HrsiS vterteljLhrlg 1 st. 12 fr. atit BringeAshn. Durch di« Post bezogen viertrljährig 1 fl. 29 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Su», nähme SonntagS. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Lreis Kießen. Mv. L7V. Mittwoch o 27. November SML. B M t l i eh e r t H i f. , Unterzeichneter macht hierdurch bekannt, daß Herr »r. Nücker, Lehrer an der Ackerbauschule zu Friedberg, Sonntaa den 1. December V* I., Nachmittags 3 Uhr, im Gengnaq el'sehen Saale zu Groß-Buseck einen Vortrag über . „Zusammenlegung der Grundstücke mit besonderer Berücksichtigung der Anlegung von Gewannwegen" halten werd und ladet zu zahlreicher Betheiligung hiermit em. Der Zutritt ist Jedermann gestattet. Die. Großh. Bürgermeister Don Groß-Buseck und den Nachbarorten werden ersucht, dies in ihren Gemeinden zur allgemeinen Kenntniß zu brinaen. Gießen, den 25. November 1872. Der I. Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen: v. Röder. P M l i t i s eh e r Uber!» Deutschland. Gießen, 25. November. Der Gießener Wahlaufruf vom 14. November empfiehlt, einem Beschlüsse der General-Versammlung für Volksbildung entsprechend, dem künftigen Landtage die ernstliche Sorge um die Förderung des öffentlichen Unterrichts überhaupt und die Fortbildungsschulen für die arbeitende Jugend insbeiondcre ihre Unterstützung dort, wo sie bestehen, ihre Gründung da, wo sie noch fehlen. Die Fortbildungsschule soll die arbeitende Jugend im lernfähigsten Alter aufnehmen, wenn ihre Schulkinntrusse noch frisch sind und bei den Besseren der Durst nach weiterer Belehrung erst recht erwacht. Sie soll die Selbstständig- kett des Urthetls erziehen, die eigenes Wissen gewährt und die fist wacht gegen die verführerischen Illusionen der Social-Demagogen, und sie soll Dk Fähigkeit zu unabhängigem Erwerb und damit zum rechtmäßigem Erwerb und damit zuw rechtmäßigen Eintritt in die Reihen der Besitzenden erhöhen. Die Zeit mio kommen, wo eine Gemeinde, die Der Fortbildungsschule entbehrte, ähnlich angesehen werden wird, wie heute diejenige, die keine Volksschule hatte. Einstweilen wird die locale Initiative bei Ltr ersten Gründung einzutreten haben, bann aoer wird der Staat sich der Sache bemächtigen müssen, denn auf Volksbildung ist der Staat der allgemeinen Wehrpflicht und der bürgerlichen Selbstverwaltung gegründet. Was aber auch ohne solche Unterstützung die bürgerliche Selbsthulfe vermag, das zeigt bas Beispiel der Stadt Gießen. Dort ist zu Ende des vorigen Jahres eine Anzahl Lehrer zusawmengetrettn, um auf eigene Hand eine Fortbildungsschule zu gründen. Zunächst fehlte es an Allem, nur nicht an gutem Willen und redlichem Streben. Ein Schullocal sammt Heizung und Beleuchtung gewährte der Gemeinderath, und auf eine öffentliche Einladung der Lehrer hin meldeten sich hundert Lehrlinge des Gewerb«- und Kaufmannsßanbes als Schuler. Diesen wurde nun an den fünf Wochentagen, Abends zwischen 8 und 10 Uhr, in zwei Claffen: 1) in Deutsch, Rechnen, Geographie, Geschichte und Naturgeschichte, 2) in Deutsch, Rechnen, Geometrie, Physik, Technologie, Geographie und Geschichte, wozu neuerdings noch Französisch hinzugekommen ist, unentgeltlich Unterricht er- theilt. Ein Theil des Ertrages von Vorträgen, welche eine Anzahl Universität-- lehrer veranstaltet, gab die Mittel, um den durchaus mittellosen Schülern Düchcr, Atlanten, Schreibmaterial anzuschaffen, und eine öffentliche Subscription sicherte dem Unternehmen eine Jahreseinnahme von gegen 600 Fl. Für Vie Lehrer aber, die ein ganzes Jahr Zett und Mühe freudig geopfert hat.en, ohne Anspruch auf irgend eine Entschädigung zu machen, war noch nichts geschehen. Da bewilligte ihnen, ohne daß sie darum nachgesucht, die General-Dersammlung der hiesigen Spar- und Leihcaffe aus ihren bedeutenden Ueberschüffen vom letzten Jahre, außer erheblichen Beiträgen zu ähnlichen Zwecken, die Summe von 600 Fl. als Honorar für die freiwillig geleisteten Dienste und erwarb sich durch diese Gabe den freudigen Dank Aller, die ein Herz haben für diese hochwichtige Sache. So sollten auch unsere größeren Credit - Institute handeln, denn sie leben von den Ersparnifien unseres fleißigen Volkes, sie wachsen mit dem Wachsthum des erworbenen Wohlstandes und des Spartriebes ihrer Einleger. Gießen, 26. Novbr. Das neue Wahlgesetz für die Wahl der Abgeordneten zur zweiten Kammer der Landstände hat tu vielen Beziehungen neue Verhältnisse geschaffen, dte Zahl der Wähler tn hohem Grade vermehrt, tue Wahlbezirke verkleinert und verändert, und es erscheint daher nothwendig, die Grundzüge des neuen Gesetzes klar zusammenzufassen. Lor Allem sei bemerkt, daß die Wahl eine indirecte ist, indem die Urwähler jeder Gemeinde Wahlmänner, und zwar für jede 500 Seelen Einen Wahlmann, und Vie Wahlmänner sodann den Abgeordneten zu wählen haben. Urwähler ist jeder Staatsbürger, der 25 Jahre alt ist, am Wohnorte seit Anfang des Jahres Einkommensteuer zahlt und mit der Entrichtung nicht im Rückstände ist. Zum Wahlmann kann jeder Urwähler gewählt werden, der ein Normal- steuer-Kapital von 40 fl. hat, b. h. mindestens eine direkte Steuer von 7 fl. 25 kr. jährlich, oder 3?yi2 kr. monatlich bezahlt. Durch die Wahl-Commtssion, welche aus dem Bürgermeister und zwei von dem Gesieinderathe gewählten Urkundspersonen besteht, werden Listen der Stimm- berechtigten und der Wählbaren aufgestellt, und nach vorausgegangener Bekanntmachung oret Tage offen gelegt, innerhalb welcher Einwendungen vorgebracht werden können. Nur diejenigen sind stimmberechtigt und wählbar, welche in die.festgestellten Listen ausgenommen sind. Die Wahl der Wahlmänner erfolgt, nachdem der Tag und die Stunde, sowie das Local derselben, mindestens drei Tage vorher öffentlich bekannt gemacht worden ist. Die Abßimnnnden geben ihre Abstimmung in Selbstperson mittelst Ueber- reichung eines Stimmzettels von weißem Papier ab, der in dem Wahllocal oder außerhalb desselben mit den Namen berjfn^n-, welche er zu wählen beabsichtigt, handschriftlich oder im Wege der Vervielfältigung ausgefüüt ist. Hiernach find bei der Wohl gedruckte Stimmzettel zulässig. Eine Ablehnung der Wahl zum Wahlmann findet nicht statt. Zur Wahl des Abgeordneten versammeln sich die Wuhlmänner des Wahlbezirks auf, mindestens zwei Tage vor der Wahl, ihnen zuzustellende schriftliche Einladung des von dem Ministerium ernannten Mahl - Commissärs, und zur Gültigkeit der Wahl gehört die Abstimmung von wenigstens zwei Dritttheilen der Wahlmänner. Friedberg. In der am Sonntag Nachmittag im hiesigen Ratyhaussaale stattgehabten Urwähler-Versammlung wurde zum Abgeordneten der Stadt Friedberg für die zweite Kammer Herr Buchhändler Scttba dahier empfohlen und sand dieser Vorschlag allseitige Annahme. — Die gleichzeitig abgehaltene Versammlung der Wähler des Landbezirks Friedberg führte zu keinem Resultate, wcßhalb eine nochmalige Zusammenkunft anberaumt werden soll. Darmstadt, 22. November. Hand-in-Handgehen der jetzigen Vinisteriellen Partei mit den National - Liberalen tst die diesmalige Wahllosung, so daß der Wahlkampf eigentlich nur den Ultramontanen und Socialisten gilt und zweifelsohne eine ganz neue Kammer mit neuen Elementen zur Folge hat. In Ober- Hessen soll Frhr. A. v. Rabenau gewählt werden. Metz, R. Bamberger und Gebhardt treten wieder in ihren früheren Wahlkreisen auf, während über der Stadt Mainz zur Zeit ein noch schwer zu lüftender Schleier schwebt. Sehr gespannt ist man auf das Radgau, wo Socialisten und Ultramontane sich so ziemlich dte Wagschale halten. Hier (in Darmstadt) stimmen die Socialisten für den seitherigen Abg. Fink, und zwar, wie man hört, zur Anerkennung dafür, daß derselbe entschieden für directe Wahlen eingetreten. Bezüglich des zweiten socialistischen Candidaten ist noch keine Entscheidung getroffen. Nächsten Sonntag finden zahlreiche Wahlversammlungen allerorts statt. Die seitherigeu Abgg. Becker, Kritzler, Zentgraf und Wirth wollen unter keinen Umständen wieder ein auf sie fallendes Mandat anneymen. (Fr. I.) Darmstadt, 24. Novbr. Die von uns vor längerer Zeit gemeldete Absicht der Regierung, die birecten Steuern nur noch alle zwei Monate je für zwei Monate zusammen erheben zu lassen, wird nunmehr in aller Kürze, wahrscheinlich schon mit dem 1. Januar k. I., verwirklicht werden. Es wird hierdurch eine sehr bedeutende Arbeitsentlastung aller Districts-Einnehmereien herbeigeführt, und beabsichtigt die Regierung, eine größere Anzahl dieser (wie wir hören 15) ein- gehen zu lassen und die Inhaber der Stellen anderweitig in der Ftnanzbranche zu verwenden. Darmstadt, 26. Novbr. Gestern entgleiste unweit der Station Rosenhöhe durch falsche Weichenstellung ein Zug der Hessischen LudwigSbahn. Drei Personen vom Zugpersonal wurden, wie wir hören, verwundet; einer derselben soll sehr erheblich verletzt sein. Berlin, 23. Novbr. Herr v. Kleist-Retzow und Genossen haben sich denn wirklich an die Regierung gewandt und förmlich angeboten, die Kreisordnung, wie fie jetzt aus dem Abgeordnetenhause kommen wird, im Hcrrenhause anzuneh» men, wenn dadurch der drohende Pairsschub abgewandt werden kann. Wir haben schon bemerkt, daß bloß wegen der Kreisordnung ein Pairsschub gar nicht mehr nöthig fein dürfte; so fressen die „kleinen Herren" so zu sagen schon aus der Hand. Aber seit langer Zeit, und namentlich seit Preußen sich zu Nord- veutschland und dem Deutschen Reiche erweitert hat, hat sich eine Reform unseres romantisch construirten Herrenhauses als unabweislich dargestkllt, und diese Re» form ist von dem jetzigen Herrenhause nicht zu erlangen, so lange die Junker darin tominiren. Die Negierung hat schon wiederholt erklären lassen, daß die Reform des Herrenhauses im Princip beschlossen sei, und dazu ist ein Pairsschub unumgänglich erforderlich. Diele der Herren, die zu Mitgliedern des Herren» Hauses ausersehen sind, haben bereits ministerielle Briefe mit den nöthigen Anfragen erhalten und zum Theil ausführlich beantwortet. Berlin / 25. Novbr. Seiten- der deutschen Regierung wurde, wie die „Schles. Ztg." meldet, vor einigen Tagen eine Note an die englische gerichtet, um die französische Zustimmung zu der englischen Expedition nach Zanzibar zur Unterdrückung des Sklavenhandels auszudrückeu und zwar unter Hinzufügung der Mittheilung, daß die deutschen Consuln in Ost-Afrika Instructionen erhalten hätten, die Expedition mit allen diplomatischen Mitteln zu unterstützen. Berlin, 25. Novbr. Gegenüber den an heutiger Börse verbreiteten beunruhigenden Nachrichten über das B finden des deutschen Kronprinzen kann nach Mittag- aus Karlsruhe eingesandtes authentischen Nachrichten wiederholt auf das Bestimmteste versichert werden, daß die Besserung in dem Befinden des Kron- ' Prinzen gleichmäßig und befriedigend fortschreitet. Alle anderweitigen Nachrichten find durchaus unbegründet. Wiesbaden, 26. Norbr. Der Kronprinz des deutschen Reichs wird An- fangs Decew'ber hier eintrcffen und mit Familie Winteraufenthalt hier nehmen. Stuttgart, 26. Novbr. Der „Schväb. Merkur" veröffentlicht eine Reihe von Berichten aus der oberen Neckargegend über einen Sonntag Nachts 11 Uhr wahrgeuommenen Erdstoß in der Richtung von Südwest nach Nordost. München, 12. Novbr. Die „Dachauer Bankhalter" Herb, „Gutsbesitzer", und Lindn.r, ehemaliger Lokomotivführer von hier, welche ihr Geschäft unter der Firma „Herb u. Co." betrieben, sind heute, als des betrügerischen Bankerotts verdächtig, in gerichtliche Hast genommen worden. Die „N. Nachr." schreiben: „Don kompetenter Seite wird uns mitgetheilt, daß die Erklärung des Franz Ignaz Brücklmeier (in welcher es hieß: er habe in keinen anderen Beziehungen zu der Spitzeder gestanden, als verschiedene andere von den „N. Nachr." nicht genannte Münchener Advocatcn) Anlaß zu energischen Schritten Did Anwaltstan« des geboten hat. Die hiesigen Anwälte wollen durch alle gesetzlich zulässigen Mittel darüber Gewißheit und dem Publikum öffentliche Aufklärung verschaffen, •, vb und welche Münchener Anwälte und Concipienten dem Brücklmeier die Behauptung ermöglichten , daß er in die F-ßstapfen einer ziemlich großen Anzahl be- kannter Münchener Anwälte und Concipienten getreten sei." Aus Elsaß-Lothringen, 22. Novbr. Nach dem „Berl. Militär-Wochen- blatt" find im Elsaß über 12,000 Pensionäre, meist frühere Officiere und Soldaten, zurückgeblieben, von welchen man annahm, sie würben optiren und aus- wanvern. Die deutsche Regierung zahlt ihnen die Pensionen voll, einschließlich ■ der von Napoleon III. gezahlten Zulagen, welche die französische republikanische Regierung in Abzug bringt, und darum wohl sind sie fast Alle geblieben. — Die „N. Mülh. Ztg." fährt mit der Veröffentlichung der Liste der von der hiesigen KreiSregterung für ungültig erklärten Optionen fort. Heute erreicht dieselbe bereits die Zahl 539. Welche überflüssige Mühe haben doch diese Schein- Optanten sich und den deutschen Behörden gemacht! Oesterreich. Men. Der Bankschwindel des Fräuleins Spitzeder in München bereitet nicht blos den bayerischen Jesuitenblättern schweren Kummer, sondern auch unsere österreichischen Organe befinden sich in arger Klemme. Das Linzer Volksblatt schiebt der „Berlinerin", das hiesige „Vaterland" dm „Juden" dcu ganzen Bankschwindel in die Schuhe. Nur das Organ des frommen Vincentus von Brixen, die Tyroler Stimmen, stellt die Adele Spitzeder als „Opfer des Libera- lismus" dar und fetzt sie als katholische Märtyrerin mit dem päpstlichen Grafen Langrand tn eine Reihe. So heben salbungsvoll die Tyroler Stimmen an: „Gras Langraud-Dumonceau, der bekannte Banquier, hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Capital zu christianistren, um auf diese Weise, mit Millionen arbeitend, der jüdisch-liberalen Gelbmacht in Europa entgegenzutreten und ihr die Alleinherrschaft entwinden zu können. Daß dieser Plan, der bereits außerordentliche Fortschritte gemacht, den Juden, Liberalen und Freimaurern nicht recht war, iß auf ganz natürlichem Wege zu erklären. Es wurde deshalb durch ganz Europa so lange gegen ihn gelogen und verleumdet, bis die belgische Regierung gegen sein Geschäft einschritt. Ein Seitenstück zu dieser Langrand-Affaire wickelt sich jetzt mit Adele Spitzeder in München ab." Während also nach den Tyroler Stimmen die Spitzeder zum mindesten als Belohnung für ihre Verfolgungen durch die Liberalen Anspruch auf die Canonisation hat, beutet das „Vaterland" den Zusammenbruch der Spitzeder^schen Schwindelwirthschaft im entgegengesetzten Sinne aus: die Spitzeder wird in bas Lager der Juden und Liberalen gewiesen! Das edle Blatt schreibt: „Haupturheber des modernen Geldschwinbels und des daraus folgenden socialen Elendes ist und bleibt unfraglich dec schlechte Liberalismus, welcher die von einer weisen Gesetzgebung früherer Zeit gegen das Krebsübel des Wuchers aufgerichteten gesetzlichen Schranken trotz aller Warnung von Seiten der katholisch- confervat ven Tagespresse freventlich niedergeriffen und dadurch der ßräulichsten Ausbeutung des gemeinen Mannes durch beschnittene und unbeschnittene Juden Thor und Thür geöffnet hat." Frankreich. Paris, 23. Novbr. Der große Orient von Frankreich hat beschlossen, mit allen FreMau.ern Deutschlands förmlich zu brechen, weil sie nicht gegen die Erwerbung von Elsaß.Lothringen protestirt hätten. Man darf hier wohl fragen, ob die französischen Freimaurer sich so dagegen ausgelehnt hätten, wenn die Franzosen Land und Leute erobert hätten. Freilich sind die französischen Maurer eben Franzosen, welche glauben, daß dieses alle- erlaubt sei. Kaum hat Herr Thiers durch feine Botschaft die französische Nationalversammlung zur DiScussion der inneren politischen Fragen veranlaßt, so ist der Kampf dcr Parteien mit erneuter Wuth entbrannt; eß scheint fast, daß der wet- terkundige Präsident, der es bisher so gut verstand, sein Schisflein durch die stürmischen parlamentarischen Wogen zu lenken, doch endlich auf einer der Sand- bänke zur Rechten ober Linken sitzen bleiben wirb. Schon die in Folge der Changarnier'schen Interpellation mit so schwacher Majorität für die Negierung angenommene Tagesordnung Metttlal's über die Grenobler Rede Gambetta's be- deutet keinen Sieg, sondern eine Niederlage Thiers', der denn auch nach jener Abstimmung vom 18. November in der ersten Hitze ein eklatantes Vertrauensvotum oder seine Entlassung fordern wollte. Inzwischen ist jedoch der Präsident mit den ihm am nächsten stehenden Mittelparteicn übereingekommen, die Entschri- düng von dem Botu« über den Bericht der Commission abzuwarten, welche zur Brrathung des die Antwortadresse auf die Botschaft betreffenden Antrages Ker- drel zusamwengetreten ist. Da die Commission, in welcher die Freunde ThierS' nicht gerade die Mehrhe.t zu haben scheinen, den Präsidenten zur Theilnahme an ihrer Sitzung eingeladen, so hofft man trotz Allem noch auf eine Verständigung, welche indessen wohl nur durch Concesfionen seitens Thiers' an die Rechte iu er* kaufen fein dürfte. Die Commission will nämlich nur unter Einsetzung eines ver- antwortl'chen Ministeriums und Verz'chtleistung des Staatsoberhauptes auf fernere Theilnahme an den Debatten der Nationalversammlung die Amtsdauer desselben auf vier Jabre verlängern. Die letztere Bedingung dürfte dem nicht mit Unrecht auf feine Beredtsamkeit stolzen Präsidenten besonders schwer fallen. Parts, 25. Novbr., Morgens. Die „Agenee Hovas" meldet: Die Ma- tontat der Commission zur Berathung des Kerdrel'fchm Antrags hat beschlossen sich darauf zu beschränken, die Herstellung der Ministerverantwortlichunq zu bea/- tragen. ThierS besteht auf der Lösung der Verfassungsfragen, wie: Verlänaeruna feintr Vollmachten, Errichtung einer Vice-Präsidenlschast, Schaffung einer zweiten Kammer, theilwüse Erneuerung. Die Minorität der Commission wird einen Gegcnberlcht eindringen. Spanien. Madrid, 25. Novbr. Anläßlich der Recruten-Aushebung haben in Madrid und der Provinz Murcia Unordnungen stattgefunden. In Barcelona machten sich Anzeichen einer Aufregung kund. Die Insurgenten fahren fort, Telegraphen und Brucken zu zerstöre. England. London, 23. Novbr. Schon vor acht Tagen, als die erste Nachricht von dem Wasserdurchbruch in der Pelsall-Grube eintraf, glaubten wir die Vermißten aufgeben zu müssen, weil sie, wenn auch vor der eingedrungenen Fluth gerettet doch in giftiger Lust ersticken würden. Bei den Rettungsversuchen durfte man natürlich die Hoffnung, den Männern noch Hülfe bringen zu können, nicht fahren lassen, aber jene schlimmere Voraussetzung hat sich jetzt vollauf bestätigt, nachdem mau endlich, nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten, bis zu der Stelle vorgerückt ist, wo die Unglücklichen ihren letzten Athemzug ausgehaucht haben. Es war in dem von der Fluth nicht erreichten oberen Tbeile eines vom Grunde des Schachtes schräg aufsteigenden Ganges, wo man die 19 Leichen fand. Die Armen hatten sich cng zusammengedrängt; sie waren offenbar von kohlensaurer Luft ge- tövtet worden. Morgen sollen sie feierlich in einem Grabe bestattet werden. (Eingesandt.) Herr Werminghoff engagirte, wie wir Horen, auf dem Lahnstein für2 Concerle auf Donnerstag und Freitag eine Künstlergesellschaft aus Frankfurt a. M. In dem ausgewählten Programm befinden sich Einlagen des Tenoristen Herrn Chrudimskv über dessen Leistungen sich die Frankfurter Blätter sehr günstig äußern. Wir lesen u. a. in einem derselben: Herr Chrudimöky, unser früherer Heldentenor, welcher 11 Jahre die Zierde der Frankfurter Bühne war, und wohl allen Frankfurtern noch in freudigem Gedächtniß sein wird, veranstaltete vergangenen Samstag in der „Allemania" ein Concert, welchem beizuwohnen wir das Vergnügen hatten. Der überfüllte Saal und der reiche Beifall der dem greisen Sänger ward, bezeugten zur Genüge, daß wir unseren Mitbürger nicht vergessen und er noch in vollem Besitz seiner herrlichen Stimme ist. Das stürmisch wiederholt verlangte Lied „Ob sie wohl kommen wird", von Preiser, trug Herr Chrudimsky mit solcher Innigkeit und so wunderbar schön vor, daß kaum ein Auge trocken blieb im Saal. Wie wir vernehmen, wird der Sänger noch in einigen Concerten in der „Allemania" mitwirken, und zwar das nächste Mal am Dienstag Abend. Die trefflichen Leistungen der „Allemania-Capelle" sind bekannt und mithin steht jedem Besucher ein genußreicher Abend bevor. Loeal-Notiz. Gießen, 26. November. Oberhesfische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Sitzung am 13. November 1872. Prof. Thaer sprach über die Verhältnisse des Londoner Vieh Marktes. Er gab einen Ueberblick über dessen Lage unbdfonfang, über die Eonsumvtion von Fleisch in London, über deu Handelsverkehr daselbst und die Eoiflingente, welche das Festland dorthin liefert. Daran knüpfte Prof. Thaer eine Darstellung des jetzigen neuen Berliner Vieh- marktcs, dessen Baulichkeiten, Ausdehnung, der auf demselben eingerichteten Schlachthäusern und schloß mit einem Hinblick auf die Wichtigkeit drr Ernährung einer Nafioch mit gutem Fleisch. Prof. Heß sprach über forstwirthschaftliche C ul t u r i n stvv.m e n t e. Der Vor. tragende hob zunächst hervor, daß der künstliche Anbau des Waldes, als eine nothwendige Folge des Uebergangs vom Femelbetrieb zur Kahlfchlagwirthfchaft, erst seit etwa 120 Zähren in Anwendung gekommen daß aber die Geschichte desselben je nach Waldern noch nicht genügend bekannt sei. Diesen künstlichen Anbau versuchte man zunächst, insbesondere in Folge der Agitationen Beckmann'S (1756), mit der Saat, erzielte aber hierdurch, abgesehen von anderen Schattenseiten dieser BestandeSbegründungS- methode, zu dickte, gegen atmosphärische Calamitäten (Schneebruchrc.) wenig widerstandsfähige Bestände. Man wandte sich deshalb zur Pflanzung, beging aber dabei hauptsächlich den Fehler, geraufte und zu alte Pflanzen zu verwenden, weshalb auch diese Methode im Anfang nur von geringem Erfolge begleitet war. Erst der neueren Forstwirthschaft ist eS gelungen, durch VevUrendung zweckmäßiger Instrumente günstig« Resultate durch Anpflanzung zu erzielen und namentfich di« Kosten derselben außerordentlich zu verringern. Der Vortragende beschrieb sodann in eingehender Weise drei hier in Betracht kommende Instrument«: dm Heyer'schen Hohlbohcer, das Buttlar'sche Eisen und der Bohlken'schen Erdbohrer. WaS die (mit Zahlen belegte) Leistungsfähigkeit dieser Instrumente betrifft, so eignen sich die beiden ersteren besonders zu Schnellpflanzungen, letztere- namentlich zur Lochanfertigung für forstliche, landwirthschaftliche uud bauliche Zweck«. Dr. Buchner zeigte Proben der wichtigsten in neuester Zeit gelegten telegraphischen Kabel. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 26. November. Nachdem schon gestern im Abendverkehr auf flaue Pariser Eourse, welche der Ausdruck der dortigen gedrückten Stimmung über die noch nicht bei- gelegten Differenzen zwischen ThierS und der Rechten der Nationalversammlung waren, «ine Verflauung der Tendenz sich bemerklich gemacht hatte und auch von Wien neuerdings Geldknappheit gemeldet wurde, setzte die Börse heule ziemlich matt ein. Creditactien eröffneten um ca. 1 fl. niedriger wie gestern Abend, gingen schließlich and dem Verkehr, zu 3643/1 comptant, mit einer kleinen Avance hervor. Staatsbahn zeigten sich zu 864V* um 1/2 fl- niederer gegen ihre gestrige Abendnotiz. um zu 3641/2^ ca- Ve fl- höher zu bleiben. Lombarden mit 2 6'^ eröffnend, schlossen ziemlich vernachlässigt, 217. Silberrente, zu 643/4 gefragt, waren um einen Bruchtheil matter als gestern Mittag. In üsterr. Prioritäten fanden einige Umsätze bei nicht erheblich veränderten Courseu statt. Die matte Stimmung blieb nicht ohne Einfluß auf da- Geschäft in Bankpapieren, welche bei nicht umfangreichen Umsätzen meistens matter schloffen. Provinzlal-DiSconto ’.im ca. Vs °/o niedriger. Deutsche VereinSbank us* Bankverein indcß höher. Spanier matt. Amerikanische Staatsfonds still. Prioritäten still. Obgleich Berlin etwas höhere Notirungen sandte, blieb dies doch sowie die nach Notizzeit gemeldete Nachricht, die englische Bank werde in Folge bedeutender Geldzuflüsse ihren DiSconto am nächsten Donnerstag wahrscheinlich herabsetzen, ohne Einfluß auf die Haltung der Börse, die vor wie nach eine ziemlich matte blieb. Der Grund hierzu durfte wohl in dem seit heute wieder knapperen hiesigen Geldstand zu suchen sein, der bei ProlongationS- sätzen von ca. 8—Ri/z % die Aussicht auf eine leichte Ultimoregnlirung wieder sehr gemindert hat. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Depots der französischen sttegierung bei hiesigen Banquiers nun größtentheilS definrtiv gekündigt find. Von Wechseln Wien matter. Sorten unverändert. Ein ganze No M Mrnie hinter M I*1' .x Mnwa-t uiii) Schle mit ihnen Unglücklich MSgeged! Klicke nn glänzend Volkes, d! bilden, nn Der verfehlen, zu erwecke) lich beginn wo es gilt Maßgabe, neuen Anli Leiden jene Wir bewohner i Besondere Edi) 5483) N°e Heinrich Te Concurs ertai von Fordere Vorzugsrechte den Ausschluss termia auf äüjdc & be" Sitte Glitte' Sk-S «SÄ Aftien. Weeheel. Amsterdam k. 3. k. 8. !. 5% 98% 100 104% 175% 93% k. 8. k. 8. Börsennachrichten. 26 November 1872. Ein unübersehbares Unglück hat der 12. November über bie ganze Nordostküste Deutschlands gebracht. Die vereinigten Fluthen des Meeres und der Binnengewässer, hochaufgestaut durch rasende Stürme haben sich über jene weiten Niederungen ergossen, welche hinter starken Deichen bisher einer verhältnißmaßigen Sicherheit genossen. Biele Hunderte von Hütten armer Fischer, Lootsen und Kustenwächter sind längs der Gestade von Pommern, Mecklenburg und Schleswig-Holstein bis zum Dollart hrn spurlos weggeschwemmt, mit ihnen noch ungezählte Menschenleben und die ganze Habe jener Unglücklichen, die jetzt, dem Ungemach der winterlichen Jahreszeit preisgegeben und größtentheils aller Erwerbsmittel beraubt, ihre Blicke auf das große Vaterland richten und von der so oft und glänzend bewährten Bruderliebe und Hnlfsbereitschaft des deutschen Volkes, dessen Vorhut gegen Natur-Ereignisse und Feindesmacht sie bilden, nun ihrerseits Rettung aus Noth und Elend erhoffen. Der Nothschrei von den Küsten der deutschen Meere wird nicht verfehlen, allenthalben, wo mildthätige Herzen schlagen, Widerhall zu erwecken. Allenthalben thun sich spendende Hände auf und reichlich beginnen die Gaben zu fließen. Gießen, das nie zurückbleibt, wo es gilt, Werke dec Wohlthätigkeit und Menschenliebe in großem Maßstabe zu üben, wird seine edelmüthige Gesinnung auch bei diesem neuen Anlaß bewähren und mit freigebiger Hand zur Linderung der Leiden jener Unglücklichen beitragen. Wir sind bereit, milde Spenden für die überschwemmten Küstenbewohner in Empfang zu nehmen und ihrer Bestimmung zuzuführen. Expedition des Gießener Anzeigers. O®ldsi)R*ten< fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58- 59 Pistolen . . 9 42—44 w doppelte 9 43—45 Holl. fl. 108t 9 53—55 Duetten . . 5 34—36 20 Frankens«. 9 22—23 Engi. Sover. 11 53—55 Buss. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 25—26 k. 8. 86% k. 8. 105 k. 8. H91/4 k. 8. — k. 8. 92% k. S. 107% m. 84 107% !. 8. 107 Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig s London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto Wes* eine Annonce in hiesigen oder auswärtigen Blättern veröffentlichen will, erspart Mühe und Porto -S d"mit die Unterzeichneten beauftragt, deren alleiniges und ausfchließ- liches Geschäft es ist, Anzeigen in alle Zeitungen der Welt zum Original-Kostenpreise und ohne Nebenspesen zu befördern. Haasrnstein & Vogler, Frankfurt a. M., große Gallusftraße 1. 5% 3etr. F. 8t. E. B. 367 Lombard. Bahn 218 Ladwigsh.-Bexbaeh 200 Max bahn 144% Bay r. Ostbahn 133% Rheln-Nahebahn-Aot. 51% Hess. Ludwigs b.-Aet. — Oberhessen w 78% Priorlt&tenü 3% öster.Stsb.-Prior. 58 3% Ust. s. Lombard 98 3% Livomeser 37% 5% Toscaner 59 5% Elisabeth.-Prior. 84 do. EL Emiss. 82 AnfieEaeersioo*«. Darmstädter fl.50Loose 208 *> »25 „ 56 Kurh. 40 Thlr. Ijoose 73 Nassau 25 fl. — Braunschweiger 23 3o/o Oldenburg, ä 40ThIr. 37% 4% bayr. Präm.-Anl. 111% 4% badische Loose 110% Badische fl. 35 Loose 69% Oestr. fl. 250 -7. 1854 92 1858r Priori iataln se — 1860r Loose 95% 1864? w - Preuss. 4% 0/0 Oblig. 102% Frankf. 3%«/o Obi. 86% Nass. 4i/3 o/o Obi. 991/2 Kurhess. 4% „ 93% Gr. Hess. 5% Obi. 102 » » 4% , 98% • » 3%% „ - Bayer. 5% „ 100% » 4% 0/0 1jährige — » 4% Jjährige 92% Wtirtemb. 4%% Obi. 99% Baden 4%o/o Obi. c. E. L, 99% I Oesterr. Silberrente 65 „ Papierrente 61% Spanier, neuest. 3% 28% Amerik. Bonds 188 lr 98% w „ 1882r 96% , » 1885r 97% __» 1887r 97% Aetlen. Frankf. Bank 145% Frankf. Vereins-Kasse 165% Darmst. Bankaot. 560% Wien Bankaotien 1065 Oesi. Oreditaot. 366% Galizien 246 MßlgeMein er Ao§etger. Besondere Bekanntmachungen. Edictall adttnq. 5483) Nachdem über da? Vermögen des Heinrich Seipp von Burkhardsfelden Concurs erkannt worden, wird zur Anzeige von Forderungen jeder Art nebst etwaigen Vorzugsrechten bei Meidung stillschweigenden Ausschlusses von der Masse Liquidationstermin auf Mittwoch den 29. Januar 1873, Vormittags 10 Uhr, anberaumt. Im Termin soll zugleich die Güte versucht und über weitere Behandlung der Sache Beschluß gefaßt werden, und sollen in dieser Beziehung die nichterschienenen Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit der erschienenen beistimmend angesehen werden. Gießen, den 18. November 1872. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, Wiener, Landrichter. Landger.-Assessor. E d i c t a l l a d u n q. 5484) Forderungen jeder Art an den sehr geringen, voraussichtlich überschuldeten und unter der Nechtswohlthat des Inventars angetretenen Nachlaß der ledigen Katharine W alther von Wieseck sind bei Meidung Nichtberücksichtigung binnen 14 Tage dahier geltend zu machen. Gießen, den 25 November 1872. Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, A- Bramm, _______Landrichter. Landger.-Assessor. Erbauung einer Lazareth-Ba- racke für Typhuökranke zu Giesten. Nachstehende bei obigem Bauwesen vorkommende Arbeiten sollen auf dem Submissionswege vergeben werden: Maurer- und Stcinhauer- arbeit, nebst Materiallieferung, veranschl. zu . . 3206 fl. 15 Fr. Zimmerarbeit veranschl. zu 1374 fl. 13 kr., Dachdeckerarbeit, „ „ 744 fl. 56 kr. Schreinerarbeit, „ „ 1356 fl. 55 kr. Schlosserarbeit, „ „ 551 fl. 3 kr. Glaserarvett, „ „ 492 fl. 52 kr. Wrißbinderarbeit, „ „ 878 fl. 36 fr. Spenglerarbeit, „ „ 140 fl. 25 kr- Pläne, Voranschläge und Bedingungen können vom 28. d. Mts. an in unserem Geschäftslokal eingesehen und die Offerten von da an bis zum 30. d-, Vormittags 10 Uhr, eingereicht werden. Dieselben müssen verschlossen und mit der Aufschrift: „Submission für die Lazarethbaracke zu Gießen" unter Bezeichnung der betreffenden Arbeit versehen sein- Zur Eröffnung der Submissionen ist Termin auf Samstag den 30. l. Mts-, Vormittags 10 Uhr, in unserein Geschäftslokal anberaumt, welchem die Interessenten beiwohnen können. Später einlaufende Offerten finden keine Berücksichtigung. Gießen, den 21. November 1872. Gryßherzogliches Kreisbauamt Gießen 5420) Holzapfel. ZU zwar: December pr. Elle von 12 bis 20 an, • 2fl. 8/10/4 n pr- kr. H kr. fr Die Interessenten werden daher aufge- 14 fl. an, 18 fr. 5475) Kehr. auffallend billig, 8. Hirsch Sohu rr 6M % ,2A lf rr 11 11 2 1 1 6 n u H 4) 5) 6) 7) 8) an, ir rr werden Lit. A. 5448) pr. Dtzd. 8 pr. Dtzd. 8 ff an, ff 27 fl. 3 „ 16 fr. 24 ,, 9) Dienstag 10) Mittwoch 11) Donnerstag 12) Samstag 13) Dienstag 14) Freitag 15) Samstag 16) Montag 17) Dienstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Leinene Taschentücher, Bettdecken, graue, weiße und rothe Bettteppiche, Läufer- und Teppichstoffe, Möbel-Damast und Nips, 0%, % und 1(% Mull-Gardinen, % und 10/4 Gaze-Gardinen, V/i, i2/> und «/4 Mull mit Tüll-Gardinen, 10A englische Tüll-Gardinen, mit Stück, Kanarienvögel mit Roller- und Nachtigallenschlag käuflich abgegeben. Wallthorstraße Nr. 224. fordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind. Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 26. November 1872. Der Rechner der Spar- und Leihkasse. Termine festgesetzt, und 1) Dienstag den 2) Mittwoch „ 3) Donnerstag „ Bekanntmachung. Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Feilgebotenes. Maronen (Italien, süße Kastanien) empfehlen 5105) I. A. Busch Söhne. 5037) Um mit meinem Maaren -Vorrathe vor Ende dieses Jahres räumen, verkaufe von heute ab o la bi e Rabatt 3. 4. 5. 7. 10. 11. 12. 14. 17. 18. 19. 21. 24. 27. 28. 30. 31. 18 „ 40 „ 30 fr. 45" 20 „ 30 ,, „ 30 11 Stück 2 fl. 12 48 kr. und 4 fl. Dtzd. 3 fl. 30 Ä . S fl. 30 kr, 7 fl. und S fl. Handtücher, pr. Dtzd. von . . 4 fl. und 6 fl. Servietten, „ „ „ . . 3 „ „ 4 „ Handtücher, „ Elle von... 10 fr. „ 15 fr. 8 „ 2 ff. Servietten, pr. Gebild- und Leinen-Waaren, für deren Gute ich garantire: 12/i Tischtücher (Siegener Fabrikat), pr. Stück 3 fl. — fr. % Servietten „ ~ " 5/i abgepaßte Handtücher , 4A und 5/4 reinl. Handtücher „ 12A Schlitzer Tischtücher, pr. Stück _ v ,, „ „ abgepaßt, Schwerzer- „ Damen-Mäntel, Jacken und Baschliks znruckgesetzt. _ _______——-----------1 64.3) Thür- und Grab- schildcr, sowie Klingelffriffe und Taffen werden mit beliebiger Schrift angefertigt bei Wilh. Balser. „ . englische, „ .......1 fl. Weißen und farbigen Gaze Gternelle und Tarlatan, pr Elle 15 fr. Farbige Seidenstoffe für Damenkleider, pr. Meter zu 1 fl. 30 fr. In gleicher billiger Weise habe ich die übrigen Artikel, als: Seiden-Sammt, Baumwoll-Sammt, Halbwollene, sowie ganzwollene Kleiderstoffe, Farbige und schwarze Seidenstoffe, Herren- und Damen-Shawls, Lamas, ganz Wolle, 5A 5/t rt Handtücher, „ Elle von........ „ 12A Theedecken mit Franzen, pr. Stück 2 fl. 30 kr. und 3 fl. Frühstück - Servietten in Damast, pr. Dtzd. 2 fl. 30 fr. und 3 fl. Damast-Gedecken (1 Tafeltuch mit 12 Servietten, 6 Ellen lang und 3 Ellen breit), pr. Gedeck von...... Damast-Gedecken (1 Tischtuch mit 6 Servietten, 3 Ellen lang und 3 Ellen breit), pr. Gedeck von...... % Siegener Leinen, pr. Elle von........ % Cröas-Leinen, pr. Elle von......... <% Bielefelder Leinen, "pr. Stück von . ...... Piguö-Decken, pr. Stück von.......... Weißen Coper- und Flock-Barchent, pr. Elle von . . „ Flanell, rein Wolle, pr. Elle von...... Velours zu Kinder - Mänteln und Damen-Jacken, pr. Elle Ist. „ Double-Stoffe zn Damen-Mänteln, pr. Elle zu 1 fl. 30 fr. u. 2 fl. 30 fr. Regenmäntel-Stoffe, deutsche, pr. Elle.......36 fr. 5480) Meinen Acker und Garten, an der Hessischen Brauerei gelegen, bin ich Willens' zu verkaufen. I. Wagner, an der Grünberger Straße. 5489) Einen Haufen guten Mist ist zu- verkaufen im Gasthaus zum Löwen. Wilh. Krämer. | fl w ff lf " H „ Servietten, pr. Dtzd. Schlesische Damast-Tischtücher Herren- K Damenschirme empfiehlt zu billigen Preisen. Das Ueberziehen und Repariren der Schirme wird gut und pünktlich besorgt. F. Schneider, 5429)Schirmmacher, Seltrrsweq. Lermietbungen. 5478) Ein freundliches Zimmer mit Cabinet für einen einzelnen Herrn oder Dame sofort zu beziehen. _______________________________F- Jutzi. 4642) Zwei Zimmer, Küche und Zugehör per 1. November zu oermiethen. Seltersweg C- 2._________________________ 4055) Der dritte Stock meines Hauses, aus 8 Piöcen, Küche, verschließbarem Corri- dor u. s. w- bestehend, ist zu oermiethen. ___________________I. G- D. Bapst. 5211) Zwei freundliche Familienwohnungen sind zu oermiethen und können sogleich bezogen werden. Neuenweg Nr. 134 Geschäftsabgabe. : In der besten Lage Frankfurts ist ein feit Jahren mit gutem Erfolg betriebenes Milch- und Landesproducten-Geschäft mit Inventar und Kundschaft, preiswü^dig abzugeben. Näheres in der Exped. (5453 i 5464) Ein in allen Hausarbeiten günd- lich erfahrenes gewandtes Mädchen jrotrb gegen hohen Lohn auf Weihnachten jin Dienst gesucht. Näheres in der Exped. !d. Bltts. I 5488) Einen tüchtigen Pferdeknecht sucht !zu sofortigem Eintritt. Fritz Lampus, Seltersweg. 5479) Zwei ineinandergehende Paterre- zimmer sind zu oermiethen bei Wittwe Hanitsck. Kirchenplatz A. 22. 5477) Eine Werkstätte, für jedes Geschäft geeignet, mit Familien-Logis zu oermiethen. H. Werner. 5491) Ein weitzer Schetlands - Shawl ist Sonntag Nacht von Wenzel's Garten bis zum Marktplatz verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, solchen gegen Belohnung an H. M. Jughardt abzugeben. 5482) In der Kirchenkasse zu Alt- Buseck sind 645 fl. gegen hypothekarische Sicherheit artszuleihen. Alt-Buseck, am 23. November 1872. Für den Kirchenvorstand: Seipp, Pfarrvicar. 5481) In dem vormals Pistor'schen Hause am Tiefenweg ist ein kleines Familienr logis an eine stille Familie zu oermiethen und Ende December zu beziehen. Vermischte Anzeigen. Gesucht einen tüchtigen Arbeiter. 5468) F r. Wilhelm L ö b e r. 1 Metzelsuppe. Bon beute Nachmittag an Metzelsuppe im Philosophenwald. 5485) Diejenigen, welche noch Forderungen an meinen verstorbenen Bruder sind, pltil. Otto Hardt haben, werden ersucht, Donnerstag den 28. dieses, 'Nachmittags 2 Uhr, in der Wohnung desselben ihre Rechnungen vorzulegen. Hardt, Pfarrer. Pappelweiden-Stämme werden gesucht. 5451) N. Kieg el, Lich. 5350) Einen zweiten Gehülfen sucht Dr. Neatz. 5472) Wir erlauben uns, bei der Freitag den 29, und Samstag den 30. l. Mts. stattfindenden Gemeinderaths - Ersatzwahl unseren Mitbürger, Herrn Christian Schopbach, als Gemeinderaths-Candidaten hiermit vorzuschlagen. Gießen, den 26. November 1872. _______Mehrere Bürger._____ g Wohnungs-Veränderung. Meine Wohnung befindet sich von heute an bei Herrn Mufikiehrer Geller aus dem Neichensand. _____________________Katharina Beiz. I Erstes Cvncert des Gießener Concert-Uereins im Winter -Abonnentent Donnerstag den 28. November 1872, Abends präcis 6 Uhr, im Clnb-Saale, unter gütiger Mitwirkung der Fran Dr. M. Weiffenbach und des Concertmeisters Herrn H. Heermann aus Frankfurt. P r o g r a mm. 1) Symphonie Nr. 4, D-moll, von N. Schumann. 2) Arie für Alt aus der Oper: Mitrane" von Rossi, (comp. 1686.) 3) Gesangseene für Violine mit Orchesterbegleitung, von L. Spohr. 4) Lieder für Alt mit Clavierbegleitung, a) Schwedisches Lied, von C. Berg. b) Frühlingsnacht, von R. Schumann. 5) Ballade und Polonaise für die Violine mit Orchestcrbegleitung, von H. V i e u x t e m p s. 6) Ouvertüre zur Oper: „Rosamunde", von Fr. Schubert. NB. Eintrittskarten für Nichtabonnenten ä 1 st. in der Nicker'schen Buchhandlung, wo auch die Einzeichnunzsliste für außerordentliche Abonnenten noch offen liegt. Man muß hören und wird sich wundern! Restauration Lahnstein. 5490) Donnerstag den 28. und Freitag den 29. November: Graßes Lieder-Concert, gegeben von dem berühmten Helden-Tenoristtn Herrn Chrudimsky. Die Pauftn werden durch musikalische Bortläge ausgefüllt. Programm. Nr. 1) Schlaf wohl Du süßer Engel Du, von Abt. „ 2) Herz am Rhein, von W. Speier. „ 3) Ob sie wohl kommen wird, von Prey es. .. 4) Aus der Stummen von Portici, von Auber. „ 5) In dunkler Nacht, von Abt. „ 6) Trinkleere, von Speier. Anfang 8 Uhr. Entree 18 kr. Indem ich um zahlreichen Besuch bitte, bitte ich gleichzeitig während dem Concerte nicht zu rauchen. Achtungsvoll B. Werminghoff. 5487) Vierteljährige General - Versammlung der Mitglieder der Allg. Arbeiter-Kranken- und Sterbekasse Sonntag den 1. December, Nachmittags 2^ Uhr, im Saale des Promenadenhauses. Tagesordnung: 1) Bericht des Vorstandes. 2) Anträge. Der Vorstand. Entleerung von Senkgruben betreffend. 5486) Von heute ab kostet das Entleeren der Senkgruben: Gruben mit 1 Faß 1 fl. 45 fr. v v 2 Fässern 1 fl. 30 kr. pro Faß, V V ° V 1 p l 5 v u v v v 4 und mehr den seitherigen Preis von 1 fl. pro Faß.____________________________Wagner. Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. Versicherungsbestand am 1. Nov. 1872 77,355,000 Thlr. Effektiver Fonds am 1. Nov. 1872 . 19,080,000 „ Jahreseinnahme pr. 1871..... 3,344,570 „ Dividende der Versicherten im I. 1872 . . . 37 Proe. Diese Anstalt gewährt durch den großen Umfang und die solide hypothekarische Belegung der vorhandenen Fonds eben so nachhaltige Sicherheit, wie durch die unverkürzte Vertheilung der Ueberschüsse an die Versicherten möglichste Billigkeit der Versicherungskosten. Durch eine neue Einrichtung in der Prämienzahlung wird der Zutritt zur Bank wesentlich erleichtert. Versicherungen werden vermittelt in Gießen durch Buchhändler A. Ricker, in Büdingen durch Ortseinnehmer Louis Hohler, in Lich durch Lehrer H. K. Walz, (5232) in Marburg durch Oskar Ehrhardt. Rudolf Russe m Frankfurt a. II. Ferner domiclirt: Berlin, Breslau, Dortmund, Halle, Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg, Prag, Wien, Stuttgart, Strassburg, Zürich. Bsßriclkr Agent simmilichcr Zeitungen des In- uufr Auslandes. Alleiniger Inseraten- Pächter des „Kladderadatsch“, der „Fliegenden Blätter“, des „Figaro“ in Wien. Alleinige Annoncen - Regie des „Deutscher Reichsanzeiger“ und „Königlich Preussischer Staats-Anzeiger“, „Berliner Tageblatt", „Saling’s Börsenblatt“, „Deutsche Landes-Zeitung“, „Schweizerische Handels- Zeitung“, „Prager Handelsblatt“, „Feierabend des Landwirths“, Frankfurt a. M., „Beobachter“, versendet den soeben in X. Auflage erschienenen completten Zeitungs - Catalog an alle bedeutenden Inserenten auf Wunsch gratis und franco. Frucht- und Mehlpreise in verstossener Woche von nachbenannten Orlen und Fruchtmärkten. Watzen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartofi -iebactiou, Druck und Verlag der BrühPschm"nniv.-Druckerei (Fr.'EH. DteHch) Gie Frachtmärkte. Novbr. Walzen. Korn. Gerste. Spelz. | Hafer. Erbsen. Linsen. Wicken. Kartoffeln. Dus dem Mit.- Weiß- mchl. Roggen mehl. Auf dem Markt Z « § Mil.- preis Auf dem Markt Mit.- oreis Auf dein Markt NM preis Auf demlMit.- Markt Ipreis Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt Ntit.- preis Auf dem Markt Mt- preis' Auf dem Markt Mit.- preis Marft preis st. fr. verk. fl. kr. auf: gef- fl. fr. auf- gef- o st. kr. auf- ges- fl. kr. | auf-1 ' gef- verk. st. fr. jUUf- 1 gef. ö fr.fr. auf: gef- Hi fl. fr. G a: J | Derf.j fl. kr. fl. fr fl kr. Gießen M. M. m. M- M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. M. — ___________________________ l __________________________ - .— Alsfeld 23. 23 1 22 14 2o 59 59 8 30 8 8 7 -— — _ _ 26 23 4 _ 20 20 9 40 — — _ __ _ — — _ _ ____. _ _ _ _ Grünberg 23. — 564 14 40i 219 824 — 132 7 3ol — — _ _ 366 4 15 __ 34 9 52 - 1 11 _ _ _ ___- _ _ __ Lauterbach 23. 45 — 14 4 44 — 9 44 19 7 — _ __ —- 76 4 32 19 9 34 1 6 24 _ _ _ _ 22 _ 2 10 _ — ■ _ _ Mainz 22. — |275 14 48 — 51 936 1 1 3 30 — — — Kk. 28 ?***• betreff Gleich Gnmdldge der sliid die Mchk (iatt in Malte Bis 1 «i« ( Darwstl ToiDiflßU an |u fmtn. 1 $ Dithl unt> C anntlimtn zu fämmttid) »u toiinfötMDfr/t Tamßa stttiiims haben tokmming den Lmtag, Mmz, einun slaik vei drhölden angei tunizen zu «h, dachnn nut) h bfilfw. m Berlin. W zm Gk „Wir W Mßimunfl be letzter«, ciuschl Straf. 0 ^eder dtD ttir Mtö ter fölkjuni m bM zuläfßg, ®wiafa ttnc "" innerhalb toeni9 ij er ,°71’ »«»hi S9? i« d'ßi! S'lmmnd B”lt« (int. j« - lp“bn»« tbt Wttii. s o’itnuitrt un Mtn. s <■ gjft. Da. o,?"’ einf4