hat man noch den Hohn hinzu, getont, Un« al« die Friedensstörer auszuschreien unD die gewaltthattgen Maßregeln gegen un« mit de« heuchlerischen Scheine zu beschönigen , al« ob wir zu demselben durch unsere Reich-seinolichkeit V-ranlaffung gegeben hatten.» Paebleu, was ist denn Das für eins vertrauenssolle Gesinnung, Die mit Der Jmprovljat!on einer konfessionell politischen, einer antiprotestantischen Partei in Dem von einer protestantischen Dynastie beherrschten Reiche Dcbütirt! Wahrhaftig, Dann noch hinterher es einen Hohn zu nennen, wenn man D-n FrieDen-störer Da sucht, wo er sich versteckt hält, vermag nur jesuitische Unverschämtheit. Frankfurt a. M., 5. Februar. Die lebhafte specMative Thätigkelt, welche vorqester» da5 Gejchä't nid) allen Richtungen beherrslrte, hatte fefcj* gestern eia, successiv- Äbschwächunz erfahren, heute hat dieselbe weitere Di-tenstsnen angenommen, obgleich auswärtige feste Cours« klug,laufen waren. SpeculationSpapiere zeigten sich wmig belebt. Die Nr-Vrivtea über die Berlnste üüerreichischer B-nklnstituke in Eisenbahn , Unk«r«ehmuagen toitfren deprimirend. Ma» „innert sich, daß eine der größten Creditaustalte» Oesterreich« -benfa'.l« b.i dem Bau zweier Bahnen betheiligt ist. Lo nbarden gestern 211. schloffen heut, 210'/^. Staat-bahn g,st,rn 2ä6, öliebrn 255' , das Gerücht einer D'vidrnde von 45 jr«. erhält sich. Ereditactien gestern 259'/,, heute 258V2'. Bon Bahnen Fran, - Ios,vh 1'/» st-, Fünsk.rchen - Barcser 1'/, ff., Galizier 1 ff. matter, «l'sabeth besser. Der neueste Wachenstalus bringt ein Plu» »on 24,000 ff. Die Bah» so» übriaen- für letzte« Jahr keine Divivende geben. Bon Priorität n Fran, Joseph hö-er. Bo» Banken Darmstädter 2>/i ff- höher. Stuttgarter Bank besser. Rheinische Essectendank 124V. Millro» Scrlill, 4. Februar. Die E senbahn - Com.nilsion Des AoZeorDnetenbauseS gemeldet. Wachse und or ,a ,» verleih auch gesiern länger al« 5 Stunden Die Vorlage. Außer vrm bereit- er- 77 Vi Oberbosaeii £L$uh Catalog completten Zeitungs alle bedeutenden Inserenten auf Wunsch gratis und franco. | 166'/, 18S4e W4 1O73/4 107i/4 107V« ß- k. 5. Februar 1873 k. 3. k. S. k. 8. Ho'J. fi. St. Ducat-efi - - 20 Frankens Äuasterdam 1 A.ugabur# Berlin Brwnei.' P.nijGOl Hamburg Leipzig Londoi* Lyon Pari# Wien dittc ditto Dffleonto 983/a 100 10*Ve 17St/g 933/, 867/g 105 1181/, Aetiexs. Frank£. Bank 1413/, FrerJti. Vereins-Kasse 153 Dsnd&t. Bankact. 483 Wien Bankactien 1045 Oeet. Creditaot. 359 tiaifzian 248 8. 8. 3. c. e. » 39 41 39 41 9 2 54 5 31—33 20-21 n 25 „ 60 Tklt. L*x=t e 74Vs k. k. k. Engi. Bvyex. 1 47 49 Rubö. Lrnper. 9 40 — 42 Dotter k« Geld 2 25-16 Kaesau 25 fi. — Branneck 25'/r 30/9 Oldenburg, i 40Tliir 39 */8 40/q b&yr. Prä^i.-Aiü. 116'/* 4% badische Loose 114 Badische fi- 35 Loose 71'/» Oestr. fi. 250 v. 1854 95 L858r Priorität6:ocfie 209'/» i860r Loose 973/4 5% Vstr. F. 6t. E. B. 356 Lombard. 9ahc 210 Ladwlgth.-Bflx! ach — Maxbedin 144 Bayer. OetbaM 129 Rhein-Nahebahn-.?. ot. 4 -'/, Rees. Lndwigbb.'*Ä4t. 178 m. fi. 1. S. 4 % Rudolf Messe m Frankfurt a. M Ferner bomidirt : Berlin, Breslau, Dortmund, Halle, Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg, Prag, Wien, Stuttgart, Strassburg, Zürich. Bfsiricller Agent sämmtlichcr Zeitungen des In- nnd Anstandes. CteM»»et4M« S. 4F. il'T. Ffledrdur 57 '8 Allein igex* Ins ernten- Pächter „HladderadÄteeh“, der „Fliegende» BlStter“, des „Figaro“ 77 in Wien. Alleinige Annoncen - Regie des „Deutscher Reichsanzeiger“ und „Königlich Preussischer Staats-Anzeiger“, „Berliner Tageblatt", „Saling’» Börsenblatt“, „Deutsche Landes-Zeitung“, Schweizerische Handeb- Zeitung“, „Prager Handelsblatt“, „Feierabend des Landwirths“, Frankfurt a. M., „Beobachter“, versendet den soeben in X. Auflage erschienenen 3u/ö oster. Htsb.-Prior. 59'/s 3°/0 öat. i. Lomber* — 3% Liromeeer 37'/« 50/jj Toticaaer — 5c/o EBsabetk-::vi 843/b do. fi. 83 Darmstädter fl.öOLoose — Preo&B. 41/3% Oblfg. 1033/, Frankf. ö'/» % Obi. 87'/, Nass. 4Vac/o Ob). 100 Kurheto. 4% — Gr. Heä& 5% Obi. 10130« , . 40/0 , 983/4 , , 3Vs% . - Bayer. 5% , 10lVe 5 4Vi ’Vo 100V8 a 40/0 ijährigo 93 Wttrtemb. 17z % Obi. 993/4 Baden 4Vtu/o Obi. 2. E. — Oeetere- Bliberoente 673/e * ?&pten?euti> 633/4 SsMHiLt. ueuesi. »% 27 Azns,ik' Don da 1883r 101 . (882r 961/3 , , 1885c 97V» , 1887c 98‘/e ipistoifci . . an Die "Ochth-ilder AusschUetzung°°n der M-sfe pro be- der Bekanntmachung. bC3 zöoniuuuyv .. eine 6cntum«clncr beiden neuen Erwerbet hat daß Recht, die Firma zu vertreten und |U zeichnen- Gießen, den o- Februar 1873. GroßherzoglicheS Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl. 2" »/<& 10* find zu verkaufen ä 55 fi. 10OO Stück franco Frankfurt a M. Franco- Offerten sub Chiffre U 6438 befördert die Annoncen Expedition von Rudolf Müsse in Frankfurt a. M. (13,11.) 888) Großherzogliche DistrictSeinneh- mtrex Gießen I hat unS benachrichtigt, daß di!^ diesjährige Hundesteuer im Monat Fe btuar noch ohne Kosten entrichtet werden ^*Gießen den 5 Februar 1873. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 6 R -Meter Buchen-Schetthotz, 4 _ Eichen- „ 6 . „ Prügelholz, 30 „ „ Stockholz, 20 „ Buchen ZopfreiS, 70 „ „ StammreiS, 250 ”, Eichen-ZopsreiS, 510 „ „ StammreiS. Die Zusammenkunft findet in zeichneten Waldung am Pfad nach Alt- Holzversteiqenmg. 598) Mittwoch den 19. d-Mts., von VormitragS 9 Uhr an, sollen in der Freiherrlich von M^chlingischen Mitgebrauchswaldung Oberseilbach-Ober, forsterei Treis a. L. - folgende Holzfort. mente an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert weidemals: A» Bau- und Werkholz. 42 Eichen-Stämme, von 4 bis 12 lUieter Länge und 20 bis 51 Centimeter Durchmesser ; # B« Brennholz: Oeffentliche Aufforderung. In Sachen de» Friedrich Kauder in G -tzen, Kläger-!, gegen 3«ob Aeil von Göbelnrod, Beklagten, Vervortheilung seiner Gläubiger betr. Beschluß. Dem unbekannt wo? abwesenden Jacob jteil von Göbelnrod wird aus Antrag hetz Klagers ^ifgegeben, an denselben 119 st. 9 kr-, sowie die weiteren neuesten Kosten bei Meidung der Pfandung^-u ‘Xnberg, den 7. Sanuor l873. ’ Großherzogliches Landgericht Grimberg, ffrhmann, Dr. Trapp, Landrichter Landgerichts-Ass.ssor. 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