v !' 981/, t 871 f- 8. 92i/. m8:L07,/< LV107 8- kr. 10t 9 ^8—59 ,.; 41-48 Jte S 41-43 8t- 9 53-55 • 5 34-36 181 9 20V,-21i/ tt- 1149-51 2 9 43-45 2 25-26 chung. 'Länder müffen gelost oder pro- SmsM bteitlbtn I Mg kommen ^rüntboum. ässe zu Lang-GönS gm doppelte hypo- *• m Ausleihen bereit, d zu Lang-Göns kor: i.__ Dr. Kirchhoffcr sitzt sichere Mittel assen, Pollutionen, (H. 4220.) Dienstmäd- unb fWidwlt tat Baist. findet ein Dienst- vr. Baur. amilie sucht zu so- olidcs, erfahrenes weg G-102. yödchen für W «res in der Exped. ltödchen in Dienst Kilbinger, aunsteinwerk. »eitstillende wird auf Von wem? u Bierau .nausbwW' ,Mn U8$aM— rss BMigll"» 'T^TT^enllaufen- —^Mlschd -! A gesucht- m nehmen » Kitts- iiiM Preis vierteljährig 1 fL 12 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fL 29 fi. Oichener Anjeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 197. Freitag » 23. August 1872. ............................. III .................. ,WMM MUI—MMllMUia, Bekanntmachung. Betreffend: Benachtheiligung von Auswanderern durch Einwechslung von Amerikanischem Papiergeld in deutschen Einschiffungsplätzen. , ®cn kaiserlich Deutschen Gcneral-Consulat zu New-Jork wird in einem an'den Reichskanzler unterm 15. Juni l. I. erstatteten Berichte wieder- 6oIt. al'f bie vielfachen Benachtherligungen aufmerksam gemacht, denen Auswanderer durch Einwechslung von Amerikanischem Papiergeld, besonders in den Emschlffungshafen, unterworfen sind. r ° ' Auch bei einem vollständig legitimen Geschäfte — heißt es in dem Berichte — sei der Wechsler genothigt, eine hohe Prämie zu nehmen, um sich gegen die Schwankungen des Kurses! zu decken; m vielen Fällen aber werde dem Auswanderer durck falsches Geld oder entwertbete Coupons in größerem Maße unwiederbringlicher Nachtheil gebracht. Deutsche Auswanderer, welche New-Zork berühren, würden am besten hu», wenn sie sich bei emer der ,n Deutschland bestehenden Agenturen der „Deutschen Gesellschaft der Stadt Rew-Zork" Wechsel auf zeuanute Gesellichaft geben l-eß-n und solche selost ,n New-Zork au dem ganz in der Nähe von Castle Garden und dem Kaiserlichen General-Consulate gegenüber belegenen Bureau der Gesellschaft, Broadway Nr. 13, (Adresse für Briefe: P. 0. Box 4330, New-York) eincassirten. Die brutsche Gesellschaft der Stadt New-Zork, gegründet im Jahre 1784, hat nach § 1 ihrer Statuten den Zweck, deutsche Einwanderer zu Unterstufen und nothleidenden Deutschen und ihren Nachkommen Hülfe zu leisten rc., Hauptcorrespondenten derselben sind u. A. in Darmstadt: die Bank für Handel und Industrie, Frankfurt a. M-: Herr August Siebert, Bremen: Herr Lüdering & Comp., Cassel: Herr Louis Pfeiffer, Cöln: der A. Schaafhausen'sche Bankverein, Hamburg: Herr Johs. Schröder, Indem man dies in Auftrag Großherzoglichen Ministeriums des Innern zur öffentlichen Kenntniß bringt, werden die Großherzoalichen Büraer- merstereren des Kreises angewiesen, in geeigneten Fällen ihre Gemeindeangehörige nach Vorstehendem zu bedeuten. Gießen, den 8. August 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. Politischer Theil. Deutschland. Berlin, 19. Aug. Es ist, wie die „Spen. Ztg." hört, noch nicht ganz sicher, ob Fürst Bismarck bei der Zusammenkunft der drei Kaiser wiro zugegen sein können, da ihm ärztlich jede geistige Anstrengung um so ernstlicher untersagt worden, je weniger er in den ersten Monaten seines Landaufenthalts die Schonung seiner Arbeitskraft beobachtet Hot, die ihm vorgeschrieben war. Berlin, 21. August. Um für den Fall einer Mobilmachung dem Mangel an Aerzten zu begegnen, wie er sich bei dem plötzlich hercinbrechenden letzten Kriege geltend gemacht, ist man von Seiten der Militärverwaltung darauf bedacht, schon in Friedenszeiten die nöthige Anzahl geeigneter Aerzte für das Ersatz-Aus- Hebungsgeschäft zu gewinnen, und zwar sind zu diesem Behufe die Generalärzte angewiesen worden, schon jetzt Contracte mit nicht dienstpflichtigen Aerzten dahin gehend abzuschließen, daß dieselben sich verpflichten, gegen vorher zu stipulirende Diäten der ärztlichen Functionen bei dem Ersatz-Aushtbungsgesckäft im Fall einer Mobilmachung für einen ihnen anzuweisenden oder für einen von ihnen vorher bestimmten Kreis zu übernehmen. An Diäten sollen, der „Voss. Ztg." zufolge, diesen Aerzten 5 Thlr. bis 6 Thlr. 20 Sgr. (20 Mark) bewilligt werden Die Frage über die Behandlung des Aufgebots und der Trauung gemischter Brautpaare seitens der evangelischen Geistlichkeit ist neuerdings wiederholt Gegenstand der eingehendsten Verhandlungen zwischen dem evangelischen Oberkirchenrath und den Conststorien geworden. Bis jetzt haben diese Verhandlungen indeß noch zu keiner endgültigen Entscheidung geführt, da die von den Consistorien gemachten Vorschläge die Zustimmung des Oberkirchenraths nicht gesunden haben. Dagegen hat der letztere für die Behandlung dieser Angelegenheit die nachstehenden Grundsätze aufgestellt: Die gemischten Ehen müssen von der evangelischen Kirche als ein durch die in Deutschland bestehenden Verhältnisse Gegebenes getragen und es muß auch für sie das elterliche und insbesondere väterliche Recht, über die Erziehung der Kinder zu bestimmen, anerkannt werden. Dte Ueberzeugung der evangelischen Kirche, im Besitze der sicheren Heilslehre zu sein, begründet für die Seelsorge zwar dos Streben, die in gemischten Ehen geborenen Kinder ungetheilt für den Glauben dieser Kirche zu gewinnen, für die Disciplin hat sie aber nickt wehr zu beanspruchen, als daß der evangelische Theil selbst seinem Bekenntnisse treu bleibt und daß der evangelische Mann wenigstens demselben seine Söhne zuführt. Kann der evangelische Geistliche nicht die Ueberzeugung gewinnen, daß auf letzteres wenigstens die redliche Absicht bei Eingehung der Ehe gerichtet ist, so hat er seine Mitwirkung bei der Trauung zu versagen, das Aufgebot aber auf die gesetzlich nothwendige Abkündigung zu beschränken. Sagt der evangelische Bräutigam seine zu »erhoffenden Kinder von vornherein sämmtlich der katholischen Kirche zu, oder übergiebt der evangelische Vater die ihm geborenen Söhne ohne Noth der fremden Kirche, so verfällt er wegen seiner Untreue und des gegebenen Aergerniffes der Disciplin und Fürbitte der Gemeinde. Es kann ein Puthcnamt für evangelische Kinder und ein Ehren- und Vertrauensamt in der Gemeinde nicht mehr versehen und ist in schwereren Fällen bekundeter offener Verachtung feines Bekenntnisses auch von der Theilnahme am Abendmahl auszuschließen, bis er für das der Gemeinde gegebene Aergerniß Genugthunng gethan, also auch, soweit thunlich, den Grund des AergernisseS gehoben hat. Die evangelische Frau dagegen, welche nicht muthwillig, sondern nur in Gehorsam gegen das väterliche Bestimmungsrecht ihre Kinder katholisch erziehen läßt, ist dieserhalb kein Gegenstand der kirchlichen Disciplin, bleibt der theilnehmenden Seelsorge empfohlen. Bekanntlich hatte die Handels- und Gewerbe-Kammer für Oberbayern beim diesjährig versammelten deutschen Handelstage zu Leipzig unter Anderm den Antrag eingebracht, es wolle das deutiche Reichskanzleramt angegangen werden, ein Reichsgesetz, betreffend Lagerhäuser, Lager- und Lagerpfandscheine in nächster Bälde in’« Leben zu rufen. Da aber damals die Kürze der Zeit nicht gestattete, eine so wichtige Frage zu erledigen, so wurden die Mitglieder des deutschen Handels- tagcs später aufgefordert, ihre Ansicht über diese Frage schriftlich kundzugeben. Diese sind nun zum Theil bereits eingegangen und haben sich, wie wir hören, die Handelskammern von Bremen und Köln im Ganzen und Großen für den Münchener Antrag ausgesprochen, Mainz unterstützt denselben, der Handels- und Fabnkrath Schweinfurt erklärt ihn wenigstens für beachtenswerth — nur Danzig spricht sich dagegen aus. Berlin, 21. Aug. lieber die erfolgte ConfiScation ihres gestrigen Haupt- blattes schreibt heute die „Germania": Den Grund zu dieser Maßregel hat laut polizeilicher Mittheilung eine Correfpondenz aus Rom gegeben, welche einige Citate aus dem „Gazcttino Rosa" und dem „Tribuno" enthielt. Dieselben sollten den Beweis liefern, mit welcher Insolenz die deutschen Fürsten von den Organen der italienischen Liberalen unter den Augen der dortigen Behörden und unserer in Rom stationirten Gesandtschaft behandelt werden. Es ist überflüssig, noch besonders hervorzuheben, daß unser Correspondent seiner Indignation über dieses Treiben in den schärfsten Worten Ausdruck verlieh. Die Aufnahme des Artikels erfolgte unsererseits nur, um an einigen Proben, die noch lange nicht die stärksten sind, zu zeigen, welche Sprache tue Bundes- und Gesinnungsgenossen gewisser unter unseren Himmelsstrichen in Hyperloyalität ersterbenden Staatsbürger reden, wenn äußere Rücksichten ihnen keinen Zwang auferlegen. Sodann beabsichtigten wir, die öffentliche Aufmerksamkeit auf jenes Gebühren ultra montes zu richten, und hielten uns dazu um so eher für berechtigt, als ein ultramontaner Revacteur in Bayern verurtheilt wurde, weil er sich einige unliebsame Aeußerungen über Victor Emanuel erlaubt Hütte. Obschon nun das Hauptblatt wegen eines Artikels mit Beschlag belegt wurde, so hat die Polizeibehörde auch die Beilage an sich genommen und noch nicht wieder ausgeliefert. Wir haben uns daher genöthigt gesehen, aus der ganzen confiscirten und fequestrirten Nummer das Wesentlichste nochmals zum Abdrucke gelangen zu lassen. Untere geschätzten Abonnenten und Leser werden diesen Umständen bei Beurthcilung der vorliegenden Nummer gütigst Rechnung tragen und nicht der Redaction zur Last legen, was thatsächlich „im Schooße der Götter liegt." Was übrigens die über uns verhängte Confiscation betrifft, so erinnern wir uns, daß die „Kreuzzeitung" sich vor Jahren einmal in ähnlicher Lage befunden hat. Sie hatte damals ihrem Unwillen über die maßlose Sprache englischer Blätter Luft gemacht, und die Berechtigung zu solchen Gefühlen durch Belagstellen darzuthuu versucht. Allein da- geschah zur Zeit der Preßorbonnanzen und ähnlicher Verordnungen, welche seitdem ziemlich als überwundener Standpunkt gelten konnten. Wir hoffen, daß jene Sturm- und Drangpertode nicht nochmals über die Presse ergehen werde. Die Nachricht der „Spen. Ztg.", der zufolge Fürst Bismarck der im Anfänge des nächsten Monat- stattfinbenken Kaiserentrevue nicht beiwohnen wird, hat nicht verfehlt, im Inlande eine große Bestürzung hervorzurufen, wie im Ausland da- größte Aufsehen zu erregen. Als Grund wird von der obengenannten Zeitung angeführt, „daß ihm ärztlicherseits jede geistige Aufregung um so ernstlicher untersagt worden sei, je weniger er in den ersten Monaten seines Landaufenthalt- Schonung seiner Arbeitskraft beobachtet habe, die ihm vorgeschrieben war." Von anderer Sette wird jedoch behauptet, daß Graf Bismarck als grollender Achilles der Drei-Kaiser-Begegnung fern bleibt, weil die königliche Genehmigung der im Staat-ministertum gegen den widerspenstigen Bischof von Ermeland gefaßten Be- schlüsse noch immer auf sich warten läßt. Wir unsererseits glauben nicht an da- Fernbleiben des Reichskanzlers von diesem so wichtigen Ereignig. Seine Abwesenheit wäre, abgesehen von allen politischen Conjuncturcn und der sonstigen Tragweite, auch ein Act ungewöhnlicher Unhöflichkeit gegen den Fürsten Gort- schakoff und den Grafen Andraffy. Wir finden eine Bestätigung unserer Ansicht in einer Berliner Correspondenz der „Magdeburger Zeitung", in welcher es wört- lich heißt: .Mit Bismarck's Krankheit, welche sein Fernbleiben angeblich ver- Ursachen würde, hat es glücklicherweise gute Wege. Der Reichskanzler wird, wie man uns mittheilt, so zeitig in Berlin sein, daß er den Kaiser bei dessen Rückkehr von Gastein bereits empfangen kann. Nach Beendigung der Kaiserfestlich' feiten begibt sich Bismarck auf etwa vier Wochen nach seinen lauenburgischen Besitzungen. Dort wird er bi- zum Wiederbeginn der Landtagssession verweilen." Wie der bekannte Wiener Correspondent der „KarlSr. Ztg." vernimmt, sind die päpstlichen Nuntien angewiesen worden, mit Bezug auf die neuestens in Umlauf gesetzten Gerüchte, daß die Stellung Antonellis eine stark erschütterte sei, mit aller Bestimmtheit zu erklären, daß der Cardinal-StaatSsecretär sich nach wie vor des vollsten Vertrauen- des heiligen Vaters erfreut und daß er speciell keinen Augenblick daran gedacht, ein Ablenken von derjenigen Politik anzurathen, welche, weil durch die vitalsten Interessen der Kirche begründet und geboten, der heilige Stuhl Italien gegenüber sich zur unverbrüchlichen Richtschnur genommen und in welcher er, in Rom oder außerhalb Roms, ganz und voll verharren müsse und werde. Der gothaische Hof- und Staatökalender hat sich auch diesmal wegen des statistischen Materials an seinen bisherigen Correspondenten in Paris gewandt, von diesem aber einen abschlägigen Bescheid erhalten. Die Revaction wandte sich nun direkt an Herrn Thiers, stellte ihm die Verbreitung des Buches vor und sprach ihm das Bedauern aus, baß unter solchen Umständen der Frankreich betreffende Theil unvollständig sein würde. Bald darauf erging ein Schreiben von dem Cabinet-chef des Präsidenten, mit der Benachrichtigung, daß das betreffende Ministerium angewiesen sei, dem „Almanac de Gotha" das gewünschte Material zu übersenden. Das Buch wird nun zum Dank auch das Bild des Präsidenten Thiers bringen. Berlin, 22. Aug. Ein Ministerialrescript spricht aus, daß die penstons- berechtigten, nicht definitiv bestellten Eisenbahn-Beamten bei dauernder Erkrankung den definitv angestellten gleich geachtet werden sollen. Köln, 18. August. Nach einer Mittheilung der „Allg. Ztg." ist jüngst von Seiten des Kultusministers an alle k. Regierungen die Verfügung erlassen worden, nicht nur in den Fällen, wo die größere oder kleinere Excommunication vorliege, sondern auch da, wo Jemand sich einfach als Altkatholik erkläre, ihre Hülfe zur Beitreibung neukatholischer Kirchensteuern zu versagen. Danzig, 20. August. Die „Danziger Zeitung" meldet, daß die strikcnden Schiffswersrarbeiter gestern einstimmig beschlossen haben, die Arbeiten nicht früher aufzunehmen, als bis ihnen ihre Forderungen bewilligt oder wenigstens annehm- barere Gebote als seither gemacht worden seien. ES wurde ferner beschlossen, mit jeder weiteren Strikewoche die tägliche Lohnforderung um je einen Groschen zu erhöben. München, 18. Aug. Unter Voraussetzung und Festhaltung alles dessen, was Über den völlig ungefährlichen Spectakel gesagt worden ist, den die vom Ordinariat, der „Augsburger Postzeitung" und dem „Bayerischen Courier" des Herrn Dr. Huttler wieder einmal in den Bann gethanen „Volksbote" und „Vaterland" wegen einer angeblichen Ministerkrisis aufgeschlagen haben, ist es nicht ganz ohne Interesse, sich den neuen Messias anzusehen, der Bayern retten soll. Die wichtige, geheimnißvolle Weise, wie der große Unbekannte angedeutet wird, läßt keinen Gedanken daran auskommen, daß Leute wie Herr v. Schrenk ober gar Herr v. Gaffer gemeint sein können. Möchten letzteren auch seine russische Geburt und Erziehung für ein strammes Regiment vorbereitet haben, so ist doch schon dc- Dolksboten in der gestrigen Nummer enthaltene Paßbeschreibung: Ein (fettgedruckt) „wirklicher Staatsmann", offenbar für einen ganz Anderen bestimmt. Nach dem betreffenden Artikel des Iung.Zander'schen Blattes (der alte Zander hat bekanntlich vor einigen Wochen da- Zeitliche gesegnet und eine vtelgewundene Lebensbahn zum allgemeinen Ende gebracht) ist „ein solcher" — jetzt fingerfelt gedruckt — .wirklicher Staatsmann vorhanden, es bedarf nur eines Winke- Sr. Majestät des Königs, und--Bayern ist gerettet"! Uns ist unzweifelhaft, daß nach der Auffassung de- bayerischen Ultramontani-muS von der Sigl-Zanber'schen DiS- ciplin mit dieser gottbegeisterten Sicherheit des Urtheils nur die Perle von Mcppen gemeint sein kann. So im Handumdrehen „Bayern zu retten", im Sinne der Herren, welche dergleichen schreiben, traut kein Leser des Volksboten dem auswärtigen Minister de- Ministeriums Neumayr oder gar dem bayerischen Gesandten in Württemberg zu. Für diesen Knoten kann nur ein Windthorst al- Knoten- Hauer gemeint sein. Schon lange wartet der kleine Herr auf die betreffende Berufung; nicht umsonst — und doch vielleicht umsonst — hat er sich seiner vielen Seitenblicke auf Bayern befleißigt und tn seinen Reden die Mähne des bayerischen Löwen gestreichelt. Leider Gottes können weder „Volksbote" noch „Vaterland" das Jesnitengksetz ungeschehen machen und seine Durchführung in Bayern verhindern, und eben so wenig reichen ihre Kräfte aus, den kleinen Mann von Meppen in den bayerischen Ministersattel zu heben. Aber wir glauben — im Scherz ernsthaft gesprochen —, daß in den Visionen jener Blätter wirklich Windthorst, der jetzt unter den bannover'schen Moorbrennern seinen Triumphzug hält, al- neuer Patronus Bavariae gemeint ist. Wohin freilich der mit aller Geschicklichkeit den königlich bayerischen Staatswagen kutschiren würde, da- voraus zu sagen, braucht man wahrlich kein Prophet zu sein. (K. Z.) Aus Bayern, 20. August. Aus dem „Triumphzug", welcher dem deutschen Kronprinzen bei seiner Reise durch Bayern von der Bevölkerung veranstaltet wurde und in dessen Schilderung die nationalen Localblätter förmlich fchwelgen, mag folgende von der „Kemp. Ztg." mitgetheilte Episode Erwähnung finden. Von Hohenschwangau kommend, wo er die Königin - Mutter besucht hatte, traf der Kronprinz am 14. in Kempten ein. Auf dem Perron des Bahnhofs, wo die Liedertafel aufgestellt war, trat der Kronprinz unter die Sanger, ließ sich ein Notenblatt geben und fang mit. Mit dem Schnellzug fuhr er sodann nach Lindau weiter. Regensburg, 19. August. In einer zahlreich besuchten Versammlung katholischer Männer, welche vergangenen Samstag dahier abgehalten wurde, bildete das Jesuitengesetz und die strenge Ausführung desselben Seitens der preußischen Polizei den Gegenstand der Berathung. Zur Verhinderung ähnlicher Vorkommnisse in Bayern wurde eine Adresse an den König beschlossen, mit der Bitte, derselbe möge die Räthe der Krone beauftragen, eine solche Ausführung des Gesetze- nimmermehr zu gestatten und die garantirte Gewissensfreiheit und freie Religionsübung zu schützen. (R. A.) Straßburg „Wer lügen will" — schreibt ein Correspondent der „Köln. Ztg-" — „der lüge, daß es die Leute glauben können." — So heißt es in einem französischen Sprüchwort. Allein manche Leute in Frankreich scheinen dieses Sprüchwort vergessen zu haben. Tagtäglich bringen die französischen Zeitungen Neuigkeiten aus Elsaß-Lothringen, die nirgends wehr Erstaunen erregen, als bei uns selbst, da wir nicht das Geringste davon wissen.— So lese ich in einer Pariser Zeitung vorgestern: „Gestern brachte ein Schnellzug von Straßburg nach dem Ostbahnhofe 200 kleine Elsässer, deren Eltern für Frankreich optirt haben und welche nun ihre Stunen in Frankreich absolviren sollen. Sie waren äußerst fröhlich und wurden geleitet von etwa 20 Professoren, welche ebenfalls aus den elsässischen Lyceen nach Frankreich übersiedelten." 200 Schüler und 20 Lehrer auf einmal in einem Schnellzuge! Es wäre sogar für uns interessant, zu erfahren, welche Stadt des Elsaß eine solche französisch-patriotische Jugend und Lehrerschaft auf- zuweisen hat. In demselben Blatte lese ich weiter (von Niederbronn): „Ich will Ihnen nur gleich sagen, daß, was ich bis jetzt von der echt französischen Gesinnung der Elsässer hörte, mir als eine Fabel vorkam..... Aber feit ich hier bin, Überzeuge ich mich täglich mehr, baß, was unsere Journale, große und kleine, über diesen Gegenstand sagten, weit unter der Wirklichkeit war. Reiche und Arme, Junge und Alte sagen mir, daß sie Franzosen sind und bleiben werben. Täglich höre ich Männer und Frauen, aus den untersten Volksklaffen, die von Frankreich reden mit einer rührenden Begeisterung. . . . Wer in Frankreich muthlos verzweifeln will der komme in'S Elsaß: hier wird er Frankreich lieben und hochschätzen lernen und der Zukunft vertrauen. Zwar haben die Elsässer ich nicht zu beklagen über die deutsche Herrschaft: die Verwaltung ist vernünftig und keineswegs quälerisch; ja, sie ist toleranter als wir eS wären, wenn die Sachen anders ausgefallen waren. Die französischen Zeitungen haben freien Lauf; die französische Tricolorfarbe sicht man beinahe überall, obschon man weiß, daß sie nichts Anderes ist als eine feindliche Demonstration. Aber so ist es: die Elsässer wollen einmal französisch sein, sollten wir sie auch nicht so gut verwalten, als die Deutschen. Es ist dies ein schönes, grundtiefes Gefühl, das sich der Elsässer nicht nehmen läßt, 'und doch um so nachhaltiger ist, als es sich ohne Prunk noch Geräusch äußert ic." Wollen Sie nun aber wissen, wie es mit der Auswanderung aussteht, welche die französischen Blätter als eine kolossale beschreiben ? — Viele, die schon emigrirt waren, sind mit Schaden wieder zurück- gekommen, und die meisten Anderen bereutn den großen Schritt, den sie gethan haben. Andererseits sind auch die meisten Deutschen, die nach Elsaß-Lothringen kamen, um Geschäfte zu treiben, wieder in ihre Heimath mit Schaden zurückgekchrt. — Da- alte Sprüchwort: „Bleibe im Lande und nähre dich redlich!" sollte immer noch mehr beherzigt werden. Straßburg, 17. August. Man trifft bereits Vorkehrungen zur Entgegennahme der ersten 500 Millionen, die bekanntlich zwei Monate nach dem am 7. Juli erfolgten Austausch der Ratificationen des Ucbereinkomwens vom 29. Juni, also am 7. September, zu erlegen find. — Vor drei Wochen wurde, der „A. Z " zufolge, den seit der Occupation im Lande befindlichen Gendarmen angedeutet: j sie hätten, falls sie definitiv im Reichsland bleiben wollten, die im Laufe de- ersten Jahre- erhaltene Kriegszulage zurück zu bezahlen; diese belief sich bei jedem einzelnen auf 2—300 Thaler. Sämmtliche Gendarmen, mit Ausnahme von 7, die sich bereits in elsässische Familien verheirathet hatten, erklärten hieraus, lieber in ihre Heimath zurückkchren zu wollen, als diesen Verlust zu ertragen. Auf diese Einstimmigkeit hin scheint die obere Behörde doch stutzig geworben za sein, und die Verfügung ist zurückgenommen. Metz, 22. Aug. Prinz Friedrich Karl ist gestern Abend 8 Uhr hier eingetroffen. Demselben wurde ein Fackelzug mit Zapfenstreich gebracht. Heute hat Der Prinz mit der Jnspection der hiesigen Truppen begonnen. Oesterreich. Wien, 18. Aug. Die „N. fr. Pr." äußert über die massenhaften Wall» führten, die jetzt unter Anführung Der Geistlichen in den österreichischen Alpen- ländern stattfinden: Diese mit auffallender Gleichzeitigkeit in den verschiedenen Provinzen in Scene gesetzten Maffenwallsahrten zur Fürbitte gegen die Bedräng- nitz de- heiligen Vater-, die Thatsache, daß Die Bischöfe selbst sich an die Spitze der Processionen stellen, nachdem sie wochenlang zuvor durch Pfarrer und Capläne da- Landvolk zu massenhafter ^Beteiligung haben bearbeiten lassen, läßt ein planmäßiges Vorgehen erkennen, welche- dahin zielt, Aufregung in die bäuerliche Bevölkerung zu bringen und sie — für die offene Auflehnung zu drillen. Und wenn noch neue Kräfte vonnöthen wären, um die bereits vorhandene Exaltation der Bauernmass n zur Spannung bis zum Reißen zu steigern, so sind sie in den dichten Schaaren Der Jesuiten gegeben, Die täglich Die Grenze unsere- Reiche- im Norden und im Westen überschreiten, um ihr dunkles Handwerk bei uns zu üben. Ungestört auf ihren Schleichwegen werden sie bald offen durch die Gaue und Thäler Oesterreichs ziehen und mit ihren berüchtigten Missionen die Fackel der Zwietracht und der Empörung in jeden Winkel tragen, der von Den heimischen Streitkräften noch verschont geblieben ist. Unmöglich kann Der Staat solchem Treiben mit verschränkten Armen zusehen. Die öffentliche Sicherheit, Die Interessen Der Ordnung und de- Friedens für Staat und Geicllschaft sollten nicht gebieterisch fordern, Massenansammlungen des rohesten Bauernvolkes hintanzuhalten, die sichtlich Italien Weehisel. 833/4 Oberhessen i1 Duoaten . . 5 34—36 uuaicu . . u u-*—uv 20 Frankenst. 9 20 V2—21 »M n BerU, NB. Me!^ 1882r 963/4 1885r 97i/2 1887r 975/8 Engi. Sover. 11 49—51 Russ. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 25-26 Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl.fi. löst. 9 53—55 Aetlerc.: 5% östr. F. St. E. B. 370 Lombard. Bahn 226 Lndwigsh.-Bexbach 202 Maxbahn 147 Bayer. Ostbahn 138 Rhein-Nahebahn-Act. 53 Hess. Lndwigab.-Act. I821/e Annoncen-Expedition, 45 Zeil, Frankfurt a. M., Zeil 45, gegenüber der Post- ^Hamburg, München, Nürnberg, Bremen. Winal-Preis-Courant und Anschläge gratis und franco. Provision beziehe ich als officieller Agent von den betreffenden Zeitungen. Aetien. Frankf. Bank 1431/z Frankf. Vereins-Kasse 151 Va Darmst. Bankact. 510 Wien Bankaotlen 946 Oest. Oreditaot. 367 Galizien 264 Börsenberichte. Frankfurt a. M., 22. August. Unsere Staatsbahnliebhaber hatten heute wieder einmal einen guten Tag, indem ihnen der Telegraph wieder eine verminderte Mindereinnahme meldete, nämlich 142,000 fl. für die letzte Wache. In Folge dieses freudigen Ereignisses hob sich natürlich der Cours, und zwar um 2 fl. Auch Creditactien und Lombarden erfreuten sich größerer Umsätze, wie denn überhaupt die Grundtendenz doch bisher immer eine recht feste war. Für Banken herrschte heute durchweg wieder mehr Kauflust und zogen die Preise fast Aller an; der meiste Verkehr fand in Brüsseler Bank, welcher man eilte glänzende Dividende prophezeit, in Oesterreichischer Natioualbank, Darmstädtern, Amsterdamer, Frankfurter Wechslerbank, Frankfurter Baubank (die um 2 Proc. stieg und sehr gesucht war) und Hahn'scher Effectenbank (3/4 Procent höher) statt. Bahnen waren heute im Allgemeinen weniger beliebt, doch hielten sich die Course ziemlich fest. Nur Galizier errangen auf starke Käufe für Berliner Rechnung eine Avance von I1/2 fl. Auch Donau-Drau und Berbacher waren beliebt. Prioritäten verkehrten ziemlich geräuschlos, aber doch preishaltend. Sehr viel Geschäft war heute in Ungarloosen, die bei 1163/4 stark gekauft wurden. Oesterreichifche Renten still. Amerikanische Prioritäten theilweise besser, z. B. Oregon und Central-Pacific und südliche Missouri. nur zu dem Zwecke arrangirt werden, damit ein hochmütiger, vom Haffe gegen die Staatsgewalt erfüllter Bischof mit ihnen drohen, das Gesetz durch die elcmen- tare Gewalt sanatifirter Volksmasfln ungestraft in Frage stellen könne? Zwar wissen wir, daß die Staatsgewalt in dem Gesetze über öffentliche Versammlungen sich selbst die Jugerenz auf religiöse Processionen und Wallfahrten verwehrt hat; aber sie hat sich nicht völlig die Arme gebunden, denn nur so weit, als sie in der hergebrachten Weise stattfinden, sind Aufzüge solcher Art von der Intervention der Staatsbehörde eximirt. Hergebrachte Weise ist es aber doch wohl nicht zu nennen und frommem Gottesdienst fremd, wenn ganze Armeen von Bauernvolk an einen Punkt zusammengctrieben werden, wenn die geistlichen Werbe-Offiziere ganze Wochen hindurch von Hof zu Hof, von Hütte zu Hütte ziehen, um die Massen in Fluß zu bringen und zum Zwecke staatsfeindlicher Demonstrationen nach einem Punkte zu dirigiren. Frankreich. Paris, 19. August. In Ermangelung wichtigerer Begebenheiten hat sich die Presse viel mit der Ungezogenheit einiger angetrunkener junger Leute be- schäftigt, die in Trouville ein bischen Spektakel zu machen versuchten und fast von den Seeleuten ixCl Meer geworfen worden wären. Bekanntlich waren es zwei mexikanische Jünglinge, die sammt ihrer nun verheiratheten Schwester am Hose Bonaparte's des Letzten eine gewisse Rolle spielten, ferner zwei Russen aus Odessa und ein junger Exfecretär Pouyer.Quertier'S, den der genossene Champagner unzurechnungsfähig gemacht hatte. Da im Weine aber Wahrheit liegt, so soll der Präsident in Bezug auf die unbedeutende Geschichte doch geäußert haben, daß er gegen Leute in feinen Röcken ebensowohl wie gegen Bürger in rohen Kitteln die Ordnung aufrecht erhalten und keinerlei feindselige Demonstrationen von irgendwelcher Seite dulden werde. Obschon der Alte von Sedan fast Trouville gegenüber, zu Brighton, weilt, hat es keine Roth mit einem LandungS- versuch seinerseits. Als Louis Bonaparte sein Glück zu Boulogne versuchte, wagte er nichts; jetzt aber hat er gar viele Millionen aus Frankreich in Sicher- heit gebracht und ist vorsichtiger geworden. — Es ist mir erzählt worden — ich möchte die Sache aber nicht verbürgen — daß Herr Saint - Marc Girardin Zeichen von Geistesverwirrung habe wahrnehmen lassen und in eine Heilanstalt gebracht worden sei. Die plötzliche Trennung von den „Debats", denen er fast ein halbes Jahrhundert angehörte, mochte ihn so schwer betroffen haben. Die Zeitungen schweigen, vielleicht aus Rücksicht für ihn und seine Familie, von dem Umstande. — ThicrS befindet sich sehr wohl an der See. Er wird wie ein König geehrt und gefeiert, obschon er, so gut er kann, sich die lauten Ovationen verbittet und den allzu lebhaften Demonstrationen gern aus dem Wege geht. Die monarchistischen Blätter schlagen politisches Capital aus den Vorgängen, die sie als ein Zeugniß royalistischer Gewohnheiten und anti * republikanischer Gesinnung auslegen. Alleinige Jnseraten-Pacht: Fliegende Blätter", „Kladderadatsch," „Figaro Prioritäten. 30/0 öster. Stsb.-Prior. 587/y 3% öst. s. Lombard 515/g 3% Livomeser 39 5O/o Toscaner 61 ‘/2 5% Elisabeth.-Prtor. — do. II. Emiss. 847/& Anlehennloose. Darmstädter fl.50Loose 200 „ „ 25 „ 55V4 Kurh. 40 Thlr. Loose 711/4 Nassau 25 fl. 45 f ist Nach Verschluß der Tbürc eines starken runden Rregels mit Fallschloß »"lEUetzdar r,i w b versteckte er sich auf dem Dachboden, von welchem aus er über Das uaa) uno uo D«(i jir G«W‘ galt M» t!°> « rni 29.3unt; gfUftt, du D- armen die i» C1t(t WM W, >» «** M nflirl«»1"* Verkäufe und Verpachtungen von Gütern, Grundstückrn, Fsbrikcn, Gssthsusrrn etc., Licitationen, Gesuche und Offerte» jeder Art, Familien-Nachrichtm, Engagements etc. betreffende Ankündigungen werden ohne Provision oder Porto-Anrechnung in die für die verschiedenen Zwecke bestgeeigneten erfolgreichsten Zeitungen prompt und exact befördert durch Rudolf Moste, eo,,M i» ta, ’S?® S 5«.? 2 ' k ltaf7 kt" Stiftu te{ Ä % Bil b" »'ffen«ftei^it un6 (R. $.) ’«'« dn w einem franw- JD9tn Neuigkritrn 016 bei uns srlhst, 1,1 karisir Zä/ung ) dem Dfl6a|)n^oft uno tott^t nun sivhlich und lu» den elfässGn Lehrer auf einmal u erfahren, welche > Lehrerschaft ach icttrbronn): „Ich e echt fianzostzchen ■ - Aber seit ich 'llruale, große und hkeit war. Reiche int bleiben werden, dksllafsen, die ton Wer m Frankreich r Frankreich lieben haben die Elster ltung iß vernünftig waren, wenn die i haben freien Lanf; ob man weiß, daj Iber so iß e<: die 't fo gut stnralUtii Lhl, da« sich 0« all tft W * fiv, u DÜ der 6 eine keloßale be« baden Meter zviiick- ritt, den fie gethav ch Wi'LolhriW -chaten zorinkgekthrt ich redlich!" sollte Rom, 18. Aug. Der König ist hier eingetroffen. Er wird den holländischen Gesandten, Heldevier, empfangen, der ihm sein Abberufungsschreiben über- gebe« wird. Man glaubt, Prinz Humbert werde nach Beendigung der Manöver in Campo di Somma seinem Bruder AmabeuS in Spanien einen Besuch abstatten. Prinzessin Margaretha befindet sich in ganz vorzüglichem Wohlsein. Die „Gazzetta d'Jtalia" schreibt bezüglich der Kunstgegenstäude und sonst., gen Kostbarkeiten, welche aus den Klöstern der römischen Provinz heimlich in'S Ausland geschickt worden, daß die Jesuiten in Voraussicht dcr.Di.nge, die kommen mußten, nicht bis zum jetzigen Augenblick gewartet haben, uFer.^ be(ie Habe in Sicherheit zu bringen. Roch ehe der letzte Rest des päpstlichem Staates zusam- me.ubrach, waren sie bedacht, ihre Interessen zu wahren. Sie kannten ganz wohl ^s^unDiderstehliche Gewalt der Umstände, welche Rom an Italien bringen mußten, v' Gleich nachdem Oesterreich von Preußen besiegt und Venedig zu Italien gekommen war, sorgten sie dafür, ihre unermeßlichen Besitzungen (namentlich im unteren Tiberthal und in der sonstigen Campagna) in klingende Münze zu verwandeln. So brachten sie fabelhafte Summen auf, welche sie in englischen und amerikanischen Banken anlegten. Gegen diese jesuitische Schlauheit ist unsere Regierung ohnmächtig. Unterdrückt oder nicht, werden diese Väter mittels ihres Goldes und ihrer- Anhängerschaft sich immer mächtig erweisen, und zwar um so mehr, je we- eine schmale Mauer, welche nach der Straße zu den engen Gang zwischen der Hinteren Front der alten und der Hofmauer des Waisenhauses verbindet, auf letztere gelangte, sich darauf in den Hof des Waisenhauses herabließ und durch denselben entfernte. Der zurückkehrende Aufseher fand die Zelle Völcker's bereits verschlossen, worauf er sich entfernte. weil er den Gefangenen in derselben wähnte, annehmend, ein anderer Aufseher habe denselben in die Zelle gebracht und diese verschlossen. Bei der Flucht kam Völcker noch besonders der Umstand zu statten, daß die Dragoner kürzlich Frankfurt verlassen haben und deshalb keine Wache im Hofe des Waisenhauies ihn aufhalten konnte. Gegen den Aufseher ist die Untersuchung wegen fahrlässigen Entweichenlassen eines Gefangenen eingeleitet. * „Ein gut Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen" hat sich der Herr Jnspector zum Thema genommen, als er die Schule in X. revidirt. Er liebt es, zu entwickeln und nicht eher weiter zu gehen, als bis er von dem befragten Schüler die gewünschte Antwort erhalten hat. Jnsp.: „Du Primus, haft Deinem Vater in Feld und Haus recht fleißig geholfen. Er sagt zu Dir: Du bist mein lieber, guter Sohn! Schläfst Du denn am Abend wohl? Schüler (langgezogen): Nee. Jnsp. (holt anders aus): Denke Dir, Du hast alle Deine Arbeiten am besten gemacht und recht gut und fleißig geantwortet und Dein Herr Lehrer sagt zu Dir: Du bist mein bester Schüler; ich werde es auch Deinen Eltern sagen, daß ich mit Dir sehr zufrieden bin: schläfst Du dann am Abend wohl? Schüler: Nee. Jnsp. (packt ihn bei einer andern Gemüthseite): Gesetzt, Du hättest für gethane Arbeit etwas Geld bekommen, freutest Dich darüber und wolltest Dir etwas dafür kaufen; da säße ein armer blinder Mann am Wege, Du gäbest ihm Dein Geld und er sagte zu Dir: „Gott segne Dich, mein Kind und lasse es Dir wohl gehen Dein Leben lang'1: würdest Du dann am Abend wohl schlafen? Schüler: Nee. Jnsp. (ärgerlich); Aber warum denn nicht? Schüler (weinerlich): Wie hebben gor Io vihl Flüh l * Der Linzer „Tagespost" schreibt man aus Passau, 15. August: „Von den verschiedensten Seiten laufen auch aus Niederbaiern Nachrichten ein, daß die „Kometenfurcht" von den Geistlichen zu verschiedenen Schwindeleien benutzt würde. Bauern gaben 100 Fl., ja selbst 1500 Fl. her, um ein 40stündiges Gebet zur Abwehr des Kometen halten zu lassen, und die frommen Herren Geistlichen nahmen das Geld an! In der Gegend von Velden und Vilsbiburg wurden von einzelnen Geistlichen aus Anlaß des Weltuntergangsschwindels gedruckte Zettel verbreitet, welche dem glücklichen Besitzer, wenn er Messe lesen lasse und entsprechende Opfer leiste, den Ablaß für alle Sünden bei der Katastrophe bes Weltuntergangs zusichern! Aehnliche Furchtscenen gab es in der Gegend von Altötting, Burghausen, Eggenfelden rc. * Der berühmte Schwan Diana ist in Versailles in Folge des Siechthums gestorben, das ihn, wie die Pariser Journale schreiben, durch die Anwesenheit der Preußen überfallen. Diesen Schwan hatte eine Hofdame Ludwig XVI. geschenkt, und seitdem hatte er ruhig in den Teichen des Tuileriengartens und zuletzt in Versailles allen Aenderungen der Regierung Trotz geboten. Aber die Preußen konnte er nicht ertragen. , .*■*,*£ ” di! W* . ,injW *; S* * in ct‘ M ß'/' , zu.« <•*•21"D,e' glitt (i( fitlü» ...mH» Niger ihr Treiben zu Tage tritt. England. Belfast, 22. Aug. Die Plünderung von Häusern durch Pöbelhausen dauert fort. Zu weiteren Zusammenstößen zwischen den verschiedenen Parteien ist es indeß nicht gekommen. Man hofft, daß die Ruhe in kürzester Frist vollständig wieder hergesteüt sein wird. Serbien. Belgrad, 21. Aug., Abends. Der Vertreter Italiens, Joauini, überreichte dem Fürsten Milan in feierlicher Audienz den Lazarus- uno Mauritiusorden. Die Stadt ist prachtvoll beleuchtet. Mehrere Gesangvereine bringen dem Fürsten eben einen Fackelzug unter ZivioS-Rufen. In den Straßen bewegen sich große Volks- massen. Es herrscht allgemeiner Jubel. Börsennachricliten. 22. August 1872. Preuss. 4y8 % Oblig. — Frankf. 8^/3% Obi. 873/8 Nass. 41/30/0 Obi. 991/2 Knrhess. 4% „ 933/» Gr. Hess. 50/0 Obi. 102 » „ 4% n 981/2 » n 31/3O/0 „ 93 Bayer. 50/0 „ 100'/, „ 41/3 0/0 1jährige - „ 40/g 1jährige 95 Würtertib. 41/2% Obi. 993/4 Baden 4V2% Obi. 0. E. L. 995/g Oesterr. Silberrente 65% „ Papierrente 61 Spanier, neuest. 3% 29V2 Amerik. Bonds 1881r 995/a Amsterdam k. 8. 981/4 Augsburg k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 1047/fl Bremen k. 8. 1747/s Brüssel k. 8. 931/s Hamburg k. 8. 87i/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. U/1/3 Lyon k. 8. Paris k. S. 921/2 Wien k. 6. 1071/g ditto m. S. ditto Disconto 1. 8. 4% 1065/8 Geldsorten, fl. kr. Australien Restauration Rramiu ,3930) Ein Parterre-Logis zu vermiethen (Wallthorftraße 145) und gleich zu beziehen. Vermischte Anzeigen. 3937) Am Abend des 10. August sind in meiner Wohnung zwei fremde Schirme stehen geblieben, die bis jetzt nicht abgeholt worden sind.Prof. Oncken. Niederlage für den Detailverkauf dahier bei Herrn Wilh. Balser, Wallthorftraße. Alle Arten Petroleum-Lampen mit Flach- nnd Rundbrennern neuester und bester Construction. Große Auswahl. Billigste Preise. Annahme von Reparaturen und Besorgung von Umänderungen von Lampen. Samstag den 2 4. August: Großes Na Lion ol - Con e ert der Tyroler Alpensänger-Gesellschaft Klement u. Gasser, bestehend in 4 Personen. Anfang Vr8 Uhr Abends. .Sonntag den 2 5. August: Zwei Concerte in obigem Locale. I^ane p en fnbrifi Kautlinaiui , von Morgens 9 Uhr an, soll das diesjährige Grummetgras der hiesigen Gemeinde von ca. 111 Morgen an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist wie gewöhnlich bei der Fukmühle. Groß-Buseck, am 22. August 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Groß-Buseck. Wagner. 3932) Sonntag den 25. August: Tanzmusik zu Klein-Linden, wozu höflichst einladet Anton Weigel Besondere Bekanntmachung. Bekanntmachung. 3939) Im Firmen-Register des unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden: Georg Christian Wallenfels zu Gießen hat am 1. Juli 1869 sein Specerei- waarengeschäft nebst allen Actioen und Passiven seinem Sohne Ehr. Wallenfels III. daselbst übergeben, welcher dasselbe unter der seitherigen Firma: „Christian! Wallenfels" fortführt Gießen, den 23. August 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Ur. Muhl, Stadtrichter. Wenzel s Garten. Sonntag (Ludwigstag) den 2 5. August 1872: Großes Concert, ausgesührt von dem ganzen Musik-Corps des Großh. Hess. 2. Infanterie-Regiments Nr. 116, unter Leitung des Herrn Hautüoisten C. Krausse. Anfang Nachmittags 4 Uhr. Feilgebotenes. Neue Holland. Vollhäringe, neue schottische Matjeshäringe, geräuch. Winter-Rheinlachs, empfehlen (3683) I. A. Busch Söhne. Versteigerungen. Bekanntmachung. Künftigen Montag, den 26. August, Vormittags 11 Uhr, soll die diesjährige Hafererndte von ca. 17Vr Morgen und die einschürige Graserndte von neu eingesäeten l2'/s Morgen der fiscalischen sogenannten Weidwiese in der Gemarkung Gießen und zwar im Gafthause zum Pfau daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 19. August 1872. Großherzogliches Rentamt Gießen. ! (3919)____________Lyncker._____________ Jaqdverpachtung. 3929) Dienstag den 27. l. M-, des Nachmittags 2 Uhr, soll die hiesige Gemeinde-Jaad anderweit auf sechs Jahre auf dem Schulhause in Pacht gegeben werden. Ruttershausen, den 20. August 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinket. 3916) Auf Michaeli findet ein Dienst- mädchen Stelle bei__________Dr. Baur. 3879) Ein grauer Hofhund ist entlaufen. Der Wiederbringer erhält eine Belohnung bei Friedr. Textor, auf der Hardt. 1660) Asphaltmaftic-Dachpappe, 1870 zu Cassel prämiirt, liefert billigst Lentze's Leucht-Gas- und Dachpappen-Fabrik in Einbcck, Prov. Hannover. 763) Photographie-Rah- men und Goldleisten bei Wilh. Balser. NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt._________________ 3928) Cramer'sches Jagdpulver, Patent- schroot, Lefaucheux -Patronen, 16 und 20 Pfropfen rc-, Revolver und Pistolen, bei Emil Pi stör. 3927) Ein Haufen Mist zu verkaufen bei M. Rosenthal. 3902) Ein Dienstmädchen für Küche und Haus findet Stelle auf Michaeli bei Hofger.-Advocat Baist. 3938) Ein Dienstmädchen auf Michaeli gesucht. Kreisassissor Gros, _________________Reue Anlage C. 35. 3933) Ein ordentliches Dienstmädchen für häusliche Arbeit wird gesucht von August Kröll. Ludwigsbrunnen 2845) Für die und zellan bei Wilh. Balser. Redaction, Druck und Verlag der Brüh?schen Untv-Druckeret (Fr. CHr. Pietsch) in Gießen. 2395) Der untere Stock meines Hauses, aus 8 Piecen und Küche rc. bestehend, ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Carl Em melius. I werden befördert wöchent- bei billigster und reellster Bedienung nach allen Häfen Amerikas mit den rühmlichst bekannten Post-, Dampf- und Segelschiffen durch die Agentur von JT. M. Schulhof. (918) Marienbadcr Kreuz- b numen, Salzhausener, Salzfehlirser, Sehwalbacher Stahl- Weinbrunnen, Schwalheimer, Selterser (Nassau), Wildunger, B Für Auswanderer. 744) Die Haupt-Agentur von C W. Dietz am Markt in Gießen expedirt wöchentlich mehrmals mit den vorzüglichsten Post-, Dampf- und Segel-Schiffen nach allen Häfen von Amerika und Preise billigst, Behandlung anerkannt reell. Anfrage. Wollen wir hiesigen Geschäftsleute uns denn eigentlich noch länger den Unfug mit den holländischen Gulden gefallen lassen? Wer erläßt ein Circular in ähnlicher Weise, wie fl Z. bei den Oesterreicher Sechsern? Wenn wir Alle mit einander sie nicht mehr anders als zum Cours nehmen, werden sie bald verschwunden sein- Einer für Viele. Vermiethnmen. 3936) Kleines möblirtes Zimmer zu vermiethen. Weidgasse Lit. B. Rr. 98. 2027) Die Mineralwasser-Handlung von Emil Fisch^H, Seltersweg, empfiehlt nachverzetchnete Sorten in stets frischen Füllungen: Adelheidsquelle, i. Ludwigsbrunnen, Dünger-Fabrik in Ludwigshafen nm Rhein — Goldene Medaille, Metz 1868 — von llichel, Lederle