Mr. 277 Montag sm 25. Neoemhcr d oti 12 fr. T Miw* ■f Gießen, den 21. November 1872. .AM- Prof. Dr. P f l u g. (5394) M Die Krifis in Versailles Thiers Nichts thut, um denselben zurückzudrängen. Hat doch selbst der Argwohn r 4 t »II 1 Der Regienmgs - Commissär: Gros, Kreisassessor. r r i-, f'orn. ramm und bei Vorstand. 51M te-zabriknt. i Hess. 2, Jn- 6 Dirigenten preiS vwrtsljahrrg 1 ft. ? «tt Gringerlohn. Durch dts Post öezogen viertrljährig .1 fL 29 kr. gerichtet hat. Der Anstoß zum Kampfe geht diesmal von der Rechten aus. Die Linke ist durch die unumwundene Erklärung der Botschaft für die definitive Republik in dem Grave befriedigt worden, daß es ihr für den Augenblick an jedem Anlaß fehlt, Streitigkeiten zu suchen; sie glaubt sich in der Lage, der Entwicklung der Dinge ruhig zuschauen zu können, in der Ueberzlugung, daß auch ohne ihr unmittelbares Eingreifen Alles nach ihrem Wunsche ablausen wird. Die Rechte beurtheilt die Lage genau ebenso, deshalb aber grade steht sie sich veranlaßt, ein- zugreifen, um den ihr ungunst gen Laus der Ereignisse zu hemmen und womöglich eine rückläufige Bewegung hervorzubringen. 1870. Abonnement auf den Besitz eines angenehme Weist Boden gefunden, daß ThierS sich im Stillen mit dem radikalen Parteiführer verständigt habe! Der Verstimmung gegen Thiers ist jetzt durch dessen entschieden republikanisches Bekenntniß der mächtigste Vorschub geleistet. Daß ThierS sich für die konservative Republik ausgesprochen hat, bat für die Rechte durchaus Nichts Beruhigendes; sie steht in Gambetta den Präsidentschaftskandidaten, dessen Aufsteigen durch Thiers* konservative Politik in keiner Weise gehindert werde. Gambetta erweist dem Präsidenten alle mögliche Ehrerbietung und Rücksicht — und Thiers weist die Huldigungen der Radikalen nicht zurück, wenn er auch ihre Grundsätze in scharfen Worten tadelt. So war die Lage vom Zusammentritt der Versammlung an eine äußerst gespannte, die Botschaft hat die Spannung nicht gemindert, sondern nur noch gesteigert^ Der Kampf hat mit großer Heftigkeit begonnen, und schnell zu einer kritischen Wendung geführt. Die Interpellation Ehangarnier's in Betreff der k iirfe für Herren, ite beziehe. Auch Mgehängt, die igen beliebe man Polizeiliche Bekanntmachung. Die Ikeinhaltuttg der Straßen zur Winterszeit betreffend Die nachstehenden Vorschriften werden in Erinnerung gebracht: 1) Die Eigenthümer, Miether, Nutznießer und Verwaller von Prioatgebäuden, sowie die Vorsteher, Verwalter, Pächter und Nutznießer von öffentlichen Gebäuden, sind verbunden, so weit ihre Gebäude, Mauein, Gärten, Hofräume, Plätze rc. an Straßen und Gassen sich hin erstrecken, überall bis'zur Mitte der Straße oder Gasse wöchentlich dreimal — Dienstags, Donnerstags und Samstags Nachmitrags — sorgfältig und genügend kehren und reinigen zu lassen. Ist der Kehrtag ein Feiertag, dann sind die Straßen an dem diesem Feiertage vorhergehenden Tage zu reinigen. 2) Der vorhandene Kehricht oder sonstige Unrath muß alsbald von der Straße entfernt werden. Haufen von Schnee und Eis dürfen über Nacht nicht auf freier Straße liegen bleiben. 3) Alle Kanäle, Abzugs- oder Fluthgräben, alle Gossen und Rinnen müssen immer offen und von allem Schlamm, Unrathe, überhaupt von allen, den Abzug des Wassers hindernden Dingen frei bleiben. * 4) Bei eintretendem Glatteise sind die vor den Häusern, Mauern, Gärten, Hosräumen rc. herziehendcn Fußpfade alsbald 2—3 Fuß breit mit Sand oder Asche zu bestreuen. * 5) Bei Schneeanhäufungen aus den Straßen rc. müssen die Fußpfade durch einen 3—4 Fuß breiten, rein gekehrten Pfad für die Communication freigehalten werden. 6) Sobald ^.hauwetter eintritt müssen die Straßen, Gossen und Rinnen aufgeeist und rein gekehrt werden. 7) Diejenigen Arbeiter, welche die Reinigung öffentlicher Straßen, Plätze, Brücken rc. accordnt haben, müssen dasselbe thun, was von den Besitzern der Privatbäuser rc. gefordert wird. 8) Alles und jedes Waschen und Abspülen von Gegenständen irgend einer Art an den öffentlichen Brunnen ist untersagt- 9) Bei hartem Frost dürfen keine Flüssigkeiten in größerer Menge auf die Straßen geschüttet oder geleitet werden. Die Verpflichtung der außerhalb der Stadtthore wohnenden Personen zur Reinigung der Straßen erstreckt sich in der Regel nur auf die Banquets und Rinnen, vorbehaltlich der Befugniß der Localpolizeibehördc ausnahmsweise auch eine weiter gehende Reinigung zeitweise anzuordnen, welche Anordnung alsdann bei Meidung der gesetzlichen Strafe zu befolgen ist. Die Nichtbefolgung obiger Vorschriften wird nach Art. 111 des Polizei-Strafgesetzbuchs mit 35 kr. bis zu 2 fl. bestraft. Gießen, den 15. November 1872. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. N o o e r. Erscheint täglich, mit «uv» nähme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lll B. Nr. 1. Wtnb be Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths zu Gießen. Einladung zu einer außerordentlichen Ersatzwahl. Nachdem von Großherzoglichem Ministerium des Innern auf Antrag des Gemeinderaths der Stadt Gießen genehmigt worden ist, daß zum Erfaß der verstorbenen Gemeinderathsmitglieder Herrn Friedrich Berg, Karl Lober und Georg Ebel, sowie des auf Nachsilcheu vom Amt eines Gcmeinde- rathsmitgliedes entbundenen Herrn Louis Petri eine außerordentliche Ersatzwahl abgehalten werde, so wird Termin zur Vornahme dieser Wahl für diejenigen Wählerabtheilunuen, von welchen die Genannten gewählt waren, wie nachfolgt anberaumt: 1 j Für die Wähler der III. Abteilung, ZU welcher diejenigen Stunmberechtigten gehören, deren monatlicher Steuerbetrag nicht über 4 fl 13 V. kr. beträgt, auf Freitag den 29. und Samstag den 30. l. Mts., jedesmal Vormittags von 8 bis 12 und Nachmittags von 2 bis 3 Uhr. (In dieser Abtheilung ist der in 1864 gewählte Herr Friedrich Berg zu ersetzen, demnach ein Mitglied zu wählen.) 2) Für die Wähler der II. Abtheilung, zu welcher diejenigen Stimmberechtigten gehören, deren monatlicher Steuerbetraa mindestens 4 fl. 13^2 kr. und höchstens 9 fl. 38j/4 kr. beträgt, auf Montag den 2. December l. I., Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr. (In dieser Abtheilung sind zu ersetzen: die Herrn Karl Lober, gewählt 1864, Georg Ebel, gewählt 1870 für das in 1867 gewählt gewesene, verstorbene Mitglied Philipp Möhl und Louis Petri, gewählt 1867 — und sind somit drei Mitglieder zu wählen. Der zuletzt Genannte kann wieder gewählt werden.) Mit dem Anfügen, daß die Wahl auf dem Nathhaufe dahier stattfinden wird, werden sämmtliche Stimmberechtigte nach Art. 26 des Gesetzes vom 8. Januar 1852 zur Theilnahme an derselben hierdurch eingeladen. Bekanntmachung. Bezugnehmend auf das Ausschreiben Großh. Kreisamtes vom 10. October d. I. bringen wir zur Kenntniß, daß nunmehr die Hufbeschlagwerkftätte in der Veterinäranstalt eröffnet ist und Pferde und Rindvieh durch den Lehrschmied Herrn I. Höß beschlagen werden. Die Dircction der Großh. Veterinäranstalt. ! ix** ** in G'ißen. iffsoioun. m lll a r- ld r» l- ? )C ? » u H ' M ich meine * habe, imb on>i. Röse wbin bewahren hent- seell- i-m- >mch 118)___ «ftAÄ 1 Jfit. °°" E 'V w’8, M ' (friäpW ,1 l«6l “rl j, Seyer " I Die Erbitterung Der Rechten richtet sich gegen Gambetta und gegen ThierS. Gambetta's Agitationsreise ist unvergessen geblieben, ThierS mißbilligende Aeußerungen Die Thatsachen beweisen rasch, daß es der Präfiventenbotschaft keineswegs über die Reden des Exdictators entbehren in den Augen der Rechten des nöthigen gelungen ist, versöhnend zu wirken und den Grund zu einem friedlicheren Vrr--^ Nachdrucks. ^Sie sehen Gambetta'ö Einfluß im Steigen begriffen und finden, daß halten der Parteien zu legen, die Leidenschaften zu mäßigen, oder wenigstens nur a)‘4,u ---- t u~ AV..... ihren Ausbruch zu vertagen. Der in der Ferienzeit, in der nach dem Wunsche des Präsidenten die Gemüther sich beruhigen sollten, angesammelte Haß sucht sich gewaltsam Lust zu machen, unbekümmert um die ernsten Mahnungen zur Eintracht, zu gemeinsamem Zusammenwirken, die Herr Thiers an alle Parteien wa®Hb Mund Australier Reisen Gawbetta's bot den Anlaß zur Eröffnung der Feindseligkeiten. Der General wies in seiner Rede auf das Umsichgreifen des Radikalismus hin und beschwor die „provisorische Regierung", fich von einem Parteiführer loSzusageu, der, wenn er wieder zur Herrschaft gelangte, den Ruin Frankreich« herbeiführen würde. Selbstverständlich lag in diesen Worten ein starkes Mißtrauensvotum gegen Thiers, da der Sinn derselben doch nur der sein kann, daß Thiers dem Agitator nicht mit Entschiedenheit gegenüber getreten ist, im Gegeutheil ihn hat gewähren lassen. Auch Broglie verlangt, daß ThierS sich von Neuem in förmlicher Weise von Gambetta lossage. Statt dies zu thun, erklärt Thiers die Rede von Grenoble für einen bloßen Vorwand: man solle doch einfach eine Vertrauensfrage < , stellen. Bei der Abstimmung wird die einfache Tagesordnung, gegen die sich auch die Regierung erklärt, mit großer Majorität abgelehnt; desgleichen gegen eine sehr starke Minorität eine motivirte Tagesordnung Benoist d'Azy'S, welcher gegen die Doctrinen der Rede von Grenoble sich erklärt, und dem von dem Präsidenten gegen dieselben bereits ausgesprochenen Tadel beitritt. Gegen diese Tagesordnung hatte sich auch die Regierung erklärt, offenbar weil dieselbe den Ausdruck des Vertrauens vermied. Dagegen erklärte sich die Regierung für die Tagesordnung Mettetal's, die unter Zurückweisung der von Gambetta bei dem Bankette in Grenoble bekannten Grundsätze, das Vertrauen der Versammlung zu der Energie der Regierung aussprach. Dieser Antrag wurde zwar mit 267 von 384 abgegebenen Stimmen angenommen, aber die Rechte enthielt sich der Abstimmung, weil der Antrag nicht stark und entschieden genug den Gegensatz der Regierung zu der radikalen Partei hcrvorhebe. Diese Motivirung verschweigt offenbar den Hauptbeweggrund, von dem die Rechte sich hat leiten lassen. Sie hat sich be- N sonders deshalb der Abstimmung enthalten, weil sie es vermeiden will, Thiers ein ausdrückliches Vertrauensvotum zu geben. Als Verweigerung einer Vertrauenserklärung faßt auch Thiers die Stimmenenthaltung auf. Denn dem Vernehmen nach beabsichtigt er, sofort von der Der- sammlung ein Vertrauensvotum zu verlangen. Selbst das Gerücht, daß drr Präsident bereits seine Demission eingereicht habe, war verbreitet und hat, wie es scheint, mehrfach Glauben gefunden, da die „Agence Havas" es für nöthig hält, dasselbe ausdrücklich für unbegründet zu erklären. Da die Berathungen Thiers, mit den Ministern und den Führern des linken Centrums fast ohne Unterbrechung fortdauern, so scheint es fast, als ob Thiers' Entschlüsse noch nicht vollständig seßstehen, was im Grunde, bei den verhängnißvollen Folgen^ die in der gegenwärtig hoch gespannten Lage jeder übereilte und unrichtig bemessene Schritt haben kann, nicht zu verwundern ist. Denn es läßt fich nicht verkennen, daß in diesem. Augenblicke die Stellung der Vertrauensfrage eine überaus gefährliche Maßregel ist. Man wird aller Wahrscheinlichkeit nach der Majorität die gewünschte Erklärung nicht verweigern, ,, auch die äußerste Linke, obwohl durch das Eintreten der Regierung für den An- M trag Mettetal natürlich gereizt, wird es doch nicht zu einem Bruch kommen lassen, h da ihr Interesse ihr für jetzt noch die Unterstützung Thiers' gebietet. Der mittlere« t Parteien ist Thiers in der vorliegenden Frage sicher; keineswegs aber der Rechten, und darin liegt die mit der Stellung der Vertrauensfrage verbundene Gefahr. Allerdings kann die Rechte nicht den Wunsch haben, Thiers zum Rücktritt zu zwingen, da sie nicht die Macht und Fähigkeit besitzt, ihm sofort einen Nachfolger nach ihrem Wunsch zu geben. Wie aber, wenn die Rechte ihr Spiel vom 18. wiederholt und sich der Abstimmung enthält? Dann würden vielleicht alle abgegebene» Stimmen ThierS ihr Vertrauen aussprechen, und dennoch würde das Votum nur die Bedeutung eines Parteivotums haben, während Thiers doch grade eine Stellung über den Parteien einzunehmen sucht und bisher noch gegen jeden Versuch, ihn zum Parteihaupt zu stempeln, energisch protestirt hat. Und in der That, sobald ThierS sich gezwungen sieht, seine vermittelnde Stellung mit der eine- Parteihauptes zu vertauschen, muß er den Boden unter den Füßen verlieren. Denn als Parteihaupt ist ihm Gambetta überlegen. Thiers hat es als seine Anfgabe betrachtet, jeden Zusammenstoß zu verhindern; sein Schaukelsystem war nur die Conscquenz dieser Aufgabe. Ein offener Bruch mit der Rechten würde dir Fortsetzung dieses Systems zur Unmöglichkeit machen, und mit dem System selbst würde such ohne Zweifel der Träger desselben bald genug zu Falle kommen. So bereitet sich in Frankreich eine äußerst ernste und verhängnißvolle Ent- scheidung vor. Die Zeit der Compromisse scheint vorüber zu sein. Vielleicht gelingt es noch einmal, eine Nothbrücke über den klaffenden Spalt zu schlagen' aber die Herstellung eines Waffenstillstandes von längerer Dauer auf Grundlage des bisherigen Paktes ist undenkbar. Deutschland. Mainz, 20. Novbr. In unseren gestrigen Mainzer Blättern war in ge- sperrtem Druck zu lesen, daß der Großherzog seine Zustimmung zum Stadt- erweiterungsvertrag gegeben, und daß es jetzt nur noch der Ratification durch den Kaiser bedürfe, um dem Vertrag Rechtskraft zu geben. Dies ist allerdings richtig, doch nur von formeller Bedeutung, da an dieser Ratification nie auch nur einen Augenblick gezweifelt worden. Trotzdem jetzt schon Vorbereitungen ge- troffen werden, zu der Herstellung zweier Verbindungswege zwischen Stabt und Gartenfeld, so wird der eigentliche Beginn der Arbeit, die Straßendurchbrüchc und die Inangriffnahme eines Thciles des Glacis, nicht vor dem März kommen- den Jahres stattfinden. Bezähmen wir unsere Ungeduld noch etwas, bis eines schönen Frühlingstages mit Sang und Klang der erstickende Panzer unserer Stadt durchbrochen wird. — Seit einigen Tagen hat endlich die Regierung Maßregeln getroffen, die beweisen, daß das Jesuitengesetz in seinem vollen Um- fange durchgeführt werden soll. Es ist den Patres nicht gelungen, durch geschickte Manöver da« AuSweisungSdecret zu umgehen, weder dem P. Zöller, der sich nach Seligenstadt zurückziehen wollte, noch dem als Superior fungirenden P. Doß, der als Bayer sich das Gemeindebürgerrecht in Viernheim erworben; die Aus- Weisung wurde im vollsten Sinne aufrecht erhalten. — Ferner erließ die Regie» rung au Kreisämter und Bürgermeistereien einen Erlaß, der die discrete Ueber- wachung des neu angeordneten Herz-Jesu-GotteediengeS anempfahl, und soll sich, nach dem „Mainzer Journal" ein uniformloscr Polizeidiener regelmäßig in dem Abendgottesdienst dicht an der Kanzel postirt halten. Vor einigen Togen verlas der H»rr Bischof in dieser zur Verehrung dcS Herzens Jesu gestifteten Andacht einen in der leidenschaftlichsten Sprache abgef.ßten Protest gegen die Jesuiten- auSweisnng, der auch wörtlich im „Mainzer Journal" erschien; und so gern wir der Pnsse die volle Berechtigung zu solchen Ausbrüchen zugestehen, um so mehr muffen wir eS bedauern, wenn der geheiligte Platz der Kanzel, mit den vielen urtheilsunfähigen Zuhörern, zu politischen Aufhetzereien benutzt wird. So trau» rig es ist, die kirchliche Andacht einer Religionsgesellschaft unter polizeiliche Auf. sicht zu stellen, so müssen wir nach solchen Sceoen doch der Regierung das Recht zugestehen, Sorge zu tragen, daß die durch die Strafgesetze geschützte Heiligkeit der Kirche n.cht zum Schauplatz der wüsteten Leicenschaft und Erbitterung miß- braucht wird. — Als dritter Erlaß sind die Vorsteher der höheren Schulen — Gymnasium, Realschule rc. — in Kenntniß gesetzt worden, daß die Theilnahme ihrer Schüler an den Congregationen, Sovalitäten rc. auf's Strengste, ja sogar bei Ausweisung verboten ist, und daß tic Direktoren dafür zu sorgen Haden, daß ähnliche Vereinigungen, welch alten oder neuen Namen sie auch tragen mögen sich nicht in die Lehranstalten wieder einschleichen sollten. Es wird freilich, wenigstens in dem hiesigen Gymnasium, einer strengen Controle bedürfen, um den jetzlwuligen Director und den noch einflußreicheren Religionslehrer zu zwingen, olle Versuche zu religiösen Vereinigungen der Schüler aufzugeben, doch hoffen wir, daß auch die Eltern ihre Pflicht thun, und den wohlgemeinten Erlaß der Regierung unterstützen. Ob bas plötzliche energische Auftreten des neuen Mini- steriums gegen die Ultramontanen vielleicht etwas mit den bevorstehenden Wahlen zusammenhängt? (£. g)r.) Berlin, 22. Novbr. Abgeordnetenhaus. Auf die Interpellation Knefe- beck'S wegen der von der Regierung zu treffenden Maßregeln zur Hülfeleistung für die von der Sturrvfluth Beschävigtrn erklärt der Minister des Innern, daß die Regierung beabfichtige, RetabliffementSgelder zu gewähren, zu deren Der- Wendung den Regierungs-Präsidenten Spielraum gelassen werben würde. Eckernförde habe am meisten gelitten. Sollten cie zur Nothlinberung bestimmten Fonds nicht ausreichen, so würde die Regierung mit angemessenen Forderungen an den Landtag treten. Es folgt die zweite Lesung der Kreisordnung. Die §§. 4 bis 17 werben ohne Debatte angenommen. Die von der Fortschrittsparter zu den §§• 18, 48 und 56 gestellten Amendements auf Wiederherstellung der früheren Fassung, ebenso wie di- Amendements der Conservativen zu den §§. 49 und 74 wurden abgelehnt und die Regierungsvorlage bis §. 83 einschließlich angenommen. Oie Sitzung schloß um 4 Uhr. Morgen erfolgt Fortsetzung der zweiten Lesung Der Kreieorbnung und erste und zweite Bcrathung kleinerer Vorlagen. In Folge der außerordentlich lebhaften Opposition, welche von Seiten der bayerischen und der sächsischen Negierung erhoben worden ist, soll nach einer der „B. B.-Ztg." zugehenbrn Notiz in der letzten Sitzung des Bundesrathes der Preußische Entwurf für ein Deutsches Rejchs-Bank-Gtsetz vorläufig zurückgezogen worden sein, so daß also eine Vorlage dieses Gesetzes in der nächsten Session des Reichstages nicht mehr zu erwarten steht. Die „N. A. Ztg." schreibt: „Der Hayti'sche DtvisionSgeneral Brice ist hier eingetrvffen, um eine diplomatische Vertretung der Republik Hayti herzustellen, welche bisher am hiesigen Hofe nicht bestanden hat. Der General ist bereits in London, Paris und Madrid accreditirt und dürfte demnächst auch hier als Repräsentant seines Landes beglaubigt werden, das mit Deutschland in vielfachen und freundlichen VerkehrSverhaltniffen lebt. Wenn General Brice feine Creditive überreicht haben wird, dann bietet sich die erwünschte Gelegenheit, über die mannigfachen Interessen beider Länder zu verhandeln, und es ist allerdings nicht ausgeschlossen, daß dabet auch der Jncidenzpunkt von Port-au-Prince zur Sprache kommt, der jedoch keineswegs, wer tu der Presse hier und da irrthüm- lich angenommen wird, im Vordergründe der Sendung des General Brice steht." Aus Westfalen wird der „Köln. V. Z." geschrieben: .Gutem Vernehmen nach beabsichtigt der westfälische Abel während des kommenden Winters angesichts der bedrängten Lage, in welche fich die katholische Kirche in unfern Vaterlande in Folge der Ungerechtigkeit und Willkür des Liberalismus versetzt fieht, sich aller sonst üblichen Festlichkeiten und Vergnügungen zu enthalten." Berlin, 23. Novbr. Wie glaubhaft verlautet, ist von einer Berufung großer Industrieller und BanquierS in das Herrenhaus für jetzt abzufehen und sind zunächst Berufungen aus der Categorie der hohen Staatsbeamten zu erwarten. Berlin, 23. Novbr. Im Anschlüsse an die Mittheilung des „Deutschen Wochenblattes", baß die Herrenhaus - Majorität zur Abwendung des Pairsschubs durch zwei Mitglieder der Majorität der Regierung die Annahme der Kreisordnung habe in Aussicht stellen lassen, macht die „Spen. Ztg." als diese Unterhändler die Herren v. Kleist-Retzow und v. Plötz namhaft. Karlsruhe, 22. Novbr. Der deutsche Kronprinz befindet sich in ununterbrochener Besserung. Die Reise in die Schweiz dürfte aber dem Vernehmen nach gänzlich aufgegeben sein. Es wirb vielmehr auch die Frau Kronprinzessin Bex verlassen, hierher kommen und dann mit dem Kronprinzen nach Potsdam zu- rückiehren. Karlsruhe, 23. November. Die Besserung in dem Befinden des Kronprinzen schreitet stetig, aber langsam fort, weshalb über die Weiterreise noch keine Be» stimmungen getroffen sind. Straßburg, 23. November. Die „Straßb. Ztg." veröffentlicht das )rüfung--Reglcment für die Candidateu des höheren Schulamts bei der wissenschaftlichen Prüfungscowmisston in Straßburg. Die Bedingungen find ähnlich Den im übrigen Deutschland geltenden. — Unter de» Vorsitz de« Oberprä'fidenten hat sich ein Central-Eomite behufs Unterstützung der Ostsee-Beschädigten gebildet. Regensburg, 22. Novbr. Wie dem „Nürnb. Eorresp." aus sicherer Quelle wttgetheilt wird, ist auf persönliches Verwenden der Erbprinzessin von -turn und Taxis beim König von Bayern ter Aufenthalt und die ganz private Wirksamkeit des Jesuitenpaters Löffler als fürstlichen Erziehers einer Beanstandung zur Stunde entzogen. Regensburg, 22. Novbr. Der Recurs des Jesuiten Roder, eines geborenen Obcrpfälzkre, gegen die bezirksamtliche Ausweisung aus dem Nachbarorte Regensdorf, ist von der KreiSordnung verworfen. Roder hat Regensdorf bereits verlassen. Frankreich. Paris, 20. Novbr. Wie verlautet, sollen die Pässe zwischen Deutschland und Frankreich aufrechterhalten bleiben. Die deutsche Regierung drang zuerst auf deren Abschoffung. Da aber die französische Regierung Schwierigkeiten erhob, so soll Graf Arnim erklärt haben, daß es feiner Regierung ganz recht fei, wenn man dieselben aufrechtcrhalte, da sie dann die französischen Umtriebe in Elsaß- Lothringen besser überwachen könne. Wie gemelvet, ohrfeigte vor einiger Zeit der General Huyn de Vern^ville d,» irr'f «7 Du »ärl'9 bl« i'«1 ' , $/r|W W i< " VoultMd Mimsati ’M dir t schlibev hä jlage rrulv Eppathik Logrfrn fn Pari H gtant. nahe mit l flitusionelle ! Drilängeru titverung l Str, bej noch u Pari! 18. Aovbr. tnn Khrdlv Seiten die Nt M iu Th" brijlmohuen Mert, 1 Ws Minis ta Debatte billiger aus Irirn darin Vech Nerathun^' Sundlie Or zur verath *' Salbte mb Batbie getz genützt sein fa, tyi: Graf dieselben to |U einem A und darlezt 3lalien ene Mad j l/ne ftycty, fru/e t)at b , Zv'sq Rt i welchr Verursacht hc N delvaffli, m Alcop, Stimmung [ ^i F ton sei i teit Besonder Bet, %! W der Pi Kartal 1873 Donnerstag 4?s< I ■ d-n ' tlTNibent der P hJ* (’8at »•*«, daß totnig. «e ttn *” IW«}«. M hiß«, " «M d« ni«w Mini, "ta Billen ,(D. h.) "“ta ftntfe. Jintrn, d»j 11 d.rtii Ver, l'dr. Eck-iir. iBm^n Fonds Wo ön dku " §§. 4 Lis JHti z« tfa .d" fiührna )■ 49 und 74 Lvgknoivinell. »eiten Lesung in. ' dielen »Si;: Ä $l6- 'n Seiten der nach eines dn teöratheö der Michtjogea chßcn Session rat Beier ist Nti herzu« r General ist iihst auch hier hland in viel« il Brice seine legenseit, über iß aöntingl rU'Prikice zur da irrthüm« .Buer fteht" M Bllnehvea tnr antzrstchts lm Vat'rlanve Mt, ß» il!« inff Snufung >»« n zu ttwiw es „DeHtll es KairSschür der Freisord- i diese Mertz ii ununter- irnehven nach !prinzr!stn Der xotsvalv r»' es Kronprinzen Itd) hl« ®* , .161 »"* hur , ,iiU l*°‘ 4 Wlllchl bei °-r j4* -od ahni"d ’m M* ,uir# tob, I« ein st* deo Polizei-Commiffar von Pagny. Dafür hat er jetzt zwei Monate Stubenarrest vom Kriegsminister erhalten. Die GnademComwisfion hielt heute früh eine Sitzung. Dieselbe hat gegenwärtig noch über 800 Rekurse zu entscheiden, wahrend sie seit ihrer Ernennung bis jetzt schon 3300 erledigt hat. — Die Industriellen Deputationen werden in Versailles permanent, um Aufklärungen über den neuen Handelsvertrag mit England zu erlangen. Dieselben werden jedoch stets vom Handelsminister zu Thiers geschickt, der nur selten die Zeit hat, auf die Vorstellungen etnzugeehcn. Die Klage der Brüder Fould, welche aus dem Grand Crcle auf dem Douleward Montmartre ausgeschlossen worden waren, ist von dem Eivilgerichte zur Entscheidung gekommen. Sie hatten sich, nachdem der Grand Cercle den Beschluß gefaßt, keinen Deutschen als Mitglied zu dulden, auf eine französische Naturalisation berufen. Das Gericht erklärte jedoch, daß Vereine jeder Art über die Aufnahme oder Duldung von Mitgliedern durchaus selbstständig zu entscheiden hätten und die Behörden kein Recht besäßen, sich einzumischen. Die Klage wurde daher abgewieseu und die beiden Kläger in die Kosten verurtheilt. Sympathie in ihrem Mißgeschick werden sie so wenig diesseits als jenseits der Vogesen finden. Paris, 21. Novbr. Die „Agence Havas" meldet: In der Erwägung, daß Frankreich einer dauerhaften Regierung bedürfe, hat das linke Centrum bei« nahe mit Einstimmigkeit beschlossen, der Nationalversammlung einen Entwurf konstitutioneller Rcsormen zu unterbreiten, welcher zum Gegenstände hätte: die Verlängerung der Vollmachten ThierS', die Vicepräsidentschaft, die theilweise Er- rieuerung der Nationalversammlung, die Schaffung einer zweiten Kammer, die ganze Verantwortlichkeit. Wann dieser Entwurf eingebracht werden soll, ist in- beß noch unbestimmt. Paris, 21. Novbr. Ein Telegramm von Leffeps, d. d. Konstantinopel, 18. Novbr., meldet: In der Suezcanal - Zollfrage ist zwischen der Pforte und dem Khedive volle Urbereinstimmung erzielt worden, so zwar, daß von beiden Seiten die Ansprüche der Suezcanal-Gesellschaft unterstützt werden sollen. Versailles, 22. Novbr., Morgens. Herzog v. Audiffret und Duval haben stch zu Thiers begeben, um ihn cinzuladen, der Sitzung der Commission Kerdrel beizuwohuen. Der Präsident wird dieser Einladung heute Folge leisten. Man versichert, die Commission werde auf einem parlamentarischen und verantwort« lichen Ministerium bestehen und von Thiers verlangen, daß er aushöre, sich an den Debatten dcr Nationalversammlung zu betheiligen. Man hofft nichtsdestoweniger auf eine Verständigung. Der „Agence Havas" zufolge wären alle Par- teien darin einig, die Regterungsgewalt ThierS' auf vier Jahre zu verlängern. Versailles, 23. November. Die Nationalversammlung nahm in zweiter Berathung den Gesetzentwurf bezüglich der Zurückgabe der confiScirten Güter der Familie Orleans an. Thiers nahm neuerdings an dcr Sitz'ng der Commission zur Derathung des Kerdrel'schen Antrages Theil. Die Commission ernannte Batbte mit 9 Stimmen gegen 6, welche Lasteyrie erhielt, zum Berichterstatter. Batbie gehört dem rechten Centrum an, soll jedoch einer friedlichen Lösung geneigt sein. Italien. Rom, 23. November. Ein Privattelegramm des „Giornale die Roma" sagt: Graf Remusat hat am die Großmächte eine Depesche gesandt, worin er dieselben von den gemeinsam mit Italien gemachten Bemühungen, Griechenland zu einem Abkommen in der Laurion-Angelegenheit zu vermögen, in Kenntniß setzt und darlegt, daß, wenn Griechenland sich unnachgiebig zeige, Frankreich und Italien energischere Maßregeln ergreifen müßten. Spanien. Madrid, 20. Novbr. Den ärztlichen Mittheilungen zufolge hat der König eine schlechte Nacht gehabt. Der Rheumatismus und das Fieber dauern fort. Heute hat der König den Minister-Präsidenten Zorrilla empfangen. Zwischen Almansa und Albacete hat sich eine Schaar maskirter Männer ge- zkigt, welche die Telegraphenlinie zerstört und die Entgleisung eines Güterzuges verursacht hat. Auch nördlich von Alicante, zwischen Penaguila und Benilloba, sind bewaffnete Banden erschienen, welche man für Republikaner hält, während aus Alcoy, dcr bedeutendsten Fabrikstavt derselben Provinz, von sehr aufgeregter Stimmung berichtet wird. Amerika. Ein New-Jorker Correspondent der „Daily-News" enthält interessante Enthüllungen über die jüngste Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten. Nie zuvor haben bei einer amerikanischen Wahlcampagne so wenig Scrupel vorge- herrscht, oder ist so viel Geld ausgegeben worden, um Stimmen zu beeinflussen. Das Greclcy Comite in New-Jork soll 250,000 Doll., die Regierung aber 4 b'S 5 Millionen Doll., zu solchen Zwecken verausgabt haben. Es giebt in den Vereinigten Staaten 60,000 Beamte, die ihre Stellen dem Präsidenten zu verdanken haben, und jeder derselben war genöthigt, im Durchschnitt 50 Doll, zu rem Wahlfonds beizutragen. Viel? New-Jorker Kaufleute zahlten jeder 5,000 Doll, zu dem Grundfonds. Die Demoralisation, die durch diese verausgabten Summen verursacht wurde, war sehr groß. Nichtsdestoweniger wurde, wie die Correspondenz bemerkt, General Grant nicht durch den Einfluß seines Geldes wiedergewählt, sondern weil eine ungeheure Majorität der Bevölkerung ihn wirklich vorzog, eine große Anzahl Demokraten Horace Greeley selbst nicht auf das Gebot ihrer nationalen Convention unterstützen wollte. Gleichzeitig ließ sich die Greeley.Partei bet der Registration der Wähler, bei den Abstimmungen und dem Zählen der Stimmen viele Betrügereien zu Schulden kommen, was dazu beitrug, die Majorität für General Grant anzuschwellen. Vermischtes. Hannover, 13. November. Gleich nach dem Tode Elliffen's hat die Universität Göttingen einen zweiten schweren Verlust erlitten, den die Földerer der Wissenschaft in den weitesten Kreisen beklagen werden. Professor Clebsch starb, kaum 40 Jahre alt, nach kurzer Krankheit. Der Verstorbene, erst jüngst zum Prorector erwählt, galt als einer der bedeutendsten, vielleicht als der erste Mathematiker unserer Zeit, war vor etwa 10 Jahren Lehrer an dem Karlsruher Polytech- nicum, dann Professor in Gießen, wo er mit seiner Theorie der binären algebraischen Formeln seinen Ruf gründete. Zu seinen seit 1869 erscheinenden mathematischen Annalen hatte er die angesehensten Mathematiker Deutschlands und Skandinaviens erworben und damit eine der Wissenschaft die erheblichsten Dienste leistende periodische Schrift geschaffen. Als Lehrer that er sich durch eine seltene Klarheit des Vortrags hervor und verband damit eine Zuvorkommenheit gegen die Studirenden, die zur Folge hatte, daß die Zahl der jungen Mathematiker in Göttingen sich, wie man behauptet, seit Clebsch's Berufung mindestens vervierfacht hat. Ihre Trauer ist daher groß, und die Professoren beklagen nicht minder den großen Verlust des berühmten Collegen, den sie, obwohl er einer der jüngsten war, eben durch seine Erhebung zur Prorectorwürde geehrt hatten. Seit undenklichen Zeiten ist es nicht vorgekommen, daß die Universität einen Prorector im Amte verlor, und wohl nie auch hat Göttingen einen Trauerzug gesehen, wie er diesen Todten begleitete; die Leichenehren galten aber eben so sehr dem allgemein verehrten Manne als dem großen Gelehrten. Schüler des Verewigten trugen den Sarg auf den Trauerwagen und folgten unbedeckten Hauptes. Abt Ehrenfeuchter hielt die Leichenrede, die wissenschaftliche Bedeutung und die hohe» menschlichen Tugenden deö Verewigten würdigend. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 22. November. Die Börse ist bei ihrer ausgesprochenen Hausse-Disposition gern bereit, allen Factoren Rechnung zu tragen, welche ihre Neigungen unterstützen. So war es denn auch heute der Londoner Bankausweis, dessen sehr günstige Positionen, welche der Hoffnung auf allmälige Besserung der Geldverhältnisse in London Raum geben, in Verbindung mit dem momentan nicht ungünstigen hiesigen Gelvstand (Geld ist in großen Posten zu 4^—5 o/o, allerdings nur per Tag, leicht zu haben) der Börse eine freundliche Physiognomie als gestern gaben. Bei fester Tendenz entwickelte sich ein recht lebhaftes Geschäft, hauptsächlich in Eredit- actien und Staatsbahn. Erstere mit 363 eröffnend, schlossen 364, mit einer Avance von 1 fl., während letztere nach 364‘/2—4?/s schließlich 3645/8 blieben, also gegen gestern Abend etwa IV« fl. gewannen. Lombarden, noch gestern Abend 2163/4, schloffen heute fest zu 218. Silberrente leblos, aber fest zu 64?/a notirt. In Banken herrschte wenig Verkehr. Für Wiener Bank- actien zeigte sich nur wenig Animo und stagnirten dieselben zu 1058—60. Von deutschen Banken wurden Deutsche Handelsgesellschaft zu 108'/r, um 3/« % besser wie gestern, gehandelt. Die guten Geschäftsresultute dieses Instituts dürften eine weitere nicht unerhebliche Eourösteigerung der Actien ermöglichen. Württemb. Vereinsbank I V« %, Darmstädter 2 Vs o/g höher, ebenso Brüsseler, Deutsche Vereinsbank, Bankverein, Deutsche Effectenbank höher. Oesterr.-Deutsche Bank gleichfalls beliebt; dieselbe nimmt nächste Woche, den 26. November, Zeichnungen auf die Actien der Franco-österreich.-ungarischen Bank in PariS (50,000 Stück ä 1121/2 °/0) entgegen. Oesterreich. Bahnen und Prioritäten ohne bedeutende Umsätze. Von Wechseln kurz London niedriger, l. S. höher, Wien und Hamburg besser, Paris eher matter. Sorten unverändert. Goldcoupons per Januar 2 fl. 24 Fr. Zufolge telegraphischer Berichte waren die Netto-Einnahmen pro October der Oregon- und California-Eisenbahn (Cours 49) und der mit ihr vereinigten DampsschifffahrtS- gesellschaft-ComPagnie 54,000 Dollars. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtliche« Formulare, find zu haben bei W. Klee, am Markt. Besondere Bekanntmachungen. Bekanntmachung. 5456) Die Ausloosung der Haupt- und Ergänzungs-Geschworenen für das Schwurgericht der Provinz Oberhessen vom ersten Quartal 1873 soll Donnerstag den 5. December I. I., Vormittags 11 Uhr, in öffentlicher Sitzung Großherzoglichen Hofgerichts in dem Hofgerichtsgebäude vorgenommen werden. Meßen, den 25. November 1872. Der Präsident Großherzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberhessen: Dr. Buff. ▼dt. Bichmann. Allgemeiner Anzeiger. 5454) Frequenz und Einnahme aus den Oberhesfischen Eisenbahnen. Monat. Meilen- zahl. Personen-Verkehr. Güter - Verkehr. Nebenerträgnisse. Summe im Oct. Total von Januar bis incl. Oct. Anzahl. Monats. Äbonne. mente Ertrag. Ctr. Ertrag. Octobr. 1872. 23,47 41997 4 fl- 20470 kr. 10 305054 st- 20266 kr. 5 fl- |fr- 595'31 st. 41331 kr. 46 fl. 315831 kr. 16 Octobr. 1871. 23,47 37289 3 18341 10 171006 13154 16 592 23 32087 49 275624 38 Differenz. Gießen, im Nover aber 1872. + 4708 + 1 +2129 — 4-134048 +7111 49 + 3 8 + 9243 Die 57 Di 4-40206 rectiorr. 38 Oeffentliche Aufforderung. Wilhelm Reinig, Sohn des Poli- zerdieners Ludwig Reinig dahier und dessen Ehefrau Katharina, geborene Kauf, wird auf Antrag seiner beiden Geschwister, da lein Aufenthaltsort seit vielen Jahren unbekannt ist, hiermit davon benachrichtigt, , dcch seine Mutter am 27. Juli 1863 dahier ebne Testament, sein Vater am 28. Octo- brr 1872 mit Hinterlassung eines Testaments, nach welchem das ganze noch vorhandene Vermögen seinen beiden Geschwistern zufallen, und er mit demjenigen, was er im Jahre 1850 bei seiner Auswanderung nach Amerika erhalten habe, sich begnügen soll, gestorben sind, und aufgefordert, binnen drei Monaten sich über die Antretung der Erbschaft seiner Mutter und die Anerkennung des Testaments seines Vaters bei unterzeichnetem Gerichte zu erklären, widrigenfalls Ausschlagung der mütterlichen Erbschaft und Anerkennung des väterlichen Testaments angenommen, und der gesammte Nachlaß, insbesondere auch die Immobilien, seinen beiden Geschwister überwiesen werden. Gießen, den 19. November 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl, Oppermann, 5447) Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Feilgebotenes. Eine ältere Chaise (Halbverdeck) zu verkaufen. 5434) Neuen-Bäuen, Lit- B. Nr. 85. 643) Thür - und Grabschilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebiger Ächrift angefertigt bei ___________Wilh. Balser. 5361) Englische Patent-Hosenträger Strumpfbänder, Portemonnaies, Manschetten- und Kragen-Knöpfe in geschmackvollen Garnituren, empfiehlt Georg Petri, Neuenweg. Neueste Verloosung der 5°|oigen Bayerischen Militär- und Eisenbahn-Anleihen von 1870. Die Verloosungsliste liegt bei Unterzeichnetem zur Einsicht offen. 5458> S. JKeiitliiiger. ------------------------------------------------------------------------------- — J —1 toacdon, Druck und Verlag der Brüh!'sche,.^Un ^Druckerei (Fr.^C: r. Pietsch) tu Atetoir berg, empfiehlt Wilh. Klee. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. (5461) St. Eniilion pr. Flasche fl. — 42 N. Kiegel, Lich. H II ff Weisse Bordeauac-Weine Cerons St. Croix t Champagner und Spirituosen J. A. Bosch Sohne Gießen, im September 1872. 5452) Jäger. IO der !. Spohr. Geschäftsbücher der Herren Koch & Patz überhaupt alle Graveurarbciten, werden 2 2. 2. Aug. Noll im Stern. // tt tt tt n tt tt Glas, tt tt u tt tt tt it werden Lit. A. 5448) werden gesucht- 5451) fr. tt n ii Cognac vieux........ Cognac Bois ........ Cognac petite Champagne . • Ueber weitere Sorten Bordeaux - Weine, geben wir Preiscourante und finden sich die Ln§ros-Preise ab Bordeaux verzeichnet. Für Weinhändler empfehlen sich ganz besonders 2 Sorten rother Bordeaux, pr. Tonneaux — 4 Oxhoft oder 1200 Bordeaux - Flaschen zu 5 und 600 Francs ab Bordeaux. " Geschäftskalender für das Jahr 1873, mit breiten Rubriken, Wandkalender 4°, Kanarienvögel mit Roller- und Nachtigallenschlag käuflich abgegeben. Walltborstraße Nr. 224. incl. tt n it ii ii u u 4285) Die vereinigten Weingutsbesitzer in Bordeaux, unter dem Patronat der Herren: L. M. de Bigouse, General-Director der Comp. Financiäre, Fürst Adam Wiszniewski, Herzog von Melfort, Marquis de Bethisq, General Baron de Boyer, haben uns die General-Agentur ihrer Erzeugnisse von Bordeaux- Weinen, Champagner und Cognac für die Provinz Oberhesseu und Umgegend übertragen. Der gute Ruf, den diese schon seit 1830 bestehende Gesellschaft genießt, berechtigt uns zu der Erwartung, daß wir durch sie den Wünschen unserer geehrten Abnehmer resp. Auftraggeber in jeder Hinsicht Rechnung tragen können. Grstes Coneert des Gießener Concert-Vereins im Winter-Abonnement Donnerstag den 28. November 1872, Abends präcis 6 Uhr, im Club-Saale, unter gütiger M i t w i r f ti u g Frau Dr. M. Werffenbach und des Concertmeisters Herrn H. Heermann aus Frankfurt. Bermiethungen. 5414) Schöne Logis für Familien auch für ledige Herren, zu vermiethen und sofort beziehbar. _____________George Wenzel. Frida Strobel, Kanzleiberg 66. schnell und billig besorgt. Näheres bei der Gründlicher Unterricht gratis. 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M. eingetragene Martinimarkt zu Münzenberg wegen ständigen Regenwetters nicht abgehalten werden konnte, so ist derselbe mit Genehmigung Großh. Kreisamts Friedberg auf Montag den 9. December d. I. verlegt worden, was wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen. Münzenberg, den 22. November 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Münzenberg. Programm. 1) Symphonie Nr. 4, D-molI, von R. Schumann. 2) Arie für Alt aus der Oper: Mitrane" von Rossi, (comp. 1686.) 3) Gesangscene für Violine mit Orchesterbegleitung, von L. 4) Lieder für Alt mit Klavierbegleitung, a) Schwedisches Lied, von C. Berg. b) Frübliugsnacht, von R. Schumann. In alleinigem Verkauf des Erfinders ist zu haben in 500 Eremplaren Schnelle, billige Tmmclbohrung von Wilhelm No bemann in Freiburg i. B., Baden. 5450) Diese Brochüre gibt eine klare Darstellung, wie man mit Rodenk an n's in Deutschland und Oesterreich patentirter, sclbstthätiger Steinbohrmaschine und Dampf als Betriebs-Element, mit derselben Anzahl Arbeiter mindestens die 13fache Leistung der Handbohrung bequem erreicht. (Sin 1000 M-Uer langer Stollen in 143 Tagen. Der Brocküre find beigefügt: Zeichnungen und Beschreibungen der Maschine und Gestelle, ferner Kosten- Anschläge ^er ganzen betriebsfähigen Einrichtungen für lange und kurze Tunnel. Preis 12 Th al er, 21 Gulden S. W. oder 45 Francs und in Oesterreich j ■ nach dem Tages-^ours. incl. Glas, ,/ n 5425) Aechte Nürnberger Lebkuchen in verschiedenen Sorten, aus der renommirtcn Fabrik des Königl. Baierischen Hoflieferanten, Herrn H. Haeberlcin in Nürn- Zur größeren Bequemlichkeit des Publikums halten wir ein gutassortirtes Lager der gangbarsten, beliebtesten Sorten und empfehlen hiermit: Rothe Bor deauw -Weine: Cliristoly Moulis „ Esteplie Ciia;*- I>uplessis | Blumenzwiebeln, als: Hyazinthen, einfache und gefüllte, Tazetten. Tulpen, Croeus, in reicher Auswahl, empfiehlt die Samenhandlung Carl n eines, Schulstraße. Herde und Desen in den verschiedensten Sorten, namentlich die sich so sehr bewährenden, in jeder Beziehung ausgezeichneten Regulir - Füll - Oefen >4869) empfiehlt I. G. D. Bapst. pr. Flasche fl. // II II II H II dto. so, sind zu haben bei 5368) Eine große Auswahl in Klerder- ui b Haarbürsten, Zahn- und Nagelbürsten, sowie Frisir- und Aufsteck- Kämme, insbesondere die modernen Giraffe-Kämme rc., empfiehlt zu billigen Preisen ___________Georg Petri, Neuenweg. 4777) Die eben so beliebten als rühm- pr. Flasche fl. 1. St. Pa ui Blae . CIia"- Camensae „ Vincent Crvand Mousseux Nro. 2 Grand Mousseux „ 1 Ai Mousseux .... Sillery........ Fleur de Bouzy . • • ......U tl II 1 ■ Oh a mp o. gerichtet h 3uö Je0en verrn Th, voederung, ^publikan °°ch Wohl W die P, . Und tat 3» 8kl y «hm k' Ötbtiun st •hit' 16< * i< «