Lu Anzeige- und Amtsklatt für Sen Kreis Kietzen 1872 Mittwoch dm 12. Juni Nr. 135 den Ankauf von Remonten pro 1872 betreffend. Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei, und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Großherzogthum Hessen nachsteheüde Morgens 8 Uhr resp. 12 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar: 21. September uch zur stelle abgenommen und igegen Quittung so- Pferde werden Die von der Militär-Commission nach gegenseitigem Uebereinkommen erkauften B chule. i » !zu Wetzlar. ien, lcherunzs- e i 23. 24. 26. 27. 29. 20. 20. 23. 24. 25. 26. 27. 27. if ii t! II II II er er u n v 'n n e i gedachte, Tirection fr, sondern würde. Haarschars sür letztere unendlichen der Schul- rld, zumal Wort aus ichen keinen einem ver- der Schule den ff ff If tf If H Biblis, Gernsheim, Goddelau, Groß-Gerau, Bickenbach, Groß-Bieberau (8 Uhr), Groß-Umstadt (12 Uhr.) August ff n if Alsfeld, Nieder-Gemünden, Nidda, Nieder-Wöllstadt, Lich, den ff If If II fl II in ii if H ff ff If PreiS vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Brtngerlvhn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr. . d. Mts. -runz nicht ags 5 Uhr, Per Erzherzogin Sophie unmöglich machten. Dieses Comrnunique kam gerade zur zuten Stunde, um jenen Den Mund zu stopfen, welche aus dem Nichterscheinen emeS preußischen Prinzen im Zusammenhänge mit dem Besuche des italienischen Thrcnfolgcrpaares in ihrer, d. i. in deutschfeindlicher, Weise Capital schlugen. Wien, 9. Juni. Nach einer Nachricht der „Presse" aus Bucharest hat es mit der von diesem Blatte vor einigen Tagen gemeldeten angeblichen Sequestri- rung der Cossen der Eisenbahn Lemberg-Czernowitz-Jassy folgende Bewandtmß: In Folge eines von ihm ausgewirkten Erpropriationsurtheil« hatte ein Gläubiger vie Casten der Eisenbahn-Gesellschaft in Jassy mit Beschlag belegen lassen. Die Direktion der Gesellschaft drohte darauf mit Einstellung des Betriebes; die rumänische Regierung aber vermittelte, daß der Sequester aufgehoben und der betreffende Gläubiger angewiesen wurde, seine Rechte gegen die von der rumänischen Regierung übernommene Zinsengarantie geltend zu machen. Frankreich. ht. ts Oesterreich. Wien 8. Juni. Ausnehmend angenehm berührte in hiesigen Hofkrcisen das Commumque der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" über die Gründe, welche das Erscheinen eines Mitgliedes der deutschen Kaiserfamrlie bei der Letchenfeter Hst 'N. J63 in ”’f einen >lt sich Malt zu iN be, cvn- ienliebe 7'nichj beschichte tet8 durch nuf eine 'c Schüler e" mußte, i Verdruß n gemacht s-K'"- Ejs. Der tvbil°. -.p n Prämien, täfle werdet se-zoblt; dii l£n ö'elwasts- verbürgt ^rsicheningen uugs-Suwm- t gern cnt- Srschemt tägllch, mit Aus» nähme Sonntags. Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1. Paris. In Paris ist die klerikale Partei wegen der allseitigen Vorsichtsmaßregeln der weltlichen Regierungen für das künftige Conclave in Allarm ge» rathen. Die „Agence Havas" meldete neulich, „die italienische Regierung habe Verhandlungen mit den katholischen Mächten angeknüpft, welche da- Vorrecht haben, in den Conclaven den oder jenen Candibaten zu beseitigen." Die „Ltberta" bemerkte bereits früher, der deutsche Reichskanzler beabsichtige, das Veto, das einige Mächte aus dos Conclave ausüben, als Erbe des heiligen römischen Reiches zu beanspruchen; der Kaiser von Oesterreich besitze dieses Recht als König von Ungarn. Der römische Corrcspondent des französischen „Journal de Florence" fügt hinzu, „diese Umtriebe seien nicht blos vorhanden, sondern man wolle sich im Falle der Verweigerung des Vetorechtes einer Macht bedienen, die man nicht weiter zu nennen brauche." Wir lassen die Richtigkeit dieser Angaben dahingestellt und wollen nur bemerken, daß das „UniverS" dieselben für sehr wahrscheinlich erklärt und mit Bemerkungen begleitet, worin cs dem deutschen Kaiser dieses Recht aberkennt und e« Oesterreich, Frankreich und Spanien nur zugestehen will als „katho- Uschen" Großmächten, aber hinzufügt: die Kirche habe dieses Recht niemals an- erkannt, und wenn sie es geduldet, um Schlimmerem vorzubeugen, habe sie stets die Rechtsfrage vorbehalten; aber selbst wenn man in der zugclaffenen Gewöhn- heit ein Recht erblicken wolle, so habe dieses gegenwärtig seinen Existenzgrund verloren, da jetzt die Mächte nur noch „dem Namen nach katholisch" feien, „weil sie die Gewissensfreiheit und Cultusglcichheit verkündigt hätten". Das „UniverS" wundert sich nicht über Bismarck's Ansprüche, sondern nur noch darüber, daß er vom Papste für seinen Kaiser noch keine Cardinäle der Krone verlangt habe, wie die katholischen Mächte sie haben, und daß er sich mit der Beantragung des Car- dinals Hohenlohe als Botschafter begnügte. Wie man sieht, sind die Ultramon- tanen im Vatican und in Frankreich besorgter wegen des nächsten Conclave, als sie scheinen wollen. In Betreff des letzten Conclave bemerkt das „Umvers": „Im Jahre 1846 ließ das heilige Collegium den Diplomaten keine Zeit, ihre Ränke zu spinnen, und schon nach 24 Stunden Conclave war Piu« IX. gewählt. Die Christen erblickten in dieser so raschen Wahl ein besonderes Einschreiten der gött- lichen Thätigkeit, und sie rechnen fest darauf, daß unter noch schwereren Verhält- niffen das heilige Collegium und die heilige Kirche einen gleichen Beistand erhalten r, ... ;s. Bebörde versagt werden. §. 2. Die zur Gesetzausführung erforderlichen Anordnungen werden vom ^Un In den kurzen Motiven wird ausdrücklich betont, der Entwarf gebe dem Reichstagsbeschlusse nur vorläufig gesetzgeberische Folge; weitere GesetzgebungS- Acte über sonstige durch den ReichStagsbeschluß angeregte Fragen nach Maßgabe der R^veEung^solle^fo g katholische Pfarrer Diefenbach von Hofheim wurde heute von der Strafkammer wegen Kanzelmißbrauchs zu einmonatiger an sich zu Wage reib 1 so iinbe- ajo ganz 'schied bei r geäußert chen Schü- »IhMens >tzen, und und der Fest- und g und den 'eiten, für Für die schule kein Deutschland. Berlin, 10. Juni. So viel über das Resultat der in der Provinz Posen bi- jetzt adgehaltenen außerordentlichen Schulrevisionen verlautet, ist dasselbe hinsichtlich der Fortschritte der Schüler in der deutschen Sprache nur in den über- toiegent deutschen Städten und Gegenden und in den der Aufsicht eines loyal gesinnten und pflichttreuen Geistlichen untergebenen Schulbezirken cinigtrmafcen befriedigend ausgefallen; in denjenigen Schulen dagegen, welche sich in überwiegend polnischen Gegenden oder unter der Aufsicht eines polnisch-national gesinnten Geistlichen befinden, ist der deutsche Sprachunterricht entweder ganz vernachlässigt oder mit kaum wahrnehmbarem Erfolg ertheilt worden. Von der preußischen Geschichte und Geographie, so wie von den Verhältnissen des preußischen Staates hatten die Schüler in den meisten Schulen auch nicht die geringste Kenntniß. In vielen Dorfschulen wußten die Schüler nicht einmal zu sagen, zu we.l- chem Staate und Lande sie gehören und wie der König von Preußen und Kaiser von Deutschland heißt. Es versteht sich von selbst, b«ß hier nur von den polnischen Schulen die Rede ist, die vorzugsweise der Gegenstand der Revision sind. v „ .. Berlin 11. Juni. Der Bundesrath nahm heute auf Antrag des Justiz, ausschuffes f/lgenven Gesetzentwurf, betreffend die Beschränkung des Rechts zum Aufenthalt der JJuiten im Deutschen Reiche, an: r 1 Den Mitgliedern des OroenS der Gesellschaft Jesu oder einer mit diesem Orden verwandten Congregation kann, auch wenn sie das deutsche Jndigena besitzen, an jedem Orte des Bundesgebietes der Aufenthalt von der LandeSpolizet- Feftungshaft verurtheilt. w Nassau, 9. Juni. Aus sicherster Quelle kann der „Rh. K. der von der Pk." ^brachten und in andere Blätter übergegangenen Nachricht gegenüber miltbeilen, daß die Feier der Enthüllung des Steindenkmals nicht am 28. jun. ftatiRnCet. Der Tag ist Überhaupt noch nicht bestimmt und die Festsetzung des. selben dem Kaiser anheiwgegeben worden. Auf jeden Fall dürste er in Vie: 3*0 feiner Anwesenheit in Ems, also in den Monat Juli fallen. Daß die Kaiser von Oesterre'ch und Rußland der Feier anwohnen werden, daruoer verlautet noch nichts. — Im Laufe dieses Monats wird die Statue hier ankommen. Das Forde- rungSgerüst ist bereit« aufgestellt in If If ff September in Lorsch (8 Uhr), „ „ Bürstadt (12 Uhr), Sogenannte Luxuspferde werden bei zu hohen Preisfordernugen vom Handel ausgeschlossen, ebenso die zu wenig entwickelten, oder solche, die zu schwach, schwerfällig und ordinär, den Ansprüchen an ein Militär-., Zug- oder Reitpferd nicht entsprechen, auch Pferde, welche durch zu frühen Gebrauch gelitten haben, mangelhaft gebaut, mit bedeuteudeii Knochen oder anderen erheblichen Fehlern behaftet und nicht gängig sind. _ , h Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Laudesgcschen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises id der sämmtlicheu Unkosten zurückzunehmen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke ruidlederiie Trense mit starkem zweckmäßigem Gebiß, eine starke Kopfhalfter, von Leder oder Hanf, mit zwei mindestens sechs Fuß langen starken Stricken ohne besondere ^ergiltung mitzugeben. ° Kriegs-Ministerium Abtheilimg für das giemoute-Wesen. gez. v o n S ch ö n. S ch m i ch. - werben." Die Diplomatie weiß also, wenn das „UniverS" wohl unterrichtet ist, worauf sie sich bei der nächsten Papstwahl gefaßt zu halten hat. Paris 9. Juni. In politischen Kreisen erregt die plötzliche Annäherung nicht aertngeS Aufsehen, die sich auf Grund eines konservativen Programms zwischen Legitimisten und Imperialisten eben vollzieht. Die Legitimisten, welche in der Provinz über nahezu 90 Organe verfügen, unv die Kaiserlichen, denen etwa 100 Blätter zu Gebote stehen, wollen gemeinsam vorgehen, um namentlich die Orleanisten mit Wucht zu bekämpfen. Die öffentliche Erklärung des Herzogs von Aumale in seiner letzten Rede zu Gunsten der dreifarbigen Fahne scheint den ersten Anstoß zu dieser ungewöhnlichen Coalition gegeben zu haben, besonders seitdem der Graf von Paris es abgelehnt, sich öffentlich von Aumale zu trennen und jetzt nach dessen Erklärung dem Grafen Chambord einen Besuch abzustatteu. Paris 9. Juni. Die Militärdebatte hat Allen etwas gebracht: Gambctta den Ruruf der Majorität, Trochu die Herstellung seines Rufes als militärische Capacität und Thiers den gewünschten Erfolg. Nach der Rebe des Präsidenten der Republik hatten Trochu'S Vorschläge nur noch 228 gegen 462 Stimmen. Thiers fühlte sich unv warf mit militärischen Details um sich wie em alter Mar- schall von Frankreich. Dabei war er so bescheiden, zu äußern, „wenn er Herr der Geschickt des Landes wäre, so"... und „es sei nicht wahr, baß bas preußische Militärshstem das französische besiegt hätte, blos die preußische Regierung habe die französische besiegt." Diese und ähnliche Leckerbissen wurden von den Zuhörern verschlungen: sie fühlten ihre Selbstherrlichkeit und ihre Unbesiegbarkeit, denn die besiegte Regierung wurde weggejazt und so hat das unbesiegte Frankreich seine Ehre wieverhergestellt. Thier«, der den Chauvinismus gehätschelt hat wie sein Adoptivkind, hatte die kaiserliche Regierung „mit Thränen beschworen, keinen Krieg anzufangen, selbst Louvoi« wäre in acht Tagen nicht schlagfertig gewesen." Thiers verstand es sogar, die PrusstenS zu loben und dabei den Franzosen so zu schmei. cheln, daß sie staunend seinen Redekünsten folgten. Und dann wie überraschend, wie geistreich: „Man spricht von Völkern in Waffen; aber wo gibt es bewaffnete Völker? Bei den Barbaren, bei den Wilden; die erste kriegerische Nation der Welt, die Römer, hatten in den Zeiten ihrer höchsten Macht nur 300,000 Mann unter den Waffen. Das Zeitalter, wo sie noch alle bewaffnet waren, war das, wo sie noch Vieh und Weiber stahlen!" Wie beweiskräftig für ein französisches Herz: die Römer hatten nur 300,000 Mann, um die Welt zu bezwingen, und Thier« will da« Doppelte, das Dreifache für das moderne Römervolk zugestehen! „Oder bildet man sich etwa ein, m Deutschland sei Jedermann bewaffnet? Das ist ein großer Jrrtbum!" Diese Art, zu überzeugen, hat etwas Naives, unv voch ist sie voll Berechtigung; denn Thiers ist ern Mann, der seine Franzosen kenn unv mit der Nationalversammlung zu reven weiß, wie Ver Fuchs mit den Gänsen. Unv nun die merkwürvige Epifove aus der Kriegsgeschichte Napoleon «, wie er seine Austerlitzer ausbildcte, diese Eisenleiber! Man wird überrascht wie in einem Kaleidoskope, natürlich muß man den kindlichen Sinn zu diesen Erlustigungen mitgebracht haben; kritisch verfahren darf man nicht. Und doch hat Thiers mit seinen Ideen und seinen Schönrednereien für sein Land und seine Epoche nicht ganz Unrecht; er kennt die Bourgeoisie und ihren Widerwillen gegen die Wehr- pflicht, er kennt den Adel und dessen Untauglichkeit, als Kitt der Masse zu dienen, und er kennt die Liebhaberei der Burschen vom Lande, welche, sobald sie die Genüsse der Hauptstadt gekostet haben, ihren Lebenszweck im Casernenleben finden. „6m Volk in Waffen" ist ein deutscher Begriff, der in keinen französischen Kopf richtig hineingeht; daher konnte der alte Schlaukopf unter dem lachenden Beifall seiner Zuhörer spötteln: „Frankreich ist dem Zauber der Redensarten zu sehr unterworfen und mau führt es mit Worten an der Nase herum, bald mit „libertö“, die zum Despotismus, bald mit „ordre“, die zum Verderben, balv mit „fraternitö“, die zu Skptemberscencn führt, und jetzt ist la nalion annüe Move." Doch genug der Leckerbissen aus der famosen Rede, deren Wirkungen nur richtig gewürdigt und deren Zauber erst bann vollkommen empfunden wirb, wenn man sich ganz auf Den französischen Standpunkt zu versetzen und mit fran- zöfischen Augen zu lesen weiß. Paris, 9. Juni. Der Plan über die neuen Befestigungen von Paris liegt Thiers jetzt vor. Die Forts, welche die Hauptstabt beschützen sollen, liegen in einem weiten Umkreise um dieselbe herum. Versailles befindet sich in der Ver- theibigungslinie. Der Beschluß, welchen die Commission Bamberger Betreff« ber Capitulationen gefaßt hat unb nach welchem Herr Keller seinen Bericht abfafsen wird, lautet: Die National-Dersammlung befiehlt, daß die Berichte, welche die Arbeiten des KriegSratheS über die Capitulationen von Straßburg und Metz refumirt und den motivirten Gutachten als Basis gedient haben, im officiellen Blatte veröffent- licht werden. , Die Listen, welche das Pariser elsaß-lothringer Comite tn den Marrtecn aufgelegt hat und welche die Namen der in der französischen Hauptstabt sich auf- haltenben Elsaß-Lothringer enthalten, find jetzt fast alle auSgesüllt, b. h. bie Betreffenden haben sich fast alle für die französische Nationalität erklärt. Paris, 9. Juni. Der Courrier de France meldet, daß der General Uhrich von dem Krieg«-Minister die Mittheilung erhalten hat, daß er auf seinen Wunsch und auf seine formelle Eingabe in Ruhestand versetzt worben ist. Paris, 9. Juni. Die Republique Francaise, ba« Organ Gambetta'S, ist albern genug, der clerikal-legitimistischen Union nachzuahmen unb Italien ebenfalls Vor dem Kaiser Wilhelm zu warnen, der drn geheimen Plan habe, sich zum Herrn von Italien aufzuwersen. Die Republique Francaise sieht darin, daß Der „Kaiser Wilhelm" den Prinzen Humbert zum Chef de« 13. Husaren-RegimentS ernannt habe, den ersten Schritt, um den König von Italien zum Vasallen des Deutschen Kaiser« zu machen. E« ist am Ende überflüssig, die Dummheiten, welche Die Republique Francaise auftischt, zu widerlegen, unb e« genügt, einfach daran zu erinnern, daß Der Kaiser von Deutschland nicht allein russischer und österreichischer sonbern auch bayerischer Oberst ist, um selbst dem Unwissenden darzuthun, daß diese Verleihungen von Obersttiteln, die sich die Souveraine zu Theil werden lassen, bloße Ehrende,rigungen sind. Selbstverständlich weist die Republique Fran- rasse bei dieser Gelegenheit wieder darauf hin, daß Italien trotz seiner intimen Freundschaft mit Deutschland wohl wieder bald den Schutz Frankreich« gebrauchen könnte. „Andere Zeiten" — meint dieselbe — „werben kommen, und vielleicht früher, al« da« italienische Königthum e« glaubt. Wir werden dann sehen, wo die wahren Freunde Italien« sind, e« wird dieses sehen unv e« wirb sie aufzu- finden wissen." Paris, 9. Juni. Die „Republique Francaise" bringt einen aus Straßburg daiirten wülhenden Ausfall gegen General Uhrich. Der Alte ist in den Augen dieses Straßburger Gambettisten ein unbescheidener Mensch, dem fein Protest wenig Ehre macht, Der zu seiner EntschulDigung in Wirklichkeit nur sein Atter ansühren könne, unD Der vor Dem Kriege selbst um da« CommanDo in Straßburg oder Metz nachgesucht habe, viel weniger aus Patriotismus denn au« Eitelkeit ober Illusion. Die Schamlosigkeit diese« Straßburger« gegen Uhrich geht so weit, baß er ihm zurust: „Hat er nicht, wie so viele Andere, gehofft, daß währenD des Siegesmarfche« auf Berlin der Posten in Straßburg ihm eine angenehme Sine- cure oder neue Ehren, ohne Gefahren oder Strapazen zu bestehen, bringen würde?" Dann wird ihm vorgeworfen, er habe sich weniger um die Ankunft des Feinde« al« um die politische Lage bekümmert, habe die Einwohnerschaft ortwährend mit Lügen gespeist u. s. w. Doch lassen wir dem Straßburger und einem Organe die Gemeinheiten und Schnödigkeiten, die e« dem alten Haudegen an Den Kops schleudert, es sei nur noch Die für Das, was sich als Volksstimme über Den letzten Krieg breit macht, bezeichnenDe Stelle ausgehoben: „General Uhrich verlangt, vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Weshalb? Er ist keines Vergehens beschuldigt, Das nach Den Kriegsgesetzen strafbar ist; aber niemals wirD ein KriegSrath ihn von Dem Vorwurfe Der Unfähigkeit fretfprechen, Der weniger noch aus Dem Berichte Des Untersuchungsraths al« au« seinen eigenen Schriften hervorgeht." Paris, 11. Juni. Gestern verhafteten zu Bayonne Die französischen Be- hörDen den carlistischen Deputirten Uncota von BiScaya und Den cailistischen Ex- Deputirten Ochoa. Dieselben sollen internirt toerDen. Man sagt, Spanien verlange ihre Ausweisung au« Frankreich. Italien. Rom. Die VcrhanDlungcn zwischen RußlanD unD Der Curie werken wieder interessante Schlaglichter auf die Ehrlichkeit unD Aufrichtigkeit der Diener der Kirche. Während sie mit Schaudern und Entsetzen jeDen GeDanken an eine Ver- söhnung mit einer katholischen Regierung wie der des König« von Italien von sich weisen, lächeln sie und machen Bücklinge gegenüber einer ketzerischen Regie- rung wie der des Czaaren. Rußland hat nämlich mehrere Concessionen verlangt, um Polen auch religiös zu unterjochen und der Vatican zeigt sich nicht abgeneigt. Das Interesse Der katholischen Kirche ließe zwar eine Weigerung rathsam er- scheinen, aber Die politischen unD weltlichen Rücksichten herrschen auch Diesmal vor. Rom. Der Eindruck, welchen hier Der ebenso glänzende als sreunDschaft- liche Empfang de« italienischen Kronprinzen und seiner allgemein verehrten Gemahlin am kaiserlich Deutsehen Hose hervorgerufen hat, wird hier sowohl auf Die Lage Des Ministeriums als auf Die öffentliche Meinung einen entfchieDen günstigen Einfluß ausüben. Ohne Diesem jedenfalls sehr bezeichnenden Austausch persön- licher Freundschaftsbezeugungen Die Tragweite Diplomatischer Plane zuschreiben zu wollen, wird derselbe dennoch dazu geführt haben, ber öffentlichen Meinung hier eine entschievene Haltung vorzuzeichnen und die Ueberzeugung, daß Die Zukunft Italiens unD dessen Entwicklung an Deutschland die sicherste Stütze finden müsse, festere Wurzeln schlagen zu lassen. — Während nun allmählich aus dem priesterlichen Rom eine moderne Hauptstadt emporstrebt, und zwar gerade auf jenen Hügeln, welche in der Blüthezeit des kaiserlichen Rom die größten öffentlichen und reichsten Privatgebäude trugen, isolirt sich der Vatican mit jedem Tage mehr und selbst da« Nichtabhalten der vorzüglichsten Kirchenfeste, welches noch im vorigen Jahr wie eine Lücke empfunden wurde, beginnt nun tn dem Wirbel des ge- schäftlichen Lebens uns einer thätigen Entwicklung nicht mehr beachtet zu werden. Das träge Mönchsleben und da« lebendige Streben der Neuzeit bieten hier gegenwärtig die auffallendsten Gegensätze. Man braucht blos in einigen der italieni- scheu Ministerien zu thun zu haben, um die Räume, welche noch vor einigen Monaten einigen untätigen Mönchen gedient Haden unD alle Spuren Der 93er- nachlässigung, De« Verfalles unD Der Unreinlichkeit funDgaben, nunmehr zu Den reinlichen, bequemen, mit allen Erleichterungen Der Wissenschaft ausgestatteten Aemiern umgestaltet zu erblicken, welche statt zwanzig oder dreißig melancholischen Cönobiten mitten in dem bevölkertsten Theile der Stadt ein Asyl größerer oder geringerer Büßfertigkeit zu gewähren, vielen Hunderten von thätigen Staats- dienern gestatten, Die Geschäftszweige eines ganzen Reiche« zu besorgen. — Obwohl Den über ein ernsteres Unwohlsein De« Papstes ausgestreuten unD von einigen raDicalen Blättern perioDisch wiederholten Nachrichten kein Glaube beizumessen ist, so kann dennoch nicht geläugnet werden, das Pius IX. während Der letzten Monate stark eingesunken ist unD sichtlich an Kraft verloren hat. Die Spaziergänge in Dem vaticanischen Garten werden seltener, woran Da« ganz außerordentlich unstete Frühjahrswetter nicht allein Die Schuld trägt. England. London, 9. Juni. Kirk meldet telegraphisch au« Zanzibar: Livingstone lebt in Unyanyembed, besuchte da« Nordende De« Tagangikasee's. Local-Notizen. GjxßkN. Die Main-Weser-Bahn hat einige dankenSwcrthe Erleichterungen des Verkehr« eintreten lassen, indem sie Schülerbillets, Abonnementskartcn und RundreisebilletS auSgibt. Die Sckülerb.stets kästen die Hälfte des gewöhnlichen Fahrpreise« in 3. Claffe. und aus ÄbonnementS- karten, welche für drei Monate gelten, werden 40 Procent Rabatt bewilligt. RundreisebilleiS geben die Stationen Gießen und Frankfurt nach Bremen, Hannover und Harburg aus, und zwar mit achttägiger Gültigkeit und 20 Procent Ermäßigung für die 1. und 2. Elaste und 2ö Procent für die 3. Elaste. Ferner von Frankfurt über Gießen und die Lahnbahn mit drei Tagen Gültigkeit von Gießen und den längs der Bahn liegenden heffen-darmstädtifchen größeren Stationen nach Darmstadt mit zwei Tagen Gültigkeit, von Cassel, Marburg, Gießen ic. >c. nach «voden, Mainz Biebrich, Wiesbaden, Bingen und Worms. Außerdem find in dem Reglement, da« bei den Stationen für 1 fr. zu erhalten ist, noch eine ganze Reihe von Rundreisen aufgeführt, die bei entsprechender Giltigkeitsdauer sich bis an den Bodensee, nach Köln und Westpbalen erstrecken. Schließlich ist noch zu bemerken, daß für geschlossene Gesellschaften eine Ermäßigung bis zu 50 Procent bewilligt wird. Vermischtes. Darmstadt, 9. Juni. Derschiebene Zeitungen berichten von einem neuen Raubmorbaniall au« Dem ODenwalb. Ein junger Mensch soll zwischen Michel- staDt unD Rehbach von Drei Strolchen angefaDen, beraubt unb Dann, nachbern sie ihm Drei Stiche beigebracht, in« Wasser geworfen »erben fein, woran« er sich glücklicherweise später mit Hilfe eine« vorübergehenben Mannes herausgeholfen habe. Ist bie Nachricht wahr, woran nach Uebereinstimmung ber Nachrichten kaum zu zweifeln, bann wäre es wirklich für bie Behörben angezelgt, mit Den energischsten Mitteln vorzugehen. Die Gerüchte vergrößern selbstverständlich und ti Mit« d< nsttttgts« tttunft, pabt i“’ iahenden Der B-Hi-' seht am i pH" -M w gibt, b»8 tl( «tun, (t MpüA ,chi Tag-" skhkin, dtnn janbelt- »tniqtw I« bahn schwan! relativ weck unb Slisabetl quteai Bcrkek Mische Wen Besondl DieG 2815) 5 ist von 2 8 läge Ian Beschwer Ansätze ftnl betfelben, 1 Ablaufs de mündlich c I Win Kni Men, Grotzhei Be ktnjenijtn Retourbille nach Hann : Eichen ob durch bie . Sorten [er 1 Meis ! Mattet tt Die zur Illen sind [ durch das Mreise v Cassel, t $ 2711) j Sttiderrlich Arten ioO . Mit MMjeil wei a‘ $otmi , m der b- Nuchn mder Cl Nach,, in de Rabenai Fried 2853) (s S «ns d CT hie »Ht-hkui M «hi. ™hen iU Weeheel. «u 4% 3 Wo » Bayer. 5% Pr. Friedrdor 9 57i/2—58% I Pistolen . . 9 40 -42 Bonde 98 1887r 7) n I 261/r I < ■ 9 liq uch Gebr. Stamm empfehlen n Buchen-Scheidholz, Marktstraße 25, gegenüber dem Kaufmann Herrn Emil Pi stör. 1 Bekauntmachun g. Farbwaarcn - Handlung Olt Condensirte Milch. von in ts Reisstärke. empfiehlt eich einem >e- iviogffo" Bekanntmachung. 643) Thür- und Grab- k und T-ff-N werden mit beliebig« *** ‘‘“Ä Ä«.: Schrift-ngefE b-.^^^ wem bUmmier Gnte,de. E 3.8 Friedrich Engel und Genossen. I. A. 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Große und kleine Rosinen, ausges. große Mandeln, CLtronat, Orangeat, ganzen und gestoßenen Zimmet, gestoßene Raffinade, Citronen, Anissaamen, Ammonium und Pottasche. oenig ihren oder «de, des Sine, ingen Parmesan- und Emme n t li al er Häse. 2817) Geschliffene Hanauer Platten, roth und weiß, empfiehlt Emil Pistor. | Lager in ächt italienischen und deutschen Teigwaaren, als: kMaecaroni, BermicelliS, Suppenteige, ELerge- müse- und Eiersuppennudeln. Versteigerungen. Heugras-Versteigerung. 2741) Das diesjährige Heugras von den Freiherrlich von Rabenauischen Wiesen und Gärten soll Mittwoch den 19. d. Mts., in Abtheilungen an Ort und Stelle ver- Rückreise vorzuzeigen. Cassel, den 10. Juni 1872. Königliche Direktion der Main-Wcser-Bahn. Reinsckmeckendes Schweineschmalz, pr. Pfund 24 fr. Aetien. Frankf. Bank 1413/. Frankf. Vereins-Kasse 135 Darmst. Bankact. 471 Wien Bankactien 887 Oest. Creditaot. 361 Galizien 272 Holzversteigerung in der Königlichen Oberförsterei Königsberg. 2 R.-Meter 2 50 Wellen 3 R.-Meter 2176) Die erwartete Sendung von Herren-, Damen- und Kinder-Sommerschuhen in Börsenberichte. Frankfurt a. M., 11. Juni. Man wird wohl nicht zu sehr fehl greifen, wenn man angesichts der gegenwärtigen Hausse der leitenden SpeculatlonSeffecten der Vermuthung Ausdruck gibt, daß dieselbe eine künstlich hervorgerufene sei, und zwar um im Hinblick auf die verschiedenen bevorstehenden Emissionen, als da sind neue Wiener Unionbankactien, Petersburger HandelSbank- actien, Gotthardobligationen u. s. w. eine günstige Stimmung des Marktes hervorzurufen. Begünstigt wird dieses Streben durch die anhaltende Geldabundanz, und so sehen wir die Course der Haupt-Arbitage-Effecten binnen 2—3 Tagen auf einer Höhe angelangt, welche man sich vor acht Tagen kaum hätte träumen lassen. Ob sie noch überstiegen wird? Fast hat eS den Anschein, denn heute wurden Staatsbahn und Creditactieu mit Lust und Liebe hin und her gehandelt. Dem aufmerksamen Beobachter aber konnte eS doch nicht entgehen, daß die Eourse wenigstens für heute nicht höher zu treiben waren, sondern eher nach unten gravittrten. StaatS- bahn schwankt zwischen 382—383 und Creditactien zwischen 351— 351Vj>- 3n Lombarden war relativ weniger Geschäft und wurden selbe mit 2171/2 bezahlt. Von Bahnen waren Nordwest und Elisabeth höher. Berbacher begehrt. Banken ohne Geschäft. Prioritäten sehr fest und bei gutem Verkehr. Loose, mit Ausnahme von österreichischen 1860ern und Ungarn, still. Oestek- reichische Rente in gutem Verkehr. Süddeutsche Staatspapiere fest. Besondere Bekanntmachungen. Die Gemeindesteuern für 1872. 2815) Das Register über diese Steuern ist von Dienstag den 11. Juni 1872 an 8 Tage lang zur Einsicht bei uns offengelegt. Beschwerden gegen die darin enthaltenen Ansätze sind, bei Meidung des Ausschlusses derselben, binnen 4 Wochen, vom Tage des Ablaufs der Offenlegungsfrist an gerechnet, mündlich oder schriftlich bei Großherzog- lichem Kreisamte dahier vorzubringen. Gießen, den 8. Juni 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt. Specerei -, Material- und n doppelte 9 40—12 Holl. fi. lOSt. 9 53 —55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 22—23 Engi. Sover. 11 50 -52 Ruse. Imper. 9 42—44 Dollar in Gold 2 25 72—: 2 Pf., Lieferung von 75 Etrn. hydraulischem Sommer-Garderobe. 2807) Eine sehr große Auswahl in Lustre-, Alpaca-, Cachemtr-, Drell-Nöcken, sowie leinene Anzüge rc., zu den billigsten Preisen Geldaorten. fi. kr. ti kann dem Touristenzug nach dem Ovenwald nur schädlich sein, wenn der Un- stcherheit nicht rasch Abhilfe grthan wirv und die übertriebenen Gerüchte davurch niedergeschlagen werben. Es ist rasche Abhilfe um so nothwendigcr, wenn man bedenkt, baß namentlich viele Kinder auf den verschiebensten Wegen nach Michel- stadt zur Schule gehen, und dieselben doch, wie ihre Eltern von der Sorge drohenden Anfalles befreit zu werden wünschen müssen. Authentische Mittheilungen der Behörde wäre zur Aufklärung und Verscheuchung zweckloser Befürchtungen sehr am Platze. (M.°Z.) Kalk 30 Thlr. Gladenbach, am 3. Juni 1872. Der Bezirkswegaufseher: C. Werner. k. k. k. k. k 2839) Dienstag den 18. Juni l. I, Vormittags 9 Uhr, werden in den Königlichen Staatsforsten „Bleidenberg, Lehnchen, Rothenberg, Bic- berholz , Köpfelhecke und Rothestrauch" : Eichen-Scheidholz, 8. 98% 8. 993/i 8. 104’/ 4873) Die >,» ead)ri