Perls vlerreljährig 1 fl. 12 tr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 ft. Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen. Nr. 13«. Doimcrstng den 13. Juni 1872. A m i l i ch c t T h e i l. Bekannt m a ch n n g. Betr.: Das Departements-Crsatz-Geschäft für 1872. Das Departernents-Ersatz-Gcschäft für 1872 wird im Kreise Gießen Freitag den 21. und Samstag den 22. Juni d. I. stattfinden. Es haben sich an den genannte» Tagen vor der Großherzoglichen Departementö-Ersatz-Connnission im Bezirk der 49. Infanterie-Brigade jedesmal von 7 Uhr Vormittags an im Rathhaussaale zu (Ziesten zu stellen: Freitag den 21. Junr d. I. die von der Kreis-Ersatz-Cornmission als dauernd unbrauchbar erkannten Militärpflichtigen; die zur Ersatz-Reserve II. Classe und zur Ersatz-Reserve I. Elaste designirten Militärpflichtigen; die von den Truppentheilen zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Soldaten; die von den Truppentheilen abgewiesenen einjährig Freiwilligen. Samstag den 22. Juni d. I. die von der Kreis-Ersatz-Cornmission als brauchbar und einstellungsfähig erkannten Militärpflichtigen, einschließlich der vorzugsweise und pnmo loco einzustellenden Militärpflichtigen früherer Jahrgänge, jedoch ausschließlich derjenigen Militärpflichtigen früherer Jahrgänge, welche disponibel geblieben find. Ansprüche aus Zurückstellung fitib Freitag den 21. d. Mts. geltend zu machen und haben sich Familienangehörige, auf deren Arbeitsunfähigkeit der Zurückstellungsanspruch gegründet wird, an eben diesein Tage zur ärztlichen Untersuchung einzufinden. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werdeii besondere Ladungen für die Militärpflichtigen f. H. zugehen, welche deii Betreffenden iinverzuglich zuzustellen sind. Ter Vollzug der Ladung ist innerhalb 8 Tagen anzuzcigen. r . Sollte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist der Grund hiervon berlchtllch nutzutheilen und ist, wenn cm Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. m t . . Die Großherzoglichen Bürgermeister haben an dem Tage, an welchem Militärpflichtige ihrer Gemeinde zur Vorstellung kommen, selbst aniveseiid zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren rechtzeitig zur Stelle sind. Gießen, 6. Juni 1872.' Großherzogliche Kreis-Ersatz-Cornmission des Kreises Gieße». I. V-: Ke kn le, Kreisassessor. B c k a ii n t in a ch u n g. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Bezirksrath i» seiner ordentlichen Sitzung am 31. Mail. I. zu Mitgliedern der nach Art. 4 des Gesetzes vom 14. Juli 1871, die Ausführung des Reichsgesetzes über den Unterstützungs-Wohnsitz betreffend, zu bildenden Cominisjion die Herren: Karl Gail, Wilhelm Keller und Karl Schwan gewählt worden sind. Gießen, den 6. Juni 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. R ö d e r. Politischer Wohl entwickelte sich auch bei den Romanen, und in Frankreich mit ganz Mel n bea^und7 Am schärfst zugleich a er n äuß ickstrr Weise tritt oie- besonderer Stärke, der Begriff des modernen Staates, der die politische Herrschaft Wes? begrunkkt Am scharsst n, zugleich aber ^„brn nach Universalität der Kirche über den Staat nicht duloet. Und in der That hat ja auch ,n den ®*rt tn .... . < . \ c rle tj, Berechtiauna jeder anderen neben ihr sich ent- romanischen Staaten der aufgeklärte Absolutismus dir letzten Jahrzehnte des 17. "Cid "«u«Wi.6iid>t‘ii m«»l c« t »dillf».n Umtnäljnng.n nngebrachen, Daß im Mittelalter die geschichtliche Entwicklung sich um den Streit zwischen der geistlichen und weltlichen Gewalt drehte, dafür ist die Kirche nicht aus- schließlich verantwortlich zu machen. Daß aber im Verlaufe diese- großen weltgeschichtlichen Kampfes die Kirche mehr und mehr ihren geistigen Character ein- gebüßt hat, daß sie zum schweren Schaben der christlichen Religion selbst verweltlicht und zu einer weltlichen, ja weltbeherrschcnden, mit politischen Herrschaft-- Damit erst schieden sich die Culturwege der germanischen und romanischen Volker für Jahihunderte, damit nahm das alte Kirchenthum trotz seiner beanspruchten Universalität und im Widerspruch zum Wesen des ChristenthumS ein ausschließlich romanische- Gepräge an, wie es andererseits den romanischen Nationen seinen Character ausdrückte. Dix Kirche blieb, was sie im Mittelalter gewesen war, eine politische Macht, mit* m einen gewaltigen Unterschiede, daß vom 16. Jahrhundert an das romanische Element die materielle Grundlage dieser Macht wurde. mit voller Ccnsiqueuz durchgejührte Versuch, die Kirche zu dem zu machen, waS sie ihrim Wesen nach sein soll: zu einer rein geistigen Macht. Das verweltlichte Kirchenthum gewann in gewissen Theilen Deutschlands nach harten Kämpfen wieder die Oberhand, zum Theil weil die Reformation bald selbst anfing, ihrem Lebensprincip untreu zu werden; in den romanischen Staaten aber behauptete die alte Kirche sich in fast unbeschränkter Ausschließlichkeit. [—] rottirtittfAß Kirckentknlm. fNebeneinanderbestehen, ja selbst ein ihatsächlichcs Zusammenwirken keineswegs u ^as romanncye srrrcyenryrrm. Äir(J>e w 6timit begnügte, eine geistige Macht zu Es liegt in dem Wesen der kirchlichen Gemeinschaften, daß die Grenzen Jein, tocnn fix nicht zugleich eine gewaltige politische Macht wäre, und da- Stre- ihre- äußeren Umfangs nicht mit den Grenzen eines bestimmten Staates oder^^ jn trügt, sich in dieser Richtung weiter und weiter zu entwickeln, einer bestimmten Nationalität zusammcnfallen. Das Christcnthum hat ja eben - * ■ —....... " ' " to« religiöse Bewußtsein von den Schranken des Stammes- und Staatsbewußt- seins befreit. Es hat bereits in seinem Entstehen den großen Schritt von der Staats- und Nationalreligion zur Weltreligivn gethon. Und auch die einzelnen Zweige, in die es sich im Laufe der Zeit gespalten hat, die besonderen Gemein- schäften, in denen verschiedene Auffassungen des christlichen Grundgedankens, »er- ... 7_..i schiedene Versuche des menschlichen Geistes, sich zu dem Unendlichen in Beziehung, wirkenden Macht" geworden ist/ ist' eine Thatsache, die nicht bestritten zu setzen, sich verkörpert haben, — auch diese verschiedenen Gemeinschaften streben ^„^,1 füniL insofern nach Universalität, als sie grundsätzlich das Feld ihrer Wirksamkeit nicht Reformation war die natürliche Reaktion des religiösen Geistes gegen auf eine bestimmte Nation beschränken, sondern lei derselben stets das ganze zz^^eltlichuna des Kirchenthums, der erste durchgreifende, wenn auch nicht Menschengeschlecht in’fl Auge fassen; wie denn ja auch in dem Einzelnen daö ...... religiöse Bewußtsein der Idee nach ganz unabhängig ist von seiner Abstammung, von seiner Zugehörigkeit zu diesem oder jerum bestimmten Staate. Der Idee nach! Denn thatsächlich freilich gestaltet sich das Verhältniß doch etwas anders. Wie das Individuum in seiner ganzen Anschauunge- und Denkweise von den Einflüssen der Nationalität und des Staates bedingt wird, so machen diese objektiven Mächte, deren Gewalt Niemand sich entziehen kann, ihren Einfluß auch auf die religiösen Anschauungen des Einzelnen geltend. Auch Kunst und Wissenschaft erheben Anspruch aus Universalität, und doch tragen sie überall ein nationales Gepräge. Und so wird auch die Entwicklung des religiösen Bewußtseins und der Beziehungen d'S Einzelnen zur Kirche stets und überall bis zu einem gewissen Grade von Zeitströmungcn und nationalen Einflüssen beringt sein, ohne daß dadurch die ideelle Einheit des ChristenthumS gefährdet wurde. Es ist selbstverständlich das Recht jeder kirchlichen Genossenschaft, diese Schranken als nicht vorhanden zu betrachten, sich über sie hinwegzusctzen: es ist ihr Recht und ihre Pflicht; denn das Streben nach Universalität liegt in ihrem ja mit (Ute erneuter Kraft hervorgegangen ist. Und in Spanien und Portugal gar sind die reformatorischen Leistungen des weisen Earl III. und des gemalt- thätigen Pombal bi« auf die letzten Spuren verwischt worden. Alle jene Neuerer, so energisch ste auch die Rechte de« Staate« gegen die Kirche zur Geltung brachten, hatten doch unbedingt an dem Kirchenprincip festgehalten; ste hatten die Auf- klärung befördert, aber den heilsamen Gährung-stoff de« Protestantismus mit aller Strenge ferngehalten. Trotz aller Aufklärung kannten sie nur da- katholisch- romanische Eultur-, Staat«, und GesellschastSideal, das, sobald sie ihre Augen geschloffen halten, ihre Werke überwucherte und in seinen Umschlingungen erstickte. Und die« durch und durch romanisch gefärbte und sich dadurch mit seinem eigenen Princip in Widerspruch setzende Kirchenthum, das den Staat als eine der kirchlichen Gewalt untergeordnete Macht betrachtet, tritt jetzt, innerlich fester zu- sammengrschlossen al« jemals in früherer Zeit, von Neuem auf den Kampfplatz, um auch da« Germanenthum dem romanischen Staats- und Kirchenprincip zu unterwerfen. Die ideale Katholicität früherer Jahrhunderte ist zu einem politisch- kirchlichen Spstem jusammengeschrumpst, das von der christlichen Religion nur den Namen geborgt hat, zu dem Wesen de« Chnstenthum« aber im schroffsten Gegen- satz steht. Die« System hat da« deutsche Reich jum Kampfe herau-gesordert, weil es weih, daß diese« Reich allein im Stande ist, seinen Ansprüchen auf Weltherrschaft Schranken zu setzen. Aber da« deutsche Reich vermag mehr: es vermag den HerrschastSgelüsten der Kirche Widerstand entgegenzusetzen, und doch zugleich der Kirche Raum zu freier Entwicklung innerhalb der Grenzen ihrer Befugnisse zu gewähren. Da« vermag kein romanischer Staat, wenigsten- nicht in dem Entwicklunglstadium, in Welchem sich die romanischen Staaten gegenwärtig befinden. Dir romanischen Staaten vermögen Wohl, nach der einen Seite die Kirche zu bedrücken, besonder« wenn fi-calische Rücksichten die« gelegentlich wünschenswerth machen, aber nur, um andererseit« ihr gesammte« (Kulturleben um so unbedingter dem kirchlichen Joch« zu unterwerfen und den kirchlichen Einflüssen die Herrschaft im Staate zu gestatten. E« wäre rin unermeßlicher Fortschritt, wenn durch diesen Kampf de« Ger- manenthum« gegen den herrschsüchtigen UliramontanismuS auch in Italien, das politisch Deutschland so nahe getreten ist, da- Bewußtsein des Gegensatzes, in dem der moderne Staat zu dem jesuitischen Kirchenthum steht, geweckt würde. Bis jetzt bewegt sich Italien in seinem Kampfe gegen den Papst al- weltlichen Herrscher Rom« noch durchaus auf der romanischen Linie. Aber die Zeichen mehren sich, daß die erleuchteten Geister auch jenseits der Alpen sich der tiefen Bedeutung de« in Deutschland entbrannten Kampfes bewußt werden, daß ihnen eine Ahnung aufgeht von der Kraft und Tiefe des germanischen StaatSprincip«. Es sind dies allerdings noch vereinzelte Symptome einer beginnenden Umwandlung, die wir aber auch in ihrer Vrrctnzeltheit freudig zu begrüßen haben. Romanisches Kirchen- thum, romanische« StaatSprincip, romanische Rucensolidarität hängen eng zusam men. Will Italien sich zu einem kräftigen Nationalstaat auSgcstaltcn, so mu \ es mit der Naccnsolidarität, die der Feind der nationalen Selbstständigkeit ist, brechen, und das vermag cs nur, wenn c« innerlich mit dem romanischen Kirchenthum bricht. Die« sich selbst und ihrem Volke zu immer klarerem Bewußtsein zu bringen, da« schein« un« gegenwärtig die höchste und lohnendste Aufgabe der gebildeten und einsichtsvollen italienischen Publicistik. Deutschland. Friedberg, 11. Juni. Heute Morgen 91/a Uhr traf S. K. H. der Großherzog zu einem längeren Aufenthalt dahier ein. Frankfurt, 12. Juni. Der Kronprinz von Italien mit Gefolge ist heute Morgen hier eingetrvffen und im „Russischen Hof" abgestiegen. Der Prinz beabsichtigt, einige Tage in unserer Stadt zu verweilen. Berlin, 11. Juni. Unsere Leser wissen bereit«, daß seit etwa acht Tagen zwischen dem deutschen Reich und Frankreich wegen früherer Räumung de« noch vccupirten französischen Gebiets Verhandlungen im Gange sind. Zur besseren Orientirung wollen wir nur noch hinzufügen, daß die Vorschläge des Hrn. Thiers am 6. d. M. dem auswärtigen Amte zugegangcn sind und daß eine Rnckäußerung deutscherseiis bereits erfolgt ist. lieber den katholischen FeldzugSplan gegen die Amtssuspension des Feld- Propstes Namszanowski verlautet Folgende«: 1) Der Papst wird in einem offi- ciellen Actenstücke die dem Feldpropst Namszanowski verliehene Bischofswürde in Schutz nehmen; 2) eine demnächst abzuhaltende Bifchofscoirferenz in Fulda wird eine Denkschrift an den König entwerfen, in welcher sie Verwahrung gegen die Maßregelung de« Bischofs durch die Militärgcwalt einlegen wird; 3) die Een- trumsfraction im Abgeordnetenhause soll eine Interpellation an den EultuSminister Dr. Falk richten, in welcher sie Auskunft über die Tragweite der Beschlüsse der StaatSregieiung gegen den Bischof von AgathvpoliS verlangt; 4) wirb ein Adrcss-n strvm nach dem Muster der Petitionen gegen das Schulaufsichtsgesetz und gegen die Austreibung der Jesuiten arrangirt, welcher dem Feldpropst Namszanowski den Beweis oblegen soll, daß er durch sein Verfahren die Interessen der kalholi- schcn Kirche gewahrt hat. Berlin, 12. Juni. In der Sanct-Juan-Angelkgenheit läuft bekanntlich der Termin für die Ueberreichung der beiterseitigen RrplikiN am 17. d. M. ab und hat, wie die „K. Z." von hier erfährt, der britische Botschafter die Replik seiner Regierung bereits am 10. Abends übergeben. In Folge dessen sollte der ameri- konische Gesandte, Herr G. Bancrost, seine Gegenantwort gestern Mittag dem Kaiser überreichen. Die Entscheidung wird voraussichtlich bald erfolgen. Köln, 9. Juni. Wie die „Rhein. Ztg." schreibt, ist dem katholischen Militär eröffnet worden, daß es die Befriedigung seiner religiösen Bedürfnisse in den hiesigen Pfarrkirchen nach seiner Wahl suchen möge. Die Kapelle der Pantaleons- kirche, sowie die Sakristei, welche der suSpendirte Mililärgeistliche, Pfarrer Lünne- man», bisher inne halte, sind der ailkatholifchen Gemeinde zur Benutzung ringe räumt worden. Pose», 9. Juni. In unterrichteten katholischen Kreisen verlautet, daß der Feldpropst Namszanowski vom Papste unter Anerkennung feiner Haltung zum Thronprälaten ernannt sei. (Sp. Z.) Geldern, 9. Juni. Der Dechant und Militär-Seelsorger Brüel dahier hat sich geweigert, die Weihe der mit dem Eisernen (kreuze decorirten Fahnen vorzunebmen, und die«, nach der „Fzkf. Ztg.", folgendermaßen motivirt: „1) Die Einweihung habe ich nicht abgelehnt, vielmehr habe ich mich recht- eitig bemüht, eine Instruction zu erhalten, die in Bezug hierauf vom hochwürdig- :cn Herrn Armeebijchos erlassen wäre. Aus Gründen, die mir unbekannt sind, Hieben diese Bemühungen zu meinem Bebauern erfolglos. Daß ich, um correct u verfahren, zur Vornahme eines solchen außergewöhnlichen Actes einer besonde- en Instruction von der für mich als Militär-Seelsorger kompetenten Behörde ikdurste, hat der hochwürdigste Armeebischof in einer schon früher an mich ergangenen amtlichen Erklärung ausgesprochen, von der die hiesige Militärbehörde Kenntniß hat. 2) Von der Militärbehörde beziehe ich keine jäh liebe Remuneration. Doch will ich bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt lassen, daß ich in jüngster Zeit aus Antrag de« hochwürdigsten Herrn Namszanowski vom hohen Kriegs- Ministerium eine einmalige extraordinäre Remuneration erhalten habe." Dresden, 11. Juni. Dem „Dresd. Journ." zufolge ist tie Abreise des Kronprinzen Humbert auf heute Abend festgesetzt. Derselbe begibt sich von hier zunächst nach Leipzig. Die Kronprinzessin wird noch einige Zeit in Pillnitz verweilen. München, 11 Juni. Der Magistrat hat in der Universitäts-Angelegenheit beschlossen, dem Antrag der Gemeindebevollmächtigtcn hinsichtlich der Betheiligung an der Jubiläumsfeier der Universität beizutreten und sich deshalb an den Senat Der Universität mit der Frage zu richten, ob überhaupt Feierlichkeiten statifinden, wann sie stattsinden und welche bestimmte Feierlichkeiten in Aussicht genommen sind. Hagenau, 10. Juni. In einem Eirrularschreiben an die Maires des Kreises vom 18. Mai theiit der Krei«bireetor Sittel den Letzteren mit, daß laut Vertagung de« Oberpräsidenten die Geistlichen in gleicher Weise wie die Maires mit Der Beaufsichtigung der Schulen durch das Gesetz beauftragt sind und denselben fortan dieses Beaufsichtigung-recht einzuraumen ist. Namentlich sind dieselben von den Maire« zu den Entlassungsprüsungen einzuladen, und es bleibt nicht, wie es früher angemeldet war, den Maires überlassen, ob sie dieselben zur Prüfung ein- laden wollen oder nicht. (Straßd. Z.) Oesterreich. Wien, 10. Juni. Vom auswärtigen Amte werden die Hofräthe Teschen- berg und Wohlfahrt, von der kisleithanischen Regierung Hosrath Schmidt, von Der ungarischen Regierung Die Räche Fabieyi, Jckelsalussy nach Berlin entsendet werden, um dort in Betreff der Internationale und deren Bestrebungen Be- rathungcn zu pflegen. Schweiz. Bern, 11. Juni. Von den durch die Jnternirung der französischen Ostarmee eni|lanCencn Kosten sind Der BunDeSregierung weitere zwei Millionen Durch die französische Regierung erstattet worden. Die Zahlung des Restes von 2,200,000 grS. ist demnächst zu erwarten. Frankreich. Paris, 10. Juni. Der Tempo macht zu Den Ausfällen Der ultramontanen Blätter gegen Die Reise des Kronprinzen von Italien nach Berlin Die Bemerkung: „Indem unsere Devoten verlangen, daß Frankreich sich >n Europa zum Ritter der weltlichen Gewalt Des Papstes und als Vertreter Der ultramontanen Ziele aufwerfen solle, oder schon indem sie sich in kindischen Ausfällen gegen Italien ergehen, merken sie nicht, Daß sie uns nicht bloß Die Sympatbicen Dieser Macht entfremden , Daß sie Dieselbe nicht bloß vollständiger in Deutschlands Arme treiben, sondern daß sic Dieselbe auch dahin bringen, dort gegen uns und unsere Drohungen Hülfe zu suchen. Wenn die religiöse Partei Erfolg in diesen Bestrebungen hätte, so würde sie in dem italienisch-deutschen Bündnisse als Ziel Frankreich« Niederlage aufnölhigen und unsere Politik zu Kundgebungen zwingen, Die zur Ohnmacht verdammt wären, und sie würde un« zu den schon erlittenen Demütigungen neue hinzu verschaffen. E« ist schon peinlich, über dergleichen nur ein Wort verlieren zu müssen..... Lassen wir es uns gesagt (ein: in allen Fragen, welche im jetzigen Augenblicke Die devote Partei auSwtrbeit, handelt et sich für Frankreich um nichts Geringere« als um den Bruch mit den Ueberlieferungen Der Revolution, um zu jenen Der Staatsreligionen zurückzuführen und es so zu Der schlimmsten Jsolirung und Dem unvermeidlichsten Verfalle zu verdammen." Versailles, 10. Juni. Nationalversammlung. Fortsetzung Der Bcrathung DeS Kriegsdienstpflichtgesetzller sprechen sich für Die vierjährige, Ehangarnier, Ehasseloup-Laubat für Die fünfjährige Dienstzeit aus. Thier« stellt in Erwiderung Laoergne's in Abrede, Daß zu große (Kontingente Den Aufschwung Der Bevölkerung hinDcrn. Er sagt, eine Dienstzeit von weniger als 5 Jahren würde Die Einreihung in Die Caores unmöglich machen. Er weist in lebhafter Weife eine Dienstzeit von vier Jahren zurück unD bezeichnet dieselbe Oleine Thorhelt. Er könnte Der Ausführung eines solchen Gesetzes nicht zustimmen unD wäre genöthigt, sich zurückzuziehen. Er erneuert beiläufig seine Erklärung, daß Die Politik Frankreichs eine friedliche sei. (Lebhafte Bewegung.) KerDrel verlangt Die Verschiebung Der Berathung auf morgen, in Erwägung, Daß Die Worte Thiers' eine unmögliche Situation für Die Versammlung geschaffen hatten. ThierS hingegen verlangt sofortige Abstimmung, worauf Die Versammlung DaS Amendement aus vierjährige Dienstzeit mit 495 gegen 59 Stimmen verwirft. Versailles, 11. Juni. Nationalversammlung. Nach beendigter DiScussion über Den Artikel 37 Des Militärgesetzes werDen alle zu Dem Artikel gestellten AmenDemcnts zurückgezogen oder verworfen und Derselbe in Der Fassung Der Vorlage angenommen. Der Artikel bestimmt also: 5 Jahre Dienst in Der aktiven Armee, 4 Jahre Dienst in Der Reserve Der activen Armee, 5 Jahre Dienst in Der Territorialarmee, 6 Jahre Dienst in Der Reserve Der Territorialarmee. Spanien. Im Congresse wird die ADreßdedatte fortgesetzt. Herr Castelar beklagt Die Abwesend it jeDeS moralischen Gefühls, Die er Den politischen Eaparitäten zum Vorwuif macht, unD erblickt Darin die Ursache aller Uedel, welche das Land heimsuch n. Er tadelt das Rundschreiben hinsichtlich der Internationale und Der« theidi t Die Freiheit Der GemeinDen unD Die indtviDuelle Verantwortlichkeit. Der Senat hat Den Antrag auf Billigung Der HanDlungSweise Serrano'ö trotz einer Neve Herrera's Dagegen angenommen. — Aus Vitoria melDet man Der Echeranza vom 7. D. M.: „In unserer Provinz existiren zwei BanDen, jeDe 3500 bis 4000 Mann stark, unter Der Führung von Velasro und Barana. VelaSeo erklärte in einer Ansprache an seine Soldaten, Daß er Jeden beim geringsten Verdachte von Verrath erschießen lassen werde und Die ©einigen zu demselben Vorgehen ihm u OaN den ftbloi Zeit d)tm flrtn'l Ackti «Iti »ohst fanifdj selbst Hb Z Schiel rung (ioutjen bettlis Heute, Effecten gestrige, mit 2H vurherrs und biet Kräder i sucht un um. A Banlve influirte Renten Beso Oe 2641) Schneid der fort wirb Li Mit antouii Förderin das gen Borzugtz bei Me Ausschl, Giehe Gros I e "■& 1938) des gerat flev zu( ist feit ei Mbekanii berfelben Mene (J "irroaltet Man iorl lobettje tiftamen lenigen, nete Bern hiermit ti o” .Qnjut “(Uiitnat °°s Ben «erden tc ®ieftcn. 9 bei (Aeii vördig. 1,1 sind, l°rrect «faftt. °>>ch kk. fbiljörtt itraiion. Äritg«. reife de« t>cn hier "'tz der- IkgkNhllt ^'ligung 'n Trngj üilfinden, fltnum. ’ry Ulatlcira, Old Sherry, Nvthe ii. weiße Weine, verschirdene Sorten, in bekannter Güte, empfehlen I. A. 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Aus Gesimdheits-Rücksickten habe ich mich entschlossen, mein Geschäft aufzngeben und jolt bieö vermittelst Ausverkaufs geschehen. Demzufolge habe die Preise meiner sämmtlichen Borrathe bedcuteud herabgesetzt und gewähre außerdem einen Rabatt von J Sechs fireuseeit am <*uiaenu | Der Verkauf findet nur gegen Baarzahlnnq statt. Alle Neuheiten für die kommende Saison, die ; bereits eingetroffen sind und noch emlreffen, imb selbstverständlich damit einbegriffen.