Preis vierteljährig 1 fL 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Aus-,- nähme Sonntags. Expedition: Gang leibet ' Lit. B. Nr. 1. < Z Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. 113. Mittwoch Zm 15. Mai 1872 Deutschland. Berlin, 11. Mai. Es wird von allen Seiten bestätigt, daß das Verfahren der Regierung gegen den. Bischof von Erwland jetzt seinen Fortgang haben wird. Wie wir hören, wird die Regierung sich nicht darauf einlassen, die casuistischen Erörterungen über die Bedeutung und Tragweite der Exkommunikation weiter auszudehnen. Die Staatsregierung hat eine viel wichtigere und naher liegende Aufgabe, nämlich mit Entschiedenheit einem in dem jüngsten Rechtfertigungsschreiben des Bischofs aufgestellten Princip entgegenzutreten. Die Censurdecrete, heißt es bekanntlich dort, ständen in keinem Widerspruch mit den Staatsgesetzen. Wäre aber auch ein Widerspruch vorhanden, so sei Bischof Krementz nicht im Stande, denselben zu lösen; auch könne er in allen Fällen, wo zwischen den staatlichen und kirchlichen Anordnungen ein Widerspruch zu Tage träte, nur den letzteren Folge geben. Das ist ein Princip, welches der heutigen Auffassung vom Staat schnurstracks zuwiderläuft. Die Regierung hat diesem und jedem ähnlichen Rückhalt gegenüber den Grundsatz zur Geltung zu bringen, daß im Staate jede weltliche und kirchliche Autorität ausschließlich und in allen Fällen sich den Normen des Landrechts zu fügen hat. Man darf überzeugt sein, daß die Staatsregierung diesen Grundsatz energisch vertreten und mit der nöthigcn Konsequenz zur An erkennung zu bringen wissen wird. Wie verlautet, hat die Reichsregierung auf Wunsch der französischen Regierung sich bereit erklärt, in Verhandlungen über die Zahlung der Kriegsent schädigung einzugehen. Wie behauptet wird, ist es unwahrscheinlich, daß Fürst Bismarck an den ferneren parlamentarischen Verhandlungen werde theilnehmeu können. Berlin, 12. Mai. Der „N. Pr. Z." wird aus Posen vom 10. dS. Mte. geschrieben: „Ich bin in der Lage, Ihnen den Wortlaut der Circularverfügung witzutheilen, welche der Erzbischof Graf Ledochowski an die Geistlichkeit beider Erzdiöcesen zur Unterstützung der Iesuitenpetition an den Reichstag erlassen hat. Dieselbe ist aus dem Städtchen Goqancz vom 7. Mai datirt und lautet also: „Da wir in Erfahrung gebracht, daß viele unserer edelgesinnten .^iöcesanen sich damit beschäftigen, Unterschriften der Gläubigen für eine an das Reichsparla- ment zu richtende Petition zum Schutz der Congregation der Väter Icsu zu sammeln, für welche das unserer oberhirtlichen Obhut anvertraute Volk eine eben so innige, wie gerechte und wohlbegründete Dankbarkeit und Anhänglichkeit hegt, so erachten wir es für angemessen, unserer ehrwürdigen Geistlichkeit kundzugeben, daß wir es sehr gern sehen werben, wenn sie eine Sache, die wir bereits in einem Immediatgesuch vor Sr. Maj. dem Kaiser zu verlheidigen gesucht haben, auch ihrerseits in kluger und gesetzlicher Weise unterstützen." Berlin, 13. Mai. In der gestern stattgehabten Generalversammlung der Zimmer- und Maurergesellen Berlins, welche den Ortsvereinen nicht angehören, wurde beschlossen, die von dem provisorischen Einigungsamte der Meister vorgeschlagenen Bedingungen nicht anzunehmen und die partiellen Strikes ausrecht zu erhalten, bis eine Einigung der Meister mit dem durch die Gesellen eingesetzten Einigungsamte erfolgt ist. Leipzig, 13. Mai. Der deutsche Handelstag ist stark aus ganz Deutschland besucht; auch Delegirte aus Straßburg und Mühlhausen erschienen. Zum Präsidenten wurde Delbrück aus Berlin, zum ersten Vicepräsidenten Becker aus Leipzig, zum zweiten Vicepräsibenten Hertel aus Augsburg gewählt. München, 9. Mai. Von Professor Dr. Sepp ist dieser Tage im Verlage von E. Gummi eine Schrift erschienen unter dem Titel „Deutschland und der V^tican", welche sich in der bekannten geistvollen und pikanten Art dieses Autors über die brennende kirchliche Frage ausläßt. Ein eigenthümliches Licht auf die Consequenz und Charakterstärke der Führer der ultramontanen Partei wirft eine interessante Mittheilung, welche Sepp über eine bei Gelegenheit des ZollvarlamentS von katholischen Mitgliedern desselben zu Berlin am 17. Juni 1869 abgehaltene Zusammenkunft macht, welche eine Art von „Laienconcil" bildete, als Opposition gegen das in Rom tagende vatikanische Concil und dessen infallibilistische Absichten. Theilgenommen an dieser Versammlung, welche rm Saale des Rothen Adlers in der Kurftraße stattfand, haben die HH. Obertribunalrath Peter Reichen- sperger, der den Vorsitz führte, Windthorst, Minister v. Mittnacht, Geheimrath Savign», Graf Hompesch, Rath HostuS, Justitiar Probst, der als Protokollführer fungirte, OverhofgerichtSrath Roßhirt, Dr. Bisstng, Dr. Jörg und nebst noch einigen anvern der „Laientheolog" Sepp, welcher über den Verlauf und das Resultat der Verhandlung dieses „LaienconcilS" in seinem Eingangs erwähnten Buche folgendes mittheilt: „Auf der Tagesordnung stand der Antrag auf eine Adresse an Deutschlands Bischöfe in Sache der ausgeschriebenen ökumenischen Kirchen- versammlung, nachdem eine solche speciell von Coblenz an Bischof Eberhard von Trier abgegangen war, unter höflicher Verwahrung gegen neue Dogmen, wie die Infallibilitäl des Papstes, die leibliche Himmelfahrt der Madonna, oder wider eigenmächtige Statuten, über das Verhältniß von K'rche und Staat, die Tren- nung der katholischen theologischen Facultäten von den Hochschulen rc. Unsere Annahmen sollten nicht zur Belehrung der Bischöfe, sondern einfach zur Ueber- zeugunq dienen, daß sich bei ihrem in Rom abzugebendcn Proteste das katholische Deutchlanb um sie schaaren werde. Es kam wir dabei als Geheimniß zu Ohren, daß der Hr. Fürstbischof von Breslau, wie der Hochwürdigste von Trier, auf diese Versammlung streng katholisch gesinnter Parlamentsmitglieder ein großes Gewicht legten, und sie bei ihrem Verhalten in der Siebenhügelstavt sich daraus zu stützen gedächten. Nur die badischen Abgeordneten fürchteten bei den dortigen eigcnthüm- ltchen Staatsverhältnissen eine Schwächung der kirchlichen Autorität. Reichen- sperger und Probst mahnten zu raschem Vorgehen, ohne erst lange bei allen Bi- schofen Umfrage zu halten. Für den Erlaß einer ehrfurchtsvollen Adresse an die deutschen Concilsväter erhoben sich 17 Mitglieder, für vorläufige Anfrage hatten 14 gestimmt. Der Eindruck unserer deutschen Erklärung werde ein wichtiger sein, so hieß es; ich hoffte, sie werde auf die romanischen Enthusiasten jedenfalls cal- mirend wirken, „noch habe die Hydra nicht viele Köpfe." Die Sitzung ging erst um Mitternacht zu Ende. Die gefaßten Beschlüsse wurden später lithographisch vervielfältigt, und unter die Mitglieder vertheilt, welche es übernahmen, dieselben einzeln den hochw. Bischöfen vor ihrer Abreise nach Rom zu überreichen, und sie noch persönlich der nachdrücklichen Unterstützung von uns Laien zu vergew'ssern. Die Adresse sollte auch in dem angesehensten politischen Organ des katholischen Deutschlands zur Veröffentlichung gelangen, was die Redaktion auffallend unterließ — aus Politik ter freien Hand!" Auf der Heimreise von Berlin nahm Pro- fessor Sepp damals seinen Weg über Prag, wo er dem Cardinal-Fürsterzbischof 'Lchwarzenberg die Resolutionen des Berliner kirchenpolitischen Vorparlaments überleichte. Se. Eminenz erwiderte, wie Sepp erzählt, nach langsamer Lesung und nachdenklicher Ueberlegung: „Das ist viel zu schwach, mit Rom muß man eine ganz andere Sprache führen." München, 12. Mai. In dem Zustand des Prinzen Otto, des einzigen Äruders unteres Königs, der lange Zeit zu den größten Befürchtungen Anlaß gegeben hatte, hat sich eine Aendcrung vollzogen. Von -den ihn behandelnden vier Aerzten, worüntcr Leibarzt v. Gietl und der Director der Irrenanstalt, Soldrig, bat Letzterer, der wegen des Nervenleidens, das den Prinzen befallen hatte, beigezogen wurde, unbedingt den meisten Einfluß auf den Patienten, und seinen ernsten Zureden ist es endlich gelungen, den Prinzen zu überreden, sich einer andauernden und unbequemen Kur zu unterziehen, Den Sommer wird der Prinz wahrscheinlich am Comersee zubringen. Es ist leicht begreiflich, warum die Mit- ^Heilungen über den Gesundheitszustand des Prinzen Otto mehr als persönliches Interesse haben. Oesterreich. _ Prag, 10. Mai. Auf der Universität kam es zu Scenen der czechischen Studenten gegen Ionak wegen dessen Votums für die Straßburger Adresse. Ionak erklärte, er sei im Hörsaale Niemanden Rechenschaft schuldig, und setzte seinen Vortrag fort. Pesth, 10. Mai. Der Kaiser ist heute früh um halb 2 Uhr in Begleitung des Erzherzogs Joseph, der Minister Lonyay, Wenckheim, Toth, Kerkapolyi, Tisza und Szlavy, des Obersthofmeisters Grafen Karolyi und des Grafen Raday hier eingetroffen. Schweiz. Zürich, 13. Mai, 7 Uhr Morgens. Das bis jetzt bekannte Resultat der Volksabstimmung über die revidirte Bundesverfassung ergibt 223,187 Ja und 162,434 Nein. Die Voten von fünf Cantonen sind noch unvollständig, von sechs noch unbekannt. Die Volksmehrheit stimmt jedenfalls für die Annahme, die Can- tonsmebrdeit (13) für die Verwerfung. Bern, 13. Mai, Morgens. Das bisherige Resultat der Volksabstimmung weist auf: 225,436 Ja, 199,472 Nein. Die Stände Bern, Zürich, Glarus, St. Gallen, Schaffhausen, Basel, Thurgau, Aargau, Solothurrl und Neuenburg votirten mit Ja, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Appenzell, Wallis, Genf, Waadt und Freiburg mit Nein. Die Voten von Graudündten und Tessin sind noch unentschieden. Bern, 13. Mai. Resultat der Volksabstimmung mit unwesentlichen Rückständen: Ja: 251,068, Nein: 247,030. Stände: 9 Ja, 13 Nein. Bern, 14. Mai. Die revidirte Bundesverfassung ist bei der Volksabstimmung mit 257,000 gegen 252,000 Stimmen, bei der Cantonal-Abstimmung von 13 Cantonen gegen 9 abgelehnt worden. Frankreich. Paris, 12. Mai. Der Ex-Kaiser Napoleon wird nach dem Rathe seines Leibarztes, des Dr. Conneau, diesen Sommer die Bäder von Wiesbaden gebrauchen. Die Ex-Kaiserin soll ihn begleiten. — Eine Anzahl französischer Damen hat für den Papst eine goldene Dornenkrone anfertigen lassen. Ein päpstlicher Ex-Zuave hat dieselbe nach Rom gebracht und wird sie dem Papst an seinem Gebvststage überreichen. Unter der hiesigen Geistlichkeit werden gegenwärtig Geldsammlungen für den Bischof von Metz ongestellt. Man will denselben dafür belohnen, daß er dem Kaiser von Deutschland den Eid der Treue verweigert, und ihm von den erngesammelt'N Geldern eine lebenslängliche Rente schaffen. Versailles, 13. Mai. Thiers hatte gestern eine Unterrevuntz mit dem deutschen Botichafter, Grafen Arnrm. Wie aus guter Quelle verlautet, drückte Thiers den lebhaften Wunsch a.uS, daß Verhandlun'gen über die Zahlung de» Kriegs- kostenrestes eingeleitet werden und wenn möglich im Jahreslause zum Ziele geführt werden möchten. Versailles, 13. Mai. Natiöna.lversammlung. DiScusflon über den Postvertrag mit Deutschland. Mehrere Redner sprechen sich gegen denselben aus Nach den Erwiderungen des Berichterstatters der Commission und des General- t>er andere Staat, der ihm Prinzenrang verlieh, ist »er. in Die würden Türkei. Wechsel. k. S. 98% k. Geldsorten. kr. fl. Amsterdam Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Disconto 8. 993/4 8. 104% 8. 963/g 8. 933/4 8. 871/4 8. 105 8. 119 L 4 0/o Pr. Friedrdor 9 57%—58% Pistolen - • 9 40—42 doppelte 9 40—42 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Duoaten . . 5 33—35 20 Frankens!. 9 21%—22% Engi. Soter. 11 50—52 Buss. Imper. 9 40—42 Dollar In Gold 2 26—27 Anlehensloose. Kurh. 40 Thlr. Loose 72% Nassau 25 fl. 44 Braunschweiger 21 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. — 40/0 bayr. Präm.-Ani. 113 Ansbacher 7 fl. — 40/g badische Loose 111% Badische fl. 35 Loose 693/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 84% 1858r Prioritätsloose 196 1860r Loose 92% 1864r » - Stadt Floren* — _______ 8. — 8. 933/4 8. 1037/g 8. 103% 8. 1033/4 k. k. k. k. k. k. k. m. Aetlen. Frankf. Bank 142% Frankf. Vereins-Kasse 135 •Darmst. Bankact. 464 Wien Bankaktien 864 Oeat. Creditaot. 343% Galizien' 266% Petersbura. Bei den während der Ostertage in der Unioersitäts- und GouvernementSstaot Charkow vorgefallenen Unruhen handelte es sich um Pöbel- excesse der gewöhnlichen Art. Unsere niederen Claffen feiern das Oster est als den Tag der Erlösung von sechSwöchentlichew Fasten in der Regel Mit VollereiexcesseN, wie sie selbst in Norwegen und Schweden nicht Vorkommen. Zn Lharkow hat die polizeiliche Abführung eines betrunkenen Ehepaars von einem lebyatt besuchten vorrugte Stellung, und ... schwunde«. Wenn also h-utt eine Regierung einen l....... ist* "-W »«-• tf-Ä “fi.."«, er damit — das mögen Frankreich und Oesterreich sich^ merken Knnstantinovel. 4. Mai. Der Vicekonig von Aegypten trifft nächsten- hier !SS....e* SW» -- «»»" Ä,, cifr also die stolze Weigerung der Curie, em r v Ab-r U dU Curie den ttiin be Janeiro 23. April. Der Kaiser nahm die Entlaffung-gtsuche de« Justiz. Kr eg?.Ed Lckerbau'Ministers an Der .»«ine-fflim er «ffa über- 2 at Portefeuille per Justiz; Baron Jtanha ,st zum Ackerbau-Minister, In- 8ueira »um Kriegs-Minister und de Castro zum Marme-Mtmster ernannt. Recht einräumen, . , f . gehen oder immer unbedeutend gewesen sind Bismarck Gelegenheit, aus indireetem Wege zu einem . - - 6 er auf geradem Wege nie habhaft geworden wäre. Da« ist e n »»eite®r . , »eäbalb8bte sranzöstschen, österreichischen und italienischen Elerikalen, diese Leute, welche hinter allen Umstanden einen gegen die Livilisation rtWjg , Heberen Papst haben wollen, Feuer und Flammen speien und stch alle Muh g , den Papst gegen die Absichten BiSmarck's ungünstig zu stimmen. Daß.Hohe lohe sehr stark bei der Curie in Ungnade gefallen ist und sich ntch st Empfanges versehen darf, ist ganz gewiß. England. London. 12. Mai. Das zarte Geschlecht hielt gestern Abend abermals ein Menmg, um gegen die Gründe anzukämpfen, Die 23ertocrfuttß t)cr 8rauen' «7mm »«bll im Unterhaus- bewirl.en, und zu fortgesetztem Kampfe anjur-gen L'i7z"ink Rednerinnen sprachen recht gut. Die Aufgabe feM>, i« bie Stimmberechtigung der Frauen beitragen werde zur Veredlung der ) ift selbst für Weiberzungen zu svitz und verlockte st- abermals in den Sumpf grün - loser Albernheiten. ' Was die Frauen an t- iU Erkenntnis verhalf, erkennen wir gewiß mit tiefgefühltem Danke an. ■ „ , fie un« den Glauben nicht in da« Gemüth hineinschwatzen, daß unsere Beredelu g noch weitere ungeahnte Fortschritte machen wurde, wenn den Wittwen und voll jährigen Jungfrauen de« Lande« gestattet wäre für da« Pa'lainent mi zuwahl m Mit solcher Schlangenklugheit sängt man den alten Adam denn doch nicht, dazu ” Sfnnbon 14. Mai. In den gestrigen Abendsttzungen der beiden Parlament-Häuser zeigten Granville und Gladstone in Betreff der Alabamafrage an, Cafe der von ihnen gemachte Vorschlag, welcher der »cn Cer gii9ie/‘,n9 la ter erften Sitzung der die«sährigen Sesston eingenommenen Stellung durchaus en spreche von dem Präsidenten Grant dem Senate zu vertraulicher Beraihung mü. getheilt fei, wa« einer förmlichen Annahme und Genehmigung Grant - gl. ch komme. Sie hofften auf einen günstigen Erfolg unt erbaten für jetzt die Unter lassung einer weiteren Debatte. Derby und Ruffell sicherten die« für da« Ober, bau« bi« zum 31. Mui, Ditraeli für da- Unterhau« zu. „ . b London, 14. Mai. Nach Washingtoner Depeschen stellt der von England vorgeschlagene Zusatzartikel zum Washingtoner Vertrage al« beide The,ile‘ 8‘8«' feitifl bindende« Prineip auf, daß nur birecte Schadenanfpruche bet sReutrahta Verletzungen zulässig sind. Hiernach werde Amerika mit der Annahme de« Artikels die indirekten Forderungen zurückziehen. London, 14. Mai. Die Kaiserin Augusta ist, vom Prinzen Arthur bis Dover begleitet, um 93/. Uhr nach Ostende auf dem Specialboot „Maiv of Kent abgereist. In Dover war die Ehrenwache ausgestellt. Der der Abfahrt wurden vom Fort 21 Salutschüsse abgeseuert. Rußland. Postmeister«, Herrn v. Ramponi, wird die Di«-ufsi°n geschloffen über den «ertrag ^"et morgen statt. (d,lagenc Bande Reeondo'« B-yoNlle, Mn, Di be Seg a 6 8 6tbaücä, sind si» gest-'n unterworfen. Ihre Anfuh r -«»n , cie Italien. Q Mai Die Absicht des Fürsten Bismarck, den Cardinal Hohen- l-h. Ä^eSa^ün iU 'olgenden «Mra«W‘ ^“3^ ”9Ueutete die Beschäftigung ßei'en etnen #erf*u6enen ®nn. Jn « Ö in Rom, daß die -'n-« Cardinal« al« Vertreter einer @,tlluttg tinEr ^Macht halte Er war von einer Regierung geschickt, für welche die 8 GruMag! und wesentliche- Element war, und an eine Regierung, deren 77em^ zugleich den Rang eine« Cardinal« und eine« gurper. unb .flehte, '^^reiniäuna bUbete. E “Säs äsää nä.s,x“Äfi ÄSÄ‘Ä.%. «L-d^LTÄ1« Börsennachrichten. 14. Mai 1872. Preuss. 4% 0/0 Oblig. 102% Frankf. 3%% 0hl. 8/% Nass. 4%% Obi. — Kurhess. 4% „ 94% Gr. Hess. 5% Obi. — » n 40/0 n 98% , n 3%% „ 92% Bayer. 5% „ 100% „ 4% % 1jährige 100 4% 1jährige — Würtemb. 4%% Obi. 99% Baden 4%% Obi. c. E. L. 100 Oesterr. Silberrente 643/t Papierrente 57% Spanier, neuest. 3% 29% Amerik. Bonds 1881r 993/g _ 1882r 96 „ 1885r 97 " „ 1887r 97% Actien. 50/0 östr. F. St. E. B. 378% Lombard. Bahn 207% Ludwigsh.-Bexbaoh 204 Maxbahn — Bayer. Ostbahn 146 Rhein-Nahebahn-Act. 48% Hess. Ludwigsb.-Act. 178% Oberhessen „ 833/4 Prioritäten. 30/0 öeter. Stsb.-Prior. 593/g 3°/0 öst. s. Lombard 50% 3% Livorneser 393/< 5°/0 Tosoaner 61% 50/0 Elisabeth.-Prior. 82% do. II. Emlss. 82 Börsenberichte. er «.,♦ r, an 14 Mai Die diesmalige Medio-Liquidation macht sich sehr gut und mit“ 378»/“ Su. 8»mb«rten «freuten M «8««“?'a™f'’ien ax*«n®” von Wien gedruckte Notlrungen, doch übten diese den keme- « E»b„lati» nur wenig Geschäfte ZMWWWWMMW ist immer noch Kauflust für suddeutlche iv-nten hielten sich fest, da dem Angebot Württemberger besonder- gern gekauft. Oesterreich sch- Renten YEN durch di- Nachfrage ziemlich b>-Wage g-hali-u wurde, «i - h g S r,4 ,in. Nische Staatenfunds fest, aber still. Priuriiaien g-schLftSl-s. R--°nd°. Elio und Ceballo«, sind nach ^obei einige Menschen um« Leben gekommen sein sollen.^ An- veren TageS forderte der noch immer betrunkene Pöbel die Auslieferung des Ossi- Meinten der in der Siege" befehligt hatte. Dem Gouverneur blieb Nichts übrig, als zwei Bataiäoue^Infanterie kommen zu lassen, und alS diefe mit Stnnwurfen pmhfanaen wurden, tagten die Truppen die Meute auseinander, ohne indessen vom Feuergewehr Gebrauch zu machen. An zwei verschiedenen Punkten sammelten die Massen ich indessen wieder, um den aufreizenden Reden unsinniger Agitatoren zuzuhore , >inf>r derselben wie eS heißt, ein relegirter Student, hatte bereits vorher mit (einem Revolver' auf die Truppen gefeuert. Dann versuchte Der $obel, Die Polizei, wachen und Da« Hau« de« Gouverneur« zu sturmen, wobei es zu heftigen Zu- sammenstößen mit den Truppen kam; eine „Siege" und die Wache der Feuerwehr n Z zerstört von beiden Seiten mehrere Menschen getodtet worden. Nach den0 letzten ^von der Most. Ztg. veröffentlichten Nachrichten ist Cavallerie ...» 6er Nachbarschaft nach Charkow beordert und wiederholt auf den Pobel ge schossen worden, nachdem der Versuch des Gouverneur« (eine« Fürsten Kropotkin), . t)jc Meuterer durch eine Prooession mit Heiligenbildern zur Vernunft zu bringen, . lge chla en wa. Eveesse solcher Art kommen gelegentlick- überall vo.t, neu .st ■ bei nn» nur die Betheiligung von Agitatoren au« den höheren Standen. Da • an den Charkower Auftritten ein Student b-the,l,gt gewesen, will man hier be. , „j.z wissen, datz socialistische Umtriebe mit im Äpiel seien. (0- tterr.) , Warschau Die bedeutenden Zugeständnisse, welche die russische Regierung Prinzenrang uen.ru, ... ,n letzter Zeit Den Juden hinsichtlich ihrer bürgerlichen ”a*‘e' Cardinal zu ihrem Vertreter haben nicht verfehlt, den ohnemn sehr regen Judenhaß ®|rn^m® • al« da« Haupt einer „od) wehr anzufachen. Immer häufiger werden tn den öffentlichen Blattern Stirn beim Papste erwayir, ,o »»»». annäl)rne/ wurde zu mt„ laut, welche warnend Darauf hinweifen, daß °,e den Juden verliehenen Rechte Aber daß die taune oen wevan.«. & '„ ■ ' in centn Dringend um Stillstand auf Dem Wege zur Juden- Hauptsache ist, daß Fürst Bt«mark d'N kühnen Schachzug^gewagt^hat wird. In Sudrußland and Bessarabien herrscht unter Der er damit — da« wogen Frankreich und Oesterre ch sich üb(r Grunde orthodoxen Bevölkerung eine solche Erbitterung gegen die Juden, daß sie sich Gedanken treu geblieben ist, der seiner Haltung I -M t ? Daß die ° ,tcr jn Den Städten noch in den Dörfern öffentlich sehen lassen dürfen, ohne liegt. E« ist der Gedanke eine- Staatsmannes, der sich überzeug ya , « weder ti« Den >^»u-zufetzen. Die Behörden befürchten jenen Augenblick °n c„ W-l> .„schm mag, ... go.m ... ein ’ 3” «»•»««’. 4» e» »„ ....... I--..s--»i" "«“« ” Amerika. tr $öbt( unb tUtrtotbt °n ihttil '»• An- desvfß. ’O übrig, '"toürfen fTen Dom l-Mchn ruh'vrrv; 'rhcr mit 5 Polizei, lgen Zu. verwehr 1 »orben. Kavallerie Pöbel ge. klopolkiu), « bringen, ' / neu ist itto. Da n hier be. ) Negierung lng maä)te, öevöllerung tlern Stirn« )enen Rechte r zu um so «Graucht Pktitionea zur k3uoea« t unter btt datz sie stch irsen, ohne n Augrnblilk ' Skrhinverung etroßen. Am Jarnijon au« egilnent (ba< nächsten- hier ist vir Ruhr Scherz» hat ^rgeluche vei über- Vichtt, 3n* :nannt. tr» L 8. SS' « ; 8. iE« 75 M 78. 933/( t 8. ^l/< t 8. 105 t 8 1037s * 1.1037s ^ 8.1033/i .-;5Ä 8<- *«,35 i S’äs* *“.5^ ü«W<ä«'“‘ I gp(£U|alion »ii- | Mlm "N rtd) (8, Nt brion^ti i ic 8W» W eft. 3»»1 faI""" bergI j fomic »<>" »"• H- W, -it- A. Nr. 64. iHKlftr. 2 Hofraum (Miststätte) in der Kaplansgasse, 10 Hofraithe in der Katharinengasse, 3 Grabgarten daselbst, R.-Meter Buchen-Scheidbolz, „ , Prügelholz, „ „ Zopf-Reiser, „ „ Stamm-Reiser, Stück Bohnenstangen, „ Baumpfähle, sowie mehrere Stämme Eichen-Bauholz, worunter sich einige von 20 Zoll Durchmesser befinden. 2113) Eine Parthie Kleiderbefatz, als: schwarze wollene, frischer Sendun^g^empfehlen ftidenc und weiße baumwollene Franzen in allen Breiten, Spitzen, Sammetband, seidene Gimpen; ferner Knöpfe und Seide, Ginfafflitzen in allen Farben empfehle zu den billigsten Preisen. I. H. 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