lschaft. b '»Iben. Preis vierteljährig 1 fi- i2 kr. Ätt Brtngerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. Erscheint täglich, mit AuS» nähme Sonntags. Expedition: Canzletberg, Ltt. B. Nr. 1. ren ! Mm M. 1 Annahme von ^psohlen und ^rten niemals Suseck. )elichelheim. tWfUuf; ^legen lassen, ches Publikum Herbert. \tt. 18- b. M», imlung werden and. rt, irommJ' (tag: rt» er, genannt ig des Herrn ic auftritt stur. mchüüung des S--S ^Hermann' N'nHü"L fln des deutsch^ S| Lokalblatt cfl ven Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Nr. 1««. Donnerstag kn 18. Juli 1872. Amtlicher Thei L Nr. 21 des Reichs'Gesetzblattes, ausqegeben am 8. Juli 1872, enthält: (Nr- 849.) Auslieferungsvertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Großbritannien. Vom 14. Mai 1872. (Nr- 850.) Additionalvertrag zum Postvertrage mit Rußland. Vom 26./14- Mai 1872. (Nr. 851.) Bekanntmachung, betr. die Prüfung der Aerzte, Zahnärzte, Thierärzte und Apotheker. Vom 28. Juni 1872. (Nr. 852.) Ernennung von Consuln, bezw. Vice-Consuln des Deutschen Reichs. Nr. 22 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben am 10. Juli 1872, enthält: (Nr. 853.) Gesetz, betr. die Gebühren und Kosten bei den Consulaten des Deutschen Reichs. Vom 1. Juli 1872. (Nr. 854.) Gesetz, betr. den Orden der Gesellschaft Jesu. Vom 4. Juli 1872. (Nr. 855.) Bekanntmachung, betr. die Ausführung des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft Jesu. Vom 5. Juli 1872. (Nr. 856.) Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Portugal. Vom 2 März 1872. Gießen, den 16. Juli 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Röder. Bekanntmachung. Dem Unterzeichneten ist von der Großherzoglichen Centralstelle für die Landwirthschaft und die landwirthschaftlichen Vereine eine Anzahl Exemplare des Programms der landwirthschaftlichen Ausstellung zu Mainz und Anmeldebogen für 1) landwirthschaftliche Producte, . - 2) Producte des Garten- und Obstbaues, 3) landwirthschaftliche Fabrikate, 4) Maschinen und Geräthe mitgetheilt worden, um dieselben in geigneter Weise zu verbreiten. Die Herren Bürgermeister des Kreises, denen Exemplare des Programms zugehen werden, werden ersucht, dieselben bei dem landwirthschaftlichen Publikum in möglichst umfaffender Weise zu verbreiten. Außerdem können Exemplare des Programms, sowie auch Anmeldebogen auf dem Bureau Großh. Kreisamts Gießen jederzeit in Empfang genommen werden. Zum Schluß wird bemerkt, daß die fragliche Ausstellung zu Mainz vom 25.-29. September stattfindet und alle für die Ausstellung bestimmten Gegenstände längstens bis zum 15. August d. I. angemeldet werden müssen. Gießen, den 15. Juli 1872. Der 1. Director des landw. Bezirksvereins Gießen. v. R ö d e r. Politischer The i l. * Das nächste Conclave nimmt als ein unvermeidlich in nicht ferner Zukunft bevorstehendes Ereigniß von höchster Wichtigkeit bereits jetzt die allgemeine Aufmerksamkeit lebhaft in Anspruch. Selbst die Organe des Jesuitismus, die anfänglich ihr Anathem gegen Jeden schleuderten, der es wagte, die Eventualitäten einer nahe bevorstehenden Papstwahl zu erörtern, find bald genug dem Beispiel ihrer Gegner gefolgt, haben sich auf Betrachtungen über die Zukunst eingelassen, und dabei im Eifer de- Gefechts Manches über ihre und der Curie Pläne au-geplaudert. Wenn fich aus den Artikeln der „Civilta" und verwandter Organe nichts Sicheres über diese Pläne entnehmen ließ, so hatte das hauptsächlich darin seinen Grund, daß man über das erste Stadium des Planens, wo ein Entschluß den andern jagt, noch nicht hinweggekommcn war. Nur soviel ergab sich, daß längere Zeit hindurch ent- schieren die Absicht vorhanden war, die Welt durch einen eurialen Handstreich zu überraschen, wozu die Unfehlbarkeit des heiligen Vaters, dem man das Recht beimoß, die zum Conclave versammelten Kirchensürsten von den bisher beobachteten Förmlichkeiten zu dispensiren, die bequemste Handhabe bot. Welcher Art der Handstreich sein sollte, darüber scheint aber, wie gesagt, unter den Betheiligten noch durchaus kein fester Entschluß erzielt worden zu sein. Dem Wesen einer Gewalt, die in dem Rufe steht, in ihrer Politik Klugheit, Voraussicht und Festigkeit in meisterhaftester Weise zu vereinen, entspricht dies Schwanken allerdings nicht, und noch weniger die Unbesonnenheit, mit der man alle möglichen Andeutungen, welche die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung und der Regierungen auf den Vatikan lenken mußten, in's Publikum warf. Indessen die hohe Meinung, die man von der seinen Politik der Curie hat, ist eben sehr übertrüben. Das jesuitische Rom ist furchtbar durch die unübertreffliche Organisation seiner Streitkräfte, durch die Geschicklichkeit, mit der es den Aberglauben und ave schlimmen, selbst manche guten Triebe der Menschen für seine Sache anzuregrn und in Bewegung zu sitzen weiß. Die feine Berechnung aber, die diplomatische Strategie, durch welche die päpstliche Politik früherer Jahrhunderte berühmt geworden war, ist durch Leidenschaft, Mangel an Selbstbeherrschung und unvollkommene Kenntn'ß der Weitverhältniffe und Ver leitenden Persönlichkeiten sehr beeinträchtigt worden. Der Vatikan betrachtet die Welt durch die Brille seiner maaßlosen Ansprüche. Von seinen Organen will er über die Sachlage nur das hören, was ihm gefällt und feine Organe bkquemen sich seinen Wünschen an, da sie sehr wohl wissen, daß die Warnung als halber Verrath angesehen wird. Ein offenes, frcimüthiges Wort, wie es das „Schlcsifche Volksblatt neuerdings gewagt hat, ist ein in der kirchlichen TageSliteratur seit einigen Jahren nicht mehr da gewesenes Ereigniß. Und wer weiß, wie bald nicht dieser frei- mütbigen Stimme Schweigen geboten werden wird? Soviel aber war indessen einleuchtend, daß die Curie die feste Absicht hatte, die Wahl eines der Sache der Jesuiten ergebenen Nachfolger Pius IX. zu sichern, mochte man auch hinsichtlich der in Anwendung zu bringenden Mittel sich noch vollständig im Unklaren befinden. Die Regierungen waren durch die vaticamschen Indiskretionen gewarnt, und es lag nahe, daß sie ihrerseits auf Mittel dachten, um die Wahl eines jesuitisch gesinnten Papstes zu Hintertreiben. Welche vorbereitenden Schritte in dieser Beziehung bis jitzt geschehen find, vermögen wir nicht zu sagen, da die darüber umlaufenden Gerüchte sich zu sehr widersprechen, um einen Anhaltcpunkt für begründete Vermuthungen zu gebe«. Daß eine Vereinbarung der betheiligten Mächte über diese Frage indessen noch keineswegs erfolgt ist, steht außer ollem Zweifel. Um Frankreich ganz aus dem Spiel zu lassen, klebt Italien zu fest an dem Grundsatz der freien Kirche im freien Staate, um den großen und in ihrem innersten Kerne auf eine wahrhafte Versöhnung von Kirche und Staat beruhenden Gesichtspunkten der deutschen Regierung zugänglich zu sein; und was Oesterreich betrifft, so weiß dessen Regierung zwar ohne Zweifel die Ansichten der deutschen Regierung in ihrer vollen Bedeutung zu würdigen; daß sie aber eine gewisse Scheu vor einem entschlossenen Vorgehen empfindet, geht deutlich genug aus ihrem schwankenden und unsicheren Verhalten den österreichischen Bischöfen gegenüber hervor. Indessen, mögen die Regierungen über Versprechungen, deren Ergebniß sich noch gar nicht voraussehen läßt, noch nicht hinweggekommen sein, die bloße That- fache, daß sie die Eventualitäten einer Papstwahl in Erwägung zogen, reichte hin, um die maßlosesten ZorneSaurbrüche der jesuitischen Organe hervorzurufen, an die indessen die Welt schon so gewöhnt ist, daß sie auf Niemanden mehr einen reckten Eindruck machen. Aber auch die päpstliche Regierung selbst faßte die Sache sehr ernst auf und scheint auch in der That von der Sorge wegen einer Einmischung in die Wahl zu einer Art von Entschluß getrieben worden zu fein. Sie Hot dem Vermhmen noch bei Thiers vertraulich angrfragt, ob er den Vollzug der nächsten Popstwahl in Frankreich gestatten werde. Thiers' Antwort soll dahin gelautet haben, daß er sich verpflichtet erachte, die volle Freiheit der Papstwahl zu schützen, und daß die französische Regierung, sobald sie diese Freiheit für bedroht halten müsse, keinen Augenblick zögern werde, im Einvernehmen mit den übrigen katholischen Mächten ihr ein Asyl auf dem Boden der Republik zu bieten. Wenn die Aeußerung authentisch ist, so hat es Herr Thiers an der nöthigen Vorsicht und Zurückhaltung nicht fehlen lassen, insofern er seine Gewährung des Asyls an die Voraussetzung eines Einvernehmen- mit den übrigen katholischen Mächten geknüpft hat. Mit einer so verclaufulirten Zusage aber war dem Vatikan nicht geholfen. Er fürchtete ja nicht etwa bloS die Einmischung von Seiten Deutschland-, sondern ebenso von Seiten der eigentlich katholischen Mächte. Wenn nun ThierS die Gewährung eines Asyls von der Zustimmung derjenigen abhängig macht, aus Furcht vor denen die Curie ihn um ein Asyl bittet, so kommt dies in der That einer Ablehnung der Bitte gleich. Und als solche scheint die Curie Thiers' Antwort in der That aufgefaßt zu haben. Sie hat nach einer officiösen Mittheilung der „Grazer Zeitung" den Mächten angelündigt, daß in der Erwartung und unter der Voraussetzung, da- nächste Conclave werde von keiner Seite her in der freiesten Ausübung seines (Post.) i Das Iesuitengesetz ist, der „Ostsee-Ztg." zufolge, sogleich mit dem Tage seiner Publicirung in der Provinz Posen in Wirksamkeit gesetzt worben. In dem Städtchen Gniewkowo fand gerade eine Iesuttenmission statt, die, obwohl sie erst nach zwei Tagen beendigt werden sollte, an demselben Tage, an welchem das Gesetz im „Retchsanzeiger" erschien, polizeilich inhibirt wurde. Wie man hort, haben sämmtliche Iesuitenväter in Schrimm, mit Ausnahme von zweien, welche hoffen, in der Seelsorge Verwendung zu finden, sich entschlossen, die Provinz Posen zu verlassen und theils nach Galizien, theils nach Böhmen zu übersiedeln. Der Pater Superior des Schrtmmer Mutterhauses ist ein Graf Mycielski, der vorher Iura studtrt und einige Jahre in Posen als Referendar gearbeitet hat. Er besitzt als Sprößling einer alten polnischen Magnatenfamilie großen Einfluß unter dem polnischen Adel, den er für die Zwecke seines Ordens vortrefflich aus- zubeuten verstand. München. Im „Deutschen Merkur" schreibt Professor Friedrich in München über die sogenannte Bulle praesente cadavere: Die „Spen. Ztg." regte durch ihre Mittheilung über eine Bulle praesente cadavere einen Zeitungsstreit an, welcher noch immer fortdauert. Der „Germ." namentlich engagirte sich stark und ließ sich wieder einmal dazu fortreißen, den Ton des Anstandes zu verletzen. Sie versicherte, daß sie in Rom angefragt und Preßburg, 14. Juli. Man t-I-graphirt der „Deutschen Zeitung": Für ^-wattige Asuiten wollten Agenten hier zwei große Wohnhäuser und Kirchen in der Nachbarschaft kaufen; die BerkaufSunterhandiungen wurden jedoch abgebrochen, nachdem der «Lharacter der Käufer bekannt geworden war. schreiber d-S R-ich-kanzlcr- sind seine Ulanen, seine Eklaireur«, sie geben ihm über Alle« Aufschluß und bereiten ihm die Wege. Di,se fliegenden Schwadronen sühren statt der Lanze die Feder, aber diese Waffe ist nicht weniger gefährlich al« die Lanze, denn ihr Patron läßt sie dieselbe in ein Gift tauchen, welche« ansteckt und tödtet. Alle Welt weiß, daß Bismarck die Chefs seiner ungläubigen Schaaren alle Tagc in seinem Cabinet versammelt. Dort zeigt er ihnen den Weg, den sie zu verfolgen haben; er haucht ihnen feine Bedanken ein, wenn er sich auch weis- ltch hütet, sie ihnen ganz mitzuthcilen; er gib, ihnen seinen Willen zu erkennen; alle Horen ihn zitternd an, verbeugen sich sklavisch und ziehen sich, nachdem sie ihre Munition empfangen, schweigend zurück, um die Befehle des Meisters auszu- fuhren. Die deutsche Presse komm, dem Staate ,Heuer zu stehen: Jahraus Jahr ein werden ausgegeben 2% Millionen in Deutschland und in Europa, um die Ideen de« künftigen Oberpriesters der deutschen Nationalkirche zu verkündigen Der helltgc Baier hat es versucht, den deutschen Minister von dem unseligen Wege, den er mit seiner Katholik-noe,folgung eingeschlagen hat, wieder abzubrin- gen, indem er ihm begreiflich zu wachen suchte, daß er durch sein Vorgehen die katholischen Unter,Hanen Deutschland« dem Reich- abwendig machte und die treuen und gehorsamen Unter,Hanen seine« Kaiser« in Rebellen und Verschwörer »er- wandelte. Aber der diutsche Minister hat e« unter seiner Würde gehalten, Piu« IX. iuantworten. Noch mehr, er hat seine Verfolgungen gegen die Kirche fortgesetzt. Mußte nun der Statthalter Gotte« auf Erden ihn nicht im Namen d-ff-n, der über alle menfchftchen Handlungen richtet, verwarnen und den Traum Nebucadnezar'« ihm in- Bedächtniß rufen? Wenn doch di, deutsche Press- einmal aufhor-n wollt- die Rollen zu vertauschen und au« dem Verfolgten den Verfolger zu machen! Trotz der Lug- und B°«h-it der deutschen Zeltung-schr-iber wird di- offen,liche Meinung sich nicht irre führen lassen, und die Geschichte wird -inst alle Urheber de« Unglück« verdammen, welche« die Kirche zerreißt. Der hochmüthige Kanzler de« deutschen Reich« möge aber da« Eine bedenken: „Wenn der deutsche Pr°t-stanti«mu« im Bund- mit der Philosophie au- dem deutschen Volke M-nschln ohne Religion und Glauben gemacht haben wird, wie Bismarck und Genossen sind, dann wird das deutsche Reich zu existlren aufhören." Wahlrecht« behindert werden, von jed-r Abänderung, sowohl der Form al« de« die Antwort -mpsangen habe, an der Existenz einer solchen Bulle sei kein wahre« Orte« der Wahl, Abstand genommen sei. Wort. Wir müssen diese Versicherung glauben, denn unsere ultramontanen Gegmr Wir glauben, daß diese Mittheilung der Begründung nicht entbehrt. Denn verabscheuen bekanntlich nicht« mehr al« bi- Lüg-. W-r in di-s-m Str-ite Recht den b-sonneren Führern der Jesuitenpartei kann -« nicht entgehen, daß e« für sie haben mag, weiß ich nun freilich nicht zu sagen. Aber ich kann doch darthua von größter Wichtigkeit ist, ihr Ziel bei d-r Papstwahl womöglich ohne Ab- daß di-Existenz einer solchen Bulle gerade nicht unmöglich, ja sogar sehr xoabt'. w-ichung von den bisherigen Formen zu erreichen. Man wird im Falle der sch-inlich ist. Ich kam nämlich selbst durch einen ganz eigenihümlichen Zufall Roth auch vor den äußersten Mitteln nicht zurückschreckeu; aber nach de« wenig in den Besitz zweier Originalschrciben, welch- Gr-gor XVI. erlassen, eigenhändig ermuthigenden Erfahrungen, di- man über die Wirkungen der bisherigen Maß- unterzeichnet und am Schluffe mit einigen Bemerkungen versehen hatte Es si,d loflgkeiten in Worten und Thaten gemacht hat, ist e« doch erklärlich, daß man zwei von einander verschiedene und zu v-rschi-d-nen Zeiten -u-gef-rtigte Schreiben im Vatikan in der wichtigsten ZukunstSfrage lieber mit den regelmäßigen al« mit welche mit Rücksicht aus die politisch gefährdete Situation de« Kirchenstaate« An-' außerordentlichen Mitteln zu operlren wünscht. Die Heißsporne sreilich wollten ordnungen über die Sicherung und die Art und Weise der Wahl eine« Nachsol- grundsätzlich die äußersten Mittel ln Anwendung bringen. Aber nach der halb ger« enthalten. Sie sind meine« Wissens nicht weiter bekannt geworden Wir ablehnend-n Antwort Thier«' waren si- rathlos, und die« gab der b-sonneren glauben nun gar nicht einmal, daß Herr Majunke und seine „Germania" in Rom Partei für den Augenblick einen Vorsprung. so viel bedeuten, daß man ihnen in einer in den Augen Rom« so wichtigen Sache Für die Negierungen übrigen« liegt in dieser Wendung durchaus nichts sogleich reinen Wein einschenken wirb. Wenn aber die „Germania" in Rom auf Beruhigendes. Das Ziel ist dasselbe g-blieben: die Wahl ein-« jesuitisch, d. h. ihre Anfrage — sie sagt uns nicht einmal bei wem — wirklich obige Antwort sranzösisch gesinnten Papste«. Ob die Regierungen im Stande sein werden, die« erhalten haben, wenn wirklich auch Antonelli von der Bulle nichts wissen sollte namenlose Unglück von d-r Kirch- abzuwcnden, ist unter allen Umständen zweifel. so ist damit keineswegs ausgeschlossen, daß andere Carbinäle darum wissen und hast; gewiß aber ist, daß e» sich nicht abwenden läßt, wenn nicht bald unter den die Bulle in Händen haben. Bei solchen Dingen pfleg, der Papst eben nur einen großen Regierungen — Frankreich, auf welche« in dieser Frage nicht zu rechnen oder wenige Cardinäle zu feinen Vertrauten zu machen. So war e« mit dm ist, au«g-n°mm-n — eine vollständige Einigung über die zu ergreifenden Maß- Schreiben Gregor'« XVI. der Fall, und nur auf diese Meise konnten sie au» d-r regeln erzielt wird. Nachlaffenschaft -ine« Cardinal« in meinen Besitz kommen. Betrachte ich die ------------------ gegenwärtige Situation de« Papstthum« und ziehe ich di- Person Piu« IX. und Deutschland. Blt ebtn al,0tre8|E Thätigket« der Cabinet- in Bezug auf ein künftiges Conclare «SU et n ™ m . ... t, , , in E,Wägung, so ist es mir ziemlich gewiß, daß Piu« für -ine künftige Papß. Berlin, 16. Juli. Die Bewunderung für den genialen Scharfblick unsere« wähl bereit« in außerordentlicher W-ise Vorsorge getroffen habe. E« entspricht großen Strategen, de« Grafen Moltke, wird durch Veröffentlichung de« General- die« ganz der römischen Anschauung d-r Dinge, und ich finde darin gar nicht« stabswerkes noch gesteigeit. Man ist erstaunt über die Voraussicht, welche zwei Absonderliches. Friedrich. Jahre vor Ausbruch des Krieges einen Plan schuf, der eintretenden Falls ohne Miincki^n 17 o Weiteres zur Ausführung kam, und eine den deutschen Interessen abholde Gc° cjne innere Unterreduna mit dem Kr^smtniüer ftrhrn h Mrnnfh schon 1868 den Krieg selbst geplant habe. Indeß wird ja neben dem $(rmcc durch den Kronprinzen nicht in diesem sondern erft im nächsten Qnbri preußischen auch der französische Krieggplan von 1868 mitgetheilt. Der Unterschied stattfinden P * * 1 ' 1 "st tm Jahn in der Situation beider Staaten aber lag darin, daß der preußische Kriegsplan , n ,, auf den eventuell in Aussicht genommenen Fall bei dessen wirklichem Eintritt . (^lsaß-^othnngen. Dre „Straßburger Zeitung^ schreibt bei Bespre« paßte und unsere Armeeorganisation dessen sofortige Ausführung gestattete, während ^""9 ^er Arbeiten der l.iquldatlonscommission: Von allgemeinerem Interesse dürfte Marschall Riel sich allerdings für „archipret" hielt, aber sehr bald erfahren D,eJur 9ra.nfrc,,d) ^"lletcht überraschende Thatsache sein, daß die Zahl der Necla« mußte, daß der französische Plan nichts taugte, als er zur Ausführung gebracht ma. oncn c$e?,a fSoldaten, die als Elsaß Lothringer dem Friedens« werden sollte und die Organisation eben — nicht fertig war. Derselbe Fall, ^"Uage gemäß die Rückerstattung ihrer ElnstandSgelder, ihrer mässe individuelle wie er 1870 eintrat, wird aber immer eintreten, wenn Deutschland zum Kriege V.to‘ *"^""9^/ sich aufnicht weniger als 21—22,000 beläuft, also da» genöthigt werden sollte, da die Arbeiten des großen Generalstabes, nach „Kriegs- m Conttngent noch um 7000 übersteigt. — Dem theatern" eingetheilt, sich auf alle möglichen Fälle und Schauplätze eines Krieges ^""bhmen nach ist die „«Ltraßburger Zeitung", früher amtliches Organ, vo, beziehen und für einen solchen durch Entwerfung von Plänen u. s. w. Für- ^rcD! ,f$l0cn Besitzer, Herrn Wolff, an eine Gesellschaft verkauft worden, welche sorge treffen. aue t,cm weiteren Betriebe des Geschäftes ein Actienunternehmen zu veranstalt« Der „Reue Social-Demokrat" schreibt in seiner letzten Sonntagsnummer: 77..^ b£m L 3uli ^"lührung der deutschen Sprache als amt« „Das Jesuitenblatt „Germania" fordert in der schamlosesten Weise die Regierung . .^'^^sprache in dem größeren Theile Deutsch.LothringenS zur Ausführunz auf, gegen den Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verein eine Socialistenhetze in 0C ’ ,?lc Durchführung erstreckt sich aber nicht blos auf den Gebrauch de» Scene zu setzen. Die Denuncianten mögen sich vor den Arbeitern Berlins in Ätschen Sprache als amtliche Geschaftssprache, sondern mit deren Einführung Acht n-hm-n!" - Zwischen der „Germania" und ter „Post" ist eine Polemik französischen amtlichen Benennungen. So haben wir jetzt über das sogenannte Zusammengehen der rothen und schwarzen Internationale ~ d" Maires Bürgermeister, und statt der Buralistcn Ortöeinnehmer u. dgl. m erfolgt, wobei die „Germania" allerlei Ammenmärchen hervorkramt. Wir haben ^°aar , amtlichen Bekanntmachungen durch die Ortsschelle oder Trommel erfol- bisher geschwiegen, um jene Blätter aussprechen zu lassen. Wir werden jetzt £?nr ÖDn ab ltl ^iden Sprachen. Zur Erleichterung der Durchführung dieses aber etwa- ausdecken, daß den Pfaffen die Haare rund um die Glatze aufsteigen ®c'e$ee werden, wo nolhig, beeidigte Uebersetzer angestellt, sollen." — Wir sind mit der „N. A. Z." darauf gespannt, zu sehen, wie der „Neue Social-Demokrat" sein angekündigtes „Friseurkunststück" fertig bringen werde. (Post.) Wien. Der „Katholik" schreibt: Der vom HochmuthSteufel besessene Bis- Berlin, 16. Juli. Von unterrichteter Seite wird der „Elb. Ztg." mitge- mard dirigirt die ganze protestantische, philosophische, gottlose Presse Deutschlands, theilt, daß im Eultusministerium die Ausarbeitung jener Gesetze begonnen habe, liebäugelt mit ihr, weil er weiß, welche Dienste sie ihm leistet und welches welche die Reorganisation der katholischen Kirche betreffen und den gesetzgebenden Un^cfI cr mit 'hrer Hilfe anstiften kann. Da sie sich kaufen läßt, braucht er sie Körperschaften vorgelegt werden sollen. Ein reichhaltiges Material gleichartiger *u Achten; er hält sie mit eiserner Faust. Die ungläubigen ZeitungS- Gesetze verschiedener Länder und Zetten sei bereits einer Prüfung unterzogen wor- C4**'*IUä" ‘ den; man bezeichne mehr als eine Reform, welche unter den gegebenen Verhält- niffen anwendbar wäre. Was indessen auf dem Verwaltungswege gethan werden kann, versichert man, wird energisch und ohne Zögern durchgeführt; aber Octroyi- rungen sollen vermieden werden, selbst auf die Gefahr hin, daß anscheinend ein Ruhemoment eintrete, welcher von der ungeduldigen Menge falsch aufgefaßt wird. Indessen lasse sich nicht verkennen, daß zur ungeduldigen Menge auch hier lebende Reichstagsmitglieder gehören, die ein rascheres Tempo, wenn auch nicht in Varzin, so doch in Ems, eingeschlagen zu sehen wünschen. Gerade von dieser Seite meine man, daß nicht allzuviel Gewicht darauf zu legen sei, wenn sich tm Lager der Jnfalltbtlisten Symptome eines Zersetzungöprozesses zeigen. Derlei sei mehr ein Product momentaner Stimmungen der Einzelnen, welche in der ultramontanen Presse zu Tage treten. Mit Rom und dem eisernen Gefüge seiner Hierarchie haben Journalartikel wenig zu thun. Es handle sich jetzt um Thaten, nicht um Worte, und jeder Aufschub der verheißenen Maßregeln rufe gerechtes Mißtrauen hervor. > eSfty »nn bo* / Nt -aar ?>Ä «■ ta, ‘'ftj .»7-« '®er»W ;n »J LM'Ä , * Mit, J?"■ *n unt s’* eb'”tinta ■ ®at « nit d« f't tu t” Erachte ich "frl Ww IX. B» 1 Mligt» SondtDt .«« «*$«]>». Wt. Li tntf^i « Urin gar nichtt i[iJ« lallt geltem '• Prankh und den lüg trr Uyerischkl 1 10 nächsten Jahr, schreibt bei Bespre- krem Interesse dürft! 'ie Zahl der Reela. nger de» Friedens. mässe individuelle belach, cho da» bersteigt. - Dea itlidici Organ, vor kauft worden, welch.' hmen ju veranstalte! -n Sprache als amt- ,enS zur Ausführung if den Gebrauch der t deren Einfirhrunx ;o Dabta toir jetzt einnehmer u. dgl. w oder Trommel ersol« Durchführung diefeS steusel besessene 8Ü* Kresse Deutschlands, leistet und welches (aff, braucht er sie ilaubigen Zritungr- ße geben ihm über Lchrvadronen führen . gefährlich als die Welches anstestt und ^gläubigen Schaarrn n ta 'M. * * n tr ßch aut Wti- Wm j« M( nadjtem t" »u: 3altaa« 3« ’n iutopi, uh e” p wifuntt»«. ,‘ ,116* alpW- '?Kolg-d-» w u» °i-""" ‘ .«tu Vie Arche il" “'** teB Irauin «'"“ 2fr tin®al »••**£ Strfala« ala't’ , ,i,o al« einft aOe “4$* i. y„ neutftH' gft» ®'* k> Belgien. Brüssel, 17. Juli. Der Strikt der Grubenarbeiter in Borinag<(Hennegau) gewinnt eine bedenkliche Ausdehnung. Gestern sind bereits von Mons Gendarmerie unv Truppen abgegangen. Die Haltung der Arbeiter ist drohend. Frankreich. Brest, 14. Juli. Der „Times" wird telegraphirt: In Folge von fcanda- lösen Gerüchten in Bezug auf einen Jesuitenpater fanden in den letzten Tagen tumultuarische Manifestationen vor dem Ordenöhaus der Gesellschaft Jesu statt. Gestern Abend wurde Gensd'armerie requirirt, um die Ansammlungen zu zerstreuen; einige Verhaftungen fanden statt. Eine Proclamation des Magistrates empfiehlt Ruhe und erklärt, es werde eine gerichtliche Untersuchung in Bezug auf die fraglichen Gerüchte stattfinden. Italien. Rom, 13. Juli. In Neapel herrscht Verwirrung. Der seitherige Präsect Marchese d'Affitto hat seine Entlassung gegeben; nach der einen Lesart, weil er zu streng gegen die Radikalen verfuhr, nach der andern, weil er die Elertkalen zu sehr aufkommen ließ. Thatsache ist, daß hier wie anderwärts die Radikalen und die Slerikalen zusammengehen, so lauge es Opposition gegen die Regierung gilt In den Municipalwahlen Venedigs haben die Clerikalen, welche daselbst ihre Probeversuche machten, eine vollständige Niederlage erlitten. Alle sieben Candi- taten, welche für den Provinzialrath von den Liberalen vorgeschlagen waren, wurden gewählt, und von vierzehn Liberalen, die für den Communalrath borge- schlagen waren, wurden dreizehn gewählt. Der „Times" wird gemeldet, daß man den letzten Brief des Papstes an den Cardinal Antonelli als ein Werk des Car- dinalcollegiums betrachtet und Monsignore Franchi für dessen Verfasser hält. Rom, 16. Juli. Das Resultat der Gemeindewahlen ist bis jetzt^meist den Liberalen günstig. Mehrere Personen des päpstlichen Hofes schrieben sich in die Wahllisten ein. Die Opinione bespricht die gegenwärtige Sachlage nnd die conspirirende Haltung der Clericalen. Sie erklärt, die vollständige Lösung der Frage wegen der religiösen Orden sei zum Schutze des Staates unentbehrlich. Durch eine Bomben-xplosion auf der Piazza Navona wurden drei Personen leicht verwundet; man nahm zwei verdächtige Matrosen fest. Amerika. Rewyork, 15. Juli. 1500 geborene Elsässer und Lothringer begaben sich heute in geordnetem Aufzuge zum französischen Consulate, um sich als französische Bürger einschreiben zu lassen. Rewyork, 15. Juli. Die neue Verwaltung der Erie - Eisenbahn beschloß die strengste Untersuchung aller unter Goulv'S Verwaltung geschlossenen Contracte. Jüchen, 12. Juli. Eine schreckliche Schauderaeschichte durchzittert die Herzen in hiesiger Umgegend. Die Leiche eines seit dem 29. v. Mts. vermißten 17jährigen Jünglings, eines Ackerknechts, wurde in einem Kornfelde schrecklich zugerichtet gefunden. Nun stellt sich heraus und ist bereits durch Geständniß belegt, daß ein 20jähriger Mitknecht die Mordthat ausgesührt, um 1 Thlr. 25 Sgr. willen, die der Ermordete, um sie den Eltern zu bringen, in der Tasche trug. Am Hellen Morgen auf dem Wege nach der Kirche, als der Bursche eines Bedürfnisses wegen in ein Kornfeld trat, folgte ihm der Mörder und tödtete ihn durch Messerschnitte und Fußtritte. Die Beiden, Söhne armer, aber braver Eltern aus Neuenhausen, waren zusammen aufgewachsen und standen in freundlichem Verkehr. Der Mörder verjubelte dieses Geld auf dem Tanzboden. Jetzt ist er in Haft. Local-Notiz. Gießen, 17. Juli. Durch die öffentlichen Blätter geht von Jena aus die Nachricht, daß der hiesige ordentliche Professor der alttestamentlichen Theologie, Dr. Schrader, einen von Jena an ihn ergangenen Ruf in die Stelle des nach Tübingen an Oehler's Statt gegangenen Professors Diestel angenommen habe Hier weiß man nichts davon, am wenigsten von der Annahme. Landwirthsch aftliches. Die Ameise scheint den Feldraupen der gefährlichste und erbittertste Feind zu sein, der sie nicht nur verfolgt und erwürgt, sondern den sie auch in blinder Hast fliehen, wenn schon sie darüber verhungern. Ein Bericht des Oekonomie-Commiffarius Sterneborg aus Lippstadt über die Erfahrungen, welche über das Auftreten der Ameisen gegen die Feldraupen gemacht worden sind, meldet: Im Jahre 1861 war der Garten des Posthalters Ludwig zu Rüthen arg von Raupen heimgesucht. Dem Kohl und Weißkohl drohte gänzliche Vernichtung. Da holte ein Arbeitsmann einen Sack voll großer Waldameisen und streute dieselben über den Kohl. Sofort ergriffen die Raupen die Flucht; in der größten Angst eilten sie über Mauern und Zäune und am anderen Tage war im ganzen Garten keine einzige mehr zu sehen. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 17. Juli. „Wenig Geschäft", das ist die ständige Signatur aller Börsenberichte von auswärts wie von hier, und Ihr Berichterstatter vermag auch heute keine andere zu geben. Zwar zeigt sich jetzt Geld wieder flüssig, ja sogar angeboten; nichtsdestoweniger aber will sich Niemand auf größere Engagements einlassen. Epecielle Motive hierfür liegen eigentlich keine vor, man muß eben dem um diese Jahreszeit immer sehr schwachen Börsenbesuch und den Vorbereitungen auf die französische Anleihe zunächst die Schuld an der herrschenden Stille zuschreiben. SpeculationSpapiere stellten sich durchschnittlich 1 fl. höher als die gestrige Schlußnotiz, verriethen aber dabei eher Tendenz zum Nachgeben. Das Geschäft in Bahnen schlich träge dahin und vermochte in Folge dessen weder nach ab- noch nach aufwärts besondere CourSvaria- tionen hervorzubringen. Die morgen zur Subscription gelangenden Actien und Prioritäten dey mährischen Grenzbahn gingen heute in Posten, erstere zu 187 und letztere zu 85, um. DioS Papier sieht bei der zu Tage liegenden einstigen Rentabilität der die reichsten Kohlengebiete Böhmens durchschneidenden Bahn einer guten Zukunft entgegen. Auch die neuesten Prioritäten der Elisabethbahn gingen in Posten auS dem Markt, und ist durch dieses Papier unsere Börse um ein solides Effect reicher. Banken ohne Animo und eher nachgebend. Nur Baubank wurde heute um 2 Procrnt in die Höhe getrieben. Oesterreichische StaatSloose billiger zu haben. Silber- rcnte desgleichen. Von amerikanischen Prioritäten verkehrten Oregon bei 65, Omahabrücke bei 90. Wechsel. 82V4 Oberhessen Ämerik. Bonds 156 1864r 1882r 96% 1885r 973/g 1887r 973/4 981/2 93 100i/2 BSrseBnachrichten. 17. Juli 1872. Aetleii. 50/q östr. F. St. E. B. 3531/2 Lombard. Bahn 220 Ludwigsh.-Bexbach 2001/2 Maxbahn 145 Bayer. Ostbahn 140 Rhein-Nahebahn-Act. 46 Hess. Ludwigsb.-Aot. 178 Aetlen. Frankf. Bank 1413/4 Frankf. Vereins-Kasse 140 Darmst. Bankaot. 480 Wien Bankaotien 894 Oest. Oreditact. 347 Galizien 257 » 4O/o 1jährige 94Vs Würtemb. 41/j% Obi. 995/g Baden 41/2% Obi. c. E. L. 993/4 Oesterr. Silberrente 645/8 Geldsorten. fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 41—43 „ doppelte 9 41—43 Holl. fl. lOSt. 9 53—55 Duoaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 22—23 Engi. Sover. 11 49—51 Russ. Imper. 9 42—44 Dollar in Gold 2 25i/2—26«/, 40/o „ 3V»% „ „ Papierrente 58 Spanier, neuest. 3% 29 “ ~ ' 1881r 991/3 Preuss. 41/3% Oblig. 1031/9 Frankf. 31/a°/o Obi- 871/3 Nass. 41/30/0 ObL 997/s Kurhess. 4% „ 93% Gr. Hess. 5% Obi. — Bayer. 5% „ 41/3 o/o 1jährige — Vermischtes. Berlin. Der Polizei-Präsident v. Madai in Frankfurt a. M- macht bekannt, daß der dortige Auswanderungs-Unteragent Georg Seffson, Gallusgaffe 7 wohnhaft, im „Mainzer Anzeiger" vom 30. Juni d. I. unter der ihm nicht zukommenden Firma: Johanning und Behmer" angekündigt, daß er am 24. Juli d. I. Dienstmädchen von 16 bis 35 Jahren für 5 Thlr., junge Männer von 16 bis 40 Jahren für zehn Thaler. Familien zu sehr mäßigen Preisen nach Australien expedire. — Nach näherer Feststellung finden diese Expeditionen nach Neu-Seeland und Queensland statt und werden die Auswanderer keineswegs zu den erwähnten Preisen befördert. Vielmehr haben dieselben den obigen Betrag nur als Anzahlung zu entrichten, der Restbetrag der vollen Passage wird ihnen dagegen erst creditirt gegen Unterzeichnung eines der Reaierung von Queensland, resp. Neu-Seeland auszustellenden Schuldscheines, .in welchem sie sich verpflichten, binnen 2 Jahren sich ihrer vollen Verbindlichkeit zu entledigen. Es werden daher alle Auswanderungslustige dringend gewarnt, derartige Verträge abzuschließen, durch welche sic in Bezug auf ihr künftiges Fortkommen in überseeischen Landern gebunden werden. Berlin. Ein Exemplar der gefälschten Reichsgoldmünzen ist der B. u. H.-Ztg. zu Händen gekommen." Dieselben sind am Klange sofort erkennbar, die Farbe ist etwas dunkler als bei den echten. Das Gepräge auf Avers und Revers ist fehlerfrei und von dem echten in nichts zu unterscheiden. Dagegen ist die Legende des Randes, deren Ausführung auch auf den echten zu wünschen übrig läßt, vollständig mißlungen. Die Lettern des Wortes UNS sind kaum kenntlich, das Wort GOTT zeigt statt des Anfangsbuchstabens einen liegenden Strich, der Mittelbuchstabe im Worte MT ist der einzige ziemlich regulär geformte. Die gefälschten Münzen tragen das Bild des Kaisers und das Münzzeichen C. Ein paar Meilen von Königsberg, in der Domaine Brandenburg, auf dem einzigen Wege, welcher zum Damenbad im Frisching führt, befindet sich seit einigen Wochen eine Warnungstafel mit folgender Inschrift: „Wer diesen Steig betrit, bekommt eine schicht Priegel " Deutlicher kann man sich dem schonen Geschlecht gegenüber — im 19. Jahrhundert nicht ausdrücken. _____________________________ Prioritäten. 30/g öster. Stsb.-Prior. 59 3% öst. s. Lombard 503/4 30/0 Livomeser 391/4 5% Toscaner 613/4 50/g Elisabeth.-Prior. 84*/2 do. H. Emiss. 841/4________ Anlehensloose. Darmstädter fl.50Loose „ „25 „ - Kurh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fl. 45V2 Braunschweiger 215/8 30/0 Oldenburg, ä 40Thir. 39 40/0 bayr. Präm.-Anl. 1133/s 40/0 badische Loose 1103/< Badische fl. 35 Loose 69 J/2 Oestr. fl. 250 v. 1854 84‘/t 1858r Prioritätsloose 203 1860r Loose 94 Amsterdam k. 8. 981/° Augsburg k. s. 993/4 Berlin k. 8. 104Vg Bremen k. 8. — Brüssel k. S. 93i/2 Hamburg k. 8. 87-Vs Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 118V2 Lyon k. 8. — Paris k. 8. 93-/8 Wien k. 8. 106 ditto m. 8. 1057r ditto Disoonto 1. 8. 4 0/o 1053/4 Allgem einer A n z e i g e r. Besondere Bekanntmachungen. 3379) Frequenz und Einnahme ans den Oberhe ssischen Eisenbahnen.____________ Monat. Meilen- zahl. Personen-Verkehr. Güter - Verkehr. Neben- erträg- niffe. Summe im Juni. Total vom Januar bis incl. Juni. Anzahl. MvnatS. ’jlbonne' mentS Ertrag. Ctr. Ertrag. Juni 1872. 23,47 33655 27 ft. 16539 kr. 34 210752 fl- 13558 kr. 38 ft. 493 kr- 7 ft. 30591 kr. 19 fl- 163726 rr. 57 Juni 1871. 19,88 34345 13 18125 54 154967 10006 14 408 32 28540 40 157796 25 Differenz. Vorbehaltlich Gießen, + 3,59 definitiver im Juli U — 690 Feststellung 372. + 14 • —1586 20 + 55785 +3552 24 +84 35 4-2050 Die 39 Dire + 5930 ction. 32 Concurrenz-Eröffmmg. 3376) In dem Landeszuchthaus Marien» schloß ist eine Aufseherstelle mit einem Gehalte von mindestens 325 Gulden zu besetzen. Der Anzunehmende muß ein Handwerk können (Schneider werden bevorzugt), kräftig und unverheirathet, auch im Rechnen und Schreiben bewandert sein. Bei seiner persönlichen Anmeldung dahier hat er sich mit den Zeugnissen seiner Orts- und Militärbehörde zu versehen. Marienschloß, den 16. Juli 1872. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direction. S cri b a. Versteigerungen. 3362) Montag den 22. Juli, Morgens 10 Uhr, sollen die Weidenanlagen der Domäne Altenberg, ca. 10 Morgen, in geeigneten Parzellen auf mehrere Jahre unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich verpachtet werden. Altenberg, den 9. Juli 1872. C. Bene. Gießen, den 15. Juli 1872. Georg Herbert. Feilgebotenes und agner, am Schützenhof. CO bei I. Alker. Redaction, Druck und Verlaa der Brühl'sch, en Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen. Appolinarisbrunnen, Karlsbader Schloß- und Mühlbrunnen, Emser Kessel- und Krän- chesbrunnen, Friedrichshaller Bitterwasser, Homburger Elisabethen brunnen, Kissinger Rakoczy, mannißfaltige und gediegene Schilderungen aus allen Theilen der Welt, von den Erfassern und bestrebt sich hierdurch geographisches Wissen, das für jeden Gebildeten heutzutage unentbehrlich ist, m den weitesten Kreisen zu verbreiten und 3349) Durch anhaltende Krankheit habe ick mein Zimmeraeschäft auf- geben muffen und habe nun den Zimmerplaß zur Bleiche anlegen lassen welche mit dem Heutigen eröffnet wurde, und bitte ich ein verehrliches Publikum um geneigten Zuspruch. Salzhausener, Salzfchlirfer, Schwalbacher Stahl- Weinbrunnen, Schwalheimer, 3202) Ein möblirtes Zimmer mit Cabinet zu vermieden. Neuenweg B. 194. Wallrath-Oel-Nachtlichtcr, jedes 8 Tage haltend (1 Maschinchen mit 32 Lichtern für 1 Jahr zu 38 fr.), welche ihrer Sparsamkeit im Brennen und Reinlichkeit wegen bestens zu empfehlen sind bei I. A. Busch Söhne. Ludwigsbrunnen, Marienbader Kreuz- brunnen. 3279) Zimmergesellen finden dauernde Beschäftiguiifl Heilet der als vorzüglich anerkannten Vermischte Anzeigen. 3106) Syphilis, Geschlechts- und Hautkrankheiten , Schwäche - Zustände, Epilepsie und Frauenkrankheiten behandelt nach bewährter Methode brieflich und garantirt für gründliche Heilung, im kürzester Zeit Spccialarzt Dr. Leonhardt, Berlin, Mohrenstr. 57. Selterser (Nassau), Wildunger, Carlsbader Sprudelsalz. I Rührer Flammkohlen, vorzüglichster Qualität, erlasse ich bei sofortiger Bestellung noch zu 46 Thaler pr 200 Ctr. ab Zeche, PH. Daniel Kümmich, _______ in Friedberg. Bekanntmachung. , r ^272) Das in der Gemarkung Dillenburg und Niederscheld des Dillkreises Königliche Domänen - Vorwerk „Feldbach" mit einem Gesammtareale von 319 Morgen 24 Ruthen 49 Schuh Nassauischen Maaßes, oder 79,811 Hectar, soll mit den darauf befindlichen Gebäuden und einer damit verbundenen Gastwirthschaft für die Zeit vom 1. Januar 1873 bis Johanni 1891 öffentlich meistbietend verpachtet werden Stadt Dillenburg kaum eine Viertelstunde entfernt und mit dieser durch Chaussee verbunden. Den Licitations-Termin haben wir auf , . „ Freitag den 9. August d. I., Vormittags 10 Uhr, m dem Nentamts-Locale in Dillenburg vor dem Herrn Domänen-Rentmeister Martin anberaumt und laden Pachtlustige zu demselben mit dem Bemerken ein, daß 1) neue Bieter nach 12 Uhr Mittags nicht mehr zugelassen werden, 2) das dem Angebote zu Grunde zu legende Pachtgeld Minimum auf 650 Rthlr. festgesetzt worden ist, und 3) zur Uebernahme der Pachtung ein disponibles Vermögen von 8000 Rthlr. erforderlich ist. f., Ueber den Besitz des letzteren, sowie ihre Qualification als Landwirthe haben sich die Bietungslustigen möglichst vor dem Termine spätestens aber in demselben unserem Commissarius gegenüber auszuweisen. . . D'^V^chtimasbedingungen und die Regeln der Licitation, sowie die Karten und das Vermessungsregister können, mit Ausnahme der Sonntage, jeder Zeit in dem Rentamts-Locale in Dillenburg eingesehen werden. Auch sind wir bereit, Abschriften des die speciellen Bedingungen enthaltenen Entwurfes zum Pachtverträge, '0wre Exemplare der gedruckten allgemeinen Pachtbedingungen gegen Erstattung der Kopialien und Druckkosten zu ertheilen. Wiesbaden, den 8. Juli 1872. Königliche Regierung Abtheilung für directe Steuern, Domänen und Forsten. Bürger-Club. 3373) Die für künftigen Sonntag, den 21. Juli, angeordnete Parth'e wird einge- tretener Hindernisse halber später abgehalten. CölwGies,-euer Eisenbahn. Abfahrten von Gießen nach: Deutz (Coln) 6i5. 8 D-utz (Göln)i5iyo.j,iltags. 350. Nach«. 3S°- * bedeutet Eilzug. K^tliche Züge der Cöln-Gießener Anschluß an die Nassauische Elsen ahn via Wetzlar und vicc versa. O^rhessisch^Eiftnbahnen. er ..Wahrten von Gießen: L" 5- 9. Vorm. 12-o. Nachm. 7'5*. 745. Abds. Gelnhausen 55.8. Vorm. 12. Mitt. 530. Nachm. c> r^^^Enft in &iefien von: ^ulba 650. 825*. Vorm. 2«. 42s. Nachm m r 10w. Abends. ® ^Ä^ausen 1035. Vorm. 23°. Nachm. 750Abds 23O'”ac6m-75 3,bbs: 2453) Alten Malaga, Tokeyer, Dry Madeira, Old Sherry, Rothe u. weiße Weine, verschiedene Sorten, in bekannter Gute, empfehlen 3- A. Busch Söhne. K Lasel-Bier, sehr fein, aus der Actienbrauerei hier, per Flasche 8 fr-, bei Georg Dörr, Kirchenplatz. I 3323) Der erste und zweite Stock brinat n ausgestattet nut vortrefflichen Holzschnitten und Karten meines Hauses ist zu vermieihen unv "" intereffante alsbald beziehbar. I Zeil 43. Straßburg, München, Nürnberg, Berlin, Wien, Prag, Hamburg, Zurich. Ditfrllllt wird Jedermann Rath ^(ipill^l ertherlt, welche Zeitungen für jeden einzelnen Fall sich als erfolgreich erwie- sen haben: | Jlilfplhll werden alle Annoncen | sorgfältig abgefaßt und I fur einen augenfälligen _ . , „ Druck hergerichtet; Da leib 11 i0?6«bie 3nferate nur dasselbe, wie in den Zeitungs-Expeditionen , da dieses Institut als Central-Stelle aller exiftirenden Zeitungen besondere Vortheile von denselben genießt. Das Renommö der Firma bürgt für solide Bedienung. JDiscretion wird auf das strengste beobachtet, die einlaufenden Offertbriese werden uner- offnet an die betreffenden Reflectanten, ohne deren Namen preiszugeben, pünkt- । stnd ohne Provisionsberechnung 1 ubermlttelt. 0 Jllustrirte Monatshefte für Länder- und Völkerkunde und verwandte Fächer. Nedigirt von Dr. Otto Delitsch. Preis jedes Monatsheftes r 7V2 Sgr.; auch einzeln zu haben. Inhalt des Juli-Heftes 1872: .. _ Schwarzwald; Land und Leute. Von G. v. Seydlitz. — Griechische Inseln 1) Korfu (Schluß). 2) Ithaka- Von R- Zöllner. - Sprache, Schrift und Literatur Von C. Müller — Wälder und Felder um Baltimore. Von E. Lehnert- — Die schwedische Nordpolar - Expedition 1872. Von C. F. Frisch. — Aus Sicilien. ^^ola^2^ Catania. Von E-Jaeger. — Ein Blick in die Geographie des Mittelalters- Von S-Rüge. — Schlösser und Städte in Spanien. 3) El Escorial. 4) Salamanca. — 19) Miscellen- — Neu eingegangene Bücher, Karten rc. Mit 8 Holzschnitten Diese Monatsschrift, reich ausgestattet mit vortrefflichen Holzschnitten und Karten (1366) (a. 40/IV.) ein Gut, ein Haus, Hotel rc. kaufen oder verkaufen, pochten oder verpachten will, einen Poften zu besetzen hat Wil oder einen solchen sucht, irgend etwas in eine beliebige kV* * Anzahl von Zeitungen einzurücken beabsichtigt, wende sich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Alosse, officiellen Agenten sämmtlicher Leitungen des In- und Auslandes, Frankfurt a. M. 2027) Die Mineralwasser-Handlung von Emil Fischbach, Seltersweg, empfiehlt nachverzeichnete Sorten in stets frischen Füllungen : Adclhoidsquolle, Ludwigsbrunnen, B Main Weser - Bahn. i Abfahrten von Gießen nach: I Frankfurt 5-o. 7. 8-5*. uw. Vorm. 430.Nackm 739*. 8. Abds. 2^7. Nachts. Cassel 45. 833* 1156. Vorm. 4". Nachm. 7"*. Abds. 1220. Nachts. Marburg 4\ 758. 833* use. Vorm. 4« Nackm 7«*. 85. Abds. 122Q. Nachts. i Ankunft in Gießen von: Frankfurt 7“. 825*. H". Vorm. 3«. 430. 734*. Nachm. 1053. 1216* Nachts ®affeI81':* 11™-Nachm.Abds. LLW. 4A*. Nachts. Marburg 5«. 8*’*. IM. Vorm. 4». Nachm. 6A 731*. Abds. Um 2-7. Nachts bedeutet Eilzug. Die Deutsche Lebensversicherungs - Gesellschaft zu Lübeck, f errichtet 1828, gat zu ihrem Haupt - Agenten in Gießen und Oberheffen Herrn Hofaerichts- Advocaten Dr. Dettmar zu Gießen ernannt. OACCC^ ^em ätzten Jahresberichte waren Ende 1871 bei ihr versichert: f0,666 Personen mit Thlr. 23,376,256. — 9. und Thlr. 39,058. 11.8. jährliche Rente. gezeichnet: 2417 Versicherungen mit Th"' 2,894,843. und Thlr. 1,304. 12. 9. jährlicher Rente. Das Gewährleistungscapital betrug Ende 1871: Thlr. 5,197,813. 27 9 - ^o«?^ndung der Anstalt wurden für 5882 Todesfälle bezahlt: , ,, Die Aufnahme geschieht kostenftei. Jede weitere Auskunft ertheilen berettwtlllgst: 1 1 Weidenbufch, Hofg.-Advocat zu Darmstadt, General-Agent, Strecker, Hofg.-Advocat zu Offenbach. Dr. Dittmar, Hofg.-Advocat zu Gießen, Haupt-Agent, _________Franz Groß zu Mainz._______________ (3165) Verlag von Adolph Refelshöfer in Leipzig. 3365) Ein Mädchen, welches kochen kann wird Mitte August in Dienst gesucht. Hofgerichts-Aovocat Lauer. | 3375) Ein erfahrenes Mädchen, welches kochen kann, wird gegen guten Lohn in Dwnst gesucht. Näheres in der Exped. 0« -OlttS. 3345) Ein junger Rattenpinscher (schwarrl entlaufen. Dem Wiederbringer gute Be- lohnung. H. E. Jughardt. ' Jllustrirte Prospekte gratis. Zu beziehen durch alle Buchhandlungeu und Postämter des In- und Auslandes. Krachtvriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhesflsche Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt. 3344) Weißbindergesellen und Handlanger hüben gegen hoben Lohn dauernde Beschäftigung bei Georg Möhl, __________________ Reichensand. 3372) Ein Lehrling mit nöthigen Vor- kenntnissen wird für ein hiesiges Fabrikgeschäft gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bltts. 3361) Ein zuverlässiges Dienstmädchen wird gegen guten Lohn gesucht. Näheres m der Exped. b. Bltts. 2713) Vene Matjes- Häringe empfingen Z A. Busck Söhne. 3172) Aechten, in einer Centrifugal- Maschine ausgeschleuberten, Bienenhonig verkauft Peter Althaus, in Groß-Buseck. NB. Bestellungen können bei I. Bern- harbt in Gießen (Wallthorftraße) abgegeben roerben. 1 Eingemachte Gurken empfeftlen I. A. Busch Söhne. PisiS t N1 Rr. Die und Nc der Hani ®i' Inhaber steuer aw die jeder Geschlecht Wahlstini Eimendu kammer s welche ihr« eingetheilt «n A Wahlbereä öffentlich s ziehungswi brachten E N di- siir ben in m A Mr durch hnimer, od d'chlim,, ötimnijcttei bt Mn b« ®e nv , Al 'n Kem, N P De« ^dratni 1 2 3; ^geW toetbln iohiie g Nt, Siu