bett n Eintritte, iottb, >GüU *odmch glanz, chls ®i«t= ich»!« gW littet, «h»! m B-rlchristen (jU Sietifi* nb Pl-!'! gobtirg. Ml- utii, ter fpf»rf Betreffend: Die Tollwuth der Hunde. Gietzen^ am 18. November a„. 24. 1« ™ Wr»Hrr,»,lich,n flürgrrmrillroieti »ra Kreis,,. —__________________________ V. Röder. 1872. ein großer Anzeige er» (5394) Deutschland. ;u SR den mit Corporation-rechten ausgestatteten Dorschußvereinen bwpfehlen, sich unter das GenoffenfchaftSgesctz zu stellen? Unter dieser Neber- christ bringt die Nr. 45 der Blätter für Genossenschaften vom 8. November, einen höchst beachienswerthen Leitartikel cer Anwaltschaft, welcher Denjenigen, welche Mitglieder von Vorschuß-Creditveretnen find, die nicht unter dem Genoffenschasts. 3ult 1868 stehen, zur Beherzigung warm empfohlen zu werden verdient. Wir geben im Nachfolgenden den wesentlichen Inhalt des Artikels: Lte größte Schwierigkeit, mit welcher die Vorschußvereine vor dem Erlaß des Gesetzes zu kämpfen hatten, bestand)» dem Mangel des ausreichenden gesetzlichen Schutzes. Es fehlte ihnen die privatrechtlich gestcherte Stellung. Diesem Uebel- stande abzuhelfen, verliehen mehrere deutsche Regierungen den Vereinen Corpora- ttonSrechte und so geschah es auch in Hissen-Naffau nach der Annexion von 1866. « ch, daß manche der so ausgestatteten Vereine nicht sogleich das «2 k « *en' Pch unter das Genoffenschaftsgesetz zu stellen, gleichwohl empfiehlt sich das letztere dringend und zwar aus mehrfachen Gründen. Entspricht es ein- mal dem Wesen der Genoffenschasten, als auf Selbsthülfc beruhenden Vereinen, kem Privilegium da zu beanspruchen, wo ter Schutz ter Gesetze geboten ist, so Privilegium auch mannigfache positive Nachtheile verknüpft, weil ca mit der Aufsicht einer Verwaltungsbehörde verbunden ist, und weil die Grundsätze, nach welchen die Aufhebung de- Privilegiums Seitens der Staatsbehörde erfolgen kann, die Vereine nicht hinlänglich vor Willkür schützen. Corporattonen genießen [?tKr -Denkschrift" mit ihrem Anhänge an Stelle dieser eine neue gesetzt haben. Verleumdung und Anmaßung, wenn Männer, die zum großen Thcile Gewissen und Verstand dem Papste unterworfen haben, ihrem Glaub, n le^fAer (hfr °U ^bgefallene" bezeichnen und von „Meßopfer in saert- finbS ? empörend, unter den Unterzeichnern Namen zu ?8b "d^^laubens mit den jetzt Geschmähten noch lange nach dem Sult 1870 mündlich und schriftlich bekannt haben. ®erhä!t^C ^r „Denkschrift" über die päpstliche Auffassung des ,. ^ ^Ves von Staat und Kirche enthalten im Hinblicke aus die bekannten zahlreichen S uhlspruche der Papste von Gregor VII. bi- auf den ^Uabue ff H$en Organs „Civilta cattolica", auf die Eingabe der Bischöfe vom 10. April 1870 an das „Vaticanische Concil", Un- Wahrheiten, die um so schwerer in's Gewicht fallen, als die Unterzeichner wissen müssen daß die Souveränetät des Papstes über alle menschliche Creatur, die Un- gultrgkett zedes vom Papste verworfenen Strafgesetzes, die absolute Verpflichtung Papste zu gehorchen, durch ihre Unterwerfung unter das Dogma roV'8' t870 leitdem nach der eigenen am 10. April 1870 constatirten Erklärung für sie ein unabänderlicher Glaubenssatz ist. Im October 1872. ?- schulte, Professor der Rechte. Dr. Friedrich, Professor der keusch, Professor der Theologie. Dr. Michelis, Professor der Philosophie. Wulfftng, Oberregierungsrath. Dr. Hafenclever Sanitätsrath. Dr. Maassen, Professor der Rechte. 1. Im Angesichte des von der Mehrzahl der Unterreichner obiaer Denk, schrift" unterschriebenen Fuldaer Hirtenbriefes vom Jahre 1869/ Wil St gpllbs könne nicht b f n irf hipybtfti k fr. wurde, die Unfehlbarkeit des Papstes könne nicht definrrt werden, — der Erklärungen, welche elf der Unter- S c^öcr„Vaticanischen Concil" abgegeben haben, — der Protestes vom 17. Juli 1870 gegen die Definition der Unfehlbarkeit, welcher unter ob,ger „Denkschrift" stehenden Namen der „Erzbischöfe und Lifchofe von München (Scherr), Augsburg (Dinkel), Trier (Eberhard), Rotten, bürg (Hefele), Leontopolts (Forwerk), Ermland (Kremenh), Agathopolis (Siamfzanowski) tragt, — der von mehreren derselben nach dem 18. Juli 1870 gemachten Erklärungen, -— des 3. Kapitels der päpstlichen Constitution Pastor hieraus vom 18. Jul, 1870, dessen Definitiv dem Papste die rolle ordentliche and unmittelbare Gewalt über alle Kirchen, Hirten und Gläubigen beilegt, folg- tich keinen selbständigen Episkopat kennt, — endlich im Hinblicke auf den Wort- laut des „Dogma" im 4. Kapitel dieser Constitution, welcher dem Papste die Unfehlbarkeit zuspricht und dessen Entscheidungen für irresormadel aus sich, »ich, °ber aus der Zustimmung der Kirche erklärt, — ist die im Absätze III Alinea 3 lener „Denkschrift" enthaltene Auseinandersetzung, welche von einem „dem Papste «nb den Bischöfen" zustehenden, gegen Jrrthum geschützten Lehramte spricht, in «»lösbarem Widerspruche mit dem Wortlaute der Eonstitution vom 18. Juli 1870 stehend und nichts al« ein Versuch, den Sinn un» die Tragweite des neuen Dogmas zu vertuschen, dem Volke Sand in die Augen zu streuen und die Regierung As Kosten der Wahrheit zu beruhigen. 2. Es fehlen uns die Worte, um ein Verfahren zu bezeichnen, welches jene 25 Unterzeichner dadurch einschlagen, daß sie zuerst das Dogma des 18. Juli 1870 vertuschen und unmittelbar darauf die Annahme des Vertuschten als Be- dingung der Katholicität hinstellen. Die katholische Kirche hat niemals ange» liomwen, Papst und Bischöfe können hinsichtlich des Glaubens und der Sitten andere Lehrentscheidungcn treffen, denen der Katholik zu folgen habe, als solche, die in der heil. Schrift und Tradition begründet, von Anfang der Kirche an ton- lanter Glaube gewesen sind. 3. Wir glauben heute, was die Kirche, nicht bloße päpstliche Dekrete, bis ijum 18. Juli 1870 zu glauben lehrte. Wir verwerfen die am 18. Juli 1870 raufgerichteten neuen Dogmen von dem Untversalepiskopate und der Unfehlbarkeit dkS römischen Papstes mit allen und jeden Consequenzm, welche aus vor dem 1 18-Juli 1870 erlassenen bloS päpstlichen Dekreten im Sinne des 18. Juli fließen i irb welche in Zukunft daraus gezogen werden können. Wir stehen in der i laiboltschen Kirche, die von den Staaten anerkannt ist, während die Unter- I Das neueste altkatholische Manifest. Don einem Mitglied der Commission des Kölner Katholiken-Congresses gebt der „Spcn. Ztg." gegen die Denkschrift der Bischöfe Folgendes zu: 6 S Erklärung. fcA’O dem Katholiken.Congresse zu Köln bestellte Commission sur berechtigt und verpflichtet, im Namen ihrer Gesinnungsgenossen mit Rücksicht „Denkschr ft der am Grabe des h. Bonifacius versammelten Erz- Reiche" SÄ iSr* ^öe d" katholischen Kirche im Deutschen *in0/ i’fcKS f(inh bCr 0cfunben)' eine Waage für einen^Lagen,^in"grauer Teppich, ein junges Huhn, ein schwarzer Pelzkragen, ein später zu Gunsten der Armenkasse werden versteiget werd?n.^ ^"chen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder 3ugelauten: Em brauner Hühnerhund. Gießen, den 20. November 1872. __ Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. —--------—------ Nover. Bezugnehmend auf das Ausschreiben Großb. Kreisamtes vom 10 rwnfior s cy r • , tn der Veterinäranstalt eröffnet ist und Pferde und Rindvieh dmch den LehAimchdfi ö fi’sefWaam"»” b' M H"fbeschlagwerkstätte ®ie Direktion der Großh. Veterinäranstalt. - Prof. Dr. P fl u g. <, Jfl Gute Arbeiter 5369) Die Schuldner des I. Land auer Cafe Leib 5396) st I. Rosenbaum. von 1—6 Uhr geöffntt. Anfang Abends \/28 Uhr. — Entree 18 fr. Wohnungsveränderung eM 5381) 5391) 5351; 510 ft ,K (5388) (53661 5297), Eine erfahrene Köchln mit gute | 4893) Gegen guten Lohn wird tn k- I eine größere Stadt eine erfahrene Köchin (5358) Der Vorstand Rr "lron, Druck und Verlag der Brühllschev Untv^Druckerei (Fr. Cbr. Pietsch) tn Gießen. IO ?:1 V Der Director: Gros. »ii 81 u. dei ru Kr I le Fn Inq Syp dai Gen in I s Ulf., I w t ■gu außerordentlich billigen Preisen zu empfehlen. Geschäftslocal im Haufe des Hrn. A. Katz in der Neustadt, von 1—6 Ellen lang, 1 Parthie leinene Batist - Taschentücher (zu Weihnachls- Geschenken sehr passend), gesucht, welche sich zugleich der Hausarbeit unterzieht. Finder wird gebeten, denselben gegen eine Belohnung bei der Exped. dieses Blattes abzugeden. Meyer Rothenberger Neuenweg B. 193. Allen Malaga, Madeira, Portwein, Tokayer, Rhein- und Hardtweine, Düsseldorfer Lrrac-, Aum-, Burgunder, Waniüe-Mnschessenr und feine holländische und französische Liqueure. Ehr. Vix, am Neuenwegertbor. Morgen Abend 8 Uhr: Generalversammlung. Der Vorstand. Getragene Kleider kauft zu den höchsten Preisen 5335) Einem verehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich an hiesigem Platze ein Putz-Geschäft etablirt habe. Ich empfehle daher alle Sorten Band, Blumen, Federn, sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel zu billigsten Preisen. Mein . estreben wird es sein, meine Kunden auf das Beste und Reellste zu bedienen. Katharina liebel, Löweugasse 115, im Hause des Herrn Bäcker Steinberger Merhessische Vichversicherunsts-Anstalt. Generalversammlung Donnerstag den 28. November l. I., Vormittags 11 Uhr, im Gasthause des Herrn Wilhelm Philippi zu Melbach. Tagesordnung: Vorlage der Rechnung, Vorstandswahl und Verathung über Vereinsangelegenheiten. Zu zahlreicher Betheiligung wird eingeladen. Arnsburg, den 18. November 1872. || Vermischte Anzeigen. Buchhalter, Schwarzen und grünen Mee in Souchong, Congou, Pecco mit Blüthen, Haysan und Imperials, K a A h' B Extra feines Tra»bengel«e, Trüffeln ä la Perigord, Champignons, Mixed-Pickles, Oliven, Brünellen und türkische Pflaumen. Caviar, Sardines ä Phuile, Sardines in Pickles, Capern achten Düsseldorfer und englischen Senf. L 537p. ®in schwarzer Pelzkragen mit braunierdenem Futter ist am 18. d. M. 5356) Eine Familien-Wohnung an derwom Seltersweg über die Schoor bis zum irx ...----t.j Wallthor, Abends verloren worden. Der Einem geehrten Publikum mache ich die ergebenste Anzeige, daß ich meine Wohnung bei Frau Karl Ebel's Wittwe auf dem Kreuz verlaßen habe, und nunmehr in meinem Hause m der Weid-Gasse vis-ä-vis von Hrn. Röse wohne, und bitte, das mir seither geschenkte Zutrauen auch fernerhin bewahren zu wollen. Achtungsvoll 5386)B. Vogel. Block -C h «colaele mit Vanille, pr. Pfd. 28 kr-, Sioüwerck'sche Arust-Aonbons und Ghocotuden in verschiedenen Sorten, Cacoigne. Liebigs Fleisch-Extract von Fray Bentos in Südamerika, Condensirte Milch von der Anglo - Swiss - Compagnie in Cham (Schweiz), pr. Büchse 42 kr. .Haarzöpfe in allen Farben und Längen von fl. 4 an, stets auf Lager bei 5559)Georg Petri, Neuenweg. ' 1850 fl. sind gegen gute Hypothek auszuleihen. Feinsten Emmenthaler-, Schweizer-, Limburger-, Kräuter- und Rahmkäse, mit und ohne Stanniolverpackung. Feinstes Blüthen- und Waizenmehl aus der Kunstmühle der Herren Franz Peppler & Compagnie. Italienische und deutsche Aaccaronis, Eiergcmüsenudetn und Supprnteige, geschälte Erbsen, Linsen und Bohnen, feinste Patent-Reis- und Waizenstärke, und ertra fein gesiebte Kafftnade. Tafel- und Stearinkerzen in verschiedenen Sorten, von 20 kr. an pr. Pfd., feine Levante- und Zamoica - Badeschwämme. Holländische Vollhäringe, Genueser Sardellen, Satz und Essiggurken, englische Speckbückinge zum Rohessen, Gothaer Cervelatwurst. Donnerstag den 21. November: 2. Abonnements - Concerl, ausgefnhrt von der Capelle des Großh. Hess 2. Jnf.-Regiments Nr. 116. !(5372) Maurermeister Ehr. Haubach, ben Unterzeichneten bezahlen. 5350) Einen zweiten Gehülfen sucht । Gießen, den 18. November 1872. Reatz. i M. Pilger. liegen gegen gute Sicherheit zu 5 % bei der Kirchenkasse zu Dorf-Gill zum Ausleihen bereit._______________________________________________ Haar-Arbeiten jeder Art werden schnell und put ausge- führt von 5360)Georg Petri, Neuenweg. T fl',;' Ul Die Handlung der I. A. Dusch Söhne empfiehlt in frischen Sendungen: Die Gml'schc Feuerwehr feiert ihr diesjähriges Stiftungsfest künftigen Samstag den 23. November, von Abends 8 Uhr an, im Cbr. Lony'fchen Biersaale und können hierzu auch Nichtmitglieder gegen ein Eiutritts- igeld von 9 kr. von Mitgliedern eingeführt werden. 5379) Ich beehre mich, hierdurch einem vereheliche» Publikum Parthie feinste Irländische reine Leinen in Resten n von 1—6 Ellen lang, tij. Elf 1 Vartbie leinene Batist - Tascbentücker lru Wcibnacbts. Hrankfurterstrahe ist zu vermiethen bei i Zugführer Rörig. I| ® 4642) Zwei Zimmer, Küche und Zu- ' .'gehör per 1. November zu vermiethen. Leltersweg C- 2. . -inreichend dauernde Existenz bilden. Franco-Offerten sub Chiffre X. 5867 befördert 'ie Annoncen - Expedition von Rudolf Moffe in Frankfurt a. M. 15393) Eine Hobelbank i vird zu kaufen gesucht von Meyer Rothenberger, f ''382)_____________Neuenweg, B. 193. J 5385) Ein Pfandschein Nr. ist erloren worden. Abzugeben in der Pfand: .nstalt von K. G rü n e b a u m. 5262) Fortgesetzter Ausverkauf des Waarenlagers des; _____ _________ . __________________ cv Qanhnilpr Sonitßilfdltrmß hon fr nn Itnb Schippe und Hacke versehen, finden dahrer können die schuldigen Betrage in 'Lunvuuil. VUll oo tu ein uuo dauernde Beschäftigung gegen hohen Lohn bei den nächsten 14 Tagen noch kostenfrei an Hutfa^ons zu 12 kr. in bedeutender Auswahl. Iz"™" ‘ " in tüchtiger, welcher als zuverlässiger, selbst- tändiger Arbeiter, Buchhaltung und Corre- pondenz zu besorgen weiß, wird für eine, o. ' 5igarrenfabrik in einem freundlichen Land-Zeugnissen sucht zu Weihnachten s >rte zum baldigen Eintritt gesucht. Nur _______________Uhof- W asserschleben. " olche, welche diese Eigenschaften besitzen) 5239) Ein braves Hausmädchen wird vollen sich melden und erhalten Diejenigen auf Weihnachten gesucht von »en Vorzug, welche bereits in einem der-j__Carl Gail, utigen Geschäfte gearbeitet. Für einen ilteren Mann würde diese Stelle eine Eintritt den 15 December d. I. g Näheres Universitätsstraste Lit. E. 79, | Parterre. Katbariuenmavkt Butzbach Montag den 25. d. M. Abends Ball (5392) im Hessischen Hof. 5211) Zwei freundliche Familien- 1 ! fvohnnngen sind zu vermiethen und können jjj ,r ogleich bezogen werden. Neuenweg Nr. 134 || ilp 5276) In Lit. A Nr. 136 ist auf so- : gleich ein kleines Logis an eine stille Fa- t r nilie zu vermiethen.________________________ fi i ?! 4055) Der dritte Stock meines Hauses, ms 8 Piöcen, Küche, verschlietzbarem Corrt- ' . »or u. s. w. bestehend, ist zu vermiethen. hrl I. G. D. Bav st. 5344) In dem früher Ebel'schenHanse . ruf dem Krruz sind noch zu vermiethen: ein ^ogis von 5 Zimmern und ein Logis von j ' ; Zimmern nut 2 kleinen Cabineten. Nähe- es bet H. M. IngHardt. schäft mehr denn je befürchten, daß ihren Prinzen Aehnliches wie Napoleon be- Roma", berichtet als ganz di von dem Minister Eulenburg nähere Angaben über die allgemeine Situation. würde Alles unten ertrinken. Die Maschine wurde rasch in Bewegung gesetzt und scheinende Evening-Post. Es sind thatsächlrch noch in den letzten Monaten Falle von solcher „Begnadigung nach Amerika" Lu kleineren Staaten Deutschlands vor- eine fortwährende Kriegsgefahr in sich birgt, und jedem Kriege auf die Seite der Feinde Englands Neuem ein Vertrauensvotum ein Theil der Linken ebenso der von sich England. Aus den Kohlenbezirken bei Birmingham wird ein theilten. Die Petitions-Commission hat die Kergorley, welcher sich zu Gunsten des Prinzen Napoleon ausgesprochen, zu ihrem Präsidenten ernannt und beschlossen, den Brief des Prinzen, den Protest der Einwohner Ajaccio, sowie die Petition der Pilger von Lourdes (Unruhen in Nantes) zuerst vorzunehmen. Wie es scheint, will dieselbe also mit aller Macht gegen die Regierung vorgehen. Der Herzog von Audiffret-Pasquier, einer der energischsten Gegner des Imperialist mus, wird auch für den Prinzen Napoleon eintreten. Die Royalisten haben es schwachen Majorität, welche die Negierung in tion erhalten hat, wird dieselbe möglicherweise tet war. Die Bewohner der Stadt halfen den ersten Bedürfnissen ob, indem sie bei den Bäckern alles vorräthige Brod aufkauften und an die Soldaten ver- provvciren. In der gestrigen Abstimmung hat wie die Rechte des Votums enthalten. Italien. Ein italienisches Blatt, das „Giornale einsgläubigern auf Zahlung der ganzen Gesellschaftsschuld belangt zu werden. Wir meinen, daß die Vereine, wenn sie die Tragweite dieser Vortheile in ernste Erwägung ziehen, sich zu Gunsten der Unterstellung unter das Genossmschaftsgrsetz entscheiden müssen. Berlin, 15. Novbr. Die „Volks-Ztg. enthält folgende Mitteilung auö Thüringen: „Daß aus den deutschen Kleinstaaten dis in die neueste Zeit herauf Vagabunden, verwahrloste Subjekte und auch leichtere, begnadigte Verbrecher nach Amerika auf Staats- oder Gemeindekostcn geschafft worden sind, ist Thatsache. positiv, die spanische Regierung habe von England verlangt, baß es Spanien dasselbe thue, was es für Griechenland gethan hat. Wie jenem Korfu, so soll England Spanien Gibraltar zurückgebcri. „Diese Abtretung eines für England ganz unnütz gewordenen Platz's", so erläutert das italienische Blatt seine Sensationsnachricht, „werde Spanien eine gerechte Genugttzuung gewähren und gewiß zur Befestigung der neuen Dynastie beitragen." Das Verlangen Spaniens, behauptet endlich das erwähnte Blatt, werde von mehreren Mächten unterstützt. Was uns betrifft, so müssen wir natürlich die Verantwortlichkeit für die obige interessante Nachricht dem „Giornale di Roma" überlassen, halten dieselbe aber gegnen tonne. Paris, 19. Novbr. Der Ministerrath war unter dem Vorsitze des Präsi. deuten gestern Abend in außerordentlicher Weise versammelt. Zn Folge der Changarnier'schen Jnterpella- Berlin, 19. Novbr. Der „Spen. Ztg." zufolge wird Mittwoch ein G, - - - - setzentwurfs betreffs der Grenzen des Rechts zur Anwendung kirchlicher Straf- & bis 9 Arbeiter hatten eben noch Zeit, sich anzuklammern, ehe das Wasser und Zuchtmittel dem Abgeordnetenhause vorgelegt werden. Das Cioilehegesetz ihnen über den Kopf stieg. Wie sie erzählten, war ein Wasserstcom mit furcht" sei jetzt erst zwischen dem Ministerium Des Cultus, der Justiz und des Innern ^rer Gewalt aus einem alten und fast unbekannten Minengange durchgebrochen redaktionell fcstgestellt und werde nunmehr dem Staats - Ministerium vorgelegt und hatte den Schacht angefüllt. 22 Bergleute waren noch unten geblieben, zu- werden. M meist in einem Gange beschäftigt, welcher von dem Schacht in schräger Richtung München, 15. Novbr. Die „N. N." schreiben: Die Anmeldungen von aufsteigt. Sie konnten nicht anders erlöst werden, als wenn ihnen der Rückweg Forderungen an die ehemalige Spitzeder'sche Dachauerbank erfolgen beim hiesigen vurch Auspumpen des Schachtbodens freigemacht wurde. Eine Pumpe, welche Bezirksgericht so massenhaft, daß Gendarmerie und Polizei Mühe hat, die Ord- 9000 Liter in der Minute Heraufbob, wurde in Thätigkeit gesetzt; aber nach nung aufrecht zu erhalten. Das Haus der Adele Spitzeder an der Schönfeld- mehrstündiger Arbeit war das Wasser doch um drei Fuß gestiegen und die Hoffstraße, in welchem noch bis zu den letzten Tagen von ihr und ihrem Anhang nung, die Gefangenen aus ihrer schrecklichen Haft zu befreien, sank immer mehr, fröhliche Gelage und Champagner-Suiten gehalten wurden, ist zur Sicherung der Hm das Maß der Trostlosigkeit voll machen, erlitt um 8 Uhr Abends die noch vorliegenden Werttze, sowie zum Schutze gegen allensallsige Ausbrüche des Pumpe einen Schaden und konnte erst später wieder arbeiten. Bis dahin aber Volksunwillens von Militär und Gendarmerie stark besetzt. Ein G.nchtsvoll- war das Wasser in dem Schachte 11 Fuß hoch gestiegen, und das Schicksal der zieher ist daselbst noch immer mit Jnventarisirung der vorhandenen Wertheffecteu Eingcschlossenen mußte für besiegelt gelten. Sollte das Wasser noch nicht bis zu beschäftigt, so daß im Augenblicke noch die umlaufenden Angaben über das Ver- oem höchsten Punkte ihres Seitenganges hinaufgedrungen sein, so muß sich doch hältniß vrs Vermögens zu den Schulden mir Vorsicht aufzunchmm sind; wir f° viel böse Luft dort angesammelt haben, daß die 22 Leute, wenn sie dem Tode können, um dem Gerichte möglichst bald die Ausstellung der Biianz thunUch zu Ertrinkens entgehen, unrettbar dem Erstickungstode verfallen sind. Die Mün- machen, nur wiederholt darauf Hinweisen, daß Jedermann seine Forderungen oung des Schachtes ist umstanden von den Angehörigen und Freunden der Der- ohne weitere Säumniß entweder beim Bezirksgericht unmittelbar an«rlde oder, mißten, die meist Familienväter sind; das Schauspiel ist herzzerreißend. Die da der Andrang daselbst ganz enorm ist, durch einen Gerichtsvollzieher oder Ursache des Unglücks ist, wie oben berührt, der Einbruch von Wasserfluthen aus Advocate« anmelden lasse; die Gebühren im letzteren Falle sind sehr gering. Herr "»er benachbarten alten Mine. Beim Eintreten eines nördlichen Ganges soll Advocat Berghofer, Prannerßraße 4/1 wohnhaft, ist, wie wir vernehmen, sogar schon vorgestern ein Bergmann auf Wasser gestoßen sein; doch scheint man dieses bereit, die Anmeldungen ohne Entgelt zu besorgen — eine Handlungsweise, die gefährliche Anzeichen ganz unbeachtet gelassen zu haben. ManZel an der einfach- in Betracht der Ärmuth so vieler Interessentin alle Anerkennung verdient und M Vorsicht läge also auch diesem traurigen Ereignisse wieder zu Grunde. sicher Nachahmung erwarten läßt. Selbstverständlich Haden die Anmeldenden ihre London, 15. Novbr. Eine Wahlversammlung in Cork hat zu äußerst Wechsel mitzubringen. stürmischen Austritten geführt. Die Schnittwaarenhändler wollten sich über einen der Candidaten für den erledigten Parlamentssitz, einen gewissen Daly, besprechen; doch Nationalisten, welche Joseph Ronayne als Candidaten vorgeschlagen hatten, Bern, 18. Novbr. Die auf heute einberufene außerordentliche Generalver- drangen in den Versammlungsraum ein und schlugen als Vorsitzenden einen der sammlung von Olten hat die Anträge des Gemeinderaths, betreffend das Ver- Ihrigen vor. Die Dalyiten widersetzten sich, es gab Lärm, und da an ein bot der Unfehlbarkcitslehre in Kirche und Schule, einstimmig genehmigt. Schiedsgericht und friedliche Lösung bei den aufgereizten Leidenschaften nicht zu oenke« war, so entspann sich, wie es unter ähnlichen Verhältnissen auch bei internationalen Fragen zu geschehen pflegt, ein allgemeiner wüthender Kampf. Pans, 16. Novbr. Bien Public meldet: „Graf Aruim und Remusat Jever schlug auf die Köpfe in seiner Nachbarschaft los, und es fehlte nicht au hatten mehrere Unterredungen wegen Abschaffung der Pässe; wir hoffen, daß solchen, die in der Erwartung einer frischen und fröhlichen Keilerei sich mit Keu- Diese Frage baldigst zur Befriedigung oeider Negierungen gelöst werden wird." len und Knitteln versehen hatten und davon umfassenden Gebrauch machten. Dasselbe osficiöse Blatt strllt auch die Nachricht in Abrede, wonach einige Depu- Lange schwankte die Waage der Entscheidung, aber schließlich neigte sich der Sieg tirte in Versailles Die Absetzung des Kriegsministers verlangt Haven sollten. In den Nationalisten zu, und um die Früchte desselben zu sichern, begannen sie die den officiellen Kreisen scheint man aber mit der KriegSverrvaltung doch nicht zu- an Zahl schwächeren Dalyiten vor die Thür zu setzen. Das Gas war mittlerfrieden zu sein, denn Bien Public bestätigt heute mit Bedauern, daß die Trup- weite abgedreht worden und noch eine Weile dauerte das Treffen im Dunkeln pen, welche man nach Chalons in Garnison gesandt hat, nach einer zehnstündigen fort, bis auch der letzte Der Dalyiten den Schauplatz geräumt hatte. Das Mee- Eiseubahnfahrt nichts zu essen vorfanden und nichts für ihren Empfang vorberei- Ling zu Gunsten Ronayne's wurde nun im Dunkln zu Ende geführt. in Preußen weniger Recht schutz, als eingetragene Genossenschaften. Die Aufsicht betreffend, so stehen zwar auch die eingetragenen Genossenschaften unter einer solchen, allein es ist nur die des Handelsgerichts, welche sich lediglich darauf beschränkt, daß den formalen Vorschriften des Gesetzes genügt werde. Insbesondere wird des Näheren ausgeführt, daß ein Mitglied, welches aus einem nur mit Corporationsrechten ausgestatteten Verein ausscheidct, noch mindestens 30 Jahre für die während seiner Mitgliedschaft eingegangenen Verbindlichkeiten des Vereins haftet, ohne daß ihn die Corporationsrechte dagegen schützen — während Mitglieder eingetragener Gknoffenschaften nur 2 Jahre nach ihrem Aus- schttden mitverhaftet bleiben. Weiter heißt cSin der Ausführung der Anwaltschaft: ».m», - - Ein anderer Vortheil von nicht geringerer Tragweite, den das Genoffenschaftsgefttzjmit dem prinzlichen Vorfälle so eilig, wett sie nach der prasiventschaftlichen Bot- gewährt, ist a) die Vorschrift des § 51 Al. 4, daß der ConcmS über das Ge- nossenschaftsvermögen den Concurs über LaS Privatverwogen der einzelnen Mit- glirder nicht nach sich zieht; sowie b) daß durch das nach Beendigung des Con- curses zulässige Umlageverfahren die Gefahr der Solidartzaft wesentlich verringert ist. Zum Schluß sagt die Anwaltschaft: Nach alledem liegen für die mit Corporationsrechten versehenen Vorschußvereine die triftigsten Gründe vor, sich unter da- Genossenschaftsgesetz vom 4. Juli 1868 zu stellen; sie gewinnen dadurch erst die ihnen in unserer wirthschaftlichen Entwickelung zukommende gesicherte Stellung, befreien sich von der Aussicht ver Verwaltungsbehördcn und sichern sich gegen die Gefahr, durch Negierungsverfügung ihrer rechtlichen Persönlichkeit verlustig erklärt zu werden, sie gewinnen überdies für die aus ihrer Mitte ausscheiden- den Mitglieder die zweijährige Verjährung der solidarischen Mitverhaftung und schützen ihre Mitglieder im Falle deö ConcurseS der Genoffenschaft vor der doppelten Gefahr, in diesen Concurs unmittelbar verwickelt, oder doch von einzelnen Ver- gekommen. Löllbon, 15. Novbr. Berlin, 19. Novbr. Die neueste Wendung ist günstig. Ein Pairsschub SroßeS Unglück gemeldet. Etwa 50 Bergleute waren gestern Morgen um 6 Uhr von einigen 40 Mitgliedern ist definitiv beschlossen, ebenso eine Reform des Her- die PelsalUHall-Grub- bei Walsall emgefahren, von welchen gegen 9 Uhr renhauses. Die Abgeordneten erwarten bei der morgigen Krei-ordnungsvebatte 20 Zum Frühstücken heraufkamen. Sie waren kaum oben, als aus Dem Schacht — - - ein Angstruf gehört wurde, daß man schnell den Korb hinablassen möge, sonst keineswegs für unwahrscheinlich. Es ist bekannt, mit welchen Gefühlen die Spa- ... - . , ,. - - - - , . j ., m : nier auf ihr verlorenes Gibraltar Hinblicken: „so lange die englische Flagge über Dre Erzählung aber von dem Barbter Sonneweuo aus Gera welche die Ne^. ^ssen Felsen weht" - so äußert sich ein trefflicher Kenner des Landes, der be- bnngt, kann ich für eine Ph^^geburt erklären. In preußische General v. Göden — „so lange sicht das gedemüthigte Spa- Reuß-Gera lst weder ein Barsrer Sonnewend wegen Mordes verurttzerlt, uocy Hitn England den bitter gehaßten Feinv. Spaniens Ehre ist in Gibraltar begnadlgt und nach Amerika geschafft worsen. Eden so wemg eine andere Per- verpfändet; es wird, wenn der Augenblick kommt, bereit sein, wenn auch mit sonllch.cit. Der letzte Mörder, der rn Reuß jüngerer Lime von den ^fben |e,nem Herzblut, die verpfändete Ehre einzulösen." Warum sollte Die junge @ern »erurtbedt wurde, war der Mörder Leopold aus Lobensietn, der zum Tode Dynastie nicht versuchen, England zur gütlichen Herausgabe eines Platzes verurtheilt, aber zu lebenslangltchem Zuchthaus begn3Drgt wurde. Er sitzt in JU be^tmmen, der zwar nicht, wie das di R." meint, für das Jnselreich Zettz, wo er mit harter Arbeit in Der Dortigeü Strafanstalt beschäftigt ist. Ob Uün^ f sondern im Gegentheil von sehr bedeutender militärischer Wichtigkeit ist, in irgend einem anderen thüringischen Klemstaate etwas Derartiges pasfirt, ®eig Dcffen Aulrecktdültuna aber ' — - ■ ich nicht. Nach diesem bestimmten Dementi bezüglich Geras wird wohl dieNew' /J. üre er™, SvaMen in Aorker Staats-Zeitung nähere und bestimmtere Angaben über Den Fall bringen." Men ? Die angeführte Stelle der N.-N. St.-Ztg. war die gleichfalls in New-Iork u- (Eingesandt) Das 25Mrige Stiftungsfest des Turnvereins ;u Gießen am 10. Nsvember 1872. Mancher, der am verflossenen Sonntag dkachrnittag in der neuen Anlage pro- menirte, mochte sich wundern ob des bewegten Lebens vor der Pforte der Turnhalle und ob der heiteren Klänge, die aus dem Inneren derselben hervordrang. Wer aber Gelegenheit hatte einzutreten und einen Platz auf der Gallerie einzunehmen, der konnte der Zeuge eines regen und lebendigen Treibens sein und eine genußreiche Stunde verleben. Ein Vierteljahrhundert ist nämlich verflossen, und noch etwas mehr, seitdem der hiesige Turnverein gegründet worden ist, und dies gab demselben Veranlassung, ein Stiftungsfest zu feiern und es mit einem Schauturnen zu eröffnen. Und der Verein kann sich sehen lassen mit seinen Leistungen; der Geist, der die Siege in Offenbach, Oberstein, Gießen, Leipzig und London erkämpfen half, ist noch nicht erloschen, das zeigten die nach dem Kommando des Turnwart Nübsamen pünktlich und exakt ausgeführten Freiübungen, die wie die wechselnden Bilder des Kaleidoskops am Auge vorüberzogen, das zeigten ebenso die durchgehends mit Gewandtheit und Sicherheit ausgeführten, von der hiesigen Militärkapelle mit munteren Märschen begleiteten Uebungen an den Geräthen. Gewiß, der Beifall der zahlreichen Zuschauer war ein berechtigter und vom Verein wohlverdienter. Ein anderes Bild, nicht weniger reich an Farbe, Lust,und Leben bot der Abend. Ein Zug von Hunderten farbiger Lampen, mit Fahnen und Musik, bewegte sich durch die Straßen der Stadt und nach dem Wenzel'schen Garten, wo bei fröhlichem Banket das Fest seine Fortsetzung fand. Schade nur, daß infolge der ungünstigen Jahreszeit und schlechter Witterung so wenig alte Mitglieder aus der Ferne, die alle eingeladen waren, theilnehmen konnten, da sonst das Fest gewiß noch höheren Reiz gewonnen haben würde; daß aber viele von ihnen anwesend waren, das bewies die Menge der eingelaufenen Telegramme und Briefe aus Nah und Fern, die zur Kenntniß der Festversammlung gebracht wurden. Gewiß kann man nicht sagen, daß es beim Banket an Anregung und Unterhaltung gemangelt habe, denn Reden, Gesang und Musikoorträge wechselten reichlich ab. , _ , t , In seiner Eröffnungsrede begrüßte der I. Sprecher de? Vereins mit kurzen Worten die anwesenden Gäste, besprach dann die Bedeutung des Tages, die Aufgabe der Turnerei von sonst und jetzt; er wies hin auf die großen weltgeschichtlichen Ereignisse, die sich vollzogen in der Zeit des Bestehens des hiesigen Vereins, die aber auch auf alles Vereinsleben und so auch auf das unsrige abschwächend hätten wirken müssen und knüpfte daran in kurzen Umrissen eine Darstellung der Geschichte des Vereins, aus der wir hier einige der wichtigsten Momente hervorheben wollen: Gegründet wurde derselbe zu Ende des Jahres 1846, erhielt aber eine festere Gestaltung erst mit dem Erscheinen seiner Statuten im darauffolgenden Jahre 1847. Wahrscheinlich war es aber ein in demselben Jahre abgehaltenes Turnfest, welches die Auflösung des Vereins infolge höheren Befehls herbeiführte. Das Turnen selbst wurde indessen von einer- größeren Anzahl gewesener Vereinsmitglieder fortgesetzt bis im Februar 1848 die Nachricht von den politischen Stürmen in Paris und die darauffolgenden Ereignisse die Hoffnung erweckten, daß nun auch für die Turnerei wieder ein neues Leben aufgehen werde. So wurde denn auch im März 1848 ein neuer Turnverein gegründet und derselbe Seitens der Stadt dadurch unterstützt, daß ihm der Platz (da wo jetzt die Realschule steht) zum Turnen überlassen wurde. Ein Turner-Casino bestand von Octobcr 1848 bis Marz 1851; auch wurde einige Zeit ein Liebhaber-Theater unterhalten. Im Jahre 1849 wurde dem Verein von Damen Gießens eine Fahne verehrt und dieselbe am 13. Wat desselben Jahres eingeweibt. Das Jahr 1851 erwies sich dem Verein dadurch als 'ein glückliches, daß ihm von seinem Mitgliede CH. Hast ein Legat von 3000 fl. zugewendet wurde. Zerwürfnisse, die leider später eintraten, wirkten längere Zeit sehr nachtheilrg auf das Vereinsleben, bis dasselbe durch Wiedervereinigung seiner Mitglieder aufs Neue gedeihlich emporblühte. Daß aber in der ganzen Zeit des Bestehens die Pflege der Turnerei selbst immer als die Hauptaufgabe des Vereins betrachtet wurde, zeigt sich am besten aus den Erfolgen, die namentlich seitdem der wackere Turnlehrer Rübs amen als Turnwart in denselben eingetreten, erzielt worden sind. Wer kennt und nennt nicht heute noch die Namen Derer, die auf den Turnfesten in Offenbach, Oberstem, Gießen (Pfingsten 1850), Leipzig und London die ersten Preise gewonnen haben?! Durch diese Erfolge ist der Gießener Verein stets von allen übrigen geachtet und — gefürchtet gewesen. Nach Mittheilung dieser geschäftlichen Notizen und daran geknüpften Ermahnungen, namentlich an die jüngeren Mitglieder des Vereins, zu fleißiger Nacheiferung, schloß Redner mit einem Hoch auf die Turnerei und auf den Gießener , Veiein^insb^ondere^ Deutschland fröhlich beisammen sitzt und Feste feiert, da ist es unmöglich zu schweigen von den großen epochemachenden Ereignissen der neuesten Zeit, die auf die Gestaltung unseres Volkes und Vaterlandes einen so außerordentlichen Einfluß ausgeübt haben. Wie sollte man darum bei einem Feste im Turnerkreise nicht von dem reden, was in der Vergangenheit ja auch die Turner gewollt, ersehnt, wofür! so manche von ihnen auch gelitten haben, und was in unseren Tagen weit über die Wünsche und Hoffnungen jener Zeit erreicht worden ist! Und so war es denn die Aufgabe des II. Sprechers des Vereins, die Einigung aller deutschen Stamme zu einem Volke, die Erhebung eines neuen Kaiserreiches aus der Asche des alten römischen Reiches deutscher Nation, und den Helden zu feiern, der an der Spitze dieses neuen Reiches steht, dem Deutschland vorzugsweise seine Neugestaltung zu verdanken hat, den Helden, der voranzog in den heiligen Krieg gegen den äußeren Feind, und der auch den Kampf nicht scheut gegen die inneren Feinde des Reiches, die Feinde des Lichtes, der Freiheit und des Fortschritts. Das Hoch auf den deutschen Kaiser Wilhelm fand in der ganzen Festoersammlung einen kräftigen freudigen Widerhall. Ein Toast den Gästen, insbesondere den anwesenden Mitgliedern des Stadtvorstandes, der sein Interesse für die Turnerei schon in früheren Jahren durch Ueberlassung eines Turnplatzes und in neuester Zeit durch Erbauung der schönen geräumigen Turnhalle bewiesen; sodann den Mitgliedern der Schulbehörde, allen beim Feste gegenwärtigen früheren Vereinsmitgliedern rc. rc. fand seine Erwiderung durch ein Mitglied des Stadtoorstandes in einem Hoch auf die Eintracht und Einigkeit im Verein, durch die allein er erwachsen und gedeihen und seine Zwecke fördern könne. Die dankbarste Aufgabe für diesen Abend war aber wohl dem Comite-Mitgliede B. zugefallen; denn wer die Geschichte der hiesigen Turnerei kennt insbesondere in ihrer Blüthezeit und die bereits erwähnten Erfolge auf dem hiesigen und auf fremden Turnplätzen, der weiß auch, daß dieselben vorzugsweise an den Namen Rübsamen geknüpft, einzig ihm und seinem Wirken zu verdanken sind. Mitglied B. hatte es übernommen, die Verdienste Rübsarnen's um das hiesige Turnwesen hervorzuheben und den Dank des Vereins ihm auszusprechen, womit er zugleich an Rübsamen die Mittheilung verband, daß der Verein beschlossen habe, ihm seinen Dank und seine Anerkennung demnächst in einem künstlerisch ausgestatteten Ehrendiplom noch besonders zu erkennen zu geben. Ein kräftig ausgebrachtes Hoch auf Nübsamen schloß Bs. Rede; da man aber etwas Gutes hie und da auch wohl zweimal thun kann, so stimmte die Festversammlung auch jubelnd ein, als Rübsamen später nochmals vom Mitgliede K. ein „Gut Heil" ausgebracht wurde. So flössen die dem Feste geweihten Stunden rasch dahin; Reden, Musik und Gesang, daneben nicht minder Wein und Gerstensaft, die Herr Wenzel beide in aner- kennenswerther Güte seinen Gästen und Turnbrüdern darreichen ließ, hoben die Feststimmung immer mehr, und wenn auch in späterer Stunde die Stimme des Präsidenten nicht mehr zur vollen Geltung gelangen konnte, so .war doch turnerische Zucht und Ordnung soweit vorhanden, daß kein Mißklang die Zufriedenheit trübte, mit welcher die Festgesellschaft allrnählig auseinander ging. So wird das Fest auch Jedem nur in angenehmer Erinnerung bleiben. Vermischtes. Darmstadt, 15. November. Gestern ist der zu 27rjähriger Festungöstrafe verurtheilte Studiosus Fayette von Gießen hier eingetroffen, um seine Haft anzutreten. Die Festung Babenhausen ist bereits seit Abschluß der jüngsten Militär-Convention aufgehoben, und bei einer Inaugenscheinnahme der vorhandenen Haftiocalitäten stellte eö sich heraus, daß kein Gefängniß- local vorhanden ist, welches behufs Abbüßung von FestungSacrest benutzt werden kann. Da nun mit Preußen keine Convention abgeschlossen ist. welche die Möglichkeit giebt, eine derartige einem Civilisten zuerkannte Strafe auf einer preußischen Festung abzufitzen, wird man wohl auf die Auskunft verfallen, den seiner Zeit auf eine frivole Weise zum Duell provocirten Studirenden freizulaffen oder alsbald zu begnadigen, und demnächst den Ständen behufs Herrichtung eines Arrestlocals, welches als Festungslocal benutzt werden könnte (hierzu würde z. B. sich der dem berühmten Weiler Zipfen nahegelegene Otzberg sehr empfehlen), Vorlage zu machen. mtv».#swx*c. * i iöffseMaclirichte^. r 19. November 1872. Lpreass. 44/3 % Oblig. 1027g IFrankf. 37a% Obi, 86 N&ss. 47,0/0 Obi. 9974 Kurhesß. 4% M — Gr. Hess« 5p/0 Obi. — , » » - s n 3780/q — Bayer. 5% „ 1007g Ä 47a0/0 1jährige - H 4% 1jährige 93 Würtemb. 47$o/o Obi. 993/g Baden 4730/0 Obi. c. E. L. 9974 Gesten. Silberrente 647g ,j Papierrente 617& Spanier, neneat. 3% 29 Aimerik. Bonds 188ir 987g , „ 18b2r 963/4 j» „ 1885t 977r „ „ 1887r 9772 Aetlen. Er&nkf. Bank 1453/4 Frankf. Vereins-Kasse 1637a 8 AeS&sm. 5O/o ösir. F. 8t. E. B. 3627z L-or-bard. Bahn 216 200 Maxbahn 1447a Bayer. Gutbahn 1337a Rhein-iiahebahr-A«. t. 527a Hees. Ludwlgsb.-Ac. — Oberheseen „ 757g ^jrloritktega.. 30/0 oster, Steb.-Prior. 577g 3% öst. s. Lombard 9 8-/3 3% Llvorneser 377g 50/g Toaoaner — 50/0 Elkabeth-Pdor. 832/4 do. II. Emiss. 817g «Darmstädter fl.50Loose 204 n «25 „ 557a Kurh. 4tz ThJr. Loose 73 Nassau 25 fl. — Bftiunteohweiger 223/4 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 377g 40/o bayr. Präxn.-..4nL 1117g 40/0 badische Loose 1095/g Badische fl. 35 Loose 6 93/4 Amsterdam k. 8. 98 i/i Augsburg k. 8. 100 Berlin k. 8° 1047g Bremen k. 8. 1757g Brüssel k. tz. 93 74 Hamburg k. 8. 867a Leipzig k. 8. 105 London k. 3. 1193/g Lyon k. 8. — Paris k. 8. 92?/8 Wien k. 8. 1073/, ditto m. ß* — ditto i. 8. 1073/g Diskonto 5 0/0 fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 42-44 „ doppelte 9 43—45 Holl. fl. IGSt. S 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Franken^. 9 2172—227a Engi. Sover. 11 53 -55 Buss, irnpei. 9 43—45 Dollar in Gold 2 25-26 i f I Dannst. Barkact. 563 Wien Bankactien 1062 Oe&t. Orediiact. 3637a Galizien 245 Ocair. fl. 250 v.- 1854 923/8 1858r Priorität?L 211 1860r Loose 957a 1864r „ 1623/4 NLSgeweLNeeA«zeLger Versteigerung^ Freitag den 22. d. Mts-, Nachmittags 2 Uhr, versteigert werden und wird bemerkt, daß sich verschiedene Bäume zu Arbeitsholz eignen. Gießen, den 18. November 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Feilgebotenes. Herde uuh Besen 5383) Die Zwetschenbäume und Ge sträuche, sowie die Einzäunung auf deiw . ienigen Theile der früher Mortmann'fchenftn den verschiedensten Sorten, namentlich letzt Wagner'schen Besitzung vor dem Neu-idie sich so sehr bewährenden, in jeder Be- wegerthor, welcher in die Straße fällt, sollen! Ziehung ausgezeichneten^ ! Regultr - Full - Oefen f (4869) empfiehlt I. G. D. Bapst. Besondkre Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Bei uns lagern etwa sieben Centner ältere j Acten, welche durch Einstampfen vernichtete werden müssen. Zur Versteigerung derselben haben wir Termin auf Donnerstag den 5. December l. I., Vormittags 10 Uhr, auf unserem Büreau anberaumt. Gießen, den 18. November 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. , (5374)_________Dr- Muhl.______________ Oberhessische Eisenbahnen. Die Lieferung nachstehender Schreibmaterialien und Bureaubedürfnisse, als: Schreibpapier, Conceptpapier, Actendeckel, weiße und blaue, Packpapier (Elephant und Median), Brief-, Geld- und Packet-Couverts, feiner Lack, Packlack, Kordel und Stechgarn, soll auf dem Submissionswege vergeben werden und sind Lieferungsanträge mit Preisangabe versiegelt bis zum 7. Dezember l. I. bei unserer Drucksachenverwaltung, wo die Lieferungsbedingungen, sowie die Größe des zu vergebenden Quantums, eingesehen werden kann, abzugeben. Gießen, den 13. November 1872. (5378) Die Direktion. Freitag den 22. und Samstag des 23. November, von Morgens 9 Uhr an, sollen in der Wohnung des Reinhard Weber zu Heuchelheim erbvertheilungs- halber: zwei trächtige Kühe, zwei fette Schweine, drei Zuchtschweine und zwei Ziegen, sodann Oeconomiegeräthschaften und Kartoffeln, Dickwurz, Heu, Grummet, Kleeheu und Stroh meistbietend versteigert werden. Bemerkt wird, daß am ersten Tage das Vieh zur Versteigerung gelangt. Heuchelheim, den 19. November 1872. Großherzogliches Ortsgericht Heuchelheim. 5384) Jung. 5137) Gin in bester Lage Gießens gelegenes Haus, 'in welchem feit einer Reihe von Jahren ein Ladengeschäft, welches kein großes Capital erfordert, mit gutem Crfolg betrieben wird, ist mit einer Anzahlung von 3000 Gulden und sonst günstigen Zahlungsbedingungen zu verkaufen. In Auftrag: I. Rothenberger, _____________Lindenplatz.______ Frankfurter Gxport-Bier, sehr kräftig, per Flasche 9 kr , frei in's Haus bei Georg Dö rr. 1 (5337) Kirchenplatz. 5241) Lahrer hinkenden Boten und Landkalendcr, Lichterhalter für Christbäumchen, Schreib- und Zeichnen-Materialen rc. in bekannter Gute, empfiehlt Jul. Hoos, Buchbinder. _____________vorm Spengel' s Wittwe. 338V) Spiegel, ovale und lange mit Goldrahmen, ein schöner Bronce-Lüster mit 12 Lichtern, mehrere goldene Damenuhren und rothe wollene Bettteppiche, zu verkaufen. I. 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