enbach- Freitag den 15. November imr Gießen, am 12. November 1872. heim: l TI ach: tu u r Deutschland Darmstadt, 14. November. Do» Ministerium hat die Wahl-Eommissärs chmittagtz. tim: 3 dl tachmittags, miilags. d. Bieber: iagen: ags, tabt: )8. tbachr miiiags, ihr Lbmds, nds, !NdS, Vs. Ihorn: ds. Erscheint täglich, mit Ans» nähme Sonntags. Expedition: Canzletberg, Ltt. B. Nr. 1. rb i eu, Betreffend: Aufstellung einer Statistik über sämmtliche organisirte Feuerwehren im Großherzogthum Hessen. Politisch-kirchliche Verwicklungen. Der Beginn der Landtagsstssion in Oesterreich ist sofort durch eine Collision der Staatsregierung mit den Jesuiten von Innsbruck verbittert worden, welche nicht zugeben wollen, daß auf dein tyroler Landtage die Universität durch einen Anderen als einen Jünger Layela's vertrctcn werde, und die parlamentarische Campagne Frankreichs wird durch eine Mob'.lisirung der Gläubigen durch die Bischöfe eingeleitet. Diese haben nämlich mehrtägige Andachten ausgeschrieben, durch welche die Gläubigen sich auf die öffentlichen Gebete vorbcreiten, die am 17. November in allen Kirchen Frankreichs für die Arbeiten der Nationalversammlung ab- gehalten werden sollen; sie haben aber nicht versäumt, durch ihre Hirtenbriefe dem Gebet der Gläubigen eine bestimmte Direction zu geben, nämlich eine anti- republicanische. Damit wird den Ansichten des Herrn Thiers entgegengearbeitet, welche offm darauf abzielcn, die Rlpubl k zur dtsinitivln StaatSfoim erklären zu lass-n, wenn er sich auch vorläufig mit einer Verlängerung seiner Gewalt um vier Jahre begnügt, weil er dadurch mindestens von der Solidarität mit der gegenwärtigen Nationalversammlung befreit werden winde. JUn kann indeß nicht fügen, daß die klerikale Opposition in Oesterre ch und in Frankreich von demselben Geiste geleitet wird. Was sich in Tirol zuträ'gt, gehört ganz und gar in das Gebiet jener jesuitischen Anmoßlichleit, welche überall dte Staatsgewalt zwingt, sich in Ver- theidigungszustand zu setzen, wenn sie die Staatsidee selbst nicht preisgiben will. Die jesuitische Opposition, wenn auch zunächst nur auf den tiroler Landtag be- schränkt, ist viel zu sehr principicller Natur, als daß man sie in Oesterreich ledig lich als eine locale Verlegenheit auffafstn könnte und sie wird vielleicht dazu beitragen, daß auch in Oesterreich die Negierung jene kavaliermäßige Auffassung des Grafen Andrassy, wonach man nicht „mit Kanonen gegen Sperlinge schießen dürfe" einer etwas sorgsameren Prüfung unterzieht. Anders in Frankreich! Was schon einmal von dem Fürsten Bismarck mit Nachdruck gegen die ultramontoncn Bcstrkbungrn in Deut chland hervorgehoben wurde, daß nämlich der französische Episkopat nationale Politik treibe, bestätigt sich auch im gegenwärtigen Falle. Die französischen Bischöfe treiben nationale Partei-Politik. Ob es die Sache der Kirche und ihrer Hüter ist, sich in die innrrn Partei- kämpfe zu mischen? — das ist eine Frage für sich; ab.r es ist unbestreitbar, daß die franzö^.'^en Bischöfe in diesem Augenblicke sich durchaus nicht als Werkzeuge des Jesu'- "'s gerinn, welcher seine sptcifischcn HenschastS - Interessen allen m llnv Sauer; ibenheim ^Nachn, igelheim 4,J liiachm Bahnhof): Nachmittags, jtjr Nachmittags, Sahnhof): ßhstS vterteljLhrtg 1 fl. rL kr. «tt Brwaerlshn. Durch btc Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 k. mittags, i 11 W Darm., tein: gs, s, rbachr ttags- rn: Mx. 261> j, *. ‘t Ti rf ne ke- tS' planes auf k - «®nmtta8ä '"“"N-ndn, .e E Sfe i L Die Haltung der französischen Bischöfe dagegen ist -ine nationale. Wir wollen nicht sagen, daß ihre Propaganda für das legitime Königthum eine un- eigennützige fei; vielmehr mag ihnen wohl die Erfahrung sagen, daß die Republik schließlich, wie gegen alle Autorilat, so sich auch feindlich gegen die Kirche kehren werde; wir wollen auch nicht sagen, daß in der Rückkehr zum König,Huw, da« Heil Frankreichs liege — in einem Lanke, in wrlchem alle Regiirungssormin wiederholt und ohne Bestand versucht worden sind, ist die Frage nach einer enk- sprechenden Regicrungksorm nicht zu beaniworten — aber sie schließen sich koch jedenfalls einer Parte, an, welche das Schicksal des Landes nach den Znteressen eben dieses Landes bestimmt wissen will, möge nun die Würdigung dieser Interessen zutreffend sein oder nicht. Eben darum ist da» Austreten de« französischen Episkopat« auch als ein sehr schwer wiegende» Symptom zu betrachten und wird von Herrn Thier« al« eine große Verlegenheit empfunden, wie die heftige und drohende Sprache seiner «er. trauten Organe erkennen läßt. Die elericalen Blatter meinen freilich, er poltere nur so heftig, weil er weiß, daß er den Radikalen in eben rem Grade angenehm und theuer wird, in welchem er sich mit der Kirche verfeindet; allein, wie auch diese Voraussetzung dem bisherigen System de« Herrn Thiers entsprich,, di- Parteien anzulocken und -ine curch dir andere im Schach zu halten, so hat er sich doch durch seine Wmdungin in den unvermeidlichen Schlingen der Situation die Knoten immer enger gezogen und wird vielleicht einem offenen Conflict mit der Kirche nicht entgehen können Aber zugleich einem Conflict mit dem in ihr tominirenden jesuitischen Geist und mit der nationalen Politik de« französischen Episkopats. Denn wenn dieser jetzt viel zu entschieden Stellung genommen hat, al« daß er seine antirepublikantsche Agitation irgend welchen Boispiegelungen de« Henn ThieeS zum Opfer bringen könnte, so bat ihm der Jefmlismus feine Sympathien nur zugrwendet, weil er feinen Beistand in der Frage wegen der Ordens-Generalate erwartet. Es «erlautet aber brreit«, daß Herr Thier« der römischen Regierung gegenüber eine absolute Willfährigkeit nach dieser Seite hin in Aussicht stellt, falls sie ihrerseits den Absichten feiner Handelspolitik bereitwilliger entgegcnkomwt. Bistaligt sich diese Nachricht, so werden die jesuitischen Organe gar bald einen Ton anschtagen, welcher die Harmonie mit der Politik de« französischen Episkopat wiecer h-rstellt und Herr Thiers wird sich dann kaum noch in dem Gleichgewicht erhalten können, welche- er mit seltener cquilibristischer Gewand,h-it bisher zu behaupten verstanden hat. g« !• Darmstadt, 12. Novbr. Der hiesige Anwalivereln hat kürzlich in einer Eingabe an da» Justizministerium dte Erhöhung der Advocaturtaxe angeregt. Sie datiit noch au« 1810 und entfpiicht entfernt nicht den heutigen Verhütt. Nissen oder dir Taxe anderer Lander. Das Ministerium hat nunmehr beschlossen, ! di- Taxe zu verdoppeln. E« ist jetzt nur zu wünschen, daß dle neue Civilprozeß. ordnung recht bald in’« Leben trete, denn unser veraltete» Verfahren erschwert ungemein den RechiSgang. B e k a n n t m a ch u n g. Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkasse-Vereins des Bezirks Gießen werden zu der Samstag den 16. November I872^Lrachmittags 3 Uhr, in dem Universitäts-Canzleigebäude stattfindeuden Hauptversammlung eingeladen. Tagesordnung: Erstattung des Rechenschaftsberichts für 1871. Ersatzwahlen des Ausschusses. Gießen, den 31. October 1872. Die Direction des Spar- und Leihkasse-Dereins zu Gießen. Haberkorn. t y Montags- „d «dito* ltags, > Bicktabaü' l'KMr-OM- lüd. .--Iormitta^ ll An,,je Mons- lsstbEA IQoitj link daiur re -r, ill '» r- 1- ? oe l,d * 'en E i n Hühnerhund männlichen Geschlechts, braun und weiß gefleckt, langhaarig, ist hier, weil er herrenlos herumlief, eingefangcn worden. Der Eigcnthümer wolle sich baldigst melden. Gießen, den 1,. November 1872. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der ^^DDtnäiQI^auptftab^^it6en. _________________ ______ Nover. nstellt. sich otr Jesuitiswus zu den constitutioneven Fragen Frankreichs gestellt ^at, dorüner haben unlängst erst dte römischen Jesuiten Blälter: „Ossirvatore Rom/^7. Bvce della Verita" Ausschluß gegeben, indem sie jede Soledaritat der rv.?.,^^ lisch en Kirche und des legitimen Königsthums inFrankeetch zurück- iewlesen uno sie Rtpublek für die Siche aller ehrlichen Leute erklärten. Der JesuitiSmuS brauchte die Unterstützung Frankreichs, um in Sachen dec Ordens-Genera'',^ obzufiegen, und er schmeichelt daher er augenblicklichen Gewalt, mit absoluter Gleichgültigkeit gegen die wahren Interessen Frankreichs. an die Großhryoglichen MrgermMereien des Kreises. Die in obigem Betreff von dem Vorstand der Mainzer Feuerwehr uns mitgetheilten Fragebogen lassen wir Ihnen in diesen Tagen f. H. unter dem Auftrag zngchen, ,n denselben die Frage 5 bezüglich der Ihren resp. Gemeinden gehörigen Spritzen und Löschgeräthschaften zu beantworten und die Frage- bogen bmnen 8 Tagen an uns zu remlttrren. 0 ö . v. Röder. ; n. h. • ur er •- > Arbei <5 Arbei tHY Aus Trawe- Literarisches. L für tie Wahlbezirke bereits ernannt. — Nächsten Sonntag findet eine Landcs- vkrsammlung der social-demokratischen Partei hier statt, welche über das Verhalten I L d» Ö';v Bk Künftigen I soll die Lie oesoldungsf 1 Smr. 1 Korn, auf "ch wenias Hausen Nonta wird aus d "" Woh« er fiünfi W t>ert< ^raunkoh (5055) 5308) Mo sollen >u K- durch öfser gegeben w< Maurerc Zimmer Dachdeci Schrein, Weißbin Pflasters Gießer 5309) Mc sollen aus stehende S werden, a Maurer Planir- auf t Steinbre -Sehe, Steinschi feranfi Gießen, d I Hl . w seitherige 0ul flanken EW nudelte sich, würbe, siä) ßrebitaetien fich erhallen dieselben st>< 358 Vz um । wobei jedoch Hälfte gegen adien und 1 Thkil unyerä; ju ea. 1065. irr n f |Ej ri 1 allein^ HB0r P LSed°> fc: Sw® ti " ganten w SJlobernrn sind n«J kann und in den em -M E ili i"1* 0« : 1M blt 1 Pointen.ru siainoristen tyriker kam in tKm vom 28. d. MtS., dessen Anlage anbei zuruck »folgt, erwiedern totr, daß besondere Andachten zu Ehren des OtrbcUia. «if Jf “fi Ä *nl°6 Dtr Abschlüsse der in Fulda versammelt /e- wesenen Vlschofe kirchlrchersettS angcordnet worden sind und weiche vom 1. k. MtS. ab biß zum beginne der Fastenzeit an jedem Freitage oder Sonntage gehalten K’S'1' *X“Ä.: S Ä die Abhaltung der jraglichen Andach, infl. Amerika. 12 ^vvbr. Hiesigen Blättern zufolge sind bei dem Brand- schad n in Boston von englischen Feuerversicherungs-Gesellschaften der Lvervool W mit 11/*' 6it JmpIr'af.Deellschntwl! JnKü 37ö000 D^ll 600'000 unb di-Cowmeeelal. _n on m4 Dollars Versicherungssumme betbciligt. tWolff's B.) H auswärtigen Geistlichen abhalten zu lassen, namentlich aber die Abhaltung einer Predigt in der Kirche in jeder Richtung fern zu halten. Die Pfarrgeistlichkeit in Triftern hat an diesem Tage das heilige Meßopfer am frühen Morgen dar- zubringrn. Zu der Vereinsversammlung, in welcher die angekündigtcn Reden gehalten werden, sind zwei Pfarrgeistliche behufs gewissenhafter Berichterstattung an die oberhtrtliche Stelle abzuorduen. Auswärtigen Priestern der diesseitigen Oiöcese, wenn sich solche bei dieser Vereinsfeier einfinden sollten, ist aus Auftrag Sr. bischöflichen Gnaden kundgegeben, daß sie sich von derselben fern zu halten haben. Es ist unserm hochwürdtgen Herrn Bischof schmerzlich, diese Anordnung treffen zu müssen, allein seine oberhirtlichen Pflichten machen im Hinblick auf vorliegende traurige Erfahrungen dieselbe unerläßlich nothwendig." München, 44. Novbr. Gestern Abend beschloß das Bezirksgericht die Ein- leitung des Gantverfahrcns gegen Adele Spitzeder und forderte die hiesigen Bank- grschäfte auf, die von derselben bei ihnen deponirten Werthe an Niemanden als an oas Gericht auszuhändigcn. Aus Elsaß-Lothringen, 42. Novbr. Aus Straßburg schreibt man der ,Bad. L.-Ztg.", daß in neuester Zeit die deutschfeindliche Agitation des katholischen CleruS im Elsaß merklich Nachlasse, was man auf Rechnung der Zugeständnisse bezüglich der Schulbrüder und Schulschwestcrn setzen will, w.lche Bischof Räß vom Kaiser bei der Audienz in Baden-Baden erhalten haben soll. Straßburg, 43 Novbr. Eine Bekanntmachung des Ober-Präsidenten fordert zur Abgabe von Kaufgeboten auf die kaiserliche Tabakemanufactur auf. Der Termin der Einreichung der Kaufgebote ist auf den 5. Decemver festgesetzt per Zuschlag erfolgt am 46. December. Die zu stellende Caution beträat 20,000 Thaler. Oesterreich. tÄrim./■!' ^00;\’f?eÜ dnißCr Seit ist es hier Mode geworden, mili- ^euig^lten aufzutischen, die eine große Rührigkeit der Reg erung auf ^s^m Gebiete documentiren sollen. So hieß cS neulich, als sich zwei Cavallerie-Offizlere vermittelst krummer Säbel gegenseitig das Lebenslicht ausge- Ä“ $ es h$“1° ,d ?cn Offizieren bci Vermeidung der Cassation ver- CR* i< erfahre id), daß an dieser Meldung kein wahres Wort sei. Die ganze M-ttheilung hatte also keinen anderen Zweck, als die Armee populär zu machen und dieser Zweck ist denn auch im Verdältniß zu dem angewandten Mit- tel in ziemlich ausgiebigem Maße erreicht worden, überall erfuhr die weise Maß- LT tt,an Wflr 6anz enchantirt über die treffliche Manier, wie die Regierung die zwischen Etvil und Militär noch immer bestehende Kluft zu beseitigen bestrebt sei. Natürlich hütet man sich von militärischcr Seite, mit einem formellen Dementi hervorzutreten und so verlau t denn die Sache im Sande und die Wirthrhaus -Politiker schwören noch heute Stein und Bein, daß jeder ^"^ot zuwiderzuhandeln wage, unnachsichtlich mit Cassation bestraft werde. Jetzt weiß wieder ein hiesiges Blatt zu btrichten, daß ein Erlaß rUCÄn^lUmI b^r^if4en ^neraistabs. Offizieren die Erlernung der russischen Sprache zur Pflicht mache. Ob diese Mittheiiung derselben Quelle entstammt, w.e die in Betreff der Duellanten und ob sie die gleiche Tendenz verfolgt, vermag ich nicht zu verbürgen, ich habe jedoch Grund, es zu vermutheu. (D. Pr.) Frankreich. T E 80 Millionen m-hr al« ihm v°- v°rL LLEWr äs H , r,e8 »u fuhren. Er bccauert den falschen Patriotismus der fich verpflichtet glaubt, den Umfang des Unglücks, von dem Frankeeich heim' gesucht worden, zu verdecken und der stet» von „jener prächtigen Ä!mee" .u sprechen suche, .welche Cie Regierung mit einer lobeusweethen Willensstärke >u «proWren gewußt habe." Unter der Betheuerung, daß Niemand k-m Muth und der Hingebung der französischen Soldaten und Offiziere gröbere Gerechti-keit daß Niemand schmerzlicher unter dem Gefühl der aaa.nblick- avfJh. ®rn 1 e01 ‘ßun0 ttt Lande« ItiOt und Niemand fester an die Bröß? seiner Gcschtcke glaube, beklagt der Dcrfaffer aus'« Bitterste die „trügerischen Jllusio- l/TV™ Un^e JU T°d getroffene Eitelkeit beschwichtigen will " der di-Wahiheit zu sagen, wenn wir uns au« dem Abgrunde t ? tol r trbtbEn tt,cOcn- in den unser strafbarer Dünkel uns °e. stürzt hat, speisen wir un« nicht mehr mit Werten ab, wie (dmeidit'liüff 8fi. au» se-n mögen ; faffen wir die Tha,fachen in'« Auge und ° gen'wir uns ^dafi 1, ^i9' " .und zähen Anstrengung unsererseits an allen Tagen und -u b,tarf'olim uns"° Arme, dahin p bringen, nicht daß sie magn" sique sei, wie man sie zu nennen beliebt, sondern nur, damit sie de«"so^aut organistrlen Armeen der Mächte, die un- umgeben, gleich 'geachM ««den könne.» bei den Lanktagswahlen schlüssig werden soll. — In Rheinhessen, wo die Wahlagitation sich schon sehr bemcrllich tracht, wird die Frage Ver Beseitigung der Weinstkuer bei diesem Anlaß vielfach in den Vordergrund gestellt. Berlin, 42. Novbr. So leer wie heute hat der Weiße Saal des königlichen Schlosses wohl noch keine Lanbtagseröffnung sich vollziehen sehen. Da in letzter Stunde beschlossen war, daß nicht der König, sondern der Kriegsminister die Elöffnungsceremonie vollziehen sollte, empfanden die Abgeordneten keine son- derliche Neugier, die Rede desselben einige Minuten früher zu hören, als sie ihnen ohnehin durch den Druck zugänglich gemacht wird. Wenn dies schon immer der Fall war, so oft ein Minister den Landtag eröffnete, so stellten dagegen sonst die „Herren" ein stattliches Contingevt zur Decoration des Saales. Die- hr Schmuck fiel aber heule gleichfalls weg, da die Frondeur-, die Herren v. Kleist und Genossen, vorgezogen hatten, ihre betrübten Mienen nicht vor der Zeit zur Schau zu stellen. Die Thronrede hat — wie Sie aus der durch den Telegraph Ihnen übermittelten Fassung ersehen haben werden — einen äußerst trockenen Ton erhalten. Der König, dem sie heute früh vorgelegt wurde, hat es abgelehnt, dem Passus über die gegen das Herrenhaus zu nehmenden Maßregeln einen schärferen Charakter zu geben; so hat man sich darauf beschränkt, zu wiederholen , was Graf Eulenburg den „Herren" schon am 34. October mündlich er- klärt hatte. Die Ankündigung wegen des PairSschubeS und der Reform des Herrenhauses hätte allerdings insofern auch etwas Mögliches gehabt, als das Detail dieser Maßregeln noch nicht feststeht, so sehr dieselben im Princip genehmigt sind. Immerhin hat die trockene Dürftigkeit der Eröffnungsrede keinen son derlichen Eindruck gemacht und die Stimmung unter einem großen Theil der liberalen Abgeordneten ist gedrückt oder gereizt zu nennen. Was über den gestern zwischen dem Grafen Eulenburg und den VertranenSmännern abgeschloffc- nrn Compromiß verlautet, dient nicht diese Stimmung zu verbessern. Man sieht, nachdem man schon viel concedirt hatte, sich nur sehr ungern vor neue Zumu- thungrn gestellt. Möchte das Ergebniß der neuen Session nur nicht dieser üblen Stimmung entsprechen! — Die „Herren" verzichteten heute bei der Präsidentenwahl auf die vermuthetc Demonstration, und so wurde Graf Stolberg-Wernige- rode ohne Widerspruch gewählt. (D. Pr.) Berlin, 13. Novbr. Die „Prov.-Corresp." bringt einen Artikel mit der Ueberschrist: „Krone und Herrenhaus", welcher unter Hinweis auf die t>ei& Könige ohne jede Einschränkung zustehende Befugniß, behufs Durchführung wich- tiger Maßregeln, Herreuhausmitglieder auf Lebenszeit zu ernennen, hervorhebt, daß die Regierung ihr verfassungsmäßiges Recht und ihre ernsten Pflichten in dieser Beziehung im Bewußtsein üben werde, daß es sich auch über die zunächst vorliegende Frage hinaus um die Gewähr einer stetigen und harmonischen Ent- Wickelung der preußischen Monarchie handelt. — Bezüglich der Zeitungsnachricht von einer Eikranknng des Fürsten Bismarck hört die „Kreuzzeitung", daß des Fürsten hiesiger Hausarzt nach Varzin abgereist sei. Die „Spen. Ztg." erfährt, daß der Fürst an heftigen rheumateschen Schmerzen leide. Frankfurt, 44. November. Herr Pfarrer Basse dahier wurde zum ©e- ver Weserbahn gerieth ein HüljSweichen. 1 TL? $^r?nb ">urde zwar nn* schwer verletzt, in'- «akn Zb m?fr* — N"ch heute eingetroffener Nachricht ist auf der Stettiner wahn em .Personenzug entgleist und vollständig in's Wasser gefahren. Hülse von Mil.tar aus Stettin und Berlin wurde requirirt. — Im Kasseler ©a^af »möe von einem Nordbahnzug ein Weichensteller todt gefahren; ebenda- se! st fuhr eine leere Maschine in einen Rangirzug und zertrümmerte mehrere Wagen, wodurch der Bahnhof zeitweilig gesperrt wurde. . , uleuz-10. Novbr. Das königl. Provinzial-Schulcollegium hierselbst 3‘ an ten Director eines rheinischen Gymnasiums : ff "lassen, die zugleich den Directionen sämmtlicher Gymnasien, 1 Reise-Mützen. (5269) aufmerksamer Beachtung. Provinzial-DiSconto war ungefähr 2 o/fl niedriger wie gestern. Bankverein fest zu I651/2. Oefterr.-Deutsche i/2 % höher. Württemb. VereiuSbank um ca. 2 % höher. Von Wechseln London matter, Paris höher. Sorten unverändert. Aetien* 50/0 öatr. F. St. E. B. 358V? Lombard. Bahn 218 Ludwigsh.-Bexbach — M&xbahn 143 Bayer. Ostbahn 1331/2 Rhein-Nahebahn -Aot. 52 Hess. Ludwigsb.-Aet. — 1876) Thürschoner inCryflalluud Por- - • Wito. Bauer. gegeben werden, als: Maurerarbeit, veranschl. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 14. November. Nach Ueberwindung der Medioliquidation nahm die seitherige günstige Disposition der Börse, welche unter drückenden Grldve hältnissen nicht ihren öanren Einfluß geltend mach en konnte, heute einen neuen Aufschwung- Die Börse eröffnete fest und entwickelte sich, als auch Geld, das vielleicht vor Abschluß des Medio vielfach künstlich abgespannt wurde, sich' williger anließ, ein reckt lebhaftes Geschäft, besonders in SpeculationSweithen. Creditactien waren hauptsächlich da- Lieblingskind der Speculation, auf da- mit Standthafrigkeit sich erhaltende Gerücht hin, daß die Croditanstalt eine Vermehrung ihres Capitalö beabsichtige; dieselben stiegen von 363 bi- 366. Staatsbahn eröffneten höher wie gestern Abend und schlossen 3581/2 um ca. li/4 fl. höher. Für die Vorwoche wird ein Minus von 96,000 fl. angegeben, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, daß für die entsprecheade Wocke de- Vorjahrs eine höhere Hälfte 'gegenübersteht. Lombarden gestern Abend 217i/2 blieben ca. 218. In österr. Eifenbahn- actien und Prioritäten war das Geschäft weniger umfangreich und blieben Eourse zum größten Theil unverändert. Wiener Bankactien halten sich in den Sechziger und schloffen, ziemlich gefragt zu ca. 1065. In deutschen Banken ging heute nicht viel um und erfreuten sich nur einige wenige Oeldsorten* fl. kr. Pt. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 42 -44 „ doppelte 9 43—45 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Duoaten . . 5 35—37 5309) Montag den 18. November, Vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Lollar nachstehende Vauarbeiten in Accord gegeben werden, als: Maurerarbeit, veranschl. zu Planir- und Chaussirarbefl auf dem Wege nach der Holzmühle, veranschl. zu Steinbrechen, -Fahren und -Sehen, veranschl. zu Steinfchlagen und -Breiten, 5198) Ich empfehle folgende Vorschriften und zwar: Rr. I. Besten Münchener Hrsenansttz selbst zu bereiten, ohne Hülfe einer anderen Brauerei. Derselbe schützt gegen wilde, falsche Gährung und befördert kraftvolle Biergährung, wodurch glanzhelle gesunde Biere erzielt werden. Nr. II. Neuestes feinstes Vierbouquet zur Gährung, nicht schädlich. Nr. III. Junge Biere schnell glanzhell und altschmeckend zu machen. Nr. IV. Neuestes Klärmittel, ohne Späne und Hausenblase, 10 Eimer mit 5 sgr. Diese 4 gedruckten Vorschriften kosten 5 Thlr. mit Garantie und stehen mehr als 300 Zeugnisse zu Diensten, pr. Chemiker Creuzburg, Verfasser der Theorie und Praxis der Bierbrauerei. , . _ , (6435) A. Creuzbnrg in Heldburg bei Coburg. 20 , „ 4i/8% 1jährige 100 » 4% 1jährige — Würtemb. 41/2% Obi. 98^ Baden 4V8°/o ObL 0. E. L. 991/4 Oesterr. Silberrente 65 „ Papierrente 61 Spanier) neaest. 3% 29 Mdjen-W: Gießener und Licher, sehr fein, per Flasche 6 kr, frei sit's Haus, bei Ge 0r g Dorr, (5319) Kirchenplatz. td r- U ? oe Künftigen Montag, den 18. November L I-, Vormittags 10 Uhr, soll die Lieferung der diesjährlgen Schulbesoldungsfrucht, bestehend m 8 Maltern iLmr iKumpf = 10 Hektoliter 61 Liter Korn, auf hiesiger Bürgermerflerei öffentlich wenigstnehmend vergeben werden. Hausen, am 14. November 1872. Großherzogliche Bürgermerflerei Hausen. (5313)__________Dern.__________ Montag den 25. November d. Js., Vormittags 10 Ubr, wird auf dem Comptoir des Unterzeichneten ein Wohnhaus incl. Stallung und Scheune unter günstigen Bedingungen auf den Ad- ^Vraunkohlenzeche Buderus, den 1. Nov. 1872. Für L. Fr. Buderus: Aug. Reinhardt i. H. V. 5308) Montag den 18. November, Mittags um 1 Uhr, sollen zu Kirchberg nachstehende Bauarbeiten durch öffentliche Versteigerung in Accord veranschlagt zu Gießen, den 12. November 1872. I. A: Körn er, Bezirksbauaufseher. £ ' Verpachtung. 5130) Das der Heinrich Rotenberg er Wwe. in Allendorf a. d. Lda. gehörende Ackergut, Wiesen und Gärten, einige 60 Morgen groß, mit Haus, Scheune, Stallung 2C. ist Martinitag d. I. leihfalllg. Außer diesem sollen von Martmitag 1874 ab vom besten Gelände weitere 50 Morgen Acker und Wiesen von mir hinzukommen, und wie obiges auf 12 bis 18 Jahre tn Pacht gegeben werden. Die Hofraithe ist neu, und beftnden sich unter dem Haus 4 Keller, davon -3 gewölbt, darum für ein sonstiges Nebengeschäft ganz geeignet. Cautionsfähige Bewerber werden ersucht, sich dieserhalb an den Unterzerch- '^Allendmf ^a/d- Lda., den 2- Nov. 1872. H. W- Moll. Pflasterarbeit, „ „ 15» — Gießen, den 12. November 1872. I A.: Körner, Bezirksbauaufseher. Hessischer Hausfreund, Gustav-Adolph- und Landkaleuder, sowie Brärsenn&chrlchttti. 14. November 1872. Preues. 4i/a% Oblig. 1023/4 krankt. 3i/g0/0 Obi. 86^/4 Nass. 41/3% ObL 99 Kurhess. 4% „ 94 Gr. Hess« 5% ObL — französische Spiel-, Whist- und L'hombre-Karten V- Wurmes, Buchbinder, Wallthorsiraße. Prioritäten« 3% oster. Stsb.-Prlor. 57J/2 3% öet. 3. Lombard 98 3°/q Uvorne°.er 377/8 5°/0 Tosoanor 60 5% Eliaabeth.-Prioi 843/g do. n. Emiss. 92i/2____ AnleheiaeiooBe. Darmstädter fl.50Loose — , »25 „ 55 V2 Kurh. 40 Thlr. Loose 72^/z Nassau 25 fl. 47 Braunschweiger 223/4 30/g Oldenburg, ä 40 i hlr. 37?/g 40/o bayr. Pr&m.-Änl. 112% 4% badische Loose 109 »/4 Badische fl. 35 Loose 693/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 923/8 1858r Prioritäte’oofle 209 1860r Loose 953/4 ” 524'17 Labrer hinkenden Boten' unb -ellan der--- Landkalender, Lichterhalter für Cbrsst- |^|| . RcglllllleOf bäumchen, Schreib- und Zeichnen-Ma- s^nlliae Qolr- und Steinkohlen- tertalC" “• in 3t5Lnn^r®uWr6“ Horde >""> Kcucru,.g»u.«nfitt-n vorn! Spengel^s äBlttr?:. ।(4560) -mpsehl-n SI.d 4 KroU. Herde und Desen in den verschiedensten Sorten, namentlich die sich so sehr bewahrenden, in jeder Beziehung ausgezeichneten Regulir - Füll - Oefen (4869) empfiehlt I. G» D. Bapsi. 763) Photographie-Rah men und Goldleisten bei Nerre russische Sardinen, in Pickles, im Anbruch und in Fäßchen, neue Sardine» ä Fhuile, in i/z-, 4/v und >/g Büchsen, neueGoLhacrCervelattvurst, , Salz- und Essiggurken, (5023) empfehlen I. A. Busch Söhne. 5314) BouquetS und Kränze empfiehlt Georg Noll, Gärtner, _________wohnhaft neben dem Friedbof. 5321) Geschälte Erbsen, Bohnen und Linsen, in gut kocbbarcr Waare, empfiehlt______________I- M. Schulhof. 5320) Gingemachte Gurken empfiehlt I. M. Schulhof. Amsterdam k. S. 98 V4 Augsburg k. 8. 100 Berlin k. 8. 1047/g Bremen k. 8. 175i/e Brüssel k. S. 933/8 Hamburg k. 8. 865/0 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 1191/8 Lyon k. S. — Paris k. 8. 923/4 Wien k. 8. 107 V? ditto m. 3. — ditto r 8. 1065/8 Disconto 50/0 Maizena. von Emil Fischbach Reisstärke Seltersweg, empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. Emmenthaler und Parmesankäse. Jtal. Maccaroni, Eiergemüsenudeln. Thee, Vanille, Chocolade; Rum, Arrac und Cognac. Malaga, Madeira und Sherry, Puns ch-Essenze und feine holl. Liqueure. Eingemachte Früchte, als: Annanas, Johannisbeeren, Apricoscn, Nüsse, Reineclauden, Pfirsiche. Condensirte Milch. Liebigs Fleischextract. Caviar, Sardine® a I’liuile, Rufs. Sardinen, Sardellen, Neunaugen, Hummer in Dosen, Cervelatwurst. Die Material-, Zsarb- und Colonialwaareu- Hnndlung . und Niederlage natürlicher Mineral- brunncit Brünellen, Kirschen, j Aepfelspalten, Catharina-Pflaumen und bamb. Zwctschen. Erbsen-, Bohnen- und Linsenmehl. Tafelmandeln, Tafelrosinen, ital. Haselnüsse, Citronen, Orangen, Oliven, Champignons und Trüffeln. Würfelznckcr und feinst gcst. Raffinade. Korkftopfen in allen Sorten. Bad-, Fenster- und Pferdefchwämme. Julienne (getrocknete Franzosensuppen- kräuter). Iohannisbeeren- und Himbeeren-Gelee. Skk. gesordn h CO a Vermiethungen. in der R @8- Uno erz agt. ' ! <; ' i pijil^öMv (rz£9 WM s pruM »Ä-artton, Druck -tnb tU-rl«-, Sfr SrOBPften Unto.=$ru A Werke do Auch bst uvch j^r , 8. danau, ^ir8*a . 8 *«« r„, Ht D-ibind ""Ä« OtorttK Sahnt, eii 81 u. if-, n ei v E u fcS K er A hl B $ d- ö» . - ui ' « W r- <1)1 M BUIUlt liui’jliv- EWt- UlUliUßiU^ ßZMU NlvÜ VPW -3W1 8K9L. ajvvD hii uimqa§h ,3531. ■—« ... ‘(SSIMMIS »1 e) ..... Im Saale «les Cafe leih' Ä «sonntflg den 17. November: Rascher Ausverl;aus! 4295) Die zur Debiimasse des Julius Landauer dahier gehörigen Putz- und Modewaaren, begehend in Herren-, Damen- und Kindcrhüten, Regen- und Sonnenschirmen, Gummischuhen, allen Sorlen Handschuhen und Bändern, Blumen, Federn, Blonden, Cachenez, Foulards, Caputzen und alle dahin einschlagenden Artikel werden von heute an zu herabgesetzten Preisen ausverkauft. Der Laben, imHause des Herrn N. Rosenthal in den Neuenbäuen, ist täglich von Morgens 8 Uhr bis Abends 8 Uhr geöffnet. U Gießen, den 9. November 1872. Dec Maffecurator: —_________________M. Pilqer. «atz Uv^unaA Z Mein Tuch- und Bukskin Laaer für die Winter-Saison aufs Reichhaltigste sortirt, empfehle ich hiermit angelegentlichst. Ludwig Lang, -----Marktstraße25, gegenüber dem Kaufmann Herrn Emil Pistor. es. SS 3932) Mäusburg Lit. D. Nr 9, ÄSV. Ä" 5263) Ein Logis im Vordcrhause zu oer- wiethen. Pitthan. der Cmfer^Kur - Kapelle. P r o g r a m m. (v c ~ $ l> e t I : ^ugend-Erinnerung, Marsch von A. Lentz. 2) Ouvertüre z. Op.: „Indra" von F. v. Flotow. 3) Concert von Stahlknecht. .. vorgetragen von Herrn Vollrath. 4) Traumbilder, Fantasie von Lumbye. (Mit Zither-Solo von Herrn Richter.) k', H* T h er l: J 5tlD(,erh.'"e 5!‘ "dichter und Baner" von F. v. Suppd 6) Großnuttterchen, Ländler von Langer. pp 7-. g.r. i"" Violine, vorgctragen von Herrn Geißler. 7J Therestcn - Walzer von Faust. p °) Scene und Arie v. Bergson. Solo für Clariuette, vorgetragen von Herrn Senfe. ess b c 11 • v Ka[‘e n' t>" : »Der Troubadour" v. Verdi. 10) Variationen v. Novatrowsky -<> *w £ JÄ’WKKä«™ AäW"." *” S"*1*"- . ^"lang 5 Uhr. Ende gegen 11 Uhr. , < , leis zu haben bei Herrn Karl Rolo ff nnh u bo (p schen Musikailenhandlung. Entröe^st Person 12 Kreuzer. An der Kasse 18 Kreuzer. 8 M CittCV ^5^—a^aTM II Bl I Hl „IIIBIMB—1 gegen boben Gehalt gesucht. 'öeunn7iLn®fHA?r^roC-^ö$in mit guten Daselbst finden Roller stets lohnende ^eu0ni’,en ^^^^.^huachten Unb bauernbeaeMäftisunfl. 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