" Rech? des tötionen toe Äe ö0Uf nnPe,bti 'bisch kol- korben ift bc® Lrtzs K°:T w Gliche «%* '"ÄrtÄ tr ®ElammttaEe |u ■ 'M" stchmdm d-r-N rc. wird ;-oc|timmungen des Mon allen bei her mahonirt werden, fi«? S?ie H°ude jat erfüllen können, d'e für die Depesche ft rc. bei unrecom- et. skanzier. rage: : u ck. -Militenn mit; ^amtlichen e, am MM. 'er-Lahn. Gießen nach: l^.Porm.4N.Nachin. >A Nachts. Dorm. 44’ Nachm. Nachts. Norm. Nachm. 2». Nachts. ließen von: t". Pom. 3^- 430- >r. 12*«* Nachts. ^.Nachm.^'*Abds. »Vom- ä» Nachin. 11«. 2«. Nachts. ‘ Ksknblrbn. Gießen nach: Vorm. 12- Mittags- Zom. 12- Mittags. Abends, ließen von: littais. 3“- fi* $onn. 3». * 4. . btI C-ln-NchE ßjscnbabncn. rm- * ■ Nach^' io 27 Preis vierteljährig 1 fL 12 h. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzletberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 196. Donnerstag heu 22. August 1872. Ä IW!«—-.............................................. | ................. Amt! icher T heil. Bekanntmachung. ~ Der landwirthfchaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird Samstag den 24. l. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Schiffenberg eine Generalversammlung abhalten, zu welcher die Mitglieder des Vereins und alle Freunde der Landwirthschaft, insbesondere die Herren Ortsvorstände und Lehrer, eingeladen werden. T a q e s o r-d. n u n a : 1) Rechnungsablage für 1871. 2) Verwendung der dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel. 3) Vortrag des Herrn Professor Dr. Thaer „über die Kartoffel." . 4) Liegt nach dem Stand der Pferdezucht im Kreis Gießen ein Bedürfniß für Errichtung einer Beschälstation innerhalb des Kreises oder in dessen Nähe vor? 5) Beschickung der Wiener Weltausstellung. 6) Verschiedene Mittheilungen. Sollten einzelne Mitglieder noch andere Gegenstände zur Berathung ausgesetzt wünschen, so wird gebeten, dies vor Beginn der Versammlung dem Unterzeichneten mitzutheilen. Die Herren Bürgermeister werden gebeten, von dieser Einladung den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins speciell Kennt- niß zu geben. Gießen, den 19. August 1872. Der Director des landwirthschaftlichen Vezirksvereins für den Kreis Gießen: v. Röder. NB. Nach der Versammlung findet ein gemeinschaftliches einfaches Mittagessen Statt. Gießen, am 20. August 1872. Betreffend: Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien zu Allendorf a. Lda., Bersrod, Eberstadt, Ettingshausen, Garbenteich, Heuchelheim, Klein-Linden, Lollar, Watzenborn und Wieseck. Wir erinnern Sie abermals an die Erledigung unserer Verfügullg vom 6. August 187'2 binnen drei Tagen bei 3 fl. Strafe, v. Röder. Gießen, am 20. August 1872. B etreffend: Die Ausführung des Gesetzes wegen der Kriegsleistungen und deren Vergütung, insbesondere die Vergütung für Leistung von Kriegsfuhren. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien, mit Ausnahme von Albach, Groß-Linden, Holzheim, Leihgestern, Lich, Oppenrod, Rödgen und Staufenberg. Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 7. August 1872 binnen drei Tagen, v. Röder. Nr. 27 des Reichs>Gefetzblattes, ausgegeben am 12. August 1872, enthält: (Nr. 873.) Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Oesterreich-Ungarn wegen Herstellung einer Eisenbahn zwischen Görlitz und Neichenberg. Vom 21. Mai 1872. (Nr. 874.) Bekanntmachung, betr. Abänderungen des Betriebsreglements für die Eisenbahnen Deutschlands. Vom 5. August 1872. Gießen, den 20. August 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder. Politisch Die Curie und das Königreich Italien. Einem über römische Verhältnisse nicht selten gut unterrichteten englischen Blatte wird au« Nom gemeldet, daß Antonelli dem Papst erklärt habe, er werde seine Demission geben, fall« der Papst auf seiner feinvlichen Stellung gegen die italienische Regierung beharre; die Kirche werbe nur noch größeren Leiden au«, gesetzt sein, wenn eine Einigung zwischen dem Papste und der italienischen Negierung nicht zu Stande komme. Jedenfalls spiegelt sich in dieser Mittheilung, mag sie begründet sein oder nicht, die Thatsache wider, daß im Vatikan zwei Strömungen gegeneinander kämpfen: eine Thatsache, die sich auch sonst schon in einer Reihe unzweideutiger Symptome kund gegeben hat, und die nothwendiger Weise früher oder später zu einer Katastrophe führen muß, so sehr die Freunde der Curie sich auch bemühen, den Intriguenkampf in der Umgebung des Papstes als eitles Gerede darzuftellen oder ihm wenigstens jede ernsthafte Bedeutung abzusprechen. Es liegt mit Rothwendigkeit in der Natur der Dinge begründet, daß, sobald eine lange mit Zähigkeit eingenommene Position sich als augenscheinlich unhaltbar ergiebt, der gesunde Menschenverstand sich gegen die Behauptung der- selben auflehnt, und einen festeren Standpunkt zu gewinnen sucht. In einer solchen Lage befindet man sich gegenwärtig in Rom. Die Curie hat sich der italienischen Nattonalbeweguug, sobald dieselbe auf da« Gebiet des damaligen Kirchenstaat- Übergriff, feindlich entgegengestellt; allerdings nur mit halbem Erfolg; ste konnte nicht hindern, daß das im Entstehen begriffene Königreich Italien die er T h e t l. nach dem österreichisch-französischen Kriege annectirten Provinzen des Kirchenstaats behielt. Aber sie bewirkte wenigstens durch ihre Proteste, daß Italien vor den Thoren Roms Halt wachen wußte. Hätte der Papst damals seinen principiellen Widerspruch gegen bas italienische Nattoualprogramm aufgegeben, so wäre er unvermeidlich auch in Bezug auf Rom selbst auf den Weg des Nachgebens gedrängt worden, da Italien seinerseits nimmermehr endgiltig auf Rom als Haupt- stabt verzichten konnte. Der Papst mußte, um den Cosequenzen des Systems vorzubeugen, gegen das ganze System protesttren. Dieser Standpunkt war unerschütterlich, so lange Napoleon im Besitze seiner Macht blieb. Denn einen gewaltsamen Angriff Victor Emanuel's gegen Rom konnte Napoleon nicht dulden, und grabe der principielle Widerstand der Curie machte ihm schon den bloßen Versuch unmöglich, auf dem Wege freundschaftlicher Vermittelung einen Ausgleich über Rom herbeizusühren, dem die Curie auf's Aeußerste widerstrebte. Napoleou'S clericale Politik war von der römischen Starrheit wesentlich bedingt und das „Niemals" Rouher's war nur der Widerhall, gewissermaßen die Ergänzung des päpstlichen non possumus. Mit Napoleon'S Fall, mit der thatsä'chlichen Annexion Rom'S war aber dieser Politik des Widerstandes der Boden unter den Füßen fortgezogeu. Der Protest gegen bas Princip war wirkungsvoll gewesen, so lange cs galt, der äußersten Consequenz desselben vorzubeugen. Die gefürchtete äußerste Consequenz war jetzt zur vollendeten Thatsache geworden. Zu verhindern war Nichts mehr: man stand im Vatikan jetzt vor der Frage, ob man sich mit der Thatsache abzufinden habe, oder ob man Alles daran setzen solle, sie rückgängig zu machen. Deutschland v. Kettcler eine mit etwa 300 Namen unterzeichnete Adresse zu überreichen, in welche die Entrüstung der katholischen Bevölkerung über die Verletzung der Ge- $01 der „Güz, ßatican t tem Urd Um sich \ vorn Pay Gesunvht bltibtn, gegen Er vchreibkl wetzr so t^ltU sollte, Ho. ernannt n stdsst 3^ dm ehnvj zur Bmc Äegiernn dte Luöc Ri klosters, i nach Kfei hmtntirt beauftragt Roo Stunde tu 3tfuitf •W erfolgt Bril des Bmge zum Bürg Entschied man sich für das letztere, so mußte man allerdings, um sich Nichts zu vergeben, zunächst in der absolut ablehnenden Haltung beharren, in Erwartung des Augenblick-, wo man vom passiven Widerstande zu activer Reaction würde den Ausgleich, dann wird Italien die Bedingungen zu stellen haben und dadurch übrigens der Nutzen der Mitrailleusen und GattlingSgeschütze früher auch schon in die Lage kommen, das Interesse des Staates besser zu wahren, als es in den preußischerseits zugegeben worden. In mehreren derartigen Fällen haben diese Garantiegesetzen geschehen ist. Geschütze in der That auch eine wahrhaft furchtbare Wirkung geäußert. So hat in der Schlacht bet Gravelotte ein Bataillon des preußischen 77. Regiments, da- unversehens in den Feuerbereich einer eingeschnittenen und in Position befindlichen Mitrailleusenbatterie eingetreten war, binnen kaum einer Minute seinen Cornman- Partei hatte sich alle nur mögliche Mühe gegeben, eine Demonstration von etwas angesehen werden. Berlin, 21. Aug. Die „Provinzialcorrespondenz" bestätigt, daß derReichZ- sagt war, an deren Thüren noch die Zettel klebten, mit der fälschlichen Angabe, fussung zugehcn. Die Thätigkeit dieses Amtes, bemerkt das genannte Organ, daß hier das Beichtehören polizeilich verboten — es betraf nur die Jesuiten — würde zunächst jedenfalls mehr eine beobachtende, als sachlich in die Verwaltung wurden am vergangenen Sonntag Morgen Exercirübungen der Marianischen eingreifende sein; dennoch scheine die Erwartung begründet, daß das Reich auch Sodalität vorgenommen. Es war ein Iesuiten-Pater anwcs nd, der in flüsterndem auf diesem Gebiete eine den Bedürfnissen der Zeit entsprechende Wirksamkeit ent- Tone seine Anweisungen gab. Die Mitglieder des Vereins, etliche 50 an der falten werde. U-bcr den Aufenthalt und Empfang des Kronprinzen des deutschen Zahl, dem Handwerkerstande angehörcnd, sangen latein. Litaneien: Rosa m^sliea Reiches in Württemberg schreibt die „Provinzialcorrespondenz": Die herzliche Aus- Belang zu Stande zu bringen. Alle Gesellschaften und Vereine, die unter jesuitischem Einflüsse stehen, hatten Zusammenkünfte gehalten, worin ermahnt worden kanzler die Errichtung eines Reichsawtes für öffentliche Gesundheitspflege bei dem zu unterzeichnen und zur Uebcrreichung der Adresse im Frankfurter Hof sich ein- BundeSrath angeregt hat, sowie, daß die bezüglichen Vorschläge erst der Begut- zufinden. In der Christophskirche, in welcher d'.e Seelsorge den Jesuiten unter- achtung des Ausschusses unterliegen, bevor sie dem BundcSrathe zur Beschlußgespitzt haben, das muß sich bald Herausstellen. Früher oder später müssen sie _ jedenfalls zu einer Krisis führen, die wahrscheinlich zunächst mit einer Niederlage dem Orgelgeschütz, in die Rüstkammer verwiesen worden. Die Artilleriecommission der gemäßigten Partei und dem erneuten Triumphe der Jesuiten endigen wird, in Paris hat die Entscheidung abgegeben, daß dte Feldverwendung dieser Gc- Man gefällt sich im Vatikan in einer Stimmung, wie sie Verbannten eigen schütze um deswillen, weil dieselben in ihrer Wirkung lange nicht den gehegten ist, von denen schon Aeschylos sagt, daß sic stets mit vergeblichen Hoffnungen Erwartungen entsprochen haben, fernerhin auch für die französische Armee einge- fich nähren. stellt werden soll. Die preußische Artilleriecommission, welche im direkten Gegen- Italien kann den Verlauf dieses beginnenden ZersetzungSproceffes ruhig ab- satz zu den gleichartigen Commissionen sämmtlicher anderer europäischer Staaten warten. Es würde sogar ein großer Fehler sein, wenn die italienische Regierung durch sich gleich von vornherein gegen die Zweckmäßigkeit einer Feldverwendung dieser weitere Zugestänndiffe in denselben eingreifen wollte. Die italienische Regierung wie aller verwandten Geschütze ausgesprochen hatte, steht demnach schließlich dies hat dem Papste Anerbietungen gemacht, die in vielen Beziehungen den Interessen vielangesochtene Urtheil selbst von der Seite anerkannt und bestätigt, von welcher Italiens widersprechen. Sie muß sich jetzt von jedem übereilten Entgegenkommen dasselbe seiner Zeit am heftigsten angegriffen worden war. Für die Grabenver- fern halten, und abwarten, bis die Curie ihr eZtgegenkommt; sucht die Curie theidigung belagerter Festungen und die Behauptung vorbereiteter Stellungen war Mlli lourde der Slier( dir Liberal jedoch ein, dea äkdO. Kiner Dfr( Mainz, 19. August. Heute Morgen 11 Uhr begab sich eine Deputation deur, beinahe seine sämmtlichen Offiziere und nahezu 500 Mann an Todtcn und von etlichen 60 Personen von den Räumen des Frankfurter Hofes aus nach der Verwundeten eingebüßt, und können noch mehrere ähnliche Falle als constatirt Wohnung des Herrn Bischofs Ketteler, um ihm eine Adresse zu überreichen, angesehen werden. Ohne Zweifel werden jetzt auch die anderen europäischen Dieselbe handelte von dem polizeilichen Einschreiten gegen die Jesuiten, und Armeen, bei welchen zum Theil gegenwärtig erst die allerdings schon vor 1870 sollte die Entrüstung der katholischen Bevölkerung unserer Stadt ausdrücken in Bestellung gegebenen Revolvergeschütze noch in der Einführung begriffen sind, „wegen der schweren Verletzung der Gewissensfreiheit" und als Protest gegen die dem französischcrseitö gegebenen Beispiel Folge leisten und hoffentlich darf damit Unterdrückung des Gottesdienstes in der Christophskirche dienen. Die ultramontane der allgemeine Verzicht auf diese abscheuliche Mordwaffe fortan als entschieden übergehen können. Die ganze Frage reducirte sich in ihrem einfachsten Ausdrucke darauf: Ist Aussicht vorhanden, daß in einer absehbaren Zeit irgend eine europäische Macht die Kraft und den Willen haben wird, Victor Emanuel zur Herausgabe seiner Beute zu nöthigen? Nur wenn diese Frage bejaht werden konnte, war vom Standpunkte der Curie au- das Verharren in dem bisherigen Systeme gerechtfertigt. Im entgegengesetzten Falle mußte man sich entschließen, die überaus versöhnliche und zu Zugeständnissen bereite Stimmung der italienischen Regierung zur Eröffnung von Verhandlungen auf Grundlage des Status quo zu benutzen. Die Curie hatte anfangs in schwer erklärlicher Verblendung ihre Hoffnung auf das Deutsche Reich gesetzt. Diese Illusion konnte indessen nicht lange vorhalten, und sobald sie verschwunden war, richtete man die Blocke wieder auf — turris eburnea — ora pro nobis. Ein Sprecher im schwarzen Rocke erinnerte sie an die furchtbar ernsten Zeilen und die neuen, der Kirche bevorstehenden Verfolgungen, mit der Nutzanwendung des Ausharrens im Gebet und des Unterzeichnens der Adresse. Heute den ganzen Morgen sah man Capläne und Landpfarrer, letztere offenbar mißgestimmt, daß sic aus ihrer Ruhe gestört waren, wie Adjutanten bei einem Manöver in den Straßen der Stadt herumeilen, um die Lauen und Säumigen zu den Adressen und zum Frankfurter Hof zu citiren. Sonst nahm Niemand in der Stadt Notiz von diesem Treiben, und wenn die Herren auch nur halbwegs nicht blind sein wollen, dann müssen sie zugestehen, daß ihre angebliche Entrüstung nur von sehr wenigen der hiesigen zahlreichen Katholiken getheilt wird, und wie sollte eS auch anders möglich sein. So viel gesetzlicher Sinn ist doch noch in der Mehrheit der Bürgerschaft geblieben, daß die jetzigen Maßregeln als Sühne für die langjährige offene Gesehesverhöhnung mit Freuden begrüßt wird. ... k Bels, toiiti« i-, 'itot m j r 8t,fi . r Dubl i'ch Ach ®üit 2021« i!**- .4t dl' f io. lvarv, gleich (in beg<^ spfl; Md ntii'« jfsgMch 6i<« «*, Mila“ sich'» 01 du B,rhäii«iß (lit d!« 1 (d)I* 0 B In dm Mj'dm Hl ßpptndor dir Weitcr Weist in Kai deute Nac , . Mainz, 19. Aug. Die Jesuiten sind zwar noch immer hier im Christophs- Frankreichs Man" begünstigte und ermunterte in auffälliger Weise die Partei, Pfarrhause, Gottesdienst und Beichte haben sie indessen gestern nicht mehr abge- welche die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstthums als einen der halten. Beides geschah durch Weltpriester. -Von den vier Beichtstühlen sind die Theile ihres Programmes ausgestellt hatte. Zugleich aber erwies man sich auch Schilder der Väter verschwunden. Heute war der Haupteingang der Christophs- gegen die Regierung des Herrn Thiers freundlich, bei der man allerdings keinen kirche weit geöffnet, wie die Pforte des JanustempelS, der Staat der Jesuiten besonderen religiösen Eifer, wohl aber einen leidenschaftlichen Haß gegen Italien steht unter Waffen! Gegen Mittag zogen etwa fünfzig Leute aus dem Lokale voraussetzte. bte ultramontanen Casinos (Frankfurter Hof) in das bischöfliche Haus, um Herrn Die letztere Voraussetzung ist ja auch nicht unbegründet. Aber Thiers ist bei aller Verbissenheit des Haffes doch ein kluger und feiner Rechner. Er weiß . _ , . , sehr wohl, daß Frankreich auf lange Jahre hinaus gegen Italien nichts unter- wiffensfreiheit ausgesprochen und gegen die Unterdrückung des Gottesdienstes (?!) nehmen kann; er weiß, daß Italien, von Frankreich angegriffen, nicht ohne Ver- in der St. Christophskirche Protest erhoben wird. Die Deputation bestand aus bündele dastehen würde, und er sucht sich daher mit Italien auf guten Fuß zu den alten Bekannten und Verwandten, Gevatter, Schneider und Handschuhmacher, stellen. Nichtsdestoweniger hält die Jesuitenpartei noch immer zäh an der Hoffnung Pedellen, Sodalen, zwei devoten Lehrern und Kirchenvorständen, im Ganzen ein auf Frankreichs Beistand fest. Man beglückwünscht den französischen Finanzminister halbes Hundert Seelen. Insoweit nicht die Sinnlosigkeit dieser neuen Jesuiten- wegen des Erfolges der Milliardenanleihe und bedenkt nicht, daß Frankreich diesen protestlcr an Komik streift, muß man fragen, mit welchem Schein von Recht diese Erfolg grade der Ueberzeugung der europäischen Finanzwelt verdankt, daß es Hand voll Leute, allenfallsige Vertreter eines winzigen TheileS der katholischen nicht im Stande sein werde, in den nächsten Jahren die Wege einer abenteuern- Bevölkerung, es wagen können und dürfen, sich des Ansehens und des NamenS den Politik einzuschlagen. dieser aufgeklärten und freigesinnlen Ernwohnerschaft zu bedienen, sich als Ver- Und dazu kommt nun, daß die Verständigung der Kaiserhöfe von Berlin, tritung aus ver M.tte von mehr als 7000 selbstständigen Bürgern einer Stadt, Wien und Petersburg der französischen Kriegsleidenschaft eine Schranke setzt, die in der sie bei allen politischen Acten nur als ungeheure Minderheit zu finden sie ohne wahnsinnige Verblendung gar nicht versuchen kann, niedcrzureißen. Aus- sind, vorzustellen I (Fr. I.) sichten, die ihre Erfüllung von einem Kriege erwarten, werden in um so weitere Berlin, 20. Aug. Aus Bern (Sitzung des Bundcsraths vom 16. Aug.) Ferne gerückt, je klarer es sich herausstellt, daß die mächtigsten Staaten Europas wird Folgendes berichtet: Zufolge Ansuchens ver deutschen Reichsgrsandtschaft die Befestigung des Friedens als ihre wichtigste Aufgabe betrachten. werden die Regierungen der Cantone Zürich, GlaruS, Tessin, Waadt, Neuenburg Es ist bei einer solchen Lage der Dinge durchaus nicht zu verwundern, und Genf um die Beantwortung folgender Fragen nach Maßgabe der resp. Gesetz, wenn der Staatsmann der Curie — und das ist doch Antonelli — Bedenken gebung angegangen: 1) Wie viel Ehen sind in jedem der Jahre 1869, 1870 trägt, eine aussichts- und hoffnungslose Politik weiterzuspinnen, wenn er den und 1871 nach Einführung der Civilehe überhaupt abgeschlossen worden? 2) In Gedanken nicht länger abweist, für das Papstthum eine möglichst sichere und vor- wie vielen Fällen wurde die kirchliche oder religiöse Eheschließung nach der obli- theilhafte Stellung auf dem Boden der Thatsachen zu gewinnen. gatorischen Civilehe nachgeholt? 3) Wie viel Ehen sind in den (Santonen, wo Dieser Gedanke liegt um so näher, da die Curie soeben erst mit dem Der- nur fakultative Civilehe besteht, in kirchlicher Form abgeschlossen worden? 4) Wie suche gescheitert ist, dem verhaßten Gegner auf seinem eigenen Boden und mit verteilen sich die Fälle auf das evangelische, katholische und Vie übrigen Rcligions- seinen eigenen Waffen Vie Spitze zu bieten. Die Theilnahme an den Wahlen bekenntniffc? 5) Auf welche Orte (namentlich ob auf die größeren Städte) fällt war ja ein Schritt heraus aus dem System des passiven Widerstandes, allerdings vie Hauptzahl ver nicht in kirchlicher oder religiöser Form geschlosscnen Ehen? nicht um die Thatsachen anzuerkennen, sondern um sie mit den Hülfsmitteln Ver 6) Auf welche Gründe ist im Wesentlichen Vie Nichtnachholung over die Umgehung Demagogie zu untergraben: grade wie in Deutschland die Curie Vie ihr zu ver Eheschließung in kirchlicher Form zurückzusühren? Wirkt hierbei Anregung Gebote stehenden demagogischen Kräfte entfcffelt hat, um die Festigkeit des Reichs- ver Presse, Rigorosität der Geistlichen oder ein doppelter, beziehungsweise gerin- Verbandes zu lockern. gerer Kostenansatz bestimmend ein? Die Frage über die Zweckmäßigkeit der Theilnahme an den Wahlen hat In hiesigen Bürger- und Arbeiterkreisen wird, wie die „Voss. Ztg." hört, bekanntlich zu lebhaften und vielbesprochenen Meinungsverschiedenheiten im Vatikan gegenwärtig eine Petition an den Bundeskanzler vorbereitet, worin derselbe ge- geführt. Das Scheitern des Versuchs muß natürlich diejenigen Rathgeber des beten werden soll, eine größere Colonie jenseits des Oceans zu erwerben, damit Papstes in ihrer Ansicht bestärken, die den passiven wie ven aktiven Widerstand gegen die deutsche Auswanderung so viel als möglich nach dort geleitet und so dem die Gewalt der Thatsachen für vergeblich halten und ihre einzige Hoffnung Vaterlande und der deutschen Nationalität erhalten werde. Gleichzeitig soll auf auf Verhandlungen mit der Macht setzen, die man zu bekämpfen nicht stark die Vortheile hingewiesen werden, welche die Beschäftigung der schädlichen Ele- geuug ist. mente unserer Bevölkerung in entfernten Colonien für deren eigenes und des Ob diese Meinungsverschiedenheiten sich wirklich bereits zu einer Krisis zu- Vaterlandes Bestes haben würde. Die Mitrailleuse ist nun schließlich doch zu ihrem mittelalterlichen Vorbilde, x a e ch<» lU große Aufregung. Amerika n- AX;,1 ri. neun uno einem halben Monate fast ganz in Asche ge. mit staunenSwcrther Geschwindigkeit. Damals waren Morgens. Heute ist die Stadt ruhiger. Weitere angekommen. Cavallerie durchzieht die Straßen. In Folge des hier ausgebrochenea BäckerstrtkeS herrscht Belsast, 20. Aug. Heute sind wieder mehrere Häuser demolirt und ge- Vlüaderl wo-oen, wie denn überhaupt die Plünderung der Hauptzweck der Aufrührer ru sein scheint. Fortwährend treffen Truppenverstärkungen ein. Belsast, 21. Aug., ation mitgetheilt wurde. Man hat den ehrwürdigen Vätern 12 Tage Frist gegönnt und hat ihnen nur vier Zimmer zur Bewachung der Kirche gelassen. „Man sieht!" ruft der „Osservatore", „die Regierung führt die Befehle der Revolution gut aus und befolgt mit Energie die Auswelsungsvecrete nach dem System Bismarck's." Rom, 20. August. Die Regierung besetzte gestern einen Theil des Jesuiten- klosterS, um daselbst Mttitär-Geniebureaux einzurichlen. — General Petitti geht nach Preußen, um den großen Truppenmanövern bcizuwohnen. — Die „Opinione" vimentirt die Nachricht, daß Ricasoli mit einer Mission nach dem Ausland beauftragt fei. Nom, 20. August. Die „Nuova Roma" will wissen, daß in letzter Stunde eine Verständigung der Jesuiten mit der Regierung über die Expropriation des Jefmtenklosters zu Stande gekommen und die Expropriation bereits anstandslos erfolgt sei. werden. Die „Chicago Times" hofft, daß am 9. October, dem Jahrestage de- Unglücks, der Welt das staunenswerthe Werk einer in einem Jahre aus ihren Ruinen erstandenen Stadt, ein Denkmal amerikanischer Energie und amerikanischen Unternehmungsgeistes, werde gezeigt werben können.' Das neue Chicago wird, wie das gewöhnlich bei wiederaufgebauten Städten der Fall ist, das alte Chicago in mancher Beziehung übertreffen. Anzuerkennen ist, daß trotz der Arbliterbewe- qungen überall in Amerika und Europa die Arbeiter in Chicago unter keinem Vorwande zu einer Arbeitseinstellung geschritten sind. — Im Uebrigen hat auch der Handel der Stadt keineswegs gelitten, und wie sehr sich die ärmeren Klaffen des Wohlstandes mit erfreuen, geht daraus hervor, daß die Sparkasseneinlagen seit dem letzten April etwa 2,000,000 Dollars betragen. — Der diesjährige Adreßkalender Chicago'- (E ly Directory) enthält 130,000 Namen, 20,000 mehr als im vorigen Jahre. Asien. Alexandria, 4. Aug. Diesen Morgen um 5 Uhr verkündeten unzählbare Kanonenschüsse die Rückkehr des Vicekönigs aus Konstantinopel. Schon vor mehreren Togen wurden in fieberhafter Hast die Vorbereitungen zu der Illumination, womit Alexandria die glückliche Rückkehr des Landesvaters feiern will, begonnen. Mit Ausnahme der Banken unv verhältnißmaßig weniger Privathäufer sind es vorzüglich die öffentlichen Plätze und G-bäuve, sowie einige Paläste des Vice- königs, welche am reichsten beleuchtet fein werden. Die meisten Lichter zündet sich also Se. Hoheit selbst an. Von een Errungenschaften seiner Reise nach Konstantinopel dürfte die bedeutendste die Jurisdiction nach den Vorschlägen der ad hoc zusammengesetzten Commission vom Jahre 1869 fein. Der Sultan hat sich endlich zu dieser Bewilligung herbeigelassen, wohl im eigenen Interesse, da auch ihn die CapitulutionSverträge geniren und ihm daher der Anfang zu einer Aenverung in diesen Verhältnissen nur conveniren kann. An der andern Seite wird dem Vicekönige manches materielle Opfer während seiner letzten Anwesenheit in Konstantinopel auferlegt gewesen sein, um die leitenden Persönlichkeiten an der Pforte auch vollkommen von der Nützlichkeit der vorgefchlagenen Neuerung zu überzeugen. — Mit welchen Planen der Khedive sich trägt, ist auch aus den von ihm projectirten kolossalen Bauten ersichtlich. Zur Zeit ist ein englischer Ingenieur, John Fowler, mit der Tracirung einer großartigen Eisenbahn betraut, mittelst welcher der Khedive Assuan (am ersten Nilkatarrakt) mit Chartum (am sechsten Nilkatarrakt) verbinden will, in gerader Linie eine Entfernung von 130 Meilen. Die Bahnlinie würbe die Sehne des «roßen Bogens darstellen, welchen der Nil bei Assuan beginnt. Von Chartum aus soll der kolossale Eisenbahnbau östlich und westlich verlängert werden, nach Osten in das Gebiet von Sennaar, nach Westen bis in die Gegend von Darfur und Kordofan. Briefkasten. ficrrn Schuhmacher P.: Bitte besuchen Sie uns bald, sonst Näheres. Exped. d. G. Anzeigers. Spanien. Madrid, 18. August. Der König ist gestern in Ferrol eingetroffen. Er wurde u-ülm empfangen. Briefe aus Pampeluna erwähnen Unruhen anläßlich der Stiergefechte. Die Musik spielte die Garibaldi-Hymne, die Curlisten pfiffen, dir Liberalen applaudirten. Der Alcade wollte die Ruhe wieder Herstellen, erhielt jedoch einen Schlag mit einem Stock. Am Freitag Abend fand ein Angriff aus den Alcaden statt. Sechs Schüsse wurden auf denselben abgefeuert, jedoch traf feiner derselben. Wie man sagt, sind drei der Mörder verhaftet. England. E ®ttr qU, "W« in4jti "f b» S'°°' t« 3Ä' Eoiafi chi Ha«, W H,„, ‘““Men, iB bet ®(, Gotte-diensK- (?!) Mion bestand aus Handftuhmachtr, :en- *® Gonjkn ein "srr neuen 3f(uiten« dein Don Recht diese 'le- der katholischen 6 und des Rament tuen, sich als V«. ürgern rinn Stadt, iinbwVit jll finDta uhs Dom 16. tlug.) i ReichsgrsandW ' , Waadt, Neuinbmz gabt der resy. Geses. Jahn 1869, 1870 'ssen worden? 2) 3a etzung nach ter ob!l> n ttn (Santonen, ne fl-n morden? 4) die übrigen Religio^ irojertn Städte) fall giftle ftntn Ehen? l oder d.e llmge-W l! hierbei Hortung it m w i, worin derselbe s |U tnrtrbtn, bOÜ t geleitet und so d» Gleichzeitig soll "! der schädlichen 61t* ■tn ««» 6lt Idalitrli»« ;ir «ttiOericcommnw »ich« ®i' t jiit ben g-h'D bl ,m tiucien ®'»* -«-M»« 6t2 -dtvenvendung W. 2 w» ,7 Sv- •” ,in“t labt« -d- 1 , w 1870 ? ’Mtf M«11 fori«« * ltl«i«fle Di«”1 li4 ’ < «(it t c°k '"‘Zfiit * > 1(«if»' Chicago, da« vor 98 500^Menlchkn^ohn^WohnAättt?" Von diesen hallen 74,500 in 13,300 Häusern S jufolße sind in jedem Thrio der Stad, bereit« neue gUrtknntidpn für 70 000 Menschen hergestellt worden. In dem sublichen Stadt- ®wo toU und Läden sich befanden und wo aus 460 Morgen 3655 Häuser niederbrannten, sind nun me^r »auf» nufgtbanf, w'ick' dle früheren an Schönheit, W-rth--«a« da« Wichtigste und Beste, .st an Gedieambeit de« Baue« bei Weitem übertreffen. . wOd'rh raesirNte Sttaßenlänge 26 Meilen. Trotzdem war in den etHen bp nach dem »nglückOchen Brande nur wenig geil an worden, und auch «m Winter konnte der Wiederaufbau nicht ganz so eifrig wie im Sommer beirieben Vermischtes. Ein Stücklein aus alter Zeit als Seitenstück zum angeblichen „Gespenst in der k. k. Hofburg" und mit dem Motto: „Es ist Alles schon da gewesen! berichtet die N- Fr- Pr-, wie folgt: „In Job. Ehr. Nossek's historischem Lexikon (Graz bei Kieir- reich 1852, Suppl.-Band, Seite 299) findet sich die nachstehende, den bekannten wiener Chronisten Ziegler und Realis entlehnte Geschichte, welche sich anno Domini 1692 zugetragen hat: Kurfürst August II. von Sachsen kehrte aus dem ungarischen Feldzuge nach Wien zurück, um dem Kaiser Leopold seine Ehrfurcht zu bezeigen. Der Kaiser Leopold I. em- pfing und behandelte den Kurfürsten mit einer Aufmerksamkeit und Auszeichnung, die vor ihm noch kein protestantischer Fürst am wiener Hose erfahren hatte. Glanzende Feste v würben ihm zu Ehren angefteltt, von denen eines das andere in buntem Gemisch ver- brängte Mit dem Prinzen Joseph (nachmaligem Kaiser Joseph l.) hatte der Kurfürst ein inniges Freundschaftsbündnitz geschlossen. Früh eines Morgens erbat sich der Prinz den Besuch seines geliebten Gastes. Ungesäumt begab sich dieser zu ihm und war nicht wenig erstaunt, den Prinzen ganz bleich, entstellt und fast verwirrt im Bette zu treffen. „Gott!" rief der Kurfürst, „was ist Euer Liebden begegnet?" „Die aller- schrecklichste Begebenheit", erwieberte ber Prinz; „hören Sie nur: Heute Nachts hatte ich kaum ein paar ©tunben geruht, als eine schreckliche Erscheinung sich mir barbot. Es eröffnete sich mit großem Getöse bie Thür meines Schlafgemaches (ber Prinz wohnte in bem noch heute so genannten leopolbinischen Tratte ber k. k. Hofburg), unb unter g/- Kettengeklirre trat vor mein Bett eine hagere, weiße Gestalt, die mich mit dumpfem ictir hohlen Tone so ansprach: „Prinz Joseph! Ich biif eine abgeschiedene Seele des Feg- feuers — auf ein höheres Geheiß verließ ich ben Aufenthalt ber Pein, dir zu künden, l« daß dein Freundschaftsbündnitz mit dem Kurfürsten dich in den Abgrund der Hölle stürzen wird. Ich komme, dich zu warnen; gib auf den ketzerischen Freund — trotze pl9 nicht der Allmacht oder erwarte den Feuerpfuhl. In drei Tagen siehst du mich wieder; 1 ich harre deines Entschlusses." Unter Kettengerassel verschwand die Gestalt. Entsetzen , band mir die Zunge, so daß ich meine Diener nicht zu rufen vermochte; erst später gewann ich so viel Kraft, an der Klingel zu ziehen — mein Kammerdiener fand mich . fast leblos, jetzt bin ich gefaßter — ich will meine Sünden bereuen, mich bessern, unb jo hoffe ich Gnade von dem Allerbarmer zu erlangen. Treten auch Sie in den Schooß ber alleinseliginachenben Kirche und erringen Sie so das himmlische Paradies." Der I Kurfürst, ein Helldenker, bemühte sich, die nächtliche Erscheinung als Traumbild, als Phantasiespiel zu erklären. Der Pxinz jedoch blieb standhaft dabei, er habe vollkommen | gewacht und richtig beobachtet. ^„Aber wäre nicht ein absichtlicher Betrug möglich?" — Wer würde sich unterstehen, mich auf so derbe und plumpe Art zu hintergehen?" „Der Anschein spricht freilich gegen diese Annahme, aber die sündenbleiche Schaar der avi Pfaffen, die den kaiserlichen Hof cabalirenb umschleichen, zählt mitunter unternehmende Genies. Vielleicht will man meine Wenigkeit gern von hier entfernen, weil man —- wähnt, ich decke Eurer Liebden so manche ihrer Schelmenstücklein auf?" Das fand i°f Eingang, und als ber Kurfürst hinbeutete, ob Joseph's Beichtvater ihren Freunb-s^ schaftsbunb gutgeheißen, gestanb ber Prinz ganz offen, baß er ihn schon gar oft da- . von abgemahnt und ihm sogar die Absolution verweigert habe, wenn er den Um- vc gang mit dem ketzerischen Fürsten nicht aufgäbe. „Jetzt haben wir, was wir dk brauchen", rief August, den dieses freimütige Geständniß sehr erheiterte; er be- * schloß, das Gespenst zu entlarven. Die beiden Freunde gelobten sich ein unverbrüch- , liches Stillschweigen und trafen eine gegenseitige Abrede. Am Abend des dritten Tages ließ sich August zum Scheine auskleiden und begab sich zur Rübe. Doch kaum hatte er seine Lakaien entlassen, als er sich durch eine Tapetenthür in bas Gemach des Prinzen verfügte In einem Verstecke harrte er hier der Mitternacht. Mit bem zwölften , Glockenschlage trat bie Vermummung mit allem Schreckens - Apparate der ersten Nacht ein. ..Prinz Joseph!" ertönte die tiefe Stimme wieder; aber im selben Augenblicke 5 verhallte sie unter dem Riesenarme des Kurfürsten, ber bie Gestalt an der Gurgel ge- , faßt hatte unb sie zu Boden warf. „Wer bist du?" bornierte ber Kurfürit. „Jesus, Maria unb Joseph!" heulte ber Geist; „ich bin der Pater Hugo." — „Nichts ba, Pater Hugo! bu bist eine arme Seele aus bem Fegseuer — allons mit dir borthin, wo 1 bu hergekommen bist!" Mit bieten Worten packte August ben Vermummten, öffnete das : Fenster und stürzte den Geist hinab in ben Wallgraben. Die Wucht ber Ketten, bie in ber 5 , stillen Nacht schauerlich klirrten, beschleunigten ben Sturz. Früh fand man bie zerschmetterte , ( Leiche des Gespenstes, in bem man einen Hanblanger von Jeseph s lesuittschem Beicht-^,' vater entbccfte. Letzterer warb vom Hose entfernt unb ber Geist aus bem FegfenefWM ' kam nie mehr wieder. Die rhat bewirkte dem Kurfürsten große Theilnahme und Be- . wunberung, und triumphirenb über biefe clenbe Jntrigue ber Väter ber Gesellschaft^ Im Ganzen beträgt die Jesu verließ er Wien." _____ Börsenberichte. Frankfurt a. M., 21. August. Die Stimmung der Börse war auch heute eine feste, wenn auch die Umsätze nicht von großem Belang waren. Für den ersteren Umstand ist namentlich der hier günstige Geldstand maßgebend, während bei letzterem eine gewisse Unsicherheit, ob Kauf, ob Verkauf besser sei, in Betracht zu ziehen ist. Diese Unsicherheit machte sich heute vorzugsweise auf rein speculativem Gebiet bemerklich, wo die Course der drei leitenden Effecten stark hin und her schwankten. Auch die Bankeffecten find theilweise von ihr betroffen, wenigstens die sogenannten „schweren" Actien, die eher etwas nachgaben, während die jüngeren Sorten fich fest hielten. Auch bei Eisenbahnen hat die Kauflust eine Pause gemacht und waren heute nur Nord- West, Donau-Drau und Joseph in guter Frag», sowie von deutschen Linien hessische LudwigSbahn. Prioritäten verkehrten ziemlich still. Unter diesen Umständen blieb auch der Verkehr in den durch Rothschild aufgelegten Weimar.Geraer Actien und Prioritäten nur ein sehr beschränkter. Von StoatSpopieren waren österreichische Renten etwas lebhafter, ohne jedoch den gestrigen CourS zu überschreiten. 1862er Russen beliebt. Auf dem Loosenmarkt gingen Braunschweiger, Oldenburger, Köln Mindener in Pöstchen um. Amerikanische StaatenbondS fest, Prioritäten eher matter. 3 — 250/0 Zkofleu-Ersjiarnlß bei Annoncen. Bekanntmachungen aller Art befördert prompt in sämmtliche deutsche und ausländische Zeitungen, Lokalblätter und Fach-Zeitschriften mit 5—25% Kosten-Ersparniß die Annoncen-Expedition von E. Schlotte in Bremen. BSrecnnachrichteii. 21. August 1872. Actien. 5% östr. F. St. E. B. 368 Lombard. Bahn 225 Ludwigsh.-Bexbach 202 Maxbahn 147 Bayer. Ostbahn 138 Rheln-Nahebahn-Aot. 51 Hess. Ludwigsb.-Act. 1845/fl Oberhessen „ 831/4 Prioritäten. 3°/0 öster. Stsb.-Prior. 587/s 3% öst. 8. Lombard 513/4 3% Livomeser 387/e 5% Tosoaner 613/4 5% Elisabeth.-Prlor. 857/e do. H. Emiss. 847/6 Anlehenelooee. Darmstädter fl.50Loose 198 n «25 „ 551/4 Kurh. 40 Thlr. Loose 711/2 Nassau 25 fl. 451/2 Braunschweiger 22 30/g Oldenburg, ä 40Thlr. 387/g 4% bayr. Präm.-Anl. 113 4% badische Loose 111 Badische fl. 35 Loose 733/6 Oestr. fl. 250 v. 1854 85 1858r Prioritätslooae 209 1860r Loose 94 1864r . 164 Wechsel. Amsterdam k. 8. 981/4 Augsburg k. 8. 993/4 Berlin k. 8. 104% Bremen k. 8. 174?/8 Brüssel k. 8. 93i/e Hamburg k. 8. 871/4 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. llßi/3 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 92 V2 Wien k. 8. IO71/4 ditto m. 8. — ditto 1. 8. 107 Disconto 4 % Geidaorten. fl. kr. Pr.Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 41—48 „ doppelte 9 41—43 HoU. fl. 108t. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenst. 9 201/2—211/, Engi. Sover. 11 49—51 Buss. Imper. 9 43—45 DollarinGold 2 25 — 26 Pretiss. 4i/a % Oblig. — Frankf. 31/2% Obi. 87‘/4 Nass. 4i/a o/q Obi. 99-i/g Kurhess. 4% „ 94 Gr. Hess. 5% Obi. 102 V< » » *% , 98i/2 » n 31/,0/a " 93 Bayer. 5% „ 1003/4 n 41/2 °/o Ijährlge 100s/8 » 4% 1jährige 94% Würtemb. 41/2% Obi. 99% Baden 41/2% Obi. 0. F. L. 995/s Oesterr. Silberrente 66 „ Papierrente 61 Spanier, neuest. 3% 293/8 Amerik. Bonds 1881r 99*/2 n „ 1882r 963/4 n n 1885r 971/2 » „ 1887r 971/2 Actien. Frankf. Bank 1431/2 Frankf. Vereins-Kasse 1511/2 Darmst. Bankact. 5091/2 Wien Bankaotien 941 Oest. Creditact. 365 Galizien 263 Allgemeiner Anzeiger. 9 (3915) Lyncker. (3919) 3923) bei I. Alker. 3914) Ein tüchtiger Pferdeknecht gc- des Fr. Jutzi, sucht. Sonntag den 25. August: 3917) Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckeret (Fr. Ehr. 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November zu beziehen.______________ 3925) Ein großes Familienlogis ver- miethet__________G Todt, Briefträger. 3891) Eine freundliche Familienwohnung außerhalb der Stadt, bestehend in 4 Zimmern, Keller und Bodenraum nebst Bleichplatz ist zu vermiethen und den 1. October zu beziehen. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 3869) Der untere Stock nebst Laden des Balser'schen Hauses, Neuenbäuen Nr. 85, ist auf den 1. October zu vermiethen, des- gleichen ein Pferdestall. Th. Wode. 3906) Mein Logis ist zu vermiethen und bis zum 1. September zu beziehen. ________C. Schneid er, Sonnenstraße. 3837) Zwei freundliche unmöblirte Zimmer für einen einzelnen Herrn zu ver- miethen. Seltersberg Lit. E. Nr. 11. 3586) Das seither von Herrn Lehrer Bayrer bewohnte Logis ist an eine ruhige Familie bis Mitte October zu vermiethen. _____________Ed. Strack's Erben. 3382) Laden mit Familienwohnung im untersten Stock meines Hauses in der Schulstraße zu vermiethen. Dr. Dornseiff. 685) Liebig's Fleischextract, achtes, von Fray Bentos, und Condensirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk- Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen I. A. Busch Söhne. 643) Thür- und Grabschilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebiger Zchrift angefertigt bei ___________Wilh. Balser. 1 öeptit der als vorzüglich anerkannten Wallrath-Oel-Nachtlichter, jedes 8 Tage haltend (1 Maschinchen mit 52 Lichtern für 1 Jahr zu 38 fr»), welche ihrer Sparsamkeit im Brennen und Reinlichkeit wegen bestens zu empfehlen sind, bei___________I. A. Busch Söhne. 3927) Ein Haufen Mist zu verkaufen bei M. R o s e n t h a l. 3879) Ein grauer Hofhund ist entlaufen. Der Wiederbringer erhält eine Belohnung bei Friedr. Textor, _____________auf der Hardt. 3185) Ein oder zwei Gymnasiasten können Kost und Logis erhalten. Näheres Lit. B. Nr. 78. 3771) Ein Gymnasiast oder Realschüler — - . wird in Kost und Logis zu nehmen gesucht. Katzenstem'sche Besitzung. |2ßo? sagt die Exped. d. Bltts.