Metern ! bei Vid,. NT" 00. 08. 8. '83.19, 132. 45. iSS. 23. 124.13. injlänbe aller !'" §e«ers- 'idjtmng. General- inhbt, Gießen, H. d bei Alsfeld, Allersheim, bei Grünberg, reis >e M, Znsir- ,tr Einrückung nt wöchentlich edaetion. ,rft8Ä und Australia r 4 , 16.PW 'jiiib noch bki duften werdcn iorstand. Ulfe s&* -ec-nung en i etc., en ^feituvgen OrelS vierteljährig 1 |L 12 h. aitt Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 ft. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Lanzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen. Rr». 242. Dienstag toi 15. Oktober LM2. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger gffMg XX—£anilel6(r9 a 11 aI§ au*bei aIlcn SBofb Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für das IV. Quartal zu 1 fl. A M t i i eh H r I heil. _ , , Gießen, am 10. Briober 1872 Betreffend: Die Einrichtung des Thierspitals an der Großh. Beterinäranstalt in Gießen. Das G r ü y y e r - s g i i ch e K r e i s a m t Hießen an die Großherzoglichrn Bürgermeistereien des Kreises. Im Interesse der Ihren Gemeinden angehörigen Lanowirthe empfehlen wir Ihnen der nachstehenden Bekanntmachung die thunlichste Verbreituna au geben. - v. Röder. 6 Bekanntmachung. Vom 1. November an werden in dem neuerbauten Thierspital dahier kranke Thiere, insbesondere Pferde, zu jeder Zeit ausgenommen, auch können daselbst, wie bisher, kranke Thiere zur Untersuchung und Behandlung vorgeführe und zur Beobachtung und Untersuchung auf Gewähr- und andere Fehler eingestellt werden. Behandlung der kranken Thiere, allenfallsige Operationen, wie z. B. Castration der Hengste, dann jede Untersuchung und endlich die Abwartung der Thiere geschehen unentgeldlich. Nur die Baarausla^en, wie z. B. für Arznei und Fütterung, werden berechnet. Doch steht es den Thierbesitzern auch frei, das vorgeschriebeue Futter in Natur zu liefern. Die Behandlung der kranken Thiere geschieht zunächst durch den Prof. Dr. Pflug unter Assistenz deS Herrn Thierarzt Frank, welcher im Thierspital Wohnung hat, um zu jeder p.eit in der Nähe der Patienten sein zu können. In besonderen Fällen werden wir auch nicht ermangeln, den 2. Lehrer, Herrn Kreisthierarzt, Dr. Winckler, beizuziehen. Die Wartung und Pflege der Thiere ist dem Austaltsdiener Ph. Körber übertragen. Für anderweitige Hülfeleistungen ist dann noch ein Caudidat der Thierheilkunde in der Anstalt und hat auch der Lehrschmied Herr I. Höß in nöthigen Fällen die oben Genannten zu unterstützen. Mit dem Thierspital steht auch eine gut eingerichtete Hufbeschlagwerkstätte in Verbindung, welche in nächster Zeit dem Publikum zur Benutzung geöffnet werden.wird, um darin Pferde und Rindvieh mit gesunden und kranken Hufen, beziehungsweise Klauen, durch den Lehrschmied Herrn I. Höß beschlagen laffen zu können. Der Tag der Eröffnung der Beschlagwerkstätte wird besonders bekannt gegeben werden. Die Sprechstunden des Prof. Dr. Pflug sind mit Ausnahme der Feiertage in dem Thierspital Morgens von 9—10 Uhr und Mittags von 12—121/2 Uhr. Mit diesen Einrichtungen ist unsere Bekanntmachung vom 29. October 1868 in soweit aufgehoben, als von jetzt an Niemand mehr zur unentaeldlicken Behandlung kranker Thiere außerhalb des Thierspitals verpflichtet ist. Um unserer Anstalt eine recht häufige Benutzung von Seiten des thierbesitzenden Publikums zu sichern, werden wir gewiß Alles aufbieten, um die Heilung der uns überbrachten kranken Thiere zu ermöglichen und glauben, daß deßhalb uns Patienten und andere Thiere gerne anvertraut werden. Die Tirection der Großh. Veterinäranstalt in Gießen. _________________________________ Prof. Dr. Pflug. Gefundene Gegenstande: Ein zweiräderiges Drückkärrnchen, ein Portemonnaie mit 1 fl. 3 Pfg., ein schwarzseidenes Halstuch und zwei Schlüssel. Zugelaufen: Ein Spitzhund von gelber Farbe. . Die Eigenthümer werden aufgeforderr, sich binnen 3 Lochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder spater zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. 0 b G^ßen, den 15. October 1872. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen. ________________ Nover. P 0 lit »scher L h e i t. Die Option Wirst jetzt ihre SLattcn über Frankreich. Die französischen Zeitungen sind voll von rührenden Darstellungen des ZammerS, welchen die nach Frankreich emigrirten Elsässer uud Lothringer über die Grenze geschleppt haben, und diese herzzerreißenden Schilderungen, welche mit ihren Uebertreibungen natürlich nur auf französische Leser berechnet sind, welche, obwohl sie w ssen, daß das Erhaben? nur durch eine sehr schmale Grenzlinie von dem Lächerlichen getrennt ist, doch nur feiten diese scdwale Linie respectircn, sollte dazu dienen, das öffentliche Mitleid zu praktischen Aeußerungen zu bestimmen. Daß dabei die Revanche-Politik nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst; und wahrend man die französische Generosität in den lebhaftesten Farben schildert und sich dieser Selbstbeiühmung mit um so größerem Behagen hingiebt, als dieselbe der Bethatigung durch gute Werke vorausgeht, wird die deutsche Barbarei natürlich in den tiefsten Schatten gestellt. Das Alles sind selbstverständliche Dinge, und wir dürfen von Franzosen bei Beurtheilung deutscher Politik und deren Ruckwirkung aus Frankreich nicht erwarten, daß sie sich ter Objektivität bei der Dcurlherlung befleißigen werden, da selbst deutsche Organe, freilich auch Organe des Ultramontaniswus, die Ausführung einer Friedens-Stipulation mit t>im Vernichtungskampf ter Nordamerikaner gegen die Rothhäute vergleichen, wie erst unlängst die „Deutsche Neichszeitung" in ihrer Nr. 270 githan hat. Für den ruhigen Beobachter giebt die Situation der ausgewanderten Elfäffer und Lothringer freilich auch sehr viel zu denken; aber er wtrb dabei zu Schlüffen kommen, die weter dem französischen Eharakter sehr schmeicheidast sind, noch ter französisch,n Nationaleitelkeit, weiche mit dem Ergebniß der Option zu prahlen liebt, einen bedeutenden Vorschub leistet. Die französischen Zeitungen, welche das Elend der Tausenden von Emigranten schildern, für welche dos öffentliche Mitleid in Anspruch genvwmen wird, vergessen über dem Eifer, die deutsche Verwaltung der Barbarei anzuklagen, ganz und gar, daß diese Tausende, welche jetzt in Frankreich Noth leiden, diese Noth freiwillig ausgesucht haben oder durch falsche Vorspiegelungen in dieselbe verlockt wurden. Deutscherseits ließ man den Bewohnern von Elsoß-Lothringen freie Wahl und Zeit zur Besinnung; aber wer seinen französischen Sympathien folgen wollte, konnte natürlich nicht darauf rechnen, daß ihm deutscherseits eine Unterstützung zur Ausführung seines Entschlusses oder zur Anwendung der aus denselben ent- springenden üblen Folgen gewährt werden würde. Verhält cs sich ebenso mit Frankreich? Hat man jetzt vergessen, welche Anstrengungen sranzösischerseits gemacht worden sind, um eine großartige Optionsbewegung in Gang zu bringen und ein Resultat zu erzielen, d.ssen man sich berühmen konnte? Wurden nicht förmliche Werbebureaix an der Grenze errichtet, pomphafte Elsaß-Demonstrationen in den großen Starten Frankreichs in Scene gesetzt, während in Elsaß-Lothringen eine wühlerische Agitation organisirt ward, welche sich hauptsächlich aus eine Vermittelung stützte, deren wirksamer Einfluß auf die unteren Klassen der Bevölkerung nicht unterschätzt werden konnte? Haben die Anstifter dieser Agitation gar nicht daran gedacht, daß sie den Opfern derselben verantwortlich würden? Nicht daran gedacht, wie sie den 93er- heißungen, mit welchen sie die Bethörten zu einem unheilvollen Entschluß ver- leiteten, einigermaßen gerecht werden könnten? Gcwiß nicht. Sie folgten nur ihrer Parteileidenschaft; sie waren gleichgültig gegen das individuelle Elend, welches sie erzeugten; oder sie waren leichtsinnig nv N t'1 des i * st € u 4 ei Mad famkeit du Ermeland gleich Leger ’öor Mch'Lsr t ihm leibet fannttn I Ende m'ch! ftjttawr ( srio follen. yp ai len Meister bi reuwüthig Seiten b< Dii Besuch b, Qtnanntt, btTo^ie, IC lei ru S'r. Ir I i< V ic e» § e - Dl} a schäfte der Botschaft besorgen. Wir sagen „Abwesenheit", weil man hoffen muß, daß der deutsche Botschafter von den Gründen, welche ihm den Weggang von Paris wünschenswerth machen, absehen und das Werk nicht unvollendet lassen wird, welches er bis heute mit so vielem Tact geleitet hat." — Die Regierung scheint doch nicht gegen den Bischof von Nantes einschreiten zu wollen; wenigsten«, meldet die „Agentur Havas", obgleich sein Schreiben an den Kultusminister und der Hirtenbrief, den er später veröffentlicht habe, gar lebhaft gewesen seien, werde doch die Sache keine ernstlichen Folgen haben; allerdings sei eine Untersuchung in Nantes eingeleitet worden, aber nur, um die Sache zum Abschluß zu bringen. — „Bien public" zieht heute wieder gegen Gambctta zu Felde, den es auf eine etwas wegwerfende Weife behandelt, indem es sagt, der ganze Scandal, bet welchem die Regierung ganz ruhig und die öffentliche Meinung gleichzilttg geblieben sei, werde mit einigen stürmischen Kammerscenen und einigen heftigen Zeitungsartikeln seinen Abschluß finden. Zugleich zieht ein anderes öffentliches Blatt, der „National", gegen den Grafen von Paris und dessen Reisen in Frankreich los. Der Graf benehme sich ja gerade so wie Gambetta und sei eben so tadelnSwerth wie jener; der einzige Unterschied zwischen beiden sei, daß der Exdictator mehr Aufsehen mache, weil er populärer sei. Nach diesen Andeutungen zu schließen, scheint Thierö sich zwischen die äußersten Parteien stellen, d. h. den Standpunkt einnehmen zu wollen, der ihm seit einiger Zeit von den „DebatS" angerathen wird. — Heute fand die erste Sitzung des neuen OberkriegSrothes statt. Thier« präsidirte. Mit Ausnahme von Mac Mahon, der in Civil erschien, waren alle anderen Mitglieder in großer Uniform. Paris, 11. Oct. Aussehen erregt in Paris der officielle Bruch von Thiers mit Gambetta und die Ankunft und Ausweisung des Prinzen Napoleon, die fast zu gleicher Zeit erfolgte. Der Prinz kam nämlich vorgestern auf Cerney, dem Landgute Rouher'S an, wo er aber sofort den Befehl erhielt, unverzüglich Frankreich zu verlassen, wenn er nicht wünsche, daß man die strengsten Maßregeln gegen ihn ergreife. Wie ThierS in der Sitzung der Permanenzcommisston andeutete, war der Prinz nach Frankreich gekommen, um zu Gunsten der abgesetzten Dynastie zu conspiriren. Nach dem „Soir" sollte sogar gestern in Paris eine Art von bona- partistischem Pronunciamento stattfinden. Man hätte diesen Tag gewählt, weil man gehofft, baß bei der Rückkehr der Pariser Pilger aus Lourdes Kundgebungen stattfinden würden, und man diese zum Losschlagen hätte benutzen wollen. Diese Gerüchte sind wohl in Umlauf gesetzt, um die Ausweisung des Prinzen Napoleon mundgerechter zu machen. Es besteht nämlich kein Gesetz, welches die Bonaparte« verbannt. Die royalistische Majorität der Nationalversammlung, welche die Ver- bannungSdecrete gegen die beiden Bourbonenlinien aufheben wollte, ergriff näm- Frankreich. Paris, 9. Oct. Das officiöse „Bien publique" sagt in Betreff der Abreise Grafen Arnim: „Während seiner Abwesenheit wird Graf WeSdehlen die Ge- genug, sich um die Folgen ihrer Agitation nicht zu kümmern, außer nach Seiten der demonstrativen Wirkung derselben. Aber die Regierung Frankreichs, vor deren Augen die Agitation sich vollzog; die Regierung, welche doch sicherlich in der Lage war, sich zu informiren, und deren Pflicht e« war, sich auf das Ergebniß vorzubereiten? Run, dte Thatsachen haben gelehrt, daß sie nichts vorbereitet hatte. Tausende von Emigranten, mittellos, rathlos, betreten den Boden Frankreichs, welches sich an jede Regung ihres Herzens, ihres Geistes und ihres Charakters mit den dringendsten Mahnungen gewandt hatte, um ihren Entschluß zu bestimmen — und diese« Frankreich hatte nichts zu ihrer Aufnahme vorbereitet. Unerschöpflich ist die Phantasie der Zeitungsschreiber in herzzerreißenden Schilderungen des Abschieds der Elsässer von ihrem Heimathlande; von einem herzerquickenden Empfange derselben in dem optirtcn Vaterlande wissen sie nichts zu berichten, und die Werkthätigkeit des Mitleids muß jetzt erst durch den Deutschenhaß aufgestachelt werden! Das ist gewiß charakteristisch und erinnert an den Leichtsinn, mit welchem Frankreich sich in den Krieg mit Deutschland stürzte, ohne auf denselben vorbereitet zu fein! Man dachte nur an den Sieg, nicht an die Leiden, welche der Krieg auch über Frankreich heraufbeschwören könnte; und man hat jetzt für die Option agitirt, ohne sich im Mindesten zum Voraus klar zu machen, welche Verpflichtungen für Frankreich daraus entspringen, welche Elemente der Bevölkerung durch die Option nach Frankreich geführt werden könnten, solche nämlich, die der Verlockung am leichtesten unterliegen, weil ihre verzweifelte Lage sie dahin gebracht hat, in jeder Veränderung eine Verbesserung derselben zu erhoffen. Wir sind gewiß sehr weit davon entfernt, in dem ärmeren den schlechteren Bürger zu erkennen; aber die tägliche Erfahrung lehrt, wie leichtes der Verführung wird, in den ungebildeten und nothleidenden Schichten der Bevölkerung den Entschluß der Expatriirung zu reifen. Der Hülftruf, der jetzt durch die französische Presse tönt, ist jedenfalls nach zwei Seiten hin charakteristisch. Einmal beweist er, daß die Agitation Haupt- sächlich diejenigen Kreise der elsaß-lothringischen Bevölkerung ergriffen, bei welchen die Verlockung zur Expatriirung auch allenfalls auf andere, als politische Motive gestützt werden konnte, um Erfolg zu haben; und andererseits beweist er, daß, wenn für die Expatriirung französische Sympathien entscheidend waren, diese sofort in die Lage versetzt wurden, sich davon zu überzeugen, wie übel sie ange- bracht waren. Der Anhänglichkeit an Frankreich kam keinerlei Art von Fürsorge entgegen! Deutschland. Berlin, 10. Oct. Zur Verhütung der Einschleppung der Cholera aus Polen nach Westpreußen ist, nachdem, wie schon gemeldet, einzelne Cholerafälle in Thorn und Danzig durch Ansteckung polnischer Flößer vorgekommen, zu Schillno eine GenSd'armerieftation behufs der Revision der Flöße und Kähne eingerichtet worden. Zeder Verkehr mit den auf Flößen u. f. w. befindlichen Mannschaften, so wie das Auf- und Abladen von Maaren und sonstigen Gegenständen vor bc- endeter Revision ist verboten. Zuwiderhandelnde können auf Grund des § 327 des Strafgesetzbuches mit Gefängniß bis zu zwei Jahren bestraft werden. Berlin, 12. Oktober. Ein Berliner Correspondent verbreitet die Nachricht, daß die Eröffnung der ReichStagSsession für den Januar in Aussicht genommen, und führt als Beweis dafür an, daß im Reichskanzleramte die nöthigen Vor- bereitungen für die Fertigstellung des Etats zu dem bezeichneten Termin getroffen werden. Wenn auch die letztere Mittheilung richtig ist, so dürfte doch die daraus gezogene Folgerung nicht stichhaltig sein. Bekanntermaßen wurde bei den Erörterungen, welche über den Termin der Einberufung in der vorigen Session des Reichstages stattfanden, auch nur auf den Monat Februar oder März hingewiesen. Ein früherer Termin mußte nothwendig zu neuen Kollisionen mit den Landtagen der verschieden Bundesstaaten, namentlich Preußens, führen. Es ist daher im Reichskanzleramte auch von feinem früheren Termin als Anfang oder Mitte Februar die Rede. — Eine Berichtigung bedarf auch die Nachricht, daß die Vorarbeiten für ein Prcßgesetz und ein Vereinsgesetz in Stillstand gerathen seien und in der nächsten ReichStagSsession wohl nicht zur Vorlage gelangen würden. Die Arbeiten haben vielmehr unausgesetzt ihren Fortgang, wie denn auch Fürst Bismarck während seiner Anwesenheit in Berlin an derselben Theil genommen hat. Die Reichsregierung geht nach wie vor mit der Absicht um, Die Vorlage dieser Gesetze in der nächsten Session zu bewirken. Dem Bundesrath ist der Entwurf eines Gesetzes vorgelegt worden, betreffend die Einführung des Reichsgesetzes über die Verbindlichkeit zum Schadenersatz für die bet dem Betriebe von Eisenbahnen und Bergwerken herbeigeführten Tödtungen und Körperverletzungen in Elsaß-Lothringen. Trotz der wiederholten Widersprüche der „Neuen Pr. Ztg." und der konservativen kann die „D. R.-Korr." mit Bestimmtheit behaupten, daß das Gesetz über die obligatorische Civilehe noch in der bevorstehenden Session dem Landtage zur Beschlußfassung unterbreitet wird. Gut unterrichtete Personen wollen sogar wissen, daß die Vorlage sich bereits in der Ausarbeitung befindet. Wie es heißt, würde die Vorlage nur kurz sein und wenig Paragraphen enthalten, von denen die ersten beiden die Aufhebung der bestehenden gesetzlichen Beschränkungen decretiren und die nächstfolgenden drei die Norm feftfttzen, unter denen außerkirchlich eheliche Verbindungen etngegangen werden. Das Gesetz soll namentlich dadurch motivirt werden, daß die Wirren, die besonders über die katholische Kirche hereingebrochen sind und die namentlich den ultramontanen Geistlichen zu Ausschreitungen Veranlassung geben, es erfordern, daß strenge gesetzliche Bestimmungen dort Platz greifen, wo gegenwärtig noch der Willkür der Geistlichen zu viel Spielraum gelassen ist. Berlin, 12. Oktober. Das „Mainzer Journal", bekanntlich unter dem direkten Einfluß des Bischofs von Mainz stehend, agitirt dafür, daß die neuerdings mit dem Militär - Sanitätskreuze ausgezeichneten Katholiken die Annahme dieser Dekoration ablehnen sollen, weil diese Verleihungen dieselben Unterschriften trügen, die sich unter dem Jesuitengesctz befänden. Im Regierungsbezirke Marienwerder lst im Ganzen 27 Geistlichen das Schulinspectorat entzogen worden, ebenso werden dort weltliche Kreis-Schulinspec- toren angestellt. Auch die Regierung zu Danzig stellt weltliche KreiS-Schulaufseher an, zu welchen Stellen erfahrene Lehrer ersehen werden. Fulda, 11- Oktober. Wie es heißt, ist der Verfasser der zweiten Redaction erste, schärfere Redaktion war von der Majorität de« Epi-copate« abgelehnt worden — der Bischof Ketteler von Mainz. Gumbinnen, 12. Oktober. In dem unweit Der Grenze de« Kreise« Lyck gelegener! Orte Polnifch-Grajewo sind mehrere Cholerafälle vorgekommen. Oesterreich. Wien, 9. Oct. Das „N. W. Tgbl." schreibt: Wir haben vor einigen Tagen von der Seelenpein gesprochen, welche die Ausweisung der Jesuiten au« Deutschland speeiel einer glaubenseifrigen Fürstin, der Schwester der Kaiserin von Oesterreich, Fürstin Helene von Thurn-Taxis, bereitet hat, weil der strenggläubige Sinn der hohen Dame das Heil ihrer beiden Söhne nicht anders wahren zu können glaubte, als wenn dieselben der Leitung eines Jesuiten anvertraut würden. Woher aber in Deutschland jetzt einen Jesuiten nehmen? Einen offen erklärten nämlich, keinen verkappten, der sich allenfalls ohne viele Mühe auftreiben ließe. In dieser Noth, erzählte ein Correspondent der „AugSb. Allg. Ztg.", habe sich Fürstin Helene an ihren kaiserlichen Schwager in Wien mit dem Ersuchen gewendet, Kaiser Franz Joseph möge durch seine Intervention bei dem Könige Ludwig von Bayern der um das Seelenglück ihrer Söhne besorgten Mutter die Er- laubniß erwirken, trotz des Reichsgesetzcs einen AuSnahmS-Jesuiten als Erzieher auf ihrem Schlosse beherbergen zu dürfen. Weder hat der König von Bayer« sich auf Kosten des Reiches gegen die fromme Fürstin gefällig gezeigt, noch hat der Kaiser von Oesterreich sich um solche Gefälligkeit verwendet. Darum aber braucht man um da« Seelenheil der jungen Fürsten von Thurn und Taxi« durchaus nicht besorgt zu sein — cs ist der Ausweg gefunden, dasselbe trotz de« gottvergessenen Reichsgesetzes nicht zu Schaden kommen zu lassen. Wie wir nämlich erfahren, sind die beiden Prinzen in Feldkirch eingetroffen und werden im dortigen Jesuitencollegium ihre Studien fortsetzen. Wien, 10. Oct. Die priesterlichen Kläger haben mit ihren Beleidigungs- Prozessen Unglück, nicht nur Pater Gabriel hat eine Art von Mißerfolg erlitten, sondern der Altkatholik Alois Anton hat sogar eine empfindliche Niederlage zu verzeichnen. Die Geschichte mit (einer Haushälterin, welche in öffentlicher Gerichtssitzung zugeben mußte, von Priester Anton geschwängert worben und fern von ihm Zwillinge geboren zu haben, die in Der Tauft sich in die beiden Namen ihres Vaters getheilt haben, ist für den übrigens wohlbeleumdeten Mann denn doch ein höchst unbequemes Factum, was er gewiß gern ungeschehen machen würde. Die Zeugin hat ihr Möglichstes gethan, um den Sachverhalt zu verschweigen, und erst Die eindringlichsten Ermahnungen des Präsidenten konnten sie bewegen, die Wahrheit zu sagen. Warum denn also dieser Prozeß, Herr Pater, wenn der Ausgang so compromittirend fein mußte? Schweiz. Bern, 7. Oct. Basel scheint von der elsässisch-lothringischen Emigration zu einem Hauptfltze auserlesen worden zu sein. Jetzt soll sogar ein elsässisch- lothringische« Lyceum dort gegründet werden, da« gleichzeitig eine Handels-, eine Industrie- und eine Schule für klassische Bildung sein soll. Nach dem soeben au-gegebenen Programme dieser neuen Bildungsanstalt wird dieselbe durch eine anonyme Gesellschaft mit einem Actiencapitale von 100,000 FrcS. in 500 Aktien zu 200 FrcS. errichtet werden. Die Anstalt selbst befindet sich zu Basel auf dem Centralplatze im Hause Nr. 6. Die Schweiz dürfte diese neue BildungSanstalt, welche offenbar den Charakter einer Demonstration gegen Deutschland trägt, auf ihrem Gebiete kaum gern sehen. K er l $ 5 dl ßi,:i K <5 Dch 1787) bat mit s, llebereinku ,7n gefall Mr behu lhnlmg b Personen abtritt. & kannte Metaei »tat ihn SÄ ®" Wun(tMr 1 Nen, b °r- SD -Stabt, »ertÄ* 390 ; ältlich? 68? Knrr, ^riy-1 Fulda, 11 Stober. Wie es heißt, ist der Verfasser Der zweiten Redaktion liefe, als sie die Dynastie abfttzte, keine weiteren Maßregeln gegen dieselbe, weil der von Den hier versammelt gewesenen Bischöfen veröffentlichten Denkschrift — die! sie Die Zurückberufung ihrer verschiedenen Prinzen von Bourbon zur Geltung bringen« in w ® (o ttM'i langlt ® ßtl nobitt?1 4 L-M, sicht tiöeifl nach der G Weise zu jU Den Pe gesagt/ das drille Mil Pül Wionalv Ungtsthlicl solgevd-ra Ehre habe grgumenh Utbii/W Mn. ö de» Rechtet Delrgirlen kürzlich in ob ße die i ich nicht ve genlen des tonservative tt? Gewalt StinMtch! bringen wollte. Wa« Thiers bestimmte, mit Gambetta zu brechen und dessen Rede in der Sitzung der Perwanenzcommifsion offen schlecht und gefährlich zu nennen, so erfährt man aus zuverlässiger Quelle, daß die innere Politik bet diesem Ent- schluß des Herrn Thiers keineswegs maßgebend war. Durch seinen Bruch mit Gambetta wollte Herr Thiers vielmehr dem Auslände, zumal Rußland, die verlangte Genugthuung geben. Bei Gelegenheit der scharfen Bestrafung der fünf Offiziere, welche dem Gre- nobler Bankett angewohnt haben, rufen alle republikanischen Blätter ins Gebächt- niß zurück, daß der Präsident des Comite'S der Festungswerke, General Ehabaud- Latour, welcher, als der Graf von Paris die Gießerei von Bourges besuchte, diesen nicht allein begleitete, sondern auch alle Offiziere der Garnison in großer Uniform nach der Gießerei befohlen hatte, um dem Erben LouiS Philippe's auf feierliche Weise zu begegnen, nicht bestraft worden ist. — Rach der „Patrie" hat Thiers zu den Personen, welche in seiner Abendgesellschaft vom 7. versammelt waren gesagt, daß, wenn die Deutschen Schwierigkeiten wegen der Garantien für die dritte Milliarde machen, dieses den Umtrieben der Radikalen zuzuschreiben sei. Paris, 13. October. Der vom Prinzen Napoleon an den Präsidenten der Nationalversammlung, Herrn Grdvy, gerichtete Protest schließt, nachdem er die Ungesetzlichkeit und Grundlosigkeit der über ihn verhängten Maßregel dargelegt, folgendermaßen: „In Wirklichkeit ist der Name Napoleon, den zu tragen ich die Ehre habe, mein einziges Verbrechen in den Augen der Regierung. Wenn er Argumente suchen wolle zu Gunsten der individuellen Freiheit, werde er sie zum Ueberfluffe in den Reden des Präsidenten der Republik und aller seiner Minister finden. Heute im Besitze der Gewalt, verleugnen sie die Principien der Achtung des Rechtes. Sie schließen sich der radikalen Politik an, welche durch einen Delegirten in Tours und Bordeaux angewendet und mit so großem Cynismus kürzlich in einer Rede dargelegt wurde. Die Nationalversammlung möge sehen, ob sie die Verantwortlichkeit theilen will. Ich reise mit einer Bitterkeit ab, welche ich nicht verhehlen will, und constatire, daß meine Gemahlin, welche die Jnsur- genten des 4. September respectirten, heute Frankreich zwischen Gendarmen der konservativen Republik verläßt. So wehrlos ich auch sein mag, appellire ich, der Gewalt weichend, wie immer an unseren einzigen Souverän, an das allgemeine Stimmrecht, an den nationalen Willen." Spanien. Madrid. Ein klerikales Blatt nimmt mit Schmerz Kenntniß von der Grau- samkeit der preußischen Regierung, welche monsennor Krementz y monsennor Ermeland zu victimas de terribles disposiciones gemacht habe. Natürlich, wenn gleich zwei Bischöfe mit schrecklichen Maßregeln heimgesucht werden, ist es viel ärger von der preußischen Regierung, als wenn eS nur einer wäre. Für die Bischöfe dagegen wirb die- angenehmer sein; denn da Monsiznor Ermeland mit ihm leidet, hat Monsignor Krementz — und so umgekehrt — wenigstens den bekannten Trost der Unglücklichen: socios habuisse malorum. Doch man kann am Ende nicht verlangen, daß die spanischen Zeitungen, selbst die klerikalen, mit un- fehlbarer Genauigkeit über die Personalien des preußischen EpiScopatS unterrichtet sein sollen. England. London, 10. Oktober. Der Bäckerstnke hat ein Enve gefunden. Die Meister behalten das alte Brcksystem bet und die wenigen feiernden Gesellen sind reuwüthig wieder zur Arbeit zurückgekehrt. Mangel an Einigkeit und Fonds auf Seiten der Gesellen ist angeblich der Grund für das FiaSco des StrikeS. Die Prinzessin Louise und ihr Gemahl, der Marquis von Lorne, sind zum Besuch der Königin auf Schloß Balmoral angekommen. Die Königin wird den Genannten wahrscheinlich das früher vom Prinzen Christian von Schleswig-Holstein bewohnte Fragmore-House im Windsorpark als Residenz überweisen. Allgemeine Rumänien. Bucharest, 11. Oktober. Anläßlich der Sequestration der Lemberg- Czernowitzer Eisenbahn find die Moldauer Linien aus dem bisherigen gemeinsame« Derwaltuugsrathe in Wien ausgeschieden und erhalten einen eigenen Verwaltung-- rath, daffcn Amtssitz in Jassy sein wirb. — Die Gerüchte, baß in Folge des Conflictes mit dem griechischen Consul in Braila eine Ministerkrisis bevorstehe, entbehren sicherem Dernehtnen nach jeder Begründung. Local - Notizen. Gießen, 15. October. Ein äußerst frecher Diebstahl fand am verflossenen Sonntag Abend auf dem Lony'fchen Bierkrller statt. Einem Besucher dieses Lokals wurde beim Betreten desselben die Uhr mit sammt Kette aus der Tasche gerissen. Der Thater konnte der Dunkelheit wegen nicht verfolgt werden, wurde aber am Montag Morgen von Polizeidiener Blitz in einer hiestgen Wirthschaft ergriffen, ihm daS gestohlene Objekt abgenommen und dann bei Onkel Storck sicher gesetzt. — Am Sonntag Abend spielte sich allhier ein Stückchen cause celäbre ab, über dasselbe wir vielleicht später hier einmal zurückkommen. DaS Kapitel führt die Ueberschrift: Ob Herr oder Dame, oder ein Handschuhmacher auS Wien auf der Reise. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 14. October. Die Börse eröffnete die Woche bei fester Stimmung und ziemlicher Lebhaftigkeit, namentlich auf spekulativem Gebiet, wo angesichts des morgigen Medio noch zahlreiche Deckungskäufe effectuirt wurden, in Folge deren die Courfe um circa 1—!>/» fl. anzogen. Im Uebrigen dürfte die Medioliquidation keine besonderen Schwierigkeiten mehr bieten,' da die Prolongation, für welche Geld zwar theuer, aber doch willig ist, grüßtentheils schon Ende vergangener Woche vorgenommen wurde. Für Bankpapiere entwickelte sich wieder mehr Kauflust langsam zwar, aber doch bemerklich. Insbesondere wurden heute Deutsche Gffectenbank und Oesterreichisch-deutsche, sowie Frankfurter Wechslerbank gern gekauft. Für erstere lagen zahlreiche Aufträge aus Süddeutschland vor, ebenso für Deutsche Vereinsbank. Auch Brüsseler wurden wieder in etlichen Posten aus dem Markt genommen. Oesterreichische Nationalbank hält sich fest auf der errungenen Höhe und Darmstädter behaupteten gleichfalls ihren CourS. Dagegen waren Pfälzer heute offerirt. In Bahnactien war wenig Geschäft, für Galizier und Böhmen, sowie Elisabeth, lagen kleinere KaufordreS vor, tangirten den CourS aber nicht sonderlich Von deutschen Sorten waren Bayerische Oft flau, Rhein Nahe dagegen gefragt. Prioritäten leblos. Von Loosen österreichische 1860er offerirt und weichend. Oesterreichische Renten fest, ebenso Spanier. Napoleons 1 kr. billiger. BSrsennachrlchteii. 14 Oelber 1872. Aeilen« 5O/o östr. F. St. E. B. 353 Lombard. Bahn 2201/2 Ludwigsh.-Bexbaeh — Maxbahn 143 Bayer. Ostbahn 132 Rhein-Nahebahn-Act. 563/4 Hess. Lndwigsb.-Act.-19 J’/z Oberbessen „ 80% Prioritäten. 30/0 öster. Stsb.-Prior. 58 3% öst. b. Lombard 51 Vs 3% Llvorneser 38 Va 5% Toscaner — 5% Elisabeths-Prior. 84% do. II. Emiss. 841/4 Anlehenslooae. Darmstädter fl.50Loose 203 » »25 „ 553/4 Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau 25 fl. — Braunschweiger 223/4 30/a Oldenburg, ä 40Thir. 38 V4 4% bayr. Präm.-Äni. 1121/4 4% badische Loose IIOV2 Badische fl. 35 Loose 70 Oestr. fl. 250 z. 1854 881/2 1858r Prioritätslo-'fle — 1860r Loose 94V2 1864r w — H eefinsel. . Amsterdam k. 8. 98Vs f Augsburg k. 8. 100 Berlin k. 8. 104Vs Bremen k. 8. 175% Brüssel k. 8. 92?/8 Hamburg k. 8. 87 Vg Leipzig k. 8. 105 London k. 8. H8I/4 Lyon k. S. — Paris k. 8. 923/- Wien k. 8. 107 ditto m. 8. 106V4 ditto 1. 8. 106 V« Dkaonto 5 % Geldsorten« fl. kr. Pr. Friedrdor 9 58i/3—59Vi» Pistolen . . 9 41 — 43 n doppelte 9 42—44 Holl. fl. lÖSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 t 20 Frankenst. 9 20*/2—21V. £ Engi. Sover. 11 48—50 f Buss. Im per. 9 42—44 r Dollar in Gold 1 251/2 -261/2 • Preuss. 41/zv/o Oblig. 103 Frankl. 3V» % Obi. 871/4 Nass. 4t/8o/0 Obi. 993/4 Kurhess. 4% „ 94V4 Gr. Hess. 5% Obi. — » r> 4% 98i/8 » „ 3W/o „ 95 V8 Bayer. 5% 100 „ 4i/8o/o 1jährige IOO1/4 * 4% 1jährige 931/2 Würtemb. 41/2% Obi. 99% Baden 4Va% Obi. 0. E. L. 993/4 Oesterr. Silberrente 65 Papierrente 603/8 Spanier, neuest. 3% 29!/8 Amerik. Bonds 1881r 985/s p , 1882r 96 >/g _ „ 1885r 9714 „ „ 1887r 965/g A eilen. Frankf. Bank 144’/2 Frankf. Vereins-Kasse 1565/s Darmst. Bankact. 507 Wien Bankactien 988 Oest. Creditact. 358 Galizien 25 t t ÄNzeiger. Besondere Bekanntmachung. Oeffentliche Aufforderung. 4787) Kaufmann Karl Fuhr dahier hat mit seinen bekannten Gläubigern eine Uebereinkunft dahin abgeschlossen, daß er sein gesammtes Vermögen an seine Gläubiger behufs dessen Versilberung und Ver- tbeilung des Erlöses durch einen aus 3 Personen bestehenden Gläubiger-Ausschutz abtritt. Es werden deßhalb etwaige unbekannte Gläubiger desselben, unter Gestattung der Acteneinsicht, aufgefordert, binnen 3 Wochen ihre Forderungen anzumelden und etwaige Einwendungen gegen jene Uebereinkunft vorzubringen, widrigenfalls dieselbe ohne Rücksicht auf sie zur Vollstreckung kommt. Gießen, den 9. October 18/2. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl, Oppermann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor. Versteigerungen. Mobiliar-Versteigerung. Nächsten Donnerstag den 17. und Freitag den 18. d. M, jedesmal von Morgens 9 Uhr ab, werden die zum Nachlaß des Gastwirths Jacob Schimpf U , Friedrichstraße Nr. 390, gehörigen Mobiliar-Gegenstände, namentlich: 1 Cassaschrank, eine große Parthie Möbel, Bettwerk, Leinengeräthe, alle Wirthschciftsgeräthschaften, eine große Parthie rothe und weiße Weine, Cham-, pagner, Branntwein, Essig, Cigarren, Stein- und Mohnöl, Fässer, mehrere Wagen, Bohlen, Bretter u. bergt, sodann sämmtliche Haus-, Küchen- und Kellergeräthschaften, öffentlich an den Meistbietenden gegen Baarzahlung versteigert. Bad Nauheim, am 12. October 1872. Großherzogliches Ortsgericht Bad Nauheim- (4785)__________Schutt._______________ 4788) Samstag den 19. October d. I-, Nachmittags 2 Uhr, soll das dem Kaufunger Stiftsfonds gehörige Gelände hinter der Schürz'scheu Bleiche auf 9 Jahre, sodann die demselben Fonds gehörige, 3 Morgen 118 Klafter haltende, Wiese auf dem Hamm auf 6 Jahre, unter den bei der Versteigerung bekannt ge macht werdenden Bedingungen, an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden- Gießen, den 14. October 1872. In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann. 4789) Mittwoch den 1«. d. Mts^ Nachmittags 1 Uhr, sollen an dem Volp'schen Hause auf dem Seltersweg alte noch brauchbare Fenster, Thüren, Falz- und Schildziegel, sowie altes Bau- und Brennholz k., gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. Feilgeboteneö. 4793) Extrafeines Birnen- Gel^e empfiehlt Emil Fischbach, Seltersweg. D Lager in ächt italieni- M scheu und deutschen Teigwaaren, als: WMaccaroni, DermicelliS, H Suppcnteige, Gierge- @ müse- und Eiersuppennudeln. M Parmesan- und H.Em ment Italer H-äse. B Thee, Vanille, @ Chocolade, Sardellen und WGothaer Cervelatwurst. H Blockchoeolade, ■ pr. Pfund 28 fr. B Würfelzucker. B Champignons, »Trüffeln. Sardine® B a l’liulle, riiss. ■Sardinen, Cavlar Bund Mixed-Pickles. B Tafelmandeln, E Tafelrofinen, Ej Ital. Haselnüsse. 4873) Die Specerei-, Material- und Farbwsaren - Handlung von Emil Fischbach in Giessen (Seltersweg) empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens. Große und kleine Rosinen,B ausges. große Mandeln,B Citronat, Orangeat, B ganzen und gestoßenen Zimmet, gestoßene Raffinade, Citronen, B AniSsaamen, Ammo- | nium und Pottasche. Reinschmeckendes ^vchweineschmalr, pr. Pfund 28 fr. Condensirte Milch. Ital. Brünellen, getrocknete Kirschen, Acpfelspalten, ganze Aepfel, Mirabellen, Catharina - Pflaumen und tiirk. Zwetschen. Neisstärke. Toilette-, Bade-, Fenster- und Pferdefchwämme Bienenhonia, Auckersyrnp. r Batavia-Arrac, Jamaica-Rum, Cognac, Arrac- und Rum- | Bunscli-Essenz, Malaga, Madeira, Sherry, Maraschino g; Zara, Genever, Gilkaer Getreldekünimel und Ranz. 5 wasser, Schwarzwßlder Hirschwasner, Sllhowltz ti? und sämmtliche ächte holl&nd. JLIqueure von Wynand Focklng. CO 8k. «t Im lau fei in 1871 (unbeii toi (5 i Q Gw d 4 Mufi Annero 5 2 6 Bersroi Beuern Gießen, den 12. October 1872. I M r Itlf Aufsatz. 8—9 Geschichte mit I. Rechnen. 12 Ettings! 9-10 Lesen. Naturgeschichte. 13 Garbent, i Jnscratc für Wetzlar und Umgegend ! g finden die weiteste Verbreitung in dem wöchentlich drei- | ! n.al erscheinenden Wetzlarer KreiSblatt. U Gieß il c») , ivgib im Dienen et . El. U \ d) <5 Ö t) II C. > soglech zu dezi-hen. bei Eroß-Dn Wicken. Äirtorfcin preis fl.jkr. fl.kr- fl |fr. fLlfr. fl- fr fi. fr- fl. fr M- ! M. M. M. M. M. 3 4 11156 — 1 Rormalgewichs uci jj,alter: Warzen a>, jt.nn Äcme lt>u, Spelz und Ha,er 12U, Erbsen, Lin: {en, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund. frucht- und Mehlpreife in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmärkten. Auf dem Markt 9 9 9 Auf dem Markt 4 8 2 16 Geographie. Naturgeschichte. Physik und Technologie. Rechnen. Lesen. V V Freitag. Rechnen. w n 4|45 4 12 Auf dem Markt Mit.- preis st M. i M. Erbsen. | Linsen Äuf^demiMit^- Markt Ipreis A h- L L d. 4794) Ein Bursche zum Packen wird gesucht von Georg Schäfer, _________Uhrenhandlung. ' 4790) Ein braves Hausmädchen wird gesucht. Lohn 60 fl. _______Bahnhofs-R eftauration. 4799) Ein Hausdursche, der stadtkundig ist und ein Pferd besorgen kann, wird ge- sucht. Von wem? sagt die Erped. d. Bltts. 4497) Durch eine bedeutende Sendung aus der Berliner Lampen- und Broncewaaren-Fabrik, vorm. C H. Stobwaffer S» Cvmp., ist mein Lager in P elro!euin-l^cimpen^ und zwar von den einfachsten bis zu den elegantesten Salon- Lampen, wieder auf das Reichhaltigste ausgestattet. Indem ich dasselbe hiermit bestens empfehle, gebe ich zugleich die Versicherung, daß es mir durch die Verbindung mit obiger und anderen bedeutenden Fabriken möglich ist, geschmackvolle und durchaus solid gearbeitete Maare zu billigen Preisen unter Garantie zu verkaufen. Reparaturen und Umänderungen an Lampen werden von mir selbst schnell und gewissenhaft ausgeführt. Wilh. Krbig. Loose zur Middle-Park-Lolttrie, ä 2 Thlr. (Hauptgewinn: ein Pferd, im Werthe von 36,000 Fr.), sind noch in der Erpedition dieses Blattes zu haben. j Hafer. Offerte für Mst-, Rosen- und Pflanzen- Sortimenle der Gräflichen Hofgärtnerei Assenheim. Ein Sortiment von niederstämmigen Birnen in 6 Sorten, ä Sorte 1 St, 2 fl. 30 fr. Ein Sortiment von nieberftömmUen Aepfeln in 6 Sorten, ä Sorte 1 St-, 2 fl. 30 fr. Ein.Sortiment Loisettrosen in 6 Sorten, ä Sorte 1 St. (3 bis 4 Fuß hoch), 3 fl. Ein Sortiment Theerosen in 6 Sorten, »Sorte 1 St. (niedrig veredelte), 2fl 30fr. Ein Sortiment Remontante Ro'en in 6 Sorten, 2 Sorte 1 St- (3 bis 4 Fuß Koch), 3 fl. Ein Elite-Sortiment der schönsten Blattpflanzen für das Zimmer in 6 Sorten, ä Sorte 1 St-, 1 fl. Ein Elite-Sortiment der schönsten und rasch- wachsendsten Schlingpflanzen für das Zimmer in 6 Sorten, ä Sorte 1 St., 1 fl. Für Emballage berechnen wir nur die Baar-Auslagen.__(4786) I Gänsebraten jeden Abend im PromenadchauS. Herde und Besen in den verschiedensten Sorten, namentlich die sich so sehr bewährenden, in jeder Beziehung ausgezeichneten Regulir - Füll - Oefen (4724) empfiehlt I. G. D. Bapft. 763) Photographie-Rah- men und Goldleisten bei Wilh. Balser. NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und billigsi besorgt.___________ Füll - Reguliröfen, sowie sonstige Holz- und Steinkohlen- Oefen, Herde unö Fcuerungsutenfilien (4560) empfehlen Flick