08 -*s ■** -r -L 'M * * inen ” jene» L Wt-1 die- 6fr.l anas- -g s 5 recken, u 8 im t. rtraa •; nach " 108. rutschen W t von Ham' Tpeii, Havre ans, Lan ?a, China l jun- r vereinigten , Erbschaften, ncrinit nnsern zugleich das 2 bis atnz. fle ijen Krieg'- 1«, ,,k.b. GcnE s rc- Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. Gießener Alizeiger. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. O. Dienstag den 20. Februar LR72. V Döllinger über die Wiedervereinigung der christlichen Kirchen. III. Der am 14. Februar Abends im Museumssaale zu München gehaltene dritte Vortrag Döllinger's lautete im Wesentlichen wie folgt: „Hockzuverehrende Versammlung! Wenn ich am Schluffe des letzten VortragcS das Wort Hoffnung aussprach, von den Hoffnungen redete, welche bezüglich einer künftigen Vereinigung getrennter Kirchen gehegt werden könnten, dann ist es wohl selbstverständlich, daß daö Mögliche und Denkbare hübet vornft nur die Anbahnung eines besseren Verständnisses, eine fortgesetzte gemeinschaftliche Beraihung und die Aufsuchung befriedigender Erklärungen der bereits vorhandenen Bekenntnisse, daß nur darum vorläufig eS sich handeln könne. Erst gilt es Scheidung, Unterscheidung von dem, was wirklich Dogma und was bloße Meinung ist, Unterscheidung und Scheidung von Brauch und Mißbrauch, Entfernung gegründeter Aergernisse, Wiederherstellung des Ausgearteten in seiner besseren, ursprünglichen Gestalt. Es muß unterschieden werden die alte überlieferte Lehre und das künstliche Product einer bestimmten Theologie. Zwei getrennte Kirchen können sich nicht einander plötzlich in die Arme fallen wie zwei nach langer Trennung sich wicder- sehende Freunde, und wie unendlich groß die Schwierigkeit einer einzigen Differenz in der Lehre sei, wie die rnannichkaltigsten und redlichsten Bemühungen an einem einzigen Punkt scheitern können, das zeigt ja die Trennung der lutherischen und der reformirten Kirche, welche, ungeachtet in unseren Zeiten allerdings eine große Vereinigung bewirkt worden, doch noch lange nicht völlig gehoben ist; es gehö.t eben ein mächtiger, überwältigender Geist und Zug der Union dazu, ein Zug in den Geistern, wie er oft in Jahrhunderten nicht gefunden wird, und eS gehört dazu auch noch e>n gemeinschaftliches, maßgebendes und nicht von subjectiver Willkür abhängiges Princip. Ueberhaupt ist zu sagen, daß kirchliche Vereinigungen nur da möglich sind, wo ein höheres Maß geistiger Bildung, verbunden mit religiöser Einsicht und Wärme, sich vorfindet. Bei Menschen, welche auf einer tieferen Stufe der Bildung stehen, werden bloße Verschiedenheiten des Ritus, deS b.'oßen Ceremoniells wie Fragen behandelt, von denen Leben oder Tod der Seele abhängt, und dann greift man, statt der ruhigen und friedlichen Erörterung, zum Schwert. Im Moha- medan smus find fast alle Abweichungen und Trennungen mit dem Schwert auSgefochten worden. Die Herstellung der Einheit bestand im MohamedaniSmuS in der Besiegung und in der blutigen Vertilgung einer getrennte« Secte. Und haben denn die Religionskriege, die sich Jahrhunderte lang bis in die Neueste Zeit herab in den Mohamedanern erneuert haben, nicht gezeigt, daß dort eine andere Art der Vereinigung unmöglich ist? Selbst unter den Ehristen sind Religionskriege besonders dann geführt worden, wenn große moralische Eorruption den Rellgivnseifer bis zum Fanatismus steigerte, wie es früher in den Albigensirkriegen in Südfrankreich und später wieder in Frankreich in den Kriegen zwischen Protestanten und Katholiken der Fall war. Halten w!r nun Umschau unter den Nationen, um anzusragen, wo etwa Neigung vorhanden sein möchte, sich an dem Friedenswerke zu beiheiligen, so müssen wir einmal die romanischen Völker zur Seite lassen, nämlich Spanier, Italiener, selbst Franzosen; müssen sie darum zur Seite lassen, weil diese Völker gegenwärtig iheilS religiös allzu indifferent, theils auch völlig von politischen Fragen und Interessen in Anspruch genommen sind, und weil sie auch nicht den Stachel der Spaltung empfinden, da diese Völker ganz oder doch überwiegend einer einzigen Kirche angehören. Auch von den amerikanischen Freistaaten werden wir absehen, da dort der rechte Sectengeist noch in voller Blüthe steht, und die Lust der religiösen Absonderung dort noch sehr weit verbreitet ist. Bei den slavischen Völkern überwiegt im gegenwärtigen Augenblick da- Nationalgefühl und drängt die höheren religiösen Aufgaben in den Hintergrund, wie e- scheint, so daß uns also zunächst England und Deutschland bleiben. WaS nun England betrifft, so ist da die Zahl der Freunde einer kirchliche» Vereinigung allerdings sehr groß und noch täglich wachsend. D.ie ganze nun schon seit 35 Jahren sich fortentwickelnde Bewegung der sogen. Orforder Schule, das waS man PuseyiömuS, jetzt gewöhnlich RitualiSmus nennt, da- ist nach feinem innersten Wesen und größtenrheilS auch in dem Bewußtsein feiner Anhänger ein auf eine Vereinigung mit den alten Kirchen, nämlich der abendländisch- katholischen und der morgenlandischen, gerichtetes Streben. Seit einigen Jahren erscheint in England eine eigene bloß dem Werke der Kircheneinigung gewidmete religiöse Zeitschrift; aber ander- .seits ist in England auch der scharf protestantische Geist, der Widerwille vor allem gegen Rom und gegen jede Erweiterung der religiösen Symbolik, welche über die strictesten biblischen Vorschriften hinausginge, gegen jede Erweiterung oder Ausschmückung der gottesdienstlichen Form. Diese Abneigung ist vielleicht nirgends so groß als gerade in England; in den großen Genossenschaften der Baptisten, der Congregatianer, der Wesleyaner oder Methodisten in England ist dieser Geist — den kalvinistischen Geist nennt man ihn dort — ganz besonders mächtig, und wirkt von ihnen aus auch auf die Glieder der Staatskirche. Und was nun die Staatskirche in England selbst betrifft, so müßte, wenn eS mit den Unionsbestrebungen dort Ernst werden sollte, erst eine tief eingreifende Aendening mit der Lage dieser Kirche sich ereignen, sie müßte nämlich, scheint mir, ihre bisherige Stellung, nach welcher sie die herrschende Staatskirche ist, verlieren; denn kraft dieser ihrer Stellung ist sie zugleich zu eng und zu weit, zu locker und zu gebunden, zu frei nach der einen und zu abhängig nach der andern Seite. So bleibt uns denn vorzüglich Deutschland. Im deutschen Reiche nun, wie eS jetzt besteht, bilden die Katholiken gegenwärtig ein Drittheil, die Protestanten zwei Drittheile der Bevölkerung. Wenn wir aber zu Deutschland die Bewohner der deutschösterreichischen Provinzen mit hinzurechnen, dann werden sich beide Kirchen, die katholische und die protestantische, der Zahl nach nahezu gleich sein. Dies ist eine Lage, in welcher wir Deutschen unter allen Nationen, unter den großen Nationen allein unS befinden; nur die beiden deutschen Nebenlande Holland und die Schweiz zeigen ungefähr dasselbe Phänomen. Sonst pflegt bei jedem Volke, sei eS die römisch- katholische oder die griechisch-katholische, oder die protestantische, eine Kirche weitaus zu überwiegen oder auch allein zu herrschen. Wir Deutschen aber, wir haben durch diese religiöse Zer- theilung, welche wie ein scharfes Schwert mitten durch den Leib der Nation hindurchgegangen ist — dadurch haben wir in früherer Zeit so unsäglich viel gelitten; unsere Ohnmacht, Zerstückelung und Demüthigung vor der Welt steht in einem so engen ursächlichen Zusammenhang mit der kirchlichen Trennung in Deutschland, daß der Gedanke sich immer wieder jedem in der Geschichte feines Vaterlandes bewanderten Deutschen aufdrängt: da wo die religiöse Entzweiung entstand, da wo die Trennung geboren worden ist, da muß auch die Versöhnung erfolgen, da muß die Spaltung zu einer höheren und besseren Einheit führen, und das wäre bann, wenn ich eS mit einem griechischen Ausdruck bezeichnen soll, die tragische Katharsis in dem großen Drama unserer Geschichte. Jndeß in kirchlichen Dingen ist daS Zahlenverhältniß nicht die Hauptsache; weit belangreicher ist das Verhältniß jener Kräfte, welche nicht gezählt und nicht gewogen werden können, und da muß denn gleich bemerkt werden, daß in Deutschland das Uebergewicht, man könnte sagen die Herrschaft, in Wissenschaft und Literatur, völlig auf protestantischer Seite ist. Unsere schöngeistige Literatur, fast ganz die wissenschaftliche Literatur, wenn man etwa von der Medicin absieht, ist zum weitaus größten Theilc protestantischen Ursprungs. WaS die Theologie insbesondere betrifft, ist meines Erachtens dieselbe der Art, daß die protestantische Theologie qualitativ und quantitativ mindestens sechsfach reicher ist als die katholische. Ich darf diese That- sache nicht aussprechen, ohne auf die Ursache oder wenigstens auf eine Hauptursache hinzuweisen. Wte ist diese Erscheinung zu erklären? Nach meiner Ersah'ung liegt sie unstreitig vor allem in der früheren Beschaffenheit der katholischen Schulen und Universitäten. ES war der Geist und der Druck eines ausländischen romanischen Einflusses, weicher auf der Erziehung und Bildung in katholischen Ländern lastete: es war die mangelhafte Beschaffenheit unserer Gymnasien, welche einem fremden, in seinem Wesen durch und durch undeutschen Orden anvertraut war, der bei seiner planmäßigen Vernachlässigung und Mißachtung der deutschen Sprache, bei seinem verkümmerten Maße von classifchen Studien, bei seiner förnilichen Abrichtringsmethode, seinen Schülern weder Denkkrast noch Stoff, weder Styl noch Darstellungsgabe, wehr Wissensdurst noch Fort- bildungötrieb einzupflanzen vernichte. Dritthalb Jahrhunderte hat dieser beklagenSwerthe Zustand in dem katholischen Deutschland gewährt, und die Nachwirkungen davon machen sich noch immer sehr fühlbar. Für das Ziel, welches wir hier im Auge haben, nämlich die Anesöhnung der Kirchen, dürfte ind'ssen dieses Zurückbleiben des einen TheilS doch auch wieder eine günstige Wirkung haben, ja fast möchte ich sagen, als Gewinn zu erachten sein; denn da, wo es sich um eine Einigung Getrennter handelt, da ist eS durchaus nothwendig, daß wenigsten- der eine Theil daS Gefühl der eigenen Mängel, und den Wunsch, an den Gütern und Vorzügen der Gegenseite theilnehmen zu können, besitze. Nun stehen aber die Dinge so, daß in Deutschland Katholiken und Protestanten dmch die Gemeinsan,kett der Sprache, Literatur, Sitte, Gesetze und Rechtspflege, kurz, durch alle Bande, welche Menschen aneinanderketten, verbunden find, während in kirchlicher Beziehung die Kluft zwischen ihnen eine größere ist als diejenige, welche die Katholiken von den Gliedern der griechischen und der russischen Kirche trennt. Zu einer Wiedervereinigung mit der katholischen Kirche des Abendlandes zu gelangen, das hab>n die Protestanten oft gewünscht und versucht, aber mit der rnorgenländischen Kirche fich zu veiftändigen, da« ist auffallenderweife von protrstantischer Seite nur ein einzigeSmal unternommen, und sogleich wieder für immer, d. h. bi« auf heute, aufgegeben worben. Der Versuch würbe gemacht im Jahr 1575, als die Tübinger Theologen in Unterhandlung traten mit Jeremias, dem Patriarchen ober Haupt der griechischen Kirche zu Konstantinopel. Damals führte aber ber Austausch der Bekenntnisse unb Erörterungen beibe Theile zu ber Ueberzeugrina, baß ber Gegensatz ber Lehre und der Kirchenversassung sich jeder Ausgleichung entziehe. Auch nicht einmal ber llebcrgang der protestantischen Ostfeeprovinzen unb ihrer Hochschule an Rußland» haben in dieser kühlen, ftlbflgenügfamen, ablehnenden CinneS- Wfife eine Aenderuna hervorzubringen vermocht. DaS wird aber doch nicht so bleiben, und jedenfalls ist eS für die Glieder der abendländisch-katholischen Kirche unerläßlich, baß sie, sobald sie in wirkliche Verhandlungen mit den Protestanten über einc-Ritd1 en Vereinigung treten, nur mit steter Rücksichtnahme auf die mvrgenlänbische Kirche, oder besser noch, mit Zuziehung von Angehörigen derselben zu Werke gehen; sonst möchte daS Bestreben, eine Kluft auszufüllen, zur Erweiterung und Vertiefung einer anderen Kluft führen, deren Verschwinden doch nickt minder wünschenSwerth, und nicht minder von oben geboten ist. Mnb wollten wir bei unseren Bestrebungen die englische Kirche beiseite lassen, so würde uns in ber golbenen Kette, deren Riß wir zu entfernen, deren Zusammenschließung wir herzustellen wünschen, ein ebenso unentbehrliches als kostbares Mittelglied fehlen. Man kann nun aber nickt mit der Aufhebung einer Trennung sich beschäftigen, ohne vor allem die Ursachen und den Anfang derselben, sowie ihren weiteren Verlauf ins Auge gefaßt und verstanden ^u haben. Sie werden mir gestatten, auf die Ursachen ber großen Kirchentrennungen einen Blick zu werfen. Wir müssen ba mit ber älteren Kirchentr-nnimg beginnen, wir müssen fragen: wie unb warum ist denn ber ganze christliche Osten unb Norbosten in religiös-kirchlicher Beziehung vom Westen geschieden? Die morgenlänbische unb bie abenblänbische Kirche gehören ja doch zusammen, sollten eine Kirche bilben, sie haben auch unb zwar über ein Jahrtausend eine einzige Kirche gebildet. Wenn man in den ersten Jahrhunderten eine östliche und eine westliche Kirche von einander unterschied, so war eS neben der geographischen Lage ber Sprache, dort bie griechische Sprache, hier bie lateinische, welche zu blefer Unterscheidung Anlaß gab; daher auch später die Bezeichnung griechische unb lateinische Kirche vielfach angewenbet würbe unb noch wird. D« nun aber bekanntlich bas Ehristenthum von Osten nach Westen gezogen ist, da alle christlichen Urkunden, vor allen bie heiligen Schriften, bann bie älteste christliche Literatur, nur in griechischer Sprache verfaßt würben, bis gegen Enbe bes zweiten Jahrhunderts, wo man erst anfing, auch lateinisch über christliche Dinge zu schreiben, so zwar, daß selbst in Rom geraume Zeit hindurch unter den Christen die griechische Sprache herrschte: so besaß ber östliche Theil der Kirche lange ein voll- stänbig geistiges Uebergewicht. Von ihren griechischen Glaubensgenossen mußten bie Dccibentalen alle« lernen, von ihnen mußten sie kirchlich unb theologisch erzogen unb gebilbet werben. Die ganze lateinische theologische Literatur der alten Kirche ist bis in das fünfte Jahrhundert, bis auf Augustinus, wesentlich nur eine Aneignung unb Nachbildung ber von ben Griechen erzeugten Werke. Mit bem vierten Jabrhunbert tritt nun mehr unb mehr ber Bischof ber Hauptstabt beS Kaisersitzes, ber Bischof von Konstantinopel, an bie Spitze der gefammten östlichen Kirche, und in diese Stabt der Kaiserresibenz zog fich kraft beS Lebens die Wissenschaft ber morgenländischen Kirche mehr unb mehr zusammen. Vergeblich versuchte eS Rom, bie Bischöfe oder Patriarchen von Neu-Rom, wie man Konstantinopel nannte, wieder herabzudrücken, sie lagen zu sehr in den Zuständen des griechischen Kaiserreiches, sie waren den Bedürfnissen der östlicher; Länder unb Kirchen allzu angemessen, sie waren überhaupt zu unentbehrlich, befonber« bann, als bie ersten großen und alten Stühle der Kirche, Alerandria, Antiochia unb Jerusalem, unter mohamebanische Botmäßigkeit gefallen waren und ihre Kirchen immer mehr zerfielen. Mittlerweile kam im Occibent bie große Völkerwanberung. Von ba an gingen beibe Kirchen mehr ihre eigenen Wege, die Verbindung zwischen Rom und Konstantinopel, durch Streitigkeiten wiederholt unterbrochen, war zwar immer nach längerer ober kürzerer Frist wieber hergestellt, aber bie Entfremdung war doch im Zunehmen begriffen. Die übrige abenblänbische Kirche in Italien, Frankreich, England, Spanien, Deutschlanb ßanb ohnehin mit bem griechischen Orient in keiner unmittelbaren Verbindung. Die Errichtung bcS karolingischen, nachher bes beutsch-vttonifchen KaiserthumS wurde nun in Konstantinopel als eine Verminderung, als eine Verletzung ber Rechte deS griechischen Kaiserreiche«, welches allein bie legitime Fortse! i ng deS alten römischen fein wollte, empfunden. Zubern geschah es, baß man in Rom in manc n rituellen Dingen und Gebräuchen immer mehr von ben alten im Orient festgehaltenen Formen abwich, wie in Bezug auf bas Abeubmahl durch Einführung deS ungesäuerten BrodeS, später durch Beseitigung deS Kelches im Abendmahl, der Untertauchung in ber Taufe. Der bebenklichste Zeitpunkt würbe aber ber Zusatz zu bem gemeinsamen alten Glaubensbekenntnisse, nämlich bie Einschaltung bei Wortes: „und vom Sohne". „AuSgehenb sbeS heiligen Geistesj vom Vater", hieß es in bem Bekenntnisse. In ber abenbländischen Kirche unb im neunten Jahrhunbert wurde zugesetzt: „unb vom Sohne". Da« war ein Zusatz, ben die Franken, Karl ber Große inöbesonbere, bem lange wiberstrebenden päpstlichen Rom aufdrangen, unb daraus ergab sich jene Streitfrage, die noch immer fortbauert, vom Ausgange de« heiligen Geistes. Bis tief in das zwö'fte Jahrhunbert hinein war inbessen bie kirchliche Gemeinschaft noch nickt zerrissen, bei aller Gereiztheit, bei aller fteigenben gegenseitigen Abneigung hatte man sie noch nicht aufgehoben; aber nun kamen bie Kreuzzüge, bie Gewaltthätigkeiten ber Lateiner, die ihre Wege durch die Provinzen des griechischen Reiche« nahmen unb ben schwachen Griechen gegenüber fick sehr übermüthig geberbeten; vor allem aber kam nun bazu bad neue System einer päpstlichen Weltherrschaft, ber sich nun auch — so würbe in Rom verlangt — bie griechischen Kaiser unterwerfen sollten. DaS waren bie Dinge, bie zusammentrafen, um einen offenen unb völligen Bruch bet buben Kirchen immer unvermeiblidjer erscheinen zu lassen. Da geschah es, baß im Jahre 1204 ein abenbländischeS Heer von Kreuzfahrern Konstantinopel unb barauf ben größten Theil des griechischen Reiches eroberte unb ein lateinisches Kaiserthum bort errichtete, welches bie Päpste sofort unter ihren Schutz unb unter ihre Leitung nahmen. Unb nun sollte bie ganze morgenlänbische Kirche, wie man sagte, latinisirt werben. DaS war aber eine vollständig politisch-kirchliche Unterbrückung, bie jetzt organisirt wurde. ES war ein Jock ber Knechtschaft, welche« den Griechen ganz unerträglich schien und einen für Jahrhunderte lang fortwährenden Haß 4$ zs >es Hf rn h>0 fle M ■!« i >ch ... . ?in 1 csa 1 ru rbi t m tli i ve ur n lw er ;Ä1 noch l1/; junge Mui tine souve rfah M 6 illF FidniiÄ nnb e3 bl« lum tant löjy, nacpocm icyon mcqicic wiuiiuucu uuu ituqcn luuitn, v'j""'11“ ,vv*v*" ' > v > > , _ . k. ci,r, „u, ;,n, Millionen Unirte. Svbtt durch do- kaiserlich- Gesetz vom 25. Mär; 1839 wurden auch Seelen für ketzerisch von Nom erklärt werden letzt muß die ^ur.e und die ^esu.tenalle jene ' So war zuletzt von der ehedem so großen linkten Konsequenzen eintreten lassen, die man aus dem Begriff der -^ktzere z )_ ^^8 - ’ * . . . _ .. . - . « « ni.i___„.x. K» nn Wnnnnnn nrntnen. iss bebt 3nntr mit ti ledig« lag. Regier, gelegen und 3( iungtn, nut al üä)lur eines <« m richt, als B iu 21m M de i« ttfi lon b iAin lm i Nr teilte -Rink bslda Kit Schi Reich Ne sßaii" xiurar ffiit a« be anmli^ im Abendlanbe Ströme von Blut kostete und besonders zur Verbreitung der Protestantischen Lehre beitrug hat bei den Orientalen nie Statt gefunden, und was das Merkwürdigste ist, von Setten Roms hat man nie darüber irgend einen Vorwurf gehört ober eine 3umutfjung. @o vergalt eS sich auch mit bet Priesterehe. Im gan;en Orient unb m Rußland herrscht bekaimtlich bie Sitte baß jeher, bet nicht Mönch wird, vor seiner Priesterweihe sich verhcirathet, nach derselben darf er eS nicht mehr. Diese Sitten haben die Päpste niemals angefochten unb me bie Einführung des Cölibats begehrt. Ein anderes Zugeständniß. Auf dem Eoncil zu Trient hat man arS Rücksicht auf die griechische Kirche eS unterlassen, die Ehescheidung wegen Ehebruchs als einen Irrtdimi zu'verdammen. Man'hat sich begnügt, weil die Griechen im Falle deS Ehebruchs eine Scheidung und Wiederverheirathung gestatten, nur daS entgegengesetzte Verfahren der lateinischen Kirche zu vertheidigen. Bezüglich der Taufe in der morgenlandischen Kirche durch Untertauchen, in den abenländischen von Wasser vollzogen, ist nun umgekehrt von Setten der Griechen em Zu- aeständniß gemacht worden. In Konstantinopel wollte man geraume Z-ut die abendlandsiche Laufe nicht als gültig anerkennen und pflegte jene, welche zur griechischen Kirche übertraten, neu zu kaufen. In Rußland hatte sogar eine Kirchenversammlung im Jahre 1620 unter dem Patriarchen Philareth diese Taufe von Üebertretenben vo.geschrieben; allein darüber bemerkt ein anderer Philareth, ein angesehener russischer Prälat, in seiner Geschichte der Kirche Rußlands die soeben erschienen ist. sas sei eine Lehre, nicht zu rechtfertigen, bloß entschuldbar durch bie Gräuel jener i Zeit In bet jüngsten Zeit hat man auch in Koiistantinopel den von Petersburg her ergehenben ; Mahnungen Gehör gegeben unb diesen Mißbrauch der Widertaufe aufgehoben, also die Gültigkeit 1 ber abenblänbischen Taufweife anerkannt. «.»mi DaS unb so ziemlich alle Differenzpunkte, unb S'.e werben daraus die Bestätigung entnehmen dessen, waS ich früher gesagt habe, bie ganze Trennung sei ursprünglich, wenn sie nicht künstlich gesteigert würbe, gegenstandslos. Nichts würde leichter fern, als eine KirchenvereiNigung bei solchen Differenzpunkten, und selbst die osfieielle römische AuSdruckSweisc Pflegte bisher, wenn sie von den Griechen und Russen sprach, nicht von Ketzerei, Häresie , ^ sondern nur von einem Schisma, einer Spaltung zu reden. Man hatte sich in Rom und Italien stEwohnt, diese Pa- hing daS photiniscke Schisma zu nennen, was historisch unrichtig ist, denn der Patriarch PhotiuS im neunten Jahrhundert war allerdings als Ankläger RomS unb beS OceibentS aufgetreten, hatte aber keine Trennung bewirkt, vielmehr bestanb noch Jahrhunberte lang bie Kirchengemeinschaj fort. Ja, selbst noch im Jahre 1583 richtete Pavst Gregor XIII. an ben Patriarchen JeremiaS von Konstantinopel ein sehr freundlich gehaltenes Schreiben, in dem er ihn als einen ehrwürdigen Bruder anredet, fein Wort von Unterwerfung ober Widerruf einer Lehre erwähnt, unb ihn nur bittet, er möge mit feiner Autorität, also ber vom Papst als rechtmäßig anerkannten Autorität, für die Einführung des neuen, damals reformirten Kal-nderö im Orient wirken. Man hat daher auch auf Seiten deS OccidentS, von dem Grundsatz der b schöstichen Succesiion unb Orbination ausgehend, alle kirchlichen Acte der östlichen Bischöfe und Priester alS gültig anerkannt,^und daö hat sich besonders auf dem florentmischen Eoncil gezeigt, da weder der Pupst noch die Lheologen die Ansicht geltend machten, daß etwa die orientalischen Bischöfe und Priester durch dle^LooS- lösung von Rom ihre Gewalt und Autorität, namentlich die Absolutionsgewalt, verloren hatten. WaS ist bann aber der große Stein des Anstoßes zwischen den zwei Theilen ber Kirche 5 Für alle Orientalen ist eS vor Allem das Papstthum, so wie es namentlich feit dem elften bett, feit Gregor VII., als eine absolute, unumschränkte Herrschaft über die gefammte christliche Welt in geistlichen und weltlichen Dingen sich gestaltet hat. Unb jetzt haben erst durch die jüngsten Ereignisse alle Hoffnungen einer Versöhnung unb künftigen Wiedervereinigung den letzten Schimmer, möchte man sagen, verloren, sind, wie eS auf ben ersten Blick scheint, mit der Wurzel Allein trotzdem war diese ganze Union ein Werk ber Gewalt, des Zwangs und der In- i trigue- Politik nnb Ehrgeiz waren bie Haupttriebfedern. Die Lttthauer ober Westr.issen sollten c von dem stammverwanbten moökowitischen Reich, welchem sie burch ihre Religion verknüpft warem losgerissen werden. DaS war die Absicht ber Polen, wie denn der Antagonismus zwischen dem . täglich wachsenden Rußland und dem immer schwächer unb anarchischer werdenden Polen die ganze llÄe G-schicht. d.- ,I°«i,ch» N°rd.n- f.it Mitt. M 16. 3a6.6unb.tti , Tage beherrscht. Daö Unternehmen der Polen, zwei Betrüger nach einander, die en De mettius. Dimitri, auf dm rusfischm T6r°n zu sttzm. entstammt b.rstlb.n »°Ut>>ch-n Quell . Durch sie sollte nun auch die russische Kirche dem Papst unterworfen werden. Was nach vielen Der. foluUi.gen und blutigen Gewaltthaten erreicht wurde. führte indessen nur zur innern Zersetzung deS polnischen Reichs. Der Adel unb der hohe Klerus wurden allerdings nnirt , ober lateinisch, aber baS Volk unb ber niebere Klerus blieben griechisch. ober doch bereit unb geneigt, ber russischen ober getrennt griechischen Kirche gleich roieber zuzufallen. Diese ^n den Jesuiten geleiteten Unionsbestrebungen mit ihrer Tyrannei sind von unberechenbaren weltgeschichtlichen Folgen gewesen. Sie haben zugleich zum Aufschwung und zur Machtstellung Rußlands und zur Auflösung Polens geführt. Jenes, die Stärkung Rußlands, bewirkten dadurch. daß sie dem russischen Volk jenen KreuzzugSgeist einhauchten, wie ich ihn nennen mochte, daß sie ba« stolze NationaP aefübl im russischen Volk weckten, daS man so bezeichnen könnte, wie „gegen bie ganze Wett und bie aanie Welt gegen unS". Pole» aber mußte durch diese Unionsbestrebungen zerfallen, denn es vermochte ben dadurch bewirkten religiösen Zwiespalt in seinem Schoß weder zu überwinden noch ru versöhnen.- Neben dem Wahlkönigthum. der Anarchie und Käuflichkeit deS polnischen Adels war eS vorzugsweise daS sogenannte Dissibcntentbum, d. h. die feindliche Stellung der verfolgten gedrückten, von wichtigen Rechten ausgeschlossenen Kirchen, namentlich der griechifchen Kirche^ aber auch der protestantischen, und die daran sich knüpfende Emmiscbung Rußlands, daS rum Sckutz seiner Glaubensgenossen einschritt. So war eö schon zu den Zeiten PeterS d.^s Großen, daß Polen von dem Willen ber russischen Monarchen abhängig war. unb dennoch schritt man in Polen mit einer schwer begreiflichen Verblendung zum Ausschluß der zahlreichen Nichtkatho- liken von allen Aemtern und Posten und zu andern Unterdrückungen. Eine lange Kette von Religionskriegen zieht sich so durch die spätere Geschichte von Polen. selbst noch überJ>le Bei ber ersten Theilung 1772 hinaus. Daburch also vorzüglich, daß die russischen Herr,cher sich ihrer auSwäkttgen Glaubensgenossen annahmen, ward Rußland, seit Mitte des 1/. Jahrhunderts bis dahin im übrigen Europa kaum dem Namen nach bekannt, rasch zu einer großen Macht. Da wollte Kaiserin Katharina II. ernten, waS ihre Vorgänger feit 130 Jahren gefäet fyatten, moUte womöglich daS ganze Polen dem russischen Reich einverleiben. Sie hatte durch die drei Theilungeu von 1772, 1793, 1796 mehrere Millionen von Unürten zu Unterthaneu erhalten, ja sammtliche Diöcesen ber unirten Kirche, bis auf zwei in Galizien, standen jetzt unter nissisch»r Botmäßigkeit. Don da an war eS das unverrückte Ziel der russischen Politik: die Union wieder aufzuheben, und diese Millionen theils mit sanften, theilS, wo eS noththat, mit gewaltsamen Mitteln in den Schooß der griechisch-russischen Kirche zurückzuführen. Dazu hatte der polnische hohe KleruS mit ben Jesuiten vorgearbeitet, besonders dadurch, daß gegen die früheren Festsetzungen, unb selbst gegen päpstliche Gebote, ber Abrl zur Annahme deS lateinischen RituS bewogen worben war, so baß ba« Volk dem griechischen RituS treu, auch in religiöser Beziehung ben abeiigen Gutsherren und bem hoben Klerus sich entfremdet fühlen mußte. Der Klerus hatte sich vielfach latinisirt, unb fo die Ve'wirrung und Zwietracht noch vergrößert. So wurde es Rußland leicht, dieses in sich geteilte Reich vollends ber Auflösung entgegenzuführen. Das Mittel, helfen es sich beblente, mar gewöhnlich , dem Volke die Wahl zu lagen , ob eS den lateinischen Ritus annehmen oder zur russischen, der Mutterkirche, zulückkehren wolle. DaS Volk wählte fast immer daS letztere. Die auflösende Union war im Ganzen aber doch ein langsamer Proceß. Noch unter Kaiser Nckolauö gab eS bis zum Jahr 1839, nachdem schon mehrere Millionen übergetrejen waren, svlch'kn Umständen noch auf eine Einigung zu hoffen, würde an Wahnsinn gränzen. GS bleibt also nur mehr übrig, anzunehmen, daß man in Rom geradezu beabsichtigt hat, die vollständigste Scheidung für alle Ewigkeit dnrchzusühren. Dock der Mensch denkt unb Golt lenkt. Zwei große kedeutunaSvolle Aufgaben glaubt das russische Volk vor sich zu haben, das russische Volk, ich »» WM* ‘ ®-müt6«n »ie im 8,b,n »oiUnbd. , w»« S. di- WW ta 3.6«. 1274 di- werben foMe. Und fo Ueß b Gregor X. vorschrieb. Abgeschlossen wurde sie, Union abschließen, gazf, wirklich burchzuführen, war bei bem allgemeinen Widerstreit L'Klerus'ind ^ W ttlichen unmö li^uub^it dem Tobe des Kaiser« zerfiel auch sofort bas des Klerus und'der >s eine neue K.rchenvereln.gung geschlossen, ganz« Werk. Erst 160 Jahre ipaier rourue , ö t p^S Zwang«. Damals war ba« aber wieberum nur für bre ©nejen al« eui rf 1 1’ ' R-ich i<-k°li^ »ar fliif b« H-uMadt 6r» anf «Uti uwig« » man \'ÄÄ «nf",h-n im W-ft-n Hilf- unb A-ttuna fch°ff-n Nach langen Behandlungen, in denen ber Papst unb feine $6eol»8ei. einiges ®?ant Di- A. na6m- d-rs-16-n wurde u»n allen Orientalen unb Ruffen als Sebingung ber auf ihre Ueberlieferungen, ihre reiche kirchliche Literatur angewiesen, zähe festhaltenb an al em, wa« sich in der Zeit der großen Bewegungen und Gestaltungen des 4 unb 5. JahrhunbertS ent ”5 u hirfl Kirck« fällte plötzlich im 13., 15.. 16 Jahrhunbert eine absolut monarchische Fo m bet Kircheur-gi-rung anerkennen, für welche ihr j-d- ^"'"Üpkung ^-dti 3-.ugniß °u«^6«- W “Ä-; TÄ langen ^ihe von Erdichtungen und Fälschungen, mit benen der abendländische worden war. Dasselbe Mittel wurde nun freilich auch bet den Griechen angew.»bet, man trat ihnen auf Eoncilie» in Konferenzen unb in Schriften mit den gleichen Erdichtungen ober nut anderen eigen« für sie berechneten entgegen; allein bei ihnen konnte bie Täuschung Im Großen mch burdibrineen, ba bie gelehrt.n Griechen, deren c« doch immer eine betrachlliche Zahl gab, z» wohl aerüstet waren und zu sehr im geistigen Zusammenhänge mit den Anschauungen »hrer Vorzeit standen Die Folgen solcher Versuche waren also immer ein erhöhtes Mißtrauen auf griechischer S fl dast man bart j-b-m »am Occib-ut 6-r g-macht-u Versuch al- -m-m Ait.utat all bie alte Freiheit^der morgenlLnbischen Kirche unb auf ihre Treue in Bewahrung deS Ueberlsiferten entgegenwirkte, unb jebeS Anerbieten argwöhnisch abzulehnen^fich gewohnte. Untecbessen aber war der Schwerpunkt des morgenländlschen Christenthumö nach dem großen mächtig sich aufschwingeii- den russischen Reiche verlegt worben, unb die russische Kirche ließ bald der Mutter an bem Bosporus unb ihrem Patriarchen, bem von Konstantinopel, nur noch einen ^«nvorzug Vorn Jakr 1588 bis zum Jahr 1720 hatte Rußlanb feinen eigenen Patriarchen dabei blieb aber in I J unb Brauch alle« unverändert, ganz dem griechischen RituS getreu. Gerade zur Zeit wo s russische Patriarchat errichtet wurde, begannen auch die Bemühungen Rom« und beS Jesu ter orbenS besonberö in Polen, welches, damals noch ein großes Reich, ganze grlech'fch Länder umfaßte, nicht nur in Polen, sondern zugleich auchin Litthauer.und in «‘ant’ W; man wollte Unionen zu Stanve bringen; dies gelang auch in Polen unb rn 8lt ^utn' l.n Rußland mißlang e«. In Polen unb Litthauen gelang eö mittelst ber au« polnischen AbttSfami- lien gewonnenen^Bischöfe. Da die ganze äußere Form bc« ©^eabiepfted unb ber ^monien den griechischen Christen gelassen würbe, unb die Frage vom Ausgang deS,heiligen Geiste«1 bem Nolle sowohl al« auch dem KleruS völlig unverständlich war, so beschrankte sich diese Union auf die LoSsagung vom Patriarchen z« Konstantinopel unb auf die Unterwerfung unter ben biefe zur großen LanbeSkirche zurückgeführt. . Kirche dcö NorbenS nichts übrig geblieben als einige Trümmer in einer einzigen Diocefe, unb Katharina verstand eS wohl, wenn sie in ben polnischen Ländern ihre größten Erfolge ben Jesuiten zu verdanken glaubte. AIS Papst (Siemen« XIV. den Orden ber Jesuiten aufhob, ba nahm ^wciuui.g (ui m.» *•«/---• r':vr’t ’ n sich die russische Kaiserin ihrer dankbar an, unb eifläite: daß bet O-den in ihren Landen fort-!bedeutungsvolle Aufgaben glaubt das russische Volk Z" ha en -ne ™ f . bestehen solle dem Papst mm Trotz. Sie wußte, wie wirksam dieser Orden als Erzieher de«;meine die denkenden , thatkraftiqen, tonangebenden The.le dieses Volke« , die eine Äusgave m polnischen Adels, al« Rathgeber der Könige und Bisck'öfe, al« Anstifter aller Verfolgungen dem Europa, die andere in Asien. Die letztere ist bie “unb ^öerfteauna e^ großen Untergang Polen« vorgearbeitet hatte. Ich habe die Geschichte dieser unglücklichen Union etwa« durch den Muhamedan.smuS niedergedrückten Chiistenthum« und bie Herstellung einer großen Deutschland vinLialstädte des Reiches! genauer auf diese Kirchenfragen in Rußland einzugehen. Noch habe ich viel zu wenig von der protestantischen Kirche und den Hoffnungen, bie wir an diese knüpfen dürfen, und den Aussichten, die sich da eröffnen, gesprochen. Das will ich also in der nächsten Stunde am nächsten Mittwoch thun. Belgien. Brüssel, 19. Februar. Die Regierung berathschlagt Maßregeln, um antiklerikalen Demonstrationen vorzubeugen, wie solche gestern in Antwerpen vor dem Hotel, das der Graf Chambord und eine Anzahl Legitimisten bewohnen, statt- anden. Oesterreich. Aus Wien, 14. Febr., wird der Allgemeinen Zeitung geschrieben: „Gestern Morgen ist ein Mitglied des Kaiserhauses als Novize (unter dem Namen Schwester Maria) in das Kloster der Ursulinerinnen eingetreten, Maria Beatrix (geb. 1824), die Schwester des Herzogs von Modena, die Gemahlin des Jnfanten Johann, die Mutter der Infanten Karl und Alfons von Spanien. Alle Anstrengungen oer gesammten Familie, ste von ihrem Vorhaben abzubringen, sind vergeblich ge- wesen; mit einem päpstlichen Dispens ausgerüstet, hat ste das modenestfche Palais mit der Klosterzelle vertauscht." Pesth, 14. Fcor. Der Kronprinz Rudolph befindet sich der einstimmigen Verstcherung der Aerzte zufolge außer jeder Gefahr. (D. Z.) Lemberg, 12. Febr. Wiener Blättern wird berichtet: Vor mehreren Wochen faßte der hiestge Gemeinderalh den Beschluß, die Bekenner des jüdischen Glaubens von dem Mitgenusse der Lemberger Wohlthätigkeitsfonds und Anstalten auSzu- j schließen. Dieses polnisch-humane Princip wird auch von den anderen autonomen Organen bis zum LandesauSschuß hinauf getreulich befolgt, wie nachfolgender Fall, der stch hier zugetragen, beweist: Eine junge Jüdin meldete stch neulich in hoch kritischem Zustande zur Gebär-Abtheilung des von den Barmherzigen Schwestern geleiteten allgemeinen Krankenhauses. Nachdem stch das arme Weib einen ganzen Tag von Instanz zu Instanz hatte Herumschleppen müssen, erhielt ste zuletzt den Bescheid, daß sie in das allgemeine Krankenhaus nur gegen anticlpativen Erlag der Pflegekosten für drei Monate im Gesammtbetrage von 54 fl. Aufnahme finden könne. Nun, wer über 54 fl. verfügt, dürfte wohl kaum um die Aufnahme in oas allgemeine Krankenhaus sich bewerben. Das arme Mädchen blieb buchstäb- lich auf der Gaffe liegen, woselbst ste sammt dem Sprößling, den ste inzwischen geboren, am nächsten Tage verschied. So geschehen im Jahrhundert der Civilisa- tion und der Humanität in der Hauptstadt Galiziens, in einer der größten Pro- Frankreich. Versailles, 19. Februar. Das linke Centrum wird heute Mittag zu einer wichtigen Berathung zusammentreten. Man versichert, daß die Linke und das linke Centrum entschlossen wären, die Initiative zu verfassungsmäßigen Vorschlägen für die Proclamirung der Republik zu ergreifen, sobald das Programm der Rechten oer Oeffentlichkeit übergeben worden sei. Man glaubt, die Regierung werde die Vors^läge des linken Centrums unterstützen. Don Seiten der Rechten und des rechten Centrums wird die Versicherung erneuert, daß ein Umsturz des gegenwärtigen Provisoriums nicht beabsichtigt werde. Spanien. Madrid, 18. Februar. Das Ministerium hat seine Entlassung genommen, um die Lösung der obschwebenden Krisis zu erleichtern. Man glaubt, der König werde Topete oder Serrano mit der Neubildung des Cabinets beauftragen. Rumänien. Bncharest, 17. Februar. Nach der gestern erfolgten Unterzeichnung der Eisenbahnconvention wurde der frühere Ministerpräsident E.Kostaki zum Commiffar ernannt, um in Berlin der Annullirung der früheren StrouSberg'schen Eisenbahn- Obligationen beizuwohnen. In der Kammer wurde der Iustizministcr Costaforu heute interpellirt wegen der Purification, welche er im Personale des AppelhofeS aus Anlaß des in der Untersuchung über die Unruhen des 10. März v. I. erlassenen Urtheilsspruches vorgenommen. Ein beantragtes Tadelsvotum wurde mit 62 gegen 38 Stimmen verworfen. Darmstadt, 16. Febr. In dem soeben theilweise erschienenen Ausschuß. , hericht der zweiten Kammer über die Ausgaben in den Geschäftszweigen des Mi- nistcriums des Innern, erstattet von dem Abg. Kraft, wird hervorgehoben, daß eine einfachere Derwaltungsorganifation, nachdem fast alle Attribute eines mit souveräner Regierungsgewalt ausgerüsteten Staates in Folge der politischen Neu- , gestaltung Deutschlands aufgegeben worden, dringend nothwendig sei. Die Mehr- . heit des Ausschusses ist der Ansicht, daß, wie eigentlich nur Ein Ministerium mit einzelnen Departements nöthig wäre, statt der vier unter dem Ministerium des Innern stehenden besonderen Kollegien mit eigenem Personal, Eine Mittelbehörde mit einzelnen Abtheilungen die Geschäfte am raschesten und wohlfeilsten zu erledigen im Stande wäre, und hofft auf dcßfallsige Vorlagen beim nächsten Landtag. Bei dem Posten für die verschiedenen Strafanstalten wird beantragt, tte Regierung zu ersuchen, sich die Verbesserung dcS Gefängnißwesens überhaupt angelegen sein zu lassen, insbesondere aber zur Ausführung der §§. 22, 23, 5b und 362 des deutschen Strafgesetzes baldthunlichft Vorlage zu machen (Etnrich- tungen, resp. Vorschriften in Betreff der Verbüßung der Einzelhaft, welche früher nur als Strafschärfung zulässig war, vorläufige Entlassung von Sträflingen, Errichtung eines Erzichungs- und Besserungshauses für jugendliche Verbrecher und eines Arbeitshauses für Landstreicher und Bettler). Auch die hoffentlich demnächst zu erwartende Städteordnung wirft bereits einen schwachen Schatten in den Be- richt, indem unter den Gründen für Ablehnung einer Anforderung von 4225 fl. als Beitrag zu den Kosten der Localpvlizeiverwaltung zu Mainz auch auf ihren in Aussicht stehenden Erlaß hingewiesen wird. Zum Schluß noch die Bemerkung, daß der Antrag des Abg. Backö, auch die Bezüge der «schreibgehülfen u. s. w. entsprechend zu erhöhen, sich nicht der Zustimmung des berichtenden Ausschusses zu erfreuen hat. ,. , Mainz. Der „N. Bad. Landes-Ztg." wird von hier ein neues Beispiel von brutale/Mißhandlung eines Soldaten auf dem Exercierplatze mitgetheilt: „Ein Soldat hatte das Unglück, ein Tempo der Ladungsübungen etwas zu langsam zu wachen. Nachdem der Seconde - Lieutenant Aoamy im 87. Infanterie- Regiment, ein geborener Nassauer, dem es zu Nassaus Zeiten nicht gelingen wollte, Lieutenant zu werden, einige Donnerwetter losgelaffen und „Esel", „Kerl un „Rindvieh" als Zugabe gespendet, schlug er den armen, bis zum Zittern gebrachten Soldateü rechts und links derb ins Gesicht und übergab ihn dann einem neuen Peiniger, einem Unteroffizier, der den armen, weinenden Soldaten wenigstens 1 Minuten lang sofort Dauerlauf machen ließ. Ferner waren wir Zeuge, wie Adamy einen andern Soldaten, als derselbe eine falsche Fußstcllung machte, an asiatischen orientalischen Kirche. Gin Mann von höchstem Ansehen in Rußland, der Staatsrath Murawiem, Mitglied der dirigirenden Synode, hat kürzlich darauf hingedeutet mit den Worten : Wir sind vollkommen überzeugt, daß die ruhmreichen orientalischen Kirchenstühle, er meint die alten patriarchischen Kirchenstühle von Antiockien, Alerandrien, ihren vormaligen Glanz wieder erlangen werd.n. Durch wen? Nur durch Rußland. 2" \ . russischen und gesammten mvrgenlandischen Kirche, daß die drei alten östlichen Patriarchen wieder werden was sie früher waren, und nicht bloß Titulare und Beisitzer des Patriarchen von Konstantinopel. Das ist die kirchliche Aufgabe, die sich Rußland in Asien gesetzt hat, oder ein Stuck betfelbcn. Zn Europa ist eS für Rußland die Idee deS PanslaviSmuS, welche den Gedankenkreis des jüngeren Rußlands als des künftig herrschenden und handelnden Rußlands beherrscht. Und nicht bloß dort ist diese Vorstellung oder Hoffnung immer mächtiger und mehr in die Gemuther sich einsenkend geworden, eS sott auch daS Ziel sein aller slavischen Völker oder jener zehn verwandten Hauptstämme, die zusammen etwa 80 Millionen Menschen umfassen. Dieser Gedanke ist zwar ohne alle geschichtliche Grundlage, denn früher ist ein solcher Gedanke nie gehegt worden. Erst in unseren Zeiten haben einige böhmische Gelehrte die Entdeckung gemacht, daß al.e diese durw einen Sprachstamm verbundenen Völkerschaften wirklich zu einer gemeinsamen Volkersaanlie gehören. ES war natürlich, daß sich in Rußland die Vorstellung entwickelte, daß das russische Volk, 54 Millionen von den 80 Millionen Slaven, zur Hegemonie aller Stämme berufen sei. Betrachten wir nun diese panslavistiscbe Idee kirchlich, so zeigt sich, daß % aller Slaven der griechischen Kirche angehören, 19 Millionen sind römisch-katholisch, 3 Millionen find unirt etwa 11/ Million protestantisch. Sv führt die panslavistische Idee ganz natürlich zu der Aussicht, eine große einheitliche slavische Kirche zu erhalten, in welcher durch Vereinigung von lateinischen und orientalischen Gläubigen sofort 75 Millionen Slaven religiös verschmolzen find. Eben in diesem Augenblicke läuft durch alle TageSblätter ein Schreiben des berühmten böhmischen Historikers und politischen Führers der Czechen, Palacky, an den russischen Wortführer deS PanslaviS- muS, Pogodin. Palacky begrüßt diesen russischen Schriftsteller als Wiedererwecker und 91 poftel der kirchlichen Idee der slavischen Nationalität und Vereinigung, und sagt dann: Lob und Dank sei dem a([gütigen Gott, der Ihre und meine Wirksamkeit gesegnet hat. Der slavische Nationalgeist erwacht aus Jahrhunderte langem Ruhen, das Bewußtsein der slavischen Gemeinschaft gewinnt immer weitere Verbreitung. Die Sorge für den weiteren Sieg dieser Sache überlassen wir beiden alten Männer getrost unseren künftigen Geschlechtern u. s. f. DaS jüngere Geschlecht wird bald entdecken, oder bat schon entdeckt daß bei der Masse deS Volkes eine geistige Gemein schäft, eine Einigung der Gefühle ohne Kirchenvereinigung nicht möglich ist. Seit der Negierung Kaiser Alerander'S II geht eine gewaltige Bewegung durch die russische Kirche, sie fühlt sich als Hauptträgerin und Führerin der ganzen östlichen Christenwelt. Auch die junge, nunmehr selbstständige Kirche deS Königreichs Griechenland regt sich. Wie hier im Süden, so auch im russischen Norden entwickelt sich eine kirchliche Literatur in raschem Wachöthum, von der früher nichts vorhanden war. Die auswärtige, besonders die deutsche Literatur wird in Rußland und Griechenland fleißig studirt und benutzt. Mehrere jüngere Männer in Griechenland haben bereits ihre theologische Bildung auf deutschen Hochschulen erworben. Ich selber habe vor zwei Jahren einen russischen Professor der Theologie als Zuhörer in meinen Vorträgen gehabt. Zugleich ist in der russischen Kirche ein energisches Streben nach nothwendigen Reformen erwacht. Man fühlt dort daS Mißverhältniß zwischen dem weißen und schwarzen Clerus, wie man dort sagt, d. h. den Weltgeistlichen und Mönchen, und zwischen den Pfarrern und den aus dem MönchSftaude genommenen Bischöfen, und man fleht ein, daß diese Dinge nicht mehr so bleiben dürfen, und wer sich der Zeiten des Kaisers Nikolaus noch erinnert, der muß über die Fortschritte, welche Rußland in kirchlicher Beziehung gemacht hat, erstaunen, und diese Kirche vermag auch, wie schon bezüglich der Taufe erwähnt worden ist, einen früher gemachten Fehltritt, einen einmal begangenen Irrthum wieder zu verbessern, selbst, wenn es sich, wie in diesem Falle, um Coucilbeschlüffe handelt. Sie ist durch ihre Grundgesetze nicht in die Nothwendigkeit versetzt, ihre Verirrungen in eingebildeter Unfehlbarkeit wie eine an ihre Füße angeschmiedete Kugel nachschleppen zu müssen. So ist sie ein.zu schönen Hoffnungen berechtigender Theil der christlichen Welt, deren nicht zu geringer Theil in der nächsten Zukunft wohl in den Händen Rußlands liegt. Darum schien es mir geboten, (Eingesandt) Theater- Anz eige. Herr SchauspielrDirector Friedrich wird im Laufe,der nächsten acht Tagemit seiner Gesellschaft zum Beginn der Vorstellungen hier eintreff.n und t>t der 28. o. Ditö. als Eröffnungstag unserer im Laufe des Winters verwaist gewesenen Buhne bestimmt- Hoffen wir, daß das Publikum noch die wenigen Wmterwochen hindurch das Unternehmen des Herrn Friedrich wirksam unterstützen möge- . Wir machen das Publikum besonders auf die circulirende Abonnements - Liste aufmerksam, welche den Unterzeichnern bedeutende Preis-Vortheile und dem Unternehmen bei einigermaßen genügender Theilnahme eine sichere Basis durch von vornherein an- gezeigtes Interesse gewährt. „ i (807) N. R- Schienbeine und Füße unbarmherzige Tritte versetzte." . - Berlin, 16. Febr. Wie badische Blätter vernehmen, wird kunft-gym du Reichspost auch ein- und zweimonatliche Bestellungen auf Zeitungen annehmen. Hoffentlich bestätigt sich diese Nachricht. . 9I 6 München, 14. Febr. In der clerikalen Presse mehren sich letzt die 2ievß,e- tungen, daß es mit Der politischen Action ihrer Partei jetzt aus und vorbei sei; selbst die Huttler'jche Pcstzeitung, welche noch bis zuletzt guter Hoffnung war, refignirt sich und sicht Bayern unrettbar dem Vampyr des EtnhettsstaatiS ver-i 1 scheint - * toat, in 7 Wl: lni k'chitz .b‘Mmin8 Ur« Hoheit lm Schoch ""d >st also °*°t)ic dieser "kn Iahr- amaskus im 3ahr- und auftin, 'b- Nta I »»ar, doch c den Dtitnl ."/''N Theil schlossen, ab- "sten ölume- ommiunz, die 6i( gelammte iarch'ntheorie, saudische und int chentliche dort rDtittr, )Qt und unzu- } von Morkau, : getreten, und dann würde igen ÄuSjpruch ut gmnzsügig, edeulend war. n erwähnt, die Ta» ist den sein kein Recht : festzestelltr Besen, daß diese ■ rn Streitfrage, : Die orienla- Tode verworfen, orenz der Papst Meinung fiirL- f für die Ber- ' Differenjpunkt, itionell beharr- bekannüich im j ianüschen Lehre it ist, von Testen So veroäit eö . nliich die Sitte, h derseibev darf : die Einführung j t hat man ai8 hruchö als einen i Qbtbruii eine bet lateinischen b Untertauchen, . -riechen ein än- . ^iändifchr Tanfe identen, neu zu ; dem Patriarchen lerli ein anderer ilanfci, die soeben die Gräuel jener rg der ergehenden ,Iso die Gültigkeit Bestätigung tnV- 3i wenn ste nicht lt'irchenvereinignng alt bisher, wenn i nur von einem lohnt, diese SM- i, Patriarch ausgetreten, « stirchengeinnnM .. tri«*«» cinrn ehrwürdigen nt und ihn nnr < kannten Autonl- ' [ Plan hat daher < >n und Ordinal'- > ° 7« Schimmer, / * I 'n iffl I seiner yju - e ’ weder ' ssich- . a ' die «unb.. ßrevel, iche o als Wj Millionen ’bt:'n . n a"e V» ,e Jdf". Unter .den PML bleibt l ,i. 3«'Hn’S i । mV4 '* I « -j eia" 4 fallen. Natürlich ist dieser Schwindel mit dem EinheitSstaate, der, wie Graf Hegnenberg mit vollem Rechte sagte, durch eine feste, reichstreue Haltung Bayerns am sichersten abgewehrt wird, nur für dieselben gläubigen Seelen gewürzt, welche ' In"'"der ^That ^v^nn^das^Syftem'der lchon das Unfehlbarkeits-Dogma geschluckt haben. Als einziger Trost bleiben den ----- " ' J......’ bayerischen Ultramontanen jetzt nur die Heldenthaten der schwarzen Perle Windt- 5 horst, und seines Lobes wissen sie kein Ende zu finden. In ber Anerkennung des " Abgeordneten für Meppen begegnen sich alle feindlichen Brüder der ultramontanen t »' Presse, Postzeitung und „Vaterland", Donau-Zeitung und „Volksbete", und uns ' ollte nicht wundern, wenn das ihm gespendete Lob den einen oder anderen ultra- ' montanen Parteiführer hier ein wenig neidisch machte. WaS man übrigens der Regierung noch immer zu bieten wagt, geht aus dem Gesuche Regensburger Ultra- montanen hervor: die Staatsregierung möge eine öffentliche „Kreuzer"-Sammlung gestatten, wodurch die dem Bischöfe von Regensburg zuerkannte Geldstrafe von 75 Gulden wegen Beleidigung des Bürgermeisters von Kötzting aufgebracht wer- ; den sollte. Natürlich hat das Ministerium dieses Begehren abgeschlagen und den Polizeibehörden Auftrag gegeben, gegen die Umgehung dieses Verbots scharf zu , vigiliren. Dieser versuchte Hohn auf die Justiz hat übrigens der clerikalen Preffe - den schlimmen Dienst gethan, daß die Richter jetzt statt Geldbußen Strafen er- kennen, welche nicht, um den volkswirthschastlichen Ausdruck zu gebrauchen, „überwälzt" werden können, nämlich Gefängniß, — eine um so unangenehmere Der- J änderung, als das neue Reichsstrafgesetzbuch für Beleidigungen ein weit höheres Maximum hat, als das aufgehobene Landesstrafgesetzbuch. Börsennachrichten. 19. Februar 1872. Preuss. 41/2% Oblig. 1023/4 Frankf. 3Vs°/o ObL 891/2 Nass. 41/2% ObL 99'/- Kurhess. 4% „ 94 Gr. Hess. 5«/0 ObL 1021/2 „ n 4% n 97 . n 31/8O/O „ 92 Bayer. 5% „ 1003/8 „ 41/2% 1jährige 1001/g „ 40/g 1jährige 95Va Würtemb. 44/2 % ObL 993/4 Baden 41/2% ObL c. E. L. 100 Oesterr. Silberrente 63 „ Papierrente 55V< Amerik. Bonds 1881r 1005/8 n „ 1882r 96 w „ 1885r 9«3/8 n n 1887r 971/4 Spanier, neuest. 3% 31 ‘/8 Actlen. Frankf. Bank 1423/4 Frankf. Vereins-Lasse 132*/2 Darmst. Bankaot. 4821/2 Wien Bankaotien 880 Galizien 272 y, Oest. Creditaot. 36-l3/4 Actteu» 5% östr. F. St. E. B. 4181/4 Lombard. Bahn 218‘/4 Ludwigsh.-Bexbach 204 Maxbahn 15O>/4 Bayer. Ostbahn 154*/8 Rhein-Nahebahn- Act. — Hess. Lndwigsb.-Act. 191 Oberhessen „ 863/4 Prioritäten. 3°/0 öster. Stsb.-Prior. 60 Vg 3% öst. a. Lombard 86*/4 3°/0 Livorneser 387/8 5O/o Toscaner 61 5% Elisabeth.-Prior. 831/* do. II. Emiss. 82 Anlehensloose. Korb. 40 Thlr. Loose 71*/4 Nassau 25 fl. 48 4O/g bayr. Präm.-Anl. 117 Ansbacher 7 fl. 13 40/g badische Loose 11fli/z Badische fl. 35 Loose 713/4 ZO/g Oldenburg, ä 40Thlr. 393/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 84 1858r Prioritätslonee 194 1860r Loose 911/8 1864r n 155 Braunschweiger 207/8 Stadt Florenz 85 weeheel. Amsterdam k. S. 99 Augsburg k. S. 993 4 Berlin k. s. 105 Bremen k. 8. 96 Brüssel k. 8. 933/8 Hamburg k. 8. 88 Leipzig k. 8. 1047/b London k. 8. US'/- Lyon k. 8. 93i/4 Paris k. 8. 93V4 Wien k. 8. 1031/2 ditto m. 8. _ ditto 1. 8. — Disconto 4 % Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 57—58 Pistolen . . 9 39—41 n doppelte 9 39—41 Holl. fl. lOSt. 9 53—55 Duc.aten . . 5 32—34 20 Frankenst. 9 20*/2—21*/? Engi. Sover. 11 48—50 Russ. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 25‘/2—261/z Börsenberichte. Frankfurt a. M., 19. Februar. Die Börse eröffnete Heute die Woche mit wenig Animo. Denn die Besserung, welche sich eine kurze Zeit Hindurch bemerklich machte, war nur vorübergehender Natur und machte bald wieder der anfänglichen Abgespanntheit Platz. DaS Geschäft war daher ziemlich beschränkt und concentrirte sich hauptsächlich auf Ereditactien, d'e denn auch ihren Cours auf 364 erhöhten. Staatsbahn hielten sich auf dem Niveau vom Samstag, obwohl die Tendenz eine günstige war. Bankaktien dagegen bei wenig Kauflust 882. Lombarden ca.47, für selbe waren die Wiener Notirungen günstig. Von Bahnen waren alte Ostbahn und Oberhessen beliebt, letztere in Folge des mit ziemlicher Bestimmtheit auftretenden Gerüchts, daß die Köln-Mindener Bahn die oberhrssische Bahn käuflich erwerben wolle. Von österreichischen Linien waren Elisabeth bei 25 Procrnt und Nudolphbahn in einigem Umsatz, letztere jedenfalls nur in Folge eines Manövers kühner Spekulation, die auf die Leichtgläubigkeit und Unkenntniß des großen Publikums rechnen, leider in der Regel mit Erfolg. Banken still, doch ziemlich preishal- teud. DaS Gleiche war bei Loosen der Fall, nur österreichische 1860er in ziemlichem Verkehr, 91—91i/8. Amerikaner fest, aber ohne wesentliches Animo. Von Prioritäten Toscaner und 5proceutige Lombarden, sowie etliche Posten Ebcnsee aus dem Markt genommen, ohne jedoch bedeutende EourSavancen zu erzielen. Frankfurt a. M. Die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M. vermittelt auf dem erfahrungsgemäß erfolgreichsten Wege der Insertion auf das Zuverlässigste alle Arten Verkäufe und Verpachtungen von Gütern, Grundstücken, Fabriken, Gesuche und Offerten, Engagements rc. ohne Prooisionsantheil und unter alleiniger Anrechnung der Original - Jnsertionsgebühren. AlSgemeiner Anzeiger Versteigerungen. 770) Donnerstag den 22. Februar d. I., Morgens 9 Uhr und Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Drechsler Hellw ig'schen Hause auf dem Neuenweg eine große Quantität Pfeifen, weiße und gemalte Köpfe, Abgüsse, Rohre, Hörner zu Spitzen und sonstige Pfeifentheile meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. Februar 1872. In Auftrag: _________©emittier, Ortsgerichtsmann. Jagdvervachtung itn Forste Gießen. 812) Die am 31. v. Mts. stattgefundene Verpachtung der Großherzoglichen Doma- nial-Jagden in der Oberförsterei Gießen: 1) Gemarkung Lollar, circa 466 Hektare Wald, Feld rc., 2) Gemarkung Wtcseck, unter Ausschluß des Gießener Walddistricts Hangelstein, circa 1044 Hektare Wald, Feld rc., ist nicht genehmigt worden, weßhalb wiederholt Verpachtung beider Jagdbezirke unter den früher bekannt gemachten Bedingungen, Freitag den 1. März d. I., Vormittags 11 Uhr, im Gasthause zum Einhorn stattfinden soll. Gießen, am 18. Februar 1872. Großherzogliches Forst amt Gießen. ______Draudt.__________ Mühle-Versteigerung. 781) Freitag den 1. März d. I., Nachmittags 1 Uhr, will ich meine bei Wetterfeld, eine Stunde von der Bahnstation Grünberg, gelegene Mahlmühle mit steter " guter Wasserkraft nebst etwa drei Morgen dazu gehörigem Garten- und anderem Gelände aus freier Hand verkaufen oder öffentlich meistbietend! versteigern lassen. Wetterseid, den 14. Februar 1872. Heinrich Neuß I., Müller. Feilgeboteues. Z Brrmermich, beste Qualität, stets vorräthig bei Fr. Textor, Bierbrauer auf der Hardt bei Gießen. 445) Ein Haufen Mist ist zu verkaufen im Darmstädter Haus. Mscheu-Bler: 808) pr. Flasche Frankfurter.....8 kr. Tafelbier......8 „ Gießener .......6 „ Licher .......6 „ frei in's Haus, bei Georg Dörv, Kirchenplatz.' 685) Liebig's Fleischextract, achtes, von Fray Bentos, und Condensirte Milch von der Anglo-Swiss Condensed Milk— Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen I. A. Busch Söhne. 763) Photographie-Rah- men und Goldleisten bei Will). Balser. NB. Das Entrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt. Saanieiihandliiiig von (809) Carl Deines, Marktplatz, bei Herrn Gastwirth Schnell. Schweineschmalz in anerkannt bester Qualität, per Pfund 24 kr-, empfiehlt Emil Fischbach, (774) Seltersweg. 720) Ein von dem mittleren nach dem unteren Riegelpfad ziehender 176 Klafter großer Garten — in der Nähe des Eisen- bahn-Viaducts — ist zu verpachten. 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Bltts. 776) Eine Stube mit Cabinet ist mit oder ohne Möbel zu vermiethen bei ________________Georg Herbert. 802) In meinem Hause ist im mittleren Stock ein Logis an eine ruhige Familie zu vermiethen. ________Ehr. Jacob Kerl, Neustadt. 761) Äie Bel-Etage, Seltersberg Lit- E- Nr. 3, ist zu vermiethen.___________________ 800) Einige Zimmer ohne Möbel zu vermiethen. Seltersweg C. 101.__________ 727) Ein freundliches Familienlogis ist zu vermiethen und sogleich zu beziehen. Sonnenstraße B. 73.____________________ 798) Das von Herrn Reaierungsrath Haberkorn seither bewohnte Logis, Lit. A- Nr. 163, ist vom 15. Mai an zu vermiethen. 801) Eine Schlafstelle ist zu besetzen in Lit- C. Nr. 110. Vermischte Anzeigen. 348) Ein Gymnasiast oder Realschüler kann in einer Beamten - Familie von künftigen Ostern an Kost und Logis und zugleich auch, wenn es gewünscht wird, Nachhilfe in allen Lehrgegenständen erhalten. Näheres bei der Exped. d. Bltts. 797) In meinem Geschäfte ist pr. 1. Marz die Stelle des ersten Arbeiters zu besetzen. Geschäfts- kenntniß ist nicht erforderlich. Bewerber (verheiratete erhalten Vorzug) wollen sich persönlich in meinem Bureau melden. August Schlessinger. 815) Alle Diejenigen, welche Forderungen an den Nachlaß des Herrn Professor Dr. Schaum dahier zu machen haben, werden gebeten, mir ihre desfallsigen Rechnungen sofort zugehen zu lassen. _______________Weber, Geheimerath. 799) Ein anständiges Mädchen, welches Hausarbeit versteht und mit Kindern umgeben kann, wird auf gleich zu miethen ge- sucht in Lit. A. Nr. 56.______________________ 804) Gesucht in eine stille Haushaltung von zwei Personen ein freundliches Mädchen mit guten Zeugnissen, welches nähen und etwas kochen kann, gegen guten Lohn. Zu erfragen Marburger Straße in Lit. A. Nr. 158, dritter Stock._____________________ 806) Ein Schuhmachcrgcsclle findet dauernde Beschäftigung bei Fr. W. Heidt, Schuhmacher, wohnhaft bei Hrn. Seiler Huhn, Seltersweg. 805) Ein Mädchen, welches im Maschi- nen-Nähen sehr bewandert ist, sucht noch einige Beschäftigung in oder außer dem Hause. Zu erfragen bei Schreiner Franz in der Neustadt. ______________________ 717) Ein braver Junge wird in die Lehre gesucht von Schreinermeister Ferd. Krailing in der Sandgasse. 772) Für ein Eolonial- und Eisenwaa- ren-Geschäft werden ein angehender Commis, sowie ein mit den nöthigen Vorkenntnissen versehener junger Mann, als Lehrling ge- sucbt. Näheres bei Carl Münch hier. ZMÜMrem des Alice-Fraum-Vereins pi Gießen. 810) Der Alice-Frauen-Verein empfiehlt dem hiesigen Publikum feine geübten Krankenpflegerinnen, entweder zur Pflege bei Tag und Nacht, nur für Nachtwachen oder zur Hülfe während des ganzen oder halben Tages, wie auch zu einzelnen Hülfleistungen bei Kranken, wie z. B. das Verbinden von Wunden u. s. w. Nachfragen wegen einer Pflegerin wolle man gefälligst richten an die Präsidentin des Vereins. Gießen, am 19. Februar 1872. Frau Professor Wilbrand ____________ am Wallthor. J5prdd)lcii)rn, : Stottern, Lispeln, Stammeln, Schnarren rc., Kinder, denen das Sprechen schwer fällt. Heilung gründlich. 18jährige Erfahrung. Frankfurt n M. R Sonnemann, aus Hamwver, ____Steinweg 7, vis-ä-vis dem Schwan.___________(813) Kesitoiaa'atioia W. Utpfiiiaiin. 814) Dienstag den 20. und Mittwvch den 21. Februar: Große Zauber Vorstellung. Auftreten des Herrn Antoni als Herkules, welcher in seiner Manneskraft noch nie übertroffen worden ist. Anfang 7 Uhr Abends. — Die Pausen werden durch Musik ausgefüllt. Hierzu ladet ergebens! ein: W. Hofmann. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Unir^Diuckerei (Fr. Ehr. Pietsch)Jn Gießen.