Gikßtmr AiPiger Anzeige- und Amtsölaü für den Kreis Kielen Freitag den 21. Juni 1872 Nr. 143 ■H B Pc?i8 vinretjährtg 1 Ji- Vi. h. mit Bringerlohn. Durch die Post bejOflen vterteljährifl 1 n. 27 fr. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canz lei berg, Lit. B. Nr. 1. eben auch den Widerstrebenden mit, und selbst in der Schweiz herrscht nur in französischen Cantonen noch eine gewisse Furcht vor Deutschland: eine Furcht, die in Verbindung mit dem UltrawontanismuS und Particulariswus freilich noch stark genug war, um das mühsam angebahnte RevisionSwerk vorläufig zum Scheitern zu bringen. Von solchen vereinzelten Erscheinungen einer unbegründeten und thvrichten Furcht abgesehen, ist das Gefühl der Befriedigung über die erhöhte deutsche Machtstellung bei allen Regierungen und auch bei den Völkern ein allgemeines. Und oiese Besriecigung, die beruhigte Stimmung ist das schönste VertrauenSzeugniß, welches einem siegreichen rasch zu ungeahnter Machtfülle emporgewachsenen Reiche von der Mitwelt auSgesttvt we;den kann. Wo die Spuren eines gewissen Mißtrauens sich zeigten, brachten sie es nur zu heiterer Selbsiparodirung, wie in der Schilderung der Zukunftsschlacht bei Dorking. Ernsthaft fürchtete Niemand, daß Deutschland seine Macht mißbrauchen werde. Daher denn auch Nichts, was dem Versuche zu einer antideutschen Coalition ähnlich sähe; und wenn Frankreich, wie Herr Thier« versichert, wirklich niemals wieder einen Jlrftg ohne Alliancen führen wird, so wird der WUtfriede voraussichtlich lange erhalten bleiben. Der glänzendste Beweis des Vertrauens, welche« Deutschland genießt, ist die noch während des Kriege« angebahnte Annäherung Oesterreich« an das Deutsche Reich. Nur die feste Ueberzeugung von dem grundsätzlich friedlichen, einer maßvollen Selbstbeschränkung huldigenden Charakter des neuen deutschen Reichs konnte Oesterreich bewegen, unter Ueberwindung aller Empfindlichkeit, dem alten Rivalen freundschaftlich nahe zu treten. Oesterreich erkannte, daß Deutschlands Politik nicht die Störung, sondern die Befestigung des Weltfriedens im Auge habe; ce konnte Vertrauen schenken und Vertrauen finden. Die Wiederkehr des Vertrauens in Europa da» ist das große allgemeine Ergebniß der Gründung des deutschen Reichs. Für Deutschland selbst aber ist aus der Wiederherstellung der nationalen Einheit eine Fülle von Arbeit und schöpferischer Thätigkeit hervorgegangen. Die bisherigen Ergebnisse der Reichs- gesetzgebung im Lause eines Jahres können sich den größten Leistungen aller Zeiten * Cin Jahr nach der Siegesfeier. Ein Jahr ist verflossen seit jenen Tagen äußeren Glanzes und innerer Er- Hebung, stolzen Siegesbewußtseins und vaterländischer, nationaler Begeisterung, gemischt mit der Trauer über die Opfer, mit denen die Herrlichkeit des Vaterlandes, die staatliche Einigung der Nation erkauft worden ist — seit jenen Tagen, an denen alle deutschen Städte den heimk-hrenden Siegern den festlichsten Empfang in ihren Mauern bereiteten. Dar Gedächtniß dieser Tage wie das der großen Thaten, deren Feier sie galten, wird im deutschen Volke unvergänglich sortleben. Es war die reinste Festesfreude, die einem Volke zu Theil werden kann. Herau»- gefordert zum Kampfe ohne jede Veranlassung von seiner Seite, hatte Deutschland den Friedensbrecher niedergeworfen, ihm den Raub vergangener Zeiten wieder entrissen, das Einigungswerk zum Abschluß gebracht, in dessen Entwickelung der eifersüchtige Nachbar störend und hemmend hatte eingreisen wollen. Wie Deutschland mit reinem Gewissen in den Kampf gezogen war, so konnte eS mit freudigen durch keine Reue getiübten Gefühlen auf den Verlauf des Kampfes zurückblicken, und wa- es durch Tapferkeit, Zucht und Ausdauer erworben, als einen Besitz betrachten, an dem auch nicht der Schatten eines Makels hastete, und dessen Gewinn — dos tour von unermeßlichem Werthe — rS nur seiner Kraft, nicht der Gunst eines Bundesgenossen verdankte. Gewaltig waren die Wirkungen, welche die deutschen Siege aus alle Welt- Verhältnisse ouüübten. Sie setzten Italien in den Besitz seiner Hauptstadt. Sie befreiten Europa von dem Druck, mit welchem seit zwei Jahrzehnten das Ueber- gewicht des unruhigen von einer abenteuernden Politik geleiteten Frankreichs alle Gewülher beängstigt hatte. Bon dem erstarkten Deutschland fürchtete kein Staat Urbergr-.ffe, es sei denn, daß gewisse Parteien aus eigennützigen Rücksichten in kleineren Ländern Furcht vor angeblichen Eroberungsgelüsten de« mächtigen Nachbarn zu erwecken bemüht waren. Aber auch diese vereinzelten Besorgnisse verschwanden bald, ohne daß wir uns besondere Mühe zu geben brauchten, sie mit beruhigenden Worten zu beschwichtigen.. Das allgemeine Vertrauen «heilte sich Bekanntmachung. Eine gelbe lederne Umhängtasche ist confiscirt worden, welche der Besitzer vor mehreren Monaten im hiefigenWahnhofe gefunden haben will. Es soll sich außer einem grauen, ebenfalls confiscirten Tuch noch ein Pfund Schweinenfchmalz in der Tasche befunden haben. Derjenige, welcher dieselbe als sein Eigenthum beansprucht, wolle sich baldigst bei uns melden. Gießen, den 18. Juni 1872. Großherzogliche Polizei-Verwaltung. Nover. Bekanntmachung. Die Errichtung einer Handelskammer zu Gießen, hier die Wahl der Mitglieder derselben betr. Das Verzeichniß derjenigen Kaufleute und Gesellschaften, welche berechtigt sind, an der Wahl der Mitglieder der zu Gießen zu errichtenden Handelskammer Theil zu nehmen, wird von Donnerstag den 20. d. Mts. an 10 Tage lang, während der gewöhnlichen Büreaustuuden in dem Geschäftslocale der unterzeichneten Behörde offen gelegt sein. Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß Einwendungen gegen den Inhalt des Verzeichnisses bei Meldung des Ausschlusses innerhalb der Offenlegungsfrist bei der unterzeichneten Behörde vorzubringen sind. Zugleich wird bemerkt, daß laut Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 24. Februar d. I. die Zahl der zu wählenden Mitglieder 7 beträgt und werden die auf die Wahlberechtigung und Wählbarkeit bezüglichen Bestimmungen des Gesetzes vom 17. November 1871 veröffentlicht. Gießen, den 14. Juni 1872. Großherzogliches Kre'samt Gießen. v. Röder. Artikel 2. Zur Theilnahme au der Wahl der Mitglieder einer Handelskammer sind diejenigen Kaufleute und Gesellschaften berechtigt, welche als Inhaber einer Firma in dem für den Bezirk der Handelskammer geführten Handelsregister eingetragen stehen und einer der vier ersten Klaffen der Gcwerb- steuer angehören. Artikel 3. Die Wahlstimme einer Actien - Gesellschaft oder Genoffenschaft darf nur durch ein im Handelsregister eingetragenes Vorstandsmitglied, die jeder anderen im Art. 2 bezeichneten Gesellschaft nur durch einen ebendaselbst eingetragenen, persönlich haftenden Gesellschafter, die einer Person weiblichen Geschlechts oder einer unter Vormundschaft oder unter Cnratel stehenden Person nur durch den im Handelsregister eingetragenen Procuristen abgegeben werden. Artikel 4. Wer nach vorstehender Bestimmung (.Art. 2, 3) in demselben Handelskammerbezirk einfach stimmberechtigt ist, darf gleichwohl nur eine, Wahlstimme abgeben und hat sich, wenn er gleichzeitig in mehreren Wahlkreisen des Handelskammerbezirks stimmberechtigt ist (Art. 8), vor Ablauf der zu Einwendungen gegen die Wählbarkeit bestimmten Frist (Art. 9) zu erklären, in welchem Wahlkreise er seine Stimme ausüben will. Artikel 5. Zum Mitgliede einer Handelskammer kann nur gewählt werden wer: e 1) das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat, — 2) iu dem Bezirke der Handelskammer seinen ordentlichen Wohnsitz hat — und 3) in dem für den Bezirk der Handelskammer geführten Handelsregister entweder als Inhaber einer Firpia oder als persönlich haftender, zur Vertretung einer Handelsgesellschaft befugter Gesellschafter, oder als Mitglied des Vorstandes einer Actien-Gesellschaft oder Genossenschaft, oder als Procurist eingetragen steht. Artikel 6. Mehrere Gesellschafter oder Vorstandsmitglieder einer und derselben Gesellschaft dürfen nicht gleichzeitig Mitglieder derselben Handelskammer 7 diejenigen, über deren Vermögen der Concurs (Falliment) eröffnet ist, sind bis nach Abschluß dieses Verfahrens, und Diejenigen welche ihre Zahlungen eingestellt haben, während der Dauer der Zahluugseinstellung weder wahlberechtigt noch wählbar. findet morgen ein Diner statt, zu welchem ThierS, Goulard, Barthelemy Arnim Schweiz. Deutschland. treffen, daß der Tag der projectirten Arbeitseinstellung auch der Tag des Er- mitzusprecheu haben wird. nim wohl geschloffen werden bürsen Rrst durch finanzielle Bürgschaften mit Sicherheit der Zahlung zu erlangen t vte Am Abend vorher soll bei Herrn v. sein kann, aus dem rath abgehalten werden; man erwartete, schwebenden Frage besaßt werden würde. „Beim Grafen in'« verderben stürzen würde. Der Ausgang des Kampfe« ist nicht zweifelhaft, wenn Deutschland in ihm dieselbe Entschlossenheit bewährt, wie in dem Kampfe mit dem äußeren Feind. Und diese Entschlossenheit wird und muß e« bewähren. Denn von dem Au«, aange de« Kampfe« ist die Macht de« Reiches abhängig. Da« erkennt Volk und Regierung, und in dieser Erkenntniß liegt die Bürgschaft de« Steges. Die „Correspondanee de Geneve" sagt in einem längeren Artikel, in welchem sie der deutschen Reichsregierung ein langes Sündenregister von Eingriffen in dir Rechte der Kirche vorhält: „Der Papst, welcher die Regierungen durch Sanftmuth lauf den rechten Weg zurückzuführen hoffte, hat nur zu viele Coucefsionen gemacht. Jetzt sieht er, daß die Zeit der Barmherzigkeit vorüber ist und daß über kurz Leer lang eine Periode eintreten muß, wo die Gerechtigkeit ihren vollen und unerbittlichen Vollzug haben muß. Wenn die Staaten aufhören, die Kirche offen anzuerkennen, so wird die Kirche bald genöthigt sein, den Staaten ihre Anerken- nung zu versagen. Die Welt wird dann einem Schauspiele graulicher Verwüstung beiwohnen und die Regierungen dürften sich täuschen, wenn sie glauben, baß die Massen hinter ihnen stehen werben." Wir wissen e« ja längst, daß vom Vatikan alle die Fäden auslaufen, mit welchen die schwarze Internationale die Masse zum Kampfe gegen den modernen Staat zu lenken versucht. Indessen ist da« Gestand- niß der jesuitischen Corresponbenz dadurch kostbar, daß e« a» Deutlichkeit Nicht« iu wünschen übrig läßt. Vor allen Dingen ist e« dieser kosmopolitischen Jesuiten- Verschwörung auf Deutschland abgesehen, „denn — sagt daS^Jesuttenblatt — Preußen dränge gerade auf die Zeit zu, wo da« Maß der Geduld überlaufen muß, und e« ist wohl möglich, daß diese Geduld gerade in dem Augenblicke aus. hört, wo die Monarchie ein große« Interesse daran hatte, die Frist noch etwa« verlängert zu sehen." Vermuthlich ist der Augenblick geweint, wo wir »och einmal 1 0 4 - - '■ *- • Ein ähnliche« Capitel Die Zahl der in denselben befindlichen Truppen soll 50,000 Mann nicht über- schreiten. E« ist im Vertrage sodann hinzugefügt: „Es wird Sr. Majestät dem Kaiser anhetmgestellt, an die Stelle der Territorialgarantie, welche in der thell- weisen Besetzung des französischen Gebiete« besteht, eine finanzielle Garantie treten iu lassen, wenn dieselbe durch die französische Regierung unter Bedingungen offerirt wird, welche von Sr. Majestät dem Kaiser und König al« für die Inte- Iteffen Deutschlands ausreichend anerkannt werden". Die französische Regierung hat vor Kurzem zunächst vertraulich den Wunsch zu erkennen gegeben, behuf« Erreichung einer früheren Räumung ter französischen Gebietstherle über die deshalb anzubietendkn finanziellen Garantien und zwar unter theilweifer Beschleunigung per noch ausstehenden Zahlungen in Verhandlung zu treten. Seitens der deutschen Regierungen ist ein bereitwilliges Entgegenkommen zu solchen Verhandlungen Lu erkennen gegeben worden, namentlich auch als ein Ausdruck de« Vertrauen« Lu der Politik der gegenwärtigen französischen Regierung. Auf Grund der in pen letzten Tagen in Paris stattgefundenen vorläufigen Bifprechungen durften die bestimmten Vorschläge Frankreich« in Kürze zu erwarten sein. Die Verhandlungen werden in Pari« geführt werden. tramontanen zu allen Mitteln greifen, um ihrer Feindschaft gegen baö deutsche. Reich zum Siege zu verhelfen, ist bekannt. Die Drohungen nach dieser Richtung hin werden immer häufiger und unverhüllter. So liest man u. A. in der neuesten Nummer der „Genfer Eorresp.", dem Hauptorgan des Ultramontani-mus: „Der Papst, indem er die Regierungen durch feine Sanftmuth versöhnen wollte, hat ihnen nur zu viel schon zugestanben. Jetzt sieht er, daß die Stunde der Barmherzigkeit vorüber ist und daß er über kurz ober lang eine Periode ganzer und unerbittlicher Gerechtigkeit inauguriren muß. Wenn die Staaten aufhören, die Kirche anzuerkennen, so wird sie ihrerseits gezwungen sein, sie selbst nicht mehr anzuerkennen. Die Welt wird dann Zeugin von grausamen Zerfleischungen sein, und die Regierungen hätten Unrecht zu glauben, daß die Massen ihnen folgen würden. Niemals hat die Kirche durch Zuwarten verloren, aber wenn sie einmal einen Entschluß faßt, so kann nichts sie abhalten, ihn in Vollzug zu setzen. Nun ober beschleunigt Preußen seltsamerweise den Augenblick, wo die Grenzen der Geduld erreicht siad, und es könnte geschehen, daß diese Geduld genau zu der Stunde aufhört, wo diese Monarchie ein große« Interesse daran hat, sie sich noch verlängert zu sehen." — Solche Drohungen können uns zwar nicht erschrecken, wohl aber mahnen sie zur Wachsamkeit. Berlin, 19. Juni. In Bezug auf die Verhandlungen mit Frankreich erfahren wir heut, daß die Instructionen an den Grasen Arnim am 12. d. von hier abgegangen und am 13. in seine Hände gelangt sind, worauf am 14. in ber That die erste Besprechung mit Herrn Thier« flattgesunden hat, in welcher unser Botschafter diesem mittheilen konnte, baß die deutsche Regierung die Grundlagen der bisher vertraulich angekünbigten Absichten Frankreichs unter gewissen Modalitäten acceptire. Es handelt sich zur Zeit nur noch um Vorverhandlungen, deren Resultat erst die Stellung eines officiellen Anträge« von Seiten Frankreichs Frankreich. Paris, 16. Juni. Die Mittheilungen au- der Umgebung de« Herrn Thier« über den glücklichen Verlauf der Verhandlungen mit Deutschland über die Räumung werden augenscheinlich von derselben Seite her durch einen hiesigen Cor- respondenten der Jndcpendance Bclge ergänzt. Danach hätte die deut che eg - rung ihre Befürchtung ausgesprochen, daß dir sranzösiiche Regierung die drei Milliarden nicht vor der Verfullzeit, also vor März 1874, bezablen konnte und sie habe beßhalb diese Frist bi« 1875 verlängern zu sollen geglaubt. Kaum seien Thier« diese Vorschläge gemacht worden, al« er sich noch an demselben Tage gegen 4 Uhr in die Gemäldeausstellung und dann in« Elysee begeben habe, wo er eint Unterredung mit dem Grafen Arnim haben sollte. In dieser Unterredung habe i Antrages von cnitu öiunuti^o |®raf Arnim erklärt, er glaube, daß die Räumung von ^" Departements e ne _ D-tz di. Unieihandlungen -inen sün«i,<° gorl6«n6 «ft.,», ->i.d S»-i-.i,d-d.n »»»., 6-6 » J? f'hr irhbaften SBcrfebr »wischen Herrn Thiers und dem Grasen v. Ar- letzten entstehen können. In dieser Unterredung sei der Gang der Räumung zur „d, in äj,r(aine4 Mini,-,. S»-°ch- Di, s,--i°ilich< Mgi-,-»g M, £‘ 6.6 Kritik, mll t.n 6in,fl6iit.n 6et und d,, od-„n Marn, du,ch Zahlung einer ganj.n Rillia,«, und W"6 1,6 •' Aus dem Kreise Nidda, 17. Juni. Dem Vernehmen nach soll ani ben beiden letzten Sonntagen ber Pastor zu Eichelsdorf von der Kanzel am Schlusses be« Gottesdienste« ein Schriftstück verlesen haben, worin er ausdrücklich erklärt habe er nehme keine Handlung vor, wodurch da« Zustandekommen der neuen Kirchenversüisung erreicht werde (d. h. wohl, er halte die Kirchenvorstandswahl nicht), und wenn es ihn Aart und Brod koste. Einem umlaufenden Gerüchte zu- folge ist nun Pfarrer Eckhardt von Schotten vom Oberkonsistorium mit der Ab- Haltung ber KirchenvoistandSwahl im Kirchspiel Etchelsvorf betraut und soll diese schon in den nächsten Tagen stattfinden. (M.-Z.) Berlin, 18. Juni. Im Zusammenhänge mit der katholischen Bewegung und dem schroffen Auftreten der EentrumSfraction im Reichstage macht der Berg- werksstrike in Essen ein große« politisches Aufsehen. E« liegen nämlich schon jetzt die bestimmtesten Anhaltspunkte für die Ansicht vor, daß dieser Strike, der m den ------- materiellen Verhältnissen ber Bergwerkardeiter weniger Grund findet, al« es bis mit der erstgeborenen Tochter ber Kirche zu thun »aven. x. hcr bei irgend einem derartigen Strike der Fall war, vorzugsweise das Resultat behandelt die „Voce della Verita". Sie fragt, gewisse Reg erungert sich noch ultramontaner Agitationen ist, und e« ist mindestens ein merkwürdige« Zusammen- weiter ein Recht be« Veto anmaßen können, da „Gott de» Sonstituttonen, treffen, daß ber Tag ber profectirten Arbeitseinstellung auch der Tag des Er- cen Gesetzbüchern, den Schulen, der Ehe, ber Tam'lie ausges^ossen sei, Pr ss, scheinen« des Erzbischof« von Köln auf feiner Firmelungsreise ist. Daß die Ul- Genossenschaften, Künste, Theater sich der unverschamtestenFreiheit "freuten der 1 - ------ - - - - ■ beilifle Stuhl des Erbe« beraubt sei, da« ihm seine Unadhangigkett verbürgte, und diese, Raub anerkannt und gebilligt sei- Richt die Kirche wolle die Trennung und sie sei bereit, zuerst die Hand der Versöhnung hinzureichen. Auch falle dir Verantwortung nicht ganz auf die Fürsten: ihre Minister und die entweder de« MutheS oder der Capacität oder der Principien entbehrenden Parlamente trugen der. größeren Thril ber Schuld. Ader, Gott fei Dank, die Mehrheit bei allen katholischen Nationen ist noch gut, und es wird kommen der Tag, wodiefelde das Joch der verwerflichen Serien und der waghalsigen Minoritäten abfchutteln. Mögen die Regierungen das begreifen und sich keinem blinden Trotze anheimgeben in einem Kampfe, der nicht ber Kirche, wohl aber ihnen die Vernichtung bringen wird." So wird mit Einem Male Alles verrathcn: Kriegserklärung, Operation«- basis, Streitkräfte und — Erfolg, über den indessen die Zukunft noch ein Wort ver öu8 v« ----- —- ■ .... G-nf, 20. Juni. Die Zulässigkeit der indirekten Ansprüche wird durch die deren Herrschaft, wenn sie nicht bald gebrochen wirb, die katholische Kirche f£lbH Wbletbe’nben Mitglieder de« Schiedsgerichts in Abwesenheit der englische« , .. ’unb amerikanischen Bevollmächtigten entschieden. Die Vermittlung nimmt ihre« , - k Tfiätiafeit an die Seite!Rothschild eine Versammlung v. Banquier« stattgefunden haben, in welcher Über auf dem Gebiete der Gesetzgebung und organ'sato i chen Thatgke ® . Anleihe von einer Milliarde berathen wurde. - Ein un« au« stellen. Und wie die Re.ch-gesetzgebung selbst ust'g «,d. u°"mudl.ch » zugehende« Privattelegramm meldet: hat, die Grundlage de« Reich« zu beseitigen, d,e Thätigkeit der Verwaltung zu Par s »«et. in welck-m J.bier«. Goul beleben, die Keime der Einheit nach allen Seiten, ohne^überstürzende Hast aber Arnim fi 'Rothschild und ber Hamburger Se- mit Beharrlichkeit »nd Stetigke t zu so sind «u^di- Einzelstaaten, 'ber Norddeutschen Bank, Godefroy, Einladungen erhalten deren Thätigkeit seit Jahr.n erschlafft war, n 6 {Reime« be- haben " E« darf die« wohl al« ein Bewei« angesehen werden, daß die Confe- reit« einen großen Theil der Gefahren uberwundln, Tbätiak it die Ueber d.e vorstehend erwähnten Verhandlungen mit Frankreich schreibt die mit Vernichtung bedrohten. 2" Preußen h t öl tzll ! $on p^en heutige „Prov.-Corr." Folgende«: Nach dem Frankfurter Friedensvertrag vom lange geruht hat, einen neuen Aufschwung genom , ' entaeaen- 10 Mai 1871 sollen die drei Milliarden der französischen KriegSkostenentschädi- sie beherrscht wird werden sich al- star genug erweisen, um alle ihr entgegen ^Mm^8- Ijjl n bh$ ium 2. ^ärz 1874 zahlbar bleiben, gestellten Hindernisse au- dem Wege zu rau . .. Sdiatten nicht fehlt n Gemäßheit des Präliminar-FrievenSvertrags vom 26. Februar 1871 (welcher Gewiß ein erfreuliche« Bild, dem aber doch der dunkl sLa en g grflnffurUr Beitrage bestätigt worden ist), soll nach der Kein Paradies ohne Schlange! Kaum haben to t J» kämvtt Gablung von zwei Milliarden die deutsche Okkupation nur noch die Departement« f« <6 «n« Im 3»°--» -I» b" ”'f‘ “"T. äS. au J- Warn", 9rrt,.nn”ä' H-u!"«",»,. M-mch- un6 -i- Schnn, B.I. als jener, dessen Bekämpfung aber nicht mm r g f »we! fort umfassen, die al« Pfand für die rückständige« drei Milliarden bienen sollen, dauer des Reiche- in Anspruch nimmt, als ber Feind, der uns vor fast zwe. fort umptzen, vui ai®. w fnfl Rn nnn Mann nickt über- wahren aus die Wahlstatt gerufen hat. Der UltramontaniSmuS, die schwarze Internationale, die bei uns wie überall der rothen Internationale in ^e Hande arbeitet, hat dem Reich den Krieg erklärt und das Reich sieht sich genöthigt, für das aefährdete Recht de« Staate« wider den unversöhnlichsten Feind de« modernen Staatts in die Schranken zu treten. Es ist dieser Kampf, wte äußerlich so innerlich, im Grunde nur eine Fortsetzung des deutsch - franzostfchen Kriege«. In Frankreich hatten wir die Vormacht ber romanischen Race zu bekämpfen. In den Jesuiten bekämpfen wir da« Princip bei Romanismu« selbst, in seiner koncen- trirteste«, ^^iEchier Kampf, ein Kampf, der die volle Kraft ber Regierung „nd die Nation in Anspruch nimmt. Denn der JesuitiSmuS hat es verstanden, den Anschein anzunehmen, al« ob er die katholische Kirche vertrete, al« ob seine Interessen mit denen der Kirche identisch seien. Er bildet eine vortreffttu' organistrte, einheitlich geleitete Macht, die, Dank der langen Sorglosigkett ber Re- aierungen und ber öffentlichen Meinung, tiefe Wurzel im Lande geschlagen hat. Wir haben den Kampf nicht gesucht, aber den aufgedrungenen Kamp muffen mir feft und ohne Wanken, im Vertrauen auf unser gute« Recht und mit den Waffen ber Wahrheit burchführen. Wir wollen bie katholische Kirche nicht schädigen; der Sieg de« Staates wird sie vielmehr aus den Händen seiner Macht befreien. * i Wechsel« 4% n n 991/4 1881r 1882r 963/q 1885r 1887r i* n Spanier, Amerik. 98i/2 92i/4 1003/4 Prioritäten« öster. Stsb.-Prior. 59^2 08t. s. Lombard 517/g Llvorneser 393/4 Tosoaner 621/4 Elisabeth.-Pri or. 851/4 n. Emiss. 831/4 Bonds Oestr. 1858r 1860r 1864r Stadt Prioritätsloof.e 205 Loose 94 ■ 156 Florenz — 975/s 973/g Aetlen« Frankf. Bank 142 Frankf. Vereins-Kasse 133 Lärmst. Bankact. 474 Wien Bankaotlen 895 Oest. Creditact. 3621/2 Galizien 259'/r _________ Amerika. Newyork, 16. Juni. In Boston, Newyork und anderen großen Städten machen die feiernden Arbeiter lärmende und manchmal bedrohliche Demonstrationen. Hier versuchten sie in die berühmte Steinway'sche Clavierfabrik einzudringen und »ieselbe zu ruiniren, wurden jedoch von der Polizei auseinander gesprengt. Newvork, 18. Juni. Banks eröffnete das Bostoner Musikfest gestern. Der Chor zählte 16,000, das Orchester 1500 Mitglieder, die Zuhörerschaft 40,000 Personen. Gilmore und Strauß dirigirten. Washington, 19. Juni. E« heißt, der Staatssekretär Fish habe heute i)em amerikanischen Bevollmächtigten in Gens telegraphisch die Weisung gegeben, den Antrag auf Vertagung nicht zu bekämpfen._________________________________ könnten nicht vergessen, daß das Papstthum weit entfernt davon sei, ein Hinderniß für den europäischen Frieden oder dir Größe und Unabhängigkeit Italiens zu sein. ES sei stet« ein Band zwischen Völkern und Fürsten, der Mittelpunkt der Eintracht und des Friedens uod bezüglich Italiens eine wahre Größe, der Schutz seiner Unabhängigkeit uod der Wall seiner Freiheit gewesen. Cngland. London, 18. Juni. Die französische Regierung benachrichtigte den eng«, chen Gesandten Lord Lyon-, daß Schiffe von den britischen Inseln herkommend n französischen Häfen des Canals und des Atlantischen Meeres keiner Gesund- -eitSzeugniffe bedürfen. ActSmiu 5% öetr. F. 8t. E. B. 374'/z Lombard. Bahn 216 Ludwigsh.-Bexbach 201 Maxbahn 148 Bayer. Ostbahn 144 Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Lndwigsb.-Act. — Oberhessen „ 83 Baden 4'/r°/o Obi. o. E. L. — Oesterr. Silberrente 65 3% 3°/o 3% 5% 5% do. 40/ü badische Loose Hl5/s Eng1- Sover. 11 51—53 Badische fl. 35 Loose 70 Buss. Imper. 9 42 -44 fl. 250 v. 1854 863/< Dollar in Gold 2 25'/,—26'/, id durch dir : r euglifchra limmt ihrrn , in vllche» nffen in dir i Sanstmuih neu gemacht, aß über lurz Üen und un- liiiche pff« ihre Amten- t Lerirüßun- tn, baß die io« Saiitan Masse jum ;ai Teständ' ichleit nichts dntJtMe»' ünW - d ibestachtt lenblitfe auf- mch etwa» iod) einmal iicher La?i»l igen stch "bch [oniliiulic”ini j sei, press', erfreuten, der yrdirgtk, und hjr 2i Innung Auch W , entintt« W an>ente t,ug-° -heil b-' »o diese °r ,e -nhkt-grb chtung krirtg Operandi * * über »M aU| 1 a’Mt^ 'Ser 6t. , trbaitr, Cunsk. reibt die *,a6 tom 'tdtschädi, r bltibtn. (velchtk "üch der artiinentt l»°g H »en fvllen. >ichl über, »j'ssat de» der theii. inflt treten kdingungen die Jute- Regierung bebujt 6t. die dethalb chleunigung i der deut« bandlungen BertraueM end der in dürften die Handlungen Papierrente 58*/, neuest. 3% 29’/4 Geldaorten. Ifl. kr. Pr.Friedrdor 9 57i/2- 58Va Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Literarisches. Dr. Otto Hübner's Statistische Tafel (21. Jahrgang), Verlag der F. Boiclli'schen Buchhandlung, Frankfurt a. M- Dieselbe umfaßt wie auch in früheren Jahren Größe, Regierungsform Staatsoberhaupt, Bevölkerung rc-, kurz überhaupt alles, was man von einer Statistik verlangt. m , £ Das Bedürfniß einer genauen Kenntniß der statisttschen Veränderungen auf dem gesummten Erdball wird in den verschiedensten Kreisen immer mehr empfunden, und es gibt kein ähnliches Unternehmen, roelc^ auf ®runb 3iiDerlaffiger Quellen; forschung die überaus zahlreichen und schwer zugänglichen Details zu einem ube^ sichtlichen Bilde der ctnschlagenden Verhältnisse so vereinigt, als obige Tafel, die sich nun schon durch 20 starke Auslagen uh Publikum eingebürgert hat- Mr die Bearbeitung dieser neuen Auflage Md wiederum die besten, theilweise offiziellen Quellen benutzt worden und in Folge der neuen Volkszählungen haben sich auch wiederum fast alle Notizen und Ziffern bedeutend geändert, so daß deren genaue Angaben noch in keinem Buche zu finden sind- 8! Schiert Münz-R?d°uct("ns'- und Zins-Tabelle in vier, je nach Bedürfniß trennbaren, leicht übersichtlichen Tafeln. In Placatformat l Gröke von Hübner's statistischer Tafel.) Preis 8 ®ßt-_ t Enthalt u. A.: Reductwn von südd. Gulden in Deutsche Mark und Pf., gültig für Summe von I bis 1 nnn (100 (Mnlben__Reduction der ^ehn- Mark - Stücke ln sudd. Gulden und Kr., - Ms-T-b-ll-, m- wendbar für jede in- und ausländische Währung nach taufm- Usanz das Jahr zu 36t) Taaen anaenommen. — Werth in- und ausländ. Münzen m nach den gesetzlichen Ausprägungen der Stückzahl aus 500 äramm fern Gold oder Silber berechnet und Reductions-Verhältnisse. Verfahren, Thaler und Gulden in Mark und vice-versa in kürzester Weise zu reduciren. ^ü^^esetz. Der ganzen Arbeit sieht man auf den ersten Blick an, daß sie aus der geschaftllchen Praxis entstanden und für dieselbe bestimmt ist. Arrangement, Ausstattung, Übersichtlichkeit, Zuverlässigkeit aller Zahlen lassen nichts zu wünschen übrig. Wir verwesten namentlich auf die Zins-Tabelle, welche auch jetzt schon, vor Emfuhrung der Markrechnung, für Wort); und Süddeutschland, für Oesterreich und die Schwerz gleich brauchbar und verwendbar ist. Die einzelnen Tabellen auf dem Blatte lassen sich leicht ausschnerden, wem etwa das große Format der ganzen Tafel zu unbequem für den Handgebrauch sein sollte. Bayer. 5% n 41/3% 1jährige IOOV2 „ 40/g 1jährige 95 Wurtemb. 4l/a% Obi. — '•*5 ird Ä.I. •" %„.!»» . Tagt >tn eine >t, tzab- < fei« ttäft .. (tlo"«'*' Italien. 49 ^nnt Der Offervatore" veröffentlicht ein Schreiben des Papstes d-LL «-Ä «“äÄ ,in-s Gesetzentwurf« in der italieni cyen Kammer in Betreff der Aufhebung orr S »Äfl« in R°m bdlogt. Di-,- «ush.bun, « W- sei ein Attentat aeaen das internationale Recht der gesamm f .XSlmÄü B« #«»« fwW -°n «" !°'iw-h,-nd-- U ut»nlto«n Äw *Ä R°.-«i-i UN« 3*. i°d-° «.»W L n.rn r-md-n 2. --Ui h-iii-n. Wen» -» h° -rn .-i---°i-- Interesse un« riethen, für den Augenblick auf unserem Sitze zu verharren, so ge- Lülce !m Äfflllt von dem Loose zu überzeugen, da- der Kirche und dem V wn,rk,hflffm ist " Er sei frei, doch nicht unabhängig. Cooflicte. zwischen LLLLNL3«>m.u.g| e« notbwenbia, daß seine Enscheidungen frei seien. Er begreife nicht, tote ernftlid) von Versöhnung mit der italienischen Regierung sprechen könne. Davüthum könne sich nicht vor Usurpationen seiner Rechte beugen. Die Garant! n f“ V-pst beauftragt Antonelli, die- den Vertretern der fremden Mächte bei dem päpstlichen Stuhle mitzutheilen und gegen bte das Papst'hum «nd^den Katholicismu« bedrohenden Attentate zu protest.ren. Die Regierung Frankfurt a. M., 20. Juni. Die heutige Börse setzte zu den gestrigen Abendcoursen fest ein vermoch ° aber trotz aller Anstrengunaen der Haussters doch feine Fortschritte zu machen em, . v r- oinGti«) # welche denn auch bis ersteren beiden Departement« könnten demnach in zwei bis drei Monaten, die I zwei folgenden im März oder April 1873 geräumt werden. Graf Arnim habe I gegen diese Vorschläge keine großen Einwendungen erhoben, sondern zugestanden, daß Verhandlungen auf dieser Basis angcknüpst werben könnten. In Betreff der Leistung würden »te Unternehmer der französischen Anleihe ihre Zahlungen direkt in den deutschen Schatz machen, die fünfprocentige Verzinsung würde je nach Maß. gäbe der Zahlung aushören. Da« Gebiet der sechs Departements wurde neutral bleiben bis zur vollständigen Räumung; endlich würde Frankreich da- Recht haben, nach vollständiger Zahlung die vollständige Räumung verlangen zu können. Da heute Ministerrath ist, so wurde erwartet, daß Thiers Mittheilungen über den Stand der Verhandlungen machen wolle. Diese Angaben stimmen zwar nicht genau mit den von Paris ausgehenden Telegrammen, doch sie gehen nach der- selben Richtung, und e« ist selbstverständlich, daß über die Details des Modus der Räumung selbst die Angaben schwanken, so lange noch nicht- fest beschlossen ist. Paris 17. Juni. Hiesige Nachrichten stimmen darin mit Berliner Angaben überein, daß'Graf Arnim am 15. Juni die Antwort de« Berliner Cabinet« auf die französischen Vorschläge erhielt, worin auf die succesive Räumung ringegangen wird. Es ist dies ein neues Zngeständuiß, da der Frankfurter Vertrag au! eventuelle Abschlagszahlungen keineswegs verhältnißmäßige Räumungen bedingt. An die Stelle der Vorbesprechungen sind seit dem 13. nunmehr ofsicielle Verhand- langen getreten. Der „Moniteur" meint, die Verhandlungen seien auf gutem Wege, die Haoptschwierigkeit beruhe in der Sicherheit, welche die Unterschriften der Banauier- haben könnten. In dieser Beziehung kommt Alle« darauf an, daß die innere Lage Frankreichs sich so gestaltet, daß sie Bürgschaft eine« dauerhaften Friedens ist. Dazu kann Niemand mehr thun, als der Chef der Executive selbst, gelingt e« ihm, die Majorität der Nationalversammlung und da« Land für eine geregelte Ordnung der Dinge zu gewinnen und die Exaltirten von der rothen und von der schwarzen Farbe in Schach zu halten; leider kann man da« Th'er- heute noch nicht nachrühmen, im Gegentheil haben unter seiner Republik die Bischöfe, wie Dupanloup, und die Agitatoren, wie Gambetta, mit jedem Monate mehr an Einfluß im Lande und in der Nationalversammlung gewonnen, wie die« bei Schaukelsystemen in Frankreich stets der Fall gewesen ist und fein wird. Paris 20. Juni. In brr bei Thiers stattgehabten Besprechung der be. deutendsten Banquier« war fast die einstimmige Ansicht, daß die Controhirung einer Anleihe im Gesammtbetrage von 3 Milliarden der Conttahirung über ein- ulne Theile dieser Summe vorzuziehen sei. Paris, 20. Juni. Ein Eisenbahnunfall bei Juvtsy (Departement Seme rt Oise) hatte gestern den Tod von vier Personen zur Folge, unter denen sich die Marquise von Paniera, Mutter der Herzogin vom Malakow, befand. Versailles, 17. Juni. In meinem letzten Briefe erwähnte ,ch eine« Artikels ve« „Corfatre", welcher bereits zum Bürgerkriege aufforderte. Heute folgt der „Rappel" seinem radikalen Kollegen in gleicher Richtung Er bringt einen heftigen Artikel, der um so mehr politische Bedeutung hat, al- er nicht von einem der gewöhnlichen Redakteure de« Journals de« Herrn Victor Hugo unterzeichnet ist. Der Artikel ist von einem Mngliede der Nationalversammlung, Herrn Henri de Lacretelle, unterzeichnet, der in dem Departement der Saone.et-Lo.re gewah wurde. Die bemerken-wertheste Steve, worin der Autor von der Zukunft Frank reich« spricht in dem Falle, daß e- der Rechten gelingen konnte, Herrn Thiers zu Falle zu bringen, um die Monarchie herzustellcn, lautet wie folßt: «Frankreich, welches sein republikanisches Glaubensbekenntniß und seinen Abscheu vor den dynastischen Institutionen durch Abstimmungen bestätigt, die wie Donnerschlaer wirken würde ein solche« Ueberraschungs-Äönigthum keinen Tag lang dulden. Aber wenn da« Achselzucken und Gelächter nicht hinreichen sollten, um diesen Scheinthron umzuwerfen, wenn das dringende Bedürfniß der Ordnung die Arme zu den Waffen senken sollte, so würde der fürchterliche Bürgerkrieg den Boden öffnen und neue Quellen von Petroleum hervorsprudeln lassen. Da« Entsetzen würde die Herzen der Weiber und die Haare fA""bprH müdltn- (Die Phrase läßt sich in ihrem origl Anlehensloosee Kurh. 40 Thlr. Loose» 71 Nassau 25 fl. — Braunschweiger 21 ..... 3O/o Oldenburg. a40Thlr. 39 (Holl. fl. 10 St. 9 53 55 40/0 bayr. PräiD.-Anl. II.31/4 Ducaten . . 5 33—35 Ansbacher 7 fl. — 20 Frankenst. 9 23—24 20 Juni. Thtrr» wir® heute um 2 Uhr die Deiegirien der Fru-U-mn -°n «-chi-n -mp'-ngen. »I< M mit ihm üde, di- inne,- L-S- besprechen wollen. BSrsenJBachrlchteD. 20. Juni 1872. Preuss. 41/3% Oblig- 103^/z Frankf. 3V2% Obi. 87l/z Nass. 4Va% Obi. 993/^ Kurheas. 4% * 94 Gr. Hess. 5% Obi. 102^ , n 31/80/0 „ * °i- V..N ®-. R-nue- |d)«u»,r. Äi Xm« ». 180.000 iSb,' s° d-'i m°n ii» Ä wundern, in den r-di--!-» S-nrn-i-n °°» ' !»" Zk“'ÄSi wlrtÄÄ«. *»" und der Provinj überaus heftige Ariftel zu finden. Die Presse in E“,Ub"n« ub«6auvl für junge vsterr. Bahnen gute Meinung vorhanden ist. Daiijier ebeumlis "7 °"7Ld,a.r° -«®n''M.K7TM°u^^ ^nnd fe.» X*, ft feil1 w'nXT0SübÄt". Haltung der vorgesch tt^en «puvt.kaniicyen ^rr^ 8 g Aussöhnung des Grafenjn gerieben werden, wie Ungarn und Raab-Grazer. vou^Ehombord'mii dem iS?"% "filpalLHoTbernfSen ctSn »kf 'dermt"e"rf°lgln^ daß den^Subftribenten Ä Ä'Xu.« r-»“«w —-----— V V v chmall, Schloßgasse. 2973 3008) Gröhes Militär-Lonrert Die Expedition. Berliner Aug. Nauheimer. (297ö) i Daheim e Erscheint r Sonntag. Mittwoch. Freitag. Erscheint r Sonntag. Mittwoch Freitag. F6 n (r ß9 2999) Ein hiesiger oder auswärtiger Lieferant zum regelmäßigen Bezug von Pack- säßchen für Schmierseife wird gesucht pon Gebr. Kaufmann, Seifenfabrik in Gießen. Anzeigen für dasselbe entgegen. Mainz, im Juni 1872. Die soeben erschienene 9tr 38 5 = LZ enthält: FZ Die Arbeiter. Novelle von Ernst Wichert. (Fortsetzung.) — Unglückliche Kinder. Pädagogische Skizzen von I. Ernst Stötzner. I. In Hubertusburg. — Tagebuch aus der «Belagerung von Straßburg. Von Max ! Reichard. (Fortsetzung) — Aus dem deutschen Hochgebirge. II. Am Chiemsee. Von Carl Sneler. Mit OriginaUeichnung von Ernst Fröhlich — Am Familicnt'sche: Der ^Jmpstag auf dem Lande. Von Dr. Dyren Philosophenwald Sonntag den 23. Juni: Sänger 3006) Nächsten Samstag den 22. d. Mts.: (Eiiiirrrt und Taiyunter- Ijaltung in Wenzels Garten. Ansang 8V2 Uhr. Für Auswanderer 744) Die Haupt-Agentur von 6 W. Dietz am Markt in Gießen expedirt wöchentlich mehrmals mit den vorzüglichsten , Dampf- und Segel-Schiffen nach allen Häfen von Amerika und billigst, Behandlung anerkannt reell. Hausknecht Chr. Wallenfels. Vermiethungen. 1621) Der von Herrn Dr. Brüel bewohnte 3. Stock meines Hauses ist zu ver- miethen und am 1. Juli beziehbar. I. G. D. Bapst. Einladung zum Abonnement auf das 3010) ELngetretener Umstände halber dauert der Ausverkauf bei Karl Fuhr, am Kirchenplatz, noch bis nächsten Mittwoch den 26. Juni und tritt von heute au eine weitere Preis- ermästigung ein. 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