'Hk “J ’ ™rt ™ Mtije Ste i* der Hausarbeit unkrM :obn von fl. 80-100 gesi-, 1 braves Mädchen sür ßi arbeit, sowie ein eckhN rn, werden gegen hohen kch 6t. Lon wem? sagt di/A ' n braves Mcdchm jw ft; beit oewcht bei iabritont Ärnold Müllen Äoc tunyr Heil i|t üj :m flehen geblieben. W Abgabe gegen Aohm 7p, d. b. SM IV «Äq SS« M°»°°LG^7Z undZung.n Arbeit erhol! -^.bergerLSoh^ rausm^chen, rpft und iurAuswärtsc Näheres zu etfS Hermann Hombergs Neue Anlaae. ' e 1 11 k.-ikH > chm oeben ersckienene Nr-ZO : enthalt: Mlänbtr. Erzählung A ■ffien ran?h-«erer.^ ?euts6e Nenende der W ^-ard Flohr, der MreM tfigur. - lagebucb aus^ von LiraMg. An H ;*!],») - Aus den -u» -r^'dir Dabn- - N Tff Äin der christl *t , r'n rrovhacnlencbter > ZW- ".NV sMszs :'Äg§5 prrtS vierteljährig 1 fL 12 ft. nit Bringerlohn. Durch die Post btzogen vierteljährig 1 fl. 29 kr. Gießener Anzeiger. Erscheint täglich, mit Äut» nähme Sonntags. Expedition: C an z lei berg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. srr. 213. Freitag den 13. September 1872. Der Congreß der Internationalen ist rasch zu Ende gekommen; aber es scheint nicht, daß diese rasche Erledigung der Geschäfte als die Folge und das natürliche Resultat harmonischer Stimmungen gedeutet werden Faun. Im GegentheU: die Frage der Organisation spielte die Hauptrolle und die Verhandlungen haben gezeigt, daß innlrhalb der revolutionären Propaganda tim tiefe Spaltung eingetreten ist, welche durch die gefaßten Beschlüsse vielleicht nur verdeckt, aber nicht überrunden ist. Persönliche und sachliche Motive haben dieselbe erzeugt. Schon seit langer Zeit herrscht eine persönliche Rivalität zwischen Karl Marx, dem, wenn auch nicht nominellen, doch faktischen Chef der Internationalen und dem Revolutionsfanatiker Bakunin, welcher die Internatioualr, durch Verlegung d«S Generalraths nach seinem Wohnsitz Genf, in seine Gewalt zu bekommen trachtete. Natürlich laßt sich eine solche persönliche Concurrcnz nicht zum Austrag bringen, ohne daß prineipielle Dorwände in den Vordergrund geschoben werben. Bakunin warf sich zum V.rtreter des FoderativsystcmS auf, welches namentlich bei den Arbeitern der romanischen Race großen Anklang fand und auch auf dem Congresse von den Spaniern lebhaft verfochten ward; während Marx die stricte' Centralisation reprasentilt, welche die absolute Unterordnung der Arbeiter unter das von ihm ausgestellte Gesetz fordert. Dieser prineipielle Gegensatz war geschärft worden durch den Einfluß, welchen die Flüchtlinge der Pariser Commune allmählig auf den Generalrath auszuüben begannen; indem sie sich darauf stützten, der Internationalen eine Richtung auf die acluelle Politik zu geben, was bei Bildung der Internationalen durchaus nicht im Plane lag und der ganzen Auffassung des Dr. Marx widerspricht. Gleichwohl hat er in letzter Z it doch schon so weit nachgeben müssen, daß in der letzten Generalrathssitzung die Bildung einer politischen Arbeiterparte, beschlossen ward. Offenbar ist der Bakuninschen Partei durch diese Entscheidung noch nicht genügt worden, welche sich des Generalraths ganz und gar entledigen wollte, wie die geg-n denselben auf dem Congreß erhobenen Anklagen der spanischen Delegirten beweisen. Indeß hat sich die bisherige Organisation doch noch stark genug gezeigt, um den Generalrath zu retten; dessen Sitz aber nach Newyork verlegt werden wird. Ob diese Btstimmung des DomicilS dem wegen Beibehaltung des Generalraths gefaßten Beschluß nicht praktisch seine Bedeutung rauben wirb — kann erst die Folge lehren. Dem Gedanken, einen über die ganze Welt ausgebreiteten Proletarierbund zu stiften, kann eS gleichgültig scheinen, von welchem Punkte der Welt aus die Impulse gegeben werden und die Ausführung überwacht wird, und es wag in den politischen und socialen Zuständen Nordamerikas, welche sich mit Mormonismus und Sklaaenthum in der doppelten Form, des als Pnvateigemhum und des — ohne die nöthigen soc alen Voraussetzungen in das politische Staatsbürger- thum entlassenen — Negers, vertragen, für die focialisiifchen B'strebungen viel Verlockendes liegen; es ist aber auch möglich, baß bem Congreßbeschluß grade der Hintergebanle zu Grunde liegt, dem Generalrath formell Recht zu geben, aber durch seine Versetzung nach Newyork der Revolutionspropaganda freie Hand gewinnen zu lassen. Freilich scheint es, als hätte dann die Personenfroge anders entschieden werben müssen, man hätte den Russen Bakunin nicht als Verräther, als Agent Provokateur ausstoßen dürfen. Wir wissen natürlich nicht, ob er ein solcher ist; es giebt Unerklärl'chkeiten in seinem Leben genug, über welche man nur mit Hulse von mißlichen Voraussetzungen hinwegkommen kann und die Revolutionäre von P-ofession haben es in der Art, ihre Fäven nach allen Seiten hin auszuspinnen, sei es aus Vorsorge des gemeinen persönlichen E gennutzrS, sei es, weil sie aus der Leichtigkeit, mit welcher sie d»e Massen zu betrügen wissen, das Selbstvertrauen ziehen, auch nach anderer Seite hin täuschen zu können. Darum lntgeht keiner der revolutionären Agitatoren dem zeitweiligen Vorwurf der D riätherei und es ist eben obzuwarten, ob der vom Congrlß gegen Bakunin geschleuderte Brennstoff in den Gemüthern derer zünden wird, weiche auf die Verheißungen Bakunin's vertrauen. Wichtiger aber ist es, daß Marx und Engels aus dem Generalrath auvscheiben, wtlche bisher als Leiter desselben galten und demselben durch die Ueberlegenheit ihrer geistigen Eigenschaften, M intellektuell n wie der moralischen ein Prestige gaben, welches die von ihm bedrohte Welt am meisten aneifannte, indem sie die Nothwenbigkeit verstand, sich dagegen zu äußern. Wenn der Austritt dieser beiden Männer nicht bloS ein fingirter ist, um mit größerer persönlicher Sicherheit von London aus den Generalrath und mittele desselben die angebahnte sociale Revolution zu leiten, so können diese Fanatiker einer kulturfeindlichen Idee nur zurückgetrcten sein, weil si> begreifen, daß die Herrschajt sich aus ihren Händen zu entziehen beginnt, sei es ihre Herrschaft über daS Z'el oder über die Mittel der Bewegung. Es ist möglich, doß sie fürchten, die Iuternationale werde durch Verlegung deS Geniralrathg ihre Kraft verlieren; es ist auch möglich, baß sie sich überzeugt haben, die sociale Bewegung nicht wkhr vor dem Etnmünden in ben ^trvn» politischer Revolutionszuckungen bewahren zu könntn. Keinensalls dürste es gerathen scheinen, auS den Beschlüssen des Congnsscs vorzeitige Hoffnungen zu schöpfen, indem man dieselben als Acte des an^sich selbst verzweifelnden revolutionärtn Gedankens auffaßt. Deutschland. Darmstadt, 11. Sept. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 7. September den Docenten am polytichntschen Institut zu Prag, Eduard Schmitt, zum ordentlichen Professor m der philosophischen Facultät der Londesuniversität, insbesondere für das Fach der Bau- und In- genieurwisscnschaften zu ernennen und in der gedachten Eigenschaft zu berufen. Berlin, 11. September. Die Konferenzen zwischen ben drei Reichskanzlern wurden auch vorgestern im Laufe des Nachmittags und des Abends fortgesetzt. Es ist selbstverständlich, schreibt die „D. R. C.", daß wir uns auch nicht den Schein geben wollen, als ob wir darin, was in diesen Conferenzen verhandelt wurde, eingeweiht sind. Das geht aber auch anderen Correfpondenten so, und wenn hie und da sich einer oder der andere Vieser Herren den Schein zu geben sucht, als wisse er mehr als alle anderen von den Dingen, welche Unter den Linden oder auf dem Pariser Platz ober endlich in der Wilhelmstraße berathen wurden, so kann man immer mit Bestimmtheit annehmen, daß bas immer blasse Renommage und mehr oder weniger geschickte Combinationen sink, was diese Herren miitheilen. Die Conferenzen, wie sie eben seit Sonnabend begonnen und stattgefunben haben, sind durchaus nicht als Conferenzen in bem Sinne zu bezeichnen, wie man ihn eben bei diplomatischen Verhandlungen anwendet; die Conferenzen zwischen ben leitenden Staatsmännern der drei gewaltigsten Großmächte des Continents sind im Grunde genommen weiter nichts, als einfache vertraulichen Besprechungen, die nicht einmal unter den Dreien zu gleicher Zeit, sondern die größtentheilS zu zweien mit einander geflogen wurken. Es find eben weiter nichts als gegenseitige Verständigungen zwischen den drei Reichekanzlern über die ob- schwebenden helvorrogcnden politischen Fragen. In wie allgemeinen Zirkeln sich diese Besprechungen gedreht haben, und wie wenig man berechtigt ist, sie mit dem concreten Begriff die diplomatischen Conferenzen zu belegen, geht aus der einfachen Thatsache hervor, daß bei diesen PourparteS nicht ein einziges Mal proto- collirt woiden ist. Cs sind hierbei ferner keine gemeinsame Beschlüsse gefaßt worden und am allerwenigsten Verträge geschlossen; die Besprechungen fanden größtentheilS zwitschen Fürst Bismarck und Fürst Gortschakoff oder zwischen letzterem und dem Grafen Andrassy oder zwischen Fürst Bismarck und dem Grafen Andrassy statt. Daß man hierbei sich mit der Orientfruge beschäftigt hat, und daß man hierbei der Stellung Frankreichs gedacht hat, ist selbstverständlich, ebenso wie es leicht einleuchtet, daß die Angelegenheit des Papstes und vi'jenige der Internationalen bei dieser Gelegenheit berührt worden ist. Die ganze Zusammenkunft der Kaiser u> d ihrer Reichskanzler hatte einen weit hervorragend allgemeinen Charakter und kann deshalb auch nur von dem allgemeinen Gesichtspunkt aus betrachtet werden. Sie war für jeden der drei theilnthmenden Staaten von höchster Wlchtigkeit, ja ein hervorragendes Bedürfntß. Oesterreich bedarf mehr als einer der beiden anderen Staaten den Frieden; Rußland, daß seit dem Krimftiege gewissermaßen in den Hintergrund gedrängt, erhält durch die Drei- Kaiser - Zusammenkunft wiederum seine frühere Stellung in dem europäischen Staatenverhältniß und Deutschland, daß zu seiner Consolidirung ebenfalls des Friedens dringend bedarf, resp. grade in diesem Fall Preußen bleibt die Ehre, viele Drei-Kaiser Conferenz hervorgerufen, das Frievenswerk angebahnt zu haben. Ist nun auf dem vorgezeichneten Wege zwischen den drei Ministern ein Lerstänb- niß herdeigksührt, welches den Frieden garantirt, schon durch sich selbst und ohne daß es notbwendig geworden wäre, einen Vertrag abzuschließen, so kann jeder der drei Monarchen mit Befriedigung auf die Resultate der verflossenen Woche zurückblicken; und dies letztere ist ter Fall. Sowohl bei den Kaisern, als auch bei der.n obersten Ministern herrscht, wie wir von gut unterrichteter Stelle hören, eine allgemeine Befriedigung sowohl über den Emvfang als über den Aufenthalt Hierselbst, wie auch endlich über die Resultate der Zusammenkunft. Letztere werden voraussichtlicy lange zum Heile des Friedens Europas ihre Nachwirkung üben. Prinz Albrecht von Preußen (Vater) ist Sonnabend Abend halb 8 Uhr von einem Schlaganfall betroffen worden. Die in Folge desselben eingetretenen Lähmungs-Erscheinungen des Sprachorgans und der rechten Seite sind leider dis jetzt noch nicht zur Besserung gelangt; doch hat der Krankheitszustanb feine »eitere Verschlimmerung erfahren. Der Prinz hatte noch die große Parade und die Fahrt nach dem zoologischen Garten mitgemacht. Wie erinnerlich, wurde Prinz Albrecht von demselben Nebel zum ersten Male gleichfalls bei einer großen Berliner Festlichkeit, dem Truppeneinzuge, heimgesucht. Fürst Bismarck wird, wie wir hören, bereits Ende dieser Woche nach Varzin zurückkehren. Geh. Legationsrath Bucher wird den Reichskanzler auch Diesmal wiever dahin begleiten. Ende nächst n Monats, heiß! es, werte der Fürst sich noch auf kurze Zeit nach seinen lauendurgischen Besitzungen begeben. Berlin, 11. September. Der Kaiser von Oesterreich trat Abends 8 Uhr die Abreise nach Wien vom Görlitzcr Bahnhof an, wohin ihn Kaiser W'lhelm geleitete. Auf ter Fahrt nach dem Bahnhof wurden die Monarchen von tem ikhr zahlreichen Publikum aufs Wärmste begrüßt. Am Bahnhof waren die L Prinzen, sowie die anwesenden Füisten, die obersten Hoschargen und die > Generalität anwesend. Die Verabschiedung trug den herzlichsten Charakter. Kaiser Franz Joseph umarmte und küßte wiederholt den Kaiser Wilhelm und den Kronprinzen. Berlin, 11. Sept. Die heutige „Provinzialcorrespondenz" schreibt über die Drei-Kaiser-Zusammenkunst: Die Vereinigung der drei Kaiser in der Hauptstadt des neuen deutschen Reiches ist die gewaltigste und wirksamste Kundgebung einer ernsten und entschiedenen Friedenspolitik, ohne jeden politischen Hintergedanken, ohne bedrohliche Richtung gegen irgend wen. Deshalb findet die Zusammenkunft aufrichtige Theilnahme und Zustimmung auch bei den nicht unmittelbar vertretenen Regierungen und Völkern, welche ihrerseits den Werth des Friedens für sich und für die europäische Entwickelung zu schätzen wissen. Was der deutsche Kaiser vom ersten Tage nach der glorreichen Wiederaufrichtung des deutschen Reiches als die höchste Aufgabe desselben verkündigte, nämlich: „ein zuverlässiger Bürge des europäischen Friedens zu fein," — das haben jetzt die drei Kaiser der großen Reiche des europäischen Festlandes als ihre gemeinsame Aufgabe erfaßt und erkennen lassen, und dadurch dem segenverheißenden Streben eine unerschütterliche Sicherheit der Erfüllung gegeben. Unserem Kaiser und dem deutschen Volke darf es zu hoher Genugthuung gereichen, daß diese neue gewaltige Vereinigung für den Völker- srieden ihren Kern und Mittelpunkt in der neu erstandenen Macht des deutschen Reiches und in dem allseitigen Vertrauen zu der Politik desselben hat. Es ist eine Thatsache, wie sie im Laufe der Weltgeschichte selten vorgekommen ist, daß eine unerwartet durch einen erschütternden Siegeszug errungene Machtstellung sofort eine so rückhaltlose Anerkennung und Zustimmung zu ihren Bestrebungen seitens der großen Nachbarstaaten gefunden, wie sie dem jetzigen deutschen Reiche zu Theil wird. Man darf darin zunächst ein offenes Zeugniß dafür finden, daß Deutschlands Sache bei der jüngsten großen Entscheidung eine gerechte war, vor Allem aber ein Zeichen des festen Vertrauens der großen Mächte zu dem Ernst und der Aufrichtigkeit der friedlichen Richtung der deutschen Politik, wie sie von dem Oberhaupte des neuen Reiches vom ersten Augenblicke an verkündigt worden ist. „Der Geist, welcher in dem deutschen Volke lebt, — so sprach unser Kaiser zum ersten deutschen Reichstag, — nicht minder die Verfassung des Reiches und feine Heercseinrichtungen bewahren Deutschland inmitten seiner Erfolge vor jeder Versuchung zum Mißbrauch seiner durch seine Einigung gewonnenen Kraft. Die Achtung, welche Deutschland für seine eigene Selbstständigkeit in Anspruch nimmt, zollt es bereitwillig der Unabhängigkeit aller anderen Staaten und Völker, der schwachen wie der starken." Daß die europäischen Mächte diesem Geiste der deutschen Politik von vornherein volles Vertrauen entgegenbrachten, das war schon in dem Verhalten derselben während der letzten Kriegsmonate hervorgetreten. Der- geblich suchte Frankreich damals bei allen Großmächten der Reihe nach Eifersucht und Sorge wegen der deutschen Siege und der daraus erwachsenden Störung des sogenannten europäischen Gleichgewichts zu erwecken, nirgends konnte solche Be- sorgniß Wurzel fassen. Noch während des Krieges wurde zwischen Oesterreich- Ungarn und dem deutschen Reiche der Grund zu der aufrichtigen und innigen Annäherung gelegt, die sich seither in hoffnungsreicher Weise befestigt hat, und der Kaiser von Rußland benutzte seinerseits jede Gelegenheit, um seine herzliche Theil- nähme an den deutschen Siegen und Erfolgen mit Wort und That zu bekunden. Und das Vertrauen, welches die beiden alten Kaiserreiche dem neuen deutschen Reiche entgegentrugen, hat seine Kraft und Bedeutung auch darin bewährt, baß es dazu beigetragen hat, die alten freundlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und Rußland sichtlich zu beleben und zu befestigen. Es war eine neue Täuschung der Feinde Deutschlands, daß sie wähnten, die Annäherung an Oesterre.ch-Ungarn müsse eine Erkaltung der Beziehungen zu Rußland zur Folge haben. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß Deutschlands Friedenspolitik auf einem umfassenden und allseitig festen Grunde angelegt ist, so ist dies durch die neuesten Anzeichen, welche in der Drei-Kaiser-Woche ihre letzte Bestätigung gefunden haben, für Jedermann ersichtlich geworden. Je bedeutsamer hiernach die Thatsache der Drei-Kaiser-Vereinigung an sich selbst ist, desto weniger liegt Anlaß vor, nach besonderen politischen Zwecken derselben im Einzelnen zu fragen und zu forschen. Die vertrauensvolle Einmüthigkeit der drei Monarchen für die Wahrung und Befestigung des europäischen Friedens ist der Grund, auf welchem die Zusammenkunft beruht, und die offene Bekundung dieser Einmüthigkeit ist an und für sich eine große politische That, deren mächtiger Eindruck unfehlbar dem Frieden bienen wirb. Gewiß werden drei mächtige Kaiser von der persönlichen Bedeutung wie Alexander, Franz Joseph und Wilhelm, und drei Staatsmänner, wie Fürst Gort- schakoff, Graf Anbraffy und Fürst Bismarck nicht acht Tage lang im täglichen engeren Verkehr vereinigt sein, ohne daß ihre grundsätzliche Uebereinstimmung über die allgemeinen Ziele der Politik sich auch in der vertraulichen Besprechung der verschiedenen Seiten der thatsächlichen Politik und einer möglichen künftigen Gefährdung des Friedens betätigen sollte; aber zu bestimmteren diplomatischen Ver- einbarungcn würde ein Anlaß nur vorliegen, wenn von irgend einer Seite der Friede thatsächlich bedroht erschiene, was glücklicherweise nicht der Fall ist. In solchem Sinne sagte Kaiser Alexander von Rußland den donischen Kosacken beim Abschiede: er begebe sich in das Ausland zur Sicherung des Friedens, der jedoch zur Zeit nicht bedroht sei. Unser Reichskanzler Fürst Bismarck hat die Bedeutung der fürstlichen Zusammenkunft so eben dahin zusammengefaßt: die bloße Thatsache derselben werde überall als ein den Frieden verbürgender Abschluß der bisherigen großen Ereignisse angesehen werden, und der allgemeine Glaube an den Frieden sei ja besonders sür die emporblühende Gewerbthätigkeit fast eben so wichtig, als die Erhaltung des Friedens selbst. Er durste hinzufügen, daß diese Bedeutung der Drei-Kaiser-Zusammenkunft auch von der Bevölkerung gefühlt und anerkannt zu werden scheine. So dürfen denn die drei Monarchen, welche in diesen Tagen sich angesichts Europa's und unter freudiger Zustimmung ihrer Völker die Hand für den Dölkerfrieden gereicht haben, mit hoher Genugthuung auf diese ihre segenverheißende That blicken. Berlin, 12. September. Kaiser Wilhelm und Kaiser Alexander, die Großfürsten Nicolaus und Wladimir reisten heute früh 7 Uhr gemeinschaftlich ab. In der Begleitung des Kaisers Wilhelm auf seiner Reise nach Marienburg befanden sich der Kronprinz und Prinz Earl. Auf dem Ostbahnhofe waren Prinz Albrecht Sohn, die Großherzoge von Baden und Weimar, die obersten Hof- Chargen, die Generalität und das russische Botschaftspersonal zur Verabschiedung anwesend. Beide Kaiser fuhren gemeinschaftlich nach dem Bahnhof und wurden trotz des regnerischen Wetters und frühen Morgens von zahlreichen Menschenmassen mit den wärmsten Zurufen begrüßt. Der Großfürst-Thronfolger reiste bereits gestern Abend zu feiner Gemahlin nach Kopenhagen ab. Frankfurt, 12. September. Gestern Vormittag tagten hier etwa 60 evangelische Geistliche aus dem Großherzogthum Hessen. Gegenstand der Berathung bildete die „Gehaltsfrage." Auch in dem evangelischen Seelsorgerstand des Groß- herzogthums hat sich die Ueberzeugung Bahn gebrochen, baß die dermaligen Gehaltsverhältnisse der Art sind, baß man „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel" habe. Eine ziemlich bedeutende Anzahl Pfarrstellen im Lande sind noch nicht einmal mit 600 fl. botirt. Die hessische Regierung hegt nun selbst die Absicht, nachdem sie die Unzulänglichkeit der Gehalte erkannt, dieselben in der Weise aufzubeffern, daß der Miniwalgehalt eines Pfarrers mindestens 800 fl. betragen soll. Dies würde 115 Pfarreien des Landes zu Gute kommen. So dankbar die Absicht der Regierung auch anerkannt wurde, so fand sich doch nach reiflicher Erwägung, daß das in Vorschlag gebrachte Aufbesserungsmittel unzulänglich sei und den Verhältnissen nicht entspreche. Die Versammlung ging von der Ansicht aus, daß ein Minimalgehalt von 1000 fl. nur die Grenze für das Minimalgehalt bilden könne; doch soll der Geistliche nicht auf dieser Stufe für sein ganzes Leben stehen bleiben, sondern wie an Jahren, so auch in seiner Einnahme vorwärts schreiten. Zu diesem Zwecke wurde eine Gehaltsscala mit fünfjährigen Adschnitren zu 150 fl. bis zu dem Zeitpunkte vorgeschlagen, wo 1800 fl. bezw. ein Maximalgehalt von 2000 fl. erreicht sein werde. Um die Sache in Fluß zu bringen, wurde eine Petition an den Lanbesherrn und eine Vorstellung an die Stände beschlossen. (5r. I.) Essen, 7. Sept. Die „Germania" bringt den Wortlaut eines Protestes, den der Superior der hiesigen Jesuiten im Vereine mit seinen zehn Patres gegen das nunmehr an ihnen zur Ausführung gelangte Jefuitengesetz erlassen hat. In dem Proteste heißt es: Treu den Constitutionen und Traditionen der Gesellschaft Jcsu, widersetze ich mich auch der Anwendung dieses Gesetzes nicht; aber ich protestire gegen ein Vorgehen, welches ich durch keinerlei strafbare Handlung veranlaßt zu haben mir bewußt bin; ich protestire gegen die Beeinträchtigung meiner in der Verfassung des Staates, dem ich angehöre, begründeten staatsbürgerlichen Rechte und Freiheiten, welche ich lediglich, ohne baß ein Strafgesetz entgegenstand, ausübte, aU ich in die Gesellschaft Jesu rintrat und so lange ich bisher in derselben lebe; ich protestire mit einem Worte gegen alle an mir verübten und noch zu verübenden RechtSentziehungen und lege ausdrückliche Verwahrung ein gegen alle Folgen, welche bas Verfahren gegen mich für meine persönlichen und Vermögensrechte haben könnte, wobei ich mir ausdrücklich vorbehalte, diese etwa beeinträchtigten Rechte, wann und wie cs mir geeignet erscheint, auf dem Rechtswege wieder zur Geltung zu bringen. Was endlich die an mich ergangene Aufforderung betrifft, selbst die Kirche für den öffentlichen Gottesdienst zu schließen, und diese Schließung durch Plakat anzuzeigen, so muß ich dazu meine Mitwirkung versagen, da ich nicht in der Lage bin, einen öffentlichen Gottesdienst aufzuhebcn, der im Namen und Auftrage der erzbischöflichen Behörde durch die von dem hochwürdigen Herrn Pfarrer und Defiurtor Fischer geschehene Weihe seinen Anfang genommen hat. Breslau, 12. September. In der gestrigen Sitzung der Katholikenversammlung wurden Anträge angenommen, betreffend die Gründung eines Lokal- comites des BonifaciuSvereins und die Bildung von Standes- und Familien- Einigungen. Die Versammlung nahm darauf eine Reihe von Anträgen beS Domherrn Moufang (Mainz) über die sociale Frage an, welche sich beziehen auf die Gründung von Einrichtungen, um die Arbeiter der Verarmung zu entziehen, Errichtung von Pfandleihanstalten und Sparkassen und Bildung von Vorschuß- und Consumvereinen auf chiistlicher Grundlage. Endlich wird die Betheillgung an dem Raphaelvereine zum Schutze der Auswanderer dringend empfohlen. München, 9. Sept. Der „Volksbote" fährt mit anerkennenswerther Zähig» feit fort zu predigen, daß nur ein Ministerium der äußersten Rechten Bayern noch retten könne; er hofft noch immer; bas „Vaterland" in seinem gewohnten Pessimismus glaubt nicht an ein solches Ministerium, sondern cs setzt seine Hoffnung blos darauf, daß, wenn die Dinge so fortgehen wie bisher, im bayerischen Volk der Zorn, der Groll und der Haß gegen Preußen immer mehr wachsen, daß der Tag kommen wird, wo dem bayerischen Löwen die beschnittenen Krallen wieder nachgewachsen sind, wo dem bayerischen Volk das Herz und der Kopf wieder warm wird. „Und wenn dann — so schließt Sigl — baS heiße Blut und der gerechte Zorn über seine Bedrücker dem katholischen Volke, welches sein Vaterland über Alles liebt, wieder L-ben und Thatkcaft und Selbstvertrauen gegeben hat, dann ist unsere Zeit gewiß gekommen, bann wird ein katholisch, patriotisches Ministerium der Besten von uns das Volk zum heiligen Kampfe führen für Freiheit und Vaterland und dann wird wieder seine Wunder thun von einem Ende Bayerns zum anderen der Kampfruf: Lieber bayerisch sterben, als kaiserlich verderben!" Bei der Sedanfeier in Passau war das bischöfliche Palais am reichsten beflaggt. Der „Volksbote" bemerkt hierzu: Der obere Stock in demselben scheint wieder stark illuminirt zu sein. (Wie respektvoll und schmeichelhaft für den geistlichen Oberhirten!) Aus dem Ober-Elsaß, 8. Sept. Die Grenzstadt Markirch (St. Marie aux Mines) ist zu Anfang der vergangenen Woche der Schauplatz einer außer- ordentlich heftigen Agitation und arger Exceffe gewesen. Es versammelte sich nämlich dort eine größere Anzahl junger Elsässer, welche ihrem Heimathlande den Rücken kehren und sich nach dem benachbarten französisch gebliebenen St.-Die zur LooSziehung begaben. Eine beträchtliche Menschenmenge gab ihnen bis an die Grenze und darüber hinaus das Geleite. Was sich dabei ereignet haben muß, läßt sich aus einer Proklamation des Maire von Markirch schließen, worin es heißt: Zwei Klaffen von Bürgern wohnen augenblicklich in unserer Gemeinde: die Einen haben für die französische Nationalität optirt, die Andern wollen auch in Zukunft im Elsaß wohnen bleiben. Den Letztgenannten, welche an der Aufrechthaltung des öffentlichen Friedens direkt interessirt sind, haben wir Nichts zu sagen; dagegen ersuchen wir die Ersteren inständigst, in Erwägung zu ziehen, daß lärmendes Demonstriren und das Zerstören der neuen Grenzpfähle ihren ehemalt- gen Mitbürgern außerordentlich schadet. Diejenigen, welche weggehen, sind gedeckt; sie brauchen Das, was sie zerstört, nicht zu bezahlen, und werden von den Folgen, welche ihre Handlungen nach sich ziehen, Nichts zu leiden haben; doch ist dies gerade ein Grund, Andere nicht zu compromittiren. Frankreich. Paris, 11. September. Die „Presse" berichtet, daß die Regierung Befehl gegeben habe, die Arbeiten, welche von den Militär-Ingenieuren an der französischen Seite des Mont-Cenis-Tunnels begonnen waren (Minengalerien) einzustellen. Diese Arbeiten seien ganz ohne Wissen der Regierung begonnen worden und hätten auch nicht die Bedeutung, welche denselben in den Journalen beigelegt worden fei. 8 °'t dtrw . nun stidk N w i. Slb- « 800 g ’M« 2 "• uttrQfl»* ' °° '•«< "'•'■al (»«• 3.) 1 M’ $«lt« gta,g !« N>4-° k J 11,1 3tf», wittrtit ^c,,?ire gegen rij nlli' i« Mn wir ' >° t» N«H J Ncchtk und gut. im, aueübtt, als 1 dechlbrn lebe; ich noch zu vriüdendkll Kktzkn alle goigtn, lnc Bermögko-ttchte kwa bkrioiiüchligtkll cchlSlvtge witta zur lußortaung betrifft, unt biesi Tchlictzung ng »ttfagtn, da ich dtil, der im Nam« hochwitttigkn Perm ig g nommtn hat. g der Aathoilfmvkr- mtung eint» £otab ict<- und gamtlien- von Ataägtli dlS lchc ßch 6t^tn auf innnng ju cntjitfytn, 'uig non 8m[ach|tN/ btfinituntn ÄraOtn pera lind dkl M _ tat W ®lut Volke, welches (ein Stlbßvtktrauen ftt» trirD ein katholisch' um heiligen Kampfe srine Wunder thun (! daheri(ch ßerben» rl«U -°> temfelb«« «»- »' 4ll|aft für M «'V' ttonA 6i ««[an®'«1 Hi'»«" J', V 15»io,i” “ । f4Z WC(! . «•««;”J i«f> d-b- M *! . (jrwa'i* |»fW‘ 'm gitrfi» l«*1, r* Versteigerungen. Versteigerungs - Anzeige. L56) Mittwoch den 18. d. 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Busch Söhne. 2) 14 Die unter pos 1 bis 8, unter 13 und 3923) 14) 15) 16) 17) 18) 5 15 5 22 20 50 30 11 3) 4) 1. । 4% 1) 2) 3) wird geben 1) • 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 11) 12) 13) 1‘, 45 Actlen« Bank 145 Vereins-Kasse 158 Bankaet. 520 ca. 24—28 Schock ) (4236) öesondere Bekanntmachung Bekanntmachung. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in wollenen Hemden, seidenen, wollenen und baumwollenen Unterjacken und Unterhosen, Socken und Leibbinden, sowie Leineu- und Shirttng-Hemden, leinenen Kragen in allen Halsweiten, Hemden, Einsätzen, Chemisetts, Manschetten, allen Arten Halsbinden, UniformS-Cravatten, Handschuhen, Hosenträgern rc. rc. 4228) Montag den 16. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll auf dem hiesigen Rathbause das zu 2500 fl. veranschlagte Auffüllen der pro- spalt der Natur." Lombarden anhaltend beliebt und fest bei 230. Auch für Banken machte sich heute mehr Animo bemerklich als gestern, ohne daß jedoch die Course wesentlichere Avancen zu erringen vermochten. Am beliebtesten st.id immer noch hiesige Institute, von denen Bankverein, Deutsche Efsictcnbank, Baubank und Deutsche Handelsgesellschaft in erster Linie stehen und für süddeutsche Private auS dem Markt genommen werden. Jndeß hat heute nur Effectenbank eine PreiSaufbefferung von 1 Procent aufzuweisen, während die übrigen das gestrige CourSniveau festhielten. Oesterreichische Nationalbank und ProvinzialdiSconto, ebenso Darmstädter und Meininger beliebt. Schlesische Vereinebank war heute */2 Procent über EmisfionScourS offerirt. Von Bahn- actien waren heute ungarische Sorten, wie Ungarisch-galizische und Donau-Drau recht gut gefragt. Elisabeth anhaltend fest. Oberhessen nicht unbeliebt und alte bayerische Ostbahn beachtet. Auch bet Prioritäten, in welchen daS ungarische Element die Vorhand hatte, war heute wieder mehr Geschäft. Oesterreichische Renten, Loose und Amerikaner unverändert. > Wien Bankaotien 944 i Oeet. Creditact. 366 */2 I Galizien 258 i/2 Prim« wette S alsfjttrkett» höchstfein im Geschmack, empfiehlt bei Fässern von ca. 20 Schock an mit 8y2 Sgr. pr. Schock, bei kleineren Gebinden 9 Sgr. pr. Schock, excl. Faß, ab Gotha. Ziel 2 Monat, bei Aufgabe von Referenzen sonst per Nachnahme mit V» Sgr. pr. Schock Baarvergütung. (1 Oxhoft — 180 pr. Quart, enth.: »»» WÄiKn. in frischer Sendung, empfehlen 725 8 25 Julius Sanders jr., in Gotha. Erbsen, Linsen, Kernseife I. Qualität, weiße, (sind Muster einzusenden), Schmierseife, Salz, Amerika. Washington, 11. September. Präsident Grant ist hierher zurückgekehrt. Morgen soll der Ministerrath stattfinden, um sich über das Resultat des Schiedsgerichts zu berathen. Die Entschädigungssumme soll 15 Millionen Dollars betragen. Italien. In den italienischen Nachrichten wird behauptet, daß der heilige Vater dem deutschen Clerus, und namentlich dem von Westfalen, besohlen, alle Feindseligkeiten gegen die deutsche Regierung bis zur Entscheidung der Frage über die religiösen Körperschaften einzustellen. Soeben geht uns die neueste (10.) Auflage des Zeitungs-Cataloges nebst Insertions-Tarif der Annoncen-Expedition von Rudolf Messe zu. Wir müssen hierbei das fortgesetzte Streben dieser Firma, dem Publikum durch möglichst correctes statistisches Material an die Hand zu gehen, anerkennen, zumal, wie wir erfahren, dieser umfangreiche Catalog an grössere Inserenten gratis verabfolgt wird. Malter Kartoffeln, Centner Zwiebeln, „ untererdige Kohlraben. Geld^orten« fl. kr. Pr.Friedrdor S 57>/z—58*/? Pistolen . . 9 40 — 42 * doppelte 9 40 — 42 Holl. fl. 108t. 9 53-55- I Duoaten . . 5 34—36 l 20 Frankens!. 9 19i/2—20*/8] Engi. Sover. 11 47—49 Buss. Imper. 9 42—44 Dollar in Gold 2 25 - 26 I Ile Ktibsatttett Mäusburg Lit. D. Nr. 9, 6 Faß Essig (ä 100 Liter), 45 Pfund Pfeffer, 37 Faß Petroleum, 50 Centner Bohnen, Frankf. Frankf. Darmst. Marienfchloß. 4201) Mittwoch den 18. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, werden dahier zur Lieferung versteigert: und unter 16 bis 18 aufgeführten Gegenstände werden zusammen, die unter 9, 10, 11, 12 und 15 aber einzeln vergeben. Schriftliche Offerten sind bis zu dem obigen Termin, und zwar getrennt für die zusammen und für die einzeln zu vergebenden Gegenstände, in den vor dem Directions- Büreau aufgehängten „Soumissionskasten" einzulegen und die Lieferungsbedingungen täglich von 8 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 6 Uhr Nachmittags bei unterzeichneter Direction einzusehen Marienschloß, am 6. September 1872. Grobherzogliche Landeszuchthaus-Direction. I. V. d. D.: Dr. Fritzel. Freitag den 20. b. Mts., Vormittags 10 Uhr, für 1873 im Soumissionswege die Lieferung von: Vermischtes. Berlin , 9. September. Den Zapfenstreich von vorgestern Abend schildert die „B. B.-Z " in folgender lebendigen Weise: „Den Platz vor dem Schlosse umfassen von drei Seiten Lampions-Guirlanden, zwischen denen Gasfackeln emporlodern. Jetzt klingt dumpf Trommelwirbel und Paukenschlag vom Denkmal Friedrichs des Großen her an unser Ohr. Ein Meer von Fackelgluth rückt näher und näher, das Zeughaus strahlt immer energischer seine farbigen Flammenwolken aus — bereits erkennt unser Ohr die Klänge des Pariser Einzugs-Marsches, welche das Geschrei der zu festem Knäuel geballten Massen schauerlich fast übertönt und Unglück ahnen läßt. Die Reihen der Fackelträger dehnen sich nach rechts und nach links aus, sie rücken im Trabe auf dem Platze vor uns ein, die Musik verstummt und im Geschwindschritt betreten die Musik-Corps in scharfen Schwenkungen und endloser Folge den Platz. Schnell sind sie in Carre geordnet, Saro (der Haupt-Capellmeister) und der Tambour-Major des 1. Garde-Regiments besteigen ihre erhöhten Plätze, die Musikmeister die kleinen Holz- Podeste vor ihren Corps. Saro schwingt seinen weißleuchtenden Tactstock, die Musikmeister rothe — und „Gott erhalte Franz den Kaiser" tönt von über 1000 Musikern in die Nacht hinaus. Während der ersten Tacte fällt der Klang etwas auseinander, denn Saro's Tactstock ist zerbrochen. Schnell reicht man ihm einen neuen, der auch nicht lange vorhält, dann wieder und wieder einen. Die Musikmeister dirigirten schon lange ohne Lampions. Zum Schluß schwingt der Tambour-Major, den zwei Gas- Candelaber grotesk beleuchten, in malerischen Windungen seinen Stab und donnernd wirbeln und pfeifen 350 Spielleute den Schlußeffect. Ganz brillant ging, trotz seiner chroma^ tischen Gänge, der Einzugsmarsch aus dem „Tannhäuser." Tausende von Händen klatschten Beifall, als er geendet. Die russische Hymne dirtgirte Saro, da seine Lampe beständig erloschen, mit funkensprühender Fackel, und sie ging brillant. Der Anfang des Zapfenstreiches fiel wieder etwas auseinander. Die Tambours aber executirten ihre kunstvollen Crescendo- und Decrescendo-Wirbel brillant. Schön löste sich daraus ab die choralartige Melodie des Liedes „Ich bete an die Macht der Liebe." Jetzt ertönen die Trommelwirbel zum „Gebet" und vom Dache des Schlosses senden fünf rleclrische Apparate ihr sonnenartiges Licht über den Platz hin, während die Fresken 1 der Museumshalle in magischem Roth erglühen. Die elektrischen Apparate schienen: etwas zu hoch gestellt zu fein, so daß sie ihr Licht mehrfach ohne Effect verschwendeten. : Die Menge umwogte noch lange den Festplatz, so daß die Heimkehr von demselben mit 1 Gefahren verknüpft war." Materialien. ' ...... 1 '......- -..... 4263) Die zur Erbauung eines neuen Haftlocals zu Butzbach erforderlichen 0 vllyCDOlCllCÖ« Maurermaterialien (welche im Herbste und ' im Laufe des Winters anzufahren sind) sollen 685) Lieb lg's ivlcifdjcrtract, Donnerstag den 19. l. Mts, Nachmittags 1 Uhr, । 8*^9 3 611103, in dem Wirthschaftsgebäude des Herrn UNd Cvndenfirte Dkilch VON «n>er Anglo-Swiss Condensed Milk- den^Wenigstnehmenden öffentlich versteigert Comp. in Cham (Schweiz) 270 Bütten Kalk, veranschlagt zu.......... 540 fl., 156 Cubikmeter Rockenberger „ geschälter Gerste, „ Kaffee, „ Nudeln, „ gedörrten Zwetschen, Maaß Mohnöl, Börsenberichte. Frankfurt a. M., 12. Srptember. Die heutige Börse zeigte wieder eine etwas freundlichere Physiognomie, indem der Geldstand wieder besser und die Aussichten für den Medio minder fchv irrig geworden sind. Da auch Berlin mehr Zuversicht an den Tag legt und die befürchtete TiScontoerhvhung in London nicht stattfand, stellte sich auch hier wieder mehr Kauflust ein, die sich zunächst für Creditactien und Staatsbahn documentirte, so daß erstere circa 2*/2 st. anzogen. Bet StaatZbahn konnte man wieder Börsenlogik studiren, auf eine Mindereinnahme von 130,000 fl. sir rie letzte Woche zahlte man 2—3 fl. mehr! „Erkläret mir, Graf Oerindur, diesen Zwie- 680 Cubikmeter Rockenberger Sand^ steine (oder Pohl- und Kirch-Gönser),! veranschlagt zu.....2176 fl-, 27,000 Stück Russensteine, I 1876) Thürschoircr in Crystall und Por- veranschlagt zu..... 324 fl.,!zellan bei Wilh Balser. Wer eine Annonce in hiesigen oder auswärtigen Blättern veröffentlichen will, erspart Mühe und Porto- f oft en, wenn er damit die Unterzeichneten beauftragt, deren alleiniges und ausschließliches Geschäft es ist, Anzeigen in alle.Zeitungen der Welt zum Original-Kostenpreise und ohne Nebenspesen zu befördern. Haasrnstem & Voglrr, Frankfurt a. M., große Gallusftraße 1. 4248) Nachdem die ledige Maria Trink aus von hier wegen Verschwendung unter Curatel gestellt worden ist, so wird dies mit dem Bemerken hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Rechtsgeschäfte gültig nur mit dem für sie bestellten Curator abgeschlossen werden können. Zugleich werden alle Diejenigen, welche Forderimgeu an die Maria Trinkaus |u machen Haben, hiermit aufgefordert, dieselben sogewiß binnen 14 Tagen bei untereich aetem Gerichte anzumelden und zu be- rüuden, als dieselben sonst bei Regelung >es Vermögens nicht berücksichtigt werden. Grünberg, am 10. September 1872. Großberzogliches Landgericht Grünberg Erdmann, Dr. Trapp, Landrichter. Landg.-Assessor. 100 Liter Leinöl, 50 „ Rüböl, 100 „ Hellthran. toseMachrichten. 12. September 1872. Preuss. 4i/a% Oblig. 1027/a Frankf. 3‘/a% Obi. 873/» Nass. 4i/a% Obi. 99?/4 Kurhess. 4% „ 94y2 Gr. Hess. 5% Obi. — » „ 4% „ 985/s » n 3i/a0/0 " 93 Bayer. 50/0 „ 1005/8 ». 4 Vs % Ijährlge 1003/g » 4% 1jährige 945/8 Würtemb. 41/2 °/o Obi. 99?/8 Baden 41/2% Obi. e. E. L. 993/4 Oesterr. Silberrente 65 Vg „ Papierrente 6O7/g Spanier, neuest. 30/0 30 Amerik. Bonds 1881r 99 V4 n n 1882r 961/4 „ 1885r 971/4 « „ 1887r 96Vg ntirruucn ver pro- ■ Sand, veranschlagt zu . . 260 fl. m verschiedenen Die Bedingungen und Voranschlag können ^iph-n^ ^ert werden. , auch bis zur Versteigerung täglich auf unter- ^en 11. September 1872. !zeickinetem Büreau eingesehen werben. l«roßherzoglicke Bürgermeisterei Gießen. Friedberg, cm 19. September 1872. _________________________ I Großberzogliches Kreisbauamt Friedberg. L. . । In Verhinderung des Kreisbaumeisters: ^erstergerungvonMaurer- Schnitzel, Bauaccessist. ^Lieferung von Victualienic. ‘ für das Landes - Zuchthaus Aetlcn. 5% östr. F. St. E. B. 36O’/2 Lombard. Bahn 230mandt. u u fr 2,300,000 933,600 18,930,000 2,483 Pers. 5,636,100 Thlr. 39,860 Pers. 76,523,900 Thlr. Unter Verweisung auf vorstehende Ergebnisse, insbesondere auf den bedeutenden Betrag des neuen Zugangs in diesem Jahre laden zur Veisicherung ein: Versicherte Versicherungssumme . Hiervon neuer Zugang seit 1. Januar: Versicherte Versicherungssumme Einnahme au Prämien und Zinsen seit 1. Januar Ausgabe für 538 Sterbesalle Bankfonds Vergütung für 15,017 Gestorbene bis Ende 1871 Gezahlte Dividenden an die Versicherten bis Ende 1871 - . Dividende der Versicherten im Jahre 1872 4186) Mein an der Hardt gelegener Felsenkeller ist zu vermiethen. Louis Busch Wittwe. Buchhändler A Nicker in Gießen. Ortseinnehmer Louis Hohler in Büdingen. Lebrer H. K. Walz in Lich. Oskar Ehrhardt in Marburg. 4254) Ein auch zwei tüchtige Arbeiter finden dauernde Beschäftigung bei H. Roth, Neuen-Bauen B. 82. 9,981,504 „ 37 Proc. Vermischte Anzeigen. 4252) In unserer Fabrik können einige junge Mädchen und Jungen Arbeit erhalten Gebr. Homberg er & Söhne. Vermiethnngen. 4188) Ein kleines Familienlogis ist 1. October an zu vermiethen bei Stand der Lkbensverstchkrungsbank f. D. in Gotha am 1. September 1872. § Die MuM'llurger Feuerversicherullgü-Gesellschaft mit einem Grund-Capitale von Acht Millionen, Sieben Hundert und Fünfzig Tausend Gulden, in 5000 Aktien ä 1750 Gulden, welche vollständig ausgegeben sind, übernimmt zu billigen, festen Prämien Versicherungen gegen Feuersgefahr sowohl in Städten, als auf dem Lande, auf bewegliche und unbew« gliche Gegenstände. In der Billigkeit ihrer Prämienfätze steht dieselbe gegen keine andere solide Anstalt nach, auch gewährt sie bei Versicherungen auf längere Dauer bedeutende Vorthcile. Bei Gebäude-Versicherungen ist dieselbe bereit, durch Uebereinkunft mit den Hypothckgläubigern deren Interessen für den Fall eines Feuerschadens auf's Vollständigste zu sichern, in welcher. Beziehung dieselbe besonders vorsorgliche Einrichtungen getroffen hat. Bei landwirthschaftlichen Versicherungen werden den Versicherten sehr erhebliche Begünstigungen gewährt. Beschädigungen durch Gas-Explosion werden den Feuerschäden gleich erachtet und vergütet- Ueber die sehr blühenden Zustände der Gesellschaft giebt der nachfolgende kurze Auszug aus dem diesjährigen Nechnungs- Die Wormser Akademie für Landwirlhe, Bierbrauer und Muller, 1860 begründet und bestehend aus 3 im Wesentlichen getrennten höheren Fächlet anstalten (Gesammtfrequenz 782 Studirende aus allen Ländern), beginnt das Winter- semester am 28 October. Programme und Studienpläne stehen gerne zu Diensten. Worms a. Rh. Die Direktion: Dr. Schneider. d. Bltts-____________________________________ 4205) Es wird eine tüchtige Köchin, welche sich auch der Hausarbeit unterzieht gegen einen Lohn von fl. 80—100 gesucht, Ifiit. B- Nr. 17. Die Nr. 36 bringt folgende Beiträge: Was die Schwalbe sang. Erzählung von Friedrich Spielhagen. ^Fortsetzung) — Aus dem menschlichen Seh- und Instrumente. Von Bock. Mit drei Abbildungen. — Erinnerungen. Von Fran, Wallner. — Die Tochter der Frau Birch-Pfeiffer. Mit dem Portrait oo» Wilhelmine v. Hillern. Nach einer Photographie auf Holz gezeichnet vor. Adolf Neumann. — Das Kründungsfieber der Jetztzeit Skizze für die guten lieben- Actionäre. Von'einem Eingeweihten. B- in Berlin. —■ Ein Orangenzweig. Er zählung von A- Godin. (Fortsetzung.) — Der neue Lehrer. Mit Abbildung: Vor stellung des neuen Lehrers beim Dorfschulzen. Originalzeichnung uoi E. Schuback- 4196) Ein braves Mädchen für Haue- cyn *2O» \ • und Küchenarbeit, sowie ein erfahrene^; .ItlÜllllfl " dUCUClTUL Kindermädchen, werden gegen hohen Lohn zu <9fin ltm « midben gesucht. V°n wem? sagt die Exped.! „en LnU de7 Mitgl °ed1r “'S* kommen, bat der Vorstand beschlossen, eil neues Badhaus errichten zu lassen. Der feil e sieht sich deshalb veranlaßt, zu reck zahlreichem Besuch zu der auf <5 am ft «| den 14. September, Abends 8 Uhr, in b( Restauration Bramm bestimmst Generalversammlung einzuladen. Restauration Bramm. Montag den 16. d. Mts.: Großes Preiskegelschiebeii auf der neu hergerichteten Kegelbahn. Preise von 2 bis 21 Gulden. Hierzu ladet ergebenst ein ("1269)_______________W- Hofmann Sonntag den 15. September 1872: Kirchtvcihfcst zu StcinbG roojii ergebenst einladet G- Richter, Wolkenaasse, ___________zu erfragen bei Georg Vaubel. 4185) Ein möblirtes Mansarder.-Ztmmer nebst Cabinet ist zu vermiethen bei Louis Busch Wittwe. Abschlüsse vollständige Auskunft. Auszug aus dem Abschlüsse der Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft für das Rechnungsjahr 1871. Grund-Kapital, vermehrt zufolge des Reoidirten Statuts von 1857 auf ... 8,750,000 fl. — kr. Reserven: Kapital-Reserve ...... 1,095,539 fl. 18 kr. Prämien-Reserve ...... 3,587,985 „ 46 „ Brandschaden - Reserve ..... 925,835 „ 45 „ Betrag sämmtlicher baar vorhandenen Reserven Prämien Reserve der noch zu vereinnahmenden Prämien .... Sunime der im Jahre 1871 laufend gewesenen Versicherungen .... Prämien - Einnahme r baar ..... 8,563,776 fl. 38 kr. Vortrag aus dem Jahre 1870 . . . 3.503,580 „ 48 „ Bezahlte Brandschäden, einschließlich deS Vortrazes für noch schwebende Während des 2^jährigen Bestehens wurden bis zum Schlüsse des Jahres 1871 an 62,717 Brandbeschädigte Ersatz baar ausgezahlt ........ 5,609,360 fl. 49 fr. 9,423,105 , 11 „ 5,671,332,373 „ — „ 12,067,357 „ 26 „ 5,866,454 „ 30 „ 52,188,310 „ 47 ,, 427ii) Ein tüchtiger Küfergeselle wir! gesucht von___________H Hilaärtner. 4097) Ein gut empfohlener Hausbursch kann sofort gegen hohen Lohn in die Hirst Apotbcke eintreten. 4271) Ein tüchtiger Pferdeknecht wir! auf Ende Septemver gesucht- Näheres U der Exped. d. Bltis._____________________ 4246) Ein braves Mädchen für Küch und Hausarbeit gesucht bei ________Fabrikant Arnold Müller. 4260) Ein Mädchen, welches die Haus- arbeit versteht und einfach kochen kann, wist gegen guten Lohn zu Michaelis zu mielhst gesucht von Professor Streng, Zur Annahme von Versicherungs-Anträgen und Ertheilung jeder weiter gewünscht werdenden Auskunft sind gerne bereit: Echternach St Haustein in Gießen, PH. Zimmer in Lich, L. Schmidt in Londorf, Agenten der Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft, zugleich Agenten der Magdeburger Hagelversicherungs-Gesellschaft. ________________________Alicenstraste 100-^ 4264) Em Mädchen für Haus und Küihi zum baldigen Antritt gesucht von Gießen. Dr. Vau bina er, _________________________Engelapotbeke 4^o9) isine peiieae Jtlciöeiinucperin hat noch einige Tage frei und wünscht diese zu besetzen. Näheres zu erfragen bei Herrn Kirchendiener Knoll. Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schm Umr.-Druckerei (Fr. Ehr. Ptelsch) in Gießen. Püst & t 1)11# ntn ni' führen, als ci rath vesen tt fldeiiel verein" Herr v einer de ganz u verlasen gezählt Mitztral und seit Ausschk! Linde! iß, tu Bruch Altem der B und bi 3lnd) i die Mä denn ti 5 haben a Att Fraul sttzung bevolln zum D des Gi Hreihti geri'chü rnitnnt; l deßgniti am 1. | ihren E der bezü der Bit die vor a l üMnce1, 3(men ti« tmi r ffrfimgi Sanier t’r gab, »teri •“fjetion D, '•Wurf, S 5 ®r. e.