*tEm SW Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen Dienstag Len 20. August EL. §rr. 19W Lehrer, ein geladen werden. T a g e s o r d n n n g : de-Taal «nd u-BereinS NB. Nach der Versammlung findet ein gemeinschaftliches einfaches Mittagessen Statt. eseck, September in Biblis, den n n n 20. ir $raubad). zur Stelle abgenommen und gegen Quittung so- werden 6 Herrn Thiers' Schaukelpolitik n ff 23. 24. 26. 27. 29. 20. 21. 23. 24. 25. 26. 27. 27. n ft h 2) 3) 4) Gernsheim, Goddelau, Groß-Gerau, Bickenbach, Groß-Bieberau (8 Uhr), Groß-Umstadt (12 Uhr.) den fr ft fi ii h in ii n ii August // 5) 6) Sollten Preis vierteljährig 1 fL 12 ft. mit Bringrrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fL 29 ft. Zum Ankauf von Morgens 8 Uhr resp. 12 Erscheint täglich, mit Auk- nähme Sonntags. Expedition: Canz lei berg, Lit. B. Nr. 1. reins. P«r Apotheker unt der Verein die Unterzeichneten mitzutheilen. Die Herren Bürgermeister werden gebeten, von dieser Einladung den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins speciell Kennt- niß zu geben. Gießen, den 19. August 1872. Der Director des landwirthschaftlichen ^ezirksvereins für den Kreis Gießen: v. Röder. Geschicklichkeit durchführt. , , . „ Von der Virtuosität der Durchführung ist der Erfolg des Systems aller- dings wesentlich bedingt: Fehler dürfen nicht begangen werden, und wenn trotz aller Klugheit der alte Meister der Jntrigue durch sein h-filges Temperament sich dennoch einmal zu einem Mißgriff so.,reißen läßt, so muß derselbe so schnell und so geschickt al« möglich wieder gut gemacht werden. Erleichtert wird dem gewandten Staatsmann feine Methode du-ch d:e Unfähigkeit seiner Gegner und Rivalen. Befände sich in der Versammlung ein Rechnungsablage für 1871. Verwendung der dem Verein zur Verfügung stehenden Mittel. Vortrag des Herrn Profeffor Dr. Thaer „über die Kartoffel." Liegt nach dem Stand der Pferdezucht im Kreis Gießen ein Bedürfniß für Errichtung einer Beschälstation innerhalb des Kreises oder in dessen Nähe vor? Beschickung der Wiener Weltausstellung. Verschiedene Mittheilungen. einzelne Mitglieder noch andere Gegenstände zur Berathung ausgesetzt wünschen, so wird gebeten, dies vor Beginn der Versammlung dem Bekanntmachung. Der landwirthschaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird Samstag den 24. l. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Schiffenberg eine Generalversammlung abhalten, zu welcher die Mitglieder des Vereins und alle Freunde der Landwirthschaft, insbesondere die Herren Ortsvorstände und fort baar bezahlt. Sogenannte Luxuspferde werden bei zu hohen Preisfordernngen vom Handel ausgeschlossen, ebenso die zu wenig entwickelten, oder solche, die zu schwach, schwerfällig und ordinär, den Ansprüchen an ein Militär-, Zug-oder Reitpferd nicht entsprechen, anch Pferde, welche durch zu frühen Gebrauch gelitten haben, mangelhaft gebaut, mit bedeutenden Knochen oder anderen erheblichen Fehlern behaftet und nicht gängig sind. Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, fedem verkauften Pferde eine neue starke rindledcrne Trense mit starkem zweckmäßigem Gebiß, eine starke Kopshalfter, von Leder oder Hanf, mit zwei mindestens sechs Fuß langen starken Stricken ohne besondere Vergütung mitzugcben. Kriegs-Ministerium Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. von Schön. S ch in i ch. W b ""^»arbeit Koch. Bekanntmachung, den Ankauf von Remonten pro 1872 betreffend. Remonten im Alter von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Großherzogthnm Hessen nachstehende Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar: * - f, BmMlh. 19. Ailglisl M heim :ür gute Speise» Tchveider. Vst: ch, daß ich für guli wird auch in den Parlamentsferien mit ungeschwächter Kraft fortgesetzt. nicht wunderbar; denn die Stärke der Stellung des Herrn Thiers besteht eben darin, daß sie ihm eine beständige Frontveränderung gestattet, und er wurde glauben, sie zu schwächen, wenn cr von dieser Freiheit nicht den reichlichsten Gebrauch machte. Er betreibt das Geschäft daher methodisch, er hat sich ein System der parlamentarischen Strategie gebildet, welches er mit meisterhafter B e k a n n t m a ch u n g. Bete.: Auswanderung nack Canada. Aus einer von dem Consul des Deutschen Reichs zu Taronto (Canada) an das Reichskanzleramt gemachten Mittheilung geht hervor, daß nach Canada oder nach anderen englischen Colonien auswandernde Deutsche in den englischen Besitzungen nach einer gewissen Zeit wohl die Rechte aller eingeborenen englischen Bürger erwerben können, daß dieselben jedoch auf den Schutz der englischen Regierung im Auslande und besonders in Ländern, wo das Paßsystem besteht, vorläufig entweder gar nicht, oder doch nur höchst ausnahmsweise Anspruch machen können. Wir bringen dies in Auftrag Großh. Ministeriums des Innern hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den '13. August 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. *ci(tfä den Dtp Zr°d 1-6 G-l-"»" Grpeb. d. W» . -GescÜDst. »"'S"«, !>« «Uri* Alsfeld, Nieder-Gemünden, Nidda, Nieder-Wöllstadt, ,, „ Lich, September in Lorsch (8 Uhr), „ „ Bürstadt (12 Uhr), Die von der Militär-Commission nach gegenseitigem Uebereinkommen erkauften Pferde einziger Mann, der sich an Klugheit Thiers an die Seite stellen könnte, so hätte Dia hl dieser gar nicht vermocht, sein feines Spiel durchzuführen. Aber an staatsmännischen Capacitäten ist die Versailler Versammlung auffallend arm: durch seine Persönlichkeit vermag nicht Eines ihrer Mitglieder — Gambetta ausgenommen, der wenigstens in gcwiffen Kreisen einen großen Einfluß ausübt — sich Geltung und Autorität außerhalb der Versammlung, ja kaum innerhalb derselben zu verschaffen. Die alten Staatsmänner der Iulidynastie sind bis auf Thiers verbraucht; der bonapartistische Nachwuchs mag wohl die dem Franzosen eigen- thümliche Verwaltungsroutine genügend ausgebildet haben; aber ein wirklicher Staatsmann ist, etwa Rouher ausgenommen, aus der Schule des Kaiserreichs nicht hervorgegangen. Und hätte die kaiserliche Partei auch wirklich hervorragendere Kräfte aufzuwrisen, was würde sie damit für den Augenblick gewinnen? Dem Kaiserthum wird ausschießlich die Verantwortung für alles Unglück auf. gebürdet, und die Bezeichnung Imperialist würde genügen, um auch den fähigsten Staatsmann von vorn herein in der Nationalversammlung zu isoliren, wie Rouher, dem flch Einsicht und Fähigkeit nicht absprechen läßt, zur Genüge erfahren hat. So fand Thiers in der Versammlung Niemanden vor, der ihm die Spitze hätte bieten können, und daraus ergab sich von selbst, daß er thatsächlich nicht der Diener, nicht das Organ der Versammlung sein konnte, sondern seine persön- liche Bedeutung wies ihm eine Stelle neben der ganzen Versammlung an. Vertrat die Versammlung das Land, so konnte Thiers ganz denselben Anspruch erheben; denn die öffentliche Meinung hatte ihn so entschieden als den Regenten Frankreichs bezeichnet, daß die Versammlung, sie mochte wollen oder nicht, der öffentlichen Meinung Folge leisten und ihm die Stelle des Staatsoberhauptes übertragen mußte. Daraus entwickelte sich rasch ein scharf ausgesprochener Dualismus, den Thiers, selbst wenn er sich der Versammlung hätte unterordnen wollen, ein parlamentarisches Regime unmöglich gemacht hätte. Aber er wollte gar nicht; seine Neigungen stimmten vollkommen mit den Erfordernissen der Lage überein. Und zugleich mit den Neigungen und Anlagen der Franzosen, die, wie sehr sie sich auch einbilden, Republikaner zu sein, doch, ohne es zu ahnen, sich immer in der Richtung auf die Diktatur bewegen. Es war daher vollkommen erklärlich, daß das Land in allen Kämpfen zwischen Thiers und den Parteien der Versammlung für Ersteren, der den Franzose» in concentrirter einheitlicher Form der Nationalsouverainetät zu vertreten schien, Partei nahm. Die Hand- greiflichen Fehler der Majorität bestärkten die Nation in dieser Richtung. Je mehr die Versammlung sich diScreditirte, um so höher stieg das Ansehen Thiers', um so näher wurde es ihm gelegt, sich eine persönliche Alleinherrschaft zu schaffen, die sich von der absoluten Monarchie nur durch eine zeitliche Begrenzung unterscheidet. Um diese Stellung zu behaupten, mußte er vor Allem darauf Bedacht nehmen, sich keiner Partei zu eigen zu geben, und auf der anderen Seite mit keiner unwiderruflich zu brechen, all' zu demüthigen, und doch keiner die Hoffnung abzuschnciden, daß auch ihre Wünsche und Interessen im Rathe des Präsidenten Gehör und Berücksichtigung finden würden. So arbeitete sich Thiers hindurch durch eine Reihe von Conflicten bald mit dieser, bald mit jener Partei, aus denen allen er gestärkt hervorging. Denn einerseits zeigte sich bei jedem Zusammenstoß, daß die feindliche Partei nicht stark genug sei, um ihn zu stürzen, daß sie seinen Sturz nicht einmal wünschen durfte, weil sie schlechterdings nicht wußte, wen sie an seine Steve setzen sollte; andererseits versäumte er, ohne sich um den Aerger seiner Bundesgenossen zu kümmern, niemals, dem geschlagenen Feinde die Hand zu reichen, ihn huldreich vom Boden zu erheben und ein kräftiges Trosteswort zu spenden. Er wollte über den Parteien stehen und er stand wirklich über ihnen; denn in der heute besiegten Partei hatte er morgen einen Bundesgenossen, wenn er den bisherigen Verbündeten entgegentreten mußte, weil ihn ihr Drängen, den gemeinsam er- sochttnen Sieg in ihrem Parteiinteresse auszubeuten, lästig wurde. Seine neuesten Wanderungen überbieten an Keckheit und Verschlagenheit alles bisher von ihm Geleistete. Er muthet der Linken zu, ihre politische Ehre preiszugeben, ihre besten Ueberlieferungen und Grundsätze zu verleugnen. Die Linke läßt sich fangen, sie opfert ihre handelspolitischen Grundsätze und hilft ihm, seine Steuerprojecte durchbringen. Damit glaubt sie Thiers sicher in Händen zu haben, aber sie täuscht sich, Thiers hatte sie tu Händen. Sie hatte sich com- promittirt und einen Beweis von politischer Schwäche und Haltungslosigkeit abgelegt, der ihr in Zukunft möglicher Weise noch theuer zu stehen kommen kann. Es giebt gewisse Principien, die eine Partei nicht über Bord werfen darf, wenn sie sich nicht vorwerfen lassen will, daß sie eine grundsatzlose Partei ist. Die Erbitterung der Rechten hatte gegen den Schluß der Session hier einen ungewöhnlich hohen Grad erreicht. Bald aber sahen wenigstens die gemäßigteren Conservativen ein, daß es Thiers gar nicht so schlimm mit ihnen meine. Thiers war wieder der liebenswürdige alte Herr. Natürlich. Es fiel Thiers ja gar nicht ein, die Sache der radikalen Republikaner zu führen, und sich etwa an der Agitation für Auflösung der Versammlung zu betheiligeu. Stirbt die Versamm- lung an Altersschwäche, gut. Weshalb aber sollte Thiers ihr Ende beschleunigen? Grade, daß die Radikalen die Ferien benutzen wollen, um einen Sturm gegen die Versammlung zu erregen, bestimmte ihn, seine Organe anzuweisen, daß sie der Auflösungsbewegung entgegentreten. Thicrs will die Konservative Republik." Was er, was überhaupt die Franzosen darunter verstehn, dürfte sich definitiv kaum definiren lassen: sie meinen damit eben nur das Gegentheil von der radikalen, von der Gambetta'schen Republik. Betont Thiers grade das Wort „Republik", so führt er die Linke, wohin er will, betont er das Wort „konservativ", so betrachtet wenigstens der gemäßigte Theil der Rechten ihn als den Vorkämpfer der guten Sache. Jetzt legt er, nachdem er die Linke ausgebeutet, plötzlich wieder den Ton auf „konservativ", und sofort tritt wieder eine Verschiebung der Parteiverhältnisse ein. St.-Marc-Girardin hat ganz gewiß die Lage richtig characterisirt, wenn er behauptet, daß Thiers die Linke dupirt habe: das konnte man auch schon vor der Veröffentlichung von Girardin'S boshaftem Schreiben merken. Ob aber Girardin klug daran gethan hat, dies so offener Weise auszusprechen, ist eine andere Frage. Er will den Präsidenten dadurch in Verlegenheit srtzen und die Linke ärgern, und den Zweck hat er natürlich erreicht. Wäre er aber ein ernsthafter Politiker, so würde er dem Kitzel widerstanden und nicht in einen Proceß ein- gegriffen haben, der einen den gemäßigten Parteien sehr günstigen Verlauf zu nehmen versprach. Die Veröffentlichung des Schreibens kann Herrn Thiers möglicher Weise nöthigen, eine neue Frontveränderung, diesmal nicht zu Gunsten der konservativen Miltelparteien, vorzuberciten. Deutschland. Berlin, 17. Aug. Eine reichsfeindliche ultramontane oder socialdemokra- tische oder auch polnisch-separatische Presse in Oesterreich-Ungarn sowohl wie im neuen deutschen Reiche gefällt sich darin, an der Befürchtung festzuhalten, daß die bevorstehende Monarchenbegegnung nicht blos eine Friedensdemonstration bleiben, sondern eine neue Reactionsperiode eröffnen und eine Herstellung der heiligen Allianz bedeuten werde. Hiergegen erinnert die Wiener „N. fr. Pr." ganz gut an die hiesige Jahn-Feier. Sie schreibt u. A.: „Die den Siürmen von 1848 folgende Reoetionsepoche ging vielleicht in Gestattung und Förderung der Seelenknechtung noch zurück hinter die Schmachzeit, welche die Erinnerung an den Aus- schwung in den Freiheitskriegen zu tilgen bemüht war: doch sie betrachtete hun- dert Dinge, vor welchen während der Herrschaft der heiligen Allianz die Staats- lenker Europas bebten, als ungefährlich, nicht zu verbieten, als natürliches Menschenrecht. Um ganz zu ermessen, wie weit wir vorwärts gekommen sind, muß mau ein halbes Jahrhundert zurückdeuken können, muß man die Zeit der heiligen Allianz miterlebt haben, als alle edlen Geister, augeekclt und verzagend, sich von den politischen und nationalen Angelegenheiten abwendeten und in der Kunst Trost und Vergessen suchten. Damals, als Jahn, der fanatische Royalist, von Gcfängniß zu Gefängniß geschleppt, in Ketten geworfen wurde, und alles Wirken für die Menschen abschwur; als die Demagogenhetzen die Blüthe der deutschen Jugend vom grünenden Stamme unseres Volkes in den Koth rissen; als die Hoffnung von Deutschlands Zukunft in den Kerkern verkam oder in der Der- borgenheit kleiner Städte hinwelkte; als in Spanien die Freiheit in den Blutströmen ihrer Bekenner erstickt wurde, in Frankreich die Ultras ihre Orgien feierten, in Neapel Der Constitutionaiismus in den letzten Zuckungen lag: damals wagte die überschwängliche Hoffnungssrligkeit nicht, die Gestaltung Der Dinge zu erhoffen, die wir heute erleben und nur durch den Vergleich mit Der Vergangenheit vollauf würdigen können, und selbst die allvertrauende Jugend löste ihren Bund in schmerzlichem Verzagen: Und Gott hat es gelitten, — Wer weiß, was er gewollt! Heute aber ist nicht nur dem einstigen Gefangenen, dem Jnternirten ein Denkmal gesetzt, auch der dem Vater charactergleiche Sohn desselben Fürsten, der gerade v n volksthümlichsten Männern der Freiheitskriege tief abgeneigt war, ruft den Jüngern Jahn's das einst als hochverrätherisch verfolgte und bestrafte „Gut Heil!" zu. Und dieser Gruß ist beinahe selbstverständlich, regt Niemand zu Verwunderung oder gar Begeisterung an. Er paßt in die Zeit, die Verhältnisse, die Stimmungen; er ist ein unauffälliges, aber gerade darum bedeutsames Zeichen der Zeit. Wohl ohne daß der Absender es wollte und ahnte, hat das Gasietner Telegramm an die zum Weihefeste in Berlin Versammelten die — ohnedies geheuchelten — an die Zusammenkunft Der Kaiser von Oesterreich, RußlanD und Deutschland geknüpften Befürchtungen vor Wiederkehr der heiligen Allianz schlagender widerlegt, als alle Artikel der liberalen Presse Europas es konnten." Hoffentlich wird der Verlauf der bevorstehenden Hof- und Militärfeste demnächst alle die Befürchtungen, welche merkwürdigerweise die doch sonst in dieser Richtung leicht mißtrauische öffentliche Meinung in England noch gar nicht beunruhigten und bisher hauptsächlich nur im Lager der schwarzen Rückschrittler oder der rothen Umstürzler sich regten, völlig Niederschlagen. Zu diplomatischen Staatsactionen, zu Conferenzen und Protokollen wird es gar nicht kommen; allein den vereinzelt auftretenden entgegengesetzten Gerüchten fehlt jede Glaubwürdigkeit. Frankfurt/ 18. August. Der Raubmörder Völcker, welcher zum Tode ver- urtheilt, vom Kaiser aber zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden ist, ist aus dem Gefängniß entsprungen und hat man bis jetzt noch keine Spur von demselben entdeckt. Köln, 17. Aug. Dem Superior des hiesigen JesuttenhauseS, Herrn Pater Rive, wurde, der „Kölnischen Volkszeitung" zufolge, heute von der Polizeibehörde folgendes Schreiben zugestellt: Köln, 17. August 1872. In Verfolg meiner Verfügung vom 7. d. M. werden Sie benachrichtigt, daß nach Anordnung der königlichen Negierung hier- felbst vom 17. d. M. die hiesige Niederlassung der Gesellschaft Jesu binnen vier Wochen aufzulösen ist. An die in dieser Niederlassung vereinigten Angehörigen oes Ordens lasse ich daher hiermit die Aufforderung ergehen, Das OrDenSkloster innerhalb vier Wochen zu verlassen. Von der erfolgten Räumung des Klosters werde ich mich nach Ablauf dieser Frist überzeugen. — Der königl. Polizeipräsident, DevenS. An den Superior Der Gesellschaft Jesu, Herrn Rive, Hochwürden, hier. Breslau, 19. August. Der 13. allgemeine deutsche Genoffenschaftstag ist gestern unter äußerst zahlreicher Betheiligung eröffnet worden. Zu Präsidenten wurden Nizze (Nibnitz), Laßwitz (Breslau) und Stromeyer (Constanz) gewählt. Oesterreich. Wien, 16. Aug. Zur Einwanderung der Jesuiten meldet die „Presse": Die Zahl der beunruhigenden Meldungen Über die Invasion der Jesuiten nimmt stetig zu. So viel bisher sicher gestellt erscheint, wurden von österreichischen Provinzen namentlich Galizien, Mähren und Vorarlberg und vermuthlich auch bereits Böhmen mit Ansiedelungen von aus Deutschland ausgewiesenen Mitgliedern des Jesuitenordens heimgesucht. Trotz der Instruction des Ministeriums an die Statthalter verlautet jedoch bisher auch nicht das Geringste über ein behördliches Einschreiten gegen die unheilvolle Ueberflutung. Da die Regierung keine weiteren Schritte macht, so hat ein bekannter Ex-OfficiosuS der Sache sich bemächtigt und gibt die Elfindung zum Besten, es sei eine Nachtragsinstruction an die Statt- Halter erlassen worden dcs Inhalts, sie mögen das Fremdengesetz unter Umgang- nahme von Der Berichterstattung an das Ministerium gegen die Jesuiten ohne weiteren Verzug und ohne weitere Rücksicht in Anwendung bringen. Es scheint, daß das Ministerium in Der Thal nichts mehr zu unternehmen gedenkt und mit feinem Erlasse an die Landeschefs, so wie mit Der genannten Erfindung des entlassenen Officiösen sich zufrieden gibt. Frankreich. Paris, 16. Aug. „Le Soir" bringt eine Mittheilung über die Festungsarbeiten in Belfort, die mit einer ähnlichen der „Agence HavaS" übereinstimmt, wonach nur geschieht, was die Regel ist, daß jeder mit einer Besatzung belegte Platz im Zustande der VertheidigungSfähigkeit sein soll. Die französische Regierung hat, wie es scheint, einen Sachkundigen nach Belfort geschickt, der am 12. August die Arbeiten der Deutschen in Augenschein nahm. Dieser Offizier vom Genie, welcher unter Oberst Denfert zu Belfort in Garnison stand, theilt dem „Soir" mit: „Die Belagerung von Belfort und Die sechSzig Tage des Bombardement- von Fort und Stadt hatten Fort und Wälle zerstört, alle Vertheidigungswerke und alle zur Kasernirung der Truppen bestimmten Gebäude. Als die Preußen nach Dem Waffenstillstände einzogen, führten sie in Eile einige DertheidigungS- arbeiten aus, um Den Platz gegen einen Handstreich zu decken. In der Convention über die Räumung des Gebietes wurde vereinbart, daß Belfort der letzte occupirte Punkt sein solle. Der Effectivstand Der Okkupationsarmee verdammt Belfort zu einer zahlreichen Besatzung. Die Deutschen, die Dem Zufalle nichts Überlassen, haben den Platz, was ihnen vertragsmäßig zusteht, in vollkommenen Vertheidi- gungsstand gesetzt. Forts, Wälle, Vorwerke, Alles wird auf Kriegsfuß hergestellt aber kein Werk gebaut." Aus diesen Thatsachen, welche die französischen Blätter leicht erfahren konnten, erhellt also die gänzliche Grundlosigkeit der Beschuldiguu- Sw Lonlm, anb Die Reise hält sich ötften sich vor dm j Belfast, verlaufen. S vundungen vo die Straßen. Heiligk'il unt; Mrvar/lte Ei Atitüt! titeln in Den Stand nächst 31* l Stuhles viever fort Lustschloss" lichen Frtudeitb feiner Gattin ( Wert von P neid werden; । Voraussetzung e reicht vorerst zi auf einen Carl nimmt. Rolll. 5 llnircrt" v" *bt’J’ 7" z, z°ig> d"l" « HW 1 t\tW °°°2 iriltn unt R B N«lt"' ßl »ollte d" handelt hätte w Wunmthc Cinm 3 wohnten aus \ und ihre hohe ein Volksfest, jestät ist voll!. Die „Ti sich, begleitet v «ist nach Kiot, virb eine neue angemessen sein Mächte stnd die den, datz kl bi «ns von de< 0 Binger "d-m tobte trotz der rMeier, bif A',er bildete eir tW, der die * «1 weg« $'*», bei Ne 833/4 Oberhessen Geltd/sorteie. ü. kr. Arnerik. Bonde « zu» Tode »«• begütigt worden noch feine Spur uses, Herrn Pater der Polizeibehörde 1882r 96'/r 1885r 97% t887r — PrioFitStegfie 3O/o oster. Stsb.-Prior. 59 3% öat. >3. Lombard 513/4 ZO/o Llvorneser 39t/g 50/0 Toscaner 617/8 5% Elisabeth.-Prlor. — do. II Emiss. 847/& Besondere Bekanntmachung. Marktverlegung. ng voa 7. d. M. 1 Regierung hier« Jtfn binnen vier glerr -nge-öcherr ta6 Orden-ktopr iung de» Kfoßert Versteigerungen. Arbeitsversteigerung. 3896) Die Reparatur an dem Pfarr- heuse zu Rödgen, bestehend in Maurerarbeit, veranschlagt zu 10 fl., Stetndeckerarbett, veranschlagt zu 70 fl-, sammelt hielt. Schwungvolle Reden, Toaste auf S- M. den deutschen Kaiser (ausgebracht von dem Präsidenten des Vereins, Herrn Adolph Busch aus Gießen), auf das Großh. Haus, die Einwohnerschaft Bingen's, das Gedeihen des Vereins u. s. w- trugen wesentlich zur animirten Stimmung der Festtheilnehmer bei, so daß wohl keiner derselben das Fest ohne das Gefühl der lebhaftesten Befriedigung verlassen haben dürfte. Die Betheiligung der hiesigen Bürgerschaft an dem Feste war eine überaus zahlreiche. Berlin. Folgender Vorfall erregt hier seit einigen Tagen in ärztlichen Kreisen eine peinliche Aufregung. Ein junger, unter seinen Collegen durch sein bedeutendes Wissen in hohem Ansehen stehender Arzt wurde vor etwa acht Tagen, Abends gegen 9 Uhr, durch ein Dienstmädchen nach dem Hause eines bekannten, reichen „Lebemannes" gerufen, woselbst eine junge Dame plötzlich schwer erkrankt sei und schleuniger ärztlicher Hülfe bedürfe. Er folgte dem Rufe sofort und erkundigte sich unterwegs bet dem Mädchen noch über die Art und Weise der Krankheitserscheinungen der Patientin, wobei er dann noch erfährt, daß der Hausarzt des Dandy nicht zu treffen gewesen sei, und daß der Portier sie dann zu ihm geschickt habe. Nachdem er das Haus betreten hat, wird er in ein Zimmer geführt, wo er auf einem Sopha eine Frauengestalt in äußerst derangirter Toilette hingestreckt liegen sieht. Als er aber näher tritt, da erkennt er zu seinem Entsetzen---seine eigene junge Frau, die er in Begleitung einer Freundin im Theater wähnte. Durch den sofort eingeleiteten Ehescheidungsproceß ist die Sache in die Oeffentlichkeit gedrungen. (Großer Schwindel.) Vor Kurzem verbreitete sich im Gouvernement Minsk das Gerücht, die russische Regierung hätte einen Befehl erlassen, dem zufolge alle Mädchen des Minsker Gouvernements auf das schwarze Meer gebracht werden müßten. Es habe nämlich die russische Prinzessin einen ausländischen Prinzen geheirathet, welcher in Amerika am schwarzen Meer ein von „schwarzen Mohren" bewohntes Land besitze. Nun hätte es dem Czaren und seiner Gemahlin nicht gefallen, daß ihre Tochter unter lauter Mohren leben solle, und sie hätten daher verordnet, daß alle Bauernmädchen des Minsker Gouvernements dorthin geschickt werden sollten, um dem Lande eine weiße Nachkommenschaft zu ermöglichen. Die meisten der „unglücklichen Mädchen" waren entschlossen sich lieber das Leben zu nehmen, als diesem Befehle Folge zu leisten. Viele Bauern spendeten große Geldsummen, um ihre Töchter zu retten, und die Rettung war denn auch zur Hand. Es fanden sich nämlich drei barmherzige Männer, welche den Bauern bedeutende Geldsummen abnahmen und deren Töchter dann für befreit erklärten- Wie sich ergab, waren dies zwei pensionirte Officiere und ein pensionirter Beamter, die das Gerücht verbreitet hatten, um auf diese Weise Geld zu erpressen. Sie trieben ihr Unwesen jedoch nicht lange: die Behörden, welche von dem Treiben Kenntniß erhielten, veranlaßten die Verhaftung der drei Schwindler, in deren Besitz man bedeutende Geldsummen fand. 3881) Der auf den 3. October l. I- angesetzte Jahrmarkt »ahier ist wegen des gleichzeitigen jüdischen Neujahrsfestes auf Donnerstag den 26. September 1. Vergebung der Bettwäsche-Reinigung für die Garnison-Verwaltung Gießen. 3853) Donnerstag den 22. d. Mts,, Vormittags 10 Uhr, wird in dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Verwaltung die Reinigung der Bettwäsche pro 1872/73 mittelst öffentlicher Submission vergeben, woselbst die Bedingungen zur Einsicht der Interessenten offen liegen. Gießen, den 16. August 1872. Großherzogliche Garnison-Verwaltung. verlegt worden. Herborn, den 17. August 1872. Der Bürgermeister: Todt. 3882) Incarnat-Kl eesaamen bei ;Emil Vistor. Aetißffl. 5% östr. F. 8t. E. B. 370^ Lombard. Bahn 2251/2 Ludwigsh.-Bexbach 202 Maibahn 147 Bayer. Ostbalm 1385/g Bhein-Nahebalin-Act. — liess. Lv.dwigsb.-Aot. 185 t, Denn», itn, hier. mjW-M 'S Zu PlaDentlü lorchnj) geM gen und Verdächtigungen der chauvinistischen Hetzer, welche den Franzosen vorlogen, Deutschland wolle Belfort nicht herausgeben, es biete ein anderes Stück von Elsaß als Entschädigung an, Belfort sei ihm zu wichtig rc. Italien. Rom. Wir wissen, daß in Folge des Briefes des Msgr. Nardi an das „UniscrS" der Cardinal Antonelli eine ernste Unterredung mit dem heiligen Vater gehabt und ihm erklärt habe, daß er nicht länger im Amte bleiben könnte, wenn einfache Monsignori wie Nardi fortfahren dürften, die Autorität des heiligen Stuhles herabzuziehen, indem sie im Namen des Papstes Zeitungsartikel schreiben. In Folge dieser Unterredung ist auch den klerikalen Zeitungen verboten worden, die Reden zu veröffentlichen, welche der Papst bei seinen Empfängen hält. Rom, 12. Aug. Der Papst ist durch das Widerstreben vieler Clerikalen am Wahltage gereizt worben, da er das Gegentheil erwartet hatte. Es würde vielleicht anders ausgefallen sein, wenn er die Theilnahme an den Wahlen befohlen und nicht blos gewünscht hätte. Er lobte deshalb vor vielen Cardinälen und Prälaten diejenigen römischen Pfarrer, welche an die Wahlurne getreten sind. Er wollte die Namen wissen und bedauerte, daß von 54 nur 3 in seinem Sinne gehandelt hatten. In der Kirche S. Lorenzo in Lucina wurde vor dem im Rufe ber Wunderthätigkeit stehenden Bilde della Madonna della Sanita diesen Morgen eine feierliche Messe für die Erhaltung und für eine noch lange Regierung Sr. Heiligkeit unter der Theilnahme vieler Anhänger des Vatikans celebrirt. — Der unerwartete Erfolg der französischen Anleihe hat auf die geknickten Geister im Batlkan ellctrisch gewirkt. So sieht man Frankreich plötzlich wieder vollkommen in den Stand gesetzt, sein früheres militärisches Prestige neu zu schaffen, um zu- nächst Italien gebieterisch zu überwachen und die weltliche Herrschaft des heiligen Stuhles wieder aufzurichten. So baut man auf dem rechten Tiberufer fort und fort Luftschlösser. Der Brief des Papstes an Herrn Goulard mit überschweng- lichen Freudenbezeugungen über den guten Erfolg der Anleihe und das gleichzeitig seiner Gattin geschenkte Reliquiarium sagen das Uebrige. — Der Erzbischof Guibert von Paris soll mit dem NuneiuS Msgr. Chigi in Kurzem zum Cardinal creirt werden; ein Pfand des Vertrauens, das Herr Thiers von Pius IX. in der Voraussetzung erhält, daß die Interessen des heiligen Stuhles mit denen Frankreichs vorerst zusammengchen werden. Thiers könnte somit im nächsten Conclave auf einen Cardinal rechnen, der die Interessen der gallicanischen Kirche wahr- vimmt. Frankf. Bank 1431/2 Frankf. Vereins-Kasee 153 Darmst. Bankact. 513 Wien B&nkactlen 940 Oesi. Creditact. 364’/2 Galizien 265 Börsenberichte. Frankfurt a. M., 19. August. Die Börse eröffnete heute die Woche mit einer kleinen Baisse der Speculalionscffecten, die indeß nur auf mattere Meldungen von auswärts, namentlich von W:.n, zurückzuführen sind. Der Geschäftsumfang war unter solchen Umständen kein bedeutender und Staatsbahnactien gingen in Folge dessen auf 368y2, Creditactien aus 3683/4 und Lombarden bis 223 zurück. Auf das Bankgebiet übte die flaue Stimmung nur insofern Einfluß aus, als die Courfe nicht weiter vorgestoßen wurden und die Umsätze sich in etwas engeren Grenzen hielten, als man die letzte Zeit über gewöhnt war. Nur einzelne Bankcffecten, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen, haben PrriSaufbesserungen js verzeichnen, wie z. B. Frankfurter Wechslerbank, Amsterdamer und Hahv'sche Effectenbank, sodann ProvinzialdiSconten und Darmstädter. Während so das Geschäft in Banken einen gewissen Stillstand verzeichnet, hatte sich jenes der Bahnen größerer Beliebtheit zu erfreuen und Alföld, Elisabeth, Galizier, Donau-Drau, Albrecht und Siebenbürgter wurden bei guten Coursen in Posten abgenommen. Prioritäten waren gleichfalls in gutem Verkehr, namentlich Donau-Drau, welche vielfach gegen die theueren Sorten getauscht wurden. Oesterreichische Renten blieben heute ziemlich still, ebenso Loose. Amerikanische StaatenbondS fest, Prioritäten eine Kleinigkeit besser. soll Donnerstag den 22. d. M., Vormittags 8 Uhr, auf dem Pfarrhof dahier öffentlich in Accord gegeben werden- Rödgen, den 19. August 1872. I- A-: L. Hahn, Bezirksbauaufsehcr. Feilgebotenes. | Eingemachte Gurken empfehlen Jf. A. Busch Söhne. jiKrtinlli®®' «MM 'fPrr Son all Dl» ' .. Y w* r,1$ 1 «tltht'vi' tt oie „Pltse": ■ Jksuitc« nimmt ikukilhischen Pro- «stich auch brttiiS 1 Milziirdttn drs m6 an du Sia"' nfl feine tveitttttt ich bklväcbiigi und ca an die Statt- ,■ unter Umgang* tu 3r öfflMchr Mei« ptsWch uur im sich regten, völlig n und ProtMea ; entgegengesetzten „ Papierrente 611/4 Spanier, ueuest. 3°/0 293/8 “ " ’ 1881 r 991/2 England. London, 14 Aug. Die Königin hat mit ihrem Gefolge Osborne verlassen und die Reise nach Edinburg und Balmoral angetreten. Der Exkaffer Napoleon halt sich gegenwärtig in Brighton auf. Eine große Menschenmasse versammelte sich vor dem Hotel, als der Kaiser von Bognor ankam, und wurde etwas lästig. Belfast, 19. August. Der gestrige Tag ist unter fortwährenden Unruhen . verlaufen. Sowohl auf Seiten der Polizisten wie der Tumultuanten fielen Der- ’ w undungen vor. Die Polizei mußte auf den Pöbel feuern. Die Truppen besetzten ; die Straßen. Don allen Seiten kommen Truppenverstärkungen. Rußland. Einem Telegramm des „Nez.-Anz." aus Livadia vom 9. August zufolge wohnten aus Anlaß des Geburtöfestrs der Kaiserin am 8. d. M. Ihre Majestäten und ihre Hoheiten der Messe in der Palaiskirche bei. Am Abend fand in Livadia ein Volksfest mit Illumination und Feuerwerk statt. Die Gesundheit ihrer Ma- jestät ist vollkommen bffriedigend. Asien. Die „Times" berichtet aus Japan: Der Mikado hat Neddo verlassen und sich, begleitet von acht Kriegsschiffen, am 28. Juni auf eine 40tägige Jnspections. reift nach Kioto und anderen südlichen Provinzen begeben. — Die Regierung wird cine neue Religion einführen, die aufgeklärter, einfacher und allen Parteien angemessen sein wird. — Bei der Zusammenkunft mit den Gesandten der fremden Mächte sind die formellen Schwierigkeiten von dem Mikado dadurch beseitigt wor- den, daß er beiden Parteien zu stehen gestattete. Zuerst wurde der Admiral Jenkins von der nordamerikanischen Flotte vorgestellt. » n 25 n 55 Kurh. 40 ThJr. Loose 71 Vs Nassau 25 fL 451/2 5 Braunschweiger 22 ?30/o Oldenburg, ä 4OThJr.387/6 |40/0 bayr. Präm. Anl. — 40/0 badische Loose 111 Badische fl. 35 Loose — Oestr. fl. 250 v. 1854 853/4 1858r Prforitätsloosti 207 1860r Loose 94/g Pistolen . . 9 41—48 „ doppelte 9 41—43 | Holl. fl. 10SL 9 53—55 gDucaten . . 5 34—36 ® 420 Frankenst. 9 20 V2—21Vz Engi. Sover. 11 49—51 i Buss. Imper. 9 43—45 1 Dollar in Gold 2 25-26 3 Verwischtes. □ Bingen Rh, 19- August. Auch hier Hai sich kürzlich n°ch dem Vorbild- anderer Städte des deutschen Vaterlandes ein „Krieger-Verein gebildet, dessen Mitglieder trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits nach Hunderten zahlen. Derselbe veranstaltete am gestrigen Sonntage, dem Jahrestage der Schlacht bn Gravelotte eme Gedenkfeier, die in ebenso brillanter, als wurdtger Welse verlief. Den Schluß der Feier bildete ein solenner Fest-Ball in den sinnig decorirten Raumen beö Hofes", der die Festgenossen in heiterster Laune bis zur frühesten Morgen stund e^ver-^ Neue Holland. Vollhäringe, neue schottische Matjeshäringe, geräuch. Winter-Rheinlachs, empfahlen (3683) I. A. Busch Söhne. 3894) Ein Pudelhund, ein halbes Jahr alt, ist zu verkaufen. Lit. A. 29.___________ 3883) Handdreschmaschinen, mit und ohne Strohschüttler, Futterschneidmaschi- nen bei__Emil Pistor. AnMagenkrampf, Verdauungs- schwttche rc. rc. Leidenden wird das seit beinahe 50 Jahren segensreich wirkende Dr. med. Doecks’fdje Heilmittel empfohlen. 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Gesucht! 3890) Zur weiteren Fortbildung in der französischen und englischen Sprache wird ein Lehrer gesucht; besonderer Werth wird auf Conversation gelegt. Näheres zu er- fahren bei der Expedition d. Bltts. 3535) Zimmergesellen finden danernde Beschästignng bei I. Alker. 3836) Ein tüchtiges Mädchen in Dienst gesucht von Bergverwalter Kilbinger, ____________Gießener Braunsteinwerk. 3866) Ein Mädchen gegen hohen Lohn zum sofortigen Eintritt gesucht. Zu er; fragen in der Exped. d. Bltts. 3892) Ein braves Mädchen, welches bürgerlich kochen kann, wird gegen guten Lohn auf Mitte oder Ende September zu miethen gesucht-__PH. Uhl. 3893) Ein anständiges, tüchtiges und mit guten Zeugnissen versehenes Hausmädchen wird zu Michaelis gesucht von Geh. Justizrath Was fers chleben 3185) Ein oder zwei Gymnasiasten können Kost und Logis erhalten. Näheres Lit- B Nr- 78-___________________ 3897) Am Samstag ist vom Marktplatz bis zum Neuenweger Thor ein Medaillon verloren worden. Der redliche Finder wird gebeten, solches gegen eine gute Belohnung bei der Exped. d. Bltts. abzugeben. Missionsstst in Mmyenberg. 3895) Der ev.-luth. Missionsverein für Oberhessen wird D. v. Donnerstag den 29. August, Morgens 10 Uhr, sein Hauptfest feiern. Prediger- ^^des von Leipzig; 2) Herr Pfarrer Ihme aus dem Elsaß und 3) Herr Pfarrer Schlosser aus Reichenbach. | Geschäfts-Eröffnung. mit Garantie in Gold, Silber und anderem Metall, ® in allen Größen und zu jedem Preise. A Specialität von -Remontoirs au pendant, Pendulen, Regula- 2 teure und Musikwerke, Uhrketten, -Gläser ;c. ?c. y Jede Reparatur wird prompt und schnell besorgt. s eI« Hiev, ST Seltersweg, ® (3873) vis-ä-vis dem Herrn Moritz Heichelheim. Niederlage für den Detailverkauf dahier bei Herrn Wilh. Balser, Wallthorstraße. Alle Arten Petroleum - Lampen mit Flach- und Rundbrennern neuester und bester Construction. Große Auswahl. Billigste Preise. Annahme von Reparaturen und Besorgung von Umänderungen von Lampen. 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Vermischte Anzeigen. 3899) Eine Wohnung, bestehend aus 3 Zimmern und Zubehör, Bleichplatz und Trockenboden, ist an eine stille Familie pr- 1. October zu vermiethen. ______________________Emil Pi stör. 3891) Eine freundliche Familienwohnung außerhalb der Stadt, bestehend in 4 Zimmern, Keller und Bodenraum nebst Bleichplatz ist zu vermiethen und den 1. October zu beziehen. Näheres bei der Exped d. Bltts. 3869) Der untere Stock nebst Laden des Balser'schen Hauses, Neuenbäuen Nr. 85, ist auf den 1. October zu vermiethen, be§: gleichen ein Pferdestall. Th. Wode. 3627) Das von Herrn Earl Peppler bewohnte Logis ist pr. 1. November ander- weit zu vermiethen. ______________H. Adami, Alicenstraße. 2875) Ein Familienlogis, bestehend aus 3 bis 4 Zimmern, ist zu vermiethen und sogleich bestehbar. Walltborstraße Nr. 199. 3792) Das von Herrn Pomnitz bewohnte Logis ist wegzugshalber zu vermiethen und Mitte Oclobcr beziehbar. Karl Kaspar, vor dem Neuenweger Thor. Turnverein. Generalversammlung Dienstag den 20. August, präcis 9 Uhr, in der Turnhalle. Tagesordnung: 1) Berichterstattung des Ausschusses über Abhaltung des 25jährigen Stiftungsfestes. 2) Berichterstattung über den letzten Bezirksturntag. 3) Allgemeine Vereinsangelegenheiten. (3852) Der Vorsta d. „Concordia.“ Mittwoch den 21. August, Abends 8'/z Uhr: Generalversammlung. Tagesordnung: 1) Berichttrstaitung des Vorstandes. 2) Anmeldungen. 3) Besprechung über die diesjährige pro- jectirte Gesellschaftsreise. 4) Feiernder Gefangennahme „des Mannes von Sedan." (3859) Der Vorstand. Die ©örtenlüubc. Die Nr. 32 bringt folgende Beiträge: Was die Schwalbe sang. Erzählung von Friedrich Spielhagen. (Fortsetzung.) — VomGroßvater auf den Enkel Orrgmalzeichnung von Kleinmichel. — Meine Kindheit. Von Gottfried Kinkel. (Geschrieben Winter 1849—50 im Gefängniß zu Naugardt.) IV. — Die „Hertha-Woche" im Goldlande. Von Theodor Kirchhoff. — Eine Stätte der Menschenliebe und Büraer- ehre. Von Fr. Hfm. Mit zwei Abbildungen: Das neue Johannisftift in Leipzig von der Hof- und Gartenseite. Nach einer Photographie auf Holr übertragen von H. Heubner; — Die Treppenhalle des neuen Johannis- stifts in Leipzig. Nach einer Skizze von Lochmann auf Holz übertragen von H. Heubner. — Tief unter der Erde! Von E. F. — Blätter und Blüthen: Ein wabr- haft „Hochwürdiger."_____________________________ Allgemeine Mmilien-Ieituiig, Jahrgang 1872. Jnhalts-Verzeichniß von Nr. 46: Text: Ein Hohenzoller im Süden. Historische Erzählung von W. Vaffauer (,Fortsetzung.) — Das Ozon und seine Bedeutung. Von Emil Sommer. — Ein Wüst! lmg auf dem Throne. Geschichtsblatt von Dr. Georg Hagen. — Aus den Annalen der Strergefechte. Skizze von E. Eckstein. — Frau Domina. Erzählung von Claire v. Glumer. (Fortsetzung.) — Ruiz Zorilla, königl. spanischer Minister-Präsident — Der internationale Kongreß für Gefängnißwesen zu London. — Sommer-Moden 1872 — Aus Belfort. — Die Blumenverkäuferin. — Der König der Thiere. — Chronik der Gegenwart. — Offene Korrespondenz. — Charade. — Bilder-Räthsel. . Illustrationen: Ruiz Zorilla, spanischer Minister-Präsident. — Die Verhaftung der Anna Boleyn. — Eine Sitzung des internationalen Gefängniß-Konaresses zu London. — Moden der Sommer-Saison 1872. — Skizzen aus Belfort. — Blumen' Verkäuferin. Nach einem Gemälde von F. Girard. — Löwen und Löwinnen aus Afrika. Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mtndener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. _________________und Mehlpreise ui verstoßener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Fruchtmärkte. Llug. Waiz Auf dem Markt :n. Korn. | Gerste. Spelz. | Hafer. Erbsen. 1 Linsen. Wicken. I Kartoffeln. Wcisr- mehl. loggen wchl. JJ? i t - - preis oem Markt a« o Mlt.- pieis Aus dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit-- preis Auf dem Markt Mit.- preis Auf dem Markt Mit.- preis » ff. fr. _ i| aus- flef- I fl.jfr- fauf- 1 flef. verk. st. kr. auf-1 flef- I fl.jfr. auf: flef- i st. kr- auf-1 flef. verk. st. "5^ verk. flljkr. auf. 1 flef. *2 st. kr. st. fr st. fr. Gießen Alsfeld Grünberg Laurerbach Mainz 17. 16. ■' 1 1 1 00 1 g 8 822 144 14 14 13 15 50 _8 17 1 CVD 1 I | UJt. 28 186 44 9 — 8; 5 10 20 9j 5 M. — z 20 ’s 1 J5 8 30 a I ! I I j 8 M. — litt! I 1 1 III § M. 39 11 3 4 9 50 M- _ - M- ! I I I I 1 1 III Fl II 1 1 1 gl M. II 1 1 1 | - M. M. — 1 1 1 1 1 1 M. M- 1 2 .3 40 — - — I l I I l »er Malter Wm,eu 200, «orn 180, Gerste 120, Erbs-U, Vi„;en, W.ckrn 220, Kartosscln 200. Mehl 140 -----— SHehactton, Druck und Vcrlaa der Brühl'schen Unw.-Druckeret (Fr. Chr. Pietsch) in Gikßm. -"75- Oonnen Strlin, Kaisers vom z für das teutfd dtchllM zu t 3e(u schon, n obgklausen ist, lchngln rorg unt> Doltrinäi »warten fei, fi (ein, und da, schn haben, I auch mit der geforderten du fe- abgrenzend Mnnilich bi bürgerliche Ci u. s. w., und sind toü dad liebet den ü diese ist nur eines Lollis Glliklationen gesltze — wie Auswüchse a M'sns, wom v'Mschnn 9 Sein Tchnitr tvendtg, um i Die [ nächsten Pas von einem $ schöpft, Wied, Regierung ar bntgegentomi bei manchen i sur staatSrecht e“rie mit ®, Mung, baß ' Die Ji »ti)t »i fan 3i StlfjUai Idolen. _ r ^d, um bort eet “ । Sklang tnb ttnn; 1" unt' Sl du o, 8 ll6,l,6 t'ii4 tllöubk ix litt. ' »ul fÄ> Oiflof »?6,t '•'»Sa