Gießener Anzeiger Anzeige- und Amtsötatt für den Kreis Kießen Donncrstng den 2. Januar Nr 1 vierteljährlich das Blatt auch pro Quartal. Dieselben fönncn nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. Damit wir nun in den Stand gesetzt sind,-die Auflage des 2 < I (J trt 1 st. 12 k». -*h 'Mn- ertDmch bü iL.st br**|<* vlfttrltttr/ 1 fL 39 k. Deutschland. Bnlm- Ts ist ein authentischer Abdruck der päpstlichen Alloeution vo« 23. Deccmber hierher gelangt, aus welchem sich ergeben soll, daß die in den Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen 1 fl. 12 fr., frei ins Haus geliefert. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, im I. Quartal 1873 zusenden und den Abonnementsbctrag durch Quittung erheben lassen. Diejenigen, wclche den Allzeiger Abends bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben zu 1 fl. Grschetm tätlich, mit Wu» nähme SonntagS. Sxnebitien : 6ax|ltibcx g, Stt. V. 9br. 1 Bor zwei Jahren blickten wir am Tage des Jahresschlusses zurück auf eine Reihe der glänzendsten Stege, vor uns aber lag rie Aussicht auf wettere blutige Kämpfe; denn not4; i Var dos große Bollwerk des Feindes n cht bezwungen, noch fcautrun die An i strengungcn Gambetta'S fort, Paris zu entsetzen oder durch eine Diversion iw i Rücken unserer Armeen eine neue unerwartete Wendung herbeizuführen. Nichts- destowentger war damals berutS die Ueberzeugung allglmein, daß ke ne Gewalt t uns das werde entreißen können, was in den Ricsenkawpfen deö obgUaufeneti ' Jahres gewonnen. Elsaß-Lolhringeu w r bereits unser Besitz, und die deutsch- 1 Verwaltung richtete sich häuslich in den neuen ReichSlandrn ein. Herr v. Btui hatte stch überzeugt, daß ein Umschwung des KriegSglückS nicht mehr zu erwarten fei: Oesterreich hatte seine neve Stellung zu Deutschland genomr-in. Da». Deutsche Reich war neu erstanden, aus der treuen Waffenb üdeischsft im Kampfe wider den Feind des Vaterlandes war vut unwiderstehlicher Kraft die politisch ■ Einigung h rrorgegangen. Schon hatten die Vertreter des Reichstags in Lew < stolzen fianzöfischen KönigSschlcß dem deutschen Kaiser gchuidigt. Europa hotte I jedem versuche entsagt, sich zwischen die Kämpfenden zu stellen. EU Wiedelher- stellung des Deutschen Reichs und die Wiedervereinigung der geraubten Reiche- lande mit dem alten Stammkunde, das waren die großen Ergebnisse der Kämpfe von Metz und Sedan : Ergebnisse, die von ganz Europa als vollendete Thutsachen angesehen wurden, während Frankreich noch v rgcblich s^ne Kräfte erschöpfte, um das Geschehene rücksängig zu machen. So begann des neue Jahr noch unter Stürmen, aber Deutschland hatle den SiegeSpreiS in Händen, und es wußte, daß es nur noch einer kurzen, »rnr auch kräftigen An'pannung ^ller Kräfte beiürfm werde, rm d m Feinde die letzten Waffen aus der Hand zu winden. Schon rüstete man sich auf die Frirdensaroeit; denn daß der Friede eine reiche Fülle gewaltiger Arbeit bringen werde, das sah man klar voraus; aber man schickte sich wit frischer B.gcisteruug an, die großen Ausgaben zu bewältigen, die für Volk uno Regierungen aus der Gründung d>s neuen Reichs sich ergeben muhten. Und wir können ja auch in der That auf die rastlose politische Friedens arbeit mit Befriedigung zurückblicken. Der Grund zu dir Organisation der Reichs ist Btt sicherer Hand entworfen und gelegt worden; die Gesetzgebung des Reiche ist in raschem Fortschritt begriffen; der KteiS der ReichScompetenz erweitert sich allmälig; die RcichSeinheit ist angrbahnt und ihre Vollendung können wir von einer nicht allzufernen Zukunft erwarten. Das Deutsche Reich hat noch Innen seine Lebenskraft und Entwickelung-, fähigkert glänzend bewährt. Dem Auslände steht es mächtig und geachtet ge-en- über. Wohl haben die Kriege von 1866 und 1870/71 eine Veränderung der Machtverhältmssc innerhalb des europäischen StaatensvstkmS herbeigeführt, wie sie durchgreifender f«uw gedacht werden kann. Der Schwerpunkt des Systems ist aus dem beweglichsten Punkte der Peripherie in das feste Eentrum gerückt worden, und Europa hat diese Verrückung deö Schwerpunktes als eine Bürgschaft des Weltsrieder.S aulgefaßt. Wenn noch hie und da in einigen, besonders (leimren, Staaten sich Stimmen vernehmen lasse», die sich und Andere ’n eine psn ich« Furcht vor den Eruberr ng-gelüsten des Deutschen Reiches bineinzureden suchen, so ist dies, soweit man es nicht mit bestellter Arbeit zu thun oat, Nichts als eine abgeschmackte Marotte, die überall nur Lächeln und Achselzucken hervorrust. Im Großen und Ganzen aber ist der Grundzug der europäischen Politik gegenwärtig daS vertrauen in die Erhaltung des Friedens, während zu den Zeiten der fran« zvflschen Suprematie in allen ihren verschiedenen Phrasen der Welt daS wahre Frierensgefnhl stets abhanden gekommen ist, so daß der Frieden immer nur als ein Waffenstillstand galt: o war es unter Ludwig XIV., der ersten Republik, dem ersten und dem zweiten Kaiserreiche; die Uebrrmacht Frankreichs war immer eine Quelle der Beunruhigung und Unsicherheit. zum Alwmu'ment auf den Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl. 29 kr. incl. Postaufschlags. Das Deutsche Reich hat sich die Aufgabe'gestcllt, den Weltfrieden zu eihült.n und zu sichern, und Europa hat das Vertrauen, raß es nicht daran denkt, seine Nacht zu mißbrauchen. K?in Staat fürchtet deutsche Eroberung-- und Ein- mischungsgeluste: wenn dem grieitn eine Gefahr droht, so könnte düs.lbe nur von dem Verlangen der Franzosen auSgehen, für ihre N>.Verlagen Rache zu nkhmtn. Das verlangen nach Rache wird in Frankreich, das können wir uns Nicht verhehlen, von alftn P rteien geflifflNtlich genährt, und die Regierung selbst verschmäht.es ntcht, pelktzcntlich mit der nationalen Leidenschaft zu coquettiren. Aber gepVn die von Vieser Sette drohenden Gefahren halten wir uns gerüstet. Außerdem fldt die Zustande Frankreichs der Art, daß One Friedet-Sstörung in der nackstrn ZNtunft von S i?en riefts StaatcS sich gar nicht erwarten laßt. Konn aber Fiakfkreich in den nach st«n Jahren Nicht an einen Rachekrifg denken, o ist ort Hoffnung nicht ganz unberechtigt, daß die Ze t ihre abkülftende und »eilende Einw rkung auch auf die französifchtn Leidcnschaflen ausüben wird, z mal Da die deutsche Politik dafür gefortzt hat, F ankreich die Hoffnung auf europäische Verwickelungen abzuschmiden, die es zur Verwirklichung seiner Ruchepläue benutzen könnte. Denn darin eben liegt ja die große Bedentung der Berliner Dreikaiser- Zusammenkunft, daß die drei mächtigsten Staaten de- Eontinentß Europa ein neues starkes Uvterpfand de- Weltfriedens haben bieten wollen. Deutschland und Oesterreich haben die Avfrichl.'gkeit ihrer Aussöhnung, die durch die Jndiscretio- r.en und Entstellungen eines unzuverlässigen uno frivolen französischen Diplomaten in keiner Weise getrübt werde» kann, öffentlich und feierlich documenlirt, und Rußland hat sich mit ihnen zum Zweck der Befestigung des Friedens vereinigt. Damit ist Frankreich eine Lchre und eine Warnung «rtheilt, die es wohl Verstanden hat, und die es, wenn auch mit Widerstreben, wird beherzigen müssen. Der Kaifercongreß bezeichnete insofern den formellen Abschlsß der großen Kriegsperiode; tr drückte daS Siegel auf Vie aus derftlsen hervorgegongenen Ergebnisse; tt nimmt daher unitr den die europäische Gesammtpolitik betreffenden Ereignisien de- Jahre- 1872 unstrittig die erste Stelle ein. Auf die verhältniffe von Stac.t und Kirche hat die im Allgemeinen fried- liche Weltströmung den gewünschten Einfluß uo« nicht au-geübt. Der Kampf zwischen Staat urD Kirche hat im verfless-uen Jahre besonder- auf deutschem Boden zu scharfen Eovflicten geführt. Ucberoö ist die der reale Demagogie bemüht gewesen, durch falsche Vorspiegelungen die Massen gegen den Sta^t uno seine Gesetze auszureizen. Aber schan der Staat die Maßregeln in Angriff genommrn, d e, cvnftquevt durchgesührl, dem Reiche den kirchlichen Frieden wieder bringen werden. Die feste Begrenzung der kirchlich«« Gewalt durch kae Gesetz de- Staate-, da- ist da- Ziel, dem wir zustreben. Die Ueberzeugurg, daß der Staat auf diese» Wege beharren werde, hat im ultramontanen Lager bereit« Muthlostgkeit hervorgerufen. Don Rom au- versucht man den Kawpfeewbth neu anzufachen. Die neueste Rede de- Papstes überbietet an Heftigkeit der Angriffe gegen die höchstrn Lenker de- Deutschen Reiches Alle-, wa- früher von jener Stelle aus gesprochen ist. Die Wi.kurg dtesir allem völkerrechtlichen Brauch Hohn sprechenden Jnvectiven kann aber nur die sein, daß Vie Regiirung mit um so größerem Nachdruck ihre kirchenrechtiich Polit k durchführt. Wenn da-angetretene Jahr un» den ersehnten kirchlichen Friesen bringen soll, so darf die Regi rung nicht einen Augenblick in der Verfolgung de- in'- Aage gefaßten Zieles nach, lassen. Rur nach der vollständigen Niederlage des jesuitlfch - ultramontanen Kir- chenprincips kann der kirchliche Frieden auf fester und unzerstö. barer Grundlage wiederhergestellt werde». Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu lhun, da wir und sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare ;u liefern. Die Redaction. V < mrr «M>« 'Mr «M«EWU»WWWWWWaUVW«Mnm«n»»WWMW»WWWMWM»WWm»WWWM»»»MMM»W»MM»M»LMW»»M»WWMMM»»W»»»MWWMWMWWWWMWWW»MWMWM»W>». I »uch Moni anfregen. welch»» tzie in beglaubigter Form am nun Papste« an die ttorbinält, eine Manifestation, in bas letzte Pfarrhaus der Christenheit and katholischen Deutschen, über unser Vaterland, Wallfahrten, die der Erz. offen. Der „Attila", den die „Ruinen", die w®ar* Glänzen. Der Epnismus, »it bekannt gewordene Ansprache des die ihren Weg zn finken hat b's bis in die dürftigste Hütte eines über die Politik unseres Kaisers Big * w dmet in Äolge dessen der Allccation an der Spitz« ihres heutigen Blattes folgend« Zurückweisung: Zwischen gestern und heute ist der authentische Wortlaut der päpstlichen Alloeution toe 23. d. M zu unserer Kenntmß gelangt. Wir haben «hn tor Lugen: in lateinischer Sprache gedruckt „in Aedibus vnticanis“ ; das Titelblatt trägt das päpstliche Wappen, dem di Bilder der Apastel Petrus und Paulus zur Seite stehen Ieker Zweifel über die Echtheit ist ausgeschlossen. Und doch sollte »an seinen Bug n nicht trauen 1 Wir haben es mit eine» Doeuwent zu thun, welches so wenig anständig ist, daß eine wörtliche Wiedergabe seines Inhalts ans begreistichen Rücksichten sich lon selbst verbietet. Was wir gestern begonnen haben, unfern Lesern mitzutheilen, und wovon wir heute den Schloß fo'gen lassen, ist die Urherstzung einer italienischen Version, welche — wohl nicht ohne Absicht — die beispiellosen Härten des lateinischen Originals bis zur Unkenntlichkeit gemildert hat. Diese mildernde Entstellung war dem jesuitischen Organ „Cocr della Ceritä zu verdanken. Und so ist selbst die Alles wagende Kühnheit des um feindlichen Ordens davor zurückgeschreckt, die volle Graßheit der Ausdrücke zu wiederholen, deren das Oberhaupt der katholischen Kirche sich zu bedienen nicht unter seiner Würde fand. Gewiß ein Vorgang ohne Beispiel! Wer wollte nicht das religiöse Gefühl seiner Mitmenschen, seiner Mitchnften schonen? Unsere katholischen Landsleute verehren in Pius IX. das geheiligte Oberhaupt ihrer kirchlichen Gemeinschaft. Wir waren wahrlich die Letzten, die auch nur mit einer Andeutung uns in Widerspruch setzen möchten mit der achtungswerthen Pietät einer großen Anzahl unserer Leser. Wir zögern nicht auszusprechen, daß für den Inhalt dieses politischen Blattes die Verantwortung von einem Manne getragen wird, der ein Mitglied der katholischen Kirche ist. Auch abgesehen davon bisteht kein Zweifel, daß die hohe Stellung, welche der Papst einnimmt, der ^Nord- hiesigen Zeitungen bisher nach eer Voce della Ctritt » tgetheilten Sollen Berlin, 30. Derbe. Die .Börs.-Ztg.- melket dis bevoestehende Gründung wesentliche Abschwächungen in jene» Blatte erlitten hätten. Die „Nardt. BOg. einer katholischen Bank i» Beil n, bei we.chem Unternehmen die katholische Art» Rranfrrict). Paris. Das „XIX. Sivcle" äußert über die bilchof ton Paris ungeordnet hat: „Sprechen wir Ihr in Weihwasser erlaufen wollt, ist die Republik; raren" sind wir, die Republikaner, die Mehrheit Verlill, 3. veebr. Die widersprechenden Angaben einiger Eorrespon- denzen von hier in verschiedenen Blättern über die Eivilthe scheinen, »ein irgend. w>« Gewicht darauf zu legen, den Beweis zu liefern, daß ein Entscheid in dieser Sache noch nicht erfolgt, jedenfalls noch nicht bekannt ist; bald soll der Entwurf schon fett vierzehn Tugen ans de» Staatsministerium in das Eab.net des Kaisers gelangt sein, was zum mindesten der Bestätigung bedarf und schwerlich richtig und der deutschen Regierung sich ausgelassen hat, ein Cynismus, der es nach unfern geltenden Strafgesetzen unmöglich wacht, die Einzelheiten hier zu wiederholen, darf nicht ungerügt bleiben. Scheint es doch, als ob das Oberhaupt de» Kirche den Verlust seiner Stellung als weltlicher Souverain nunmchr aeceptirt, indem es daraus verzichtet, die Sprache eines Herrschers und Königs zu führen tznd herabsteigt in die Arena demagozischlr Deredtsamkeit, die freilich vollen Spielraum gewahrt, die Waffen der Verleumdung und der Lüge zn führen und Schmähworte in den Mund zu nehmen, deren ein Souverain sich zu schämen hätte gegenüber seines Gleichen. Wir können unmöglich nur in das Gewand eines Referat« die Beschuldigungen einkleiden, welche P.us IX. sich gestattet hat, gegen einen Monarchen zu schleudern, der, wie unser Kaiser Wilhelm, e« stets für seine oberste Regentenpflicht erachtet, die Gewissen«- und ®lauben«freibeit seiner verschiedenen Eonfessionen angehörigen Untertanen in silbstverläugnender Strenge zu refpectiren. Wir vergessen auch heute keinen Augenblick die Erhaben Helt der Stelle, von welcher au« die ehrenrührigen vorwürfe gegen das Oberhaupt des Deutschen Reich« geschlendert sind. Aber, indem wir uns sagen, daß die Ehrenkränkung de« Deutschen Kaiser« eine um so unverzeihlichere Beleidigung Unserer Nation enthält, je höher die Autorität dessen ist, der feinen religiösen Beruf in so unerhörter Weife zur Herabsetzung der Obrigkeit, welche Gewalt von Gott hat, zu mißbrauchen sich nicht enlblöOet, beschwichtigt unsere moralische Ent- rüftung über eine so kolossale Unverschämtheit sein Ausdruck au« dem Wortschatz der Alloeution) nur das Bewußtsein der unabweislichen Nothwendigkeit, daß rm Wege der Gesetzgebung unverzüglich die Gränzen gesteckt »erden zwischen Staat und Kirche. Diese Gesetzgebung ist eine Lebensfrage (jir das Deutsch. Reich. Berlin. In einem Artikel über den Rücktritt des Fürsten Bismarck vom Ministerpräfiüium führt die „Provincial-Eorrespondenz" aus, es habe sich darum gehandelt, daß Fürst Bismarck, aus dessen schöpferischen Ideen die seitherige Gc- paltung der Reichspolilik im engsten Zusammenhänge mit der Eatiickelung Prenßees entstanden sei, auch ferner die Seele der deutschen und der damit zusammruhäa- genden preußischen Politik zu bleiben vermöge, ohne von der Last allseitiger Amts- pflichten und Sorgen erdrückt zu werden. Das preußische Ministerium verbleibe auch legt noch ein Ministerium Bismarck. Die preußischen Minister erwarten und Verlangen, daß der Reichskanzler ihr eigentlicher und rechter Präsident bleibe. Die Minister werden ihre höchste und ehrenvollste pol't sche Ausgabe immer darin erkennen, dem großen Staatsmanne, welcher der preußischrn und deutschen Poln k feit zehn Jahren den Stempel seines mächtigen Geistes verliehen, die Dnrchsüh- rang seiner Ausgaben für das Gesammtvaterland in jeder Beziehung erleichtere, zu helfen. Das ist die Bedeutung der jüngsten Veränderung des prenß.schen Ministeriums. Daraus ist zu erkennen, daß es sich keineswegs um eine Lockerung bd Feststellung der näheren v.rtrogsbeßimmungen; als öoem ffare fungirrn für Preußen geh Oberdaurath Weißbrot (Ministtnal-Referent in Eisenbahn Angele- grnheiten) von Berlin und für Hessen der Ministerialrath Schleiermacher ans Darmstadt. Pofell, 29. Deebr. Die Posener Zeitung meldet: Der Minister Falk hat euiichredcn, daß beim katholischen Gottesdienste an dem Gymnasium zu Wo»- growrec nicht die polnische, sondern die deutsche Spruche anzuwenden sei; wenn der Erzbilchos dies nicht erlauben »olle, so dürfe gar keine Predigt in der Kirche gehalten werden, sondern der R«ligionslehrer habe den Schülern die €inn- und Fetertaas-Evangelim in der Elasse deutsch zu erläutern. Posen, 30. Deebr. Die „Po'rner" und die „Ostdeut che-Zeitung", welche trotz der amtlichen Warnung die Deutschland betreffende Stelle der päpstlichen Alloeution veröffentlichten, wurden mit Beschlag belegt. deutschen Allgemeinen Zeitung" die Pflicht einer Zurückhaltung auferlegt, an welche sich die meisten Organe der öffentlichen Meinung in Drntfchland keineswegs für gebunden erachten. Aber Alles hat seine ~ , . der Franzosen. Richt eins Wallfahrt unternehmt Ihr, sondern einen Kreuzzug. Ihr zieht aber nicht in oen Krieg mit dem Rule: Gott will es! Denn Ihr gesteht ja selbst ein, daß feit zwei Jahren Gott gegen Sure Bitten taub geblieben ist", indem er Euch 6orb der „Danae* nach einer Uebersahrl von 142 lagen eintraf. Alles ping gut; nur um Vorgebirge der guten Hoffnung machte Assp einen Fluchtversuch, indem er in'« Meer sprang; einige Revolveeschusse wurden ihm nachge- schickt, ohne ihn jedoch zu erreichen; aber eine Schaluppe wurde ausgesetzt, dis den Flüchtling aussischte und zu seinen Leidensgenossen zurbcksührte. von den 249 Deportirten sind 185 für die Ile des Pins und 64 für di« bes.stigte Halb- infel Ducas bestimmt; unter letzteren befindet sich, jedoch nicht als Gefangener, eine Knabe von acht Jahren, Rrgdre. Die P nientnsel (Äunie) liegt 30 See- •eilen südlich von der großen J,,.l Neu - Ealedonien, bildet ein dürres Hochland, aber ist von eine» Kranze von Land umgeben, das culturfähig sein soll, weil es durch die von den Höhen herabkowmere Bekanntmachungen. Edictalladung (8) (5) Die Direction. zu empfingen und Vermischte Anzeigen. 11) Ein braves, tüchtiges Mädchen wird zu baldigem Eintritt in einen ruhigen Haushalt gesucht. Näheres zu erfahren bei Schuhmacher Rinn Neuenbäuen. Oberhessische Eisenbahnen. In unserem Verwaltungsgebäude stehen 2 größere Oefen auS weiß glasirten kacheln (sogenannte Porzellanöfen) und ein kleinerer aus gelb glasirten Kacheln zum Verkauf Angebote beliebe man bei unserer Betriebskanzlei einzureichen. Gießen, den 30. December 1872. 11. Februar k. I., Vormittags 9 Uhr, Conmmacirzeit ihre Forderungen dahier anzumelden, widrigenfalls sie bei Feststellung deS Inventars unberücksichtigt bleiben. Marburg, am 31. December 1872. Königliches Amtsgericht-Abtheilung IL Spang enberg. vt. W iemann. alte Sachen werden nach Wunsch angefertigt resp. umgeändert, sowie alle in's Kürschnerfach einschlagende Artikel stets prompt und billigst hergestellt. Feilgebotenes. Maronen 1 I. A. Busch Söhne. 9) Die dem Wirth Philipp Diehl zugestandene Besitzung im sogenannten kalten Frosch in der Nähe des Bahnhofs zu Marburg a. L-, bestehend in einem Wohnhause und Stallungen nebst den daran gelegenen 6 Acker Land und 7 Acker Wiesen, ist mit dem Wirthschafts-Inventar auf weitere 3 Jahre zu verpachten. Termine hierzu sind auf den 22. Januar, 19. Februar und 5. März b. I., von Mittags 2 bis 3 Uhr, und zwar erstere beide in die Wohnung des Unterzeichneten und letzter an Ort und Stelle in die Behausung bestimmt. Pachtlustigen dient solches zur Nachricht. Textor, Administrator in Marburg. I An die Bewohner des Großheyogthums Hessen. Heute find zwei Jahre seit dem Tage verflossen, an welchem die für unbezwinglich gehaltene Festung Metz dem deutschen Heere ihre Thore öffnete, dem Heere, welches nach blatigem Ringen ssch wie ein eiserner Gürtel um die feindliche Macht gelegt, mit nie ermüdender Tapferkeit alle Befieiung-yersuche des Feinde- zurückgewiesen, und in Entbehrungen und schwerer Bedrüngniß muthig auSgeharrt hatte, bis das Ziel erreicht war. Wohl war damals noch nicht der endliche Eie- errungen, noch nicht der Friede gesichert, dennoch konnte, nachdem Straßburg g,fallen, die Echlacht bei Sedan geschlagen, und nun auch Metz genommen war, an dem glorreichen AuSaana des Kriege« nicht mehr gezweifelt werden. ist wieder auf das Neueste und Reichhaltigste affortirt und empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. Neue Commissionair in Gießen, empfiehlt sich zum Abschließen von Geschäften für Gießen und die Provinz Oberhessen Derselbe hat zu verkaufen in Gießen: Geschäftshäuser, aut gehende Gastwirtk- schäften, mehrere HerrschafkShäuser, kaufmännische Geschäfte diverserBrancken sowie Bauplätze in jeder Lage der Stadt. ' In der Provinz Oberhefsen: Güter verschiedener Größe, Mühlen und Bauernhöfe; auch ist er in der Laae verschiedene vortheilhafte Pachtungen nachzuweisen. (5895) p», . . , x A v Nachdem die nächsten Erben des zu (dblCtflllÜvlinfl. Marbach verstorbenen Fabrikanten Rein- Dem unbekannt wo? abwesenden Emil Hard H00S die Erklärung abgegeben Haden, ---- - “ ■ die Erbschaft des letztern nur unter der RechtSwohlthat des Inventars antreten zu wollen, werden etwaige Gläubiger desselben aufgefordert, bis zum Termin den Die Unterzeichneten wurde» mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragt, und wende» sich demgemäß hiermit m Auftrage: sD«e JubscriptionSlifte ist in Circulation gesetzt.) (Rcstauration »>it 2aalc.) der Musik 2. Kroßherzoglich Hessischen Znfantene.RegimentS Rr. 116 DaS Streichorchester der hiesigen N^gimenlti Musik beabslcht'gt, in den Monaten Januar, Februar und Marz 1873, für bic Dkit- glicder des (Yesellschafts-NereLnS, im Clubsaale 4 Eoncertt 6) Hiermit die ergebenste Änzelue, daß icb unter drm Heutigen, das seither von mir betriebene Backer tyescbaft an Herrn Heinricb Rinklage abgetreten habe. Für das mir seither ge- schenkte Bertraueu bestens dankend, bitte lch, solches auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. Jacob Ronstadt. aus obige Anzeige, werde ich mich bemühen, reelle Bedienung, daS meinem Vorgänger ge- elwerben suchen und bitte um geneigten Zuspruch .Hcinrieb Rinklagc. Annoncen IEpcdition von ,m £lUl,t bt Kiulolf Mo**e , ei______ I. r.___■ — we . zu geben. AbonnementSpreiS für 1 , r । Die Concerte werden an ein. m von 8 Uhr Ab.oidS an stattsinden. in hiesigen oder auSwäntgen Blättern veröffentlichen will, erspart Müde und Port» foftrn wenn er damit die Unterzeichneten beauftragt, deren alleiaiaes und ausschlietz- H*e4 Geschäft es tft, «o,u befördern z tzLLslNsttiN & llogltT, Frankfurt a. große GaUusftraß« L 12) Humpen und Knochen werden gekauft im Haute des Meyer Rothenberger Neuenweg B 193. VreiS Medaille der t>arifrr Welt Ausstellung von 1807. Fortichritts-McbaiUe mit Kran; der Ulmer Ausstellung von 1871. fiicfluiuTö mcMdnifd)r iHdU-tErtrdrtr sind in bekannter. vorzüglicher Qualität und Reinheit in allen Apotheken oorräthia und isi dabei wegen vielfacher Nachahmung aus die Firma: „KN. Lorflund In MuttffHrt“ ganz besonder- zu achten. lioefltind’* concentrirtes Malz- (ktztract ist da- wirksamste IllnderungS mittel bei Husten, Heiserkeit, llatarrh, AthmungSbeschwerden, Brustleiden. (Ersatz des rederthrans. Brei« der Flasche 3'. fr. 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Liebrich, Buchhändler Heine nann, Roth und Ferber, D<* Ahn», Major Supp. Wetn- Händler sldwan, Aitessor (wUmeita, neiberr von Stein, Holgertchlspräffbent Buff. HoigertchlSrarh Or. Müller und Buff, Hofgerichtsodoocat Baift und Doinfetff. Orimmaldchter Höpfner, Dtstrictseinnehmer Schilbköter. Cberflerftr» infpecior 'ngnch, Pondirettor Vochmann. Bahndirector Mohn, Profdsor mgsrath Haderkotn. Kau'mann Kraatz, ^ibtikant U Müller, Proieffor Dr. Glaser, Pfarrer l>r Seel, Fabrikant Bender, randnchter BölNcher, Affesior Vimpert. Trofdior l>r Balder, Profeffor R R-, Zahnarzt poch. Hoi- gericht^rath Dr. Klein. Eteuenatd Schaffer. Frau Eehetmerath Dietz. ,tr8»!rte Roloff. Herr Bergeoidneier Felffng, StabSauartierareister Kabiletlch und Frau, Prälat Dr S'vron, Bürgermetffer Vogt, Praieffor Dr. 9(f, C^timeftalbirtttmr Dr drift _____________ Nach S 15 der Dekkgraphrttördmmg fihr die Korrespondenz auf den Linien des Telegraphen Verein« ?c von 1868 bat der Aufgeber einer Depesche das Recht, dieselbe In rcconnnanbhcn. In diesem Falle wird die Depesche von allen Stationen, welche bei er telegraphischen Beförderung, beziehungsweise Aufnahme Mitwirken, vollständig kol- lationirt und die Bestimmungsstation sendet dem Ausgeber telegraphisch, unmittelbar nach »rr Bestellung an den Adressaten oder nach der Abgabe an die Weiterbeförderung« anstalt, eine Rückmeldung mit genauer Angabe der Zeit, zu welcher die Devesche dem Adressaten. bcsievungSweise der Weiterbeföiderungtzanstalt mgestellt worden ist. Die Einiühning der recommandiiten Depeschm hatte den Zweck, dem corrdpon direndcn Publikum ein Mittel zu bieten, die Wabrschemlichkeit einer eorrecten Ueber Mittelung seiner Depcichen an den Adreffaten, so weit die« bei der Natur der tflegra pbischcn Betriebsmittel überhaupt iu erreichen iff, zu vermehren. ErfabntNgÄmaßip Depesche ist. Um nun dem correspondirenden Publikum ein fernere« HulfSmittel zu bieten, sich eine correcte llebermitteluna seiner Depesche, — so weit cti tdunlich und nöthig ist, — zu sichern, soll vom t. Juli c. nn versuchsweise im internen Berkehr da« Recht And) noch fernerhin in Geltung bleiben wird, dahin erweitert werden, datz der Aufgeber einer Dcpc'che. welche nach einem Ork innerhalb de« Norddeutschen relegraphenaedietes gerichtet Ist. die Bortheile der Recommandation auf einzelne Thfile seiner Depeiche de fchiänk.n kann, ohne verpflichtet zu sein, gleich da« Doppelte der Gesammttaxe zu bezahlen. Zu diesem Zweck bat der Aufgeber dlesenigen Worte, Zahlen, einzeln ffehenden Buchstaben oder Buchstaben-Gruppen (cfr $. 14, 6 der relegrapdenordnungi, deren correcte lUbcrnutklunfl er vorzugsweise für notdwendig hält, bannt die Depesche ihren Zweck erfüllen hmnf, zu untern reichen Jede« unterffrichene 49ort x wird Bei bei i'i Mittelung her Wort zahl, abweichend von den allgemeinen Bestimmungen de« V 1 \, 7 der lelegiaphenordnung, doppelt gezählt, dafür sedoch von allen bei der Beförderung resp Anfnahme der Depesche betdeil'gtcn Stationen collationirt werden. (Vcktnfli trotzdem ein solche« unterstrichene» Wort :c entstellt in die Hände detz Adressaten, so bafc die Depeiche nachweislich ihren Zweck nicht bat erfüllen können, so weiden dem Ausgeber auf de^fallnge rechtzeitige Rcclamation die für die Depdche gezahlten Gedndien mrückgezablt werden. Im Falle der Bciztümmelung nicht unterffrichener Worte K- bei unrecom- mandirlcn Depeschen werden fortan die Gebühren nicht zurückerstattet Die Nr- 51 bringt folgende Beiträge: Was die Schwalbe fang. Erzähluna cm Friedrich Sv'elbagen > Fonfeyung ) — -ine zahme Robinionade »ui meinem Lage, buche, von 'M v* Plankenau Mit Abbildung.' Die Rodinsonade auf dem Korallenriff Nach einer Skizze von M- 0. Plankenau. — Der Sommer,ienrattz von Jena Fbaraherbih au« der Zeilcpoche de« Herzogs Katl Au.iut'i von Weimar. Con*ijr. Heldig — Die Kometen und die Erde. Von l>r. Hermann J Klein Ein Wunderborn das deutsche Herz! Oedicht von Friedrich Hofmann. Mit Abbildung: Ehristmetke im Waldstäbtchen Origtnal>etchnung von R Düttner - Tn .rrtrit und die Bürgerst achter Bon A Fr. rä-chluh , — Blätter und Blüthen: Mdchhed Ali Bon H o M — Ein Epiker — Janus Gedichte von Rudolf Gott« schall. — Kleiner Bridkaften Statt der üblichen ^eujavr».Wunsche haben die Kleinkindertchule weiter de'chenkt: mit dem Beiblatt ^crlinrr öörrai-figaro. Äbonnement rirrtehahrh* \ Bestellungen für Berlin nehmen alle Zeitungs'^pekiteure und die unterzeichnete ^rpedit.on, sowie für außerhalb fammthebe Post-Anstaleen entgegen. Inserate pro Zeile 3 Sdr. pnbfllte.tlmridml# »r« .Berlin» vHnare.* vierteljährlich ttti humoristische )Uustratio»»e« Reichhalligffe Sammlung von Nachrichten aus o.llen Kre"'en und von allen lÄebieten detz Berliner Gebens unb Irrtbeni: Polittk, E»er chtswe'en, Polizei. । Magistrat, Stadtverordnete. Strahenoorfülle, Hof achrichtcn. Ministerialnachnchken, I öffentlicher Schein unb geheimes Sein, öffer tliche Schüben, Vereine. Inteiessantes unb Pikantes aus ter Spielerwelt, -kecensionen, Leitartikel, lelegraphifche I Depeschen, Novellen, -koma.re, Kunstberichte. Das Beiblatt: »Verliner Voeseii Figaro^, welches e: sich zur Aufgabe I gestellt hat, den fü. das gesammte Publikum ..eut so wichtigen industriellen und I Börsen Angelegenheiten feire Aufmelk'amkeit zu widn en. wird dies nicht nur in trockenem Eieschöftston, sondern auch — bei aller Giündltchkeit unb (Gediegen beit des Inhaltes — doch in pikanter, humorvoller und fesselnder Fciiillclon - sJ)huiicr thun und sich hierdurch von allen vorhandenen Börsenblättern wesentlich unter- 'cheiden. Der .Berliner Börsen Ftgaro" bringt in seinen Spalten jedesmal unter den Titeln Vom Welt-Theater Vom Geld-Theater pbischen Betriebsmittel Überhaupt zu werden recommandirte Depeschen jeoo_ , . w mählich tvkü die Taxe für die Recoinmandation gleich derjenigen für die eigentliche Erscheint örrliner Mittwoch, ^rritaq. Figaro das Wichtigste aus allen Gebieten der Industrie und des Bödenwefens, Börsen Tagesberichte und Böricn Wochen^RdumS's, Börsenbilder von Sonft und Jetzt, Interessantes und Pikantes aus der BSrsenwclt vor und hinter dem (sonrszettel. eingehende, rückbaltslos scharfe und unpartheiische Besprechung neuer Urtet ntbnuru en und Börsenpapiere, Beantwortung eingegangener Anfragen, Beleuch:ung ra Börsenzustände, Börlenkiei'e u d Bödenangeleßenheiten Bemerkungen zum (^ourSzeltel, Eoncourse, ^'enctal Bcrsammlungen, Iuduslnell.- ,e. :c. Tic am 1. Januar 1S73 neu lnnzmretenden Abonnenien erholt." den dis dahin erschienenen L^eil in dieser Nummer beginne^ den neuen höchst spannenden Original Xomans: Adel und Bürger stand. Litten Roman von Ur. Alfred Steffens, gratis nachgeliefert. (^rpedition des „Berliner Figaro." (^ugkn (sohnjtld's Annonckn Bureau.) Berlin, Reue Dromenake 7 in 8tu1tts.