P eis vierteljährig 1 st. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gicßmer Aiytiger. Srschemt täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition : C a n z l e i b e'r g, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen. Nr. l as. Donnerstag toi 27. Jnni 1872. Einladung )um Abonnement auf den Siebener Anzeiger Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen vierteljährlich 1 fl. 12 kr., frei in s Haus geliefert. Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im III. Quartal 1872 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. Zu Anfang des nächsten Quartals werden wir eines der letzten Werke von Friedr. Ger stacker, des leider unlängst verblichenen Volksschriftstellers, „Ein Plag Lar" in unserem Fenilleton bringen. Diejenigen, welche den Anzeiger Abends bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben zu 1 fl. pro Quartal. Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl. 27 kr. incl. Postaufschlags. Dieselben können nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. — Damit wir nun in den Stand gesetzt stnd, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Eremplare zu liefern. Die Redaktion. Amtlicher T h e i l. Nr. 17 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben am 17. Juni 1872, enthält?: (Nr. 832.) Gesetz, betr. die Verlängerung der Wirksamkeit des Gesetzes über die Ausgabe von Banknoten vom 27. März 1870 (Bundesgesetzbl- S- 51.) Vom 16. Juni 1872. (Nr. 833.) Gesetz, betr. die Einführung der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes vom 21. Juni 1869 in Bayern und die Abänderung einiger Strafbestimmungen der Gewerbeordnung. Vom 12. Juni 1872. ^Nr. 834.) Bekanntmachung, betr. die Pharmacopoea Germanica. Vom 1 Juni 1872. (Nr. 835) Ernennung von Vicekonsuln des Deutschen Reichs. (Nr. 836.) Enhe lung des Exequatur an den Kaiserlich brasilianischen Generalconsul in Berlin, den Königlich portugiesischen Generalconsul in Hambu g und an den Kaiserlich und Königlich österreichisch ungarischen Vicekonsul in Harburg. Gießen, den 25. Juni 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. Bekanntmachung, den Ankauf von Remonten pro 1872 betreffend. Znm Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind, im Großherzogthum Hessen nachstehende Morgens 8 Uhr resp. 12 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar: den 23. August in Alsfeld, den 21. September in Biblis, „ 24. „ „ Nieder-Gemünden, „ 23. „ „ 26. „ „ Nidda, „ 24. „ 27. „ „ Nieder-Wöllstadt, „ 25. „ 29. „ „ Lich, „ 26. „ 20. September in Lorsch (8 Uhr), „ 27. „ „ 20. „ „ Bürstadt (12 Uhr), „ 27. „ Gernsheim, „ Goddelau, „ Groß-Gerau, „ Bickenbach, „ Groß-Bieberau (8 Uhr), „ Groß-Umstadt (12 Uhr.) Die von der Militär-Commission nach gegenseitigem Uebereinkommen erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung so» fort baar bezahlt. Sogenannte Luxuspferde werden bei zu hohen Prcisforderungen vom Handel ausgeschlossen, ebenso die zu wenig entwickelten, oder solche, die zu schwach, schwerfällig und ordinär, den Ansprüchen an ein Militär-, Zug- oder Reitpferd nicht entsprechen, auch Pferde, welche durch zu frühen Gebrauch gelitten haben, mangelhaft gebaut, mit bedeutenden Knochen oder anderen erheblichen Fehlern behaftet und nicht gängig sind. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückznnehmen Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem zweckmäßigem Gebiß, eine starke Kopshalfter, von Leder oder Hanf, mit zwei mindestens sechs Fuß langen starken Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. Kriegs-Ministerium Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. v o n S ch ö n. S ch m i ch. Politischer T h e i l. □ Zur nltramontanen Taktik. Wenn von ultiamontaner Seile unaufhörlich die Behauptung wiederholt wird, daß die vaticonischen D crete durchaus keine neuen Lehren ausgestellt haben, so ist das weiter nichts als ein ganz unwürdiges Spiel mit Worten, wie es dem Jefu'tismu» und Allem, was mit ihm zusammendängt, zur andern Natur ge- worden ist. Allerdings haben die brrrschsüchligen und mächtig waltenden Papste d«S Mittelalter« den Anspruch erhoben, in weltlichen wie in geistlichen Dingen die höchsten Richter und Gebieter zu frn; allerdings war ihr Streben darauf ge- richtet, e nt olle Reiche unv olle Verhältnisse umfass nve Univcrsalmonarchie zu begründen; allerdings habn sie Ka ser und Könige unter ihre Gerichtsdaikeit zu beugen gesuckt, sie für obgesetzt erklärt unv durch Aufwiegelung ihrer Lehns- männer und Unterthonen ihre Decrete nicht selten kurchgesetzt. Gregor VII., In- noeenz III. und IV. find in gewissen Zeitpunkten wirklich die unbeschränkten Herren der Christenheit gewesen, und Bonifaeiu« VIII., wenn er Philipp dem Schönen erklärte, daß er in geistlichen wie in weltlichen Dingen dem Papste unterworfen sei, wenn er in der berüchtigten Bulle Unam sanctam gleichsam ein Weltherr- schaftSprograwm ausstellt, hat nur Grundsätze ausgesprochen, nach denen seine glücklicheren Vorgänger, so weit sie es vermochten, gehandelt haben. Wenn also, was Päpste des Mittelalters auf ihrer Macht erstrebt und unter günstigen Umständen zuweilen thatsächlich durchgesetzt haben, kirchliche» und zugleich Staat»» und Völk.rrecht ist, dann freilich lehrt der Syllabu« nichts Neues, dann ist die Arbeit des vaticanischen Concil« nichts als eine Codification, dann haben die Coueil-vatcr nicht ein neues Recht geschaffen, sondern nur das alte Kirchenrrcht redigirt und neu eingeschärst. Aber die« vermeintliche alte Recht ist nichts al« eine Prätension der Päpste gewesen und Piäwnsionen begründen kein Recht, Philipp der Schöne hat die An» sprüche Bonifaeius' siegreich bekämpft und viele Bischöfe und Prälaten standen ihm zur Seite. Nach dieser ersten Niederlage der Curie stimmten die Päpste ihre aucv vor drn Bischöfen und Pfarrern lächerlich gemacht haben. »« SÄ«»™ freu'* »el bl, T'»M», aus wi-b,,».,«.»»-, M, W-Il. Berlin, 24. 3uni. Ben 'm« »'S-« brntiä non Snfana nn Igi. «b„ .b,n M-b-lb rrai.n ihm im .«.ie.n Ich.» J»b,»-„folg»»g.». -ngi-n° n hat,, >» .» Äbmb,,° bl- R,-?.,»»-'» M asi« laih-lifch.» ««l< R-gi',«»g w-, (.11 d n ,-,!-» Mnn r ? h, L S X («ne Juibebuna ouii europäischen Confcrenz-n im Allgemeinen wenig günstig. England wünschte in f<* “,« ( »irt’» «*»'»■’ sn«l»..a. «i»n>tn. OOT0fp^r, in Dtm ______' bnhin aber so wcma iu runaen batten und nur in der Form die Stellung der rumänischen Regierung Deutschland Ansprüche nach und nach herab, und sie wurden sich bis auf die neuere Zeit hinzusügen, daß gegen den Herrn Armeebischof in Folge dieser von ihm den Mi- durch Wiederaufnahme der alten Anspruch- nicht nur vor den Laien, sondern litärgeistlichen gemachten M.'theilungen «ne neu- Untersuchung e.ngele.tet wor. U ™ ...... t_ m- . .. , " a___11X.___aXi hon ift H zu erfordern schien. Es ist dem Herrn Windhorst, der jedes seiner Worte sehr wohl zu berechnen pflegt, und der bei aller Enlschiedenheit doch ein sehr vorsichtiger parlamentarischer Stratege ist, gewiß nicht leicht geworden, sich über die Behauptung, daß die vaticanischen Dekrete nichts in der Kirche verändert haben, au^die Bulle Unam sanctam ju berufen, die so unumwunden wie möglich dem Staate und der weltlichen Obrigkeit den Krieg erklärt. Aber nach dem, wa« geschehen war, ließ sich das doppelte Spiel im Reichstage und in der Presse nicht mehr durchführen ; mau mußte die Scheibe wegwerfen und offen rem Staate den Krieg erklären natürlich unter dem abgeschmackten Vorwande, daß man nur den v n dem Staate hingeworsenen Handschuh aufnehme. Bei dieser Lage der Dinge, wo Gefahr im Verzüge ist, ist es Pflicht des Staates, rasch und entschieden zu handeln. Die schleunigste Annahme de« I- suitengesetzes von Seiten des Bundesrathe« und die ungesäumte und strenge Aus- führung desselben ist unbedingt ei forderlich, wenn die Autorität des Reiches nicht den schwersten Schaden leiden soll. Vor Allem bedarf -S jetzt eines entschlossenen Handelns in den unmittelbaren Konflikten mit einzelnen Kirchenfürsten. Mag d:e letzte Erklärung des B schoss Crementz in der Form milde sein; wenn sie iu der Sache ausweicht, so ist sie als ungenügend zu betrachten und nicht mit einem neuen Schriftstück, sondern mit einer That zu beantworten. Geschrieben und ge- sprachen ist in dieser Sache genug, und wir haben es durchaus gebilligt, daß man kein Mittel der Milbe unversucht gelassen hat. Gegenwärtig aber würde eine Fortsetzung der Schriftwechsel« der Regierung nur al« Schwäche gedeutet werden, und der Verdacht der Schwäche ist in jedem Kample gefährlich, am ge- fährlichsten in dem Kampfe gegen den UltramontaniSwu«, der durch die Schwäche der Nachgiebigkeit de« Staates groß und mächtig geworden ist. Hoffentlich wirb sich denn ja auch bald dir Mittheiluug bestätigen, daß dir Regierung gegenwärtig entschlossen ist, den Worten die That folgen zu lassen. düngen batten und nur in der Form die Stellung der rumänischen Regierung möglichst schonen wollen; hieraus sind auch die anderen Regierungen bedacht. Es sind denn auch nur formelle Verschiedenheiten in der Behandlung der Angelegen- Den Standpunkt, daß die Dekrete altes Kirchenrecht enthalten, -hielt man natur, lich unwandelbar fest; denn es kam ja darauf an, den Staat, als Angreifer und Neuerer darzustellen. In Behauptung diese« Standpunktes aber' sah man sich, als es offenbar geworden war, daß der Staat nicht länger mit sich werde spielen lassen, genöthigt, da man doch einen Beweis bringen mußte, sich grade auf solche päpstliche Bullen zu berufen, die notorisch dazu bestimmt waren, nicht eine harmlose Theorie auszusprechen, sondern al« Mittel in dem Kampfe um die Weltherrschaft, um die Unterwerfung des Staate« unter die Kirche zu dienen. Man mußte eben den Rückzug antretcn, oder sich offen zu den Consequenzen zu bekennen, die man bisher überall da verleugnet hatte, wo die Taktik ein müdes Auftreten den ist." Berlin, 24. Juni. Bon einer europäischen Eonferenz wegen der rumäni- hartdlunaen zugegangen seien. Berlin, 26 Juni. Der Polizeipräsident v. Wurmb ist zum Regierung«. Präsidenten in Wiesbaden, der Polizeipräsident v. Madai in Frankfurt a. M. ist zum Polizeipräsidenten in Berlin destgnirt. Die Ernennungspublicationen sind hrit vorhanden. Berlin, 26. Juni. Die „Prov.-Corr." bestätigt, daß die Annahme de« JesuitengesktzeS durch den BundeSrath in der Fassung des Reichstages erfolgt sei. Oie Publikation des Gesetzes und der Erlaß der zur Ausführung und Sicherung des Vollzuges erforderlichen Verfügungen würden in Kürze erfolgen. — Dir „Prov.-Corr." meldet ferner, daß der Kaiser nach etwa vierwöchentlichem Aufcnt. halt? in Ems auf einige Wochen nach Gastein gehen würde. — Dasselbe Blatt th-iit weiter mit, daß in den letzten Tagen dem deutschen Botschafter in Pari« Die erforderlichen Weisungen und Ermächtigungen zum Eintritt in wirkliche Der- diesem K^aipf ihre Betrachtungen, um zunächst auf die Spaltung hinzuweisen, welche aus der Generalsynode der französischen protestantischen Confessionen sich in grellster Weise ergab. Diese Generalsynode trat seit 1660 zu» ersten Male wieder zusammen, und sie hätte wahrlich Ursache gehabt, Frieden und Forts ritt zu Darmstadt, 25 Juni. Die Mittheilungen verschiedener Blätter berichtigend, wahren; doch das Gegentheil fand Statt und die orthodox? Majorität unter meldet die „Darmstädter Zeitung" au« bester Quelle, daß in diesem Jahre weder Guizot's Führung zeigte sich starr und unbeugsam. Was Guizot in ^e Hand von einer Reise de« russischen Kaiser« noch der Kaiserin in« Ausland die Rede ist. nimmt, dar erliegt dem Fluche de« Eigensinne«; er hat die Julidynastie zu Grunde Berlin, 23. Juni. Die „Weser.Ztg." berichtete neulich, der Feldprobst gerichtet und er richtet auch den Protestantismus in Frankreich zum Jubel der Ul. Ramszanowski hätte den ihm untergebenen Militärpfarrern mitgctheilt, daß er tramor.tuntn zu Grunde. Die Franke deutet ferner darauf hin, da^ auch im Car- suSpendirt wäre, zugleich aber auch den Wortlaut seiner Eingabe an das Eultus tistenaufstanle in Spanien da- kirchlich? Interesse eine große Rolle ,pte»e und und Kriegsarinisterium, worin er um Erlaß aller Untersuchungen bittet; er wolle dieser Krieg eigentlich mehr Reügionskrieg iei, als ein Ksmpf üocr polnische Ideen, „in milttärischen Dingen nur seiner weltlichen Behörde, in rein geistlichen aber Im Kampfe zwischen dem Batican und dem Deutschen Reiche bbcft fron* dem Papste folgen". Auch volle er bei der (Iurie die „Herstellung des Friedens zostsche Blatt, wie fast alle seine Eollegen, mit Schadenfreude auf den , xawyf erwirk«,". Hicrzu bemerkt bi« „Germania" : „Wir können die« bestätigen und ohne Ende", auf den Herr v. Bt«marck sich eingelassen habe. Auch da« Journal den Bergarbeiter zur Arbeit zurück. Dortmund, 26. Juni. Die „Westph. Ztg." berichtet: Die gestrige Bk. rathung de« Vereins für bergbauliche Interessen fand unter Ausschluß der Oeff-nt. lichkeit statt. Auf der Zeche „Tremonia" ist gestern Nachmittag und auf der Zöche „Westphalia" heute früh die Einstellung brr Arbeit eingetreten. Leipzig, 23. Juni. In einer am Sonnabend Abend in der „Westendholle" abgehaltenen Volksversammlung verabschiedete sich, wie das hiesige „Tagblatt" meldet, Bebel von seinen Gesinnungsgenossen. Der Sinn seiner Ansprache war der, daß Die Parteigenossen auch in Zukunft muthig zusammenbalten möchten und daß die Sache, wenn er au« dem Gefängnisse einst zurückkehre, gewiß besser stehen werbe. Straßburg, 22. Juni. E-'wa 26 Studiosen der Medicin an hiesiger Uni. versität, durchgehends in höhern Semestern stehend, sogenannte Praktikanten, haben vor einigen Tagen eine Eingabe an Rector und Senat unterzeichnet, worin die. selben über die Unzulänglichkeit de« Material« in den hiesigen Kiineken sich be. klagen, welches den gesetzlichen Vorschriften üver Ablegung der Examina bei wei- trm nicht entspreche. Könne diesem Uebelstand nicht in kurzer Zeit abgeholfen werden, so sähe sich ein, Theil von ihnen genöthigt, andere Universitäten aufjU- suchen, welch? ihnen sichere Garantien böten. Mehrere dieser Praktikanten sollen schon nach Würzburg abgeceist sein. Schweiz. Genf, 24. Juni. Auf Mittwoch ist eine Sitzung angekündigt. Sclopi« hat die von Gens abwesenden Schiedsrichter telegraphisch einberufen. Gens, 25. Juni. Die Conserenz vc« Schiedsgerichts begann um 3y2 Uhr und endigte um 5 Uhr. liebe- die Verhandlungen harscht noch stets absolutes Schweigen. Das Schiedsgericht hat sich zum Donnerstag 11 Uhr vertagt. Frankreich. Paris, 24. Juni. Kirchenhändel gehören recht eigentlich z'im Charakter des 19. JabrbunveitS. Die Orthodoxen in der protestantischen wie die Ultra, montanen in der katholischen Kirche haben ein Menschenalter hindurch im Schatten ' Der europäischen Reaktion gewuchert und messen nun ihre Kräfte gegenüber dem l modernen Staate und der modernen Weltanschauung. Die Franke widmet heute lichc« Recht erklärt worden. Daß diese Ansprüche bis dahin aber so wenig zu Recht bestanden, wie die Unfehlbarkeit der Papste«, das hat ja keine geringere Autorität als die Mehrzahl der deutschen Bischöfe erklärt, mit der die Häupter de« ungarischen und zum Theil auch de« französischen Cleru« vollkommen über- einstimmten. Jetzt freilich möchten die hochwürdigsten Herren ihre Erklärungen, ihre Prophezeiungen von dem Conflict zwischen Staat und Kirche, der eine unvermeidliche Folge der Verwirklichung der jesuitischen Plane sein werbe, in’« Meer de> Vergessenheit senken. Aber littera scripta manet? Natürlich bleibt den Ultramontanen, um sich vor dem Vorwurf der Neuerung und kirchlichen Revolution zu vcrtheikigen, jetzt nichts Anderes übrig, als alle Ansprüche, die die Curie jemals in irgend einer Bull? erhoben hat, für uner- schütterliche« Recht zu erklären. Und in gewissem Sinne ist da« konsequent Denn wenn der Papst gegenwärtig für unfehlbar gelten soll, so muß er es zu allen Zeiten gewesen sein; wenn die im SollabuS ausgestellten Sätze über da« Derhäliniß von Kirche und Staat gegenwärtig gelten sollen, so müssen sie zu allen Zeiten gegolten haben; denn sonst könnte man ja nicht den Vorwurf wider. _ l,aen vak die vatikanischen Dekrete einen aggressiven Charakter tragen, daß mit nächster Tage bevorstehend. K 6U Sir»? b «1 Stoot. b,» Ätitg .,flirt »ol, batz b.r Suat atfo befet Flllda, 24 3«nt. H-»l< Rach, g,,»lh.» Swit.fta, ein Saufounn to tu« S ber Selinetbal.una bi“ du»-, namentlich in Peenßtn Mn g-P. unb ein «rmna«a°e»,er, «ü einem S.eulenant ter hi-siz-n Garnison .» einer liirn «uioritälen gewährten «nb von bie|en auf Mm Wege w.iMrUcher unb Restauration m Wortwechsel, worauf sich Mr L-tzlra auf die Wache begab unb elaenmädetlier 3nt?e»eOatlon maßlos erweitert,» Jieibellen w-sentli» i» be. non »o,t aus al« Offtfie, du jour bl, beben Wanne, al,balo a,nitrat unb schränken 8 ° 9 mehrere Stunden „brummen" ließ. Die Betroffenen haben bereit« Beschwerde raH Eg ist hieraus für die Ultramontanen allmälig eine höchst unbequeme Lage über diese willkührliche Behandlung geführt. hervorgegangen. Nach Der bisher geübten Praxis fühete man eine doppelte CobleNZ, 23. Juni Um auf alle Eventualitäten gerüstet zu em, ist d e Spracht Die Press? erhielt den Auftrag, mit aller Schärfe und, wenn ihr Leser- große Besitzung der Je,ulten am Laacher. See bei Andernach bereits Privat, kreis es so erforderte, mit plumpster Grobheit gegen den Staat zu Felde zu Händen Übertragen worden. Die Auflösung der von Schulbruvern geleiteten und lieben und die extremsten Ansichten über die Unterordnung de« Staate« unter die aus mehreren Claffen bestehenden höheren Bürgerschule durfte nach den neueren Kirche iu verfechten, kurz sich auf den gregorianischen und bonifarischen Weltherr. Intentionen des CultusministerS ebenfalls bevorstehen. fchast-standpunkt zu stellen. In den Parlamenten dagegen suchte man Die neuen —- - — Dekrete al« möglichst harmlos darzustellen, man behauptete, daß sie da« Ber- Essen, 25. Juni. Die Z,hl Der die Arbeit wiederausnehmenden Arbeiter wächst täglich. Im Essener Revier bei Mülheim sind ganz: Belegschaften auf häitniß be« Sta1t'e«^zur Kirche "gür^nich"'berührten/ und verleugnete mit edler einzelnen Grubm wieder angefahren. Im Bochumer, Wittener, Hördcr und Hat- Dreistigkeit die Organe Der Presse, die unter ausdrücklicher Billigung des Papstes tinger Bezirk sind b,s jetzt ferne Stnkes vorgekommen. 3°« Dortmunder Revier die extremsten Confequenren aus den unschuldigen Theorien des Syllabu« zogen, sind nur auf den Zechen „Borussia" und „Tremoma (?) sinke« versucht wor- Ader seit einige der Kirchensürstrn sich in offener Auflehnung gegen den den. Der Wunsch gütlicher Ausgleichung ist allgemein vorherrschend. Eine Staat befinden lieb sich Die« Doppelspiel doch nicht mehr so ganz Durchfuhren. Stockung de« Verkehrs durch Kohienmange! steht nicht mehr zu befurchten. Staat befinden, ttttz wppeup _ u> v j ; ?------..... Dortmund, 25. Juni. Die „Westph. Ztg." schreibt: Die Hoffnung, daß Die steckenden Bergleute übereilte Schritte vermeiden, erhält sich. Gestern wurde wieder auf allen Zechen gearbeitet. Auf „Neu-Iserlohn" kehrten die 80 striken. Cngland Ex- WeehneL 83 Oberheseen T) 1. s. 50/0 Tosoaner 62 50/(, Elisabeth.-Prior 86>/r ’Di8conto _4 0/0_ Darmstädter fl.50Loose 1823% Pr. Friedrdor 9 571/3—58% Pistolen . . 9 40— 42 8. 8. 8. 8. L. iri- dew gSrseniiechrichteii. 26 Juni 1872. k. 8. 983/g k. 8. 993/4 k. 8. 1047/s k. 8. 963/4 k. 8. 933/4 k. S. 873/6 k. 8. 105 Polrzeigericht von'-Wmnmcrsmitb, wo bereits mehrere dieser Damen sich verantworten mußten, weil sie ihren minder strikelustigen Kolleginnen auf eine etwas un- parlamentarische Weise den Kopf gewaschen hatten. (E i n g e s a n d t ) Am nächsten Samstag wird in der Restauration Lahn stein die Tonküustler- Familie Chr. Geul aus Hannover concertiren. Dieselbe ist eben auf der Durchreise von Cassel nach Frankfurt begriffen und ist es dem Wirthe des Lahnsteins gelungen , diese rühmlichst bekannte Familie einem kunstliebenden Publikum m Gießen zugänglich zu machen. Wir entnehmen einem Casseler Blatte, welches sich sehr günstig über die Produktionen genannter Gesellschaft ausgesprochen, daß dieselbe die Erwartungen des Publikums in vollsten Maße befriedigte. Herr Chr. Geul, früher Concert- meister am Theater zu Kreuznach, ist als sehr tüchtiger Musiker und namentlich als Solist für Horn bekannt; ebenso seine Nichte, eine perfecte Clavier-Virtuosin, welche mehrere Jahre in Holland sich ausbildete und in allen Städten den größten Beifall erntete. Es kann also dem Publikum oer Besuch dieses Concerts nur anempfohlen werden. Wir sind überzeugt, daß Jeder befriedigt heimkehren wird. Prioritäten. 30/0 öster. Stsb.-Prior. 59% 3% öst. s. Lombard 51% 30/0 Livorneser 39 98% 921/4 100% "8'/« f>33/8 1051/g 1051/8 105 Italien. Au« Rom, 19. Juni, wird der „Presse" geschrieben: „Was der Jesuiten- Partei Statten kommt, ist, daß dieselbe in der Person, die ste für den Nachfolger Pius' IX. desto,nirt hat, vollständig einig und keine Stimmen-Zersplitterung zu fürchten ist, da die Partei sich entschieden für den General-Vicar Cardinal Patrijji, der schon lange ein gefügiges Werkzeug in ihren Händen ist, erklärt und jede andere Candidatur aueschließt." .Portugal. Frankfurt a. M., 26. Juni. Die Börse bietet heute dem Berichterstatter wieder einmal sehr wenig Stoff, da es auf allen Gebieten total an Geschäftslust mangelte. Der schwierige Ultimo, der für einzelne Effecten ziemlich erhebliche Prolongationskosten fordert, drückt auf die Speculation und Verkäufer halten zurück, da ste für den nächsten Monat Besserung erwarten und wohl nicht mit Unrecht, denn der Julicoupon bringt wieder eine Masse flüssiges Capital, das Verwendung suchen wird. Ja, kann Ihnen mit dem besten Willen heute kein Effect bezeichnen, in welchem sich auch nur ein einigermaßen umfangreicherer Verkehr entwickelt hätte. Die Hauptspeculationseffecten lagen otal darnieder und bröckelten wieder vom Cours ab. Von Lombarden mi r nicht einmal ein Cours zu erfahren Bahnpapierc mußten der Geschäftsstille ebenso gut Opfer bringen wie Bankwerthe. Von letzteren hielten sich nur Effectenbank fest, wahrend die lbrigen alle mehr oder minder nachgaben. Staatspapiere ohne Umsatz, dsterreichlsche Renten weichend. Loose auch nur schwach im Verkehr. Oesterr. 60r ca. 94. Prioritäten zum Kauf angeboten. Amerikaner ohne Geschäft. verkündigt. Paris, 24. Juni. Der „National", ein mit der Präsidentschaft in Der. bindung steh nde« Blatt, meldet mit fetter Schrift: „Da die Unterhandlungen mit Arnim beendet sind, so erwartet man die Antwort von Berlin, welche diese Woche unfehlbar eintreff^n wird." Das nämliche Blatt sagt: „Herr Thier« wird der Diskussion über die neuen Steuern, die heute beginnt, mit dem Wunsche anwohnen, sich an derselben nicht zu betheiligeu Depeschen au« Rom melden, daß der Papst kränker geworden ist. Der hiesige päpstliche NunciuS, der erst in 5 bis 6 Tagen nach Rom gehen sollte, wird deßhalb sofort abreisen. Geldi^ortcn fl. kr. do. II. Emiss. — _ "Anleltein*Birflid)un8 freute na^v aU»o einem Jahre! Die Kaiserin würde ihre Juwelen fchwerlich verkaufen, wenn |ie «»«sicht hätte, sie im September bet hochfeierlichen Gelegenheiten wieder in Frank- reich zur Schau tragen zu können, und fehlte e« im exkaiseruchen Lager nicht an Geld, so würden wir jetzt mehr von bonopartistischen Jntriguen zu hören kriegen, al« thatsächlich der Fall ist. Bei dem allseitigen Fusionirungs-Gedraue der Par- ieien Frankreich« ist au« diesem Grunde von den Bonopartisten zetzt am aller- wenigsten die Rede. Muthloflgkrit und Geldmangel, nicht aber Selbstvertrauen und hohe Würde dürsten die Erklärung dieser Zurückhaltung abgeben. London, 21. Juni. Der Strike der Bauhaudwerker hat jetzt jene Große und Bedeutung erreicht, welche man ihm in Aussicht stellte, al« erst 350 Arbeiter zweier Firmen de« Versuches halber den Anfang machten. Nachdem dir Vor- schlage der Arbeitgeber, ein Schiedsgericht einzusehen, von der anderen Seift zu- rückgewiesen worden, sind dir Werkhöfe und Bauplätze der Mehrzahl nach g - schloffen und zwischen zwölf und vierzehn Tausend Mann — Z mmerleute, Bau- schreiner, Maurer, Handlanger u. s. w. - frier». Andere ««u°U"tern-frm-r wrlchr sich vrr allgemeinen Aussperrung bi« letzt nicht angeschlossea haben, werde» Die Pfandbriefe der Rheinischen Hypothekenbank. Die badische Landeszeitung schreibt: Die Rheinische Hypothekenbank in Mannheim hat während der kurzen Zeit ihres Bestehens eine so ausgedehnte Wirksamkeit sich begründet,, daß sie bereits jetzt für eine Million Pfandbriefe durch die Vermittelung der Rheinischen Kreditbank und deren Filialen, sowie einer Reihe der angesehensten badischen und außerbadischm Bankinstitute zu emittiren in der Lage ist. Diese Pfandbriefe sind gemäß den Statuten der Bank durch Hypothekenforderungen im Betrage von mindestens einer Million Thaler derart gesichert, daß den Pfandbrief-Inhabern auf diese hypothekarische Forderungen ein Vorzugsrecht vor allen übrigen Gläubigern der Gesellschaft zusteht, überdies aber haftet für dieselben auch das gesammte übrige Vermögen der Bank, insbesondere das Grundkapital und der Reservefond. Die Pfandbriefe der Rheinischen Hypothekenbank bieten somit alle Vortheile einer hypothekarischen Anlage, ohne deren Nachtheile zu haben. Sie sind vor Allem selbst hypothekarische Ford^ rungen, weil den Pfandbrief-Inhabern die Hypotheken der Gesell'chaft ausschließlich haften; die Sicherheit, welche sie bieten, ist aber größer, als die einer Hypotheke, weil (u den bei den einzelnen Prioathypotheken vorhandenen Personal- und Realgl^antt en noch die Verstärkung der Deckung durch das Aktienkapital und den gemäß den Statuten zu bildenden Reservefond hinzutritt. Die Pfandbriefe sind aber nicht nur heft er e, ondern auch bequemere hypothekarische Forderungen als Prioathypotheken; denn der Gläubiger hat es hier weder, wie so oft, mit einem säumigen und um Stundung bittenden Schuldner zu thun, noch sich um eine^auf die Wahrung von Formalitäten hinweisende Gesetzgebung zu kümmern, vielmehr übernimmmt die Bank drese Arbett, ie enthebt dcn Pfandbrief-Inhaber sogar der eingehenden Buchführung für seine Kapitalien und sichert die rechtzeitige Zinszahlung, indem sie den Pfandbriefen Zrns- coupdns beifügt und selbst seine Schuldnerin wird. . . , J Die Pfandbriefe der Rheinischen Hypothekenbank sind aber endlich insbesondere auch ein Börsenpapier, d. h. ein Papier, welches an der Börse notirt wird und einen BörsemCours hat, zu dem es zu jeder Zeit veräußerlich ist. Der Inhaber des Pfand- briefs wird daher nickt nur seine Zinsen an den Zinsterminen erhalten er wird auch ein Kapital wieder flüssig machen können, während er bei einer Privathypotheke nur mit großer Mühe und oft gerade nicht zu jeder Zeit, in welcher er das Geld braucht, sein Kapital eehalten kann. Obwohl aber Börsenpapier, so sind d,e Pfandbriefe doch keineswegs Spekulationspapier, sondern einzig und allein ein Änlagepapier, welches dem soliden Kapitalisten, dem Verwalter fremden Vermögens, kurz Jedem zu empfehlen ist, der sichere und gleichmäßige Einkünfte einem unsicheren und vorübergehenden Gewinn vorzieht. ~ „ „25 „ 53 Kurh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fL 45 Braunaoh weiger 21 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 39 4"/o bayr. Präm.'ÄJil. 113% 4% badische Loose 111 % Badische fl. 35 Lcose 70% Oestr. fl. 250 v. 1854 87 1858r PrloritätBloode 209 1860r Loose 91% 1864r » 155% w » 4O/o n » r, 31/8% n Baden 4%% Obi. o. E. L. — Oesterr. 8ilberrente 64% Papierrente 58% Spanier, neuest. 3% 29% Amerik. Bonds 1881r 99% „ 1882r 96 _ n 1885? 963/4 ___1887r 97% Aetlen» Frankf. Bank 141 Frankf. Vereins-Kaste 131 Darmst. Rankaot. 475 Wien Bankactien 900 Oest. Creditact. 364 Galizien 256% | Amsterdam t Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto J ditto tt« Debat« ließ sich gestern in dieser Weise vernehmen. Die französischen Blätter die« voraussichtlich thun, da ihre Arbeiter die ihnen gestellte Bedingung keine von nennen da« Gesetz des Deutschen Reichstage« gegen die Jesuiten „eine Verletzung den strikenden oder ausgeschlossenen Genossen zu unterstützen, nicht annehmen wollen, der liberalen Grundsätze", während sie dazu schweigen, daß die französischen Ge- Zn Betreff der Arbeitseinstellung in den Kohlenbezirken von Süd-Staffordshire setze täglich von den Cleriraien verletzt und die Regierung trotz ihrer schwäch haben die Grubenbesitzer beschlossen, den A beftern eine schiedsrichterliche Losung - - ~ - - - • - - - . - - - vorzuschlagen. Während die „Damen von der Waschbütte" in Leamington nicht» mehr von sich hören lassen, hat nunmehr auch London seinen Wasch rauenstrike. In der Vorstadt Keniat New Town ist derselbe zum Ausbruch gekommen und die sämmtlicheu Berichteter kiese „Bewegung" nehmen ihren Umweg durch da» digt- 3-A 'M . £4iNI° "S * ’ a* m m V-le ‘ ’^tlf rill 1° iS* L in ®,v”. J.| KV* d f,,n ml nt ** J ' b"> Ni. k'ltl to0(. " muinl. "»richte,„ '? 3al)rtn sichte |, Dazu teirb “'öütuna ^dacht. a»fltlt9tn. °ahme der »iolzl fei. 1 ^ichktung I " Die dk°> Aüsillt. । Hbt SBhtt [t in $aii< Eiche Vre. j ^tglkkllng-. it». M. i| ilionia find 1 Kaufmann vn in ein« 1 begad und inttirta und Llschmte (ein, ift die eil» Piinnt- fleiletin und den neneren den Arbeiter sich Uten auf er und Hut< ander Rrsier »«sucht wot. chend. Eine lichten. iosfnung, daß Seßern Batet ie 80 strilen- gestrige Be« i der Oeffent. und auf der Wrstendhalle» t Snssiache trat \ i «hchltn und I gtBiß dlss» i i hiestg« Üni» icanten, haben I tt, Botin die> I inlltn ßch bs' imina bei Bti« . seit abgrhoistn psträten «icanten sollen Besondere Bekanntmachung. 3070) Die auf Montag den 1. Juli 1872 im Gießener Stadtwalde ausgeschriebene Holzversteigerung bleibt vorerst ausgesetzt. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 26. Juni 1872. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Vogt._________ Versteigerungen. 3058) Montag den 1- Juli d. I., Vormittags 10 Uhr, soll in dem Gasthaus zur Sonne dahier ein streitiges Pferd meistbietend versteigert, werden. (Ziehen, den 25. Juni 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Sem ml er, Ortsgericbtsmann. Große Manufaktur - Auction su Gießen. 3072) Am Montag den I. Juli und die folgenden Tage, von Morgens 9 Uhr und Nachmittags 2 Uhr an, werden im Saale der Restauration Dramm eine große Parthie Mttwttfactttr -Waarett* bestehend in schwarzem, braunem und Couleur-Tuch, Buckskin Hosenstoffen, Eskimos, Natinee, Sommerstoffen, einer Parthie Frauen-Kleiderstoffen, Shirting, Thibet, Merinos, Leinen, Kattunen, Tischdecken, Barchenten, Drell u. s. w. öffentlich meistbietend gegen sofortige Baarzahlung verkauft resp. versteigert. Die Maaren liegen eine Stunde vorher zur Ansicht offen. I. A.: MaiL Pilger. Feilgebote ii es. irf. Ollis. Weinhandliing in Bntzbnch, empsicblt Nbeinhefsische, Rheinbayerische, Badische, Elsässer, Mosel, Rheingauer, Ungarische und französische Roth- und Weiß-Weine von den geringsten bis zu den feinsten Sorten. Durch recht- zeilige und directe Einkäufe bm ich in den Stand gesetzt, allen Anforderungen zu entsprechen und halte mich bestens empfohlen. Proben gratis. Bei Abnahme von 25 Flaschen wird en-gros Preis berechnet. (2956j (158,6)Ad. JvUtz 2027) Die Mineralwasser-Handlung von Emil Fischbach, Seltwsweg, empfiehlt nachverzeichnete Sorten in stets frischen Fullungen: Adelhoidsquelle, Appolinarisbrunnen, Carlsbader Schloß- und Mühlbrunnen, Emser Keffel- und Krän- chesbrunnen, Friedrichshaller Bitter- waffer, Homburger Elisabethen- brunnen, Kissinger Rakoczy, Ludwigsbrunnen, Marienbader Kreuzbrunnen, Salzhausener, Salzschlirfer, Schwalbacher Stahl- und Weinbrunnen, Schwalheimer, Selterser (Raffau), Wildunger, Carlsbadrr Sprudelsalz. 2453) Alten Malaga, Tokeyer, Dry Madeira, Old Sherry, Rothe ii. weiße Weine, verschobene Sorten, in bekannter Güte, empfehlen I. A. Busch Söhne. | Erbsen, auf Bestellung täglich flisch gebrochen. Auch nehme ich Lieferungen in größeren Parthien zum Einkochen an Th. Rauten st rauch, a. b Sckoor au/d) E'ö m läuhd) ^-lorgenH und Anenvs frische Milch, fonre auch Dickmilch, zu haben bei Dienstmann 'Seidel, Neuem Bauen R5. 3052) 100,000 Stück Feld- brand-Backsteiue verkauft ___2l u g u ft S ch l c s f i n g e r. 2713) Äeiie Matjes- Iläringe empfingen I. A. B u scb Söhne. 3^82) Sicks nock flut erhaltene Treppen werden billig abgegeben bei E r n st Hermes. 30/3) Eine fast noch neue rliao,nalcklne zu verkaufen. P'eis 4o fi. Seite sweg 62 3'>50) 40 Etr. fehr gutes Heu ist zu verkaufen. Durch wen? sagt die Exped. d. Bltts. 3026) In meinem neuerbauten Hause neben dem Schützenhos ist der erste und* zweite Stock zu vermiethen und im August beziehbar. I. Wagner. 3047) Das bisher non Herrn Stabs- quartiermeister Schlosser bewohnte Logis ist bis 15. Juli anderweitig zu vermiethen. ____________________Emil Roth. 2547) Das von Madame Ufer seither bewohnte Logis ist bis 1. Juli anderweit zu vermiethen. Justus Müller, im Einhorn. Vermischte Anzeigen. | Daheim g •Ec sx Die soeben erschienene Nr. 39 ----- vl enthält: "i Die Arbeiter. Novelle von Ernst Wichert- (Schluß). — Aus der alstn Bibel. Original- zeichnung von Wagmüller. — Tagebuch aus der Belagerung von Straßburg. Von Max R'ichard. (Forlsetzung ) — Ein Gang durch das überschwemmte Thal der Beraun in Böhmen. — Zur Charakteristik Richard Wagners. MitPortrait. — Am Familien- tiscke: Der Pseudo Fritz Reuter auf dem Odillenberge. — Das europäische Staaten- system aus einer Whistkarte. Zu Bestellungen empfehlen sich: die Ferb er'sche Univ-Buchhhandlung, E- Heinemann, I. Ricker. Permicthungen. 2875) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 bis 4 Zimmern, ist ni ve'in'etben ui'd sogleich beziehbar. Walllhorstraße Nr. 199. 3081) Am Mittwoch Nachmittag wurde aus dem Wege von der .Stadt nach dem Bahnhof ein Notizbuch mit Papiergeld verloren. Der redliche Finder wird gebeten, solche gegen eine Belohnung von 23 fl. an die Exped. d. Bltts. obzugeben. (1366) (a. 40 IV.) Dl 0t* Gut, ein Haus, Hotel rc. Wil kaufen oder verkaufen, pochten oder verpachten will, DI'M* einen Posten zu besetzen hat VVl L oder einen solchen sucht, Dll>1* irgend etwas in eine beliebige * Anzahl von Zeitungen einzurücken beabsichtigt, wende sich an die Annoncen-Expedition von | Rudolf Rosse, | officiellen Agenten sämmtlicher Zeitun- 3 gen des In- und Auslandes, Frankfurt a« Zeil 45. Straßburg, München, Nürnberg, Berlin, Wien, Prag, Hamburg, Zürich. | TolltH wird Jedermann Rath S ertheilt, welche Zeitungen für jeden einzelnen Fall sich als erfolgreich erwiesen haben: | Da Tollt It werden alle Annoncen B A’tlf l sorgfältig abgefaßt und für einen augenfälligen Druck hergerichtet; B Da Tollt ff kosten die Inserate nur ® dastelbe, wie in den Zeitungs-Expeditionen , da dieses Institut als Central-Stelle aller existirenden Zeitungen besondere Vortheile von denselben genießt. Das Renomme der Firma bürgt für solide Bedienung. IXiscretion wird auf das strengste beobachtet, die einlaufenden Offertbriese werden uneröffnet an die betreffenden Reflectanten, i ohne deren Namen preiszugeben, pünkt- y liehst und ohne Prooisionsberechnung | übermittelt. »BMÄKKGÄHaMMaHBeaeGÄaieBeeeeaeeeeeBi 3066) Ich wohne von heute an Reuenbäuen Lit B. Rr. 81. Gießen, 26 Juni 1872. M. Pilqer. 3080) Nächsten Sonntag den 30. Juni feiert der Alt - Busecker Veteranen - Verein das erste Jahres-Fest: Die Nückkedr aus Frankreich. Fest-Versammlung bei der FricdenS- Unde. Conccrt und 2anzmufik auf dem Schloßhof. Abends um 9 Uhr Fackelzug und bengalisches Feuerwerk. , EntvSe 6 Kreuzer. I Es ladet höflichst ein Der Vorstand. i 3002) Ein zuverlässiger Bursche für meinen Flaschcnbicrvcrkauf gesucht gegen guten Lohn. . L. Textor, im Darmstädter Haus. 2958) Mehrere Zimmerleute finden gegen hohen Lohn dauernde Beschäftigung bei Ludwig Deibel in Wiefeck. 3074) Am Mittwoch Morgen wurde auf dem Viehmarkt eine Brieftasche mit Papiergeld verloren. Der redliche Finder wird gebeten, solche an die Exped. d. Bltts. gegen eine gute Belohnung abzugeben. 3075) Ein Mädchen zum Schirmnähen wird gesucht. F. Schneider, Seltersweg. 3077) Ein Mädchen für Hausarbeit auf sogleich gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3oi3) Eine Dame wird gesucht, welche sich damit befassen kann, Stramin-Stickereien für ein Geschäft auszugeben und schnell und gut fertigen zu lassen. Haupt-Erforderniß hierzu ist, außer Respektabilität, daß die Dame selbst perfect das Stramin-Arbeiten verstehen muß, wobei noch bemerkt wird, daß alle Arbeiten im Rahmen gearbeitet werden müssen. — Näheres bei I. H. Stiebet Wittwe, Zeil 33 in Frankfurt a* ________________ 2982) Ein braves Mädchen, welches kochen kann und in allen häuslichen Arbeiten erfahren ist, wird im August zu miethen gesucht. Neustadt Lit. D- Nr. 153.__________ 3139) In mein Flaschenbier-Geschäft kann ein localkundiger Junge bei gutem Lohn sofort eintreten. Georg Dörr, Kirchenplatz. 3076) Allen Denjenigen, welche unfern lieben Vater, Fr. Berg, zu seiner letzten Nnheüätte begleiteten, unfern innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen, j Gießen, am 27. Juni 1872. Danksagu n g. 3083) Den geehrten Einwohnern Gießens kann ich nicht unterlassen, meinen SDmif für ihren gütigen Besuch bei meiner Abreise zu sagen. Eduard Opitz, Besitzer des einzigen in Deutschland exissrenden Musters und Modells wie zwei Stock hohen Pracht- lind Riesen-Caronssels. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhesstsche Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. Redaction, Druck und Verlag der Brüh loschen Unto»-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.