Preis vierteljährig 1 fl 12 Er mit Bringerlohn. Durch die Vost bezogen vierteljährig 1 tL 27 fr Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canz lei berg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. N8. Freitag den 26. April 1812. Hin™ imu imi—iiim imi —m Beftelluligeu auf dm Gießener Anzeiger X^www^nileit,r8 als nut^M QtlCT Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Mai und Juni zu 40 fr. Mn. tyril: ^tu»g ih„s 18 Et. I ßtintid) jfruft, 2 * ■®* UL 3 lCchlZ M der nn«n " An $ le Aulsrage. Von Äft! Bmbel von Xfj. ~ »öKsftbule. II. Zich •t0^- — Aeilikr len LuartM Sboiinrmcnt! = 9 & ja 2'3 ienene Nr. 29 ä- ilt: «5 le von Ernst Wickert, e zerbrochene Tasse. 1 Hurfield. - Tit 'n im letzten Kriege. - T ie große Schnee-1 icejsenbahn. An Th. ncisco. - Tie Hun- Mit Zllustratm rranjofiiie Lerrückr tionen. elfen fuf) iv.-ÄuchhhMdimg 5. NiLtt- 1 in Haus, Hotel st- verkaufen, vvchtcn fiten will, en zu besetzen hat solchen M , 16 in eine beliebige n Zeitungen einzu- ; «sichtigt, rocMB j inoncen^fttulwn | flösse, I iämmtlicto 3eitun; . ustandes, rt 45. Uümbtrg, 0^ mburg, Zürich- Hermann W LÄZ B nioll«»*1“ Ä An-"--» s K? Petitionen, Institut als Der Carlistenaufstand. Die gestürzte Priesterherrschaft, welcher Spanien das Elend vergangener Jahrhunderte und den tiefen Stand politischer und humaner Bildung noch bis zur Jetztzeit zu verdanken hat, erhebt von Neuem ihr unsiliges Haupt, um das unglückliche Land, so viel in ihren Kräften liegt, mit Blut und Thränen zu überschwemmen. Welche Gegenden der pyrenäischen Halbinsel sind cs, wo der Carlis- mus noch seine Anhänger findet? Diejenigen, wo das arme, unwissende Landvolk noch wie eine Heerde Schafe der Führung jener gefährlichen Sorte von Geist- lichen folgt, denen der Staat nichts, die absolute Herrschaft der Kirche oder viel- mehr ihrer menschlichen Vertreter Alles ist. Hätte König Amadeus einen jesuitischen Beichtvater mit ins Land gebracht und dessen Ordensgenoffen über die Pyrenäen zurückberufen, wer weiß, ob die schwarze Partei es nicht vorgezogen hatte, dem schwachköpfigen Prätendenten Don Carlos begreiflich zu machen, daß für ihn kein Heil von einem neuen Auspflanzen der Bourbonenfahne zu erwarten sei. Die Erinnerungen an den alten Carlistenkrieg, einen der wildesten und grausigsten inneren Kämpfe, die je ein Land heimgesucht, waren längst in demselben Maße auSgestorben, wie die Krieger jener Tage allmählich in ein friedlicheres Jenseits abberufen worden sind, wenn nicht eine fanatische Geistlichkeit das Andenken wach- gehalten und die Verehrung für den allein „legitimen" Herrscher auch den inzwischen berangewachsencn Geschlechtern einglflößt hätte. ES ist kennzeichnend für die legitimistisch-clerikale Bewegung, daß sie mit einer Ausnahme nur in den auf der tiefsten Stufe selbst der spanischen Cultur zurückgebliebenen Landschaften ihren Boden findet: in einzelnen verwahrlosten Gemeinden CastilienS und Asturiens, wo der Bauer sich von dem Ochsen, mit dem er pflügt, fast nur durch die Gestalt unterscheidet, in dem rauhen Valencianischen Gebirgslande des Maestrazzo, dessen Bewohner den Guerrillakrieg als liebstes Gewerbe treiben, in dem seit der Vertreibung der betriebsamen Mauren elendiglich verarmten und spärlich bevölkerten Aragonien. Unter der erwähnten Ausnahme verstehen wir die baskischen Provinzen mit dem Königreiche Navarra, von denen zumal die ersteren zu den gesegnetsten Landen des Königreichs gehören. Aber gerade in ihnen hat der Carlismus von jeher seinen Hauvlsitz gehabt; sie legten stets Werth auf ihre. Sonderstellung zu den übrigen Provinzen, und es wurde den legitimistischen Parteiführern leicht, in ihnen das Mißtrauen zu erwecken, als werde eine liberale Regierung ihnen die Vorrechte der Selbstbesteuerung, der Freiheit von der militärischen Aushebung und vom Salzmonopol rauben, während den Bewohnern von Navarra die verlockende Aussicht vorgehalten wird, daß sie dieselben im Laufe der Geschichte eingcbüßten „Fueros" aus Don Carlos' Hand wiedererhalten würden. Nun steht also das Land vor den Gräueln eines neuen Bürgerkrieges, wenn es der spanischen Regierung nicht gelingt, den Aufstand in seinen Anfängen zu ersticken. Aufruf und Begleitschreiben des Herzogs von Madrid zu zergliedern, sie in ihrer ganzen Unvernunft bloszustellen, wäre ein überflüssiges Beginnen; man braucht sie nur zu lesen, um sie zu verurtheilen. Die Phrasen vom Liberalismus als dem Vortrab des Petroleums werden bei keinem denkenden Menschen verfangen, und die elenden Carlistenaufstände der letzten Jahre geben eine recht klägliche Vorstellung von der „Vorhut der großen katholischen Armee, welche die Armee Gottes, des Thrones, des Eigenthums und der Familie" fein soll. Genug und übergenug, daß der Herzog von Madrid nur noch den „Weg der Waffen" für sich offen sieht und denselben zu beschreiten im Begriffe steht. Er ist dabei so dünkelhaft, sich einzubilven, daß er durch einen „kurzen und entscheidenden Kampf" sein Vaterland retten, d. h. an Händen und Füßen gebunden der geistigen Knechtschaft, der von den carlistischen Blättern gepriesenen „heiligen Unwissenheit" überantworten könne. Schon haben sich in verschiedenen Gegenden carlistische Banden, zum Theil wieder unter der Führung von Priestern, zusammengerottet, die unter dem Rufe: „Es lebe Karl VII. I Tod den Liberalen!" das Land durchziehen; und schon ist, wie die neuesten Telegramme besagen, eine Schaar von 600 Mann auf dem Wege nach Roncesvalles, dem sagenberühmten Pyrenäenpaß, um ihren „Herrscher" an Der RolandSpforte zu empfangen und in sein Reich einzuführen. Trotz Der schwachen Militärmacht, über welche die Regierung gegenwärtig gebietet — es sind nicht mehr als 40,000 Mann unter den Waffen und überall darf das Land nicht entblößt werden —, ist an einen Sieg der Carlisten nicht zu denken; denn sollten auch die R-publikaner geneigt fein, im Trüben fischen zu wollen, so wird doch die radikale Partei, ungeachtet ihrer Entfremdung von dem Ministerium, die Selbstachtung und Vaterlandsliebe nicht so sehr verleugnen, um die Regierung bei einem solchen Kampfe gegen die fchlimmsten Feinde der nationalan Wiedergeburt im Stiche zu lassen. Auch hat schon der Marquis von Sardoal, Oberbefehlshaber der Freiwilligenmiliz und eine der Spitzen Der radikalen Partei, feine und seiner Untergebenen bereitwilligste Unterstützung zur Niederwerfung des Aufstandes angeboten. So mag sicy unter den carlistischen Generalen sogar ein Zumal- acarregut herausbilden, es werden ihm doch die Truppen fehlen, um ähnliche Thaten zu vollführen, wie jener Feldherr des Großvaters des heutigen Präten- Deuten. Vielleicht, daß er seinen Genossen in Selbstüberschätzung, den französischen Obersten Chatelineau, weiland päpstlichen Zuavenbefehlshaber und Besieger aller deutschen Truppen, die ihm jemals vor Augen gekommen, mit dem Commando über Die carlistischen Schaaren betraut. Dieser Tapfere hält sich gewiß für be- sak'igt, einem Serrano die Spitze zu bieten: aber er Dürfte dabei doch wieder Die Erfahrung machen, Daß seine Siege unerklärlicherweise stets Den Rückzug im Ge- folge haben. Wir können für Spanien unter Den obwaltenDen UmstänDen nichts Besseres wünschen, als Daß Don Carlos in höchsteigener Person mit ins Feld rückt; mag ihn Dann die Regierung auf seinem Kriegspfade abfangen und auf immer unschäd- lich wachen. Ein Mensch, Der Frieden, Glück und Leben seiner Landsleute so leichtfertig aufs Spiel sitzt, wie dieser hirnverbrannte Prätendent, ist gefährlicher und gemeinschädlichtr als ein toller Hund, dem es auch nicht als Entschuldigung angercchnet wird, Daß er nicht weiß, was er thut. Deutschlands Darmstadt, 23. April. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 21 enthält: 1) Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, Die Be- siäiigung von Schenkungen an das Diakonissenhaus „Elisabethenstift" in Darmstadt betreffend. 2) Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend. x 3} Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, die Organisation der Hauptsteuerämter und die amtliche Bezeichnung der Nebenzollämter und der Zollaufseher betreffend. 4) Bekanntmachung desselben Ministeriums, die Organisation Der Ober- einnehmereien in Den Provinzen Starkenburg unD Oberhessen betreffend. 5) Bekanntmachung Großh. Commission für Post-Angelegenheiten, die Er- richtung einer Postagentur in Kostheim betreffend. 6) Bekanntmachung Derselben Commission, AenDerungen Der Personengeldtaren auf Dem Alsfeld-Ziegenhainer Postcurse betreffend. 7) Bekanntmachung Großh. Kreisamts Erbach, die Erhebung einer Umlage in der israelitischen Religionsgemeinde zu Michelstadt für das Jahr 1872 betreffend. 8) Uebersicht Der für Das Jahr 1872, beziehungsweise 1872/74 genehmigten Umlagen zur Bestreitung Der Bedürfnisse Der israelitischen ReligionSgemeinden des Kreises Bingen. 9) Uebersicht Der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communaldedürfniffen in Den GemeinDen Des Kreises Lindenfels. 10) Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Be- streitung der Bedürfnisse Der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Schotten. 11) Uebersicht Der für Das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestrei- tung Der CommunalbeDürfnisse in Den GemeinDen Des Kreises Bingen. 12) Ordensverleihungen. 13) Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. 14) Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit Der Großherzog haben allergnädigft geruht: am 27. März Dem PfarramtScanDiDaten FrieDrich Sahl aus Groß-Umstadt, im Kreise Dieburg, die evangelische Pfarrstelle zu Ruwpenheim, im Dekanate Offenbach, am 10. April dem Schullehrer an Der kathol. Schule zu Mühlheim, im Kr. Offenbach, Michael Joseph Blum, Die kathol. Schulstelle zu Flonheim, im Kr. Alzey, Dem Schulamtsaspiranten Philipp Gallus LuDwig Diehl aus Butzbach, im Kr. FrieDberg, Die evang. Schulstelle zu Mittershausen, im Kr. Lindenfels und Dem Schulamtsaspiranten Georg Falkenhein aus Abenheim, im Kr. Worms, die 3. kathol. Schulstelle daselbst zu übertragen. 15) Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die erste evang. DiakonatSstclle zu Erbach, im Dek. Erbach, mit einem Gehalt von 745 fl. 20 kr.; dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die zweite luth. Pfarrstclle zu Groß-Ümstadt, im Dek. Groß-Umstadt, mit einem Gehalte von 654 fl. 1 kr. Berlin, 22. April. Die „Voss. Ztg." wird von einem Chargirten auf einen in der ersten Lesung des Militärstrafgesetzbuchs nicht erwähnten Umstand aufmerksam gemacht. Er betrifft die Vollstreckung Der barbarischen Strafart des strengen Arrestes an Orten, wo kein Arrestlocal vorhanden, also beispielsweise im Felde. Und hier tritt Die Tortur im vollsten Sinne Des Wortes ein. Den armen SolDaten, Der seinen Tornister nicht ganz parademäßig gepackt, oder etwas zu laut gesprochen hat, läßt Der Hauptmann bei WinD unD fetter, bei Hitze und Kälte, im offenen Felde ans Rad binden. Man denke sich den sittlichen Zustand eines so an den Pranger gebundenen VaterlandSvertheidigerS! Berlin, 23. April. Nach unterrichteten Privatnachr-chten aus Washington bereitet sich eine ungünstig? Wendung in der Alabama-Frage vor, welche man noch vor Kurzem nicht vermuthen wollte. Man hatte zwar, wie erinnerlich, die Nachricht, Amerika habe die Forde, ung wegen der indirekten Schäden fallen lassen, in hiesigen orientirten Kreisen sofort als verfrüht, aber doch einen Ausgleich für eine nicht ferne Zeit als wahrscheinlich angesehen. Diese Auffassung wird von den letzten bezeichneten Privatfchrcibcn nicht bestätigt. Danach würde Amerika, wenn England die Competenz des Genfer Schiedsgerichts für die indirekten Schäden absolut zurückweisen und dadurch e.n Abbruch der Verhandlungen entstehen sollte, Repressalien ergreifen und den englisch-amerikanischen Handelsvertrag kündigen. Dieser Handelsvertrag, am 3. Juli 1815 abgeschlossen und am 6. August 1827 erneuert, hat vom 20. Oktober 1828 stillschweigend fortbestanden und kann von Jahr zu Jahr gekündigt werden. Mit der Kündigung würde die Behandlung Englands als meistbegünstigte Nation aufhören und eine besondere Taxe von jedem englischen Schiffe in amerikanischen Häfen erhoben werden. Das alles, wie man sieht, klingt wenig friedlich. Es ist indessen, so viel man weiß, noch hin osficieller Act in dieser Richtung geschehen und diese ungünstigen Eindrücke werden sich vielleicht noch beruhigen. Amerika soll übrigens wiederholt haben, daß es sowohl seine Verurtheilung durch daS Genfer Schiedsgericht geduldig hinnehmen, als auch keine Einwendung dagegen erbeben werde, wenn das SchiedSc-ericht sich selbst für die indirekten Schäden inkompetent erklären sollte. Aber man bestreitet bekanntlich in Washington England das Recht, die Competenz des Schiedsgerichts von vorn herein zurückzuweiien. Hoffentlich wird sich ein Ausgleich noch finden lassen. Berlin, 24. April. Der „Wiener Sonn- und Feiertagö-Courier" läßt sich von hier telegraphisch melden, Frankreich habe neuerdings die Errichtung eines Consulates für Elfaß-Lothringen im Interesse der Geschäftevereinfachung für een Botschafter verlangt. Fürst Bismarck habe jedoch diese Forderung zurückgc- wiesen. Berlin, 25. April. Die „Pro>inzial-Correspondenz" schreibt, daß der Kaiser in Folge der neuerlichen Verletzung des einen Fußes am Gebrauche desselben zwar noch verhindert sei, das Leiden aber bald gänzlich gehoben sein werde. — Die Kaiserin begibt sich am 29. Ap.il auf etwa zehn Tage nach England, bei der Rückkehr nach dem Contineut über Koblenz zum Gebrauch einer Frühlings°Kur nach Baden-Baden. — Vorgestern starb der wirkt. Geh.-Rath v. OlterS. Berlin, 25. April. Bei der Eröffnung der Straßburger Universität wird der Deutsche Reichstag durch das Präsidium und Vertrauensmänner der verschiedenen Fraktionen vertreten sein. Dem BundeSrathe wurde heute der Postvertrag mit Spanien vorgelegt. München, 25. April. Abgeordnetenkammer. Der Cultusminister beantwortet die Herz'sche Interpellation dahin, daß Schüler altkatholischer Eltern au Ansuchen letzterer vom Religionsunterricht in öffentlichen Schulen dispensirt werden können, wenn für anderweitigen Religionsunterricht vorgesorgt wird. Oesterreich. Graz, 24. April. Von der hiesigen Universität sind drei Professoren von jeder Facultät abgeordnet, um an der Feier zur Eröffnung der Universität in Straßburg Thetl zu nehmen. Belgien. Brüssel, 25. April. Belgien zieht alle Gesetze zurück, welche die Eingangszölle auf Eßwaaren ermäßigen. Der freie Eingang von Lebensmitteln in Belgien wird schon mit dem bevorstehenden 1. Mai aufhören. Frankreich. Paris, 22. April. Die Militärbehörden haben seit einiger Zeit, wie der „Courrin de France" meldet, ernstliche Vorsichtsmaßregeln in gewissen Städten des Südens getroffen, in welchen die Demagogie noch nicht entwaffnet hat und ein kommendes Ereigniß zum Handeln ad-uwarten scheint. So hat man in Marseille, wie da« genannte Blatt wissen will, Befestigungen auf dem Hügel von Notre Dame de la Garde errichtet. Mehrere Detachement Artillerie sind in Permanenz auf dem Plateau, auf welchem Vierpfünder installirt sind, und am Fuße der Ringmauer sind Schilvwachen aufgestellt. In den AlleeS de Meilhan hat man einen jetzt von den Linientruppen besetzten Wachtposten erbaut. Dieser Wachtposten ist mit Zinnen und Schießscharten versehen und beherrscht die AlleeS, die Straße Noailles und die Cannebiere. Es soll überhaupt jetzt kaum einen wichtigen Punkt in der Stadt geben, der nicht durch eine kleine Festung oder einen Wachtposten beherrscht wäre. Von Seiten des Genie-Commando'S ist den Lyoner Besitzern, auf deren Terrain VertheidigungSwerke errichtet wurden, angezeigt worden, es wolle diese Werke erhalten, da cs die Absicht habe, später die Terrains, auf welchen sie erbaut sind, käuflich an sich zu bringen. Paris, 22. April. Die Leichtfüßigkeit, mit welcher der Erzbischof von Paris, trotz seines hohen Alters, sich über die gesetzlichen Schranken hinwcgsetzte, welche die organischen Artikel vom Germinal des Jahres X gegen die Veröffentlichung päpstlicher Bullen, Breves und allgemeiner Concilsbeschlüffe ohne vorgängige Ermächtigung der Landesregierung errichtet halten, macht Aufsehen. Msgr. Guibert „erklärt" die Beschlüsse des vatikanischen ConcilS einfach für „publicirt" und umgeht so das Gesetz und die einzuholende Erlaubniß der Laienbehörden. Im Grunde hatten sich selbst die Gallicaner lange nicht mehr verhehlt, baß die Beschränkungen, welche jene organischen Artikel dem römischen Absolutismus auferlegten, längst wurmstichig geworden seien, da in dieser Zelt der Presse und der Telegraphen es ersichtlich nicht mehr der amtlichen Verkündigung solcher päpstlichen Aktenstücke seitens des Clcrus bedürfe, um sie den Gläubigen bekannt zu geben. Seit zwei Jahren waren denn auch, trotz jener Gesetzesbestimmung, Niemandem in Frankreich, der Interesse dafür hatte, die Beschlüsse des Vatikans ein Geheim- niß geblieben. Aber die Keckheit, mit welcher nun der Erzbischof officiell jenes Gesetz bei Seite schiebt, nimmt doch auch die Vorurtheilsfreiesten ein wenig Wunder, die nicht alle den Muth Deuillot'S haben, zu erklären, daß Rom sich au seine organischen Artikel niemals gebunden gehalten habe. Es ist leicht mög- lich, daß dieser Borfall in der Versammlung zu bösen Debatten Veranlassung gibt, und dem Drängen der Radikalen nach gänzlicher Kündigung des ConcordatS und seiner Anschlüsse, da man sich ja auf päpstlicher Seite sehr wenig an die- selben kehre, vermag solches Vorgehen natürlich nur Vorschub zu leisten. So käme man schneller, als man vielleicht sonst erwarten durfte, zur vollständigen Trennung von Kirche und Staat, wie sie die aufrichtig freisinnige Schule schon eit Langem anstrebt. Der Präsident der kleinen altkatholischen Gemeinde von Paris, Herr Jean Wallon, schon seit Jahren ein muthvoller Vertheidiger der gallicanischen Freiheiten gegen den römischen Absolutismus, wird sicherlich die Gelegenheit nicht unbenutzt lasten, die Volksvertretung auf die eine oder andere Weife mit dieser Frage zu befassen. Von den hiesigen Journalen verräth nur Gueroult's „Opinion nationale" eine lebhaftere Theilnahme und ein warmes Ver- tändniß für diese Fragen — aber bas Blatt ist sehr gesunken und heutzutage iemlich einflußlos. Spanien. Madrid, 24. April. Der Iberia zufolge ist eine Carlistenbande bei Mon- teagubo geschlagen worben, wobei 30 Gefangene gemacht wurden. Die Banden in Navarra sollen in drei Gruppen getheilt sein. In Catalonien und speciell in Barcelona war nach neuesten Telegrammen des Gouverneurs Alles ruhig; auch bestätigt es sich nicht, daß Strikes auögebrochen seien. Türkei. Konstantinopel. Die neuen Versuche, den bulgarischen Conflict mit dem Patriarchen so beizulegen, wie die griechische Synode c6 vorgeschlagen, haben durchaus keinen Erfolg gehäbr. Ercommunication der ganzen bulgarischen Nation durch das Patriarchat ist bereits von dem durch seinen Namen gekennzeichneten Blatte „Byzantis" als bevorstehend angezeigt worden. Dabei reden griechische Blätter von der Hand Gottes, die strafend schwer schon jetzt auf den cxcommuni- cirten Bischöfen laste. Der eine derselben, der vor Kurzem gestorbene PaestoS, wäre in seiner Tootenbahre schwarz verkohlt gefunden; der zweite, Hilarion, verrückt geworden, und Der noch nicht excommunicirte, aber proclamirte Exarch An- thimor hätte sich den Arm auf einer Treppe gebrochen. Wahr ist nur, baß Pae- sioS gestorben ist und lange vor seiner Exkommunikation von den Aerzten schon aufgegeben war. Die Processionen mit dem Gürtel Marias wollen, obschon die Cholera längst verschwunden, noch immer kein Ende nehmen. Da die Türken solche Processionen mit Militärmannschaft eScortiren, so muß zuletzt eine eigene Militärabtheilung für diesen Dienst bestimmt werden. Konstantinopel, 24. April. Prinz Friedrich Karl von Preußen ist heute mit dem österreichischen Lloybdampfer über Varna nach Wien gereist. Der Sultan hat demselben vor seiner Abreise den Medjivi^.Orden Erster Claffe verliehen; von Der deut chen Colonie ist demselben als Andenken an seinen Aufenthalt in Konstantinopel ein antikes Schwert verehrt worden. Amerika. Newyork, 25. April. Der Herald bringt den Vorschlag eines Arrangements, dem zufolge England zustimmen soll, daß in einem Kriegsfälle auch Amerika nicht für indirekte Nachtheile verantwortlich sei. Washington, 25. April. Der Präsident schickte das englische Gegenmemoire an das Repräsentantenhaus und wurde selbiges dem Comtte für äußere Angelegenheiten überwiesen. Ans der Habana erfährt die „Bresl. Ztg." durch einen Privatbrief vom Bord Der „Niobe" folgendes Nähere über eine Action zum Schutz der Deutschen auf Hayti: „Um die Interessen der dortigen Deutschen auf etwas nachdrückliche Weise wahrzunehmen, hatte die „Gazelle" Ordre bekommen, nach Port au Prince zu gehen. Es waren nämlich dort bei Dem Ausstande die Häuser sämmtlicher Deutschen von den Regierungstruppen niedergebrannt worden, worüber sich denn natürlich die Ersteren bei Bismarck beschwert hatten. Der Schaden wurde auf 35,000 Dollars geschätzt und die Regierung von Port au Prince wurde von der unserigen zur Zahlung dieser Summe verurtheilt. Da die erstere sich indeß nicht Dazu verstand, so sollte bas Geld durch Repressalien erhoben werben u-nt> zu dieser Execution wurde also die „Grelle" dorthin geschickt. Nachbem die betreffende Regierung Die Aufforderung erhalten hatte, Das Gelb bis zum anbern Morgen Punkt 12 Uhr zu zahlen, widrigenfalls Die Stadt 5 Minuten nach 12 Uhr bombardier werden würbe, machte man auf der „Gazelle" Alles zur Beschießung zurecht; die Geschütze wurden mit Brandgranaten geladen. Die Regierung leistete dieser Aufforderung bis 12 Uhr keine Folge; da endlich, 2 Minuten nach 12 Uhr, stieg vom Fort Die Deutsche resp. preußische Flagge auf, zum Zeichen, daß Der Forderung der Deutschen Regierung tatsächlich genügt sei." Literarisches. Das April-Heft der »Musikalischen Welt" enthält: Ausgabe A. C laviersiücke. Behr, Tändelei. — Chwatal, Abelgrd und Heloise II — Schultze, Frühlingsgruß. — Löw, Unter Trauerweiden. — Terschnk, Das Glöcklein des Eremiten. — Throm, La Chasse aux Papillons. Carpice ä la Polka. — Musikalische Rundschau. Ausgabe B. und C. Lieder für hohe resp. tiefe Stimme. Abt, Es muß geschieden sein. — Holzel, Die Mutter und ihr Töchterlein. — Partsch, Wenn früh der Morgen lacht. — Abt, Ich spreche deinen Namen nicht. — Blumen- stengel, Die Maid vom Annenthal. — Heiser, Grüß Gott- — Graben-Hoffmann, Jauchze mein Herz! — Musikalische Rundschau. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 25. April. Im Gegensatz zu gestern verkehrte die heutige Börse zwar nicht in gerade flauer, fo aber dach in lauer Stimmung, und die Abschlüsse erreichten keinen besonderen Umfang. Schlechtere Pariser und Berliner Notirungen mögen wohl mit hieran Schuld sein, speciell aber bei Staatsbahn war es wieder eine Mindereinnahme von ca. 82,000 fL, welche den Cours auf 388V2 drückte. Auch für Creditact'en fehlte heute die rechte Stimmung und sie mußten vom gestrigen Course 1 IV2 fl. abgeben. Lombarden relativ am festesten bei 210. Nationaibank fortgesetzt flau und angeboten. Die übrigen Banken ohne Verkehr und Course größtentheils nur nominell. Darmstädter wurden bei 470 mehrfach gekauft. Deutsche Vereinsbank bei 12972 nicht anzubringen. Auch der Eisenbahnmarkt war wenig belebt. Junge Staatsbahn, Nordwest, Franz-Joseph und Galizier in kleineren Posten in Umsatz. Von deutschen Linien Berbacker begehrt. Für Prioritäten nur beschränkte Nachfrage. In Hessischer LudwiqSbahn und Alfüld Einiges abgeschlossen. Dagegen verkehrte Silberrente wesentlich fester und t/4 Proc. höher. Von anderen Staatspapieren öproc. Badener und 47zt>roc. Württemberger in kleinen Beträgen am Markt. Spanier heute um 7s Proc. höher. Die Thronrede des Königs AmadeuS machte keinen besonderen Eindruck, da man aus ihr noch lange keine Garantie für bessere Zustände namentlich in finanzieller Hinsicht herleiten kann. Von Loosen waren heute bayerische 100 Thlr.- Stücke gefragt und österreichische 1869er. Die übrigen still und ohne Verkehr. let \ Frinkf. Sank : j Frank/. Vereins DurwBt Bankao 1 vTien Bank&ow l0«t. Creditaot. Galizien 268 I gorsfiW 25. Ap I ?reass. M0'0 >3. p, Hey- 3 0 Gr‘ * n Bayer. 5°,c ' w» V " 40/n iM WirJ.» Oesterr &M" fapieni 8p*. iertk. Bond« Äerst Main- AM Es iot bäten zur Herst ans der Static rang aller Ma kicher 6ubmiffii Die Offerten mit der Ausschr „Submission stellung eine Station Ma bis zum Submi am 6. Mai d. bei der unterteil zu Frankfurt a. auch die Zeichm Bedingungen ei sions-Formulm werben können. Frankfurt a. 5 fiönißl; 'Wicht 119 R.- 10 178,4 17,3 2 154,4 37,2 4 J- 9 'Meter ! !) 2 G 5 Ä T Wtmlaj von Bo foll in dem Gie Hangetstein, na l'ch versteigert r 100 " Kl* Mau. 81 AUW r M ssub 5 Adel-Sta 1 Gubtfr. ateS L tD*Ni K in k^mi w* 162 Stetig, 34 » 364 " ***** 'M- Don d°. ct,t «trttte 16 tolW«gt b'.6(i R«n. Santo, nb tatO in ’“W'> 16j) mit bi« ),a8£n, h-bin lga-isth-n Jia. g-lkDDjiich. -^griechisch, n Momoukii. :bent Pachor, Dilation, vtt» Exarch An- nur, daß Par- Aerzten schon ", obschon dir tif dürfen ktzt rille eigellk rußen ist tiute • Der Sultan verliehen; von nthalt in Kon- $ Arrangements, i Amerika nicht it Gegenmemoire ußere Angelegen- Privatbrief vom $ ttr Deutschen 6 uuchdruMe $ort au fyinct jtt pmwMn lubtr stch W itm mive ans ; würde von der i fid) indetz nicht eo uld zu dieser die bettesfenbe andern Morgen d) 12 Uhr bom- Beschießung zu« legietung leistete llinuien nach 12 um Zeichen, daß , urühlinM^' Blumen- Kch-'rm""'' 210. Ä'*i S-° b, ’Xflfin “nb ««> 1 „ Dgur-' i« «"n «* fl< ± 00 *' Wechsel. k. 8. 93 */2 k. 8. 873/8 Oberhessen 8^/8 Disconto 4 % k. k. k. 8. k. 8. k. 8. 8. 8. 8. 8. 105 II8V3 933/4 105 Vs' 105 1047/8 Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Paris Wien ditto ditto BflrseriBaclirichien. 25 April 1872. k. 8. 993/4 k. 8. 104% k. 8. 96% Aetien. Frankf. Bank 143% Frankf. Vereins-Kasse 136 Darmst. Bankaot. 470% Wien Bankautien 870 Oest. Credi^.ot. 350 Galizien 268 ir-1 am *■ .>*vm« /mmia■■■ AetSe-w. 5% östr. F. 8t. L. B. 390% Lombard. Bahn 211 Ludwigsh.-Bexbach 204% Maibahn 146% Bayer. Ostbahn 149% Rhein-Nahebahn-Aot. 49% Hess. Lndwigsb.-Act. — (Seldsorten. fl. kr. iPr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40—42 n doppelte 9 40—42 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankens!. 9 21—22 Engi. Sover. 11 48—50 Russ. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 26-27 Amsterdam k. 8. 98% Augsburg J Preuss.. 4%% Oblig. 102% hiankf. 3%% Obi. 87% Nass. 4%% Obi. 995/8 Kurhees. 4% T, — Gr. Hess-. 5% Obi. 1033/4 , , 4% „ 983/ö n „ 3%% , 92% Bayer. 5% 100% „ 4% % 1jährige 99?/8 „ 4% 1jährige 95 Würtemb. -<%% Obi. 993/4 Baden 4%% Obi. o. E. L. 100 Oesterr. Silberrente 63% n Papierrente 573/4 Spanier, neuest. 3% 29% Amerik. Bonds 1881r 100 , , 1882r 953/4 „ , 1885r 97% „ 1887r 973/8 Prioritäten. 3% öster.Stsb.-Prior. 593/8 3% öst. s. Lombard 50% 3% Livorneser 403/8 5% Toscaner 623/8 5% Elisabeth.-Prior. 83% do. £1. Emisa. 823/4 AnlehenHloöäe^ Kurh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fl. 43 Braunschweiger 21% 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 39% 40/0 bayr. Präm.-Anh 111 Ansbacher 7 fl. — 4% badische Loose 111% Badische fl. 35 Loose 70 Oeatr. fl. 250 >. 1854 84% 1858r Prioritätslouse 195% 1860r Loose 92% 1864r _ — Stadt Florenz — Altars Neben einer großen Anzahl der renommirtesten in - und ^bltungen, als deren bedeutendste, hinsichtlich der Verbreitung, wohl der f. rt „ to ?In-annl roc£en d°rs. rst neuerdings der seit langen Jahren in Frank- n ^rnP^rt^TO6^' --V°uksurter Beobachter" in den Annoncen-Pacht der M. doinicchirten allgemein bekannten Firma Rudolf Masse überaegangen. Es darf dieses als neues Aequwalent für daS der genannten Firma allgemein entgegengetragene Vertrauen bezeichnet werden. Annoncen - Bureau von Tli. Dietrich Comp» in Cassel. Dlirto- u. spesenfreie Besorgung von Inseraten in sämmtliche Zeitungen des In- und Auslandes zu Orlginal-Zeituiig'spreisen. _ (Zeitungsverzeichniss auf Verlangen gratis und franco.) däSS* Bei grösseren Aufträgen angemessenen Rabatt» ilHgtmeioet AuZetgeT Ausverkauf" I lnfgabe des Geschäfts. I R.-Meter 21 11 Wellen öffent- 2 fr. 3 48 48 17 24 11 300 50 22 129 16 u (2083) Karl Heil, Schloßgasse. CO pr- (1787) 162 34 Marktplatz .ul U l u p l U I) , I---------------------------------------—--- bei Herrn Gastwirth ^d>nelL I g A%ne miW: 364 versiegelt zur Herauf der 4 470 110 7 6 5 SteiHlieferung (Aufsetzen, Zerschlagen und Eindecken derselben), zur Unterhaltung des Vicinalwegs nach Al- bach, veranschlagt zu . . 158 Die Offerten sind portofrei und mit der Aufschrift: „Submission auf Bauarbeiten stellung eines Spritzenhauses Station Marburg," bis zum Submissions-Termin Emil Fischbach, Seltersweg. Berfteigerungen. Main - Weser - Bahn. 2079) Es sollen die sammtlichen Bauar- beiten zur Herstellung eines Spritzenhauses auf der Station Marburg, einschl. Lieferung aller Materialien, im Wege öffentlicher Submission verdungen werden. Weißbinderarbciten das., veranschlagt zu..... Weißbinderarbeiten an den beiden Backhäusern, veranschlagt zu...... Chaussirarbeiten an dem Krappenweg, incl. Lieferung und Aufsetzen der Steine, veranschlagt zu . Maurerarbeiten an der Ortsstraße, veranschlagt zu Pflasterarbeiten das., veranschlagt zu...... 2072) Die Parterre-Wohnung des Nebenhauses Lit. E. Nr. 41, Seltersberg, ist von Mitte Juli an, auf Verlangen auch früher, anderweit zu vermiethen. Wieseck, den 24- April 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Lang. am 6. Mai d. I., Vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Betriebs-Jnspection zu Frankfurt a. M. einzureichen, woselbst auch die Zeichnungen, Kostenanschläge und Bedingungen eingesehen und die Submissions-Formulare in Empfang genommen werden können. Frankfurt a. M-, den 18. April 1872. Königliche Betriebs-Jnspection. Heyl. Buchen-Scheidholz, „ Prügelholz, „ Stockholz, Nadel- Buchen-Reisholz, Nadel- . Der Verkauf findet nur gegen Baarzahlung statt. Alle Neuheiten für die kommende Saison, die bereits eingetroffen sind und noch eintreffen, sind selbstverständlich damit einbegriffen. (9ii) =ßirfrh Gnlut Eichen- „ Buchen-Prügelholz, Eichen- „ Nadel- Buchen-Stockholz, Eichen- „ Nadel- „ Buchen-Neisholz, Eichen- „ Nadel- Feinsten Rahmkäse in Stanniol empfehlen 3- A. Busch Söhne. Hangelstein, nachverzeichnetes Holz lich versteigert werden, als: I. Brennholz: 119 R.-Meter Buchen-Scheidholz, Holzversteiqerung. 2050) Mittwoch den 1. Mai 1872, Arbeitsvcrsteigerung. 2068) Montag den 29. April l. I., Nachmittags 1 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhause nachstehende Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden, als: Glaserarbeiten an den beiden Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. 2041) Montag den 29. April 1872, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Eichen-Stämme, Nadel- „ und wegen Aufgabe Aus Gesuudhests-Rücksichten habe 'ich mich entschlossen, mein Geschäft aufzugeben und soll dies vermittelst Ausverkaufs geschehen. Demmfolge habe die Preise meiner sämmtlichen Vorräthe bedeutend herabgesetzt und gewähre außerdem einen Rabatt von tt. i/4-Flaschen fei I. A. Busch Söhne. Vormittags 9 Uhr, sollen in der Oberförsterei Rabenau, District Ampel: 26 R.-Meter Buchen-Scheidholz, Prügelholz, Vermiethuugeu. 1824) Ein möblirtes Mansarden-Zim- mer zu vermiethen. Marburger Straße Nr. 161. 1621) Der von Herrn Dr. Brüel bewohnte 3. Stock meines Hauses ist zu ver- micthen und am 1. Juli beziehbar. I. G. D. Bapst. oo Herren - Wische/ als : Hemden, Kragen, Manschetten, Chemisetten, sowie «hlipfe und Cravatten, Kragen- und Manschetten-Knöpfe, Handschuhe, Hosenträger, Socken, Unterhosen und -Jacken, wollene Hemden, Mrlrtar-Handschuhe und Halsbinden em- Pstehlt in reicher Auswahl H. NÜbsamen. 3 Buchen-Stämme bis zu 35 Zentimeter Durchmesser und 8 Meter Länge, mit 1,65 Zubikmeter, 1 Linden-Stamm mit 0,10 Zubikmeter, 3 Eichen-Stangen „ 0,26 „ 27 Nadel- „ „ 2,31 - Die Zusammenkunft ist am Daubringer Weg beim Steinbruch. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Oct. 1872 gestattet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in den dortigen Gemeinden bekannt machen zu lassen. Gießen, den 24. April 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. 763) Photographie-Rah- men und Goldleiste» bei Will). Balser. NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt. 2037) Ein Wiener Flügel steht verzugshalber zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bltts. Neuen Laberdan empfehlen I. A. Busch Söhne. 1660) Asphaltmastic-Dachpappe, 1870 zu Eassel prämiirt, liefert billigst Lentze's Leucht-Gas- und Dachpappen-Fabrik in Einbeck, Prov. Hannover. Königs-Reisstärke, unübertroffenes Fabrikat zum Stärken der Wäsche, empfiehlt 17 fl. 30 kr. in der Ferber'schen Buch- handlung in Gießen.____________________ 2057) Portland-Cement, Dachpappe rein frischer Sendung bei Emil Pi stör. 685) Liebig's Fleischextract, achtes, von Fray Bentos, und Condensirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk- Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen I. A. Busch Söhne. 1876) Thürschoner in Erystall bei _______________ Wilh. Balser. 2056) Eiserne Gartcnmöbel, Bettstellen, Blumentische, Flaschenschränke rc. bei Emil Pistor. Der Oberförster: _______________ Hopp«. 2051) Montag den 29. d. Mts., an den Meistbietenden öffentlich versteigert!^ werden. — Der Zusammenkunflsort ist der District Ampel (Odenhäuser Autheil.) Kesselbach, am 24. April 1872. GcschästS-Empfchliiiig. 1999) Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von heute an ein Geschäft im Klcidern'lachen errichtet habe. Reelle und prompte Bedienung wird stets zugcsichert. Aufträge und Anfragen Neuenweg Lit. B. Nr. 134. Gichcn, den 22. April 1872. Lina Orth. Concert - Verein zu Eielzen (2074) g Pdlirim ■e. K- Bergmann. gesucht von NB. Tagesordnung: Wahl der Deputirten. Der Vorstand. ausgeführt vom H. Fink. Hierzu ladet ergebenst ein: die die Hamburg, Berlin, Basel, Wien, Leipzig, Stuttgart, Zürich, sondere die auf demselben zur Verhandlung kommenden Gegenstände: Bankfrage, Eisenbahnfrage, F0 3 = n & 2075) In der Nacht vom Montag zum Dienstag ist von Wenzel's Garten bts rum Lindenplatz eine Brieftasche mit Werthinhalt verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, solche gegen eine gute Belohnung an die Exped. d. Bl. abzugeben. werden befördert wöchent- lich bei billigster und reell- \ fter Bedienung nach allen Häfen Amerikas mit den rühm- .4 lichst bekannten Post-, Dampf- und Segelschiffen durchs W die Agentur von J. M. Scluilhof. (918) < knochen. Zu Bestellungen empfehlen sich die Ferber'sche Univ.-Buchhhandlung E. Heinemann, I. Ricker. Beschäftigung. B- Katzenstein. Leipzigerstrasse, 46 ; Steinenberg, 29; Stadt, Neuer Markt, 11; Markt, 17, Königshaus ; Kronprinzstrasse, 1 R ; Elsassergasse, 1 ; Obere Grabenstrasse, 13 . Plac deu Molard, 2. 963) Der obere Stock meines Hauses ist zu vermiethen und Anfangs Mai beziehbar- Heinrich Vogt, Neuenweg. Vermischte Anzeigen. Oberhesstsche Eisenbahnen. 2005) Das Ausleeren der Abortsgrube der Werkstätte soll auf das laufende Jahr vergeben werden. Angebote sind versiegelt auf dem Werkstätten-Büreau des Unterzeichneten einzureichen. Der Maschinenmeister: Daudt. Katzenst.......... ..... v , und sogleich zu beziehen. Auf Verlangen kann ein Stück Garten beigegeben werden. B. Katzenstein. a Für Auswanderer. 744) Die Haupt-Agentur von C. W. Dietz am Markt in Gießen expedirt wöchentlich mehrmals mit den vorzüglichsten Post-, Dampf- und Segel Schissen nach allen Häfen von Amerika und Australien. Preise billigst, Behandlung anerkannt reell. 2078) Ein silbernes Hundehalskettchen ist gefunden worden. Näheres Kaplans- gasse Lit. C. Nr. 231. 2069) Eine Namilienwohnung ist in der! 2004) Es werden zwei Metalldreher und a tz enstein'schen Besitzung zu vermiethen vier bis fünf Maschinenschlosser bei dauernder ih waleich xu belieben. Auf Verlangen Arbeit gegen 6^en Lohn gesucht. 2077) Die verehrlichen Vereinsmitglieder werden hierdurch benachrichtigt, gu^Zeugniste ^esitzen^wollen^ sich melden, daß nach dem Ergebnisse der Vorstandswahl in der am 23^ Mts. statt- Nähere Auskunft bei derExped. d. Bltts. gehabten Generalversammlung folgende Herren den neuen Vorstand buten: ~X----1 tüchtia-Arb-it-rfinden dauernde Dr. W. Diehl, Forstmeister Staubt, Gasfabrikant Ang. Heß, Major 3---4 Beschäftigung. Keller, Dr. Muhl, Professor Oncken, Ober-Einnehmer Schuster, Pro- Anfang halb 4 Uhr. Entröe 9 fr. Fortbildungsschule. 2064) Diejenigen Schüler, welche in letzter Zeit ausgetreten sind und noch Bücher von uns besitzen, werden hiermit aufgefordert, dieselben innerhalb acht Tagen abzuliefern. Müller. -l) b) und weiter: HAASENSTEIN & VOGLER Zeilungs-Annoncen-Expedition, in Frankfurt am Main, 207i) Gesueht ein gut erhaltener Ackerwagen (Einspänner.) Von wem ? sagt die Exped. d. Bltts. Generalversammlung Freitag den 26. April, Abends 8 Uhr, im Caf« Ebel. Fortsetzung der Beralhung wegen Beschickung des 5. deutschen Handelstages in Leipzig, insbe- , Professor Oncken, Ober-Einnehmer Schuster, Professor Thaer, Profesior Zöppritz. Den Statuten gemäß ernannte der neugewählte Vorstand aus seiner Mitte Herrn Professor Thaer zum ersten und Herrn Dr. Diehl zum zweiten Director. „ , Die Concerte des Sommersemesters, für welche schon namhafte auswartlge Künstler gewonnen sind oder in Aussicht stehen, werden demnächst ihren Anfang nehmen und haben für das erste Concert Herr Hofkape llmeister Aloys Schmitt und die Hofopernsängerin Fräulein von C'säiiyi, beide aus Schwerin, ihre Mitwirkung zugesagt. Bereits ist die Abonnementsliste in Umlauf gesetzt, sollte dieselbe den Musikfreunden, welche dem Vereine neu beitreten möchten, nicht vorgelegt werden, so wird um baldgefällige Anmeldung bei dem Vorstandsmttglwde Dr. W. Diehl, Lit. A. Nr. 179, gebeten. o , - Herren u. Damen, welche noch keine selbstständige Lebensstellung einnehmen, können als außerordentliche Mitglieder sich dem Vereine anschließen und nach Einzeichnung in die in der Nicker'schcn Buchhandlung aufgelegte Liste, gegen Entrichtung des Abonnementsbetrags von 2 fl. - pro Semester, die nur für ihre Person gültige Eintrittskarte in Empfang 4 nehmen. Der Vorstand. Die Arbeiter. Novelle von Ernst Wichert. (Fortsetzung.) — Das Wappenfest am Geburtstage des Kaisers. Mit Originalzeich- ninifl von H. Lüders. — Die Kampfweise der Armeen im letzten Kriege. Von A. ___________ Niemann. (Schluß ) — Die erste Schwalbe. 2065) Schreinergesellcn gegen hohen Lohn Gedicht von Atari Gerok. Jllustrrrt von n.------- Friedrich Specht. — Der alte Stuve. Em Lebensbild. Mit Portrait. — Am Familientische: Das Tätowiren im Dienste der Civilisation. — Der Handel mit Menschen- Eutr^e ä Person 12 kr. Programm an der Kasse. Durch Jnspection des Herrn General v. Göben war es dem Capell- meister des Rheinischen Jäger-Bataillons zu Wetzlar, Herrn Oh st, unmöglich, das annoncirte Concert am dritten Osterfeiertage abzuhalten, weßhalb ich um Entschuldigung bitte. ^^unF^ll W. Wenzel. Bekannt m a ch u n g. 2052) Ein braver Junge vom Lande wird gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. 2030) Wagnergesellen , werden gesucht von Heinrich Mühlich. 2067) Sonntag den 28. April 187 2: Kroßcs Concert, ausaeführt von dem ganzen Musik-Corps des Rhein. Jäger-Bataillons Nr. s zu Wetzlar. Bei günstiger Witterung im Garten Anfang 4 Uhr; im Saale Anfang präciö 5 Uhr. grosse Gallusstrasse 1, im 1. Stock. Neuerwall, 50 ; Nach §. 15 der Telegraphenordnung für die Correspondenz auf den Linien des Telegraphen-Bereins rc. von 1868 hat der Aufgeber einer Depesche das Recht, dieselbe zu recommandiren. In diesem Falle wird die Depesche von allen Stationen, welche bet der telegraphischen Beförderung, beziehungsweise Aufnahme Mitwirken, vollständig kol- lationirt und die Bestimmungsstation sendet dem Ausgeber telegraphisch, unmittelbar nach der Bestellung an den Adressaten oder nach der Abgabe an die Weiterbeforderungs- anstalt, eine Rückmeldung mit genauer Angabe der Zeit, zu welcher die Depesche dem Adressaten, beziehungsweise der Weiterbeförderungsanstalt zugestcUl worden ist. Die Einführurrg der recomlnandirten Depeschen hatte den Zweck, dein correspon- direnden Publikum ein Mittel zu bieten, die Wahrscheinlichkeit eurer correcten lieber- Mittelung seiner Depeschen an den Adressaten, so weit dies bei der Nntur der telegraphischen Betriebsulittel überhaupt zu erreichen ist, zu vermehren. Crfahrungsmaßlg werden rccommandirte Depeschen jedoch nur in sehr geringer Zahl aufgegeben, wuch- maßlich weil die Taxe für die Recommandation gleich derjenigen für die eigentliche Um nun dem correspondirenden Publikum ein ferneres Hülfsmittel zu bieten, sich eine correcte ilebermittelung seiner Depesche, — so weit cs thunlich und nothrg ist, — zu sichern, soll vom 1. Juli c. an versuchsweise im internen verkehr das Recht der Recommandirung, wie solches durch §• 15 der Telegraphenordnung gewährt ist und auch noch fernerhin in Geltung bleiben wird, dahin erweitert werden, daß der Aufgeber einer Depesche, welche nach einem Orte innerhalb des Norddeutschen LelegraphenaCbteteS gerichtet ist, die Vortheile der Recommandation auf einzelne Therlc seiner Depesche beschränken kann, ohne verpflichtet zu sein, gleich das Doppelte der Oesammttaxe zu be3“l,Uau bjc(cm Zweck hat der Aufgeber diejenigen Worte, Zahlen, einzeln stehenden Buchstaben oder Buchstaben-Gruppen (cfr. §. 14, 6 der Telegraphenordnung), deren correcte Ilebermittelung er vorzugsweise für nothwendig halt, damit die Depesche ihren Zweck erfüllen könne, zu unterstreichen. Jedes unterstrichene Wort rc. wird bei der Ermittelung der Wortzahl, abweichend von den allgemeinen Bestimmungen des S. 14, 7 der Tclegraphenordnung, doppelt gezählt, dafür jedoch von allen bet der Beförderung resp. Aufnahme der Depesche betheiligten Stationen collationirt werden. Gelangt trotzdem ein solches unterstrichenes Wort rc. entstellt m die Hande des Adressaten, so daß die Depesche nachweislich ihren Zweck nicht hat erfüllen können, so werden dem Aufgeber auf desfallsige rechtzeitige Reclamation die für die Depesche gezahlten Gebühren zurückgezahlt werden. Im Falle der Verstümmelung nicht unterstrichener Worte rc. bet unrecom- mandirten Depeschen werden fortan die Gebühren nicht zurückerstattet. Berlin, den 13. Juni 1869. Der Bundeskanzler. Im Auftrage: D e l b r ü ck. 2048) Ein Junge, der die Buchbinderei! zu erlernen wünscht, kann in die Lehre treten bei Heinrich Bourgeois, ■ 8t. Gallen, Buchbinder- I Genf, U Illi Ul Vl’ 11 k v V i 4 Musik-Corps des 11. Iäg.-Bat. zu Marburg. 2076) In Lit. E. Nr- 78 sind zwei Zimmer nebst zwei Cabinetten zu vermiethen und den 1. Juni beziehbar. 2034) Im Balth. Euler'schen Hause ist ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen. 1886) Ein möblirtes Zimmer zu ver- mielhen. Wallthor Lit. A. Nr. 152. 2070) Eine kleine goldene Broche ist auf dem Wege vom Wallthor bis zur „Schönen Aussicht" verloren worden. Dem Finder eine gute Belohnung. Wallthor Lit. A. Nr. 159, II. Stock. __________________ 2073) Zwei Gesellen und einen Lehrling sucht H. Kümmel, Schreinermeister, Katharinengasse. O Die soeben erschienene Nr- 30 M enthält: niirgrimie Staufenberg 2081) Sonntag deu 2 8. April. Zur Eröffnung der Sommer-Saison; Redaction, Druck und Verlag der BrühUschen Unio.-Druckeret (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. PrtiSV'^ mit Bringt Post W1 Daml te« Hrrin 3 siinWkndtl Füllt vep, noch dks Da einen trnflänl halb ver enp< Tarvif Landsmann X tinan Mainz Übungen liii Äksatzvng un Ausführung. punkl verbunl lnanövnrender die Fkstung b und sollen d Festungö-Artz berechne! sein schastrn der ! brauch dejsell üben, einer । Mißt tat Junghenn übe Geißlichkeit ur Berlin, spätestens bt6 tn Lvttnsida tzllvechßlt wei lleffenden So bMuf üufmti Berlin, ^kS Cardinals tnan, abg Wx\, dah ■ ^>leu stattgesi . Berlin, d" habsburgii Prinz verband (intlf Aus «Hrtürt ü lenste des ju bedauern . fresse der .f^rung UnD N’» kngm ■» ib 10,1 •*'» A . Für die H e ? btt «emi y "ir tin ,"$lt $0l.'6 > dH 8'Sen el« W« Ho