Ojchener AmeiM Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen ä!; Montag i)eii 14. Octoder »GIL ■81- ■ ließen, am 10. Klober 1872 Betreffend.' Die Einrichtung des Thierspitals an der Großh. Veterinäranstalt in Gießen. $ " ' r/7 T/ ir. T < ^yrere ge^cyeyen unentgelvttcy. Nur die Baarauslaaen, wie z. B. für Arrnei unk • Mden berechnet. Doch steht es den Thlerbesttzern auch fr«, das vorgeschriebene Futter in Nainr zu liefern. Die Behandlung der kranken Tb-ere 1 V dflug unter Assistenz des Herrn Th.erarzt Frank, welcher im Thier'spita/ Wohnung ha?, nm'luleder Zeit' Ä < fo ’M' r t Eine Denkschrift des deutschen Episcopats. M jetzt als der der Rh 4 v d« r< r U r> l- kreiS vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. 1 n ti ttn Kriegs-Manifest betrachtet werden kann, mittels dessen der Kampf: Macht gegen Macht ausgenommen und ihn fortzusetzen angekündtgt wird. Ob eine solche stolze Position dem EpiScopat zum Frommen gereichen wird, muß der Erfolg lehren; jedenfalls hat die Wahl derselben zur Klärung der Situation beigetragen und der Kampf wird nicht mehr nach seinen vereinzelten Akten, sondern nach feiner vollen Tragweite beurthetlt werden müssen. Die Denkschrift versucht es freilich, da-Ultheil zu verwirren, indem sie dem Kampfe eine Tendenz unterschiebt, die ihn als einen religiösen, d. h. als einen Kamps gegen das Christenthum stempeln soll; aber diese Unterstellung kann nun noch wenig verfangen, nachdem der Syllabus und die Encyklika, welchen Kundgebungen jetzt durch das Vaticanum eine die Christen bindende Gewalt gegeben worden ist, der gesammten modernen Entwickelung den Krieg erklärt haben, um dem Staat die Möglichkeit zu nehmen, seinen eigenen Gesetzen nach zu leben und die ihm zugewiesenen Zwecke zu verfolgen. Es ist unmöglich, den Staat, als in Auflehnung gegen das Christenthum Besorgniß des Gegentheils. • Die letztere ist leider wahr geworden. Die Bischöfe haben sich über einer erst den Staats - Regierungen und auch der Oeffentlichkeit übergebene Denkschrift vereinigt, welcke nicht anders Mit großer Spannung ist von allen Seiten dem Ergebniß der Fuldaer Bifchofs-Conferenz entgegen gescheh worden, bald in der Hoffnung, daß an dem Grabe des heiligen Bonifactus das Friedensbedürfniß sich in der Auffindung Mittel zu seiner Wiedtrherstellung geltend gemacht haben würde, bald in It • ' r begriffen, von jener Seite so anzuklagen, welche für sich allein ein oberstes Gefev und Richteramt in Anspruch nimmt. Die Unterstellung aber compromittirt fl.) ftlber, indem sie sich auf eine faktische Unwahrheit stützt, welche gleich an die Spitze der Denkschrift gestellt wird. Es heißt daselbst: „Uebcr die deutschen Bischöfe, wie über die Katholikin überhaupt sind die gegenwärtigen Wirren plötzlich gegen Erwarten hireinglbrochen, und wir beklagen es auf's Tiefste, daß ein Kampf heraufbcfchworen worden ist, welcher so leicht hätte vermieden werden können!" „Plötzlich gegen Erwarten!" Man hat mehrfach die Kundgebungen des deutschen Episcopats vor und nach dem vaticanischen Concil varallelisirt und deren Widersprüche constatirt. Die Bischöfe brauchen darum nicht in Verlegenheit zu kommen; sie haben den individuellen Widerspruch unter den Ausspruch des Concils gebeugt, und was auch immer vorher ihre Avffcffung war, so haben sie jetzt nur die Conseauenren ihrer Unterwerfung zu ziehen. Aber die Thatsachen, welche sie selber durch ihre früheren Kundgcbunaen constatirt haben, können ihnen nicht aus dem Gedächtniß gekommen sein, und wenn sich Vie Bischöfe nicht darauf besinnen wollen, was von weltlicher Seite seit dem Versuch des Fürsten Hohenlohe, die katholischen Machte zu einer gemeinsamen Stellungnahme zu verpflichten, geschehen ist, um die Definirung des Unfehlbarkeit^ dogmas zu verhindern, so können sie doch nicht vergessen hab. n, was sie selber in öffentlichen Kundgebungen und Privataudienzen gethan haben, uw einen Act unmöglich zu machen, von welchem sie vorhersagten, baß er zur Quelle schwerer Verwickelungen zwischen Staat und Kirche werden würde. , Mit diesen Einrichtungen ist unsere Bekanntmachung vom 29. October 1868 in soweit aufgehoben, als von jetzt an Niemand mehr zur unentaeldlichen Behandlung kranker Thiere außerhalb des Thierspttals verpflichtet ist. 5 ** oucpen Um unserer Anstalt eine recht häufige Benutzung von Seiten des thierbesitzenden Publikums zu sichern, werden wir gewiß Alles aufbieten nm die Heilung der uns überbrachten kranken Thiere zu ermöglichen und glauben, daß deßhalb uns Patienten und andere Thiere gerne anvertraut werden. ' Die Direction der Großh. Veterinäranstalt in Gießen. Prof. Dr. Hflug. 3n besonderen Fällen werden wir auch nicht ermangeln, den 2. Lehrer, Herrn Kreisthierarzt, vr. Winckler, beizuziehen. Die Wartung und Pflege der Thiere ist dem Anstaltsdiener PH. Körber übertragen. 6 .... Rif, anderweitige Hulfeleistungen 'st dann noch ein Kandidat der Thierheilkunde in der Anstalt und hat auch der Lehrschmied Herr 3 Höst in nöthrgen Fallen bte oben Genannten zu unterstützen. ' ; 1 ; "i 4- Threrspltal steht auch eine gut eingerichtete Hufbeschlagwerkstätte in Verbindung, welche in nächster Zeit dem Publikum zur Benulluna ap- öffnet werden wlrd, um darin Pferde und Rindvieh mit gesunden und kranken Hufen, beziebungswoiso Klauen, du-rch bui SttjifctymicD jperrn % L5 ö ß i beschlagen lassen zu können. Der Tag der Eröffnung der Beschlagwerkstärte wlrd besonders bekannt gegeben werden. b n^re^UnfceU Prof. Dr. Pflug sind mit Ausnahme, der Feiertage in dem Thierspital Morgens von 9-10 Uhr und Mittags von 1 *—1^72 Uhr. Erscheint täglich, mit nähme SonntagS. Expedition: Canzletber p, Lit. v. Nr. 1. Bestellungen auf den Gießener Anzeiger «• .»«* m .b«™ Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für das IV. Quartal zu 1 fl. Beta n n t m a ch u n g. V°m I- November au werden in dem neuerbautei, Thierspital dahier kranke Thiere, insbesondere Pferde ,u ieder Kett nnf™.™,™,,,, d°s°lbst, wie bisher kranke Thiere zur Untersuchung und Behandlung vorgeführt und zur Beobachtung und Untersuchung mif ©cft. unb aÄ Fchler cmgestellt werden. Behandlung der kranken Thiere, allenfalls, ae Operationen, wie » B Castration hX«.„X Untersuchung «"d-ndlich die Abwartung der Thiere gesLhen .mentge!dlich ^Nur 'die LaL" dann ,ede iVitffpYitnd. Vnernpn nprpmnpf. hon ........ex..- <■.. r? ., . . ö U >' !k Vv: Nr- 31 des Reichs-GesetzblatteS, ausgegeben am 28. September 1872, enthält: (Nr. 885.) Bekanntmachung des achten Verzeichnisses derjenigen höheren Lehranstalten, welche zur Ausstellung gültiger Zeugnisse über die miffrnfrfinftWrf!.- -um einjährig freiwilligen Militärdienst berechtigt sind. Vom 21. September 1872. \ ' »un.ger ^eugmpe uoer oie wlsienschaftUche Qualisikation (Nr. 886.) Bekanntmachung, betreffend diejenigen Gymnasien, welche hinsichtlich ihrer vom Unterricht in der ariecbiscben Sorack? hicSnpnfirhm ... • S 154 Nr. 2 C. der Militär-Ersatz-Jnstruction oom 26. März 1868 b-zelchn-t-n Lehranstalten gehören Vom 21 Septembkr IM dispcns.rten Schüler zu den im _ „(Nr. 887.) Ermächtigung des Minister-Residenten des Deuttchen Reichs in den Vereinigten Staaten van Columbien zur Vornahme bürgerlich gültiger Ebeschlieüuna.n von Deutschen und zur Beurkundung von Geburten, Heirathen und Sterbefällen von Deutschen. 0 ' 0 ul0Cl ^yeflyuegungen Gießen, den 9. October 1872. Großherzogliches K^reisamt Gießen. v. Röder. an die Grohhrrzoglichen Bürgkruieisterkirn des Kreises. aebel, ^'tercssc der Ihren Gemeinden angehörigen Landwirthe empfehlen^ wir Ihnen der nachstehenden Bekanntmachung die thunlichste Verbreitung zu 8 v. R oder. Nr. 24t 1. WMÄÄBHBSHSM e ' i1: «r 3 ? W 2 L d> ö' Ul JI C ?| • » 811 . BI U. i v Bei ru Nr. I 1- F Fr; Im । in I 4' j bei ’ Und jetzt sagt die Denkschrift: die gegenwärtigen Wirren wären plötzlich gegen Erwarten hereingebrochen! Wie können Wirren, welche man von vorn herein als unausbleiblich kommen sah, bei ihrem Eintritt überraschen, selbst wenn dieser sich mehr verzögert hätte, als man anfänglich berechnete. Der 18. Juli 1870 war der Ausgangspunkt unausbleiblicher Wirren und die Bischöfe wissen ebenso gut, durch welche welterschütternde Ereignisse dec' Ausbruch verzögert wurde, wie sie sich erinnern müssen, daß mit der Neugestaltung Deutschlands gleichzeitig die Mobilmachung des Ultramontanismus begann, um der deutschen Politik Schwierigkeiten zu bereiten, die dieselbe nöthigten, ihre volle Aufmerksamkeit dem durch das Vattcanum völlig veränderten Verhältniß des Staates zur katholischen Kirche zuzuwenden. Was die B schöfe für unausbleiblich erklärt hatten, blieb nicht aus und konnte nicht wieder Erwarten kommen, weil es später kam, al* es ohne den inzwischen siegreich durchfochtenen Kampf Deutschlands gegen Frankreich gekommen wäre. Es hat kein glücklicher Stern über der Redaction der Denkschrift geleuchtet, als sie eine Beleuchtung an die Spitze derselben stellt:, welche ihre Widerlegung in sich selbst trägt. Aber zur Klärung der Urtheile ist es von großem Vortheil, daß die Aufmerksamkeit des Lesers sofort auf den rechten Ausgangspunkt des Kampfes, wenn auch sehr gegen die Absicht der Denkschrift selbst, hingelenkt wirb. Wenn man sich erinnert, daß die deutschen Bischöfe selbst den jetzt aus- brochenen Kampf für unausbleiblich erklärten, wenn das Unfehlbarkeitsdogma angenommen würde: so verliert die gegenwärtige Insinuation einer antichristlichen Tendenz wohl ziemlich alles Gewicht. Ls ist gar nicht zu bestreiten, daß sich sehr unlautere Elemente bei dem großen Kampfe betheiligen, durch welchen die Staatsgewalt sich gegen die Prätensionen der Kirchengewalt sicher stellen will; es ist ja ersichtlich, daß die Mot ve der Hülfsleistung sehr verschieden sind, wie die Hoffnungen, welche sich an den AuSirag des Kampfes knüpfen und der Staat wird viele Mühe haben, um die Ansprüche, welche aus einer arglistigen Genossenschaft ihr entgegentreten werden, zu beseitigen; aber sicherlich können die Bischöfe jetzt nicht sagen, daß die nach Pactirung des Unfehlbarkeitsdogmas nach ihrer eigenen Voraussicht unausbleiblich geworbene Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche nur die Auflehnung gegen Religion und Chriftenthum maskire. Deutschland. Darmstadt, 12. October. Die internationale Vereinigung, deren Präsidium die Prinzessin Ludwig übernommen hat, bezweckt die Heranbildung der Frauen zur Arbeit. Eine Gemeinsamkeit mit Denjenigen, welche auf Erweiterung der Fcauenrechte, insbesondere der politischen, hinarbeiten, lehnt die Antragstellerin, Miß Carpenter, ausdrücklich ab. Zu Correspondentinnen der Gesellschaft wurden ernannt: Miß Nightingale, Miß Carpenter, Miß Winkworth, Miß Hill und Miß Merewather. ^armslaoi, iz. ou. Bish.» «s Vorschrift daß die Regierungscom- misiäre bei den landstäudischen Berathungen in Uniform erschienen. Einer neuer- dingS getroffenen Allerhöchsten Bestimmung zufolge wird, wie wir hören, den Beamten, die als Vertreter der Regierung an landständischen Berathungen Theil nehmen, gestattet sein, hierbei in Ctvilkleibung zu erscheinen. Berlin, 9. Oktober. Die Temporaitensperre gegen den Bischof von Ermetand hat, wie die „Ostpr. Ztg." schreibt, große Sensation im Volke hervorgerufen, weil letzteres gewohnt ist, bet seinen Geistlichen Alles nach der äußeren Schein zu beurthetlen. Man giebt dort aus diesem Grunde auch nicht so viel auf die später zu erwartende Amtssperre, als auf die jetzige Entziehung dem Einkünfte. Da die letztere Maßregel eine größere Sparsamkeit bedingt, so ist von der bischöflichen Curie einigen ihrer Beamten das Einkommen gekürzt worden, wa» bei den Betreffenden viel böses Blut hervorrtef. Man erwartet in nächster Zeit Zustimmungs-Adressen an den B.schof, für die seine Organe bereits Unter» schriften sammeln sollen. Auch sagt man, daß bei der Bevölkerung Geldsammlungen für den Bischof, ähnlich wie für den Papst — eingeleitet werden. Wir haben also Aussicht, künftig nicht allein von einem Peters-, sondern auch von einem Philippspfennig zu hören. Berlin, 9. Oct. Auf der in Fulda abgehaltencn Conferenz der deutschen Bischöfe und Erzbischöfe war eine Commission der hervorragendsten Mitglieder zur Abfassung einer Denkschrift „über die gegenwärtige Lage der katholischen Kirche im deutschen Reiche" beauftragt worden, welche jetzt in Paderborn erschienen ist. (Wir würden dieselbe unfern Lesern auch bringen, aber sie ist für den Raum unseres Blattes zu umfangreich. Red.) Schon auf Grund des in der heutigen „Germania" abge- druckten Theiles der Denkschrift darf man Voraussagen, daß sie allseitig große Beachtung und seitens der Staatsregierungen ernste Prüfung finden werde, da sie sich als die schroffste und feindseligste Kundgebung characteristrt, welche im ganzen Verlaufe des gegenwärtigen Kampfes zwischen Staat und Kirche von Seiten des Epiöcopats gegen die Staatsobrigkeit ausgegangeu ist. Die Denkschrift ist eine offene Kriegserklärung gegen alle legislativen Acte und deren angebliche Tendenz, welche Viesen Kampf heraufbeschworen hat, und sie wird für die weitere Entwicklung desselben ein bestimmendes Moment abgeben. Um so auffälliger ist es, daß die Denkschrift von einer Entstellung der Thatsachen auSg'ht, indem sie behauptet, daß gleich nach Beendigung des deutsch-französischen Krieges die öffentliche Meinung und die Regierungen eine aggressive Haltung gegen die Kirche angenommen hätten, welche zu Widerstand und Abwehr genöthigt habe, während gerade das Entgegengesetzte wahr ist. Die Mobilmachung des Ultramontanismus erfolgte unmittelbar nach dem Kriege und resultirte in der Bildung der Centrumspartei, in deren Politik ihre Tendenzen sich abspiegelten. Die offenen und versteckten Angriffe und Kriegs- acte dieser Partei drängten erst die Regierungen dazu, den Kam-f gegen die her- vortretcnden feindlichen Bestrebungen aufzunehmen und Schritt für Schritt fort- zusetzen. Berlin, 10. October. Die von den in Fulda versammelt gewesenen Erzbischöfen und Bischöfen beschlossene „Denkschrift über die gegenwärtige Lage der katholischen Kirche im deutschen Reiche" ist im Druck erschienen und die „Germania" hat dieselbe gestern und heute in vollem Wortlaut veröffentlicht. Alle Maßregeln der preußischen wie der Reichsregierung gegen die Bischöfe NamSzanowSkt und Krementz, das Jesuitengefetz, das SchulauffichtSgesetz, der neue Kanzelparagraph des Strafgesetzes rc. rc. werden als himmelschreiende Verletzungen des guten Rechts der Kirche bargestellt. Schweiz. Bern, 8. Oct. Ja Genf hat der Große Rath mit 34 gegen 32 Stimmen nach iebhafrer Debatte sich in der Frage der Trennung der Kirche vom Staate gegen die staatSräthlichen TrennungSaoträge und für Beibehaltung des seitherigen Status quo entschieden. Für letzteren kämpften hauptsächlich Naville, James Fazy, Hornung und Ctzeneviere, für die Anträge des Staatsraths Chomer, Carteret, Graffelin und Heredier, tarieret und James Fazy ließen sich mehrmals zu Persönlichkeiten hinreißen; ein verläßlicher Bericht über die Debatte liegt uns jedoch noch nicht vor. — Nächsten Donnerstag wirb Bischof Mermtllob in Vevey erwartet, um dort die Einweihung der neuen katholischen Kirche vorzunehmen. Belgien. Brüssel, 12. Oct. Das „Echo du Parlament" theilt mit, daß in Pariser diplomatischen Kreisen ein Gerücht circulire, wornach Thiers in formellcr Weise die Abberufung des italienischen Gesandten, Ritters Nigra, verlangen würbe, weil dieser den Bonapartisten Vorschub leiste. Frankreich. Paris. Der Ruhm des „kleinen ErmelänberS" (wie bie „Germania" zu sagen pflegt) hat den großen Bischof von Orleans nicht schlafen lassen. Wahrend ber deutsche Bischof mit dem preußischen Minister einen polemischen Briefwechsel darüber führt, ob er unter allen Umständen verpflichtet sei, dem Staatsgesetze zu gehorchen, hat sein französischer Amtsbruder bie Frage sogleich auf das praktische Gebiet übergeführt. Der Unterrichtsminister Jules Simon hatte vor Kurzem neue Instructionen für die Direktionen und Professoren der höheren Unterrichts- anstalten erlassen. Den Leitern unv Lehrern ber Seminarien in seinem Sprengel befiehlt nun Dupanloap kurz und bündig, sich um bie Verfügungen bes Ministers nicht zu kümmern. „Der Fall istkttzlich", würde ber Bürgermeister von Saarbam sagen. Der Bischof kann sich wirklich schon so etwas erlauben, denn er ist Berichterstatter ber Unternchtscommission ber Nationalversammlung unb hat deren Majorität hinter sich. Die Nationalversammlung aber ist ber „Souverän" von Frankreich; wenn Herr Jules Simon solche Kitzelung nicht vertragen kann, so mag er gehen. Eben dies ist es auch, worauf Dupanloup abzielt. Der liberale Minister ist längst ein Gräuel vor seinen Augen. Man darf neugierig sein, wie diese Episode sich abwickeln wirb. Paris, 9. Oktober, Abends. Der oberste Kriegsrath hielt beute feine erste Sitzung im Elyfse. Thiers, welcher den Vorsitz führte, hielt eine Rede, in welcher er die Wichtigkeit der neuen Schöpfung hervorhob, welche besonders dazu beitragen müsse, die Armee baldigst unvergleichbar zu machen. „Bien Public" enthält heute Abend einen heftigen osficiösen Artikel gegen Gambetta. Timascheff hat heute Paris verlassen. Paris, 10. Oct. In der heutigen Sitzung der Permanenzcommission war Thiers anwesend. Er sprach sich anläßlich eines Vergleichs, welchen Larochefou- rauld, zwischen der Wallfahrt nach Lourdes und der Reise Gambelta's machte, sehr lebhaft gegen Gambetia's Theorien aus, welche nach Innen schadeten und nach Außen die Stellung ber Regierung erschwerten. Er billige nicht bie Angriffe auf die Nationalversammlung und werde derselben Achtung zu verschaffen wissen. Eine gewisse Anzahl von Republikanern seien Feinde der Republik, weil sie die feste Begründung ber Republik hinderten. Und gegenwärtig sei die Republik die einzige Möglichkeit. Thiers wies den Monarchisten ihre Ohnmacht nach uno rieth den Confervativen dir Vereinigung auf dem neutralen Boden der Republik an. Der Minister des Innern erklärte auf Interpellation Mornay's betreffs eines Artikels der „Republtque froncaife", daß die Ausfälle dieses Blattes die in Grenoble proclamirte weite Kluft zwischen der Regierung und der radikalen Partei bezeichneten. Thiers theilte schließlich mit, daß er, gestützt auf zwei Beschlüsse der Nationalversammlung, welche den Sturz des Kaiserreichs ausjprechen, den Prinzen Napoleon aus Frankreich auSweisen lassen werde, weil derselbe ohne Genehmigung des Ministerraths ins Land gekommen sei. Der Befehl soll unverzüglich gegeben werden. Paris, 12. Oct. Ueber die Ausweisung des Prinzen Napoleon wird zuverlässig mitgetheilt, daß der Prinz die Aufforderung erhalten, bis spätestens Mittags Frankreich zu verlassen. Da der Prinz die festgesetzte Stunde nicht innehielt, so wurde der Ausweisungsbefehl von dem Secretär des Polizeipräfecten in Begleitung zweier Polizeiagenten Nachmittags 121/2 Uhr wiederholt, und zugleich die Abreise nach der schweizer Grenze bestimmt vorgeschriebcn. Der Prinz trat die R tse demnächst in Begleitung seiner Gemahlin in dieser Richtung an. Die bona- partistischen Journale erzählen den Hergang folgendermaßen: Ein Polizeicommiffär kam Morgens nach Millemort zu Moritz Richard, und zeigte die AuSweisungs- ordre dem Prinzen vor. Dieser sagte, er werde nur einem VerhaftSbefehl Folge leisten. Der Prinz frühstückte mit den Familien Richard, Rouher und Abbatucci. Der Polizeicommiffär kam Mittags 12l/,Uhr mit zwei Gensv'urmen wieder, diesmal mit einem Verhastbefehl versehen. Der Prinz stieg hierauf, indem er die Anwendung von Gewalt constatirte, mit ber Prinzessin und Moritz Richard in den Wagen. Letzterer begleitete den AuSgewiesenen bis zur Grenze. Der „Ordre" publicirt einen Protest, den der Prinz Napoleon an den Präsidenten Grevy abressirt hat. Spanien. Madrid. 11. Oct., Abende. 1500 Mann von der Besatzung des See- arsenals zu Ferro! haben einen Aufstand gemacht. D.e Urheberschaft der Bewegung wirb den Alphonsisten zugeschrieben, obwohl die Aufständischen Hochs auf die föderale Republik ausbringen. Der Gouverneur von Galizien marschirt gegen Ferrol, um bie Bewegung zu unterdrücken. Amerika. Bon den Antillen wird gemeldet, baß das französische Schiff „Jacques Semin", bas am 6. April von Macao absegelte, am 4. September mit einer Labung Chinesen in der Havana eintraf. Kurz nach der Abfahrt des Schiffes meuterten bie Chinesen, und der Capitän tödtete, wie es heißt, mehrere derselben. Auf der ganzen Fahrt wurden die Unglücklichen unbarmherzig mit Peitschenhieben tractirt. Die Chinesen kamen in schrecklichem Zustande an. Von 300 waren I untern’ ddO v' spanisä Postna jener i Dir S unter i MD'rrjfi M fr SasM (to vor pläsklitai (Juba sie chOe bttinM in hiesig« kosten, u Uches 0 unb ohn 1 jefonb Kap lnngen L ! 4729) 5 Masse, Mzahlun Mult uni finb, dien stände gen nicht deren vollzogen Gießen, M Offft 4770) § Alsberg, t uns Vevey m. i in jlfiif M trat die ,e bona* smmißär >ei(unß«* )l Kolgl idbaiucci- per, * i er die d in den „DrW" n » 4% » 98% - » 3%% n 951/g Bayer. 5% n 100% » 4V-0/o 1jährige 100% n 4% 1jährige 933/4 Würtemb. 4%% Obi. 993/4 Baden 4%% Obl.o. E. L. 99% Oesterr. Biiberrente 65 „ Papienente 60% Spanier, neuesi. 3% 293/s Anoedk. Bonde 1881r 98% , , 1882r 96 , „ 1885r 9714 * „ 1887r 97 Aetien« Frankf. Bank 144% Frankf. Vereins-Kasee 156 Darmst. Bankaot. 506 Wien Bankaotien 983 r Oest. Creditact. 356% Galizien 248 unterwegs 65 gestorben; die am Leben gebliebenen sahen krank und elend aus und viele von ihnen waren nicht im Stande, zu gehen. Nur französische und spanische Schiffe, vorzüglich aber französische, sind beim Kulihandel deth-iligt. — Postnachrichten aus Portorico geben ein trauriges Bild von den Zuständen auf jener Insel und lassen den Ausbruch einer Empörung als möglich erscheinen. Die Eingeborenen, welche in der Majorität sind, erwählten ihre Eandidat-n, darunter mehrere, welche das Manifest, das Entwaffnung der Freiwilligen verlangt, unterzeichneten. Die konservative oder spanische Partei enthielt sich der Abstimmung, mit Ausnahme der Hauptstadt, wo sie den General Sanz erwählte. Die , Voz de Euba" sagt: „Das Verhalten gewisser Leute (sie meint den General- Eapitän La Torre) führt zum Verlust der Insel." Dir Eingeborenen sind außer-i sich vor Freude über die Gelegenheit, C-ndidaten zu erwählen, welche treue Rc-! Präsentanten th er Ideen, Ansprüche und Wünsche sind. Die Ultra-Partei in Cuba siebt den Dingen auf Portorico voll Besorgniß zu, da ein? halb abolitionistische Delegation aus Portorico für die Cortes auch die Sclavenfrage in Euba beeinflussen mutz. Prioritäten 3% öster. Stsb.-Prior. 58 dem haben St« Emilion Flasche fl. — 42 incl. pr VFeis se R o rd e a ujc -VFeine Glas, 1) 1. 24 . pr. Flasche fl. kr. incl. Glas, 2) Cognac 4747) Cognac petite Champagne . • Garbenteich, am 10. October 1872. Busch Söhne* Loose Verstelgermlgen. Zu verkaufen 477.3) Frische Schellfische , I Frida Strobel, Kanzleiberg 66. * I Gründlicher Unterricht gratis. bei 3. «. Busch Söhne. Schloßgasse. Cognac vienx Cognac Bois 500 1500 54 12 24 42 30 12 kr., 30 „ 42 „ Glas, 1/ II kr. H n fi incl. 11 Feiigevotenes. Holzverkauf. Aus dem Garbenteicher Gemeinde- 4777) Die eben so beliebten als rühmlichst bekannten Nähmaschinen aus Bielefeld verkauft zu billigen Preisen im Auftrag der Herren Koch & Patz zur Middle-Park-Lolt-'rje, ä 2 Thlr. (Hauptgewinnein Pferd, im Werthe von 36,000 Fr.), find noch in der Erpedition dieses Blattes zu haben. Oeffentliche Aufforderung. 4770) Heinrich Gompf, Lehrer von Veitsberg, und dessen zweite Ehefrau, haben an ihren Sohn aus zweiter Ehe, Ludwig Gompf, Lehrer in Veitsberg, ihr gesamm tes Grundvermögen, bestehend in Wiesen und Aeckern, um den Preis von 713 fl. laut Kaufvertrag vom 9. Februar 1870 verkauft. Die hier anwesenden Kinder des Heinrich Gompf haben den Kaufvertrag an-' erkannt, dagegen sind noch folgende Kinder aus erster Ehe mit ihrer Einwilligung zurück, ' nämlich: Terpentinöl, Waschleder, Talg, Kupfervitriol, Bittersalz, Bindfaden, Chlorkalk, Klebgummi, Plomben, Stiele, diverse, soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Termin hierzu wird auf Montag den 28. October er., 1000 „ Erdbeerpflanzen bester Qualität, bei Gärtner Büchs!er zu Groß-Buseck, an der Oberhess. Eisenbahn. (4771) diverse Ziersträucher, Himbeer-, Johannis- u. Stachelbeersträucher, Wilhelm Gompf, derselbe ist gestorben und hat eine Wittwe mit 3 Kin ern, nämlich: Emilie, Heinrich und Ludwig Gempf, von denen der Letzte noch minderjährig ist, hinterlassen. Johannes Gompf. Christine, verehelichte Fatum Ä efonbere Bekan itmachimqen. Kapital- und Zinszahlungen an die Spar- und Leihkaffe dahier. Wiesen, bin ich Willens zu verkaufe» oder zu vermieden , beziehungsweise zu verpachten. Chr. Vogt, Metzger. pr. Flasche fl. II II II 11 II fl Verlegung des Versteige- rungs-Termines. 4772) Die auf den 19. d. Mts. festgesetzte Versteigerung von Bekleidungsstücken findet erst Dienstag den 22 October 1872, Vormittags von 9 Uhr an, statt. Gießen, den 12. October 1872. 2. Großherzoglich Hessisches Infanterie- Regiment Nr. 116. Ueber weitere Sorten Bordeaux-Weine, Champagner und Spirituosen geben wir Preiscourante und finden sich die Engros - greife ab Bordeaux verzeichnet. Süßer Aepfelwein bei Karl Heil, 4285) Die vereinigten Werngutsbefitzer in Bordeaux, unre Patronat der Herren: L. M. de Bigouse, General-Director der Comp. Financiöre, Fürst Adam Wiszniewski, Herzog von Melsort, Marquis de Bethisq, General Baron de Boyer, Champagner Grand Monsseux Nro. 2 uns die General-Agentur ihrer Erzeugnisse von Bordeaux- Weinen, Champagner und Cognac für die Provinz Oberhessen und Umgegend übertragen. Der gute Nus, den diese schon seit 1830 bestehende Gesellschaft genießt, berechtigt uns zu der Erwartung, daß wir durch sie den Wünschen unserer geehrten Abnehmer resp. Auftraggeber in jeder Hinsicht Rechnung tragen können. 1. 2. 2. 2. 3. 2. 2. 2. „ — 45 „ - 48 h — 52 54 „ 1. - „ 1. 6 „ 1. 12 CliristoSy Moulis ” > .. Esteplie 3) ....... Alle diese Personen ftnb unbekannt wo? abwesend, und da die Verkäufer und Käufer des fraglichen Gutes behaupten, daß die genannten Kinder erster Ehe, beziehungsweise deren Rechtsnachfolger in Bezug auf ihr mütterliches Vermögen abgefunden seien, so werden die oben genannten Personen hiermit aufgefordert, so gewiß binnen 90 Tagen, vom Erscheinen dieses in öffentlichen Blättern an gerechnet, Einwendungen gegen den fraglichen Gutsverkauf vorzubringen und zu begründen, widrigenfalls der Verkauf gerichtlich bestätigt und die Grundstücke auf Namen des Käufers im Muta- tionsverzeichniß würden eingeschrieben, vorher jedoch für den minderjährigen Ludwig Gompf ein Curator bestellt und nach dessen Anträgen werde verfahren werden. Grünberg, am 4. October 1872. Großherzogliches Landgericht Grünberg Erdmann, Dr. Trapp, Landrichter. Landger-Assessor. 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October 1872. j „Submission auf Lieferung von Be- ^rostberzogliche Bürgermeisterei Gießen, j triebsmaterialien" Vogt- ' vor dem bezeichneten Termine an die unter- zeichnete Direction einzureichen. j Die Lieferungsbedingungen nebst zugehörigen Bedarfs - Nachweisungen sind bei unserer Central Materialien-Verwaltungs- stelle Hierselbst einzusehen und können gegen portofreie Einsendung von 7% Sgr. per Exemplar von derselben bezogen werden Cassel, den 4. October 1872. Königliche Direction der Main-Weser Bahn. wald kann eine große Quantität Fichten- Zudeckretser aus der Hand abgegeben werden, ä hundert Wellen zu 4 fl. Abnehmer wollen sich bei dem Unterzeichneten anmelden. Oerons St. Croix du Mont . pr. Flasche fl. 1. — kr. Sauternes........„ „ „ Grand Monsseux „ 1 Ai Monsseux .... Sillery........ Fleur de Bouzy . . . 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