****<» Preis vierteljährig 1 fL 12 fr. mtt Bringerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mtt AuS* nähme SonntagS. Expedition: Canzletberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 173 Freitag den 26. Juli M72. Amtlicher T b e i l. ^°lge ermittelt 16 ^nselben die »rstand. Jd'ridjt, daß jH i„ habe. Hofmann. ndelskammer auf mb 3nbuflrieden. ser Zweck, sowie Mündig erreicht wücffidmflt wirb, in Geschäftszweig, it brirch Sonber« Isstandes schaben ls, sammtliche im ifleiite mieberfyßlt leben richten zn e vor: Sari Gail, B. Lieberich, mberger, sheirn, tust Heß, Händler Ricker. ii r ! M-ffe ' flTa Aerl'N- • abt vo".,MeN- l .|Un^n6ert“'- Hrtllflfl' Gießen- am 22. Juli 1872 Betreffend: Kofterverzeicbnisse wegen Beitreibung der Communal-Jntraden oom II. Quartal 1872. Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die Grvßherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lda., Allendorf a. d. Lahn, Annerod, BnrkhardSfelden, Daubringen, Ettingshausen, Garbenteich, Gießen, Groß-Linden, Hausen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lich, Mainzlar, Münster, Nieder-Bessmgen, Ober-Bessingen, Ruttershausen und Watzenborn. Wir erinnern Sie an die Einsendung der rubricitten Kostenverzeichnisse binnen 8 Tagen. v. R ö d k r. Gießen, am 22. Juli 1872. Betreffend: Schulvcrsäumnißstraf-Verzeichnisse vom II. Quartal 1872. Das Groß herzogliche Kreisamt Gießen an die evangelischen Schulvorstände zu Allendorf a. d. Lda., Annerod, Beuern, Daubringen, Garbenteich, Groß-Linden, Klein- Linden, Lang-GönS, Leihgestern, Lich, Lollar, Mainzlar, Münster, Ober-Bessingen, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Watzenborn nnd Wieseck. Wir erinnern Sie an die Einsendung der rubricitten Verzeichnisse binnen 8 Tagen. v. Rode r. Bekanntmachung. Dem Unterzeichneten ist von der Großherzoglichen Centralstelle für die Landwirthschaft un£ die landwtithschaftlichen Vereine eine Anzahl Exemplare des Programms der landwirthschaftlichen Ausstellung zu Mainz und Anmeldebogcn für 1) landwirthschafttiche Producte, . 2)^Producte des Garten- nnd Obstbaues, 3) landwirthschafttiche Fabrikate, 4) Maschinen und Gerüche mitgetheilt worden, um dieselben in geigneter Weise zu verbreiten. Die Herren Bürgermeister Les Kreises, denen Exemplare des Programms zugehen werden werden ersucht, dieselben bei dem landwirthschaftlichen Publikum in möglichst umfassender Weise zu verbreiten. Außerdem können Exemplare des Programms sowie auch Anmeldebogen auf dem Bureau Großh. Kreisamts Gießen jederzeit in Empfang genommen werden. Zum Schluß wird bemerkt, daß die fragliche Ausstellung zu Mainz vom 25.-29. September stattfindet und alle für die Ausstellung bestimmten Gegenstände längstens bis zum 15. August d. I. angemeldet werden müssen. Gießen, .den 15. Juli 1872. Der 1. Director des landw. Bezirksvereins Gießen- v. Röder. P o l i t i s ch Staat und Kirche. Die Aufmerksamkeit des Publikums bleibt unausgesetzt dem Conflicte zwischen Staats- und Kirchengewalt zugewendct, welche ja mehr und m»hr in die scheinung gllrettn sind, seitdem in Folge der in die katholische Kirche sklbst gebrachten Umwandlung der Verhältnisse, der Staat in die Rothwendigkeit versetzt worden ist, die bisher geübte laxe Praxis aufzugebcn. Man hat allgemein das Bewußtsein, daß es zu einer gründlichen Avsein- andersttzung kommen misse, wenn die Früchte nationaler Siege nicht wieder verloren glhrn, die Aufgaben des modermn Staates nicht verdunkelt werden sollen. Aber es entspricht sehr wenig einer ernsthaften Würdigung der cbschwebenden Frage, wenn die Ungeduld nach ihrer Entscheidung, diese selbst Überellen und der SlaaiSregierung unreife Entschließungen abringen möchte. Sicherlich wird der volle Ernst der Loge in seinem ganzen Umsange nicht überblickt, wenn man der Regierung zum Vorwurf macht, laß sie nicht rasch genug auf einzelne Fälle der Renitenz mit großen Schlägen ontaorM und es ist sicherlich in hohem Grade ungerecht, wenn man ihr methodisches Vorgehen aus ihrer vermeintlichen Unschlüssigkeit erklärt, während cS an osfie.csen Andeutungen nicht fehlt, welche gar wohl beweisen, wie klar sich dieselbe über ihre Aufgabe, sowie über d,n Weg zur Erreichung derselben gewoiden ist. Die „Prov. Eorrespondenz" hat es unverblümt ausgesprochen (bet Kritisirung der bekannten Ansprache de- Papstes an den Lese-Verein), daß es sich bei den kirchlichen Fragen nicht um die Meinungen und Handlungen der einzelnen Bischöfe, sondern um einen einheitlich geleiteten Kampf hantle, daß daher auch dte Abwehr nicht auf den einzelnen Fall gerichtet sein darf, sondern st.tS den großen Zusammenhang der ontinationalen kirchlichtn Bewegung im Auge behalten mutz.' Dieser von dem halbamtlichen Organe angedeuteten Auffassung entsprechend, werden dir Bedingungen erwogen, unter welchen ein friedliches Derpältniß zwischen Staats- und Ktrchengewalt herzufteüen ist, nachdem die Letzter^ sich durch Dtfiuirung des UnfehldatkeitSdogma's in durchaus absolutistischem Geiste zu con- pituiren versucht hat. Eine kürzlich in Berlin unter dem Titel: „Ein Wort über er T h e i l. die nächste Papstwahl" publicirte Schrift, in welcher auf den osfieiösen Charakter allgemein hingcwiesen wird, saßt diese Frage in's Auge, naädem sie erläutert, welcher empfindliche Schlag gegen die Selbstständigkeit des Episccpats durch das Unfehlbarktitetogma geführt worden ist, vindicirt sie dem Deutschen Reich und namentlich auch der preußischen Staatsregierung die Verpflichtung: „für die hinfällig gewordene Garantie, welche früher durch den Einfluß auf die Bischofswahlen erzielt werden sollte, entweder durch einen entsprechenden Einfluß auf die Papstwahl eine andere Garantie zu erlangen, oder mit rücksichtsloser Entschiedenheit die Frage aufzuwersen, in wie weit jene Vereinbarungen mit dem päpstlichen Stuhle unter wesentlich veränderten Umständen für die weltliche Macht heut überhaupt noch verbindlich sein können?" Es ist selbstverständlich, daß bet dieser, durch die Verhältnisse mit Roth- Wendigkeit indirecten Auffassung von bloßen Verwaltungsmaßregeln nicht die Rede sein kann, welche sich nur gegen KrankheitSsymptowe richten könnten, ohne den Grund des UebelS selbst zu treffen und in der That hat auch die „Prov.-Eorr." bereits ziemlich unzweideutig zu erkennen gegeben, daß sowohl die Reichs- sowie die preußische Staatsregierung an sogenannte „AuSnahme-Moßregcln" oder „Nothstands-Gesetze" nicht denkt, sondern die Regulirung der kirchlich-politischen Grenzstreitigkeiten nur auf dem regelmäßigen Wege der Gesetzgebung suchen wird, auf welchem allein die Uebereirstimmung der RegierungSabsichtcn mit dem Rationalwillen conflatirt werden kann; auf welchem allein aber auch — wie wir hiozufügen müssen — alle die praktischen Schwierigkeiten, welche sich in einer principiellen Lösung in den Weg stellen, ihre erschöpfende Würdigung finden können. Man hat viel von „Temporalien" und von .Amtssperre" gegen die renitenten Bischöfe gesprochen; die „Köln. Ztg." hat mit Recht in einem aller Beachtung werthen Artikel erst ganz kürzlich daraus hingewiesen, um wie viel leichter rS ist, eine solche Maßregel zu empfehlen, als deren mögliche Jnconvenienzen vorzu- beugen, und wenn — wie die angezogene Eorrespontenz berichtet, der Herr EulruSminister findet, daß „in einer so heikligen und schwierigen Frage olle Maß- regeln im Voraus bis in's Einzelne überlegt und vorbereitet sein müssen", so hat man gewiß alle Ursache, ihm für diese Vorsicht Dank zu wissen und eine Politik, welche sich mit dem vollen Gewicht ihrer Derantworlichkeit erfüllt zeigt, und darf sie nicht der Unschlüssigkeit zeihen, weil sie nicht bet dem Ziele vorbei- schießen will. Auf „große Schläge" kommt es sicherlich nicht an; wenn e- sich nicht sowohl um blendende Essccte, als um dauernde Wirkungen handelt. Die „Heißiporn's" aber, welche immer nur entscheidende Maßregel, selbst wenn sic auch den Schein der Willkür trügt« und zwar möglichst rasch verlangen, sollten sich doch ein wenig mit der Krage beschäftigen, ob in allen die Fragen, welche ihm selstb als abgemacht gelten, im Geiste des Volkes selbst schon ebenso entschieden sind. Sie würden dann vielleicht inne werden, daß die Scheidung zwischen Kirchen- thum und Religion den Massen nicht sehr geläufig ist und die Staatsregierung, welche bri ihrer Auseinandersetzung mit der Kirche vornämlich auch die Wahrung des inneren Friedens im Auge behält, nicht bloS zu treffen, sondern auch zu verständigen hat. Für diese doppelte Aufgabe bietet sich ihr sicherlich nur der Weg der Gesetz- gebung, als der allein zu beschreitende dar. Deutschland. Aus Rheinhessen, 22. Juli. In Worms wurden in der letzten Zeit Unterschriften sur eine Petition gesammelt, welche Erbauung eines Dämmt» zum Schutz gegen die Überschwemmungen des Rheines auf Staatskosten nachsucht. Die Petition wurde letzten Samstag mit 1200 Unterschriften versehen dem Ministerium überreicht. — Aus Guntersblum schreibt die „Mainzer Zeitung": Endlich fangen auch die Lehrer an, sich zu ermannen. Sämmtliche Lehrer der Real- und Volksschule haben ihre Thätigkeit eingestellt. Berlin, 22. Juli. Ueber die überzeugungöschwachen Prälaten Ledochowski und Dr. Melchers schreibt man dem „Hann. C." von hier Folgendes: Nicht unbemerkt ist es geblieben, daß der Erzbischof von Gnescn und Posen, Graf Lc- dochovski, nun auch offen in die Reihm der bischöflichen Gegner der Staatsgewalt getreten ist, während er bis dahin mit einer gewissen Vorsicht der Oppo- fition beigetreten war. Man erinnert sich dabei, daß gerade Graf Ledochowski zu Anfang persona gralissima gewesen, und als die Wahl de- Domkapitels zu keinem Ergebnisse geführt, er seitens der preußischen Staatsregierung und des Papstes von seinem Posten als päpstlicher Legat in Brüssel abberufen und zum Erzbischöfe von Gnesen-Posen bestellt worden war. Seitdem war er auch am Hofe gern gesehen und zu Zeiten öfters in Berlin, wo man ihm die frühere di- plomatische Stellung anmerkte. Das hat nun freilich aufgehört, und es war vor- herzusehen, daß, da auch hier sogenannte polnische Interessen ins Spiel kommen, der GrafErzbischof nicht neutral bleiben würde. Auch der jetzige Erzbischof von Köln, Dr. Paulus Melchers, ist nicht aus der Wahl des Domcapitels hervor- gegangen, sondern durch einen Compromih der Regierung mit dem Papste in die gegenwärtige Stelle gekommen. Zur Zeit, als beide Prälaten ernannt wurden, zeigte sich Antonelli sehr zuvorkommend und gefällig, und erhielt auch, wenn wir nicht irren, zu jener Zeit den höchsten preußischen Hausorden vom schwanen Adler. Uno jetzt! Berlin, 23. Juli. Wie aus Regierungskreisen verlautet, hat der Kaiser unmittelbar, nachdem die Nachricht von dem Attentat auf den König AmadeuS in Ems etngetroffen, feine Theilnahme an dem Ereigniß und seine Freude über das Mißlingen des Frevels auf telegraphischem Wege ausgesprochen. Der alljährlich in Ostpreußen schrecklich wüthende Würgengel, die Cholera, scheint dort bereit- wieder eingetroffen. Vor einigen Tagen thetlte die „Jnsterb. Ztg." mit, daß dort ein Ulan an der Cholera gestorben; Tags darauf wurde die Notiz dahin berichtigt, daß nur ein grober Diätsehler die Ursache des Todes gewesen. Heute lesen wir in dem genannten Blatte Folgende-: Zur Berichtigung der in voriger Nummer d. Z. enthaltenen Notiz über die Erkrankung des Ulanen Hoffmann bemerke ich, daß dieser Krankheitsfall von mir amtlich als ein Fall von astatischer Cholera constatirt ist. Dr. Janert, Kreispdpstkus. Berlin, 24. Juli. Das General - Postamt hat nach gemachten Wahr- nehmungen über mangelhafte Abdrücke der Aufgabestempel bei der abgesandten Corrcsponvenz, auf welcher die Jahres-, Monats-, Datums- und Stundenzahlen therls ganz fehlten, theils schwer oder gar nicht zu erkennen waren, Veranlassung genommen, die Ober-Postdirektpren anzuweisen, die Wahrnehmung des für das correspondireude Publikum so ungemetn wichtigen Geschäfts der Postanstalten, deutliche und klare Stempelabdrücke heroorzubringen, ganz besondere Aufmerksam» kett zuzuwenden. Cobltnz, 24. Juli. Der Kaiser trifft im Laufe des heutigen Nach, mittags von Ems hier ein und wird bis zum 27. d. MtS. hier seinen Aufent- halt nehmen. München, 23. Juli. Bekanntlich hat die Mehrheit des Senats der hiesigen Ua.vcrsttät auf die Abhaltung eines Gottesdienstes am Tage der Jubiläums- feier verzichtet. Die theologische Facultät hat sich dadurch nicht abhalten lassen, Sorge zu tragen, daß gleichwohl eine kirchliche Feier, bestthtnd in einem Hochamte, für Jene stattfindet, welche diesen Tag mit Gebet einlciten wollen. Die theologische Facultit wird sich auch, Wit wir hören, am Feste selbst beteiligen; dagegen wert «"sich' „Bayerischen Kurier", die Theilnahme jener Mitglieder des katholischen üleru«, welche an der Universität stubirt Haden, wahrscheinlich eine sehr geringe sein, weil, wie da» Blatt meint, sich eben Niemand der Gefahr aussetz'N mag, bei einer festlichen Gelegenheit in seinen heiligsten Gefühlen cerlent unb gekrankt zu werben. — Die Universität Orford hat zu ihrem Vertreter bei bem Jubelfeste, Max Müller ernannt, brr seit Jahren brr Ox orber Uniorrfiiai 011 P'vftssor ber Sprachwiffenlchaft unb Fellow bei College! von All Souls angehort. Die» ist bas erste Mal, büß sich bie alte engUtche Un.versiiät an ben Festlichkeiten der deutschen Universitäten betheiltgt. Oesterreich. Prag, 23. Jult. In Angelegenheit der Untersuchung wegen M beabsich. Hjkn Attentates auf den Statthalter Baron Koller erhielten mehrere hiesige wdffinfübr kanten Vorladungen zu Ni Strafg richte. Gastcitl. Graf Mvtike ist hier ang.kommen. Ischl. 24. Juli. Nachdem der Kaiser von Oesterreich bem Kronprinzen des deutsch.n RticheS brüte morgen einen haldstund gen B such abgestattet hatte, hat der Kronprinz die Rückreise nach Berchtesgaden angetreteu. Lemberg, 23. Juli. Im Lager Miendzyhorz in Dolhynien, wo gegenwärtig zwanzig Regimenter concentrirt sind, ist die Cholera ausgebrochbN. Schweiz. Berv/ 25. Juli. Zwischen Deutschland und der Schweiz ist ein Coneordak, betreffend bie freie Ausübung ber ärztlichen und th erärztl chen Praxis in Elsaß einerseits und in den Grenz Cantonen Baselstadt, Baseüand, Solothurn und Bern andererseits abgeschlossen worden. ^as zur Regelung der Alabamafrage niedergesetzte Internationale Schied-- gericht in Genf will noch immer nicht den Schleier lüften, der über seinen Be- rathungen ruht. Die Sachwalter weigern sich, mit Personen, die zu dem Tribunal in keinen Beziehungen stehen, Verbindungen zu unterhalten, um bie Presse an jeder Einmischung oder Ausübung eines Enfluss« auf bie Gemüiher ber Schiedsrichter zu verhindern. Soviel man aber erfährt, beschäftigt es sich gegenwärtig mit ben Verheerungen, welche bas Kaperschiff „Florida" anrtchtete. Das Tribunal wird von nun an wöchentlich fünf Sitzungen halten, nämlich jeden Tag, mit Ausnahme von Sonnabend und Sonntag. Genf, 24. Juli. Das Schiedsgericht wird morgen eine Sitzung abhalten. Die Sch vierigkeit, welche, wie bereits gemeldet, sich erhoben hatte, besteht darin, daß die Engländer jede Verantwortlikcheit ablehncn, indem England feine Gesetze und seine Verfassung streng zur Ausführung gebracht habe. Frankreich. Paris, 23. Juli. Das „Univers" bringt heute einen Artikel, worin ber ultramontane Cierus und sein Anhang in ber Presse in Elsaß unb Lothringen zu ang.strengter Ausdauer im Kampfe gegcn die Deutschen aufgerufen und auf die päpfil chen Zuaven wie auf die „christlichen Schulbrüoer" als Musterbilder deS echten französischen Patriotismus hingewiesen wirb und als dasjenige Ziel, welches anzustreben sei, weil es von Bismarck am meisten gefürchtet werbe, bezeichnet wirb: „die Herstellung des wahren französischen Königthums." Also Heinrich V., der Mann des SyllabuS, soll Elsaß unb Lothringen wieder an Frankreich bringen I Parts, 23. Juli. Das ossicielle Blatt erklärt das von mehreren Journalen gebrachte schreiben Mae Mahon's an den Gouverneur von Paris, worin von der Revue die Rede ist, für unecht. Die Nachricht der „Times", daß man im Var eine geheime Chassepot-Niederlage entdeckt habe, ist vollständig unbegründet. Die Eingangszölle auf die Rohstoffe, welche die Nationalversammlung bewilligt hat, sind ohne Interesse, da sie vor ber Hand doch nicht zur Anwendung kommen werden. Für Deutschland ist nur bie Erhöhung des BterzolleS von 5,60 auf 7 Frcs., welche gleich nach der Veröffentlichung des Gesetzes in Kraft tritt, von Bedeutung. Graf Chambord wird im Monat August in ber Schweiz erwartet. Die Arbeitseinstellung in Billy Montigny (Somme) hat zu einigen Unruhen Anlaß gegeben, in deren Folge Verhaftungen vorgenommen wurden. Der Erdstoß wurde außer in Oran auch noch in Mostaganem, Arzew, Sidi-bel-Abbe-, Saint Denis du Sip unb Mascara verspürt. Ernstliche Unfälle sind nicht vorgekommen. Der Stoß hat 15 Sekunden gebauert. Das Versprechen, welches Herr Thiers ber Nationalversammlung gegeben, noch vor Vertagung ber Kammer eine erschöpfende Darlegung ber von ihm im Innern verfolgten Politik zu geben, scheint der Rechten nicht genügt zu haben. Eia legitimtst,scher Abgeordneter, Hr. Belcastel, hat in der Sitzung vom 22. d. M eine hierauf bezügliche Interpellation angezetgt. Nach Beschluß ber Kammer soll die Interpellation gleich nach bem Bericht über die Vertagung zur DiSeusston kommen. Herr Thiers wirb also ein politische« Glaubeasdekeantniß abzulegev haben. Man ist gespannt darauf, ob dasselbe den republikanischen Charakter ttagen wirb, welchen die letzten Reden des Präsidenten in der Kammer zur Schau trugen. In Pari« hat man in dieser Beziehung wenig Vertrauen und hält es für wahrscheinlich, baß der Präsident eine Annäherung an die Coalition der Rechten sucht. Man glaubt zwar nicht, daß er soweit gehen werbe, der Llnken den Rucken zu kehren, denn diese Undankbarkeit wäre zu groß gegen eine Partei, deren Unterstützung ber Präsident in seinem Kampfe mit der Rechten zu verdanken hat. Es ist leicht erklärlich, baß Herr Thier« seine Unabhängigkeit von den Parteien so sehr als möglich zu wahren sucht; und jedenfalls wird die- Verlangen in feinen demnächst zu erwartenden Expectorationen Ausdruck finden. Versailles, 25. Juli. Aubry, St. Omer, Dalivoux und Franyois, welche wegen Bltyetltgung an der Ermordung der 47 Geißeln in ber Rue Haxo zum Tode verurtheilt waren, sind heute Vormittag auf der Ebene von Sartory hin- gerichtet worden. St. Omer starb unter dem Rufe: „Es lebe die Commune!" Francois rief: „Es lebe Frankreich, nieder mit der Commune!" Drei in derselben Angllegeuhtit gefällte TobeSurtheile sind gemildert worden. Italien. Rom. Der Papst empfing am 20. Juli die Mitglieder seine« ehemaligen Poltjeim.nisteriume und hielt dabei wieder eine längere, vom „Osservatore Romano" veröffentlichte Ansprache, au« der wir folgenden originell,n Passus mittheilen: „Es gab einen König in Israel, welcher unter der Eingebung de« heiligen Geistes viele Bucher und Sachen geschrieben hat. Unter Anderem spricht er von e.ner heiligen Jungfrau und erst kürzlich Verlobten, welche in einer Nacht den Gegenstand ihrer Wünsche und ihrer Liebe aufsuchte. Sie ging allein durch die Ltadt, da traten bie Wächter zu ihr, fragten sie, wen sie suchte, und sie sagte ihnen, wen sie zu dieser spaten Stunde gesucht hatte. In jenen Zeiten herrschte e.ne solche Sicherheit, daß eine Frau, eine Jungfrau de« Nacht« allein durch die Stadt gehen konnte. Die heilige Schrift, welche sich so oft mit Kleinigkeiten und unbedeutenden Dingen bescha tigt, wie z. B. mit dem Hund be« Tobia« und anderen mehr, erwähnt nicht, baß cs tn jenen Zeiten Spitzbuben gegeben hat. Daraus laßt sich auf die Ordnung schließen, w.lche in jener Stadt herrschte. Und in damaliger Zeit gab es viel za stehlen. Da gab es einen sehr reichen König, eine Königin, welche Gold, Edelsteine und wcrthvolle Gegenstände an sich trug. Ich sage nicht, büß es damals kirne Spitzbuben gegeben hätte, Spitzbuben gibt es zu allen Zeiten; da aber die heilige Schrift ihrcr nicht erwähnt, so beweist dies, daß sie vamuts in größerer Anzahl nicht existirten. Ihr seid die Nachfolger jener Wachter, von welchen der weise König spricht. Zwar seid Ihr in den Ruhrstand versetzt, nichtSd.stoweniger ob r seht Ihr doch, waS täglich vorgeht. Ich s'he es nickt, aber ich lese es. Ich lese, baß ein Cassirer mit der Cassc sich davon gemacht hat, und eS waren keine Wächter da, ich lese, daß rin Anderer mit baarew Geld entflohen ist, und es waren keine Wächter da, ich Use, daß die DU M fiallcn md) Lotgansk gebli» i“! wir ■•ff«“* ? darin. W du 'M" im * 1 HM' Hatrüiitn (reffen, W Athabiam k M Wir Lalicau ken Schon si" W Döllinger t woralischtn brt VlM rveil ti V Nationalist Lüge, Stllt Simpl! de öirD im An Nach glaubt die 3 Wist« der die rtpublili «Widal' Thäitt noch nur, tflj di aus der bei Lnlrtkdenlie düngen wou Dirl Abreise au« anhieli, Es König tinti thäligkeils^ orenge ihm nach Burgo deuischm Konto Abschaffung mit 167 ge am Schlags bit Pl-ßoei toi) Daniel Dre« Maßgabe vor Ntb jerflöi lvird auf 50 General Div 'Das M SH in "autGou! ^.Drasselhl wii ?6er diesmal Wn u„b t We, aber au ^rgleich b-ss. fr6 P’Ä ft 6,W * haben j oQe ein haut eap: f was m L,"« * >!■ 'S «m ^tn treten London, 24. Juli. Weeiieel« D Iß conto 4% Geldsorteno kr. fl. nach Burgos fort. Don deutschen Kaiser, sind dem BSr^ennachriclileB. 25 Juli 1872. »Das Uhu. Pr. Friedrdor S 58 59 Pistolen . . 9 41—43 „ doppelte v 41—43 Holl. fl. lOSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankens!. 9 22-23'/, Fngl Sorer. 11 50—52 Buss. Imper. 9 42—44 Dollar In Hold 2 25'/,—26'/, A et len. Frankf. Bank 142 Frankl. "Vereins-Kasse 141 Dormst. Bankact. 479 Wien Bankactien 893 0ml Creditw*. 347 Ghdizfen 256’/, * Prostemahlzeit, Spitzbüb! Die „Schl. Ztg." enthält folgendes Inserat: mir gestern von meinem Breitwagen gestohlene Fleisch ist Pferdefleisch für meinen I. Bauer." laaolang grzrbkll, I tn 60ü ihL im genügt pi frbtn. ag vorn 22.H.M. tti Rammtt joO tg jur DiÄtufjioa !untnij ö^ultgfD ‘ont|4)!n (Straft» brr Äammtr jur lig Strkoutn unD । an vn (Mion gehen r»erve, der u groß gegen tim it tu «echten |« nt Uaabhanzigltü Unfalls wird Diti । iuiDtud (inten. gtanQoiif welche er «ut »W M 158 Sarlory h>^ e vir üornnulne!" ,la fyti in DtP tu. In der Stadt fließ Anton auf den Schuster Hagedorn, mit dem er bei den „Schwolischeh" gewesen war. Er fragte ihn ob er wohl bei dem Hirschwirth guten ^Melkasfier" bekommen könnte. Ach, von dem solle er nur wegbleiben, — rleth ihm Hagedorn —, der sei mit seinen Getränken unter die Wiedertäufer gegangen, aber er selber wolle aus purenziger Freundschaft seinem alten Kameraden Anton fünf Flaschen vom besten besorgen; er könne sie in etwa einer Stunde in seinem Hause abholen. Das geschah, und die Drasselheimer Gemeinderäthe, als sie am Abend die fünf gelb versiegelten Flaschen auf dem Tische des Bürgermeisters prangen sahen, da meinten sie, daß mit dem Anton doch etwas anzufangen sei. — Der erste Schluck gehört natürlich allenthalben dem Bürgermeister, vornemlich wenn „eappes Gouls" zu kosten ist. Dieser entpfropfte also eine Flasche und füllte ein Halbschoppenglas mit dem edlen Naß. „Oaber — meinte er bei dem Einschütten — oaber der richt joa oartlich" . . „Ach — woas antwortete der Deinespeter — doaß eatz immer so bei auslännische * Der geheime Plan des Generals Trochu. Bei der letzten Festlichkeit in Neuilli producirte ein Individuum eine Art Panorama. Dort sah man die Schlacht von Froschweiler, da das Gefecht von Weißenburg, weiterhin das Bombardement von Straßburg. Endlich erblickte man über einem Vergrößerungsglas die Aufschrift: „Plan des Generals Trochu " Die Neugierigen, deren eine große Zahl vorhanden ist, begierig heran und sahen — Nichts. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 25. Juli. Hatte man auch für düse Woche ein, Mindernnnahmc der österreichischen Staatsbaim von dciläuflz 200,000 fl. vorauSgesehen, so war man doch nicht» weniger al» angenehm nb.rrascht, ale der Telegraph eine solche von 255 000 fl. meldete. (Sin, Viertelmillion Mindereinnahme! Sollte man da noch an eine Liebhaberei für diese» Effect glauben? Und doch hielten sich heute die Sidun auf 353V;, ein Cours, der zu den fortwährend schlechten GeschästSresultaten offenbar im Widerspruch steht. DaS fühlt auch die Cpeculatiou ganz gut und hält deshalb die Fmger davon, wenigstens jetzt, wo die nächste Zukunft bet Marktes überhaupt so ungrwiß ist. Creditactien und Lombarden verk.hrten ebenfalls nur febr schwach, crstere bei 3163/4, letztere bei 218. Wenn nicht in den verschiedenen Effecten de« CourSzettelS kleinere Posten für Privatrechnung an und verkauft würden, so dürfte man den ohnedies schwach besuchten Bö'sensaal bald gan, schließen; die eigemlichen „Macher" lassen ohnedieS nicht« von sich hören. Am meisten Geschäft war eigentlich in französischen AnlehenSresnltatcn, die massenweise verfauft wurden und einen weiteren Rückgang bi« 30 Centime« erfuhren. DaS Arbitrage, geschäft ist auch gleich Null, da die Verhältnisse ter Valuta demselben hindernd im Wege stehen, wenn die Course nicht größ-re Avancen ausiuweiseN haben. O st.rreichifche und deutsche Bahnen flau, nur bayerische alte Ost eine Kleinigkeit höher. Banken ohne Verkehr. Loose in kleinere, Posten in Umsatz. denken, sie hervorzurufen." Bemerkenswerth Ist es, daß das neue Testament für den Papst und seine Satelliten nicht mehr zu existiren scheint. Wo wir auf Allegorien und Bilder treffen, sind sic dem alten Testamente entlehnt. MoseS, Gideon, Saul, David, Rehabiam gehören zu den LieblingSpersönlichkeitcn und Vorbildern des heutigen Rom. Wir dürfen uns streng genommen nicht zu sehr darüber wundern. Im Vatikan kennt man den Gott der Liebe nicht mehr, den das Evangelium predigte. Schon seit lange herrscht dort der Gott, der „Rache" ruft. Rom, 19. Juli. DaS letzte Heft der „Civilta Cattolica" fällt über Döllinger dleseS Endurtheil: In Erwägung der Grundsätze Döllingers und der moralischen Mittel, sie den Gemüthern zu instnuiren, erklären wir, daß das System des Altkatholicismus den ganzen Abscheu einer katholischen Gesinnung verdient, weil es 1) jeden Begriff der göttlichen Autorität der Kirche zerstört und den Rationalismus der Revolution an ihre Stelle setzt, 2) weil die Mittel durch Lüge, Verleumdung und trügerische Kunstgriffe, die dazu gebraucht wurden, den Stempel der tiefsten sittlichen Verderbniß tragen. — Die „Köln. Volkszeitung" wird im Augenblick der Verurtheilung Dollinger's als Eldhelferin herbigerufen. Spanien. Rach einem Privattelegramm der „Times" aus Valladolid vom 21. d. M. glaubt die Regierung die Urheber des Attentates auf den König und zugleich die Anstifter der Ermordung Prim's entdeckt zu haben, und sei sehr zufrieden, daß die republikanische Partei dem Verbrechen fern stehe. Rach einer Mtttheilung des ^Jmparcial" vom gleichen Tage jedoch scheint die Polizei mit der Enthüllung der Thätcr noch nicht so weit gesehen zu sein. DaS gut unterrichtete Blatt sagt nur, daß die Beweggründe der Angreifer noch nicht bekannt seien; nur ic-fle sich aus der bei einem der Verhafteten vorgefundenen Geldsumme, so wie aus den Anttccdentikn des andern schließen, daß die Leute für einen politischen Zweck gedungen worden seien. Abschaffung der Todesstrafe, welche von der Regierung bekämpft worden war, wurde mit 167 gegen 54 Stimmen bet zweiter Lesung verworfen. London, 25. Juli. AuS Mexico wird gemeldet, daß Juarez am 18. Juli am Schtagfluffe gestorben ist. Obertribunalrath Lerdo da Tejava hat iuterimistich Könige Glückwunschtelegramme zugegangen. England. Unterhaus. Die von Ciplin beantragte Bill auf ^ni^ « Die fünf Stufen des Verbrechens sind nach modernster Anschauung: 1) Wer eine Million stiehlt, ist nur ein Financier; 2) wer eine halbe Million stiehlt, ist ein Gesetzes-Uebertreter; 3) wer 11)0,000 fl. stiehlt, ist bereits ein Spitzbube; 4) wer 50,000 fl. stiehlt, ist schon ein Schurke; 5) wer aber ein Laib Brod oder ein Paar Stiefel stiehlt, ist ein ganz gemeiner Kerl, der Zuchthaus und Galgen verdient- Die Freudenbezeugungen über die Rettung des Königs haben sich bei feiner Abreise aus Madrid und nicht minder an allen Stationen, wo der königliche Zug anhielt, Escorial, Avila und Medina, wieverbolt. In Valladolid verweilte der König einen Tag lang, hielt einen osficiellen Empfang und besichtigte die Wobt- thätigkeirsanstalten, die Baumwollfabrik und das Theater. Ueberall kam die Volksmenge ihm mit großem Jubel entgegen. Am Sonntag setzte Amadeus seine Reife “ den Häuptern fremder Staaten, u. A. auch von dem ®r,M/ »orin der ® .Un6 Lothringen Wn m auf die ^ußerbilder des W3itl, welches ^»bezeichnet Also Heinrich V., 6tr an ffranlrtich "chtrtn Journalen pari-, worin von es*, bah man im indig unbegründet, inrallling beeviÜigt avendung fotnmtn ts von 5,60 auf i Kraft tritt, von' Schweiz erwartet. einigen Unruhen rden. Der Sedßoj i'btblbbt», Saint nicht vorgtkommn. Aetien, 5% östr. F. St. E. B. 354 Lombard. Bahn 218'/, Lndwigsh.-Bexbaöh 200 Max bahn 144’/s Bayer. Ostbahn 139'/, Rhein-Nahebahn-Act. 455/s Hess. Ludwigsb.-Act. 178'/, Oberhessen „ 82-/4 FriorltAten« 3% oster. Stab.-Prior. 58>/, 3% öst. s. Lombard 50»/, 3% Livorneaer 39t/4 50/0 Toscaner 62>/, 5% Elisabeth.-Prior- 843/4 do. II. Emiss. 84 Anlehennloofse. Darmstädter 0.50Looso 192 » »25 n Kurh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fl. 45-/- Braunschweiger 21 $/s 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 38t/, 4% bayr. Präm.-Anl 1 13 4% badische Loose 11 I Badische fl. 35 Loose 70‘/j Oestr. fl. 250 r 1854 85'/, 1R58r Prioritiitek,one 201 ftHW- Leoiw 9 t 1Afi4r . 157 Sache. D'r Wei(n) eaß gout, e Hot joa die reacht Kalör, e eaß ganz bra(u)uoartig." So thut denn der Bürgermeister seinen Schluck, einen ordentlichen, — aber „Brr!" ruft er aus, und schüttelt sich am ganzen Körper und schwippt mit den Händen und schneidet Gesichter, als hätte er auf einen Kieselstein gebissen oder auf Schuhnägel. . . „No Borgermaaster, woaß eaß? woas eaß? . . . „Brr! — antwortet der — brr! der Wei(n) schmeckt joa ganz mertrioalisch." . . „Doas eaß re(a)cht — sagt der Balserkappes — so muß der schmecke. Geab emol her; eich will.m emol dichtig of de Kamm beiße" . . . Und der Balserkappes beißt dem „Melkassier" auf den Kamm, daß nicht die Nagelprobe davon int Glase bleibt Sofort speit er aber aus und ruft: „Tausig krammenote, ruft er; der greift oaber oan die Leawwern wei's Fauer; wann'S kaa(n) Melkassir wär, dann follt'n d'r Deuwil saufen." So macht unter allerlei Betheurungen und Verwünschungen das Glas die Runde, bis die fünf Flaschen glücklich geleert. Und weil nach geihaner Arbeit gut ruhen ist, geht dann jeder heim, um sich schlafen zu legen. Auch der Bürgermeister legte sich. Aber es währte nicht lange, so ward er unruhig und warf sich im Bette bald auf die linke, bald auf die rechte Seite. „.Kerle, woas hoste fer — fragte ihn seine Frau und gab ihm einen Rippenfloß; — schloss, deaß de morrn froi bei Zeit wirrer erausser kannst." . - „Eich kann neit ge- schloofe, eich hu(n) Leibschrnerze; ... ui mei Leib! ui mei Leib! . . „'s eaß reacht, 's eaß ganz reacht; wous brauchst dou Melkassier zu trinke, wann d's neit verstiehst; ihr Kerle seit naut gewieh(n)t, wei den diese Schnaps, eappes Gouts seid'r neit ge- wieh(n)t." Doch weder vor diesem ehelichen Tröste, noch vor einigen Tassen Kamillen- tdee mit warmen Ausschlägen wollten sich die Schmerzen geben. Erst der noch in der Nacht herbeigerufene Arzt konnte mit einigen Gewaltmitteln ihrer Herr werden. Derselbe nahm auch das kleine Restchen „Melkassier", was sich von den fünf Flaschen noch vorfand, mit in die Stadt, um die eigenthümliche Brühe, wie er sich despektirlich genug ausdrückte, daheim chemisch zu untersuchen. Als der Arzt am anderen Tage wieder kam, war seine erste Frage: „Wissen Sie denn auch Herr Bürgermeister, was Sie eigentlich getrunken haben?" . . „Joa freilich, Melkassier!" . . „Nichtsda, kein Malvasier! — eine Mischung von Spiritus, Syrup und Mistjauche war's." . . „Woas? . - Meastpunn! . . ei so wollt' ich - . . eo, etzet waas eich doch aach, won'm doas Gezeuk gleich so'n bekaa(n)te Geruch hat. Oaber dem Oseschuster will' ich's o(n)streiche, den vcrklaan eich haut om Toak." . . Die Bürgermeisterin aber lachte: „Also Meastpunn hot'r gksosie, eann glaubt 's wär Melkassier! Aach neit.iwwil; ich wünsche d'r alleweil noch goure Appetit. Oaber, Herr Doktor, Reacht hui.n) eich doch: Dei Kerle fei(n) naut GontS gewieh(n)t." die Präsidentschaft übernommen. Amerika. Newyork, 24. Juli. Der DerwaltungSrath der Eriebahn hat beschlossen, Daniel Lrero wegen der im Jahre 1855 von demselben bewirkten ungesetzmäßigen Ausgabe von 100,000 Actien gerichtlich zu verfolgen. — Eine Feuersbrunst in Akrftv zerstörte die Schuppen und 33 Locomotiven der Eriebahn. Der Schaden wird auf 500,000 Dollars angeschlagen. Die Directoren der Eriebahn haben General Diven zum Betriebsvirector ernannt. Spitzbuben die Thüren der Kaufläden erbrechen, und es sind keine Wächter do. — 1 Der Papst weist dann darauf htn, daß jene Wächter, welche bei den angeführten Fällen nicht da seien, alsbald am Platze erscheinen, sobald es sich um politische Vorgänge handelt, und spricht die Hoffnung aus, daß diese Wächter bei den de- vorstehenden Wahlen jene Freiheit und Sicherheit zulaffen, welche man ihnen an- geblich zu geben beabsichtigte. Man hat gesagt — fährt alsdann Pio nono fort — wir wollten eine bewaffnete Reaktion. Dies ist eine Verleumdung! Diese bewaffnete Reacticn ist eine Thorheit. Die Reaktion, welche wir wünschen, besteht darin, daß ehrliche Leute hervortreten, um die Jugend zu beschützen, damit sie in der Moral, den guten Sitten und der Religion erzogen werde. Die Reaktionen im Ganzen und Großen aber liegen in Gottes Hand, und Gott wird daran Preuss. 4Vi% Oblig. 103 Frankf. SVi^/o Obi. 87 Nass. 4i/r°/o Obi. 993 4 Knrhess. 4% „ 9 3Vs Gr. Hess. 50/0 Obi. 101 2ll>o mach jener einen fetten Vergleich abgeschlossen "^oppes Gouts beicb e wink deaß bid> of bi« Anton, - b.fabl der Bürgermeister — eann eil de.ch e tmnr, wob de bis Oacht wirrer bei beaft" — Amsterdam k. 8. 983/g Augsburg k. 8. 99^/4 Berlin k. 8. 104’/« Bremen k. 8. 175-/8 Brüssel k. 8. 93V« Hamburg k. 8. 87 V< Leipzig k. 8. 105 London k. 8. HSVs Lyon k. 8. — Paris k. 8. 93% Wien k. 8. 105-/2 ditto m. 8. 1053/6 ditto 1. 8. 105-/4 n I e t 7 ° „ I IUII l * Parthie tn dcn Wald,ümXna*'ten Qd,tIa0Cbei mic =elknb CO (3512) C- Seipp. (3484) UNd (karlsbader Sprndelsalz. H- E. Ju gHardt. e»*r?5f”w™,r*'MI,*l6"i Kinstk» Münd. Wse «n9vPr£0l öei empfahlt Emil Fischbach. SBtlb. Balser. Bermiethungen. ??04J„ Mein an der Haidt gelegener pH jh r.'llnv * \ * «<■ —------' . k1. . , --------——— ~ x v I H UH VI l U Beste Qillitltät Wintermalz8c,ftllMcr ift iuc0"Äcu u s ch Wittwe. (3335) empfiehlt Pitthan. Vermischte Anzeigen Feilgebotenes. Sommer-Nocke Ter durch die ßfnifimn habe, inte [oirni ihrei veil bei t< schtirsitrih |u bt^iän folgt, rnint bistlibakn- zu ttn Nr weger Thor. Der Vorstand, drei Wn C 3487) Es ist ein Kranken-Rollwagcn verkäuflich abzugeben. Bei wem'/ sagt die Expedition d. Bltts. H. C- Vogt, Marktplatz. | Saljsehlirfer, Schwalbacher Stahl- Weinbrunnen, Schwalheimer, Selterser (Nassau), Wildunger, 3501) Da mein Abzug von hier nahe bevorsteht, so ersticke ich Diejenigen, welche Forderungen an mich haben, dieselben inner; (karlsbader Schloß- und Mühlbrunnen, Emser Kessel- und Kran chesbrunnen, Friedrichshaller Bitterwasser, Homburger Elisabethen brunnen, Kissinger Rakoczy, „Concordia.“ Sonntag den 28. Juli: 3505) Glascrgcsellcn" finden dauernde Beickastraung bei H man abzugeben bei (3511) (Ludwigsbrunnen) mit Musik. Abgang Nachmittags Vt3 Uhr vom Neuen- Bucher n. Bibliotheken kaufe ich stets zu annehmbaren Preisen. Mein Bücherlager von altern und neuem Werken aus allen Zweigen der Literatur halte ich empfohlen. Hermann Hehrendt, antiquarische Buch- und Kunsthandlung in Bonn. 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