P slS v^eiveljähriq 1 fr- 12 tu mit Brkifterlühn. Durch di« P m ^vqen Viertels ährtfl -r ft. 29 fr. Ochener Anzeiger. Erschemt täglich, mit Lus-- nähme Sonntags. Expedition- Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen. Ar. toi" " Freitag den 12. Juli . _ m ruiiüiw™—1—1■-w ui—wniwiiiinniiinmiMin~'• v 'zirnfwiiffliwnBWwmwnimnrBiwwmTmrnnnTTnr - ---------------- ------------------ -■■■ - ' c k» . werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post- Beftellungen auf den MeMer ^enzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.' Abonnenten, w-elche den Anzeiger bei der Expedition abbolen lassen, erhalten denselben für das III. Quartal zu 1 fl. Amtlicher Thei l. Gekülintmachuiig, -en Ankauf von Remonten pro 1872 betreffend. Zum Ankauf von Remonten im Aller von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Großherzogthurn Hessen nachstehende Moraens 8 Uhr resp. 12 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar: den 23. August in Alsfeld, . ! den 21. September in Biblis, 24. „ „ Nieder-Gemünden, •> 23. „ „ Aernshenn, " 26. , Nidda, i . 24. „ „ Goddelau, ” 27. „ „ Nieder-Wöllstadt, „ 25. „ „ Groß-Gerau, 29 Lich, » 26. „ „ Bickenbach, " 20.' September in Lorsch (8 Uhr), ,, 27. „ „ Gr°ß-Bieberau (8 Uhr), 20. „ „ Bürstadt (12 Uhr), ,, 27. „ „ Groß-Umstadt (12 Uhr.) Die von der Militär - Commission nach gegenseitigem Uebereinkommen erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung so- fort bi werden bei zn hohen Preisforderungen vom ©anbei ausgeschloffen, ebenso die zu n>°nlg entwickelte» oder solche, die zu schwach schwerfällig und ordinär, den Ansprüchen an ein Militär-, Zug- oder Reitpferd nicht entsprechen, auch Pferde, welche durch zu frühen Gebrauch gelitten haben, mangelhaft gebaut, mit bedeutenden Knochen oder anderen erheblichen Fehlern behaftet und nicht gängig sind. _ . Pferde mit 'olcheu Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, stnd vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises l nd der sämmtlichen Unkosten zurückznnehmen Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eiiK neue starke rindlederne Trense m t starkem rweckmäßiacm Gebiß, eine starke Kopfhalfrer, von Leder oder Hanf, mit zwei mindestens sechs Fuß langen starken stricken ohne besondere Vergütung mrtzugeben. 5 p Kriegs-Ministerium Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. von Schön. S ch m i ch. Der Räumungsvertrag Nach rur AuSiübruna dteies vtanes vknuyrn n uuvm.» ymvyi»mv r v , hx„in begriffen, daß man die ganze Nation>wcrfung unter die Erfordernisse des Nothwendigen muß als ein neuer Mörtel blieb aus und man hatte von vorn ist von der allen gegen vertrage als Contrahent desselben aufgesührt worden ist. Diese kleinliche Rancune der Majorität hätte freilich einem Widerspruch Der Linken begegnen können, welche sich ja mit einer gewissen Ostentativ» um Herrn Thiers zu schaaren und ihm ihre Dienste zur Verfügung zu stellen beflissen ist und — die kühle Undankbarkeit der Rechten auch gewiß nicht ohne Rüge gelassen hätte, wenn Herr Thiers nicht doch Staatsmann genug wäre, um der, Interessen des Staates eine persönliche Empfindung zu opfern. So votirle die gesammte Nationalversammlung — sans phrase: aber in Der That ist es nur die Linke, welche sich diesmal die Vermeidung aller Phraseologie zum wahren Verdienst anrechnen kann; nur die. Regierung und die Linke, welche durch Schweigen und Dulden einem großen Staatsact einen würdigen pari«' mentarilchen Abschluß gab, während die Debatte nicht nur einen unfruchtbaren Skandal hervorgerusen, sondern eine Vibration der nationalen Stimmung erzeugt hätte, welche im Interesse der nationalen Befreiung grade auf das Gewissenhafteste beschäftigte, feinen Sturz herbeizuführen. „ Die Gelkaenheit, welche man zur Ausführung dieses Planes benutzen wollte, vermieden werden sollte. Auch der Broglie'sche Bericht erkennt dies an, indem er mit Bezug auf einen Ersatz Der territorialen Garantie durch eine sinanzielle sagt: „Wir nehmen diese Aussicht an als einen Trost in den Härten, die wir noch zu bestehen haben. Diese Wohlthat ohne Gleichen verlangen wir vom Credite Frankreichs, von diesem so fest begründeten Credit, der sich mit solchem Glanz aus der gegenwärtigen Prüfung wieder erhebt. Dieser Cred't wird nicht auf sich warten lassen, wenn Sie in jenem Geiste friedlicher Mäßigung und patriotischer Hingabe verharren, von dem sich diese Versammlung zu jeder Zeit beseelt gezeigt hat und welcher in Diesen Verhandlungen mit der fremden Macht als ein Beweis der moralischen Autorität der Regierung gilt, welche im Namen dieser Versammlung spricht." Gewiß eine seltsame Sprache in Dem Munde des Berichterstatters einer Partei, welche grade doch das Entgegengesetzte von dem Allen thut oder doch erstrebt, was sie als politische Pflicht empfiehlt, und welche, da sie durch ihren Sprecher anerkennen muß, wie sehr Frankreich dem Präsidenten der Republik verpflichtet ist, wegen der Autorität, welche ihm das Ausland beimißt, den Staatsakt, welcher nur unter Voraussetzung des Vertrauens, welches Herr Thiers persönlich einflößt, zu Stande gekommen ist, genehmigt, ohne durch eine nationale Anerkennung die Autorität zu erhöhen, unter deren Befestigung der Eredit Frankreichs sich Den äußersten Anstrengungen gewachsen zeigen soll. Aber Der Groll Der Majorität, welche sich Den Tatsachen sans phrase beugt, und Die vcrstänDige Haltung Der Linken, welche Den Mangel guten Willens auf Der anderen Seite gleichfalls sans phrase duldet — Diese beiDerseitige Unter* nachdem A gesagt worden war. „Als die Nationalversammlung in Bordeaux" — heißt es in- dem -Bericht ; des Herzogs von Broglie — „die schmerzlichen Präliminarien des Versailler ' Friedens bestätigt, nahm sie Frankreich zum Zeugen: „Daß sie die Folgen von Niederlagen dulde, deren Urheber sie nicht war!" — Drei Monate später, als Die Nationalversammlung am 18. Mai 1871 diese Präliminarien in einen bestimmten Vertrag verwandelte, erklärte sie nochmals, daß die Nothwendigkeit allein ihr eine Handlung so harter Entsagung entreißen könne." Welche Phrase hätte sich noch finden lassen, um Die nationale Eitelkeit von Den Consequenzen einer gemeinsamen Schuld zu isoliren? UeberdieS, wenn Die Franzosen sich nicht etwa mit Dem kindischen Wahn trugen, Daß Deutschland auf Die durch Den Frankfurter grieDen zur Wahrung seiner Interessen festgestellten BeDingungen theilweise verzichten wollte, wodurch es zu erkennen gegeben hätte, daß seine früheren Forderungen über .das Maß des Nothwendigen hinausgegungen wären, also eine Bedrückung Frankreichs zum Zweck gehabt hätte — mußte man ja in Frankreich merken, daß die durch den Vertrag - vom 29. vereinbarten Ausführungsbestimmungen vorzugsweise die Erleichterung Frankreichs im Auge hatten, ohne daß Deutschland für seine Zugeständnisse nur Vortheil suchte. Gleichwohl hat nicht blos Die Nothwendigkeit Der äußeren Verhältnisse die Phrase unterDrüdt; sondern auch die üble Lage, in welche sich Die Majorität DaDurch gebracht , hat, Daß sie — ein mißglücktes Komplott auf ihr Eonto hat schreiben lassen. Zwar hat man gegenwärtig allseitig ein 3nteref)e Daran, die royalistische Verschwörung mit ihren Triumviratsgedanken zu vertuschen; aber es kann Doch nicht geleugnet werden, Daß in Demselben Augenblicke, in welchem ThierS Der Nation Dürch das Zustandebringen des Vertrags vom 29. Juni einen so großen Dienst gel istet hat, man sich im Lager der Majorität mit dem Gedanken französischen Nationalversammlung genehmigt worden Drei Stimmen-; er ist aber auch genehmigt worden — „sans phrase-. ____einem Bericht über Die Sitzung vom 6. d. Mts. herrschte im Sitzungssaal eine Hitze von 45 Eentigrad — und das erklärt viel; Die Nothwendigkeit Der Situation aber erklärt — Alles. Von allen Seiten wird zuschanden, daß Der Vertrag vom 29. v. Mts. Den Frankfurter Frieden — welcher seiner Natur nach mchr den Charakter eines Waffenstillstandes gehabt, erst perfect gemacht habe, inDcm er Die AuSsührungSbcstimmungen in präciser Fassung hinzufügte und nachdem man, wie der Bericht des Herzogs von Broglie ausführt, 'unter Vorbehalt seiner moralischen Würde Die Versailler Präliminarien und den Frankfurter Frieden genehmigt hatte, Hieb allerdings nichts Anderes über, als B zu sagen, i aÜarmiren würde, wollte man den Räumungsvertrag dazu benützen, um mit dem Präsidenten der Republik Händel anzufangen. Aber wenn man auch nach alledem , und zwar mit auf die chauvinistische Phrase verzichtete, rächte man sich wenigstens dadurch, .daß a. man auch Die loyale Phrase unterdrückte und Den Vertrag genehmigte, ohne ein . Wort des Dankes oder der Anerkennung gegen denjenigen zu äußern, welcher im NamSzanowski eine bestimmte Erklärung abzugeben. Damit, baü Slmiflhiichpr unb 91 mtdtfioAa c-\ Oesterreich o-k / r an e r 6 ,OilDern Clc genialen Reformen Stein'-. !Es ist zum Theil (ein Werk, Daß der Enthüllung (eines Denkmals ein Kronprinz zur Befestigung drs Piebestals gelten, auf welches die Verhältnisse Herrn Thiers, als den nothwendigen Mann der Situation, erhoben haben. Deutschland. Berlin, 9. Juli. Gegen die auch von der „Prov.-Corr." gegebene Versicherung, daß Deutschland finanziell die entfernteren Zahlungstermine der fran- zösischen Kriegekosten-Entschävigung ruhig hätte abwarten können, wendet sich der Corr. v. u. f. D. mit folgenden Einwürfen: „Deutschland braucht die halbe Milliarde, welche jetzt in einigen Wochen eingehen soll, ganz nothwendig. Man hat bisher auch im Reichskanzler-Amte die Milliarden für eine unerschöpfliche Quelle gehalten, und der Reichstag hat kein Bedenken getragen, eine Anweisung nach der anderen auf die Milliarden gut zu heißen. Nun haben sich aber die wirklichen Kriegskosten und insbesondere der Retablissementskosten als so überaus beträchtlich herausgkstellt, daß die bisher von Frankreich gezahlten 2 Milliarden nicht entfernt ausreichen, um auch nut die im Jahre 1872 fällig werdenden Beträge der auf die französische Kriegsentschädigung angewiesenen Kosten decken zu können. Nicht nur, daß von den 2 Milliarden kein Silbergroschen übrig ist, um die Kriegsanleihe von 1870 im Betrage von 113 Millionen Thalern zurück- zahlen zu können, der davon noch erübrigende Rest genügt nicht einmal, um die 1872 noch fällig werdenden Retadlissementskosten zu decken. Ohne die neue halbe Milliarde hätte Norddeutschland jetzt neue Anleihen zu der noch restirenden Kriegs- anleihe aufnehmen müssen, um bis zu dem ursprünglich stipulirten Zahlungstermine die auf die Kriegsentschädigung bereits angewiesenen Ausgaben vollständig decken zu können. Immerhin deutet unsere Concession, wonach schon unmittelbar nach Zahlung dieser halben Milliarde zwei Departements geräumt werden, darauf hin, von welcher Bedeutung für unsere Finanzlage gerade die alsbaldige Zahlung dieser ersten halben Milliarde ist." Berlin, 9. Juli. Der Papst hat schon wieder einmal seinem Rededrange genügt. Nach der „Sp. Zig." war es diesmal eine am 3. Juli ertheilte Ant- wort auf die von fäwmtlichen in Rom bestehenden auswärtigen Collegien dargebrachte Gratulation. Aus dem neuesten päpstlichen Redeerguß, den der Wiener „Dolksfreund" veröffentlicht, wollen wir nur die auf Deutschland bezüglichen Worte anführen. Nachdem der heil. Vater die gewohnte Zuversicht ausgesprochen, daß die Kirche endlich doch triumphiren werde, sagte er: Empfehlt dem Himmel Euren Papst, ewpf.hlt ihm Euer Vaterland, empfehlt ihm Deutschland, von dem ich neulich sprach und heute nicht mehr sprechen will, weil die Menschen eS übelnehmen. Aber der Unwille ist überflüssig, weil ich stets dasselbe sagen und wied-rholen werde zu jedem Unwilligen. Ich spreche auch nicht von Frankreich, nicht von England, noch von den anderen Ländern, denen Ihr angehört. Ich will beten für Alle, beten für die Protestanten darin, damit sie sich bekehren, für die sündhaften Katholiken, auf daß sie sich bessern, und für Alle die des Gebetes bedürftig sind. Berlin, 10. Juli. Der „Reichsanzeiger" publicirt das Gesetz, betreffend die Ausschließung des Jesuitenordens vom deutschen Reich, ferner die Ausführungsverordnung, wonach den Jesuiten die Ausübung jeder Ordensthätigkeit, namentlich in der Kirche und Schule, sowie die Abhaltung von Missionen versagt wird. Die Auflösung der OrdenSntederlassungen binnen sechs Monaten wird angeordnet. Sonstige Anordnungen werden der Landespolizei überwiesen. Fulda, 9. Juli. Es liegt in der Absicht der königlichen Regierung zu Kassel, die Mitglieder des hiesigen Benediktiner-NonnenklosterS, sowie des englischen Fräulein-JnstitutS von der UnterrichtSertheilung in den beiden städtischen Mädchen- schulen zu entbinden. Der hiesige Stadtmagistrat ist bereits aufgesordert worden, über etwa entgegenstehenve Bedenken Bericht zu erstatten. Coblenz, 9. Juli. In der heutigen Sitzung des königlichen Landgerichts ward das Unheil gegen Caplan Beinrothaus Boppard in zweiter Instanz gesprochen. Dasselbe lautete unter Verwerfung der Appellation auf Aufrechthaltung des i Urtheils erster Instanz und Tragung der Kosten. I Ems, 11. Juli. Der Minister des Innern geht morgen nach Elberfeld- i Barmen. Nassau, 9. Juli, Nachmittags. Vor den zur Enthüllungsfeier des Stein- Denkmals versammelten Festgästen hielt der Gesandte der nordamerikanischen Union, Bancrost, eine Ansprache, in welcher er seines Aufenthaltes bei dem Frei- ' 4errn von Stein gedachte und hervorhob, wie Stein den ersten Gedanken zur -Einheit des Reiche- entzündet, und wie die Zeit diesen Funken zur Hellen Flamme /entwickelt habe. Nassau, 9. Juli, Nachmittags. Zur Enlhüllungsseier des Stein-D-nkmal« versamwilttn sich Borwittags 11 Udr die Festgäfi- im Schlosse der Gräfin von KielwannSegge, der ehemaligen Wohnung des Freiherrn von Stein. Um 11V Uhr trafen Ihre Majestät die Kaiserin und Se. kaiserl. Hoheit der Kronprinz ein, welche sich, ohne Ems zu berühren, direct bierber begeben hatten. Se Maj der Kaiser traf bald darauf per Wagen von Ems hier ein. Di- hoben Gäste wurden Namen« des Centralcomite« durch den Präsidenten Dr. Simfon in einer Ansprache begrüßt. Um 12'/, Uhr setzte sich der F-stzug von St-in's Wohnhaus, nach dem Denkmal in Bewegung. Die EnthüllungSfcier nahm um 1 Uhr ihren Anfang und wurde durch einen Marsch aus Händels „Judas MaccabäuS" ein- geleitet. Nach Abfingung einer Festhpmne, vorgetragen von dem hiesigen Männer- gesangverem, übergab der Vorsitzende de« Centralcomite«, Appeüationsgericht«. prafident Dr. Simfon, mit einer kurzen Ansprache da» Denkmal an den Berwal- tungsausschuß de« communalständischen Verbände« de» Regierungsbezirks Wies- baden. Es fiel alsdann die Hülle de« Denkmal«. Nachdem darauf von den Schulkindern der hiesigen Gemeinde ein Feflgesang vorge,ragen war, hielt Penk. Dr. v. Spbel die Festrede. Die Abfingung der Nationalhymne, in welcher alle Anwesenden einstimmtcn, schloß die Feier. Langenschwalbach. 10. Juli. Nachmittag« 5 Uh. traf der deutsche Kron- Prinz zum Besuche der Kronprinzessin von Italien hier ein und reiste am Abend wieder ab. W"N>,8.Juli. Die hiesige „Deutsche Zeitung" widmet dem Siein-Denkmal das morgen in Nassau an der Lahn enthüllt wird, einen Artikel, der mit folgen, ben Worten schließt: „Deutschlands Mitbefreier! Deutschland- —ja wohl. Nicht blos für Preußen, für ganz Deutschland hat der Freiherr vom Stein gewirkt und gearbeitet. Was er an strebte, was ihm den Zorn und Undank Der Fürsten luioa mar hin leerer Traum; es ist zur Wirklichkeit geworden. Er wollte die Zurück- drangung und allmähliche Abschaffung Der deutschen Kleinstaaten, ein mächtiges, mit Oesterreich verbündetes Preußen, ein große-, geeinte-, kraftvolle- Deutschland % T; ^ntwillen seichte und servile Höflinge ihn unter die Utopisten oermtefen, sind in Erfüllung gegangen, und auf deutschem Boden erhebt sich fein xtandbUd. E.n glücklicherer Erbe hat vollbracht, was Steinvorschwebte Bismarck ist ihm m vielen Stucken ebenbürtig, er hat die eiserne Willenskraft den durchdringenden Verstand, die unerschrockene Kühnheit mit ihm gemein, aber ihm fehlt der ideale Zug, der durch Stein's Wesen geht und sein Bild verklärend darchkringt. Stein .fi da« Piedestal. aus dem Bismarck und dfe heutig G ß Preußen« ruhen. Nick, die S^ege Friedrich'- des Großen baden dieses Land au den Weg zur deutschen Kaiserkrone geführt, so..dern Die genialen Reformen Stein'-. Glogau, 6. Juli. General Graf v. d. Gröben, der seit 14 Tagen an- Üblich wegen Beleidigung des Generals v. Manteuffel auf hiesiger Festung sich befindet, ist begnadigt und angewiesen worden, das Commando der 5. Division (Frankfurt a. d. Oder) sofort wieder zu übernehmen. (Schl. Z.) Jllllch, 7. Juli. Der mit der katholischen Militär-Seelsorge für die Garnison Jülich beauftragte Civil-Geißliche, Herr Caplan Grasekamp, wurde gestern durch den zeitigen Garnison-Aeltesten aufgefordert, über sein zukünftige- Verhalten gegenüber Dem vom preußischen Kriegsminister suspendirten Armeebischof ST? AIHO fC_*< 2______ - «. « ff-.' ,, v 0 u—• Die Unterredung endigte damit, daß Amiöbucher und AmtSsiegcl gegen Quittung Den Militär-Behörden abgeliefert wurden. Essen, 6. Juli. Als erfreuliche Thatsache theilt die „Ess. Ztg." mit, daß W auf allen Zechen hiesigen Revier- tagtäglich mehr und mehr Bergleute Die Arbeit wieder aufgenommen haben und unbehelligt nach alter Weise wieder anfahren. Essen, 7. Juli. Die hiesigen Jesuiten rüsten sich zum Abzüge. Fünf da- von haben sich bereits Auslandspasse und zwar für Holland, England, Frankreich Spanien, Portugal und Nordamerika auest.llen lassen. Der Pater-Superior hat si6) mit einem Paffe für Dänemark und Nordamerika versehen. Hannover, 7. Juli. Man schreibt der „We-srzeitrmg" von hier: In hiesigen L-chutzenkreifen herrscht nicht geringe Aufregung über da- agitatorische Vorgeben Der Partikularisten bezüglich de- bevorstehenden Bunds-schießen-. Bekannt- l-ch wurde dieses durch seine Vereinigung mit Dem städtischen Schützenfeste in eine gett)i(fe Aohangigkeit zu Dem lokalen Schützencollegium gesetzt. Letztere- constituirte sich als Fcstcomite und Decretirte Der deutschen Schützenordnung zuwider, dcß jeder Burger Hannovers als solcher zum Eintritt in Den deutschen Schützenbund be- rf$tigt set, wahrend statutenmäßig die Berechtigung durch die Mitgliedschaft eine- speziellen Schutzenverein- bedingt ist. Abgesehen von dem nationalen Freihand- schutzenverem wurzelt das hiesige Schützenwesen fast ausschließlich in Kreisen, in melden Der Partikulari-muö vorherrschen!) ist. Durch Die B.stallung eines Schützen- coueg'ums als Festcomite und durch dessen Decret Ist Der partikularistischen Partei von vornherein Das Übergewicht in der Leitung de- LundesschießenS gesichert und dieselbe hat die ihr dadurch bereitete günstige Lage auch nicht unbenutzt gelassen. Die hat, um einer Bestimmung der Statuten notdürftig zu genügen, einen „Hannoverschen Schützenverein-- ad hoc gebildet, durch diesen den Advocaten Ftscher H. (einen der hervorragendsten welfischen Agitatoren) als Delegirten in den Vorstand des deutschen Schützenbundes wählen lassen und gedenkt dann weiter denselben zum Vorsitzenden im Vorstande, mithin zum Präsidenten des Bunde-, zu erheben. * München, 8. Juli. Endlich kam man auch in unserem Cultu-minifterium auf den Gedanken, daß das bayerische Gymnasialwesen doch nun schon lange genug Den «Dpott auswärtiger unD einheimischer Fachmänner ertragen hat, weil Dort bis in die letzten Tage noch an vielen Gymnasien Der Geschichtsunterricht confessionell getrennt er.'heilt wurde. Durch Rescript vom 29. v. M. wurden Die Kreisregierungen aufgefordert, diejenigen Männer in Vorschlag zu bringen, welche die nottzigen Eigenschaften zur Ertheilung eines konfessionslosen Geschichtsunterrichts besäßen. Mit Anfang des nächsten (im October beginnenden) Schuljahres soll an keiner Studirnanstalt Bayerns mehr Der Unterricht in Der Geschichte ein für Katholiken und Protestanten getrennter sein. München, 9. Juli. Die Münchener Universitätsfeier wäre bekanntlich bei- nahe Project geblieben. Ein erfinderischer Kopf fand noch in Der letzten Stunde den Ausweg: für 26,000 fl. Beitrag ließ sich der Senat zwei iniallibilistische Professoren octroyiren. Was diese Gattung werth ist, weiß man somit! Stück für Stück 13,000 fl. Jedoch: Der Appetit wächst mit Dem Essen. Die „Augsb. Poßztg." ist entsetzt Darüber, daß Dem Vernehmen nach Der akademische Senat Der Münchener Universität beschlossen hat, bei Der Jubiläumsfeier keinen katholi- fchen Gottesdienst abhalten zu lassen. Somit — ruft Die Postztg. — wirD die alte ehrwürdige Ludovica-Maximilianea an ihrem 400jährigen Jubiläum hinter der modernen protestantischen Berliner Universität zurückstehen, die Doch bei ihrem 50jährigen Jubiläum einen protestantischen Gottesdienst hatte. Die ganze Jubelfeier Der Münchener Universität wird demnach, wie es Weiterfehende schon längst vorhergesagt haben, nur eine großartige Demonstration für Den DöllingerianiSmuS roeroen. Und um Den Spcctakel zu vollenDen, wird der altkatholische liberale Münchener Magistrat am Freitag Den 2. August Der Universität ein Diner geben bet Dem Dann Die Herren Altkatholiken ihre treue Anhänglichkeit an Die alte christ- liebe Kirche, in welcher bekanntlich Das Fastengebot streng gehalten wurDe, besonders bekunden können. Daß es unter solchen Verhältnissen der theologischen Fa- cultat unmöglich ist, sich an Der Feier zu beteiligen, Dürfte auf Der Hand liegen unD auch von gewissen Herren, Denen Die katholisch-theologischt Facultät schon langst ein Dorn im Auge ist, beabsichtigt gewesen fein. Aus der Pfalz, 7. Juli. Von LanDau ist, Dem „Pfälzer Kur." zufolge vorigen Samstag eine Compagnie Infanterie nach Lambrecht abgegangen. Es »ar nöthig, weil Der Sinke Der Tuchweber Dort eine bedenkliche Wendung genommen hatte. Die Lambrechter Tuchfabrikanten hatten in letzter Zeit eine An- jablJKeber aus Bischweiler kommen lassen, um durch diese Die DringenDsten Der behüten Arbeiten fertigen zu lassen, indem sie erklärten, sie feien außer Stande bei Den Preisen, zu welchen sie, geDrangt durch die Concurrenz württembergischer Fabriken, die Lieferungen übernommen hatten, die von den Lambrechter Str.kern geforderten höheren Löhne zu bewilligen. Die Striker, anfgestacheli namentlich durch Die Weiber, fingen Händel mit Den Elsässern an und wollten sie mit Gewalt unter Steinwürfen »erjagen. Als das Militär cinrückte, war sofort voll- ständige Ruhe hergestellt. — Das protestantische Presbyterium in Dürkheim bat Den Altkatholiken Die Mitbenutzung Der Burgkirche zugesagt. ?*£ U^nbunb be. " 'Mw weisen, jn 11 $drt« 6*tt und ,nuW fithfittL °^en, einen S ^vocaten in [t dann weiter dts Bundes, 14 Tage« an. fr «rßung m u $• Division ^gr für fix ^anip, würbe ln künftige« n ^rmetbifiof edvng endigte litäi-Behörden itutfminfßerium 1 Ichon lange gcn hat, weil dichtSirntttricht W. vurden die ringen, welche irschicht-unler. ) Schuljahres Geschichte ein tttmilid) bei» irtzikn Stunde in,allibilißische femit! SM Die „Augsb. 'emische Senat feinen katholi« . — wirb bit biläum hinter )och bei ihrem e ganze Jubel- re schon längst lingerianiSmuS ovfchr liberale i Diner geben, die alte christ« wurde, befon- ologischeu $a* Hand liegen, iacultät schon hr." infolge, egangen. Es Wendung gr* Zeit eine An* -mgendßen der nutzer Stunde, rttembergischer echter Stt'knn eit namentlich n ß- •« * ir (cf«1 * Dutlitlm f“ ff# a Steins- sitin.Iti!®’1' mit I-I««" fmo»,. «* i« 6™i'" "”6 )„ cif 3’'“d' (in ... Utopi^n Liebt M lti0 I ***** , )ßtücnn, * _ ,, . , . - M bn6 ,, f.inrt,IÄkHrfe in ,in einiae« mäcbtiaeS, weise. Am 2. Juni legte er sich bei der Linie in Hinterhalt, und es gelang ihm durch deutschen Reiches beiwohnen kann, daß es hmauSbl at m e.u tnrges, cy g s, au^or^nlliche Gewandtheit, sich aus einen Wagentntt des von hier nach New York Aeüem.. k. 8. 983/8 k. 8. 105 82% Oberbessen Pr.Friedrdor 9 58 % — 59% : Pistolen . . 9 41—43 II8V2 931/2 105% 105i/4 BöKcnDÄChrißhtea. V 11. Juli 1872. Amsterdam Augsburg Barlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paris Wien ditto ditto Dis conto 993/4 104% 93% 873/8 50/0 östr. F. 8t. E. B. 356 Lombard. Bahn 219 Ludwigsh.-Bexbach 202 Maxbahn 1431/2 Bayer. Ostbahn 138% Rhein-Nahebahn-Aot. 46% Hess. Ludwigsb.-Act. 177% Actien. Frankf. Bank 141% Frankf. Vereins-Kasse 140 Darmst. Bankact. — Wien Bankactien 895 Oest. Creditaot. 347 Galizien 257 Literarisches. Das seit dem 1. April im Verlag von Herrn Rud. Mosse in Berlin erscheinende humoristisch-satirische Wochenblatt „Der Ulk" hat trotz der kurzen Zeit seines Bestehens schon einen Adonnentenbestand von mehr denn 7500 Exemplaren. Es verdankt diesen glänzenden Erfolg vorzüglich seinem internationalen und unabhängigen Standpunkte, sowie den von Scherenberg's meisterhaftem Griffel gezeichneten Illustrationen, die nie zur gewöhnlichen Carricatur herabsinken. Den kosmopolitischen Eharaktcr des Blattes hat auch das Ausland bereits anerkannt; so bezieht Riga 60 Exemplare, nach New- Bork gehen an 200, und selbst bis zum fernsten Westen, nach San Francisco, hat es sich schon Bahn gebrochen. Wir wünschen dem Unternehmen, dem die Verlagshandlung die anerkennenswertheste Sorgfalt widmet, auch fernerhin eine recht gedeihliche Wirksamkeit. (B örsenblatt des Deutschen Buchhandels.) k. 8. k. 8. k. 8. K. 8. k. 8. Prioritäten. 30/0 öster. Stsb.-Prior. 59% 3% öst. s. Lombard 51% 3% Livorneser 39% 5% Toscaner 62% 5% EHsabeth.-Prior. 85% do. II. Emlss. 841/4 Anlehmff looae. Darmstädter fl.50Loose 181 n r 25 n Kurh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fl. 453/4 Braunschweiger 21% 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. — 40/g bayr. Präm.-Anl. 1133/8 40/0 badische Loose 114% Badische fl. 35 Loose 69% Oeatr. fl. 250 v. 1854 85% 1858r Prioritätslnose 202 1860r Loose 9 4% 1864r „ 156 k. 8. k. 8. k. 8. k. 8. m. 8. !. 8. 4 % „ doppelte 9 41—43 Holl. fl. 10 St. 9 53—55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 22 %— 23% Engi. Sover. 11 49—51 Russ. Imper. 9 42—44 Dollar in Gold 2 25%—26%s Frankreich. Pans 8 Juli. Am 6. Juli batte Herr ke Saint Ballier eint lange Zu. lammentuns!'mit Dem General Manteuffel. Es bandelte sich darum, wo und aut welche Weile die i6,000 Mann deutscher Trupven, die bis jetzt in oer Oberen Marne und der Marne stehcu, in den «irr Departements, die vor der Hand noch besetzt bleiben, untrrgebracht werden sollen. Man beschloß, daß deutsche und lramosische Geni-o,filiere gemeinschnstlech die Orte wählen sollen, wo die Baracken für die Truppen errtchtet werden. Wie es scheint, sollen die Offiziere dieser Truppen ebensalls in Baracken wohnen. Man wird für dieselben besondere Baracken berriepten. Die Bewohner der vier Departements, bei denen die Truppen, die sich auf dem Durchmarsch befinden, einqunrtirt werden, sollen rom französischen Staatsschätze entschädigt »erden. Belgien. Brüssel 11. Juli. 450 Grubenarbeiter Laben in der Kohlengrube Bonnage lai Hrnnegau die'Arbeit eingestellt. Man befürchtet, der Strile we,de Ausdehnung gtLännen. Die Ruh- ist bi« jetzt ungestört. Holland. Antwerpen, 10. Juli. Die Klerikalen beantragen die Nichtigkeitserklärung r>on 21 Wahlzetteln, wodurch, sofern dieselbe erfolgt, 10 gewählte Geweinderathe. Mitglieder die Ballotage passtren. Italien. Rom. 9. Juli. Der „Fanfulla" meldet, das Schreiben an Antonelli, welches allen Regierungen mitgethcilt worden fei, habe Seiten« der letzteren irgend welche Aeußerungen an die italienische Regierung nicht zur Folge gehabt. — Die vielsach verbreitete Nachricht, daß die Regierung die Auflösung de« Birein« für lathoirsche Interessen beschlossen habe, wirb jetzt von den Journalen als UN- begründet unO unrichtig bezeichnet. Rumänien. Der nordamerikanische G-nernlconsul in Bnchnrest, P-ipotto, ist Israelit. Daß Vie rumänische Regierung fich im diplomatischen Corps einen „solchen Juden par excellence" gefallen läßt und sogar von ihm in der Judenfrage guten Rath annehmcn soll, das ist in den Augen de- „Romanul", des Organs von Bratiuno und Conforten, eine freche Beschimpfung der Nation. P-irolto hatte sich nämlich erfrecht, in einer nm 6. Gelobet v. I. nach Washington gerichteten, jetzt amtlich bekannt gewordenen Depes: e zu bemerken: In Bezug auf die Judenverfolgungen freue ich mich fugen zu tonnen, daß ta« Borgehen unserer Regierung bi« jetzt den moralischen Einfluß ausgeübt hat, den man von meiner Ernennung zum und meiner Annahme de- Postens erhoffte. Wenn k« auch unmöglich gewesen ist, die planmäßig meist zu poltttsch-n Zwecken und in einigen Fäll-n zu Zwecken de« Raubes angefachten Borurthetle zu zügeln, so ist doch jeder Versuch offener Gewaltthätigkeit prompt unterdrückt und sind wirksame Maßregeln behufs Verhinderung van Unheil g-troff-u worden. Da« aegenwärtige Cabinet Er. Hoheit der Fürsten ist in «oller Uedereinstimmung mit seinen humanen und erleuchteten Gefühlen, wahrend zugleich kein- frühere Legi«- lutive so bestimmte Würdigung einer Frage an den Tag gelegt hat, welche die moralischen und materiellen Interessen de« Land-S in ihren Lebensnerven angreift. ___________ __________________________________________ bts L.mi| »« v*»» w»* \ i ( w // Mfin ün,n Nationen geachtetes und gefürchtetes 2Merlant>. Jöittt 10. ^ulL Neuerdings verlautet auf das Bcstimmteste, der Kaiser werde auf seiner Reise nach Berlin von der Kaiserin, sowie von den Ministern Andrassp, Kuhn, Auersperg und Lonpay begleitet werden. Vermischtes. Heber Gerstäcker's Tod erfährt die Constitutionelle Zeitung folgende Details: .Am Sonntag vor seinem Tode begleitete er seine junge Frau, die auf sem Zureden eine kleine Erholung brauchen sollte und auf einige Tage nach Halberstadt (zwei Stunden von Braunschweig) reiste, um eine Verwandte zu besuchen, noch nach der Bahn. Am Montag klagte er über Kopfschmerzen und Nackenschmerzen, er schob es auf eine Erkältung; am Abend fühlte er sich nicht gut. Seine Schwägerin sagte, sie wolle der Frau lieber schreiben; er lehnte es aber ab, weil er meinte, es wäre nicht nöthig; „morgen würde er wieder ganz wohl fein. Am Dienstag war es auch so, er hatte am Morgen noch an seiner letzten Arbeit geschrieben; dem kleinsten Zöchtetchen auf der Zither vorgespielt, und erst gegen Mittag überfiel ihn ein Schwindel, und mitten im Satze hatte er aufhören müssen zu arbeiten; am Nachmittag gmg es wieder besser, so daß er sich noch freute, daß an die Gattin nicht geschrieben worden sei. Er machte noch seine Witze, wie diese schmähten wurde, daß er sich nicht von ihr hatte pflegen lassen. Am Donnerstag kam seine Tochter, um ju sehen was er machte, blieb da und führte ihn noch einige Minuten vor dem Schlaganfall im Zimmer herum, um 9 Uhr legte er sich auf's Sopha, fiel ohne Besinnung zurück und blieb so bis uni 2 Uhr wo der liebe Gott ihn zu sich nahm. Die Gattin, Morgensdurchi Depesche herbeigerufen, fand ihn schon tobt. Des Verstorbenen ältester Sohn wird zur Erziehung nach Dresden gebracht werden." _ r, Man schreibt aus San Francisco: £ime ber ^acif*c,b“5" bekanntlich durch ein von Jndianerstämmen bewohntes Territorium, bie dabet bleiben bie Hocomotiom für phantastisch- Ung-h-uer anzus-h-n, wUch- d-r „gr°ß-.G-es zur Vertilgung der Nothhäute fabriclrt hat. Schon mehrmals hatten die Indianer die Züge aus dem Geleise zu bringen versucht; sie waren dabei von einem ihrer wildesten Häuptlinge, einem Cherokee-Indianer, Maha, mit ^m Beinamen ber angeführt Alle ihre Versuche mißglückten; Maha wechselte deßhalb seine Angriffs- Geldwerten, fi. kr. fahrenben Zuges Nr. 76 zu schwingen. Er schob sich längs bes Zuges bis zur Locomotive, töbtete ben Heizer mit einem Hiebe seines Tomahawk, ben Mechaniker mit einem Messerstich, skalpirte sie unb sprang auf den Tender, indem er die Skalpe schwang und einen wilden Kliegsgesang heulte. Die Bahnwärter staunten, als sie ben Zug mit unsinniger Geschwinbigkeit und bem sonberbaren Maschinisten vorübersausen sahen. Die Reisenben stießen Schreckensschreie aus; die Lage war in ber That furchtbar; sie flogen ihrem gewissen Tobe entgegen. Endlich opferte sich ein Marine - Oificier, Namens Henry Pierce, um die Anderen zu retten. Er ergriff einen Dolch, ging auf dem Wagentritt den Zug entlang und sprang auf die Maschine. Der Häuptling stieß sein Kriegsgeschrei aus, indem er ben Tomahawk schwang unb nun begann auf ben Leichen des Heizers unb des Mechanikers ein Kampf Mann gegen Mann. Alle Reisenden lehnten sich aus ben Fenstern unb versuchten mit einer leicht begreiflichen Angst ben Vorgang mit an zu seh em Nach einer Minute fiel Herr Pierce schwer vcrwunbet zu Füßen des „Spottvogels", ber ihn in einem Augenblicke skalpirte. Aber währenb er nun die Kopfhaut des Besiegten schwang und ein Triumphgeheul ausstieß, hatte Pierce, der noch lebte, bie Kraft, un> sich zu erheben und ihm sein Messer in die Brust zu stoßen. Der Häuptling fiel tobt auf bas Geleise. Herr Pierce schleppte sich dis zur Kurbel, stellte ben Dampf ab, unb nun fiel auch er roieber hin. Der Zug hielt. Man eilte sofort dem braven Officier zur Hülfe, allein es war zu spät. Zwei Stunben nachher gab er seinen Geist auf. Börsenberichte. Frankfurt a. M., 11. Juli. Der nahende Ultimo nahm heute schon die Aufmerksamkeit deS größeren TheilS der Speculation in Anspruch, und bei der herrschenden Geldknappheit ist dies auch leicht erklärlich. Bis jetzt stellt sich der Prolongationssatz auf 5%—6 Procent. Im Uebri- gen eröffnete heute die Börse in Bezug auf SpeculationSpapiere zu höheren Coursen, die wesentlich auf bessere Pariser Notirungen für Staatsbahn zuruckzuführen sind. Die Maff.nvcrkäufe dieses Effects für Pariser Rechnung haben aufgehört und die Speculation wagt sich wieder eher heran. Trotz einer Mindereinnahme von wieder 160,000 fl. blieben Staatsbahnactien doch fest bei 356, also 2 fl. höher als gestern Mittag, mußten aber später doch wieder 1 fl. abgeben. Auch Creditactien stiegen um 1% fl. unb Lombarden verkehrten bei 219%- Die bessere Stimmung für Staatsbahn kam auch den übrigen österreichischen Cisenbahnwerthen zu gute und gingen namentlich Galizier, Elisabeth und Franz-Joseph bei ziemlich lebhaftem Geschäft wilder etwas höher, verstauten aber wieder auf starke VerkaufSordreS, die übrigen Sorten fest. Von deutschen Bahnen wurden junge bayerische Ostbahn gekauft, ebenso Oberheffen und pfälzische Mar. Sehr lebhaft war eS wieder auf dem Prioritätenmarkt, wo fast alle marktgängigen Sorten verkehrten, da die Course billig find. Jn Banken war der Verkehr ein guter, doch traten keine wesentlichen Coursveränderungen ein. Deutsche Effectenbank und VcreinSbank fortwährend bei guter Frage, heute auch Oefterreichisch-deutsche. Hinsichtlich der Staatspapiere ist nur in Silberrente einiger Begebr zu constatiren, während bei Loosen sich heute wieder mehr Frage für österreichische 1860er bemerklich machte. Meininger 7-fl.-Loose gingen zu pari um. Raab-Grazer offerirt. Die erwartete Erhöhung des Londoner DiScontS ist bis zur Stunde (2 Uhr) noch nicht eingetroffen. - ——— - "weehsel. . Local-Notizen. Gießen, 12. Juli. Gestern Vormittag traf S- königl. Hoheit Prinz Lubwig zur Jnfpection bes hiesigen Regiments bahier ein unb wirb sich bem Vernehmen nach morgen über Bübingen nach Darmstadt zurückbegeben. • * Gestern würbe burch Polizeibiener Blitz im Gasthof zum Pfau ein fremder Gauner verhaftet, der in Pohl-Göns eine werthvolle Uhr gestohlen hatte. Die Verhaftung geschah durch ben betr. Polizeidiener nur nach ber notdürftigsten Beschreibung des Diebes. — Der Hehler bes neulich in einer hiesigen Mühle gestohlenen Mehles ist entbeckt unb zur Verantwortung gezogen worben. ‘ Preuss. 4% 0/0 Oblig. 103% Frankf. 3%% Obi. 88% Nass. 4%o/o Obi. 99% Kurhess. 4% „ 94 Qr. Hess. 5% Obi. 101 » n 4O/o , 98% „ , 3%<% » 921/4 Bayer. 5% „ 100% „ 4%% 1 jährige — „ 40/0 1jährige 95 Würtemb. 4%% Obi. 99% Baden 4%% Obi. c. E. L. 9 J% Oesterr. Silberrente 64% „ Papierrente 58 Spanier, neuest. 3% 29% Amerik. Bonds 1881r 99% _ „ 1882r 96 „ „ 1885r 97% „ „ 1887r 97% Besondere Bekanntmachungen. Bekanntmachung. 3270) Im Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts finb folgende Einträge vollzogen worden: Am 29. Juni 1872 : 1) Wilhelm Balser zu Gießen betreibt daselbst seit 1. November 1871 eine Glas- und Porzellan - Waaren - Handlung und hat feiner Ehefrau Sophie, gebornen Fi11mann, Procura ertheilt. Am 8. Juli 1872: 2) Leopold Halberstadt von Münzenberg, jetzt zu Gießen wohnhaft, betreibt zu Gießen seit 1. Januar L I. unter der Firma: „L. Halberstadt" eine Frucht- unb Mehlhanblung. Am 9. Juli 1872: 3) Franz Peppler zu Gießen ist verstorben und sind seine Wittwe und Erben aus dem Handelsgeschäft unter der Firma: „Franz Peppler & C 0 mp." daselbst ausgetreten. Activen und Passiven dieser Gesellschaft sind vom 2. Januar l. I. an auf die zwei übrigen Geschäftstheilhaber, nämlich Carl Ludwig Peppler unb Ferdin anb Burk zu Gießen, welche bas Hanbelsgeschäft unter ber seitherigen Firma fortführen, übergegangen. Jeber von biefen ist nach wie vor befugt, die Gesellschaft zu vertreten. Der Name des Franz Peppler wurde im Firmen-Register gelöscht. Gießen, den 9. Juli 1872. Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl, Stadtrichter. Die Hast'sche Stiftung. 3280) Die diesjährigen Zinsen von der vorbemerkten Stiftung kommen am 28. Juli l. I zur Vertheilung. Bewerber um dieselben haben fich bis zum 24. b- Mts. bei uns anzumelden. Gießen, den 10. Juli 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Flick L Kröll. wohnung, geht und dabei zuverlässig und fromm ist. ernuethen zu vertauschen gesucht. Wo? sagt die Exped. ___I d. Bltts. « Gothaer Cervelatwurst Schweineschmalz V Eingemachte Gurken I A. Busch Söhne. CQ Wenzel’s Garten pr. Pfd. 24 fr., I. A. Busch Söhne. ^5 vorräthig bei * 3147) 3245) In einem Frankfurter Drogucn- und Farbwaaren - Geschäfte en gros wie en detail ist die Stelle eines Commis sofort neu zu besetzen; ebendahin wird auch ein mit den nöthigen Vorkenntnissen versehener junger Mann in die Lehre gesucht, und wollen darauf Reflectirende Offerten unter Chiffre C. B. 95 an die Annoncen- Expedition von Haasenstein K» Vogler in Frankfurt a. M. gelangen lassen. 3246) G e f U (y t ein Accordcnt für Backsteinfabrikation von einem Frankfurter Haus. Näheres bei __E- Eichenberg. Vermischte Auzeigeu. 3277) Ein braves Dienstmädchen für Hausarbeit auf sofort gesucht. Näheres bei der Exved. d- Bltts. 3286) Ein im langsamen Fuhrwerk sehr gut gehendes Pferd wird gegen ein anderes, welches als Einspänner in einer Chaise gut 3294) Die untere Etage unseres Hauses ist zu vermiethen und vom 15. August ab zu beziehen. M. Homberger & Söhne. zu Cassel prämiirt, liefert billigst Lentze'S 2953) Einige Fuder Haferstroh sind bei Leucht-Gas- und Dachpappen-Fabrik in Ludwig Kämmerer, Seltersweg, zu Einbeck, Prov. Hannover. haben. 1876) Thürschoner in Crystall und Por^ zellan bei Wilh. Balser. Versteigerungen. Main - Weser - Bahn. 3238) Die Ausführung der sämmtlichen Bauarbeiten, incl. Material-Lieferungen zur Erbauung von Bahnwärter-Wohnhäusern, und zwar 2 doppelten auf Station Lollar, 1 desgl. auf Station Nauheim, und 1 einfachen auf Station Butzbach soll auf dem Submissionswege vergeben werden und ist hierzu Termin auf Freitag den 19. l. Mts-, Vormittags 11 Uhr, auf dem Bureau der unterzeichneten Betriebs- Jnfpection anberaumt, woselbst auch die Zeichnungen, Kostenanschläge und Ueber- nahme-Bedingungen eingesehen werden können. General-Versammlung des Schuhmacher-Vereins. 3295) auf heute Abend präcjs V29 Uhr werden sämmtliche Mitglieder, sowie alle hiesigen gewerbtreibenden Schuhmacher, welche sich für denselben interessiren, zur Revision der Statuten und Wahl des Vorstandes in das Loeal des Herrn Röder hösiichsi eingeladen. 643) Thür - und Grabschilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebiger Schrift angefertigt bei Wilh. Balser. V (3268) bei 2154) Eine geräumige Familienwohnung sogleich beziehbar, tft zu vc Kanzleiberg Lit- B. Nr. 68. Vermiethungen. 2395) Der untere Stock meines Hauses aus 8 Piecen und Küche rc. bestehend, ist vom 15. August d. I. ab zu vermiethen. ______________ Carl Em melius. Rührer Flammkohlen vorzüglichster Qualität Feilgebotenes. HaMreschmaschmkn, mit und ohne Strohschüttler, 763) Photographie-Rah- men und Goldleisten bei Wilh. Balser. NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt. 'schIt-^Eons-Offerten, mit der w Großes Lager in FlascheN'Bier, ! „Submission auf Bauarbeiten zur Her-Snd Frankfurter stellung von Bahnwärter-Wohnhäusern" ^felbier, pr. Flasche versehen, sind bis zu dem bezeichneten Ter- Lfom ™ ^^^^refert von mme ebendaselbst portofrei und versiegelt ——-------^eQn Weber, Felfenkeller. einzureichen. Für Auswanderer. ,n ra. ,744) Die Haupt-Aacntur oon C W. Dietz am Markt ™ r, •1T3*ffcn nach allen Häfen von Amerika und Australien 4$reiu vtutfltt, Behandlung anerkannt reell. 3276) Schwarze Schmuccsachen zu ________________________________________ herabgesetzten Preisen in großer Auswahl 1660) ASphaltmaftic Dachpappe, 1870'Georg Petri, Neuenweg. werden befördert wöchent- k\ lich bei billigster und reell- ! ?lctlun*’ "Sch allen Hasen Amerikas mit den rühm- bekannten Post-, Dampf- und Segelschiffen durch bie Agentur von J. JVI. Schulhof. (918) Allgemeine Familien-Zeitung, Jahrgang 1872 Jnhalts-Verzeichniß von Nr. 41; T-io T^ou Donuna. Erzählung von Claire v. Glümer. (Fortfetzuna ) __ ^'^bdermaus. Etn Wort der Mahnung an ihre Verächter. Von Wilhelm Baer Aromk der Gegenwart. - Offene Korrespondenz. - Räthsel - Bilder' Räthsel - Auflösungen des Arttbrnogryphg und der Silben-Räthsel in Nr. 38 39 40 — Auslosungen der Bilder-Rathsel in Nr. 38, 39, 40. ' ' Ä V K : ^?bdrich Gerftäck'er. Nach einer Photographie gezeichnet von A>5 ^chw des Spartacus, Statue von Barrias. - Deutsche Reicks" stadte. . Nürnberg. — Madame de Maintenon. — Landschaft auf Neu-Caledonien. Von^Tbkk^/^./"^ Neu-Caledonien. — Die Pharaonen-Gräber von Ghebel Selieleh'. pr. Pfd. 24 fr., § <____ geräucherter Speck, empfehlen Jeder Zahnschmerz, ohne Unterschied, wird durch mein in allen deutschen Staaten rühmlichst bekanntes Zahn-Mundwasser binnen einer Minute sicher und schmerzlos vertrieben, was unzählige Danksagungen der höchsten Personen bekunden. E. Hückstädt in Berlin, Oranienstraße 57, am Marktplatz. Zu haben in Flaschen ä 18 und 36 fr. bei (2337) ,Carl Frech in Gießen. Billard. 3293) Ein sehr gut erhaltenes Billard ist billig zu verkaufen. 92ä6ere§ bei bem £au§: meister Sack des Gesellschaftsvereins. 2713) teile Matjes- Häringe empfingen 3- 21. Busch Söhne. 3288) Zwei Pferde sind zu verkaufen Näheres im Nussischen Hof.______________ 3Zö9) Ein Haufen guter Mist zu ver- kaufen. Wilh. Krämer, ________________Gasthaus zum Löwen. 3296) In Lit. B- Nr. 186 (Neuenweg) sind einige gebrauchte Treppen billig zu verkaufen. Frankfurts, den 5. Juli 1872. Königliche Betriebs-Jnspection. __________________' Heyl.______________ 3292) Dienstag den 16. d. M. Vormittags 11 Uhr, sollen in der Entbindung? - Anstalt dahier verschiedene abgängige Mobiliargegenstände, als: Bettstellen, Tische und dergleichen gegen Baarzahlung versteigert werden. Gießen, den 11. Juli 1872. Der Rechner der Entbindungs-Anstalt: Stumpf. empfehle ich trotz des bedeutenden Aufschlages noch zum billigen Preise von 46 Thaler per Doppelwaggon. Bestellungen zu diesem Preise müssen längstens bis zum Montag, den 15. d. M., Vormittags, bei mir einlaufen. Friedberg. PH. Dan. Kümmich. Verkauf eines Geschäftshauses. 3287) An einer Station der Oberheff. Bahn ist eine fast noch neue Hofraithe, in der feit vielen Jahren Wirthfchaft und Handlung mit bestem Erfolg betrieben wor den, mit oder ohne Inventar re. zu verkaufen. Näheres bei Gastwirth Krämer im „Löwen" in Gießen. 685) Liebig's Fleischextract, achtes, von Fray Bentos, und Condensirte Milch von der Ang-lo-Swiss Condensed Milk- Comp. in Cham (Schweiz), in frischer Sendung, empfehlen Z. A. Busch Söhne. Sonntag den 14, Juli 1872: Italienisches £>»mmtr-11 achtsest. Prachtvolle Zllnmiiiatioii des Gartens. Brillante bengalische Betcuchtuiig. GROSSES COiVCERT, ausgeführt vom ganzen Musikcorps des Großh. Hess. 2. Infanterie-Regiments Nr. 116 IVeues l’rograinm. Anfang 6 Uhr. Entree ä Person iS fr. Ein verehrliches Publikum wird abermals höflichst ersucht, keine Hunde mitzubringen. Sei ungünstiger Witterung wird die Illumination und bengalische Beleuchtnng bis ans Weiteres verschoben- es findet aber dann Concert im Saale Statt. *Wc ' <3268) Anfang 5 Uhr. EntrSe ä Person 12 fr. Webactton, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr Ehr. Pietsch) in Gießen vltt mit * $ofl W llbetii 6fnl ein Zwicker, DielS foätcr zu G Gießl ll»»M Tav dir Tewtit tunuWg cnt> jinl> m Ltßiiilwulig tom 3ajr soll, uno hü in erßer Lin noch Mange wcinte üllsz Znr Wahm driuhnndln tkn Ditikii eine Loring Keßen teö \ gelischen JU Berlii lvsgen ü>ühr von Rütheiil Echlvß gere, kein TodkSui Berlin kstcheint moi Spület tu und geiKll^ über Ofn ti\ ^jeiger" t- . Lchanßaltkn nach. mochten ßch "thmen. 3] in 5,01 lf «wleluipenfi •unbet. $)( Jenen ßch W