>%«sa • e. 7 *»fträgk unfer (träte {n die betr. 9H$ «to3dtung4= lU“ möglichst M, rrsrlben nebst Rech- adkarten.Handlung. wng. Erzählung dm Ration: Die leßie Lundblad. - Ms ius der Glanzzeit Pius as die Schwalbe sar;. adtkinder aus be-i (4 dem Todtentanz k n sterben. (Schluß.) - nitzt in Deutschland! - iZeser-Kahn. on Gießen nach! 'UlMornU».JtaM >s. 2i;. Nachts. 1». Darin. 442. Nach: 12». Nachts. '.ll^.Dorm.^.Nache. 's. 12» Nachts. Gießen von: . 11«. Darm. 2«. 4- M. 12^6* Nachts, in ^.Nachm.?^*.M ichts. . 1130. SBom. ä-o. Naihr ,bb§. 11«. 2«. Nachts. 18- •ncr Eistnbah". on Gießen nach jv. 8»rm. 12. MiW io. Dom. 12- Mittag 7*>. Abends, r Gießen von: Mittags. 3*. Kacht [? So® 3*. * >rnds. atf-Sw ht WMick -on Gieße« n;L in «ieße»«-L Dorw- * • arm- 2-■Jtuw ufl- Jtari lu h preis i'iarkt s P^riS vicrkljä^rtQ 1 st. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 st. 29 kr. tLrschemr täglich, mtt Ausnahme SonntagS. Expedition: Canzleiberg, Ltt. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. 202. p——■ Donnerstag den 29. August i«7a. Amtlicker* The iL Bekannt m a ch u n g. -c Bezugnahme auf unsere Bekamltmachuug vom 14. Juni d. I. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen tn folgender Welse vorgenommen werden: ' ö ' p “ ...... ,v m _r , Freitag den l». September d. I. und folgende Tage, für dle;enlgen Angehörigen des Großherzogthums, .welche in den Jahren 1852 und 1853 geboren sind; Dienstag den 10. September und folgende Tage, ^.^lenrgen Angehörigen, des Großherzogthums, welche nn Jahre 1854 geboren sind, sowie die Angehörigen eines anderen Staates, welche nach S- 20 der Mllltar-Ersatz-Jnstructlon im Großherzogthum gchellungspflichtig und in der, Jadren 1853 und 1854 geboren sind; Freitag den 13. September d. I. und folgende Tage, für sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1855 geboren sind. Die Prüfungen beginnen an jedem Tage Morgens 8 Uhr im Locale der Polytechnischen Schule dahier. Darmstadt, den 22. August 1872. Großherzogliche Prüflings - Commission für Einjährig-Freiwillige. Der Militär-Vorsitzende: Der Civil-Vorsitzende: Pabst. Strecker. Politische** Tbeil. I. ■ I Deutschland. Darmstadt, 28. August. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer wirv erst am 3. September wieder zusawmentreten können, um sich zunächst über die Erhöhung der Minimaigehalte der Geistlichen schlüssig zu machen. — Die ordentlichen Staats-Einnahmen werde.« sich nach den bis jetzt vorliegenden Ergeb- niffen dieses Jahr voraussichtlich höher belaufen, als man bei Feststellung des Budgets annehmen konnte. — Unlängst wurde die tn vielen Kreisen überraschende Thatsache notorisch festgestellt, baß in Rheinhessen, der wohlhabendsten Provinz unseres Landes, die Gehalte der Volksschullehrer durchschnittlich am geringsten sind, obwohl sich auch dort seit neuerer Zeit in vielen Gemeinden ein anrrkennenS- werthes Bestreben geltend macht, die Lage der Lehrer zu verbessern. Bei dieser Gelegenheit können wer noch als sicher beifügen, daß der Gesetzentwurf in Betreff der Gehalte der Volksschullehrer, in der zweiten Kammer wenigstens durchgreifende Abänderungen im Interesse der Lehrer erfahren wird, welchen sich wohl die Regierung nicht wird widersetzen können. — Die Wahlen der Vorstände der DecanatSsynoden haben ihren Anfang genommen. Die bis jetzt bekannt gewordenen Resultate sind fast durchgängig der liberalen Partei günstig, wie sich das auch nach dem Ergebniß der Kirchenvorstandswahlen kaum anders erwarten ließ. — Angesichts des Mainzer Eongreffes rühren sich die hiesigen Social» Demokraten wieder ganz gewaltig und werden demnächst wieder eine Volksversammlung veranstalten. (Fr. I.) Darmstadt, 28. August. Das Grobherzogliche Regierungsblatt Nr. 39 enthält: 1. Bekanntmachung Großhrrzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Besetzung der Stellen von Revisoren und Revidenten im Eifenbahndienst betreffend. 2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Territorial-Organisation der Hauptfteuerämter betreffend. 3. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 4. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben aller- pnädigst geruht: am 10. August den Oöerrechnungeprodator 1. El. bei der 2. Justificatur-Abtheilung der Oberrechnungskammer, Heinrich Becker, zum Obcr- rechnungsrevisor bei dieser Abtheilun,' und den Oberrechnungeprobator 2. El. bei der 2. Justificatur-Abtheilung der Oberrechnungskawmer, Heinrich Pusch, zum OberrechnungSprobator 1. Classe bei dieser Abtheilung zu ernennen; ferner dem Schullehrer an der evang. Schule zu Allmenrod, im Kr. Lauterbach, Peter Krauß, die evang. Schule zu Heidelbach, im Kr. Alsfeld, dem Schullehrer ander 3. evang. Schule zu Lang - Göns, im Kr. Gießen, Johann Adam Lehr, die 2. evang. Schulstelle daselbst, am 12. August dem Schullehrer an der evang. Schule zu Burg-Gräfenrobe, im Kr. Vilbel, Wilhelm Schlechtweg, die 1. evang. Schulstelle zu Bickenbach, im Kr. Bensheim, dem Schullehrer an der evang. Schule zu Oberschönmattenwag, im Kr. Lindcnflls, Jacob Adam Schmidt, die 4. evang. Schulstelle zu Lampertheim, im Kr. Heppenheim, dem Schullehrer an der evang. Schule zu Reuters, im Kr. Lauterbach, Heinrich Henrici, die 1. evang. Schulstelle zu Westhofen, im Kr. Worms, und dem Schulamtsaspiranten Friedrich Winter aus Büdesheim, im Kr. Vtlbel, die 1. evang. Schulstelle zu Lang-Göns, im Kr. Gießen, zu übertragen. 5. Versetzungen tn den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog baben allergnädigst geruht: am 25. Juli den Schullehrer au der 1. kath. Mädchenschule zu Viernheim, im Kr. Heppenheim, Johann Kempf, auf sein Nach- suchen, am 7. Aug. den Ministerialcanzleiwärter Philipp Becht auf sein Nachsuchen und am 8. Aug. den Schullehrer an der evangelischen Schule zu Wlnterheim, im Kr. Oppenheim, Heinrich Seidel, auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, den Forstwarten der Forstwartei Groß-Gerau, Förster Peter Müller, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste, am 10. Aug. den Schullehrer an der 1. evang. Swule zu Monsheim, im Kr. Worms, Johannes Sind, auf fein Nachsuchen, am 14. Aug. den Schullehrer an mittleren vereinigten Knabcnllaffe des Schulbezirks Dom. Quintin in Mainz Jacob Magnus auf flin Nachsuchen und die Lehrerin an der 1. Mädchenschule ron St. Emmeran - Peter in Mainz, Sophie Sturni, auf ihr Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. 6. Sterbefälle. Gestorben sind: am 9. Juni der Landgerichtsdiener Georg Knoblauch zu Schlitz; am 7. Juli der pens Schullehrer Johann Peter Meister zu Gras-Ellenbach; am 16. Juli der Förster Wißmann zu Jägersburg; am 17. Juli der Gerichtsvollzieher Ferdinand Simon zu Mainz; am 24. Juli der Schullehrer Johann Schuld zu Seligenstadt; am 1. Aug. der penf. Justizrath Friedrich Wilhelm Frommann zu Darmstadt; am 9. Aug. der Obermedicinalrath und Kreisarzt Dr Eellarius zu Darmstadt; am 10. Aug. der Kreisveterinärarzt Dr. Netscher zu Oppenheim; am 14 Aug. der Präsident des Ministeriums des Innern, wirklicher Geheimerath von Bechtold zu Darmstadt. Mainz, 24. Aug. Die Jesuitenangelegenheit hat dem Bischof Ketteler ein „Schreiben un meine Diöcesanen" abgepreßt, betitelt: „Das Reichsgesetz vom 4. Juli 1872" u. s. w. Es fehlt diesem Opus zwar nichts von der bekannten Sophystik und Derbheit, ober so ziemlich Alles was nach Geschichte und Ersah- rung als feststehend gilt. Indem er wieder die OrdenSthätigkeit hin und her siebt, weint der von feinem eigenen Anhang so bitter getäuschte Herr, daß trotz dem großen Zudrang des Volkes zu seinen Jesuiten keine Klage gegen sie zu erheben sei. Die Maßregeln gegen die Jesuiten sind, wie er meint, dem Haß einer mächtigen Partei gegen die katholische Kirche entsprungen und das Recht stehe i* Gefahr, das Werkzeug dieser Partei zu werden. Eine rührende reichsfreunvliche Sorge, an der merkwürdigerweise die — Jesuiten schuld sind! Diese Partei nun hat nichts Geringeres nach Herrn v. Ketteler im Sinn, als das Christenthum aus dem Leben der Völker zu verdrängen. In dieser Weise wird die Jesuiten- frage zu einer Angelegenheit des Christentdums und der katholischen Kirche und jedes einzelnen Kathollken aufgebläht, Vas Verbot des Ordenslcdens der Jesuiten lm Reiche als der tiefste Eingriff in die persönliche Gewissensfreiheit dieser Katholiken bezeichnet. Es wird vom Recht der Bischöfe, Orden zu gründen, vom Recht des katholischen Volkes auf solche gesprochen. So gelangt denn der Verfasser zu den Mitteln, um den Ungeheuerlichkeiten gegen feine theuern Jesuiten, mit denen das Ehristenthum leiden soll, ein Ende zu machen. Er räth zu besonderen Vereinigungen gegen das Jesutlengesetz mit wohlorganifirter Wirksamkeit, zur Literatur und zur Presse. Er räth zum ewigen Protestiren, bis man den einstimmigen Protest der Katholiken Deutschlands nicht mehr einfach zu den Acten wird legen können. Den einstimmigen Protest der deutschen Katholiken gegen seine lieben Jesuiten wirb der Bischof schwerlich erleben! „Fliehe die Männer, die du mit Kutten, weibischem Haore, Bocksbärten, schwarzem Ueberwurfe und baarsuß cinher- gehen flehest. Das Alles sind Argumente des Teufels", schrieb der heil. Hieronymus. Der Papst ist der Monarch und Despot dieser Argumente und die Mohrenwäsche der Jesuiten ist eitles Beginnen. Wenn Herr v. Ketteler seinem interessanten G'standnisse nach, auf Grund eines Gutachtens des berühmten Berryer 'n Hessen seine religiösen Privatvere'ne in öffentlichen Klöstern und mit officiellem Betteln trotz den Aussprüchen der hesstschen Gerichte als zu Recht bestehend ansteht, so ist das eben nur tm drastisches Zeichen mehr für ihn und seine Absichten. Oie Ansicht eines französischen RechkSgelehrten steht Dem Herrn Bischof höher als Reichs- und Landesgesetz! Freilich nach dem Dominikus VenetuS kann der Papst nicht nur Kaiser und Könige absetzen, sondern auch die kaiserliche und königliche Gewalt in den Laien vernichten.... Am Ende hat gar der oberste Linker des Jesuitenordens das berühmte Stetachcn bereits ins Rollen gebracht, um dem von Herrn V. Krittler geträumten einstimmigen Protest den gehörigen Nachdruck zu verleihen I Berlin, 25. Aug. Zu den vielen durch die Angaben der „Spener'schen Zeitung" hervorgerusenen und meist einander widersprechenden Vermuthungen in Betreff der Frage, ob der Fürst Reichskanzler zu der Drei-Kaiser-Zusammenkunst hierher kommen werde oder nicht, ist zu bemerken, daß der Reichskanzler, wofern ihm sein Gesundheitszustand überhaupt in dieser Zeit zu rufen gestattet, am 1. oder 2. September in Berlin eintreffen wird. Dann wlrd er zu den Festlichkeiten gehen, die in der zweiten Woche des kommenden Monats in Marienburg statt finden, und von dort wird er nach Darzin zurückkehren. Der Staatssekretär (nicht Unter-Staatssccretär) v. Thile, dessen Geschäfte dermalen von dem deutschen Gesandten am belgischen Hofe, v. Balan, versehen werden, wird Mitte September von seinem Urlaub, den er in Schandau verlebt, zurückkommen. Berlin, 25. Aug. Es ist dahin entschieden worden, daß die Bestimmung der Militär-Ersatz-Instruction, wonach der nächstälteste Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen oder an den erhaltenen Wunden gestorbenen oder erwerbe- unfähig gewordenen Soldaten, sofern durch die Zurückstellung den Angehörigen des letzteren eine wesentliche Erleichterung gewährt werten kann, vom Militärdienste befreit werden soll, nunmehr auch Anwendung auf den nächstältesten Bruder eines im Kriege oder in Folge der Strapazen des Krieges verstorbenen Soldaten ic. finden soll. Etwa hiernach vorhandene begründete Reclamationen für bereits dienende oder noch einzuziehende Militärpflichtige sollen den Kreisbchörden möglichst bald vorgelegt werden. Berlin, 27. August. Nach Pariser Meldungen wird die Räumung der beiden ersten der sechs Departements, welche jetzt noch deutsche Besatzung haben, nicht am 7. September, wie so ost versichert worden ist, sondern erst nach Mitte des Monats erfolgen, da die Baracken, welche die abziehenoen Truppen in den besetzt bleibenden vier Departements bewohnen sollen, nicht früher vollendet fern werden. Schließlich wird es, wie wiederholt betont norden ist, bei den Festsetzungen der Räumungsconvention bleiben, daß die Zahlung der ersten halben Milliarde bis zum 7. September d. I., zwei Monate nach Austausch der Ratificationen, die Räumung der beiden Departements bis zum 21. September erfolgen muß. Berlin, 28. August. Die „Provinzial - Eorrefpondenz" führt in ihrem heutigen Leitartikel aus, daß die Auffassung, wonach mit dem Verbot der Ordens- thätigkcit der Jesuiten nicht die Untersagung seelsorgerischer Verrichtungen aus- gesprochen sei, keinen Anspruch auf Berücksichtigung habe, und daß über den Sinn des Jesuitengesetzes die Landcsbehörden ebensowenig wie die Reichsgewalt im Zweifel sein können und dieselben deshalb für den wirksamen und allseitigen Vollzug des JesuitengesetzeS Sorge zu tragen haben. — Wie dasselbe Blatt meldet, ist Seitens der französischen Regierung bereits die Nachricht etnßegangen, daß sie mit der Zahlung des Kriegskostenrestcs in der nächsten Woche zu beginnen gedenke. Berlin, 28. August. Die gemeinschaftliche Sitzung der Maschinenfabrikanten und der Deputirten der strikenden Maschinenarbeiter verlief resultatlos, da Seitens der Fabrikanten auf Grund der vorgelegten Geschäftsbücher nachgewiesen wurde, daß bei Bewilligung der Forderung die Fabrik mit Schaden arbeiten würde, die Deputirten der Strikenden trotzdem aber an allen Forderungen sesthielten. — Dir „Kreuzzeitung" meldet, daß in der bevorstehenden Landtagösitzung das Schulgesetz noch nicht kingebracht werde. Berlin, 28. Aug. Fürst Bismarck wird am 1. September hierher zurückkehren. Großfürst Nicolaus ist bereits heute früh 53/t Uhr hier eingetroffen. Derselbe wurde auf dem Bahnhose feierlich empfangen und stieg im Erdgeschoß des russischen Botschaftshotels ab. Einen interessanten Gast wird Europa im nächsten Jahre beherbergen: der -Kaiser von Japan, der Mikado, wird, dem Japan Herald zufolge, Europa wahrscheinlich bei Gelegenheit der Weltausstellung auch Wien besuchen. Drei Kriegs- schiffe werden den Mikado zur See begleiten. Das Blatt fügt hinzu, daß der Mikado aus Furcht vor den allzu demonstrativen Freundschaftsbezeigungen der Amerikaner erst Europa sehen wolle, um dann, schon etwas „an Demonstrationen gewöhnt", gelassen denen der Amerikaner entgegensehen zu können. Es steht zu erwarten, daß die Reise des Mikado nicht ohne den größten Einfluß auf die japanesifchen Verhältnisse fein werbe. Der Fürst ist von dem Wunsche beseelt, Japan zu heben, und er schrickt vor Riformen keineswegs zurück. Selbst religiöse Reformen werden von ihm begünstigt. So sind durch ein Decret alle unzüchtigen Götzenbilder verboten worden, und es wird gedroht, dieselben zu verbrennen, wo sie immer gefunden werden mögen. In dem Verkehre ist ein wichtiger Fortschritt durch die Einrichtung der Post gemacht worden; fünfmal täglich geht die Post schon von Jeddo nach Yokohama. Am besten aber können wir sehen, baß Japan sich wirklich Mühe giebt, er anderen civilisirten Staaten gleichzuthun, indem es eine neue Anleihe vom Stapel läßt. Allerdings ,st es nur eine Anleihe von 200,000 Pfv. St., um die Mineralreichthümer des Lande« auszubeuten. Köln, 27. Aug. Das erste Blatt der heutigen Nummer der „Köln. Volks zettuug" wurde conftscirt wegen des Abdrucks einer Adresse des katholischen Adels an die Väter der Gesellschaft Jesu, datirt Münster, 31. Juli, welche in anderen Zeitungen, u. a. der „Germania", schon vorher veröffentlicht worden war. Essen, 24. Aug. lieber die Erceffe, welche hier um der Jesuiten willen stattgcsunveu haben, wirb folgenbcS Nähere berichtet: Am 22. dS. hatte sich ber Landrath v. Hövel in Begleitung des KreiSsccrctärs, nach vorheriger Anzeige seines Erscheinens, gegen halb 7 Uhr zum Hause der Jesuiten begeben, um denjelben die Eröffnung zu machen, daß die inländischen Jesuiten die Statt binnen drei Wochen, die beiden ausländischen (Schweizer) Jesuiten innerhalb drei Tagen zu verlassen hätten. Zahlreiches Publikum hatte sich vor dem gedachten Hause und in ber Frohnhauser Straße, Limbecker Platz rc. eingefunden. Als der Landrath das Haus verließ, begann ein Werfen mit Steinen auf denselben, so baß er gelungen war, eilenden Schrittes dem tumultuirenben Haufen zu entkommen, wobei ihm von einem Bewohner eines Hauses am Limbecker Platz Schutz in dem- selben angeboten wurde, was indeß abgelehnt wurde. Der Haufen folgte, bis er schließlich beim Erscheinen der Polizeideamten auseinander ging. Verätzungen haben ber Landrath und der Kreisstcretär nicht bavongctragen. Es verzog sich dann das Publikum aus ber Frohnhauser Straße, bis gegen 10 Uhr die Massen wieder anschwollen und demonstrative Bewegungen machten, die damit endeten, daß an dem Hause des vermeintlichen Schützers des Landraths am L mdeck.r Platze, einem Kaufmann, eine Demolirung vorgenommen wurde, die wirklich groß- artig zu nennen ist, indem mit Steinen sämmtliche Fenster, Spiegelscheiben rc. total zertrümmert worden sind. Die Polizei traf bald an der Stätte ein; eine erste Aufforderung zum Auseinandergehen wurde mit Steinwürfen beantwortet, und kam es dann zu einem längeren Handgemenge; die Polizeibeamten, in zwei Abtheilungen getheilt, säuberten Platz und Straßen, wobei von der blanken Waffe Gebrauch gemacht wurde und mehrere Verwundungen vorgekommrn sind. Verhaftungen sind nicht vorgenommen worden, der Tumult währte li/z Stunden. Heute 'reffen bereits zahlreiche hierher commandirte auswärtige Gensd'armen zur Verstärkung der SicherheitSbehörde hier ein, auch wird dem Vernehmen nach wegen ber Excesse der Regierungspräsident v. Ende heute erwartet. Die Schließung des Collegiums, Casino's ic. ist seitens der Behörde erfolgt. Am 23. wiederholten sich Abends die Exc.sse auf dem Limbecker Platze und der Frohnhauser Straße, und zwar in verstärktem Maße. Wahrend des ganzen Tages waren die Straßen in jener Gegend von Zuschauern gefüllt, gegen Abend indeß wuchs die Menge in bedeutender Weise. Selbstverständlich waren fortwährend Polizei- und Gensd'ar- rnericpatroutllcn und Posten in der Nähe zugegen zur Uebcrwachung und Aufrechthaltung der Ruhe, die bis 10 oder 11 Uhr nicht in besonderer Weise gestört wurde. Um diese Zeit jedoch, nachdem die Sicherheitsbeamten lange Zeit hin- vurch die Ehicanen des Publikums ertragen hatten, begann ein Bewerfen dersel- Ken mit Steinen, worauf man zur Säuberung der Straßen und des Platzes schritt, wobei wiederum die blanke Waffe gebraucht werden mußte. Die Manöver mußten wiederholt werden, und der Straßenkampf, wobei auch aus der Menge heraus auf die Beamten geschossen worden ist, währte etwa bis nach 1 Uhr; ote Ruhe selbst konnte erst um 2 Uhr als hergestellt betrachtet werden. Auch gestern sind mehrfache Verwundungen vorgekommcn, sowie Verhaftungen vorge- aommen worden, Auch wurden die zum Theil wieder eingesetzten Scheiben an rem vorgestern Abend demolirten Hause aufs Neue durch Steinwürfe zerstört, so daß der betreffende HauSeigenthümcr sich zur vollständigen Schließung des Hauses veranlaßt gesehen hat. Der Bürgermeister hat durch öffentliche Bekanntmachung oen § 116 des Strafgesetzbuches in Erinnerung gebracht. Augsburg, 24. August. Als der Kronprinz des deutschen Reichs das hiesige Rathhaus besuchte, hieß der Bürgermeister Fischer denselben mit einer Ansprache willkommen und hob in derselben hervor, daß die ehemalige freie Reichsstadt Augsburg zwar gut bayerisch geworden, aber stets auch gut deutsch geblieben sei. Diese gleichzeitig gut deutsche und gut bayerische Gesinnung könne um so weniger unvereinbar mit einander erscheinen, als man ja recht gut wisse, oaß diejenigen, welche gegenwärtig unter dem Vorwande der Sorge für Erhaltung der Selbstständigkeit Bayerns mit scheelen Augen auf das neu erstandene deutsche Reich hinsähen, niemals Bayerns wahre Freunde gewesen seien oder werden würden. Der Kronprinz dankte für den ihm gewordenen freundlichen Willkommen und erwiderte: „Zu jedem der bedeutungsvollen Worte, die Sie, Herr Bürgermeister, über das Verbältniß Bayerns zum Reiche gesprochen, sage ich: Ja und Wahr! Die Einzclstaaten in ihrer Eigenart müssen erhalten bleiben, ihr Zusammenwirken giebt dem Reiche Kraft. Wir haben Großes errungen und ich schätze mich glücklich, als Führer Ihrer wackeren Landsleute im Kriege, bezeugen zu können, wie viel die bayerische Tapferkeit zu den glänzenden Erfolgen bei- getragen hat. Die gut bayerische und die gut deutsche Gesinnung, die ich überall >n Bayern gefunden habe, hat meinem Herzen wohlgethan und ich glaube meinen Gefühlen einen besseren Ausdruck nicht geben zu können, als mit dem Rufe: Seine Majestät, König Ludwig von Bayern, lebe hoch!" Nach dem gestrigen Besuche des Rathhauses machte der Kronprinz M deutschen Reiches eine Spazierfahrt durch die Dorstadt nach der Fuggerei, nahm dieselbe in Augenschein und begab sich darauf in den Schießgraben, woselbst ihm zu Ehren ein allgemeines Volksfest veranstaltet worden war. Der Kronprinz wohnte demselben bis 8 Uhr Abends bei und kehrte alsdann in fein Hotel zurück. Um Jalb 10 Uhr erfolgte eine Umfahrt durch die Straßen der festlich beleuchteten Stadt, auf welcher der Kronprinz allerseits mit begeisterten Hochrufen von der Bevölkerung begrüßt wurde. Ingolstadt, 27. Aug. Nach der Rückkehr vom heutigen Felbmanöver empfing der Kronprinz den Mittags per Extrazug hier eingetroffenen Kriegsminister Freiherrn v. Prankh und reiste Nachmittags unter dem Donner der Kanonen und dem Jubel des Volkes nach Regensburg. Ein Theil des kronprinzlichen Gefolges geht direkt nach Darmstadt. Oesterreich. Wien, 22. August. Vorgestern waren „ganz Ungarn", Siebenbürgen und einige andere Annexa nach Pesth Ofen zusammengeströmt. Der europäische Hut und Rock wurden für einen Tag an den Nagel gehängt, und der ungarische Attila und der runde Botyarenhut übten eine unbestrittene Herrschaft. Es war das Fest des heiligen Stephan, des unter die Heiligen erhobenen Königs, welcher seine Reiterschaaren dem Ehristenthum unterwarf und als der Schutzpatron Ungarns von allen Eonfessionen des Landes, den Lutheranern und Ealvinisten, wie von den Katholiken verehrt wird. Bei der großen Kirchenprocefsion des 20. wurde die Rcl quie des Heiligen, seine mumisirte Hand, von der ofener Burg- capelle bis zur FestungSpfarrk>rche dahergctragen und den zuströmenden Tausenden durch die Krystallwände des RcliquienkästchenS vor Augen gebracht. Bis zum Jahr 1848 war die StephanSfeicr ein katholisches Fest wie das FrohnleichnamS- fest, dem die Nichtkatholiken gleichgültig gegenüberstanden und um deffentwillen es auch keinem Bewohner der Provinz einfiel, feine Pußta zu verlass.». Seit Dem Jahr 1860 ward sie ober ein Landesfest, ein Mittel zur Demonstration gegen die Wiener Oderherren und die verdorrte Hand des Königs wurde als der Hebel verehrt, Der die Emancipation von Oesterreich herbeiführen und das Land auf (td) selbst stellen würde. Gastein, 28. August. Kaiser Wilhelm ist beute, Morgens um 91/1 Uhr, unter dem lebhaften Hochrufen eines zahlreichen PublicumS von hier abgereist. Derselbe versprach, das nächste Jahr wieder hierher zu kommen. Schweiz. Bern, 28. August. Die Genehmigung des Vertrages über den Bau des GottbardtiunnelS mit Favre Seitens des BundeSrathes erfolgte mit dem Vorbehalt des Resultats d:r Verhandlungen, welche über die Betheiligung des technischen Personals des Tunnelbaues des Mont-Eenis schweben. Frankreich. Bayonne, 27. Aug. Die Behörden lassen die in den GlenzdepartemeniS lebenden EarUgen interniren. tt dr» tx vüha xabtn, lvvsübff ihm ir, Der Kronprilij ioonn in fein Holt! Straßtn der festlich »egeisterlen Hochrvsea lügen Felvwanöver (jenen W®* fr brr Aancnen und llpriojlichtn befolge- eitbtnbutßtn vvd Dtt tureväi^e N vnv der ungarische errsckast. SS M tntnfionigi, »* । eer SW* trB und Sa^nesten, .enplocesston de- 20. i dkl öl'"" 'rö-endenT-uM ''KLL i* L< » ' t«» r-°° ihren »nw M gl/. Übe, •s;** en- ,l8t blant( Äf V-Ä ' ÄH d,, ’*“[« stta6t" bund unt> Weise i£ 1‘8= Seit bin. ° ®'»»fen bttlti, LV P'chS i ' ®>e 3Jlanö»er ter 8ilngt ,b,> na< 1 Uh,, "et teerten. !rW“Wn tmt, hfjn Scheiben an trr-'vxt, so des Han,es vtkanvlmalhnng Aschen Reichs das enftben mit einer le ehemalige freie QUä tzul deutsch ll Tesmung fönnt ja recht gut wisse, orge für Erhaltung erstandene deutsche seien oder verden ldiichen Willkommen Sie, Herr Burger« sage ich: Ja und n bleiben, ihr Zu« - errungen und ich m Kriege, bezeugen enden Erfolgen bei« lang, die ich überall ich glaubt mtintn 11 mit ton Mufti Italien. Rom, 24. August. Einem Briefe des römischen Correspoerdenten des „N. W. Tgbl." entnehmen wir die Nachricht, für die wir jedoch diesem Gewährs- manne die Verantwortlichkeit überlassen, es habe nicht nur der Präsident der fron' zösischen Republik dem Monsignore Nardi die bestimmte Erklärung abgegeben, daß Frankreich weder dem heil. Vater ein Asyl bieten, noch event. die Abhaltung des Conclave zur Papstwah! auf seinem Boden dulden könne, sondern die französische Negierung sei im Begriffe, an das belgische Cabinet eine Note zu richten, deS Inhaltes, daß Frankreich es sehr Übel aufnebmen würde, wenn Belgien dem Papste Aufenthalt böte, da die Gegenwart Sr. Heiligkeit an den Grenzen Frank.eichs die Gewütyer in Aufregung bringen und der Regierung eine sehr schwierige Situation bereiten würde. Das aber, fügt der Correspondent hinzu, geschehe nur aus Besorgniß vor Deutschland und vor der legitimistischen Partei im eigenen Lande, und nicht etwa aus Sympathie für Italien, mit dem man in frostigeren Beziehungen sei, als dies vor drei Monaten noch der Fall gewesen. Spanien. Madrid, 27. Aug. Der Ausgang der Wahlen wird wahrscheinlich der sein, daß 80 Republikaner, 290 Radicale und 27 Conservative herauskommen. Von einigen Bezirken kennt man das Ergebniß nicht. Von den conservativen Exministern sind nur Malcampo, Balaguer und Ulloa wiedergewählt worden. weit durchrissen und die Kiefern zerbrochen wurden. Ms Oie Unmenschen das Geld wirklich nicht vorfanden, warfen sie ihr Opfer auf die Erde, riffejt die Kleider von seinem Leibe und schnitten ihm mit ihren stumpfen Taschenmessern den Bauch auf, um hier nach den verschluckten zehn Gulden zu suchen. Diese Operation hatte jedoch keinen weiteren Erfolg, als daß der arme Italiener unter den furchtbarsten Schmerzen starb worauf Alles die Wirthsstnbe verließ. Die Wirthsleute veranlaßten nun die Ueber- tragung des Ermordeten in die Todtencapelle, von wo er wahrscheinlich von den Be- thetligtcn in der Nacht auf eine geheimnißvolle Art entfernt und so gut beseitigt wurde daß es bis heute noch nicht gelungen ist, die Leiche aufzufinden. Von dem ganzen Vorfälle soll die Gendarmerie erst am 14. d. Mts. verständigt worden fein. * Napoleon I. nannte die Russen mit besonderer Vorliebe „Barbaren." Seit ihm hat sich in dem Reiche des weisen Czars zwar viel zum besseren gewendet, aber im Aberglauben leistet das russische Landvolk in allen Gegenden des weiten Reichs noch Erkleckliches. Mitunter nimmt der Aberglaube dort aber liebliche Formen an. So glaubt man in vielen russischen Ortschaften, daß die Cholera in ein Kirchspiel nicht eindringen könne, wenn um dieses in der Mitternachtsstunde mit einem Pfluge eine Furche gezogen werde. Aber das Beste kömmt erst. Diesen Pflug müssen 12 Mädchen ziehen und ein dreizehntes muß den Ackerknecht vorstellen, und alle dreizehn müssen Jungfrauen fein. Eine solche Umpflügung sand kürzlich in dem Kirchspiel Dawydkowo nächst Moskau statt, und die Mädchen besorgten das unter fröhlichem Lachen und Singen beim Scheine des Vollmondes. Am nächsten Tage weihte noch die Geistlichkeit die gezogene Furche in feierlicher Procession. Dawydkowo blieb thatsächlich von der Cholera verschont, und deßhalb steht tue Tugend seiner schönen Pflügerinnen in hohem Ansehen. An anderen Orten soll aber die Furche nichts genützt haben; in diesem Falle denkt das Landvolk schlecht von den Mädchen, nicht aber von der nachträglichen kirchlichen Weihe der gezogenen Furche. Portugal. Lissabon, 28. Aug. Der spanische Dampfer „Perseveranza" ist bei Oporto in Folge Nebele untergegangen, 30 Personen ertranken. Don Fernando mit der Gräfin Edla sind aus Frankreich hier wieder eingetroffen. England. London, 27. Aug. Der Dampfer „Nuki" bringt Nachrichten über eine Verschwörung in San Salvador und Guatemala bebufs Sturzes beider Regie- rungen. Der Hauptanstifter ist Erzbischof Piscol in Verbindung mit Jesuiten nnd einer Anzahl von Geistlichen in San Salvador. Vermischtes. Darmstadt, 23. August. In Weiher (im Wefchnitzthal, nächst Weinheim) fand man ehevorgestern die Leiche des früheren Bürgermeisters Schmitt mit einer bedeutenden Wunde am Kopfe. Der muthmaßliche Mörder ist bereits gefänglich eingezogen. (Fr. Ztg.) Vom Odenwald schreibt man, daß der frühere Bürgermeister Schmitt 3r von Weiher, dessen Leiche in diesen Tagen aufgefunden wurde, von einem sehr achtbaren Bürger Weiher's in Nothwehr erschlagen wurde. Schmitt hatte schon vor längerer Zeit entmündigt werden müssen. Michelstadt, 25. August. Zimmermann Wege! von Erbach, welcher feine Frau euf fo schauderhafte Weise ermordete, hat sich diese Nacht seinem irdischen Richter entzogen. Er hängte sich mit seinem Halstuche an das Fenstergitter, und so fand ihn der Gefangenwärter halb sitzend auf dem unterhalb dem Fenster liegenden Strohsacke. Da der Großherzog die Todesstrafe nicht mehr vollziehen läßt, fo hätte er den Rest seines Lebens — er war 56 Jahre alt — in dem Zuchthause zubringen müssen. Dieser Zukunft wollte er sich entziehen, fein Verbrechen selbst hat er nicht im geringsten bereut. (Gräßlicher Mord.) Dem „Tagesboten aus Böhmen" schreibt man: Bei dem Baue des Gußwerks und der chemischen Fabrik nächst Lipschitz sind gegenwärtig nahe an 400 Arbeiter beschäftigt, die, aus aller Herren Länder zusammengewürfelt, eine Gesellschaft bilden, welche der ganzen Umgebung zu den ernstesten Befürchtungen gerechte Ursache bietet. Täglich bringen Nachrichten über verübte Diestähle, Rauban- frille u. f. w. ins Publikum. Am 11. d. Mts. ging es, wie gewöhnlich, in dem Wirths- hause in Lipschitz lustig zu; außer dem Tanz und Trunk wurde auch dem Spiele ge- fröynt, und da der Wochenverdienst der männlichen Arbeiter sich zwischen 25 bis 30 Gulden bewegt, so war der Einsatz bei dem beliebten Einundzwanig auch kein g ringer. Ein Arbeiter, wie es heißt, ein Italiener, hatte bereits an zwanzig Gulden verloren und setzte feine letzten zehn Gulden auf eine einzige Karte. Das Glück war ihm wieder nicht günstig und er faßte nun die auf dem Tische liegenden Banknoten, steckte sie in den Mund und versuchte es, sich ins Freie zu bringen. Er wurde daran verhindert und von seinen Mitspielern aufgefordert, die zehn Gulden an den Gewinner auszufolgen. Der Italiener weigerte sich dessen, und verschluckte, als die anderen gewaltsam Hand an ihn legten, das Geld. Die Mittheilung dieser sonderbaren Bergung des verlorenen Besitzes wurde von den Mitspielenden ungläubig aufgenommen und der Mund des Italieners sofort einer Untersuchung unterzogen, bei welcher der Mundwinkel > Börsenberichte. Frankfurt a. M., 28. August. Trotz schwierigem Ultimo verkehrte die Börse heute doch bei prononcirt guter Stimmung, d. h. für Bankeffecten. Bahnwerthe blieben auch diesmal wieder im Hintergrund. Auf spekulativem Gebiet waren eö Credilactien, welche heute in großen Summen comptant und für Medio gekauft wurden und eine Avance von 5 fl. erzielten. Man schreibt diese Bewegung starken Wiener Kaufaufträgen zu. StaalSbabn dagegen schlugen bei geringem Geschäft weichende Tendenz ein, während Lombardcn 1 st. höher gingen. Von Banke» waren heute offenbar Frankfurter Baubank am gesuchtesten, dieselben wurden bei 110 in Summen gekauft und blieben zu diesem Course gesucht. Sodann erfreuten sich Amsterdamer, Englische und Frankfurter Wechslerbank, Deutsche Handelsgesellschaft (1V2 Proc. höher). ProvinzialdiSconto (4 Proc. höher) Hahn'fche Effectenbank, Oesterreichisch deutiche großer Beliebtheit. Deutsche VercinSbank und Frankfurter Bankverein fest. Bahnpapiere fanden bet herabgesetzte» Courseu wohl willige Käufer, die Umsätze blieben jedoch in bescheidenen Grenzen. Böhmische West und Elisabeth besser. Von Prioritäten waren Donau-Drau, Albrecht, Elbthal und Livorneser gefragt und gut bezahlt. Deutsche Staatenfonds am Markt und gut bezahlt. Oesterretchische Renten bessern sich wieder langsam. In Loosen blieb das Geschäft schwach. Amerikaner 1882er beliebt und fest. Sörsennac^richtea. 28. August 1872. Aeaiea. 5% östr. F» St. E. B. 3631/2 Lombard. Bahn 228 Ludwlgsh.-Bfax.baeh 202 Maxbaha 147 Bayer. Ost bahn 138% Rheiu-Nahebahn-Aot. 50 Hess. Ludwigs b.-Acf. 184 Oberhessen 83% Prioritäten. 30/0 öster. Stsb.-Pricr. 587/g 3% öst. s. Lombard 52 3% Livorneser 39 Katzenstein, Holzhandlung. 2. Etz dts Ta, tor kcc Mtilwf lolltn, damit tii dn obtn für bie' Militä! vorraihig bei 3147) Flur 28 Nr 35 = 1 Morgen Klftr daselbst, Flur 28 Nr. 66 = 279 Klftr. 3950) Der Unterzeichnete wohnt vor dem Wallthore, A. 103, und ertheilt auf Verlangen ärztlichen Rath. Sprechstunde: 2 — 3 Uhr Nachmittags. Dr. ined. Zimmermann, pract. Arzt. Bensheim erkauft; Flur 26 Nr. 202 = 2 Morgen 257 Klftr. in den Stolzenmorgen; b. Stachmittags um 3 Uhr von 142 Morgen der Weid-, Burg-, Ochsen- und Weidenstrauchwiese in der Gemarkung Gießen. Steigliebhaber können sich vorher die Wiesen von den betreffenden Wiesenwärtern zeigen lassen- Gießen, den 26. August 1872. Großherzogliches Rentamt Gießen. L y n ck e r. Otm Ait Ui lhrln A Tages' u du Sohi tin tinigt 8* K vtttvlilen. Innung ^chscnbcr kühnen Jugendfest. Die Herren, welche bei den früheren Juqendfesten als Zugführer ober Spielordner betheiligt waren und auch diesmal wieder Mitwirken wollen, sind freundlichst ersucht, sich Samstag Abend 8 Uhr in der Turnhalle einzuffnden. Nübsamen. Niederlage für den Detailverkauf dahier bet Herrn Wilh. Balser, Wallthorstraße. Alle Arten Petroleum - Lampen mit Flach- und Nundbrennern neuester und bester Construction. Große Auswahl. Billigste Preise. Annahme von Reparaturen und Besorgung von Umänderungen von Lampen. zur Wormser Industrie - Ausstellung, Frankfurter Pferde Loose, sowie Loose der Middle-Park-Lotterie, sind in der Expedition dieses Blattes zu haben. Gesucht ein braver Junge in meine Wirthschaft. H. Schmoll, ■iauli'iiiann & Comp. in Gieße» Vermischte Anzeigen. 3106) Syphilis, Geschlechts- und Hautkrankheiten , Schwäche - Zustände, Epilepsie und Frauenkrankheiten behandelt nach be-| wÄhrter Methode brieflich und garantirt für greiudllche Heilung in kürzester Zeit Specialarzt Dr. Leonhardt, Berlin, Mohrenstr. 57. Annoncen aller Art werden täglich befördert und zu den Ortginalpreisen der Zeitungen berechnet durch das Annoncen-Burcau der Iaegrr'schen Buchhandlung, Frankfurt a. M. Bei größeren Aufträgen entsprechenden Rabatt. kauft: a. Flur 28 Nr. 34 = 2 Dtorgen 54 Klftr- auf der Stockwtese, ß. Flur 28 Nr- 43 = 338Klftr. daselbst, T- „ 28 „ 45 = 254 „ V „ 28 „ 61-lMorg.230Klftr. daselbst; ' von Johannes Jung II. zu Wieseck erkauft: Flur 28 Nr. 26 --1 Morgen 185 Klftr- daselbst; von Christian Müller Wittme Feilgebotenes. der als vorzüglich anerkannten 11» 18 üb.vam en Mäusburq Vit. D. Nr. 9, 3982) Non bcntc on wohne ich in dem neuerbauten Hoch'sehen Hanse an der Wieseckbrücke. Gießen, 2<». August 1872. Pros. Dr. mell. Birnbaum. Bcstc Qualität Wiutcrmalz (3335)empfiehlt Pitthan. Brodverkauf. 3994) Wir haben dem Herrn I. Rothenberger auf dem Linden- platz den Berkans unseres Brodes für Gießen übertragen und offcriren 4 Psd. beste Sorte Wcißbrod zu !81/2 kr. und beste Sorte Kornbrod zu 15y2 fr. Durch Lieferung von gut ausgcbackener und schmackhafter Waare werden wir uns das Vertrauen unserer verehrten Abnehmer zu erhalten suchen. Hochachtungsvoll Wicken 4* Haseneyer, Mühle und Brodbäckerei Harheim bei Frankfurt. Versteigerung: von Lehrer Schlapp zu Rödgen er- Wallrath-Ocl-Nachtlilhtcr, jedes 8 Tage haltend (1 Mafchinchen mit 52 Lichtern für 1 Iahr zu 38 kr.), welche ihrer Sparsamkeit im Brennen und Reinlichkeit wegen bestens zu empfehlen sind, -------------- ——--- 3981) Mehrere junge Leute werden g, gesucht von Kauffmann S» (5omp., E1 Lampenfabrik. * bulskn wir W Jahr unfireg tzr Mtn dnnsch iu dkffni g 7 ®iOf0fl W driulthf die tt. Mm iu ktotl *« to-1 ÄS Grummetgras-Versteigerungen bei Großherzoglichem Rent- amte Gießen. 3987) Das diesjährige Grummetgras auf den Großhcrzogltchen Domanialwtesen wird in nachstehenden Terminen versteigert: 1) Donnerstag den 5. September, Morgens um 9 Uhr, von 96 Morgen in den Gemarkungen Leihgestern, Schiffenberg und Watzenborn (im Gemeindehause zu Watzenborn). 2) Freitag den 6. September, a. Morgens um 9 Uhr, von 22 Morgens in der Gemarkung Alt-Buseck, sowie bem dortigen Oberförstersgärten (bei Wirth Philipp Krämer HI. daselbst); b. Vormittags um 11 Uhr, von 25 Morgen der Sorauwiese in der Gemarkung Staufenberg (bet Wiescnwärter Walther zu Daubringen). 3) Montag den 9. September, Morgens um 1U Uhr, von 9 Morgen 27V« Klafter in der Gemarkung Butzbach (bei Gastwirth Adam Joutz daselbst). 4) Mittwoch den 11. September, a. Morgens um 9 Uhr, von 43 Morgen in der Gemarkung Grünberg (im Gasthaus zum Taunus daselbst); b- Nachmittags um 2 Uhr, von 28 Morgen in den Gemarkungen Queckborn und Harbach (bet der Sommersmühle). 5. Donnerstag den 12. September, a. Morgens um 9 Uhr, von 23 Morgen in der Gemarkung Lindenstruth (bei den Wiesen daselbst); b. Vormittags um 11 Uhr, von 71 Morgen in den Gemarkungen Göbelnrod und Saasen (am Moorensee). 6) Freitag den 13. September, a. Morgens um 9 Uhr, von 135 Morgen in der Gemarkung Wieseck (bei Wirth Dorfeld.daselbst). In der Gemarkung Wieseck kommt noch das Grummetgras von den nachstehenden, neu angekauften Wiesen zur tim, t "'W um (lnR empfiehlt sein reichhaltiges Lager in wollenen Hemden, seidenen, wollenen und baumwollenen Unterjacken und Unterhosen, Socken und Leibbinden, sowie Leinen- und Shirting-Hemdcn, leinenen Kragen in allen Halsweiten, Hemden, Einsätzen, Chemisetts, Manschetten, allen Arten Halsbinden, Uniforms-Cravattcn, Hand, chuhcn, Hosenträgern rc. rc. 3992) Ein Mädchen, welches gute Zeugnisse besitzt, wird sogleich gegen guten Lohn in Dienst gesucht. Marktstrabe Lit. D. Nr. 204.__________________________________ 3973) Ein Hausbursche zum sofortigen Eintritt gesltcht von G C h r. Spruck. 3693) Durch bedeutende Einkäufe, die ich in letzter Zeit gemacht, ist eine Ucberfüllung meines Lagers eingetreten und bin ich wegen meiner engen Räumlichkeit gezwungen, meine Vorräthe, um zu räumen, zu Fabrikpreisen zu verkaufen. Als da sind: feinste Militär-Handschuhe für Officiere, 1. Sorte 1 st., 2. Sorte 48 fr., 3. Sorte 36 fr., alle Sorten Haar-, Zahn- und Nagelbürsten, Rastrpinsel, Fristr- u. Staubkamme, Diadems, Seife, Pomade, CosmetifliieS) OdeurS, ächtes Kölnisches Wasser, Eau dcLavantk, ä la Rose, feine und Kordelnetze, wie überhaupt alle in das Toilcttcnfach einschlagende Artifcl bis den 1. September zu Fabrikpreisen. Hermann Oppermann, Coiffeur, Seltersweg. 3990) Zwei geräumige, möblirte Zimmer werden von einem einzelnen Herrn zu mie- then gesucht. Offerten unter A. 1Ä besorgt die Expedition d. BlttS._____________________ 4002) Eine kleine Familienwohnung mit Stallung wird zum 1. October zu miethen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bltts. Händ-rkschmaschintn, mit und ohne Strohschüttler, | Eingemachte Gurken 4006) Früh - Zwetschcn zu verkaufen bei Louis Benner, an der Scboor- 685) Liebig'S Fleischextract, ächtes, von Fray Bentos, und Condensirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk— Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen Z. A. Busch Söhne. 3920) Weißbinder und Handlanger finden gegen hohen Lohn dauernde Beschäftigung bei Friedrich Deibel, Weißbinder in Wieseck. 3988) Alle Sorten Schuhschaften werden noch fortwährend nach Maaß gut und schnell angesertiqt. Carl Schlemm, ____________________Brandgasse._______ 2453) Alten Malaga, Tokeyer, Dry Madeira, Old Sherry, Rothe ii. meiste Weine, verschiedene Sorten, in bekannter Güte, empfehlen ______I. A. Busch Söhne. 643) Thür- und Grabschilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebiger Schrift angefertigt bei ___________Wilh. Balser. Neue Holland. Vollhäringe, neue schottische Matjeshäringe, geräuch. Winter-Rheinlachs, empsthlen (3683) I. A. Busch Söhne. 3974) Neue la. schottische Häringe, ä 4 und 5 kr., empfiehlt ________________G. Cbr. Spruck. 3699) Stückstcckcn werden billig ab- Vermiethungen. 4011) Das seither von Herrn Schneider Rupp bewohnte Logis ist zum 15.October anderweit zu vermiethen. ________________Cour. Weidig. 4012) Das seither von Frau Dr. Geisel bewohnte Logis ist anderweit zu vermiethen. _______________K- Plank, im Pfau. 4005) Der mittlere Stock meines Hauses auf dem Hamm, in der Nähe des Bahnhofs, ist zu vermiethen und den 1. October zu beziehen. __________Balth. Euler. 4003) Ein Logis, bestehend aus 2 Stuben, Kammer, Küche und Zubehör, ist zu ver- miethcn und alsbald zu beziehen. ___________ L. Hosch, Sonnenstraße. 3382) Laden mit Familienwohnung im untersten Stock meines Hauses in der Schul- straße zu vermiethen. ___________________________Dr. Dornseiff. 3666) Ein freundliches Familienlogis ist an eine stille Familie zu vermiethen und am 17. October, auf Wunsch auch früher, zu beziehen.____________Carl Deines. 3921) Der dritte Stock im D ei bekund Becker'schen Hause in der Alicen- straße ist durch den Wegzug des Hrn. Schreiber von hier anderweit zu vermiethen und ain 1. November zu beziehen._____________ 3925) Ein großes Familienlogis ver- miethet___________G. Todt, Briefträger. 4009) Eine Schlafstelle für einen Arbeiter 4014) Krifcrgcselleu finden bei gutem Lohn dauernde Beschäfti- gung bei________________H. Schmall. 3999) Zum Eintritt in vier Wochen wird ein Mädchen, welches in Küchen und Hausarbeit erfahren, sowie ein Zweitmädchen, gesucht. Arnold Müller, Walltbor. 3924) Eine kleine Familie sucht zu sofortigem Eintritt ein solides, erfahrenes Dienstmädchen. Seltersweg C- 102. 3497) Ein tüchtiger Hausbursche kamt sogleich eintreten bei ______________Julius Wallach. 4013) Ein Dienstmädchen zum sofortigen Eintritt gesucht. Gute Zeugnisse erforbers lich- Marktstraße Nr. 19. 4010) Ein tüchtiger Schuhruachergcfelle wird gesucht von__________N- Wendel. 4015) Gesucht ein Mädchen, welches kochen kann, gegen hohen Lohn. Wo? sagt die Exped. d- Bltts. 4004) Es wird ein Gymnasiast ober Realschüler in Logis gesucht: auf Verlangcir kann auch die Kost im Haus dabei abgegeben werden- Wo? sagt die Exped- d. Bltts. 3979) Mehrere Herren können Logis erhalten bei S- Plank Wittwe, auf dem Hamm, gegenüber der Badeanstalt des __________Herrn Rübsamen._______ 4008) Ein Stück Papiergeld ist gefunden worden. Der Eigenthümer kann dasselbe gegen Er- tattung der Jnserationsgebühren in Empfang nehmen. Bei wem? sagt die Exped. d. Bltts-